2021/0373
Darmstadt global nachhaltig gestalten – Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
anlage 2
3303 Zeichen
Konzeptskizze: „Darmstadt global nachhaltig gestalten – Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ Strategisches Ziel Die Wissenschaftsstadt Darmstadt leistet einen Beitrag zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030, durch Umsetzung des entwicklungspolitischen Konzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Unterziel Handlungsfeld Operative Ziele 1. Mittels geeigneter und auf die Wissenschaftsstadt Darmstadt zugeschnittener Maßnahmen in ausgewählten Handlungsfeldern sollen mit dem entwicklungspolitischen Konzept die drei Aspekte der Nachhaltigkeit abgedeckt werden: Ökonomie, Ökologie, Soziales. Kommunale Partnerschaften Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erweitert ihr Engagement im Bereich der kommunalen Partnerschaften und setzt gemeinsam mit Partnern aus dem Globalen Süden Projekte mit kommunalem Bezug um. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert den Austausch zur lokalen Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung mit ihren Partnerstädten. Migration und Entwicklung Die Wissenschaftsstadt Darmstadt baut die Verknüpfung von Migration, Integration und Entwicklungszusammenarbeit weiter aus. Sie kooperiert mit migrantischen Organisationen in ihrer entwicklungspolitischen Arbeit und setzt gemeinsame Projekte um. Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stärkt und weitet die faire und nachhaltige Beschaffung weiter aus. Klima- und Umweltschutz Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich im Bereich des Klima- und Umweltschutzes. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine inklusive, sichere, widerstandsfähige und nachhaltige Stadt, die sich für die nachhaltige Nutzung der Flächen, die Senkung der Umweltbelastung durch Städte und nachhaltige Mobilität engagiert. 2. Sensibilisierung der Bevölkerung und der Öffentlichkeit für Themen der nachhaltigen Entwicklung durch Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen. Informations- und Bildungsarbeit Die Informationsarbeit ist zentraler Bestandteil der entwicklungspolitischen Arbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Stärkung der Zivilgesellschaft Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt das entwicklungspolitische Engagement der Zivilgesellschaft. Sie fördert die Vernetzung in Darmstadt, unterstützt dabei das Engagement sichtbar zu machen, bezieht zivilgesellschaftliche Organisationen in ihre Entwicklungszusammenarbeit ein und ist offen für gemeinsame Projekte. 3. Bundesweite und internationale Profilierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als handelnder Akteur im Bereich der Entwicklungspolitik durch aktive Beteiligung an überregionalen Arbeitskreisen und Fachgremien sowie an internationalen Konferenzen und Netzwerken. Internationale und fachliche Vernetzung Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich im und fördert den internationalen und fachlichen Austausch, insbesondere zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Sie beteiligt sich aktiv an nationalen wie internationalen Netzwerken und setzt sich in nationalen wie internationalen Gremien für die Wahrnehmung der zentralen Rolle von Kommunen und deren Unterstützung bei der Realisierung nachhaltiger Entwicklung ein.
anlage 4
288 Zeichen
Punkt 12: Darmstadt global nachhaltig gestalten – Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2021/0373) Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltung: SPD, Die Linke. und UFFBASSE
2021/0373
11645 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
08.12.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt für Wirtsch aft und
Stadtentwicklung,
Büro der Bürgerbeauftragten ,
Umweltamt,
Stadtplanungsamt,
Mobilitätsamt,
Eigenbetrieb für kommunale
Aufgaben und
Dienstleistungen (EAD)
Amt: Amt für Vielfalt und
Internationale
Beziehungen
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0373
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 111120
Kostenstelle: 531-001-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 1111-21 Sachkonto:
Betreff: Darmstadt global nachhaltig gestalten – Entwicklungspolitisches Konzept der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 30.11.2021
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat beschließt das entwicklungspolitische Konzept der Wissenschaftsstadt
Darmstadt „Darmstadt global nachhaltig gestalten“ (Anlage 1). Die fachpolitischen
Handlungsempfehlungen des Konzeptes sollen als Grundlage für die künftige Gestaltung der
kommunalen Entwicklungspoli tik der Stadt dienen.
2. Zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Konzept „Darmstadt global nachhaltig gestalten –
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ sind die erforderlichen
- 2 -
Mittel durch die jeweiligen Fachämter anzumelden sowie d ie notwendigen Gremienbeschlüsse im
Vorfeld einzuholen.
3. Die Steuerung der Umsetzung des entwicklungspolitischen Konzeptes und das Monitoring der
Umsetzung erfolgen in Federführung durch das Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen .
Anlagen: - Darmstadt global nachhaltig gestalten – Entwicklungspolitisches Konzept der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
- Das Konzept auf einen Blick: Konzeptskizze
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 30.11.2021
Zentrale Herausforderungen unserer Zeit haben eine globale Dimension. Dies verdeutlichen
gegenwärtige Phänomene wie Migration, Klimakrise, Artensterben und globale Pandemien.
Die im September 2015 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen einstimmig
verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, drückt die Überzeugung aus, dass
globalen Herausforderungen nur weltweit und auf allen politischen Ebenen begegnet werden
kann.
Um der globalen Verantwortung gerecht zu werden und das entwicklungspo litische Profil der
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu schärften, transparent und sichtbar zu machen, beschloss
die Stadtverordnetenversammlung am 22. März 2018 die partizipative Erarbeitung einer
Gesamtkonzeption zur kommunalen entwicklungspolitischen Arbeit in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (V. -Nr. 2018/0043). Dieser partizipative Prozess fand im Rahmen des Projektes
„Koordination kommunaler Entwicklungspolitik in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ statt
(V.-Nr. 2018/0043 und V .-Nr. 2020/0290).
1. Kommunale Entwicklungspolitik
Als kommunale Entwicklungspolitik wird die Summe aller Mittel und Maßnahmen bezeichnet,
die Kommunalverwaltung und -politik einsetzen und ergreifen, um eine nachhaltige
Entwicklung vor Ort und im Globalen Süden zu fördern. Hierzu zähle n sowohl Aktivitäten in
Darmstadt, wie z.B. eine nachhaltige Stadtentwicklung, sowie im Ausland, beispielsweise in
kommunalen Partnerschaftsprojekten. Kommunale Entwicklungspolitik ist somit eine
Querschnittsaufgabe, die eine Brücke zwischen lokalem Handel und globalen Auswirkungen
baut.
2. Entwicklungspolitisches Engagement
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich bereits seit Jahrzehnten
entwicklungspolitisch vor Ort und im internationalen Austausch. Darmstadt unterhält zwei
langjährige Städtepart nerschaften mit Kommunen des Globalen Südens, seit 1971 mit Bursa
in der Türkei und seit 1992 mit Uzhhorod in der Ukraine. Mit der ukrainischen Partnerstadt
setzt die Stadt im Jahr 2021 zwei Projekte der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit
um: Ersten zum Aufbau eines nachhaltigen Abfallmanagements in Uzhhorod (V. -Nr.
2021/0195) und zweitens zur Eindämmung der Covid -19-Pandemie. Der Eigenbetrieb für
kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), der im Rahmen der Zusammenarbeit mit
Uzhhorod seine Expertise einbringt, beriet die Stadt Kairouan in Tunesien zudem bereits
zwischen 2016 und 2020 bei der Errichtung einer Bioabfallkompostieranlage.
Darmstadt ist seit 2013 Fairtrade -Stadt, fördert fairen Handel und baut die faire und
nachhaltige Beschaffung konti nuierlich aus (SV -2013/0168). Mit einer Vielzahl von
Maßnahmen engagiert sich die Stadt für den Klima - und Umweltschutz. Meilensteine der
nachhaltigen Transformation der Stadt sind beispielsweise die Verabschiedung der
Stadtentwicklungsstrategie Masterplan DA2030+ und der eingeschlagene Pfad zur
Klimaneutralität bis 2035. In internationalen fachlichen Netzwerken bringt die Stadt
innovative Ideen aus Darmstadt ein und lernt von positiven Beispielen zur Lösung globaler
Herausforderungen.
Ein wichtiger Pfeil er ist das vielfältige entwicklungspolitische Engagement der
Zivilgesellschaft in Darmstadt. Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte
eröffnet dabei Potentiale für die kommunale Entwicklungspolitik.
- 4 -
3. Darmstadt global nachhaltig gestalten – Entwicklungspolitisches Konzept der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Das vorliegende entwicklungspolitische Konzept „Darmstadt global nachhaltig gestalten“
(Anlage 1) bündelt die entwicklungspolitischen Aktivitäten der Stadt und stellt diese in einer
Bestandsanalyse vor. Aufbauend auf der Ausgangslage werden fachpolitische Empfehlungen
für die künftige Gestaltung der Entwicklungspolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt
formuliert. Die Umsetzung des entwicklungspolitischen Konzeptes soll einen Beitrag zur
lokalen Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung leisten (Beschluss der
Stadtverordnetenversammlung am 30. September 2021, V. -Nr. 2021/0207).
Das entwicklungspolitische Konzept konkretisiert somit die Unterzeichnung der Resolution
„2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“
vom 30. September 2021. Die politisch Verantwortlichen der Wissenschaftsstadt Darmstadt
haben somit ein öffentliches Statement zur globalen Verantwortung Darmstadts für eine
nachhaltige Entwicklung unseres Planeten bekundet.
Das entwicklungspolitische Konzept formuliert eine Vision für die zukünftige Gestaltung der
kommunalen Entwicklungspolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Auf Grundlage der
bisherigen entwicklungspolitischen A ktivitäten und des Engagements für nachhaltige
Entwicklung setzt sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Konzept folgende Ziele,
die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen und darüber hinaus Geltung entfalten:
Strategisches Ziel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt leistet einen Beitrag zur lokalen Umsetzung der Agenda
2030, durch Umsetzung des entwicklungspolitischen Konzeptes der Wissenschaftsstadt
Darmstadt.
Unterziele
1. Mittels geeigneter und auf die Wissenschaftsstadt Darmstadt zugeschnittener
Maßnahmen in ausgewählten Handlungsfeldern sollen mit dem
entwicklungspolitischen Konzept die drei Aspekte der Nachhaltigkeit abgedeckt
werden: Ökonomie, Ökologie, Soziales.
2. Sensibilisierung der Bevölkerung und der Öffentlichkeit für Themen der nachhaltigen
Entwicklung durch Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und
Kooperationen.
3. Bundesweite und internationale Profilierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als
handelnder Akteur im Bereich der Entwicklungspolitik durch aktive Beteili gung an
überregionalen Arbeitskreisen und Fachgremien sowie an internationalen Konferenzen
und Netzwerken.
Die operativen Ziele präzisieren das übergeordnete Ziel der lokalen Umsetzung der Agenda
2030 und die Unterziele. Sie sind anhand ihrer Schwerpunkte einem Handlungsfeld des
entwicklungspolitischen Konzeptes zugeordnet und mit Maßnahmen und Indikatoren
unterlegt. Die Konzeptskizze (Anlage 2) gibt einen Überblick über das Gesamtkonzept.
- 5 -
Handlungsfelder des entwicklungspolitischen Konzeptes
- Kommunale Partnerschaften
- Migration und Entwicklung
- Internationale und fachliche Vernetzung
- Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
- Klima- und Umweltschutz
- Entwicklungspolitische Informations - und Bildungsarbeit
- Stärkung der Zivilgesellschaft
Für die Entwicklungszusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit Kommunen des
Globalen Südens werden im entwicklungspolitischen Konzept Grundprinzipien aufgestellt.
Hierzu gehört die Wahrung von Menschenrechten, die Kooperation auf Augenhöhe sowie die
Orientierung an den Evaluierungskriterien des Entwicklungsausschusses der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (DAC -Kriterien).
4. Beteiligungsprozess
Das entwicklungspolitische Konzept wurde im Dialog mit der Zivilgesellschaft erarbeitet.
Hierzu fanden vier „Netzwerktreffen Entwicklungspolitik in Darmstadt“ statt: im Mai 2019,
November 2019, September 2020 und November 2020. Bei den öffentlichen
Veranstaltungen erfolgte eine Bestandsaufnahme sowie Bedarfsanalyse der
Entwicklungspolitik in Darmstadt. Darauf aufbauend kommentierten und ergänzten die
entwicklungspolitischen Akteure aus Darmstadt sowie Bürgerinnen und Bürger die
Handlungsfelder, Ziele und Ma ßnahmen des Konzepts. Im Herbst 2019 wurde eine
Steuerungsgruppe konstituiert, welche die Entwicklung des Konzeptes begleitete. Diese hat
sich aus dem Netzwerk entwicklungspolitischer Akteure der Wissenschaftsstadt Darmstadt
heraus konstituiert und besteht auf Vertreterinnen und Vertretern von Stadtverwaltung und
Zivilgesellschaft. Der Beteiligungsprozess des entwicklungspolitischen Konzeptes sollte dazu
beitragen, eine Grundlage für eine nachhaltig und lokal verankerte Entwicklungspolitik zu
schaffen, die von einer breiten Akteurslandschaft getragen wird.
5. Weiteres Vorgehen
Die stadtverwaltungsinterne Koordinierung und das Monitoring der Umsetzung des
entwicklungspolitischen Konzeptes erfolgt federführend durch das Amt für Vielfalt und
Internationale Bezi ehungen. Erste Maßnahmen werden bereits im Jahr 2021 im Rahmen der
„Koordination kommunaler Entwicklungspolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt“
umgesetzt. Diese initiierte das Abfallmanagementprojekt mit Uzhhorod und organisierte die
Netzwerktreffen Entw icklungspolitik in Darmstadt.
Nach Erörterung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung soll das
entwicklungspolitische Konzept im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt
werden. Die Öffentlichkeit soll über die Ergebnisse de s partizipativen Erarbeitungsprozesses
und die nächsten Schritte der Umsetzung informiert werden.
- 6 -
6. Kosten
Für die Umsetzung der im entwicklungspolitischen Konzept dargestellten Maßnahmen sind
städtische Mittel einzubringen. Diese sind im Rahmen der Haus haltsberatungen durch die
zuständigen Fachämter in der notwendigen Höhe zu etatisieren. Darüber hinaus sind vor der
Umsetzung der geplanten Maßnahmen die notwendigen Gremienbeschlüsse einzuholen.
Darmstadt, 30.11.2021
531
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
anlage 1
143029 Zeichen
Darmstadt global Darmstadt global
nachhaltig gestaltennachhaltig gestalten
Entwicklungspolitisches Konzept
der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Darmstadt global
nachhaltig gestalten
Entwicklungspolitisches Konzept
der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Herausgeberin | Kontakt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen
Bad Nauheimer Straße 4
64289 Darmstadt
Telefon: (0 61 51) 13 – 23 21
Telefax: (0 61 51) 13 – 35 84
E-Mail: vielfalt-international@darmstadt.de
Internet: www.darmstadt.de
Für den Inhalt der Publikation ist allein die Herausgeberin
verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht
den Standpunkt der Engagement Global oder des Bundesministeriums
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.
Gestaltung/Layout
Ritter Mediendesign
© Wissenschaftsstadt Darmstadt 2021
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
2
Vorwort
Die Welt ist näher zusammengerückt. Zentrale Zukunftsaufgaben haben
eine globale Dimension und betreffen Themen der Nachhaltigkeit, wie
die Klimakrise und Migrationsbewegungen beispielhaft verdeutlichen.
Der Kampf um nachhaltige Entwicklung kann dabei nicht ohne schnelles
und ehrgeiziges Handeln auf lokaler Ebene gewonnen werden. Denn als
Umsetzungsebene sind Kommunen entscheidend für die Erreichung von
zwei Dritteln der im September 2015 international vereinbarten Ziele der
Agenda 2030 für nachhalte Entwicklung.
Unser entwicklungspolitisches Konzept zeigt auf, wie wir Darmstadt
nachhaltiger gestalten und zugleich unserer globalen Verantwortung
gerecht werden. Durch eine nachhaltige Transformation unserer Stadt
und unser entwicklungspolitisches Engagement leisten wir einen Beitrag zur lokalen Umsetzung
der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, um Wirtschaft, Umwelt und Soziales in Einklang zu
bringen. Meilensteine auf unserem Weg sind beispielsweise die Stadtentwicklungsstrategie
Masterplan DA2030+, unser Pfad zur Klimaneutralität bis 2035 und unsere Zusammenarbeit mit
Kommunen im Globalen Süden.
Das Konzept, das unter Einbeziehung der entwicklungspolitischen Akteure der Stadt erarbeitet
wurde, konkretisiert die Unterzeichnung der Resolution „2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung:
Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ im September 2021. Die nachhaltige Entwicklung
Darmstadts ist eine Querschnittsaufgabe. Kommunale Entwicklungspolitik baut hierbei die Brücke
zwischen lokalem Handel und globalen Auswirkungen.
Eine Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung unserer Ziele für ein global nachhaltiges
Darmstadt ist die Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Partnern. Ein wichtiger
Pfeiler ist das vielfältige entwicklungspolitische Engagement der Zivilgesellschaft in Darmstadt.
Potential entfaltet die Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte, die als Brücken -
bauer kulturelle Vermittler und Berater in der kommunalen Entwicklungspolitik sein können. Im
Rahmen unserer Städtepartnerschaften und internationalen Beziehungen arbeiten wir gemeinsam an
lokalen Lösungsansätzen. In internationalen fachlichen Netzwerken bringen wir innovative Ideen aus
Darmstadt ein und lernen von positiven Beispielen zur Lösung globaler Herausforderungen.
Die „Dekade des Handels“ ist bereits angebrochen. Bis 2030 bleiben nur wenige Jahre, um die Ziele
für nachhaltige Entwicklung zu erreichen und drängende Zukunftsaufgaben zu lösen. Die Covid-19-
Pandemie hat den Handlungsdruck zusätzlich verstärkt und gefährdet bereits erreichte Fortschritte.
Jetzt geht es darum, den eingeschlagenen Weg zu einer global nachhaltigen Transformation unserer
Stadt konsequent fortzusetzen. Der Wandel kann nur gelingen, wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen.
