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A-R/0028/2007

Schloss Münster: Blickfeld bewahren und Rahmenplan erstellen

Antrag an den Rat 05.06.2007

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 13.06.2007, TOP 28.6

Originalantrag

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Originalantrag

6844 Zeichen

SPD-Fraktion  Antrag Nr.: A-R/0028/2007 
im Rat der Stadt Münster 
 
1 
 
 
 
Antrag  
 
 
04.06.2007 
 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
 
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
spdfrak@muenster.de  
www.spd-muenster.de  
 
Schloss Münster: Blickfeld bewahren und Rahmenplan 
erstellen 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:  
 
Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit d em Bau- und 
Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW), der Universität  und der staatlichen 
Denkmalpflege einen Rahmenplan „Schlossachse“ aufzu stellen. Der Rahmenplan 
soll den Ehrenhof, den Schlossplatz sowie die Mitte lachse von den Kavalierhäusern 
bis zur Straße Hindenburgplatz umfassen. 
 
1. Folgende Gesichtspunkte sollen für den Rahmenpla n besonders 
berücksichtigt werden: 
 
a. Städtebauliche Ausweisung eines Pendantgebäudes auf der südlichen 
Schlossplatzseite zu dem ehem. Oberpräsidium im nör dlichen Bereich. 
Damit soll sichergestellt werden, den Platz, wie be reits von Schlaun 
geplant, als Architekturplatz erlebbar herzustellen.  
 
b. Erhalt und gestalterischer Ausbau der Mittelachs e von den 
Kavalierhäusern bis zur Straße Hindenburgplatz; 
 
c. Schlossangemessene Reorganisation der Hinterbeba uung nördlich des 
Schlosses bis zum Gebäude Hindenburgplatz 55; 
 
d. Bewahrung der Sichtachse vom Ehrenhof zur histor ischen Stadtsilhouette; 
 
e. Erhalt der Sichtachse von der Straße Hindenburgp latz auf das 
Schlossensemble; 
 
f. Beibehaltung der jetzt freien Durchsicht für die  vorgenannte Sichtachse auf 
dem begrenzten Bereich zwischen den Kavalierhäusern; 
 
g. Beachtung der zunehmenden Freizeitnutzung der Gr ünanlagen durch die 
Bürgerschaft und der verstärkten Inanspruchnahme du rch 
Großveranstaltungen und deren Auswirkungen auf den Bereich. 
 
 
2.   Die Verwaltung wird weiterhin beauftragt, mit dem BLB NRW Gespräche zur 
Übernahme der Schlosspromenade am Hindenburgplatz d urch die Stadt zu 
führen.

2 
 
Begründung: 
 
 
Die Autoren Matzner und Schulze schreiben 1995 in i hrem Werk „Barock in 
Westfalen“ zum münsterschen Schloss: „Wenig vorteilhaft präsentiert die Stadt heute 
ihr bedeutendstes Bauwerk des Spätbarock, das Resid enzschloß, abgetrennt durch 
eine verkehrsreiche Autostraße und einen vorgelager ten großen Parkplatz, der sich 
in die Blickachse zwischen Innenstadt und Schloß schiebt.“ Dem ist auch zwölf Jahre 
später nicht viel hinzuzufügen. 
 
Als 1984 das Land NRW den stadtseitigen Außenbereic h des Schlosses umfassend 
gestaltete, wurde der Schlossplatz erstmals als Arc hitekturraum erlebbar. Die 
Aschenwege und Trampelpfade aus Kriegs- und Nachkri egszeit wurden durch eine 
gepflasterte Mittelachse und zwei Rasenparterre abg elöst. Über die neu errichteten 
Viertelkreismauern wurden die räumlichen Bezüge zwi schen Schloss, ehem. 
Oberpräsidium und Kavalierhäusern hergestellt. In d er Gestaltung des Platzes wurde 
die Errichtung eines Pendantgebäudes zum ehem. Ober präsidium in späteren Zeiten 
auf der Südseite des Schlossplatzes berücksichtigt.  Aus fiskalischen Gründen fand 
die Gestaltung des Schlossplatzes an der Schlosspro menade ein Ende. Die 
Weiterführung der Platzmittelachse in der vorhanden en gestalterischen Qualität über 
den Hindenburgplatz hinweg sollte planerisch gesich ert und baldmöglichst 
ausgeführt werden. 
 
