0520/2018
Information der KGAB zum Thema eingesparte Kosten der Unterkunft
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Mitteilung Ausschuss
5833 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/80/80/1 Vorlagen-Nummer 0520/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 01.03.2018 Ausschuss Soziales und Senioren 01.03.2018 Information der KGAB zum Thema eingesparte Kosten der Unterkunft Die im Aufsichtsrat der KGAB, Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH, vertreten- den Ratsmitglieder haben darum gebeten, die nachfolgende Information dem Wirtschaftsausschuss und dem Ausschuss für Soziales und Senioren des Rates der Stadt Köln noch vor der Sitzung des Aufsichtsrates des KGAB am 23.04.2018 zur Kenntnis zu geben. Beschäftigung statt Langzeitarbeitslosigkeit KGAB spart der Stadt Köln Kosten der Unterkunft Die gemeinnützige Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung mbH (KGAB) ist ein 100 %i- ges Tochterunternehmen der Stadt Köln. Der Zweck des Unternehmens ist die Organisation und Durchführung von Beschäftigungsmaßnahmen. Zum 31.12.2017 beschäftigte die KGAB 151 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, darunter vier Auszubildende (2 Gärtner, 2 Bürokaufleute). 108 Beschäftigte waren zuvor langzeitarbeitslos sowie Kundinnen und Kunden des Jobcenters. Durch die Tarifentlohnung bei der KGAB konnten 88 Be- schäftigte den Leistungsbezug beim Jobcenter Köln beenden und erhielten keine aufstockenden Leis- tungen. Im Zeitraum vom 01.07.2017 bis zum 31.12.2017 konnte die Stadt Köln damit nachweisbar 208.259,46 Euro im Haushalt für Kosten der Unterkunft sparen. Die KGAB nimmt als inhousefähiges Unternehmen Aufträge der Stadt Köln und der stadtnahen Un- ternehmen wahr. Von der Schlosserei, der Schreinerei sowie dem Garten- und Landschaftsbau des Unternehmens werden Handwerksleistungen erbracht. Darunter sind viele Klein- und Kleinstaufträge zwischen 150 Euro und 3.500 Euro. Qualifizierte Fachkräfte wie Meister und Gesellen stellen sicher, dass alle Aufträge mit hoher Qualität erledigt werden. Daneben fungieren sie als Anleiter für die Hel- ferinnen und Helfer, die zuvor Kundinnen und Kunden des Jobcenters waren. Im KölnService werden Dienstleistungen im Wach- und Sicherheitsbereich erbracht. Auch hier leiten Fachkräfte die Helferinnen und Helfer an, deren Ziel während der befristeten Beschäftigung bei der KGAB das erfolgreiche Bestehen der Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung vor der IHK zu Köln ist. Bekannte Aufträge 2017 waren die Bewachung des Rheinboulevards, des Rheinparks und des Großmarktes sowie die Absperrung des Heinrich-Böll-Platzes über der Philharmonie. Die Tarifentlohnung der Helferinnen und Helfer erfolgt nach Entgeltgruppe 1 Entwicklungsstufe 2 TVöD. Mit 1.751,25 Euro Arbeitnehmer brutto sind viele Beschäftigte der KGAB nicht mehr auf eine Unterstützung durch das Jobcenter Köln angewiesen. Die Mieten schwanken dabei zwischen 180,51 Euro und 700,00 Euro warm. Die Durchschnittsmiete in den 88 hier betrachteten Fällen betrug 462,36 Euro. 2 Die Finanzierung des Unternehmens erfolgt über die Erledigung der städtischen Aufträge, denen je- weils ein vollkostendeckend kalkuliertes Angebot zugrunde liegt. Die vom Jobcenter ermittelten indi- viduellen Leistungseinschränkungen der Helferinnen und Helfer werden durch Eingliederungszu- schüsse ausgeglichen. Auch die Mittel aus den Bundesprogrammen ESF-LZA und Soziale Teilhabe werden in Anspruch genommen. Damit werden ein Teil der Personalkosten aus Bundesmitteln sub- ventioniert. Aus dem kommunalen Beschäftigungsprogramm KomProArbeit werden aktuell drei Mitarbeiter im Modellprojekt Stadtbezirksservice Lindenthal mitfinanziert. Das Ziel des Beschäftigungsprogramms ist es, insbesondere aus eingesparten Kosten der Unterkunft echte Arbeit zu finanzieren. Die KGAB weist dabei bereits 2017 nach, dass die Idee, Beschäftigung statt Langzeitarbeitslosigkeit zu finanzie- ren, erfolgreich umgesetzt werden kann. Folgende Modellrechnung macht deutlich, dass sich für die öffentliche Hand die Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Menschen insgesamt mehr als rechnet: Lohn- und Gehaltskosten Entgeltgruppe 1 Entwicklungsstufe 2 TVöD 1.751,25 € zuzüglich Beiträge des Arbeitgebers zur Sozialversicherung28,58% 500,51 € (28,58% inklusive ZVK-Beiträge) Gesamtbetrag im Monat 2.251,76 € Jahreskosten inklusive Zuwendung 28.868,88 € (2.251,76 € x 12,8206 Monatsgehälter) Von den im Jahr vom Arbeitgeber aufgebrachten Personalkosten von 28.868,88 Euro werden folgen- de Beträge an Krankenkassen, Pflegekassen, Arbeitslosenversicherung und Rentenversicherung abgeführt: Anteil Arbeitnehmer 5.997,51 € Anteil Arbeitgeber 8.250,73 € Auf die Lohnsteuer für den Arbeitnehmer entfallen 3.590,16 € (davon erhält die Stadt Köln 15%) Eingespart werden die Aufwendungen für das ALG II 4.992,00 € und für die Kosten der Unterkunft (462,36 € x 12 Monate) 5.548,32 € Gesamtsumme 28.378,72 € Nach dieser Modellrechnung stehen den Jahrespersonalkosten des Arbeitgebers von 28.868,88 Euro Beiträge zur Sozialversicherung, Lohnsteuer und Einsparungen bei Arbeitslosengeld II sowie Kosten der Unterkunft von insgesamt 28.378,72 Euro gegenüber. Das belegt eindrucksvoll, dass sich die Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Menschen volkswirtschaftlich und gesellschafspolitisch rech- net. Der Auftrag des Sozialgesetzbuches II ist es, soziale Teilhabe sicherzustellen. Am besten gelingt dies durch die Finanzierung von Arbeit und Beschäftigung. Deutlich wird aber auch, dass der Anreiz für den Arbeitnehmer in dieser Modellrechnung eher gering ist, weil unter dem Strich nicht erheblich viel mehr netto herauskommt als beim Leistungsbezug im Arbeitslosengeld II. Trotzdem ist Arbeit und Beschäftigung für Viele attraktiver und bietet eine Per- spektive auf den ersten Arbeitsmarkt über den Einstieg einer befristeten Beschäftigung bei der KGAB.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0520/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 21.02.2018
- Erstellt
- 15.02.2018 16:28