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Vorwort
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 3
Vorwort 2
Zusammenfassung 4
Konzeptskizze 5
Einleitung 6
1. Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik 7
1.1 Internationale Beschlüsse 7
1.2 Rahmenbedingungen in Deutschland 10
2. Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 12
2.1 Kommunale Partnerschaften 17
2.2 Migration und Entwicklung 21
2.3 Internationale und fachliche Vernetzung 25
2.4 Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel 26
2.5 Klima- und Umweltschutz 28
2.6 Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit 32
2.7 Stärkung der Zivilgesellschaft 34
3. Ziele des entwicklungspolitischen Konzeptes 35
3.1 Kommunale Partnerschaften 38
3.2 Migration und Entwicklung 42
3.3 Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel 43
3.4 Klima- und Umweltschutz 44
3.5 Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit 46
3.6 Stärkung der Zivilgesellschaft 48
3.7 Internationale und fachliche Vernetzung 50
4. Grundprinzipien der Entwicklungszusammenarbeit 52
5. Berichterstattung 53
Entwicklungspolitisches Konzept Entwicklungspolitisches Konzept
der Wissenschaftsstadt Darmstadtder Wissenschaftsstadt Darmstadt
Inhalt
Inhaltsverzeichnis
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
4
Zusammenfassung
Das entwicklungspolitische Konzept „Darmstadt global nachhaltig gestalten“ stellt die Rahmen -
bedingungen (Kap. 1) und die Analyse der kommunalen Entwicklungspolitik der Wissenschaftsstadt
Darmstadt vor. Aufbauend auf der Bestandsanalyse werden fachpolitische Empfehlungen für deren
künftige Gestaltung formuliert. Sowohl die Ausgangslage (Kap. 2) als auch die daran anknüpfenden
Ziele (Kap. 3) werden anhand der folgenden sieben Handlungsfelder dargestellt.
Handlungsfelder des entwicklungspolitischen Konzeptes
• Kommunale Partnerschaften
• Migration und Entwicklung
• Internationale und fachliche Vernetzung
• Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
• Klima- und Umweltschutz
• Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
• Stärkung der Zivilgesellschaft
Im Anschluss werden die Grundprinzipien der Entwicklungszusammenarbeit der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (Kap. 4) und die Berichterstattung zur Umsetzung des Konzeptes (Kap. 5) erläutert.
Das strategische Ziel der lokalen Umsetzung der Agenda 2030 in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt wird in drei Unterzielen konkretisiert. Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick
über die gesetzten Ziele. Maßnahmen werden in den einzelnen Handlungsfeldern aufgelistet. Sie
sollen fortlaufend überprüft und ergänzt werden, um dynamischen Entwicklungen und künftigen
neuen Anforderungen Rechnung tragen zu können.
Zusammenfassung
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 5
Konzeptskizze
Strategisches Ziel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt leistet einen Beitrag zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030, durch Umsetzung
des entwicklungspolitischen Konzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Unterziel Handlungsfeld Operative Ziele
1. Mittels geeigneter und auf die
Wissenschaftsstadt Darmstadt
zugeschnittener Maßnahmen in
ausgewählten Handlungsfeldern
sollen mit dem entwicklungspoliti -
schen Konzept die drei Aspekte der
Nachhaltigkeit abgedeckt werden:
Ökonomie, Ökologie, Soziales.
Kommunale
Partnerschaften
•
•
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erweitert ihr Enga-
gement im Bereich der kommunalen Partnerschaften
und setzt gemeinsam mit Partnern aus dem Globalen
Süden Projekte mit kommunalem Bezug um.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert den Aus -
tausch zur lokalen Umsetzung der Ziele für nachhalti -
ge Entwicklung mit ihren Partnerstädten.
Migration und
Entwicklung
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt baut die Verknüp-
fung von Migration, Integration und Entwicklungszu-
sammenarbeit weiter aus. Sie kooperiert mit migranti-
schen Organisationen in ihrer entwicklungspolitischen
Arbeit und setzt gemeinsame Projekte um.
Faire / nachhaltige
Beschaffung und
fairer Handel
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stärkt und weitet
die faire und nachhaltige Beschaffung weiter aus.
Klima- und
Umweltschutz
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich im
Bereich des Klima- und Umweltschutzes.
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine inklusive,
sichere, widerstandsfähige und nachhaltige Stadt,
die sich für die nachhaltige Nutzung der Flächen,
die Senkung der Umweltbelastung durch Städte und
nachhaltige Mobilität engagiert.
2. Sensibilisierung der Bevölkerung
und der Öffentlichkeit für Themen
der nachhaltigen Entwicklung
durch Maßnahmen im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit und Koopera -
tionen.
Informations- und
Bildungsarbeit
• Die Informationsarbeit ist zentraler Bestandteil der
entwicklungspolitischen Arbeit der Wissenschafts -
stadt Darmstadt.
Stärkung der
Zivilgesellschaft
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt das
entwicklungspolitische Engagement der Zivilgesell -
schaft.
• Sie fördert die Vernetzung in Darmstadt, unterstützt
dabei das Engagement sichtbar zu machen, bezieht
zivilgesellschaftliche Organisationen in ihre Entwick -
lungszusammenarbeit ein und ist offen für gemeinsame
Projekte.
3. Bundesweite und internationale
Profilierung der Wissenschaftsstadt
Darmstadt als handelnder Akteur
im Bereich der Entwicklungspolitik
durch aktive Beteiligung an überre-
gionalen Arbeitskreisen und Fach-
gremien sowie an internationalen
Konferenzen und Netzwerken.
Internationale
und fachliche
Vernetzung
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich
im und fördert den internationalen und fachlichen
Austausch, insbesondere zur lokalen Umsetzung der
Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.
• Sie beteiligt sich aktiv an nationalen wie internationalen
Netzwerken und setzt sich in nationalen wie interna-
tionalen Gremien für die Wahrnehmung der zentralen
Rolle von Kommunen und deren Unterstützung bei der
Realisierung nachhaltiger Entwicklung ein.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
6
Einleitung
Einleitung
Drängende Herausforderungen unserer Zeit wie der Klimawandel, Umweltzerstörung, Migration
und globale Pandemien verdeutlichen die Verwundbarkeit einer globalisierten Welt. Sie rücken die
gegenseitige Abhängigkeit und die Auswirkungen individuellen, lokalen, regionalen, nationalen wie
internationalen Handelns ins Bewusstsein.
Städten kommt bei der Lösung dieser globalen Herausforderungen durch die lokale Umsetzung
nachhaltiger Entwicklung eine zentrale Rolle zu. Heute lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung in
Städten, mit steigender Tendenz. Als wirtschaftliche Zentren sind urbane Räume für einen Großteil
des globalen Ressourcenverbrauchs und der Emissionen verantwortlich.
Durch Maßnahmen in Darmstadt, wie nachhaltige Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz, faire
Beschaffung, Projekte mit Kommunen des Globalen Südens1 und internationalen Wissensaustausch
auf kommunaler Ebene kann die Wissenschaftsstadt Darmstadt zu einer nachhaltigeren globalen
Entwicklung beitragen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist sich ihrer globalen Verantwortung bewusst und engagiert
sich bereits seit Jahrzehnten entwicklungspolitisch vor Ort und im internationalen Austausch.
Die Städtepartnerschaften mit Bursa in der Türkei seit 1971 und mit Uzhhorod in der Ukraine,
seit 1992, sind hier exemplarisch zu erwähnen. Ein wichtiger Pfeiler des Engagements sind die
zivilgesellschaftlichen Akteure, die sich in Darmstadt für globale Nachhaltigkeit einsetzen. Zahlreiche
Vereine und Initiativen sind aktiv in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Projektarbeit, ebenso
wie Akteure aus Bildung, Wissenschaft, kommunalen Unternehmen sowie entwicklungspolitischen
Organisationen.
Mit dem vorliegenden entwicklungspolitischen Konzept formuliert die Wissenschaftsstadt Darm -
stadt eine Grundlage für ihre entwicklungspolitische Arbeit bis zum Jahr 2030. Die Wissenschafts-
stadt Darmstadt leistet so einen Beitrag zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige
Entwicklung. Nachhaltigkeits- und Entwicklungspolitik sowie Inlands- und Auslandsaktivitäten
werden hierbei miteinander verknüpft. Das strategische Ziel der lokalen Umsetzung der Agenda
2030 in der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird in drei Unterzielen und sieben Handlungsfeldern
konkretisiert. In den sieben Handlungsfeldern werden operative Ziele und Maßnahmen formuliert,
die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.
Das entwicklungspolitische Konzept entstand im Rahmen des Projektes „Koordination kommunaler
Entwicklungspolitik in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“, welches durch die Servicestelle Kommunen
in der Einen-Welt von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wurde. Ein Netzwerk entwicklungspolitischer Akteure
und eine daraus hervorgegangene Steuerungsgruppe begleiteten den Erarbeitungsprozess. Die
engagierte Öffentlichkeit wurde bei Netzwerktreffen einbezogen. In einem Beteiligungsverfahren
konnten Bürgerinnen und Bürger die vorgeschlagenen Ziele und Maßnahmen kommentieren und
ergänzen.
1 Der Begriff „Globaler Süden“ versucht wertneutral die benachteiligte Position von Entwicklungs- und Schwellenländern im globalen
System gegenüber dem „Globalen Norden“ zu beschreiben und ist somit nicht geographisch zu verstehen.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 7
1. Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik
Kommunale Entwicklungspolitik
Kommunen erfahren als entwicklungspolitische Akteure eine zunehmende Bedeutung. Zahlreiche
der globalen Herausforderungen betreffen Aufgaben der kommunalen Ebene. Vor Ort unterhalten
Kommunen die wirtschaftliche, soziale und ökologische Infrastruktur und setzen lokal Nachhaltigkeits-
politik um. Als Politik- und Verwaltungsebene stehen sie ihren Bürgerinnen und Bürgern zudem am
nächsten.
Als kommunale Entwicklungspolitik wird die Summe aller Mittel und Maßnahmen bezeichnet, die
Kommunalverwaltung und -politik einsetzen und ergreifen, um eine nachhaltige Entwicklung vor Ort
und im Globalen Süden zu fördern. Hierzu zählen sowohl Aktivitäten vor Ort, wie faire Beschaffung,
sowie im Ausland, beispielsweise in kommunalen Partnerschaftsprojekten. Die kommunale Ent-
wicklungspolitik steht dabei im Kontext internationaler, nationaler und landespolitischer Beschlüsse.
1.1 Internationale Beschlüsse
UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung – Nachhaltige Entwicklung als Leitbild
Nachhaltige Entwicklung („sustainable development“) wurde bei der Konferenz der Vereinten Nationen
für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 von der Staatengemeinschaft zum internationalen
Leitbild erhoben. Wirtschaftliche Effizienz, soziale Gerechtigkeit und die Wahrung der Umwelt und
somit der menschlichen Lebensgrundlagen sollten miteinander in Einklang gebracht werden. Entwick-
lungs- und Umweltbelange sollten integriert werden, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
zu begegnen: der wachsenden Ungleichheit zwischen und innerhalb von Nationen, der Ausbreitung von
Armut, Hunger, Krankheit und Analphabetismus sowie der fortgesetzten Zerstörung der Ökosysteme.
Nachhaltige Entwicklung
„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht,
ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“.
(Brundland-Bericht)2
Die in Rio verabschiedete Agenda 21 betonte das Recht auf Entwicklung und das Ziel der Armuts -
reduzierung. Sie beinhaltete Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen
Wasser, Boden und Wald, sowie Umweltziele wie die Reduzierung von Treibhausgasen. Den Industrie-
staaten als Hauptverursacher der entstandenen Umweltschäden wurde eine besondere Verantwortung
zugesprochen.
Adressaten für eine wirksame Umsetzung der Ziele und Maßnahmen waren, neben Regierungen,
Kommunen und gesellschaftlichen Gruppen, alle Bürgerinnen und Bürger. Kommunen und
kommunale Initiativen zur Unterstützung der Agenda 21 wurden dabei als wichtige Partner
benannt. Bürgerinnen und Bürgern sollten in einem Konsultationsprozess die lokale Umsetzung
der Agenda 21 mitgestalten. So ging auch der „Lokale Agenda 21“-Prozess in Darmstadt auf den
Beschluss in Rio zurück.
2 World Commission on Environment and Development/ Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (1987): Our common future.
Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
8
Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik
Die Rio-Konferenz 1992 verabschiedete zudem die Klima-Rahmenkonvention, auf welche die
nachfolgenden Klimarahmenkonferenzen (Vertragsstaatenkonferenzen) zurückgehen. Ziel des
internationalen Klimaschutzabkommens ist es, eine vom Menschen verursachte Störung des
Klimasystems zu verhindern.
Millenniumsentwicklungsziele
Die Millenniumserklärung, Ergebnis des Gipfeltreffens der Vereinten Nationen in New York im
September 2000 und die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals/MDGs)
formulierten einen weltweiten Konsens über globale Entwicklungsziele. Acht Ziele, die bis 2015
erreicht werden sollten, wurden darin festgeschrieben: Extreme Armut und Hunger, HIV/Aids,
Malaria und andere schwere Krankheiten sollten bekämpft, Kindersterblichkeit gesenkt und
Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, die Gesundheit von Müttern und ökologische Nachhaltigkeit
verbessert werden.
Pariser Klimaschutzabkommen – Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius beschränken
Am 12. Dezember 2015 einigte sich die internationale Gemeinschaft in Paris bei der 21. Internationalen
Klimakonferenz (COP 21), die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius und möglichst unter 1,5
Grad Celsius zu beschränken. Die Folgen des Klimawandels sollen durch die Treibhausgasreduktion
eingedämmt werden. Ihre nationalen Reduktionsziele legen die Staaten dabei selbst fest.
Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung formuliert 17 Ziele, die bis 2030 umgesetzt
werden sollen. Sie wurde im September 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen
einstimmig verabschiedet und trat am 1. Januar 2016 in Kraft. Sie gilt für alle Staaten
gleichermaßen und soll auf allen politischen Ebenen umgesetzt werden. Die 17 Nachhaltigkeits -
ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) wurden in 169 Unterzielen konkretisiert. Diese
dienen zugleich als Fortschrittsindikatoren. 3
3 Vereinte Nationen (2015): Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, A/RES/70/1
(25. September 2015), abrufbar unter https://www.un.org/Depts/german/gv-70/band1/ar70001.pdf
Die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals/MDGs)
• Extreme Armut und Hunger bekämpfen (MDG 1)
• Allgemeine Grundschulbildung verwirklichen (MDG 2)
• Die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rolle von Frauen stärken (MDG 3)
• Die Kindersterblichkeit senken (MDG 4)
• Die Gesundheit von Müttern verbessern (MDG 5)
• HIV/Aids, Malaria und andere schwere Krankheiten bekämpfen (MDG 6)
• Die ökologische Nachhaltigkeit sichern (MDG 7)
• Eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen (MDG 8)
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 9
Fünf Kernbotschaften wurden den Nachhaltigkeitszielen als handlungsleitende Prinzipien vorange -
stellt: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft (englisch: People, Planet, Prosperity,
Peace, Partnership – „5 Ps“). Sie verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen den Zielen.
Die Agenda 2030 drückt die Überzeugung aus, dass eine Welt ohne Armut und Hunger möglich ist.
Den etwa zwei Milliarden Menschen, die unter Mangelernährung leiden soll ein würdevolles Leben
ermöglicht werden. Der Planet soll geschützt, der Klimawandel begrenzt und natürliche Lebens -
grundlagen bewahrt werden. Hierzu bedarf es der Umsetzung von Maßnahmen zur nachhaltigen
Nutzung von Meeren und Ozeanen, zum Erhalt von Ökosystemen und Biodiversität, zum Klima -
schutz und zu einem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Globalisierung kann
gerecht gestaltet und nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglicht werden, damit Wohlstand alle
Menschen erreicht und menschenwürdige Arbeitsbedingungen garantiert werden. Frieden soll durch
die Wahrung von Menschenrechten und gute Regierungsführung gefördert werden. Globale Partner-
schaften sollen der Umsetzung der Agenda 2030 dienen. Der Erfolg der Agenda 2030 hängt davon
ab, dass jede und jeder Einzelne sich beteiligt.
Kommunen kommt eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Agenda 2030 zu. Zwei Drittel ihrer
Ziele sind nur durch das Engagement lokaler und regionaler Regierungen zu erreichen, schätzt die
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).4
Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik
4 OECD (2020): OECD Urban Policy Reviews, A Territorial Approach to the Sustainable Development Goals, Synthesis report.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
10
Neue Urbane Agenda
Die Neue Urbane Agenda (New Urban Agenda) konkretisiert die Bedeutung nachhaltiger Stadtent -
wicklung für die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Sie ist das Ergebnis der
Habitat-III-Konferenz der Vereinten Nationen zu Wohnen und nachhaltiger Stadtentwicklung im Jahr
2016. Grundsätze einer sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung werden
in der Neuen Urbanen Agenda beschrieben:
„Die Umsetzung der Neuen Urbanen Agenda trägt dazu bei, die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
auf integrierte Weise und entsprechend den jeweiligen lokalen Gegebenheiten umzusetzen und die Ziele und
Unterziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen, darunter Ziel 11, Städte und menschliche Siedlungen
inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten“ (Vereinte Nationen 2016: 7).5
Der Green Deal der Europäischen Union – Fahrplan zu Klimaneutralität und einem
nachhaltigen Umbau der Wirtschaft, der die Existenzgrundlagen der Menschheit sichert
Der Green Deal beschreibt den Fahrplan der Europäischen Union (EU) zur Klimaneutralität bis
2050. Die EU-Kommission kündigte mit ihm eine neue Wachstumsstrategie an6, welche die globalen
Herausforderungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung adressiert. Bis zum Jahr 2050
sollen netto keine Treibhausgasemissionen mehr freigesetzt werden und das Wirtschaftswachs -
tum vom Ressourcenverbrauch entkoppelt sein. Der Pfad für eine ambitionierte Umwelt-, Klima- und
Energiepolitik wird damit eingeschlagen, welche Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent
machen soll.
1.2 Rahmenbedingungen in Deutschland
Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie
In Deutschland bildet die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie die Grundlage für die Umsetzung
der international vereinbarten Nachhaltigkeitsziele. Seit 2016 orientiert sich die Deutsche
Nachhaltigkeitsstrategie an den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der
Vereinten Nationen. Leitlinien der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie sind Generationengerechtigkeit,
Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung. Der Umsetzungsstand
wird anhand von Indikatoren mit mittelfristigen und langfristigen Vorgaben gemessen.
Beschluss des Bund-Länder-Ausschusses Entwicklungszusammenarbeit vom 7. Juni 2010
Ein gemeinsamer Konsens über Rollen und Schwerpunkte der kommunalen Entwicklungspolitik
wurde am 7. Juni 2010 vom Bund-Länder-Ausschuss Entwicklungszusammenarbeit formuliert.