Die Sturmschäden im Stadtgebiet durch den Orkan Kyr ill haben den Bereich des 
Schlosses besonders getroffen. Vom Kalkmarkt bis zu m Amtsgericht fehlen nun die 
Alleebäume der Promenade. Ein Zustand, zu dessen Be hebung die SPD-Fraktion 
bereits an anderer Stelle Vorschläge vorgelegt hat.  In Folge der Sturmschäden 
wurde jedoch auch die Sichtachse zwischen Schloss u nd historischer Innenstadt im 
Bereich zwischen den Kavalierhäusern wieder erlebba r. Die Sichtbarriere, die die 
jahrzehntealten Promenadenbäume in diesem Bereich b ildeten, ist seitdem entfallen. 
Die Stadtsilhouette mit ihren markanten Kirchtürmen  ist jetzt dem Blick freigegeben. 
Dieser Stadtblick sollte auch für künftige Generationen erhalten bleiben. 
 
Diese Situation nach den Sturmschäden hat sich auch  in Anregungen der 
Bürgerschaft niedergeschlagen, wie der Vorschlag zu r Errichtung von Obelisken in 
der Mittelachse des Schlossvorplatzes zeigt. 
 
Die Architektur der 70er Jahre wurde oft zu Recht g escholten. Doch hatte sie 
durchaus noch einen Bezug zur Stadtgestaltung und d er überkommenen 
Stadtsilhouette. So wurde im Wettbewerb für das Hör saalgebäude am 
Hindenburgplatz den teilnehmenden Architekten vorge geben, mit ihrer Lösung nicht 
die Traufenhöhe der Gebäude an der Wilmergasse zu ü berschreiten. Damit sollte 
vom Hindenburgplatz aus die Sicht auf die Stadtsilh ouette  gesichert werden. In dem 
von Prof. Krämer aus Braunschweig entworfenem Gebäu de ist das, unterstrichen 
durch die transparente Baukörpergestaltung, hervorragend gelungen. 
 
Schloss, Dom, Rathaus und die Silhouette der histor ischen Altstadt sind nicht nur 
kunsthistorisch, sondern auch ökonomisch wichtig. D ass zeigen gerade jüngste 
Erhebungen zum Tourismus in den nordrhein-westfälischen Städten. Münsters starke 
Position in der Beliebtheit der Touristen wird gera de mit der Erlebbarkeit eines 
historischen Stadtgefüges begründet. Dies bedeutet auch eine Kaufkraftbindung für 
Münster. Folgerichtig hat der Rat am 26. Mai 2004 z u den Zielen und der

3 
Leitorientierung für Münster beschlossen: Wir werde n das unverwechselbare 
Stadtbild bewahren und die City  als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor 
der Stadtentwicklung stärken.  
 
Die Schlosspromenade längs des Hindenburgplatzes be findet sich als einziger 
Promenadenabschnitt nicht im Besitz der Stadt. Der im Bestand des BLB NRW 
stehende Promenadenabschnitt war auch schon vor den  verheerenden  
Sturmschäden in einem unbefriedigenden Zustand. Hin gewiesen sei hier nur auf die 
unzureichende Begleitgestaltung der Allee und die v öllig fehlende Beleuchtung des 
Bereichs. Der BLB NRW hat seine Bereitschaft erklär t, den Promenadenabschnitt an 
die Stadt zu veräußern. Hier sollte die Gelegenheit  aufgegriffen und die Möglichkeit 
zur Bildung einer gesamtstädtischen Promenade genutzt werden. 
 
Für den Schlossbereich gilt die Altstadtsatzung. Di e Erfahrungen der vergangenen 
Jahrzehnte zeigen, dass diese nicht ausreicht, das Schlossumfeld in einer 
angemessenen Gestaltung zu halten. Diese Defizite s ollen durch den Rahmenplan 
aufgearbeitet und mit entsprechenden Festlegungen aufgefangen werden. 
 
 
Karl-Heinz Winter   Ralf Hubert   Udo Reiter 
Wolfgang Heuer   Dr. Michael Jung  Moritz von Schme ling 
Anika Bergner   Marianne Koch  Anne Schulze Wintzle r 
Philipp Gabriel   Gaby Kubig-Steltig  Joachim Tonn 
Beanka Ganser   Kurt Pölling   Beate Vilhjalmsson 
Anne Hakenes   Karsten Rahn  Holger Wigger 
Marianne Hopmann

Beratungsverlauf (1)

13.06.2007 Rat
TOP 28.6 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Münzstraße 15
  • Wilmergasse
  • Schlossplatz
  • Promenade

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0028/2007
Typ
Antrag an den Rat
Datum
05.06.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37