Darin wurde die Bedeutung der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit anerkannt und
Maßnahmen zur Förderung kommunalen entwicklungspolitischen Engagements vereinbart.
5 Vereinte Nationen (2016): Neue Urbane Agenda, abrufbar unter http://habitat3.org/wp-content/uploads/NUA-German.pdf
6 Europäische Kommission (2019): Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Rat, den
Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen – Der europäische Grüne Deal (COM(2019) 640
final vom 11.12.2019
Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 11
Im Beschluss vom 7. Juni 2010 heißt es, die „Betätigung von Kommunen im Ausland […]
[werde] von Bund und Ländern unter bestimmten Voraussetzungen als nicht nur zulässig,
sondern auch wünschenswert betrachtet“ 7. Verwiesen wird zudem auf den Rahmen in dem
kommunale Entwicklungspolitik zulässig ist: „Grundvoraussetzung einer zulässigen kommunalen
Auslandsarbeit ist, dass sie auf lokaler Ebene geschieht, mithin Gemeinden oder vergleichbare
Institutionen im Ausland zum Partner hat und sich auf Gegenstände bezieht, die nach deutschem
Rechtsverständnis Angelegenheiten der Gemeinden sind. Weitere Einschränkungen können sich
aus der Außen- und Entwicklungspolitik des Bundes ergeben. Die Verfolgung der außen- und
entwicklungspolitischen Ziele des Bundes ist den kommunalen Aktivitäten übergeordnet.“8
Leitlinien zur Entwicklungszusammenarbeit der Hessischen Landesregierung
Die am 12. März 2018 beschlossenen Leitlinien der Hessischen Landesregierung zur Entwick -
lungszusammenarbeit benennen die Grundsätze, Schwerpunktaktivitäten und Instrumente der
Entwicklungszusammenarbeit des Landes Hessen. Ebenso greift die Nachhaltigkeitsstrategie
Hessens die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) auf und integriert diese in ihre Indikatoren.
Förderung kommunaler Entwicklungspolitik
Im Auftrag der Bundesregierung unterstützt Engagement Global insbesondere mit der „Service -
stelle Kommunen in der Einen Welt“ Kommunen in ihrem entwicklungspolitischen Engagement durch
zahlreiche thematische und regionale Förderprogramme sowie Qualifizierungs-, Beratungs- und
Vernetzungsangebote. Finanziert werden die Projekte aus Mitteln des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Im Bereich der kommunalen Partnerschaften werden Länder- und regionenbezogene Partnerschaften
sowie themenbezogene Partnerschaften gefördert. Zudem gibt es Programme zur personellen
Unterstützung für Partnerschaften und finanzielle Förderprogramme für entwicklungspolitische
Kooperationsprojekte. Kleinere Projekte der kommunalen Entwicklungspolitik, d.h. Projekte die
eine global nachhaltige Entwicklung in der eigenen Kommune und/oder der Partnerkommune in
Entwicklungs- und Transformationsländern fördern, werden finanziell durch den „Kleinprojekte -
fonds Kommunale Entwicklungspolitik“ unterstützt. Für größere kommunale Partnerschaftsprojekte
bietet Engagement Global mit dem Programm „Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partner-
schaftsprojekte (Nakopa)“ Unterstützung.
7 Engagement Global (2018): Rechtliche Aspekte der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit im Ausland, in:
Dialog Global, Nr. 49, abrufbar unter:
https://skew.engagement-global.de/dialog-global/dialog-global-nr-49.html?file=files/2_Mediathek/Mediathek_Microsites/SKEW/
Publikationen/3_Dialog_Global/skew_dialog_global_nr.49_rechtliche_aspekte__kommunale_EZ_ausland_2018.pdf
8 Beschluss der Arbeitsgemeinschaft der Innenministerien (Arbeitskreis III, „Kommunale Angelegenheiten“) zur kommunalen
Entwicklungszusammenarbeit vom 3./4. Oktober 1985 in der Fassung vom 5./6. November 1987
Rahmenbedingungen kommunaler Entwicklungspolitik
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
12
Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
2. Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Darmstadt ist eine internationale und weltoffene Stadt. Vor Ort und in ihren internationalen
Beziehungen setzt sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt für nachhaltige Entwicklung ein. Eine
Besonderheit der Stadt ist die doppelte Verknüpfung der Internationalität. Sie wirkt sowohl nach
innen, in der Stadtgesellschaft, wie auch nach außen, in den internationalen Kontakten der
Wissenschaftsstadt.
Eine Vielzahl von Darmstädter Akteuren engagiert sich vor Ort und weltweit im Bereich der nach -
haltigen Entwicklung. Hierzu gehören städtische Ämter und Verwaltungsstellen sowie zahlreiche
kommunale Beteiligungen, die nachhaltige Entwicklung in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern
umsetzen. Zu den entwicklungspolitischen Akteuren in Darmstadt zählen gleichermaßen Eine-Welt-
und Nachhaltigkeitsinitiativen, migrantische Organisationen, Hochschulen, Universitäten, kirchliche
Organisationen, Schulen, Unternehmen sowie Stiftungen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt zeichnet sich zudem durch eine innovative Forschungsland -
schaft aus, verfügt über zahlreiche städtische Grünflächen und ist Digitalstadt mit Projekten im
Bereich Smart City. Zugleich ist Darmstadt die am stärksten wachsende Stadt im Rhein-Main-Gebiet.
Hierdurch entstehen Flächen- und Nutzungskonkurrenzen. Lösungsansätze werden im Bereich der
integrierten Stadtentwicklung erarbeitet.
Förderung nachhaltiger Entwicklung ist eine Querschnittsaufgabe
Am 30. September 2021 schloss sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt der Erklärung „2030-Agenda
für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ an9. Sie bekräftigte
somit ihr Engagement für die lokale Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.
Die Förderung nachhaltiger Entwicklung und die lokale Umsetzung der Agenda 2030 sind
eine Querschnittsaufgabe in der Stadtverwaltung und -politik. Verschiedene städtische Ämter,
Verwaltungsstellen und kommunale Beteiligungen arbeiten daran, nachhaltige Entwicklung in
Darmstadt zu gestalten und Wirtschaft, Soziales und Umwelt in Einklang zu bringen.
Tätigkeitsbereiche der lokalen Umsetzung der Agenda 2030 sind beispielsweise die integrierte
Stadtentwicklung, der Klima- und Umweltschutz, die soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion
aller Bürgerinnen und Bürger in eine diverse und internationale Stadtgesellschaft sowie die
internationalen Beziehungen der Stadt.
9 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 30.09.2021 zur „Unterzeichnung der Resolution ‚2030-Agenda für Nachhaltige
Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten‘“ (Vorlage-Nr. 2021/0207)
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 13
Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Für einzelne Themenfelder liegen spezifische Konzepte, Pläne und Projekte vor oder befinden sich
in Erarbeitung. Nachfolgend werden einige Beispiele exemplarisch in Bezug zu einzelnen oder
mehreren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) benannt:
Koordination kommunaler Entwicklungspolitik in Darmstadt
Zur Verankerung des Querschnittsthemas kommunale Entwicklungspolitik in der Verwaltung der
Wissenschaftsstadt Darmstadt führt diese seit November 2018 das Projekt „Koordination kommunaler
Entwicklungspolitik in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ durch. Gefördert wird das Projekt durch
Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung. Die Erarbeitung des entwicklungspolitischen Konzeptes zählte zu den Hauptaufgaben
der Koordinationsstelle. Zudem wurde ein Netzwerk entwicklungspolitischer Akteure in Darmstadt
etabliert und das Engagement der Stadtverwaltung in Partnerschaftsprojekten mit Kommunen im
Globalen Süden ausgebaut, durch die Initiierung von Projekten mit der Partnerstadt Uzhhorod. Eine
zweite Projektphase ab November 2020 dient der Umsetzung erster Maßnahmen des Konzeptes.
• Masterplan DA 2030+
Räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt (2020) – SDG 11
nachhaltige Städte und Gemeinden
• Mobilitätskonzept DA 2030+ (in Vorbereitung) – SDG 11 nachhaltige Städte und Gemeinden,
SDG 11.2.1 Modal Split
• Integriertes Klimaschutzkonzept (2013), Aktualisierung in Vorbereitung – SDG 13 Maßnahmen
zum Klimaschutz
• Beschluss „Höchste Priorität für den Klimaschutz“ (2019) – SDG 13 Maßnahmen zum Klima-
schutz, SDG 11 nachhaltige Städte
• Auf dem Weg zur inklusiven Stadt. Erster Aktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur
Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit
Behinderung (2016) – SDG 8.5 Arbeitsmarkt, SDG 4.5 Bildung, SDG 1.3 Gesundheitsversor-
gung, SDG 10.2 kulturelle Aktivitäten, SDG 11.2.2 Barrierefreiheit des ÖPNV
• 1. Bildungsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018. Bildung im Lebensverlauf:
Frühes Kindesalter bis zum Einstieg in den Beruf (2018) – SDG 4 hochwertige Bildung
• Wohnungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit Instrumentenportfolio
(2019) – SDG 11 nachhaltige Städte und Gemeinden, SDG 11.1.1 Zugang zu angemessenem,
sicherem und bezahlbarem Wohnraum
• Vom Zufluchtsort zur Heimat. Dokumentation der Fluchtzuwanderung 2015-2017 und Weg-
weiser für nachhaltiges kommunales Integrationsmanagement (2020) – SDG 10 weniger
Ungleichheit
• Sozialatlas Darmstadt. Beiträge zur Sozialberichterstattung 2021 – SDG 1 keine Armut, SDG
10 weniger Ungleichheit
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
14
Lokale Agenda 21
Seit 1998 engagieren sich Bürgerinnen und Bürger in der Lokalen Agenda 21 für die Entwicklung
Darmstadts hin zu einer nachhaltigen Stadt. In Themengruppen setzen sie seit über 20 Jahren
eigene Projekte um. Die Arbeit der Themengruppen bezieht sich auf zahlreiche Nachhaltigkeitsziele
der Vereinten Nationen und verdeutlicht die Vielseitigkeit der Nachhaltigkeitsthemen in Darmstadt.
Hierbei werden sie finanziell und ideell durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt. Vorbild
für das lokale Handlungsprogramm der Lokalen Agenda 21 in Darmstadt war der Beschluss der
Agenda 21 durch die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 (s. Kap. 1). Im Oktober 2021 wurde
der Beschluss gefasst diese Unterstützung in die regulären städtischen Strukturen zu überführen.
Projektziele der ersten Phase der Koordination kommunaler Entwicklungspolitik
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Das entwicklungspolitische Profil der Wissenschaftsstadt Darmstadt soll geschärft,
transparent und sichtbar werden. Hierzu soll
• ein Netzwerk der Akteure, die sich in der entwicklungspolitischen Arbeit in Darmstadt
engagieren, etabliert werden,
• eine Gesamtkonzeption zur kommunalen entwicklungspolitischen Arbeit in einem
partizipativen Prozess erarbeitet werden,
• das Bewusstsein für entwicklungspolitische Themen in Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft
verbreitet werden, und
• das Engagement der Stadtverwaltung in kommunalen Partnerschaftsprojekten mit Ländern des
Globalen Südens ausgebaut werden, insbesondere mit Uzhhorod/ Ukraine und Bursa/ Türkei.
Beschluss
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 22. März 2018 zur „Etablierung des
Themas ‚Kommunale Entwicklungspolitik‘ als Querschnittsaufgabe in der Kommune durch
Einrichtung einer Projektstelle zur Koordination und Umsetzung des entwicklungspolitischen
Engagements in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ (Vorlage-Nr. 2018/0043)
Leitlinien der Lokalen Agenda 21 in Darmstadt
• Die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern ist unter Wahrung des Nachhaltigkeitsprinzips
zu sichern.
• Ziel der Stadtentwicklung ist die Förderung eines gesunden Lebensumfelds und der Erhalt
der biologischen Vielfalt.
• Geeigneter Wohnraum entspricht der Nachfrage und den Einkommen.
• Wesentliche Einrichtungen werden auf Quartiersebene, mindestens aber auf Stadtteilebene,
fußläufig und barrierefrei zugänglich sein.
Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 15
Darmstädter Stadtwirtschaft
Wie kommunale Unternehmen zu nachhaltiger Entwicklung beitragen, verdeutlicht der Nachhaltig-
keitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft10. Er zeigt das Engagement für Klima- und Umweltschutz
sowie für gemeinwohlorientiertes Wirtschaften auf, nennt Verbräuche und stellt Bezug zu den 17
Zielen für nachhaltige Entwicklung her. Dieser Bericht wird von der HEAG Holding AG, dem
Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) für die städtischen Beteiligungen,
erstellt.
• Die nachhaltige Mobilität aller Bürgerinnen und Bürger wird sichergestellt sein.
• Historisch bedeutsame Quartiere und Ensembles werden erhalten. Bauweisen, Baustile und
Fassaden führen zu einem attraktiven Stadtbild.
• Bürgerinnen und Bürger werden bei allen Überlegungen und Maßnahmen zur Stadtentwicklung
und Stadtplanung angemessen beteiligt.
• Kulturelle, gesellschaftliche und politische Identität in einer multikulturellen Gemeinschaft
wird durch die Stadtentwicklung gefördert.
• Medien, Wissenschaft und Kunst werden aktiv unterstützt.
• Global denken, lokal handeln.
Beschlüsse
• Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt vom 30.09.1997
zur Aufstellung einer Lokalen Agenda 21 für Darmstadt
• Magistratsbeschluss vom 23.08.2000 zur Umsetzung des Agenda 21-Dokumentes,
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 07.09.2020 (Vorlage-Nr. 2000/0548)
• Magistratsbeschluss vom 06.10.2021 zur Überführung des Agenda-21-Prozesses in die
städtischen Strukturen (Vorlage-Nr. 2021/0227)
Einbezogene Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft und Zuordnung zu
den Geschäftsfeldern im Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft
in den Berichtsjahren 2018/2019
Energie & Wasser
• ENTEGA AG
• Beteiligungen der ENTEGA AG
Immobilien
• Bauverein AG
• Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)
• Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG
• Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte (Bürgerhäuser) (nur 2017)
Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
10 Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Rahmen der Daseinsvorsorge kommunale Eigenbetriebe
eingerichtet und privatrechtliche Gesellschaften gegründet, bei denen sie Alleingesellschafterin ist. Darüber hinaus ist sie mit anderen
Kommunen oder Unternehmen an zahlreichen Gesellschaften beteiligt. Die überwiegende Zahl der Beteiligungen der Wissenschafts-
stadt Darmstadt, d. h. die Unternehmen, an denen die Stadt mit mindestens 20 Prozent unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, wird
in dem von der Stadt jährlich veröffentlichten Beteiligungsbericht näher erläutert.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
16
Aufgrund der Bestandsanalyse ergibt sich Handlungsbedarf in folgenden Bereichen, die nachfolgend
als Handlungsfelder bezeichnet werden. Die Ausgangslage wird im jeweiligen Handlungsfeld
beschrieben. Die Darstellung der entwicklungspolitischen Aktivitäten in den Handlungsfeldern
soll einen Eindruck der Vielfalt und Vielzahl von Maßnahmen vermitteln, ohne den Anspruch auf
Vollständigkeit zu erheben.
Mobilität
• HEAG mobilo GmbH
• Beteiligungen der HEAG mobilo GmbH
Gesundheit & Soziales
• Klinikum Darmstadt GmbH
• Zweckverband Verwaltungsverband für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des
Landkreises Darmstadt-Dieburg
• Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen
Kultur & Freizeit
• Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH
• Zoo Vivarium (EAD)
• Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte (Märkte) (nur 2018)
Telekommunikation & IT
• ENTEGA Medianet GmbH
• Beteiligungen der Medianet GmbH
• COUNT+CARE GmbH & Co. KG
• DIGITALSTADT DARMSTADT GmbH
Entsorgung & Abwasser
• Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD)
Beteiligungsmanagement
• HEAG Holding AG
• Sparkasse Darmstadt (nicht in 2018 &2019)
Weitere Informationen
https://www.heag.de/stadtwirtschaft/nachhaltigkeit/
Ausgangslage – Engagement in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 17
Ausgangslage – Kommunale Partnerschaften
2.1 Kommunale Partnerschaften
Internationale Beziehungen und Städtepartnerschaften
Internationale Beziehungen und Städtepartnerschaften sind in Darmstadt gelebte Praxis. In
den 1950er Jahren ging die Stadt ihre erste Städtepartnerschaft im Zuge des europäischen
Integrationsprozesses ein. Über Jahrzehnte wurden die internationalen Kontakte intensiviert.
Derzeit unterhält die Wissenschaftsstadt Darmstadt Beziehungen zu 16 Partnerstädten sowie
eine Städtefreundschaft mit Nahariya in Israel. Für die intensive Partnerschaftsarbeit und die
Förderung des europäischen Einigungsgedankens zeichnete der Europarat Darmstadt 1975 mit
dem Europapreis und der Ehrenbezeichnung „Europa-Preisträgerstadt“ aus.
Gemeinsam mit den Partnerstädten setzt die Stadt verschiedene Projekte zur Förderung des
Austauschs um. Hierzu gehören jährlich wiederkehrende Aktivitäten mit allen Partnerstädten
Darmstadts wie das Europawochenende, mit einem kommunalpolitischen Workshop, Grenzgang
und Internationalem Bürgerfest. Weitere Beispiele sind das Internationale Jugendorchester Darm -
stadt sowie – im Bereich der internationalen Jugendarbeit – das Internationale Camp in Darmstadt.
Nachhaltige Entwicklung in der Partnerschaftsarbeit
Die Bedeutung nachhaltiger Entwicklung spiegelt sich bereits in der Ausrichtung der Städte-
partnerschaften und internationalen Beziehungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt wider.
Zahlreiche der Partnerstädte Darmstadts engagieren sich für die lokale Umsetzung der Agenda
2030 für nachhaltige Entwicklung, unterhalten Partnerschaften mit Kommunen im Globalen
Süden oder setzen entwicklungspolitische Projekte um. Beispielhaft zu erwähnen sind die
Aktivitäten von Graz, Logroño, San Antonio und Trondheim. Graz wendet die SDGs im aktualisierten
Aktionsplan „Ökostadt Graz“ von 2017 an. Logroño unterhält Städtepartnerschaften mit Kommunen
in Lateinamerika und in Afrika sowie zahlreiche Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. San
Antonio beschloss im Oktober 2019 einen Klima-Aktions- und Anpassungsplan (Climate Action
and Adaptation Plan, CAAP) um Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Die Stadt Trondheim und
die Wirtschaftskommission (UNECE) vereinbarten 2019 die Einrichtung des fünften „Genfer UN
Charter Centre of Excellence für Smart and Sustainable Cities“. Das Trondheimer Center unter -
stützt mit seiner Arbeit UN-Organisationen in der Kapazitätsentwicklung und Kooperationen bei
nachhaltigen Stadtprojekten. Zudem haben sich auch die Partnerstädte Alkmaar, Chesterfield,
Freiberg, Graz und Trondheim den Leitlinien Fairen Handels verschrieben.
Handlungsfelder des entwicklungspolitischen Konzeptes
• Kommunale Partnerschaften
• Migration und Entwicklung
• Internationale und fachliche Vernetzung
• Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
• Klima- und Umweltschutz
• Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
• Stärkung der Zivilgesellschaft
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
18
Ausgangslage – Kommunale Partnerschaften
Der Nachhaltigkeitsgedanke, bestehend aus der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension,
in Verbindung mit dem Ziel des internationalen Austauschs spielt eine wesentliche Rolle in der
Partnerschaftsarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Er findet sich in Projekten sowie Formaten
mit einzelnen sowie mehreren Partnerstädten wider.
Insbesondere der kommunalpolitische Workshop im Rahmen des Europawochenendes bietet
Gelegenheit zur Thematisierung spezifischer Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030. Ziel der
jährlich stattfindenden Veranstaltung, zu der alle Partnerstädte Darmstadts eingeladen werden, ist
der Austausch zu gemeinsamen Herausforderungen und Lösungsansätzen in den Partnerstädten.
Themen vergangener kommunalpolitischer Workshops waren beispielsweise der Bürgerhaushalt
und Bürgerbeteiligung, Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel, die Förderung einer Willkom-
mens- und Anerkennungskultur sowie die Folgen des Brexit für die kommunalen internationalen
Beziehungen. Beim ersten digitalen kommunalpolitischen Workshop im Juli 2021 wurden die
Chancen für nachhaltige Entwicklung nach der COVID-19-Pandemie diskutiert. Vertieft wurde dieser
Austausch in Workshops zu nachhaltiger Stadtentwicklung und nachhaltigem Tourismus.
Weiterhin besteht ein großes Potenzial des Wissenstransfers über nachhaltige Entwicklung
sowohl in Darmstadt als auch in Darmstadts Partnerstädten. Der vertiefte thematische Austausch
zu nachhaltiger Stadtentwicklung mit den Partnerstädten wird daher angestrebt.
Gemeinsame Projekte und der Wissensaustausch mit Kommunen des Globalen Südens
fördern nachhaltige Entwicklung. Von Darmstadts Partnerstädten werden Bursa in der Türkei und
Uzhhorod in der Ukraine dem Globalen Süden zugerechnet.
Darmstadts Partnerstädte geordnet nach dem Jahr der Verschwisterung
1958 Alkmaar (Niederlande), Troyes (Frankreich)
1959 Chesterfield (Großbritannien)
1968 Graz (Österreich), Trondheim (Norwegen)
1971 Bursa (Türkei)
1988 Plock (Polen)
1990 Szeged (Ungarn), Gyönk (Ungarn), Freiberg (Deutschland)
1991 Brescia (Italien), Saanen-Gstaad (Schweiz)
1992 Uzhhorod (Ukraine)
1993 Liepaja (Lettland)
2002 Logroño (Spanien)
2017 San Antonio (USA)
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 19
Ausgangslage – Kommunale Partnerschaften
Zusammenarbeit mit Bursa/ Türkei
Die Städtepartnerschaft mit Bursa wurde 1971 begründet. Die Partnerschaft lebt vom Austausch
sowie Fachbesuchen zwischen Hochschulen, der Zivilgesellschaft und der Stadtverwaltungen.
Thematisiert wurden bisher unter anderem die Förderung von Frauenrechten, Wirtschaftsförderung,
nachhaltige Stadtentwicklung, der Kulturaustausch und die Integration Geflüchteter. Darmstadt
und Bursa nehmen gemeinsam an fachlichen internationalen Konferenzen teil. Ein Beispiel
hierfür ist die aktive Beteiligung an der Partnerschaftskonferenz deutscher und türkischer Städte
im Jahr 2020, welche vom Auswärtigen Amt, dem Deutschen Städtetag und dem Verband türkischer
Kommunen ausgerichtet wurde. Regelmäßig partizipiert Bursa am Europawochenende. Jugendliche
aus der türkischen Partnerstadt wirken zudem am Internationalen Jugendorchester Darmstadt mit.
Ebenso finden Schüleraustausche zwischen Schulen in Bursa und Darmstadt statt. Beispielhaft zu
erwähnen ist darüber hinaus die erstmalige Teilnahme Bursas an der Berufsinformationsmesse
Hobit im Jahr 2020.
Das Land Hessen und die Provinz Bursa verbindet seit Oktober 2010 eine Regionalpartnerschaft.
Diese bietet zusätzliche Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene.
Zusammenarbeit mit Uzhhorod/ Ukraine
Die Städtepartnerschaft zwischen Uzhhorod, Ukraine, und Darmstadt besteht seit 1992. Der
Kontakt bahnte sich 1988 bei den Internationalen Kinderspielen in Szombathely, Ungarn, an. Die
Zusammenarbeit und der Austausch beider Städte ist breit gefächert und reicht von Kinder-
und Jugendbegegnungen über Europa- bzw. Internationales-Jugend-Orchester, Sport, Kultur mit
Konzerten und Ausstellungen, Universitäten, Kirchengemeinden mit Hilfsprojekten bis hin zu
Fachbesuchen zu unterschiedlichen Themen. Seit 2016 orientiert sich die Partnerschaftsarbeit an
neuen Zielen. Der Austausch im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge wurde intensiviert.
Durch den Einsatz einer integrierten Fachkraft zwischen Dezember 2016 und März 2020 im
Rahmen des Programms „Fachkräfte für kommunale Partnerschaften weltweit“ wurde die
Städtepartnerschaft neu ausgerichtet, ein Partnerschaftsverein in Uzhhorod aufgebaut und die
Vernetzung von Fachpersonal zu kommunalem Wissenstransfer vertieft.
In den Jahren 2017 und 2018 setzte die Stadt zwei Austauschprojekte mit Uzhhorod um. In
deren Rahmen fanden Fachaustausche in den Bereichen Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Verkehr,
Bürgerbeteiligung, nachhaltiger Tourismus und Bildung statt. Neben verschiedenen Ämtern
der Stadtverwaltungen in Darmstadt und Uzhhorod, beteiligten sich kommunale Unternehmen
(Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen EAD, Hessenwasser GmbH & Co.
KG, Entega AG, Wodokanal), die Hochschulen und Partnerschaftsvereine aktiv am Austausch.
Engagement Global unterstützte die Projekte im Programm „Schnellstarterpaket Ukraine“.
Kooperationspartner der Projektumsetzung war der Darmstädter Verein Partnerschaft Deutschland-
Ukraine/Moldova e.V. Daran anschließend planten die Partnerstädte unter Beteiligung der kommunalen
Unternehmen Projekte zu nachhaltigem Abfall- bzw. Wassermanagement. Ein weiterer Fachaustausch
zwischen den Partnerstädten ist im Bereich der Mobilität vorgesehen.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
20
Im November 2020 startete das erste Infrastrukturprojekt mit Uzhhorod. Die Wissenschafts -
stadt Darmstadt und ihre ukrainische Partnerstadt kooperieren in dem mehrjährigen Projekt
zum kommunalen Wissensaustausch beim Aufbau eines nachhaltigen Abfallmanagements in
Uzhhorod. Neben den Stadtverwaltungen beteiligt sich der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben
und Dienstleistungen (EAD) am Projekt „Beitrag zu einem nachhaltigen Abfallmanagement von
Haushaltsabfällen in Uzhhorod“. Das Vorhaben wird durch Engagement Global aus Mitteln des
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Programm „Nach -
haltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte“ (Nakopa) gefördert.
Zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie setzt sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt für eine
medizinische Zusammenarbeit mit der ukrainischen Partnerstadt Uzhhorod ein. Im Juli 2021
begann ein Fachaustausch zwischen dem Klinikum Darmstadt und dem städtischen Kranken -
haus in Uzhhorod. Das Klinikum und Schulen in Uzhhorod werden mit zusätzlicher medizinischer
Ausrüstung und Material für Schutzmaßnahmen ausgestattet. Eine Informationskampagne in
Uzhhorod soll die Impfbereitschaft erhöhen. Das Projekt wird im Rahmen des „Kommunalen
Corona-Solidarpakets“ von Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Austauschformate im Rahmen der Städtepartnerschaft.
Insbesondere zwischen den Universitäten, städtischen Betrieben und Kultureinrichtungen
besteht reger Kontakt.
Bioabfallkompostieranlage in Kairouan/ Tunesien
Der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) beriet die Stadt Kairouan in
Tunesien zwischen 2016 und 2020 bei der Errichtung einer Bioabfallkompostieranlage. Die fachliche
Unterstützung erfolgte im Rahmen des Projektes „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“
von Engagement Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Schulpartnerschaften
Darmstädter Schulen unterhalten Schüleraustauschprogramme mit Schulen im Globalen Süden,
v.a. in Lateinamerika und Afrika. Beispielsweise die Mornewegschule mit Bursa in der Türkei, die
Bertolt-Brecht-Schule mit einer Belgrader Schule in Serbien, die Eleonorenschule mit Peru und
Brasilien, die Waldorfschule mit Tansania, Uganda und Uruguay, die Edith-Stein-Schule mit Malawi
und die Elly-Heuss-Knapp-Schule mit Nepal. Internationale Schülergruppen werden auf Anfrage zu
einem städtischen Empfang eingeladen und bei ihren Aktivitäten in Darmstadt unterstützt.
Darüber hinaus setzen Darmstädter Schulen thematische Schulpartnerschaften (z.B. Erasmus+
Projekte) mit Bezug zu den SDGs, wie beruflicher Bildung oder Umweltschutz um. So koordinierte
beispielsweise die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule von 2017 bis 2019 das Projekt „Motivating Young
Europeans“ mit den Partnerstädten Liepaja, Plock und Brescia zur Berufsbildung. Das Projekt
richtete sich an Auszubildende in den Partnerstädten, um ihnen den Einstieg in das Berufsleben zu
erleichtern und Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Hier beteiligten sich
Ausgangslage – Kommunale Partnerschaften
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 21
die Merck KGaG, die IHK Darmstadt, sowie die Technische Universität Darmstadt. Das Projekt
wurde in Folge eines kommunalpolitischen Workshops entwickelt. Schülerinnen und Schüler der
Mornewegschule erkundeten im Rahmen des Erasmusprojektes „Forests - Green lungs of our Europe“
in Slowenien die Bedrohungen des slowenischen Waldes. Ebenso vermittelt die Friedrich-List-Schule
in Darmstadt seit 1992 Auslandspraktika im Rahmen europäischer Förderprogramme.
2.2 Migration und Entwicklung
Migration und Entwicklung stehen in einem komplexen Wirkungszusammenhang. In den vergangenen
Jahrzenten wurde dieser in der Fachwelt unter Schlagworten wie „Nexus Migration und Entwick -
lung“ sowie öffentlich unter dem Aspekt der „Bekämpfung der Migrations- bzw. Fluchtursachen“
diskutiert. Die Gründe für Migration sind dabei vielfältig. Sie reichen von beruflichen oder privaten
Motiven, über politische und soziale Konflikte bis hin zu Armut und den Folgen des Klimawandels.
Die Potenziale für die Entwicklung in den Herkunfts- und Zielländern rückten dabei vermehrt ins
Zentrum der Debatte. Migrantinnen und Migranten bleiben häufig in Kontakt mit Menschen in ihren
Herkunftsländern und unterhalten Kanäle zum Austausch finanzieller Mittel (Rücküberweisungen),
und zur Weitergabe von Wissen und Ideen (social remittances).
Für die Stadt eröffnet die Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte in der
kommunalen Entwicklungspolitik zahlreiche Chancen. Sie verfügen über fundierte Kenntnisse
über die Lebensverhältnisse in ihren Herkunftsländern im Globalen Süden und über gute
Kontakte dorthin. Migrantische Organisationen können sich in der entwicklungspolitischen
Informations- und Bildungsarbeit oder bei der Förderung fairen Handelns durch authentische
Berichte einbringen. Die Partnerschaftsarbeit mit Kommunen des Globalen Südens können sie
mit Kontakten als Brückenbauer oder als Berater bereichern.
Erfolgreiche Kooperationen mit migrantischen Organisationen fördern zudem deren Integration und
Anerkennung, indem sie beispielsweise weitere Unterstützung in der Kommune erfahren, durch eine
größere Bekanntheit, zusätzliche Spenden oder Kooperationsangebote anderer entwicklungspolitischer
Akteure. Initiativen der Entwicklungszusammenarbeit von Menschen mit Migrationsgeschichte sind
oftmals umso erfolgreicher, wenn diese gut integriert und in starke Vereinsstrukturen eingebunden
sind.
Eine weltoffene und internationale Stadt mit engagierten migrantischen Organisationen
Die Internationalität und Weltoffenheit der Wissenschaftsstadt Darmstadts drückt sich unter
anderem in ihrer Bevölkerungsstruktur aus. In Darmstadt arbeiten, forschen, lernen und leben
Menschen aus über 150 Nationen. Von den nahezu 162.000 Darmstädterinnen und Darmstädtern
haben ca. 40 % eigene Migrationserfahrungen oder einen Elternteil, der nicht mit einer deutschen
Staatsangehörigkeit geboren wurde. Die Mehrheit von ihnen hat eine europäische Migrationsge -
schichte, ergänzt durch die Bevölkerung aus dem Globalen Süden und weiteren Staaten. Als fester
Bestandteil der Darmstädter Zivilgesellschaft engagieren sich viele in migrantischen Organisationen.
In der Regel handelt es sich dabei um eingetragene Vereine. Über 100 migrantische Organisationen
Ausgangslage – Migration und Entwicklung
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
22
Ausgangslage – Migration und Entwicklung
setzen sich in Darmstadt aktiv für die Stadtgesellschaft ein. Ihre Arbeit ist hierbei vorwiegend
ehrenamtlich organisiert. Die Hauptaktivitäten beziehen sich zumeist auf die Lebensgestaltung vor
Ort in Darmstadt, zum Beispiel Hilfe bei der Integration und Angebote zur Wahrung der kulturellen
Identität. Einige Organisationen engagieren sich mit eigenen Projekten zudem für eine global nach-
haltige Entwicklung in ihren Herkunftsländern.
Die Stadt sieht migrantische Organisationen als wichtigen Partner an und fördert ihre Arbeit durch
Projektfinanzierung, in der Bildungsarbeit und ist Anlaufstelle für die Beratung beispielsweise zu
Vereinsgründungen oder Vernetzung mit anderen Akteuren und Netzwerken.
Anliegen der Stadt ist es, die Zusammenarbeit mit migrantischen Organisationen in der entwicklungs-
politischen Arbeit zu intensivieren und diese mit anderen Akteuren der Entwicklungspolitik zu
vernetzen. Mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihren Kontakten fördert die Vernetzung von
migrantischen Organisationen mit anderen lokalen Akteuren der Entwicklungspolitik Synergien. Die
politische Priorität des Handlungsfeldes Migration und Entwicklung zeigt sich auch in der Schwer -
punktsetzung in diesem Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik.11
Verknüpfung von Migration, Integration und Entwicklungspolitik
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind die Themenbereiche Migration, Integration und
Entwicklungspolitik seit 2018 beim Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen gebündelt.
Die Verwaltungsstruktur spiegelt somit die Verknüpfung der Themenfelder wider und bietet feste
Ansprechstrukturen unter einem Dach.
Schnittmengen, die für den Bereich der Entwicklungspolitik genutzt werden können, ergeben
sich zwischen der integrationspolitischen Arbeit und den internationalen Beziehungen der Stadt.
Zentrale Handlungsfelder zur Inklusion aller Bürgerinnen und Bürger in eine diverse und
internationale Stadtgesellschaft sind die Zusammenarbeit mit migrantischen Organisationen,
die interkulturelle Öffnung der Verwaltung, die Etablierung einer Willkommens- und Anerken -
nungskultur, Demokratieförderung, Anti-Rassismus- und Erinnerungsarbeit sowie die Koordination
von Maßnahmen im Kontext von Flucht, Asyl und Integration. 12 Die politische Vertretung der
ausländischen Bevölkerung auf kommunaler Ebene ist zudem über den Ausländerbeirat
gewährleistet. Zum Bereich der internationalen Beziehungen der Stadt gehört die Pflege der
internationalen Kontakte und Städtepartnerschaften der Wissenschaftsstadt Darmstadt, die
Beteiligung an internationalen Netzwerken sowie die Koordination kommunaler Entwicklungspolitik
(s. Kap. 2.1).
Um Potenziale und Schnittmengen zwischen Migration, Integration und Entwicklungspolitik zu
aktivieren, wurde „Migration und Entwicklung“ ein Schwerpunktthema im Projekt der Koordination
kommunaler Entwicklungspolitik (s. Kap. 2). Der Aufbau eines Netzwerks entwicklungspolitischer
Akteure bot zudem einen Raum für die Vernetzung migrantischer Organisationen mit weiteren
Akteuren der Entwicklungspolitik.
11 S. Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 22. März 2018 zur „Etablierung des Themas ‚Kommunale Entwicklungspolitik‘ als
Querschnittsaufgabe in der Kommune durch Einrichtung einer Projektstelle zur Koordination und Umsetzung des entwicklungspolitischen
Engagements in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ (Vorlage-Nr. 2018/0043)
12 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2012): Weltoffenes Darmstadt leben und gestalten. Bericht zur kommunalen Integrationspolitik
und Integrationsarbeit; Wissenschaftsstadt Darmstadt (2017): Zwischenbericht „Interkulturelle Öffnung und Etablierung einer
Willkommenskultur im Bürger- und Ordnungsamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt“
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 23
Ausgangslage – Migration und Entwicklung
Migrantische Organisationen als wichtiger Partner
In verschiedenen Modellprojekten und Arbeitskreisen kooperieren migrantische Organisationen
mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und leisten so einen wichtigen Beitrag für die Stadt. Ein
Beispiel ist das Modellprojekt „Der Deutsch-Syrische Verein – ein starker Partner in Darmstadt“. Im
Rahmen des dreijährigen Modellprojekts entwickelte der Deutsch-Syrische Verein in Zusammen -
arbeit mit der Stadt Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Geflüchteten. Dazu
gehörten Workshops für Fachpersonal zur psychosozialen Beratung im Fluchtkontext und inter -
kultureller Psychotherapie für Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung sowie Informations -
veranstaltungen in Erstwohnhäusern. Seit seiner Gründung leistet der Deutsch-Syrische Verein
humanitäre Nothilfe in Syrien und Entwicklungshilfe für syrische Flüchtlinge und Vertriebene in
den Nachbarländern – Türkei, Jordanien und Libanon. Mit dem Projekt weitete der Verein sei -
nen Einsatz auf Deutschland aus. Seit 2021 intensiviert die Stadt zudem die Zusammenarbeit
mit migrantischen Organisationen in der Demokratieförderung durch das Modellprojekt
„Darmstädter MSOs aktiv für Demokratie“. Das vielseitige Engagement der Darmstädter
migrantischen Organisationen wird auch beim jährlich stattfindenden Internationen Bürgerfest
sichtbar, das von der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem Ausländerbeirat veranstaltet wird.
Die langjährigen Kooperationsstrukturen bilden eine gute Grundlage für eine intensivere Zusammen-
arbeit mit migrantischen Organisationen in der Entwicklungspolitik und bieten ein derzeit noch nicht
ausgeschöpftes Potenzial.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt zudem Projekte im Kontext Migration, Integration und
Entwicklung um, welche weitere Anknüpfungspunkte für die Entwicklungspolitik der Wissenschafts-
stadt Darmstadt bieten können. Diese werden nachfolgend beschrieben.
Interkulturelle Öffnung der Verwaltung
Interkulturelle Öffnung bezeichnet einen ressourcenorientierten Ansatz der Personal- und
Organisationsentwicklung. Ziel der Interkulturellen Öffnung ist es, die gesellschaftliche
Teilhabe der Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte zu stärken und Institutionen an eine
immer vielfältiger werdende Bevölkerung anzupassen. Dies geschieht durch Maßnahmen im
Bereich des Personalmanagements sowie die Überprüfung, Anpassung und Umgestaltung von
Prozessen und Angeboten, mit dem Ziel Zugangsbarrieren für Menschen mit einer Zuwanderungs -
geschichte abzubauen. Zur Verankerung der interkulturellen Öffnung der Verwaltung der Wissen -
schaftsstadt Darmstadt wurde diese im Jahr 2012 als zentrales integrationspolitisches Ziel der
Stadt festgelegt und 2015 ein Konzept mit einem Maßnahmenplan vom Magistrat beschlossen 13.
Qualifizierung syrischer Geflüchteter in der Kommunalverwaltung
Zwischen Dezember 2018 und November 2019 beschäftigte die Wissenschaftsstadt Darmstadt zwei
syrische Geflüchtete für ein einjähriges Praktikum in der Verwaltung. Den syrischen Geflüchteten
wurden im Rahmen von verschiedenen Stationen während der Praktika Einblicke in kommunale
Strukturen und Prozesse der Wissenschaftsstadt Darmstadt ermöglicht, die in Zukunft beim Wieder-
aufbau kommunaler Strukturen in Syrien nützlich sein können. Die Praktika wurden im Rahmen der
Initiative „Kommunales Know-how für Nahost“ von Engagement Global unterstützt und aus Mitteln
des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert.
13 Magistratsbeschluss vom 15.12.2015 „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ (V-Nr. 2015/0467).
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
24
Kampagne „Darmstadt bleibt weltoffen“
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt seit 2015 die Kampagne „Darmstadt bleibt weltoffen“
um. Seit Ende des 2. Weltkrieges hat Darmstadt immer wieder geflüchtete Menschen aufgenommen
und gut in ihre Gesellschaft integriert. Mit der Kampagne „Darmstadt bleibt weltoffen” wirbt die
Wissenschaftsstadt Darmstadt dafür, diese Haltung beizubehalten. Teil der Kampagne ist die
Zeitung „Hallo Darmstadt!“. Die Zeitung ist ein Projekt der Wissenschaftsstadt Darmstadt von und
mit Menschen internationaler Herkunft, die sich mit ihren Geschichten, ihren Wünschen und Träumen
den Darmstädterinnen und Darmstädtern vorstellen und so zu einem Perspektivwechsel beitragen.
Demokratie leben
Die Verteidigung demokratischer Werte und die Bekämpfung demokratiefeindlicher Tendenzen
sind unerlässlich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Wissenschaftsstadt beteiligt sich
im Zuge der Demokratieförderung seit 2007 am Bundesprogramm „Demokratie leben“ mit einer
lokalen Partnerschaft für Demokratie. Ziel ist es, die städtische Zivilgesellschaft und ihren Einsatz
für Demokratie, Vielfalt und Toleranz zu stärken und zu fördern. Die Partnerschaft besteht aus
zivilgesellschaftlichen Organisationen und städtischen Institutionen. Gemeinnützige Vereine
können sich für eine Projektförderung in den Bereichen Demokratieförderung, Vielfaltsgestaltung
sowie Extremismusprävention bewerben.
Seebrücke und Stadt Sicherer Häfen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt sich für den Schutz und die Rettung von Geflüchteten
an den EU-Außengrenzen ein. Im März 2019 ist die Wissenschaftsstadt Darmstadt der Initiative
„SEEBRÜCKE – Sichere Häfen“ beigetreten. Mit Unterzeichnung der Potsdamer Erklärung trat sie
im September 2020 zudem dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ bei.
Ausgangslage – Migration und Entwicklung
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 25
Ausgangslage – Internationale und fachliche Vernetzung
2.3 Internationale und fachliche Vernetzung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist Mitglied zahlreicher nationaler wie internationaler Foren, die
den Austausch zu nachhaltiger Entwicklung fördern.
Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich die Wissenschaftsstadt aktiv in
verschiedenen Netzwerken und an projektbezogenen Vernetzungsveranstaltungen. Die Partner -
städte Uzhhorod und Darmstadt sind im Netzwerk der „Partnerschaften mit Kommunen in der
Ukraine“ von Engagement Global aktiv. Im Jahr 2019 nahmen beispielsweise Vertreterinnen und
Vertreter beider Städte an der vierten deutsch-ukrainischen kommunalen Partnerschaftskonferenz zum
Themenschwerpunkt „Klimaschutz als kommunale Herausforderung“ teil. Darmstadt stellte dabei die
Klimaschutzbemühungen der Stadt bei einer Paneldiskussion vor. Darmstadt beteiligte sich mit der
Partnerstadt Bursa am Fachaustausch im Rahmen internationaler Konferenzen und Workshops, zur
Integration Geflüchteter im Rahmen eines Projektworkshops von Connective Cities 14 oder zu
nachhaltiger Stadtentwicklung bei der Partnerschaftskonferenz deutscher und türkischer Städte. Auch
in weiteren Handlungsfeldern wie Migration und Entwicklung und in Programmen von Engagement
Global und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wie „Kommunales
Know-how für Nahost“ und „Kommunaler Wissenstransfer Maghreb-Deutschland“ nehmen die Stadt
und ihre kommunalen Unternehmen am Wissensaustausch teil.
Darmstadt ist Mitglied im Präsidium der Arbeitsgemeinschaft der Europapreisträgerstädte und
ist u.a. Mitglied im Klimabündnis Europäischer Kommunen, im Rainbow Cities Network, der
Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus, Mayors United Against Anti-Semitism und bei
Mayors for Peace. Darüber hinaus beteiligt sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt aktiv am
Arbeitskreis „Internationale kommunale Kooperationen und globale Nachhaltigkeit“ des Deutschen
Städtetags.
Betreuung ausländischer Delegationen
Der Wissensaustausch und Transfer kommunalen Know-Hows ist ein zentrales Mittel der kommunalen
Entwicklungszusammenarbeit. Regelmäßig wenden sich Delegationen aus dem Globalen Süden an
die Wissenschaftsstadt Darmstadt, um sich über lokale Lösungsansätze in Darmstadt zu informieren.
Organisiert werden diese Reisen von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, kommunalen
oder staatlichen Stellen und Verbänden, von Stiftungen oder kommerziellen Agenturen.
14 Connective Cities ist eine internationale Städteplattform für nachhaltige Entwicklung. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Engagement Global gGmbH sowie der Deutsche Städtetag betreiben die Netzwerkplattform gemeinsam.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
26
2.4 Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
Kommunen tragen durch die Ausweitung der fairen und nachhaltigen Beschaffung und Förderung
fairen Handels zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards bei.
Faire und nachhaltige Beschaffung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verpflichtete sich mit dem Beschluss der Stadtverordneten -
versammlung vom 27.06.2013 zur „Berücksichtigung der Kernarbeitsnormen der Internationalen
Arbeitsorganisation (ILO International Labour Organisation) und Umsetzung einer umweltfreundlichen
Beschaffung bei Städtischen Auftragsvergaben“15. Am 12.02.2016 folgte die Unterzeichnung einer
Zielvereinbarung zu nachhaltiger Beschaffung und Konsum zur Einhaltung von Sozialstandards und
zur Achtung der ökologischen Verträglichkeit bei der Herstellung.
Die Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge der Stadt Darmstadt wurden so verändert und
angepasst, dass soziale und ökologische Kriterien bei der Auftragsvergabe berücksichtigt werden
können. Die Verpflichtung zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen sowie die Vorschläge des
Umweltbundesamtes zur umweltfreundlichen Beschaffung ergänzten den Beschluss der Stadt -
verordnetenversammlung zum Ausschluss von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit vom
30.09.2008.
Im Jahr 2016 wurde dem Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt (EAD) die Ausschreibung, Bewirtschaftung und der Abschluss von Rahmen-
verträgen für die Stadt Darmstadt übertragen. 16 Der Stadtverordnetenversammlung soll jährlich
über die nachhaltige und soziale Beschaffung berichtet werden.
Verschiedene Maßnahmen und Beschlüsse konkretisieren die zuvor genannten Verpflichtungen.
Bei der aktualisierten Friedhofssatzung der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurden 2019 beispiels-
weise Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit verboten.17 Alle Schulen sollen perspektivisch mit
Mittagessen durch den EAD versorgt werden. Der Anteil von biologisch angebauten, fair gehandelten
und regionalen Produkten bei der Mittagsverpflegung durch den EAD soll dabei schrittweise auf
50 % erhöht werden. 18 Zudem wurde der Eigenbetrieb Werkstätten und Wohneinrichtungen auf-
gefordert zu prüfen, ob ein neues Geschäftsfeld „Verarbeitung von Bio-Kartoffeln“ aufgebaut werden
kann.
Fairer Handel
Seit September 2013 ist Darmstadt Fairtrade-Stadt und setzt sich für fairen Handel ein. Städte,
Kreise und Gemeinden können sich als Fairtrade Town zertifizieren lassen. Verliehen wird der
Titel durch TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt. Die Gruppe der
Fairtrade Towns wächst. Zum zehnjährigen Jubiläum der Kampagne im Jahr 2019 gab es weltweit
über 2.200 Fairtrade Towns. In Darmstadt begleitet eine von der Stadt koordinierte Steuerungsgruppe
die Beteiligung an der Kampagne.
15 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.06.2013 „Berücksichtigung der Kernarbeitsnormen der Internationalen
Arbeitsorganisation (ILO International Labour Organization) und Umsetzung einer umweltfreundlichen Beschaffung bei Städtischen
Auftragsvergaben“ (SV-2013/0168)
16 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 19.05.2016 „Verlagerung von Aufgaben aus dem Bereich Vergabe und Beschaffung
von der Vergabe und Beschaffungsstelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt an den Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienst
leistungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt (EAD)“ (Vorlage-Nr. 2016/0206)
17 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 18.06.2019 „Satzung zur Änderung der Friedhofssatzung der Wissenschaftsstadt
Darmstadt vom 23.10.2006 und zur Änderung der Friedhofsgebührenordnung der Stadt Darmstadt vom 18.12.1985“ (Vorlage-Nr.
2019/0141)
18 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 13.02.2020: „Mittagessensversorgung durch den EAD“ (Vorlage-Nr. 2019/0375)
Ausgangslage – Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 27
Ausgangslage – Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
Initiative „Darmstadt genießt fair“
Ziel der im Juli 2014 gestarteten Initiative „Darmstadt genießt fair“ war es, in Darmstadt einen
verantwortungsvollen Umgang mit Ernährungsgrundlagen zu erreichen und die gesellschaftlichen
und politischen Implikationen zu verdeutlichen. Die Initiative wurde von der Wissenschaftsstadt
Darmstadt, dem Vegetarierbund Deutschland e.V., Regionalgruppe Darmstadt, und dem Caritas -
verband Darmstadt getragen. Oberbürgermeister Jochen Partsch übernahm die Schirmherrschaft.
Als Abschlussveranstaltung der Initiative „Darmstadt genießt fair“ fand 2015 erstmals der Aktions-
tag „Sinn & FairStand“ statt. Der Aktionstag drehte sich um die Fragen: Was bedeutet Nachhaltigkeit
in Darmstadt und der Region und wo finde ich sie? Wenn ich nachhaltiger leben möchte, welche
Möglichkeiten habe ich? Wie können wir als Einzelne oder als Unternehmen gemeinsam Darmstadt
und die Region nachhaltiger gestalten? In den Jahren 2016 und 2018 folgten weitere Aktionstage
unter dem Titel „Sinn & FairStand“.
Zudem findet seit 2016 die Bio-Regio-Faire Sommermesse statt. Sie ersetzt das bisherige
Format „Sinn & FairStand“, da mehrere ähnliche Messen in Konkurrenz nicht sinnvoll sind. Die
Messe wird vom Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt, der Lokalen Agenda21 Darmstadt,
dem Weltladen Darmstadt, dem Eine-Welt-Promotor_innen-Programm Hessen, der Solidarischen
Landwirtschaft Darmstadt e.V. und der Hochschulgruppe Nachhaltigkeit organisiert. Regionale
Initiativen und Anbieter stellen ihre Angebote und Programme in den Bereichen bio, regio und fair
vor, angefangen bei regionalen Produkten, über Upcycling bis hin zu Kurzvorträgen. Die Wissen -
schaftsstadt Darmstadt unterstützt die Bio-Regio-Faire Sommermesse finanziell und ideell.
Im Dreiklang bio, regio, fair beteiligt sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt zudem an der
Ökomodellregion Region „Hessen Süd“ mit den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und
dem Odenwaldkreis.
Wandelkarte
Seit September 2018 veröffentlicht ein Zusammenschluss verschiedener Darmstädter Initiativen mit
Unterstützung der Stadt einen Stadtplan für Darmstadt, der nachhaltig arbeitende Organisationen,
Projekte und Einkaufsmöglichkeiten darstellt. Die Karte wird Neubürgerinnen und -bürgern und
Erstsemesterstudierenden zur Verfügung gestellt und soll den nachhaltigen und fairen Handel fördern.
„FairCup“ – Pfandsystem für Mehrwegbecher und Mehrwegschalen
Teil nachhaltiger Beschaffung ist die Förderung einer Kreislaufwirtschaft, des nachhaltigen
Konsums und des Recyclings. Mit der Einführung eines Pfandsystems für Mehrwegbecher im
Januar 2020 in der Darmstädter Gastronomie sollen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt mehr
als eine Million Einwegbecher und damit zwölf Tonnen Abfall pro Jahr eingespart werden. Die
Initiative wird von der Heag Fair Cup GmbH umgesetzt. 2021 wurde das Mehrwegpfandsystem um
Mehrwegschalen mit Deckel erweitert.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
28
2.5 Klima- und Umweltschutz
Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement trägt zur Umsetzung der internationalen Nachhaltigkeits-,
Klima- und Urbanisierungsziele bei. Klima- und Umweltschutz sind dabei eng mit der integrierten
Stadtentwicklung verknüpft.
Klimaschutz
Darmstadt verabschiedete am 30. Oktober 2013 ein Integriertes Klimaschutzkonzept, welches das
vorausgegangene Konzept von 2002 aktualisierte. Es umfasst mehr als 140 Einzelmaßnahmen -
empfehlungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen.
Bereits im September 2019 verabschiedete die Stadtverordnetenversammlung den Beschluss
„Höchste Priorität für Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“ (SV-2019/0043) 19
und legte damit neue Ziele bezüglich der Minderung der Treibhausgasemissionen fest: Die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt verfolgt das Ziel, dort wo der Magistrat Handlungsoptionen und Einfluss
hat, bis 2035 ihre Netto-CO2-Emissionen auf null zu senken. Gleichzeitig wurde die Neuaufstellung
des Klimaschutzkonzeptes beschlossen. Weitere Beschlüsse zur Erreichung des ambitionierten
Zieles folgten 2020, wie z.B. die Einführung eines Klimavorbehalts, der die Prüfung städtischer
Vorhaben in Bezug auf den Einfluss auf das Klima verstetigt. Mit dem „Sofortprogramm Klimaschutz“
beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 1. September 2020 (Vorlage-Nr. 2020/0194)
zudem ein Paket von Maßnahmen, die kurzfristig mit größter Effektivität zur CO2-Emissions-
Minderung beitragen.
Die Erreichung der Klimaschutzziele erfordert das Engagement vieler Akteure. Der Klimaschutz -
beirat dient seit 2012 als Begleitgremium für die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der
Wissenschaftsstadt Darmstadt. 2020 wurde er angesichts der geänderten Ziele neu und breiter
aufgestellt. Im Klimaschutzbeirat sind rund 60 Institutionen aus Politik, Stadtwirtschaft, Verwaltung,
Forschung, Verbänden/ Vereinen und Wirtschaft vertreten.
Im September 2021 wurde das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung zur Steuerung und
Vernetzung der angestoßenen Klimaschutzaktivitäten in der Stadtverwaltung, den Eigenbetrieben
und der Stadtwirtschaft geschaffen.
Klimabilanz
Die Zielsetzungen bisheriger Klimaschutzkonzepte sowohl auf internationaler, nationaler und auch
auf lokaler Ebene sind nicht ambitioniert genug, um die Pariser Klimaziele und somit die Begrenzung
der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen
Werten zu erreichen.
Der Umsetzungsstand des bisherigen Konzepts wurde 2019 extern evaluiert und die CO2-Bilan -
zierung aktualisiert. Die Evaluation des integrierten Klimaschutzkonzeptes aus dem Jahr 2013
und die Rückrechnung auf das Basisjahr 1990 zeigen, dass die Ziele des bisherigen Klimaschutz-
konzeptes (bis zum Jahr 2030 um 35 bis 40 %) bereits erreicht wurden (Minderung bis 2018: 37,7 %
19 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 19.09.2019 „Höchste Priorität für den Klimaschutz - Weltklima in Not -
Darmstadt handelt -“ (Vorlage: SV-2019/0043, vom 07.06.2019)
Ausgangslage – Klima- und Umweltschutz
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 29
bei gleichzeitigem Wachstum der Bevölkerungszahl von 138 920 im Jahr 1990 auf ca. 160 000
im Jahr 2018). Sie zeigen auch, dass die Ziele bei einer aktuell jährlichen Minderung um 1,8 % in
naher Zukunft und damit deutlich vor 2030 erreicht werden (40 % Minderungsziel). Bundesweit
sind es 31,4 %. Die Kommunalverwaltung konnte ihren Ausstoß im gleichen Zeitraum um 44 %
und die Industrie um 64 % senken, während die Reduktion in den Bereichen Gewerbe, Handel und
Dienstleistungen (18 %), Haushalte (17 %) und insbesondere Verkehr (1,3 %) geringer ausfiel. Trotz
dieser guten Fortschritte bei der Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen
sind weitere Maßnahmen zur Erreichung des neuen städtischen Ziels der netto-null Emissionen bis
2035 erforderlich. Potenzial bieten hierbei vor allem die Emissionen aus Verkehr und Privathaus -
halten.
Masterplan DA 2030+ ////Darmstadt weiterdenken
Darmstadt erarbeitete zwischen 2016 und 2020 eine übergeordnete integrierte Stadtentwicklungs-
strategie: den Masterplan DA 2030+ ////Darmstadt weiterdenken, die im Juni 2020 beschlossen
wurde.20
Der Masterplan zeigt als gesamtstädtisches, integriertes, räumliches Konzept Handlungsfelder und
Strategien für die zukünftige Entwicklung der Stadt auf und bricht diese auf umsetzungsfähige
Maßnahmen herunter. Der Plan führt unterschiedliche Interessen in der Stadt zusammen und zeigt
die Schwerpunkte für eine räumliche Entwicklung bis 2030 und darüber hinaus auf. Für Darmstadt
wird darin das Ziel formuliert, eine resiliente Stadt zu werden sowie die Stadtnatur und das Klima
zu schützen.
„Der Masterplanprozess setzt für eine seit Ende der 1990er Jahre wachsende Stadt mit beschränkten
Flächenreserven und einer Vielzahl an Nutzungskonkurrenzen Leitplanken für eine ökologische, soziale und
von Vielfalt geprägte Entwicklung“, erklärte Oberbürgermeister Jochen Partsch.
Der Masterplan ist ein räumliches Strukturkonzept, das aufzeigt, wie sich Darmstadt bei ein-
tretenden Veränderungen und Wachstum nachhaltig weiterentwickeln kann. Er ist eine politische
Willensbekundung mit Bindungskraft für die Verwaltung und die Politik. Anders als ein Flächen -
nutzungsplan ist er jedoch rechtlich nicht verbindlich.
Mobilitätswende
Kernfragen der Verkehrsentwicklung sind eng mit der räumlichen Stadtentwicklungsstrategie des
Masterplans DA 2030+ verbunden. Im Masterplan wurde das Thema „Mobilität“ integriert bearbeitet
und ein strategisches Konzept für die Mobilitätsentwicklung erstellt, das die Wechselwirkungen
zwischen Mobilität und anderen Themenfeldern der Stadtentwicklung einbezog. Die Wissenschafts-
stadt Darmstadt bekennt sich darin zur Notwendigkeit einer Verkehrswende. Parallel zum Wachs -
tum von Einwohner- und Beschäftigtenzahlen steigt der Verkehr überproportional. Das Wachstum
der Stadt soll vom Wachstum des Autoverkehrs entkoppelt werden. Als Ziel wird ein Anteil des
Umweltverbundes (ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr) von 75 % formuliert. Aufbauend auf den
Ergebnissen des Masterplans DA 2030+ wird im Anschluss das Mobilitätskonzept DA 2030+
erarbeitet, welches den bestehenden Verkehrsentwicklungsplan aus dem Jahr 2006 aktualisiert.
20 Verabschiedet wurde der Masterplan DA 2030+ (V.-Nr. 2020/0141) durch den Magistratsbeschluss vom 03. Juni 2020 sowie durch
Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 25. Juni 2020 einschließlich Beschluss eines Maßgabeantrags.
Ausgangslage – Klima- und Umweltschutz
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
30
Für die Mobilitätsgestaltung der Lincoln-Siedlung wurde Darmstadt ausgezeichnet. Das Projekt
„Multimodal und sozialgerecht: Lincoln in Darmstadt“ erhielt den Deutschen Mobilitätspreis 2019
vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und eine Auszeichnung beim Wett -
bewerb vom Bündnis Hessen aktiv: die Klimakommune.
Radverkehrsstrategie
Als erste Teilstrategie eines Mobilitätskonzepts ist der Grundsatzbeschluss zur Förderung des Rad-
verkehrs zu verstehen. Die Radstrategie wurde am 29.05.2019 vom Magistrat der Wissenschafts -
stadt Darmstadt beschlossen. Themenfelder der Radstrategie sind neben der Verbesserung der
Radinfrastruktur auch Kommunikation, Arbeitsstrukturen und Anreizförderung. Die Radstrategie
benennt zudem strategische Ziele. Der Anteil des Radverkehrs am städtischen Gesamtverkehr
(„Modal Split“) soll bis zum Jahr 2030 auf 30 % gesteigert werden. Laut der Erhebung von 2013
lag die Quote bei 17 %.
Maßnahmen und Projekte
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihre städtischen Beteiligungen setzen viele verschiedene Maß-
nahmen zum Schutz des Klimas und für den Umweltschutz um. Beispielhaft zu erwähnen sind im
Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit das „Mobile Grüne Zimmer®“, die Förderung privater Begrünungs-
maßnahmen, Beratung zur energetischen Sanierung im Rahmen von „Modernisierungskonvois“
und das Förderprogramm Photovoltaik. Stadtintern wirken z.B. die Umsetzung einer Grünflächen-
strategie, die Umrüstung der Busflotte der HEAG auf Elektrobusse bis 2025, das Grünpflegekonzept
des Bauvereins, die klimaneutrale Energieversorgung städtischer Gebäude sowie Projekte der
Digitalstadt.
Klimaanpassung und Biodiversität durch Begrünung
Klimawandel und Artensterben sind eng miteinander verbunden. Neben dem Klimaschutz
werden deswegen Klimaanpassungsmaßnahmen aber auch die Förderung von biologischer
Vielfalt in Darmstadt verfolgt. Das oben genannte 12 qm große „Mobile Grüne Zimmer®“
ist eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme in diesem Bereich, da es nicht nur das Thema
biologische Vielfalt sondern auch das Thema vertikale Begrünung transportiert. Mit einer Vielfalt an
Blüh- und Naschpflanzen bietet das „Mobile Grüne Zimmer®“ einen temporären Rückzugsort für
Insekten und gleichzeitig einen Aufenthaltsort für Menschen. An verschiedenen Standorten in der
Stadt fungiert es als Botschafter für ökologische und gestalterische Möglichkeiten der Begrünung
auch in der Vertikalen. Das Grün fördert die Artenvielfalt und liefert durch den kühlenden Effekt
einen direkten Beitrag zur Klimaanpassung. Weitere mobile, bepflanzte Sitzelemente, die „Stadt -
oasen“, erweitern das Angebot.
Zudem fördert die Stadt private Begrünungsmaßnahmen in hoch verdichteten innerstädtischen Quar-
tieren, wie beispielsweise der Mollerstadt und dem Stadtumbaugebiet Kapellplatz/ Woogsviertel/
Ostbahnhof. Das Anreizförderprogramm soll Eigentümerinnen und Eigentümer in diesen Gebieten
dazu anregen, Innenhöfe und Vorgartenzonen, Dächer und Fassaden zu begrünen. Ein Grünflächen-
dachkataster wird erstellt, um gezielter vorhandenes Potenzial nutzen zu können.
Ausgangslage – Klima- und Umweltschutz
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 31
Grünflächenstrategie
Als Mitglied der „Kommunen für biologische Vielfalt“ hat sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt
dem Label-Prozess „Stadtgrün-naturnah“ gestellt und im Rahmen dessen eine „Grünflächenstrategie“
formuliert. Die Grünflächenstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde am 01.09.2020 von
der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Damit wird auch ein wesentlicher Punkt des bereits
2013 verabschiedeten „25-Schritte-Programms zur Förderung der biologischen Vielfalt“ erfüllt und
ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der ökologischen Funktionen des städtischen Raums unter -
nommen.
Grünpflegekonzept des Bauvereins
Die Bauverein AG engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der Nachhaltigkeit und achtet
verstärkt auf Biodiversität. Mit einem internen Konzept von 2020 sollen weitere Maßnahmen zum
Erhalt der Artenvielfalt umgesetzt werden. Hierzu zählen die Entsiegelung von Flächen, das Anlegen
von Wildblumenwiesen und das seltenere Mähen von Grünflächen in Wohnanlagen.
Modernisierungskonvoi
Eine der Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept ist die Beratung von Hauseigentümerinnen und
Hauseigentümern bei der energetischen Gebäudesanierung. Diese Beratung wird seit dem Jahr
2016 durch den „Modernisierungskonvoi“ stadtteilbezogen umgesetzt. Die Konvois waren bisher
in der Heimstättensiedlung, in Arheilgen, in der Waldkolonie, in der Siedlung Tann, in Bessungen,
Wixhausen sowie in Eberstadt.
Förderprogramm Photovoltaik
Mit dem Förderprogramm Photovoltaik unterstützt die Wissenschaftsstadt Darmstadt seit Juli
2021 den Ausbau erneuerbarer Energien im Stadtgebiet. Private Haushalte erhalten einen Anreiz,
Potenziale für die Erzeugung von Sonnenenergie in den eigenen vier Wänden zu nutzen.
Nahverkehr mit Ökostrom und Elektrobussen
Bereits seit 2008 betreibt das Darmstädter Verkehrsunternehmen HEAG mobilo GmbH seine
Straßenbahntriebwagen ausschließlich mit Ökostrom. Damit war es bundesweit das erste Verkehrs-
unternehmen, das seine Fahrstromversorgung komplett aus regenerativen Energien bezog. Seit 2020
rüstet die HEAG zudem ihre Busflotte auf Elektrobusse um. Die Umrüstung soll bis 2025 umgesetzt
sein.
Liegenschaften der Stadt – klimafreundliche Energie und Erdgas
Die Gebäude der Wissenschaftsstadt Darmstadt, zu denen beispielsweise Schulen gehören,
werden vollständig mit klimaneutraler Energie versorgt. Die Liegenschaften des Immobilien-
management IDA der Stadt Darmstadt werden bereits seit 2008 mit Ökostrom von ENTEGA
beliefert. Seit 2014 werden die Gebäude zudem mit klimaneutralem Erdgas beheizt. Beim
klimaneutralen Erdgas werden alle entstehenden CO2-Emissionen durch Waldschutz- und
Wiederaufforstungsprojekte kompensiert. Die bilanzielle Klimaneutralität der Liegenschaften
ist ein wesentlicher Schritt zur Erreichung der bereits genannten Klimaschutzziele der Wissen -
schaftsstadt Darmstadt.
Ausgangslage – Klima- und Umweltschutz
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
32
Luftreinhalteplan – Teilplan für Darmstadt und Green City Plan
Neben dem vom Umweltministerium für Darmstadt erarbeiteten Luftreinhalteplan wurde 2018
durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt der „Green City Plan“ erstellt, der ein Gesamtkonzept
zur Reduzierung der Luftbelastung durch Stickstoffdioxid (NO2) im Bereich Verkehr umfasst,
aber auch alternative Lösungen zu nachhaltiger Mobilität, urbaner Logistik und im Bereich der
Digitalisierung darstellt.
Digitalstadt Darmstadt – Digitalisierung und Nachhaltigkeit verbinden, Bürgerbeteili -
gung und ethische Leitlinien der Digitalisierung
Die Digitalstadt Darmstadt setzt unter anderem Projekte in den Bereichen Umwelt, Mobilität und
Energie um. Maßnahmen des Projektes „Smart Lighting“ der Digitalstadt Darmstadt verbinden bei-
spielsweise Lösungsansätze in den Bereichen nachhaltige Energie und Mobilität. Intelligente LED-
Straßenlaternen im Stadtkern werden neben ihrer Funktion zur energieeffizienten Verkehrs- und
Stadtbeleuchtung für die Messung von Verkehrsströmen, der Luftqualität oder des Geräuschpegels
eingesetzt. Etwa 20 % der Laternen sind mit sparsamen LEDs ausgestattet. Im Projekt „Smart
Waste“ wurden Großbehälter von Gewerbe- und Haushaltsabfällen mit Sensoren ausgestattet, die
den Füllstand messen. Die Abfallentsorgung wird so optimiert und Leerfahrten reduziert.
Bürgerbeteiligung ist ein wesentliches Element des Darmstädter Digitalisierungsprozesses.
Darmstädterinnen und Darmstädter werden an Projekten aus 14 Themenbereichen, wie Bildung,
Gesellschaft, Gesundheit oder Industrie 4.0 beteiligt. Mit dem Projekt „Stadtlabor - Darmstadt
digital erleben und lernen“ startete 2021 ein Austauschformat zu den Digitalisierungsprojekten in
Darmstadt. Dazu bot das Stadtlabor einen multimedialen Ansatz aus Veranstaltungen, Dialogformaten
und mobilen, stationären und virtuellen Aktivitäten.
Als erste deutsche Kommune hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt ethische Leitplanken für den
2017 gestarteten Digitalisierungsprozess verabschiedet.
2.6 Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit schafft Bewusstsein für globale Heraus -
forderung und entwicklungspolitische Zusammenhänge. Darmstadt zeichnet sich durch zahlreiche
formale und non-formale Bildungsangebote zu Globalem Lernen 21 und Bildung für nachhaltige
Entwicklung (BnE)22 aus.
21 Globales Lernen versteht sich als pädagogische Antwort auf globale Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung, die eine
kritische Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung lokaler Zusammenhänge und Fragen der globalen sozialen Gerechtigkeit, fördert.
22 BnE versteht sich ebenfalls als ganzheitlicher Bildungsansatz um den ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen
einer vernetzten Welt zu begegnen. BnE will zu nachhaltigem Denken und Handeln befähigen und so zu einer nachhaltig orientierten
Gesellschaft in globaler Perspektive beitragen. Behandelte Themen sind beispielsweise Klimaschutz, Globalisierung, verantwortungs-
voller Konsum, kulturelle Vielfalt und soziale Gerechtigkeit. Globales Lernen kann als wichtiger Bestandteil einer Bildung für nachhaltige
Entwicklung mit eigener Entstehungsgeschichte verstanden werden, die globalen Wechselwirkungen und Gerechtigkeitsfragen
besondere Beachtung schenkt. (S. Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz ELAN, Engagement Global (2019):
Kompass Globales Lernen Rheinland-Pfalz.)
Ausgangslage – Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 33
Informations- und Bildungsangebote der Zivilgesellschaft
Eine bedeutende Ressource sind hierbei die zahlreichen Informationsangebote der Darmstädter
Zivilgesellschaft. Im Rahmen von thematischen Kampagnen und Bildungsangeboten zu Produktions-
bedingungen im Globalen Süden oder den Folgen eines ausufernden Ressourcenverbrauchs
informieren sie über globale Zusammenhänge. Beispielhaft sind die Angebote von entwicklungs-
politischen Akteuren, wie des Weltladens Darmstadt, des Werkhofs Darmstadt oder von Organisationen
wie Ingenieure ohne Grenzen zu erwähnen.
BnE-Netzwerk Darmstadt und Darmstadt-Dieburg
Im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BnE) bündelt das 2018 gegründete BnE-Netz-
werk Darmstadt und Darmstadt-Dieburg die vorhandenen Angebote zum Thema und bietet bei
eigenen Veranstaltungen die Gelegenheit für die Vernetzung der Akteure. Es ist Teil der Netzwerke
des Landes Hessen.
Umweltnetzwerk Darmstadt
Seit 2018 existiert das Umweltnetzwerk Darmstadt. Die Aktivitäten der Mitglieder des Umwelt -
netzwerks reichen von Bildungsangeboten für Kinder über den Verkauf nachhaltiger Kleidung und
Lebensmitteln bis hin zu Maßnahmen des Naturschutzes und richten sich an alle Darmstädterinnen
und Darmstädter. Ziel des Umweltnetzwerkes ist es, die Bürgerinnen und Bürger Darmstadts mit
der Bedeutung von Biodiversität, Klima- und Umweltschutz sowie nachhaltigem Handeln vertraut zu
machen und sie einzuladen, selbst einen aktiven Beitrag zu leisten. Zudem soll das Engagement der
Akteurinnen und Akteure sichtbar gemacht und Möglichkeiten zur Mitgestaltung aufgezeigt werden,
z.B. mit den Klima- und Umweltaktionstagen. Rund 30 Vereine, Stiftungen aber auch Unternehmen
sowie städtische Beteiligungen sind im Netzwerk engagiert. Die Gründung des Umweltnetzwerkes
wurde durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt und durch das Umweltamt begleitet.
Umweltdiplom
Das Darmstädter Umweltdiplom ist ein umwelt- und freizeitpädagogisches Aktionsprogramm, das
seit 2003 von der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Kooperation mit Umweltverbänden, Vereinen,
wissenschaftlichen Einrichtungen, Wirtschaftsunternehmen und themenorientierten Initiativen
angeboten wird. Es richtet sich an Kinder der 4. bis 6. Klasse. Ziel des Diploms ist, dass sich die
jungen Menschen außerschulisch mit Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen und
mit Aktiven aus Umwelt-, Klima- und Naturschutz in Kontakt kommen.
Klima- und Umweltaktionstage
Die Klima- und Umweltaktionstage bieten den Darmstädter Bürgerinnen und Bürgern seit 2018 mit
Vorträgen, Ausstellungen und Mitmachaktionen ein vielfältiges Programm zu den Themen Klima -
wandel, biologische Vielfalt und Nachhaltigkeit. Zentrale Veranstaltung ist die Umweltinformations-
börse, die bereits seit 2003 in Darmstadt jährlich zum Ende des Sommers auf dem Luisenplatz
stattfindet.
Volkshochschule Darmstadt
Die Volkshochschule Darmstadt bietet in ihrem Programm zahlreiche Vorträge und Kurse zu
globalem Denken, lokalem Lernen und Handeln an, insbesondere zu Ökologie, Klima- und Naturschutz.
Ausgangslage – Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
34
Darmstädter Schulen
Einige Darmstädter Schulen setzen thematische Schwerpunkte im Bereich nachhaltiger Entwicklung.
Die Eleonorenschule ist Umweltschule. Sie hat einen Schwerpunkt bei der Förderung der Biodiversität
und der Nachhaltigkeit. Die Edith-Stein-Schule Darmstadt ist Unesco-Projektschule. Sie engagiert
sich insbesondere für Menschenrechtsbildung, Demokratieerziehung und Globales Lernen. Die
Viktoriaschule wurde vom gemeinnützigen Verein TransFair als zertifizierte „Fairtrade-Schule“ für
ihr großes Engagement zur Förderung des fairen Handels ausgezeichnet.
2.7 Stärkung der Zivilgesellschaft
Das breite Engagement im Bereich global nachhaltiger Entwicklung in Darmstadt äußert sich
in der Vielzahl ehrenamtlicher und hauptamtlicher Akteure. Zahlreiche Vereine und Initiativen
sind ehrenamtlich in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Projektarbeit aktiv ebenso wie
hauptamtliche Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Wissenschaft sowie entwicklungspolitischen
Organisationen23. Neben Eine-Welt-Akteuren und migrantischen Organisationen gehören beispiels-
weise Hochschulen, Unternehmen sowie kirchliche Organisationen, die im Globalen Süden aktiv
sind, zu den entwicklungspolitischen Akteuren der Zivilgesellschaft.
Vernetzung zu Entwicklungspolitik in Darmstadt
Zur Bündelung der entwicklungspolitischen Akteure in Darmstadt wurde im Rahmen des Projektes
„Koordination kommunaler Entwicklungspolitik in Darmstadt“ ein Netzwerk begründet. Im Mai
2019, November 2019, September 2020 und November 2020 fanden vier „Netzwerktreffen
Entwicklungspolitik in Darmstadt“ statt. Die Teilnehmenden tauschten sich über entwicklungspoli -
tische Aktivitäten sowie Bedarfe und Ziele für die entwicklungspolitische Arbeit der Wissenschafts -
stadt Darmstadt aus. Zudem wurde die Vernetzung zwischen den Teilnehmenden gefördert, über
Fördermöglichkeiten entwicklungspolitischer Projekte informiert und der Erarbeitungsprozess des
entwicklungspolitischen Konzeptes in einen partizipativen Prozess mit Beteiligung der Zivilgesell -
schaft eingebettet.
Aus dem Netzwerk heraus konstituierte sich eine Steuerungsgruppe. Sie begleitete die Erstellung
des entwicklungspolitischen Konzeptes. Mitglieder der Steuerungsgruppe sind Vertreterinnen und
Vertreter der Stadtverwaltung, kommunaler Unternehmen, aus Bildung, Zivilgesellschaft, nachhaltiger
Ökonomie sowie migrantischen Organisationen. Die Skizze des entwicklungspolitischen Konzeptes
wurde beim dritten Netzwerktreffen, das online stattfand, vorgestellt und diskutiert.
Unterstützung der Vernetzung zu nachhaltiger Entwicklung
Darüber hinaus unterstützt die Wissenschaftsstadt Darmstadt die Zivilgesellschaft ideell und
finanziell, bei der Vernetzung und durch die Ausrichtung gemeinsamer Veranstaltungen wie dem
Internationalen Bürgerfest oder den Umweltaktionstagen.
23 S. Wissenschaftsstadt Darmstadt (2019): Dokumentation 1. Netzwerktreffen Entwicklungspolitik in Darmstadt
Ausgangslage – Stärkung der Zivilgesellschaft
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 35
3. Ziele des entwicklungspolitischen Konzepts
Das entwicklungspolitische Konzept formuliert eine Vision für die zukünftige Gestaltung der
Entwicklungspolitik der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Diese wird als Querschnittsaufgabe in der
Kommune verankert. Auf Grundlage der bisherigen entwicklungspolitischen Aktivitäten und des
Engagements für nachhaltige Entwicklung legt die Wissenschaftsstadt Darmstadt folgende Ziele
fest, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen und darüber hinaus Geltung entfalten:
Strategisches Ziel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt leistet einen Beitrag zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030,
durch Umsetzung des entwicklungspolitischen Konzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Unterziele
1. Mittels geeigneter und auf die Wissenschaftsstadt Darmstadt zugeschnittener Maßnahmen
in ausgewählten Handlungsfeldern sollen mit dem entwicklungspolitischen Konzept die drei
Aspekte der Nachhaltigkeit abgedeckt werden: Ökonomie, Ökologie, Soziales.
2. Sensibilisierung der Bevölkerung und der Öffentlichkeit für Themen der nachhaltigen
Entwicklung durch Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Kooperationen.
3. Bundesweite und internationale Profilierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt als handelnder
Akteur im Bereich der Entwicklungspolitik durch aktive Beteiligung an überregionalen Arbeits-
kreisen und Fachgremien sowie an internationalen Konferenzen und Netzwerken.
Zuordnung der Handlungsfelder unter die Unterziele
Ziele des entwicklungspolitischen Konzeptes
Unterziel Handlungsfeld
1. Mittels geeigneter und auf die
Wissenschaftsstadt Darmstadt
zugeschnittener Maßnahmen in
ausgewählten Handlungsfeldern
sollen mit dem entwicklungspoliti -
schen Konzept die drei Aspekte der
Nachhaltigkeit abgedeckt werden:
Ökonomie, Ökologie, Soziales.
2.1 Kommunale Partnerschaften
2.2 Migration und Entwicklung
2.3 Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
2.4 Klima- und Umweltschutz
2. Sensibilisierung der Bevölkerung
und der Öffentlichkeit für Themen
der nachhaltigen Entwicklung durch
Maßnahmen im Bereich der Öffent-
lichkeitsarbeit und Kooperationen .
2.5 Informations- und Bildungsarbeit
2.6 Stärkung der Zivilgesellschaft
3. Bundesweite und internationale
Profilierung der Wissenschaftsstadt
Darmstadt als handelnder Akteur
im Bereich der Entwicklungspolitik
durch aktive Beteiligung an über-
regionalen Arbeitskreisen und Fach-
gremien sowie an internationalen
Konferenzen und Netzwerken.
2.7 Internationale und fachliche Vernetzung
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
36
Ziele des entwicklungspolitischen Konzeptes
Unterziel Handlungsfeld Operative Ziele
1. Mittels geeigneter und auf die
Wissenschaftsstadt Darmstadt
zugeschnittener Maßnahmen in
ausgewählten Handlungsfeldern
sollen mit dem entwicklungspoliti -
schen Konzept die drei Aspekte der
Nachhaltigkeit abgedeckt werden:
Ökonomie, Ökologie, Soziales.
Kommunale
Partnerschaften
•
•
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erweitert ihr Enga-
gement im Bereich der kommunalen Partnerschaften
und setzt gemeinsam mit Partnern aus dem Globalen
Süden Projekte mit kommunalem Bezug um.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert den
Austausch zur lokalen Umsetzung der Ziele für nach-
haltige Entwicklung mit ihren Partnerstädten.
Migration und
Entwicklung
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt baut die Verknüp-
fung von Migration, Integration und Entwicklungszu-
sammenarbeit weiter aus. Sie kooperiert mit migranti-
schen Organisationen in ihrer entwicklungspolitischen
Arbeit und setzt gemeinsame Projekte um.
Faire / nachhaltige
Beschaffung und
fairer Handel
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stärkt und weitet
die faire und nachhaltige Beschaffung weiter aus.
Klima- und
Umweltschutz
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich im
Bereich des Klima- und Umweltschutzes.
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine inklusive,
sichere, widerstandsfähige und nachhaltige Stadt,
die sich für die nachhaltige Nutzung der Flächen,
die Senkung der Umweltbelastung durch Städte und
nachhaltige Mobilität engagiert.
2. Sensibilisierung der Bevölkerung
und der Öffentlichkeit für Themen
der nachhaltigen Entwicklung
durch Maßnahmen im Bereich der
Öffentlichkeitsarbeit und Koopera -
tionen.
Informations- und
Bildungsarbeit
• Die Informationsarbeit ist zentraler Bestandteil der
entwicklungspolitischen Arbeit der Wissenschafts -
stadt Darmstadt.
Stärkung der
Zivilgesellschaft
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt das
entwicklungspolitische Engagement der Zivilgesell -
schaft.
• Sie fördert die Vernetzung in Darmstadt, unterstützt
dabei das Engagement sichtbar zu machen, bezieht
zivilgesellschaftliche Organisationen in ihre Entwick -
lungszusammenarbeit ein und ist offen für gemeinsame
Projekte.
3. Bundesweite und internationale
Profilierung der Wissenschaftsstadt
Darmstadt als handelnder Akteur
im Bereich der Entwicklungspolitik
durch aktive Beteiligung an überre-
gionalen Arbeitskreisen und Fach-
gremien sowie an internationalen
Konferenzen und Netzwerken.
Internationale
und fachliche
Vernetzung
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich
im und fördert den internationalen und fachlichen
Austausch, insbesondere zur lokalen Umsetzung der
Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.
• Sie beteiligt sich aktiv an nationalen wie internationalen
Netzwerken und setzt sich in nationalen wie interna-
tionalen Gremien für die Wahrnehmung der zentralen
Rolle von Kommunen und deren Unterstützung bei der
Realisierung nachhaltiger Entwicklung ein.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 37
Operative Ziele
Operative Ziele konkretisieren das übergeordnete Ziel der lokalen Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele
der Agenda 2030. Die operativen Ziele sind jeweils anhand ihrer Schwerpunkte einem Handlungsfeld
zugeordnet. Zwischen den einzelnen Handlungsfeldern bestehen Überschneidungen und Querbezüge,
angesichts des Querschnittcharakters der angesprochenen Themen. Die operativen Ziele sind mit
Maßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern unterlegt. Hierbei knüpft das entwicklungspolitische
Konzept an bestehendes Engagement, Beschlüsse und Konzepte zu den einzelnen Handlungsfeldern
an. Die Ausgangslage in den Handlungsfeldern wird in Kapitel 2 beschrieben.
Maßnahmen
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen fortlaufend überprüft und ergänzt werden, um dynamischen
Entwicklungen und künftigen neuen Anforderungen Rechnung tragen zu können.
24 Die Grundprinzipien der Entwicklungszusammenarbeit werden in Kapitel 4 erläutert.
Das entwicklungspolitische Konzept umfasst:
• Die kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt, also die
internationalen Kooperationen der Kommunalverwaltung insbesondere mit Kommunen des
Globalen Südens.24
• Die internationale Zusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit Partnern in
Industriestaaten zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung
• Die entwicklungspolitische Inlandsarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Zielgruppen des entwicklungspolitischen Konzeptes sind:
• Stadtverwaltung und Kommunalpolitik
• Internationale Partner der Wissenschaftsstadt Darmstadt
• Zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt,
insbesondere entwicklungspolitische Akteure und migrantische Organisationen
• Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, z.B. Engagement Global, Deutsche Gesell-
schaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), Entwicklungspolitisches Netzwerk Hessen
(EPN) e.V.
Ziele des entwicklungspolitischen Konzeptes
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
38
3.1 Kommunale Partnerschaften
Gemeinsam Herausforderungen angehen – Wissensaustausch fördern
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert Internationalität und Weltoffenheit durch die Pflege
zahlreicher Städtepartnerschaften und ihre internationalen Beziehungen. Eine besondere Bedeutung
für die Entwicklungszusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat die Partnerschaftsarbeit
mit Kommunen des Globalen Südens. Im Sinne des Ziels „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“
(SDG 17) sollen diese durch Wissensaustausch und gemeinsame Projekte gelebt werden.
Den Schwerpunkt der Zusammenarbeit in kommunalen Partnerschaftsprojekten bilden bestehende
Städtepartnerschaften und Kooperationen. Diese sollen ausgebaut und vertieft werden. Der
wechselseitige Austausch mit Partnerstädten und Kommunen des Globalen Südens soll langfristig
und zielorientiert ausgerichtet werden. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Partnerstadt
Uzhhorod in der Ukraine soll in gemeinsamen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit intensiviert
und thematisch vertieft werden.
Nachhaltige Stadtentwicklung als Schwerpunkt der internationalen Kooperation
„Nachhaltige Stadtentwicklung“ soll den inhaltlichen Schwerpunkt des internationalen Austauschs
bilden. Zentrale Themen des Austauschs betreffen hierbei SDG 11 „Städte und Siedlungen inklusiv,
sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten“ und SDG 13 „Umgehend Maßnahmen zur
Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen“.
SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden
Allgemeines Ziel ist es, Städte inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten.
Konkret beinhaltet das unter anderem:
• Zugang zu bezahlbarem Wohnraum
• Sichere, bezahlbare und nachhaltige Mobilität in der Stadt, mit besonderem Augenmerk
auf die Bedürfnisse von Menschen in prekären Situationen, Frauen, Kindern, Menschen mit
Behinderungen und älteren Menschen.
• Nachhaltige Nutzung der Flächen
• Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten und eine partizipatorische, integrierte
und nachhaltige Siedlungsplanung
• Senken der Umweltbelastung durch Städte
SDG 13 – Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner
Auswirkungen ergreifen
• Lokale Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen
Ziele - Kommunale Partnerschaften
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 39
Austausch zur lokalen Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele mit Darmstadts Partnerstädten
Der Austausch mit Partnerstädten zu nachhaltiger Entwicklung wird intensiviert. Der Wissensaus -
tausch soll verstärkt und gemeinsame Projekte umgesetzt werden. Als erster Schritt bietet eine
Konferenz mit Darmstadts Partnerstädten oder der kommunalpolitische Workshop im Rahmen des
jährlich stattfindenden Europawochenendes hierfür einen geeigneten Rahmen. Insbesondere der
Wissensaustausch zu nachhaltiger Stadtentwicklung (SDG 11) soll thematisiert und Kooperations -
möglichkeiten zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen erschlossen werden.
Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kommunen des Globalen Südens
Partnerschaftsprojekte und der Wissensaustausch mit Kommunen des Globalen Südens tragen
zum Aufbau und der Entwicklung funktionsfähiger und effizienter Kommunalverwaltungen und der
verbesserten Bereitstellung kommunaler Dienstleistungen bei, z.B. in den Bereichen Wasserversorgung,
Energiebereitstellung, Stadtentwicklung, Abfallwirtschaft oder lokaler Wirtschaftsentwicklung.
Partnerschaftsprojekte mit Bursa und Uzhhorod
Darmstadt unterhält zwei Städtepartnerschaften mit Kommunen des Globalen Südens, mit Bursa
in der Türkei und Uzhhorod in der Ukraine. Die Zusammenarbeit soll in gemeinsamen Partner -
schaftsprojekten intensiviert und inhaltlich vertieft werden.
Die Partnerschaft mit Uzhhorod bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte im Bereich nachhaltiger
Stadtentwicklung und kann perspektivisch zu einer Klimapartnerschaft ausgebaut werden. Im
November 2020 startete ein erstes Infrastrukturprojekt zu nachhaltigem Abfallmanagement. Ziel
des Vorhabens ist die Ausweitung der getrennten Sammlung von Abfällen in Uzhhorod. So soll
die Menge der auf der Deponie entsorgten Abfälle und deren klimaschädliche Wirkung reduziert
werden. Zudem ist ein Konzept mit Maßnahmen für eine nachhaltige und ökologische Abfallwirtschaft
in Uzhhorod vorgesehen.
Zur Stärkung des Gesundheitswesens bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie arbeiten die
Wissenschaftsstadt Darmstadt und Uzhhorod im Jahr 2021 zusammen. Kern des Projektes ist der
Fachaustausch zwischen dem Klinikum Darmstadt und dem städtischen Krankenhaus in Uzhhorod
sowie die Unterstützung der ukrainischen Partnerstadt mit medizinischer Ausrüstung und Schutz -
ausstattung. Das Projekt soll dazu beitragen die Resilienz Uzhhorods auch gegenüber zukünftigen
Gesundheitskrisen nachhaltig zu stärken.
Ein weiteres Vorhaben mit Uzhhorod wurde im Bereich der Mobilität geplant. Der Wissensaustausch
und -transfer zwischen den Städten Uzhhorod und Darmstadt zur nachhaltigen Mobilitätsplanung
soll im Rahmen des Vorhabens gefördert und der Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern zur Erarbeitung
eines Mobilitätskonzeptes in Uzhhorod unterstützt werden. Das Projekt soll in den nächsten Jahren
umgesetzt werden.25
25 Unter Voraussetzung der Bewilligung von Drittmitteln zur Projektumsetzung.
Ziele - Kommunale Partnerschaften
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
40
Bursa und Darmstadt begehen im Jahr 2021 das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft. Auf der
Agenda stehen verschiedene Projekte unter anderem zu Digitalisierung und der Austausch zur
Förderung von Frauenrechten.
Umfangreiche Projekte der Entwicklungszusammenarbeit sind hierbei nicht ohne Drittmittel
realisierbar. Förderprogramme von Engagement Global oder von Stiftungen sowie Kooperationen
mit entwicklungspolitischen Organisationen bieten Möglichkeiten der Realisierung solcher Projekte.
Projektpartnerschaften mit Kommunen des Globalen Südens
Über bestehende Städtepartnerschaften und Kontakte hinaus stellen einmalige Kooperationen
im Rahmen von Projektpartnerschaften mit Kommunen des Globalen Südens eine Ergänzung
der Entwicklungszusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt dar. Für neue Projekt-
partnerschaften kommen besonders Kommunen des Globalen Südens in Betracht, die vergleichbare
Zielsetzungen im Hinblick auf nachhaltige Stadtentwicklung verfolgen, sodass ein Austausch von
Know How wechselseitigen Nutzen entfalten kann. Bei der Initiierung neuer Kooperationen sollen
vorhandene Kontakte der Stadtverwaltung, der Stadtwirtschaft und der Darmstädter Zivilgesellschaft
einbezogen werden. Insbesondere Eine-Welt-Akteure sowie migrantische Organisationen sollen
beteiligt werden. Bis 2030 wird eine Projektpartnerschaft mit einer Kommune in Afrika, Lateinamerika
oder Asien angestrebt.
Bei der Ausgestaltung der kommunalen Partnerschaften und der Durchführung von Partner -
schaftsprojekten arbeitet die Wissenschaftsstadt Darmstadt aktiv mit der Bevölkerung zusammen.
Die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ist
ein essenzieller Teil der kommunalen Partnerschaftsarbeit.
Schulpartnerschaften
Darmstädter Schulen sollen bei ihren Schüleraustauschprogrammen mit Schulen im Globalen
Süden durch Reisekostenzuschüsse unterstützt werden. Internationale Schulgruppen, die
Darmstadt im Rahmen von Schulaustauschprogrammen besuchen, werden durch die
Wissenschaftsstadt Darmstadt offiziell empfangen. Die Stadt bietet die Möglichkeit bei diesen
Empfängen neben einer allgemeinen Vorstellung Darmstadts inhaltliche Schwerpunkte zu setzen,
wie beispielweise zu nachhaltiger Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz, Bürgerbeteiligung,
Mobilität oder sozialer Kohäsion.
Ziele - Kommunale Partnerschaften
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 41
Operatives Ziel
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt erweitert ihr Engagement im Bereich der kommunalen
Partnerschaften und setzt gemeinsam mit Partnern aus dem Globalen Süden Projekte mit
kommunalem Bezug um.
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert den Austausch zur lokalen Umsetzung der Ziele
für nachhaltige Entwicklung mit ihren Partnerstädten.
Maßnahmen
• Gemeinsame Projekte mit Uzhhorod im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung zur
Abfallwirtschaft und Mobilität
• Konferenz mit allen Partnerstädten Darmstadts zur lokalen Umsetzung der Sustainable
Development Goals insbesondere zu nachhaltiger Stadtentwicklung, beispielsweise im
Rahmen des Europawochenendes
• Initiierung neuer Projektpartnerschaften mit Kommunen des Globalen Südens
• Förderung von Schulpartnerschaften mit Schulen im Globalen Süden
Indikatoren
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt richtet bis 2030 mindestens eine Konferenz zu
nachhaltiger Stadtentwicklung mit Darmstadts Partnerstädten aus.
• Mindestens zwei entwicklungspolitische Projekte mit Partnerstädten des Globalen Südens
sind bis 2030 umgesetzt.
• Mindestens eine Projektpartnerschaft mit einer Kommune des Globalen Südens ist bis 2030
initiiert.
Ziele - Kommunale Partnerschaften
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
42
3.2 Migration und Entwicklung
Integration und Entwicklungspolitik verknüpfen, Expertise nutzen
Migration und nachhaltige Entwicklung sind eng verknüpft. Ende 2018 lebten weltweit 272 Mio.
Menschen in einem anderen Land als ihrem Geburtsland, dies entspricht 3,5 % der Weltbevölkerung.
Davon sind 25,9 Mio. Geflüchtete. Fehlende Bildungs- und Erwerbschancen, politische und soziale
Konflikte, die Folgen von Umweltzerstörungen und des Klimawandels sind einige Gründe dafür, dass
Menschen ihre Heimat verlassen.
Migrantinnen und Migranten tragen durch Rücküberweisungen zur nachhaltigen Entwicklung ihrer
Herkunftsländer bei. Die Gesamtsumme ist dabei drei Mal höher als die weltweiten Mittel für Ent -
wicklungszusammenarbeit. Migrantische Organisationen verfügen über Kontakte in ihre Herkunfts-
länder, kennen die Bedingungen vor Ort und führen teilweise eigene entwicklungspolitische Projekte
durch. Mit ihrer Expertise sollen sie stärker in alle Bereiche der entwicklungspolitischen Arbeit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt einbezogen werden. Die über 100 migrantischen Organisationen in
der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind hierbei eine zentrale Ressource. Potenziale ergeben sich
aus der langjährigen Zusammenarbeit mit migrantischen Organisationen an der Schnittstelle von
Migration, Integration und Entwicklungspolitik (s. Kap. 2.2). Die Zusammenarbeit soll insbesondere
in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit und bei Projekten der Entwicklungszusammenarbeit
der Wissenschaftsstadt Darmstadt intensiviert werden. Beim Aufbau neuer Projektpartnerschaften
mit Kommunen des Globalen Südens sollen migrantische Organisationen einbezogen werden.
Der Großteil der migrantischen Organisationen arbeitet auf ehrenamtlicher Basis. Neben der
strukturellen Beratung und Förderung migrantischer Organisationen durch die Wissenschafts -
stadt Darmstadt, sollen diese durch bedarfsorientierte Maßnahmen bei ihren entwicklungspolitischen
Projekten unterstützt werden. Hierzu kann die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit zählen,
ebenso wie Workshops zu Vereinsarbeit und Fördermöglichkeiten.
Die Kooperation mit migrantischen Organisationen, als einem wichtigen Teil der Darmstädter Zivilge-
sellschaft, in der entwicklungspolitischen Arbeit sowie die Unterstützung ihres entwicklungspolitischen
Engagements, ist Ziel der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Ziele - Migration und Entwicklung
Operatives Ziel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt baut die Verknüpfung von Migration, Integration und
Entwicklungszusammenarbeit weiter aus. Sie kooperiert mit migrantischen Organisationen in
ihrer entwicklungspolitischen Arbeit und setzt gemeinsame Projekte um.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 43
26 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.06.2013 „Berücksichtigung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeits-
organisation (ILO International Labour Organization) und Umsetzung einer umweltfreundlichen Beschaffung bei Städtischen Auftrags-
vergaben“ (SV-2013/0168)
3.3 Faire/ nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
Kommunen gehören zu den größten Beschaffern in Deutschland. Durch ihr ökonomisches Gewicht
und ihre Kaufentscheidungen können sie die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Produktions-
ländern beeinflussen, durch die Beschaffung von Gütern bei deren Produktion nachweislich
Menschenrechts- und Umweltstandards eingehalten werden.
Faire und nachhaltige Beschaffung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt ihre faire und nachhaltige Beschaffung fort und baut diese
sukzessive aus. Die regionale, biologische und faire Beschaffung wird hierbei zusammen gedacht.
Die Vergaberichtlinien werden im Sinne einer sozial-ökologischen und fairen Beschaffung regelmäßig
überprüft und weiterentwickelt. 26 Beispiele sind Pilotvorhaben, wie die sukzessive Erhöhung des
Anteils von biologisch angebauten, fair gehandelten und regionalen Produkten bei der Mittagsver -
pflegung von Darmstädter Schulen durch den Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienst -
leistungen (EAD).
Ansatzpunkte bietet auch die umwelt- und sozialverträgliche Durchführung von Fachtagungen,
Konferenzen und Kulturveranstaltungen.
Fairer Handel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt fördert nachhaltiges Wirtschaften und fairen Handel. Möglich -
keiten der Unterstützung fairen Handelns bestehen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit beispiels -
weise durch die Förderung des nachhaltigen Stadtplans Wandelkarte oder die weitere Ausrichtung
öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen zu fairem Handel und nachhaltigem Konsum. Zudem
koordiniert die Stadt die Beteiligung an der Fair Trade Kampagne und fördert die Vernetzung durch
die Ausrichtung von Steuerungsgruppensitzungen.
Ziele - Faire / nachhaltige Beschaffung und fairer Handel
Maßnahmen
• Umsetzung gemeinsamer entwicklungspolitischer Projekte mit Darmstädter migrantischen
Organisationen bis 2030
• Vernetzung von migrantischen Organisationen sowie Eine-Welt-Akteuren im Netzwerk
Entwicklungspolitik in Darmstadt
• Einbindung von migrantischen Organisationen beim Aufbau neuer Projektpartnerschaften
mit Kommunen des Globalen Südens
• Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit für entwicklungspolitische Projekte
• Strukturelle Förderung und Unterstützung von migrantischen Organisationen in Darmstadt,
durch bedarfsorientierte Maßnahmen des Empowerments, Workshops zu Vereinsarbeit und
Fördermöglichkeiten
Indikatoren
• Mindestens ein entwicklungspolitisches Projekt wurde bis 2030 mit migrantischen
Organisationen umgesetzt.
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
44
3.4 Klima- und Umweltschutz
Klima- und Umweltschutz – eine Überlebensfrage der Menschheit
Die großen Trends unserer Zeit – Klimawandel, Rückgang von Biodiversität, Urbanisierung, Bevölke-
rungswachstum und Globalisierung – bedrohen die Existenzgrundlagen der Menschen.
Der Klimawandel verändert unsere Welt durch langfristige Klimaänderungen wie steigende
Durchschnittstemperaturen, den Anstieg des Meeresspiegels und die Zunahme kurzfristiger
Klimaschwankungen und Extremwetterereignisse wie Starkregen, Dürren oder Hitzesommer.
Auch Darmstadt bekommt den Klimawandel durch häufigere Hitze, Dürre und Starkregen sowie
eine steigende Durchschnittstemperatur zu spüren.
Weltweit werden die Existenzgrundlagen von etwa 100 Millionen Menschen in Küsten- und Dürre-
gebieten durch Hitze und den steigenden Meeresspiegel bedroht. Hauptverursacher des Klimawandels
sind Industrieländer. Hauptleidtragende Menschen im Globalen Süden. Klimaschutz ist daher ein
wesentliches Element der Entwicklungspolitik.
Durch kommunales Nachhaltigkeitsmanagement leistet die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen
Beitrag zur Umsetzung der internationalen Nachhaltigkeits-, Klima- und Urbanisierungsziele. Dieses
Handlungsfeld zielt insbesondere auf SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 13
(Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen).
Ziele - Klima- und Umweltschutz
Operatives Ziel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stärkt und weitet die faire und nachhaltige Beschaffung
weiter aus.
Maßnahmen
• Der Anteil von biologisch angebauten, fair gehandelten und regionalen Produkten bei der
Mittagsverpflegung von Darmstädter Schulen wird durch den EAD auf 50 % erhöht 27
• Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit für fairen Handel, beispielsweise des nachhaltigen
Stadtplans Wandelkarte
• Bericht zu nachhaltiger Beschaffung in Darmstadt: Bestandsaufnahme und Aktivitäten
• Pilotprojekte für bestimmte Produktgruppen
• Handreichungen zu nachhaltiger Beschaffung, Einkaufskatalog und zusätzliche Schulungen
Indikatoren
• Der Anteil von biologisch angebauten, fair gehandelten und regionalen Produkten bei der
Mittagsverpflegung von Darmstädter Schulen ist auf 50 % erhöht.
• Mindestens ein Bericht über nachhaltige Beschaffung in Darmstadt ist veröffentlicht.
• Mindestens ein Pilotprojekt wurde für eine Produktgruppe umgesetzt.
• Mindestens eine Handreichung für nachhaltige Beschaffung wurde erstellt oder vorgelegt.
27 Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 13.02.2020 (Vorlage-Nr. 2019/0375).
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 45
Klimaschutz hat höchste Priorität
Die Stadtverordnetenversammlung formulierte mit dem Beschluss „Höchste Priorität für den
Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“ vom 19.09.2019 das Ziel bis 2030 keine
Netto-Treibhausgasemissionen mehr freizusetzten, in den Bereichen, in denen der Magistrat
Einfluss hat. Für städtische Vorhaben wurde zudem ein Klimavorbehalt beschlossen sowie die
Neuaufstellung des Klimaschutzkonzeptes von 2013. Das Sofortprogramm Klimaschutz formuliert
darüber hinaus Maßnahmen, die bereits kurzfristig zur CO2-Minderung beitragen.
Integrierte Stadtentwicklung und Mobilität
Das Stadtentwicklungskonzept Masterplan DA 2030+ von 2020 formuliert das Ziel „Darmstadt wird
eine resiliente Stadt und schützt die Stadtnatur und das Klima“. Das integrierte Konzept verbindet
verschiedene Teilstrategien – beispielsweise zu Klimaschutz und Mobilität –, bezieht unterschiedliche
Interessen in der Stadt ein und zeigt eine räumliche Entwicklungsstrategie bis 2030 auf. Dabei
wurden Nachhaltigkeit als Leitmotiv der Stadtentwicklung, die Notwendigkeit einer Mobilitätswende
und die Anpassung an den Klimawandel als Kernaufgaben einbezogen.
Als Ziel im Bereich der Mobilität soll ein Anteil des Umweltverbundes (ÖPNV, Radverkehr und
Fußverkehr) am städtischen Gesamtverkehr („Modal Split“) von 75 % bis 2030 erreicht werden.
Aufbauend auf den Ergebnissen des Masterplans DA 2030+ wird im Anschluss das Mobilitätskonzept
DA 2030+ erarbeitet. Bereits die Radverkehrsstrategie von 2019 formulierte das Ziel, den Anteil
des Radverkehrs am Modal Split bis zum Jahr 2030 auf 30 % zu steigern.
Operatives Ziel
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich im Bereich des Klima- und Umweltschutzes.
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine inklusive, sichere, widerstandsfähige und nach-
haltige Stadt, die sich für die nachhaltige Nutzung der Flächen, die Senkung der Umweltbe-
lastung durch Städte und nachhaltige Mobilität engagiert.
Maßnahmen
Maßnahmen im Bereich des Klima- und Umweltschutzes werden in spezifischen Konzepten
formuliert:
• Integriertes Klimaschutzkonzept von 2013 (Aktualisierung in Vorbereitung)
• Masterplan DA2030+
• Mobilitätskonzept DA2030+
Indikatoren
• Die Netto-CO2-Emissionen der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind, wo der Magistrat Hand-
lungsoptionen und Einfluss hat, bis 2035 auf null gesenkt.
• Der Anteil des Radverkehrs am städtischen Gesamtverkehr („Modal Split“) wurde bis zum
Jahr 2030 auf 30 % gesteigert (Radverkehrsstrategie).
• Ein Anteil des Umweltverbundes (ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr) am städtischen Gesamt
verkehr („Modal Split“) von 75 % soll bis 2030 erreicht werden (Masterplan DA 2030+).
Ziele - Klima- und Umweltschutz
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
46
3.5 Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
Bewusstsein schaffen für globale Zusammenhänge
Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit vermittelt der lokalen Öffentlichkeit
Zusammenhänge und Ursachen für Herausforderungen einer global nachhaltigen Entwicklung.
Gelegenheit hierzu bieten z.B. Kampagnen wie die Faire Woche.
Die Informationsarbeit ist zentraler Bestandteil der entwicklungspolitischen Arbeit der Wissenschafts-
stadt Darmstadt (s. Kap. 2.6). Grundsätzlich sind hierfür alle Themen mit entwicklungspolitischem
Bezug geeignet. Wichtige Kooperationspartner sind Darmstädter Vereine, wie Eine-Welt-Akteure
und migrantische Organisationen, die sich mit Projekten im Globalen Süden engagieren und vor
Ort Informations- und Austauschmöglichkeiten schaffen. Um Bildungsangebote mit entwicklungs-
politischem Bezug bekannt zu machen, ist eine Übersicht der Organisationen und Initiativen,
welche diese anbieten geplant. In Partnerschaftsprojekten mit Kommunen des Globalen Südens
wird die entwicklungspolitische Informationsarbeit als Inlandskomponente und Teil der Entwicklungs-
zusammenarbeit einbezogen. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 bieten hierfür
einen geeigneten Referenzrahmen. Themen nachhaltiger Entwicklung können in der Informations -
arbeit mit einem oder mehreren der 17 Nachhaltigkeitsziele in Zusammenhang gebracht werden.
Als Referenzrahmen bietet die Agenda 2030 zudem das Potenzial, Strategien und Maßnahmen im
Bereich nachhaltiger Entwicklung unter ihrem Dach zu verknüpfen und das vielfältige Engagement
in Darmstadt gebündelt sichtbar zu machen.
Darmstädter Hochschulen sind wertvolle Kooperationspartner für die entwicklungspolitische Bildungs-
und Informationsarbeit. Durch Forschungsvorhaben zu nachhaltiger Entwicklung und Projekte im
Globalen Süden, können sie die kommunale Entwicklungspolitik mit ihrer Expertise bereichern.
Gerade Studierende können in Kooperationen mit Hochschulen als Zielgruppe einbezogen werden.
Zielgruppen der Informationsarbeit sind alle Darmstädterinnen und Darmstädter, unabhängig von
kultureller oder sozialer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, Alter, Geschlecht oder Behinderung.
Ziele - Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 47
3.6 Stärkung der Zivilgesellschaft
Operatives Ziel
Die Informationsarbeit ist zentraler Bestandteil der entwicklungspolitischen Arbeit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Maßnahmen
• Entwicklungspolitische Informationsarbeit wird als Teil der Entwicklungszusammenarbeit in
Partnerschaftsprojekte mit Kommunen des Globalen Südens einbezogen
• Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 werden im Rahmen der Öffentlich-
keitsarbeit genutzt, um Bewusstsein für die damit angesprochenen Herausforderungen auf
lokaler Ebene zu schaffen
• Erstellung einer Übersicht der Darmstädter Organisationen und Initiativen die entwicklungs-
politische Informationsangebote im Bereich der formalen und non-formalen Bildung anbieten
• Unterstützung von Darmstädter Schulen bei der Einbindung entwicklungspolitischer
Informationsangebote in ihre außerschulischen Aktivitäten, beispielsweise durch gebündelte
Angebote und Kooperationsprojekte mit zivilgesellschaftlichen Akteuren im Rahmen von
Aktionstagen oder -wochen
• Kooperationen mit Darmstädter Hochschulen
• Studierende als Zielgruppe adressieren
Indikatoren
• Mindestens eine Übersicht der entwicklungspolitischen Bildungsangebote in Darmstadt
ist bis 2030 erstellt.
Ziele - Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
48
3.6 Stärkung der Zivilgesellschaft
Entwicklungspolitisches Engagement fördern – Gemeinsam Projekte umsetzen –
gemeinsam mehr bewegen
In Darmstadt engagieren sich zahlreiche Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen für nach-
haltige Entwicklung. Mit Projekten im Globalen Süden und in Darmstadt ebenso wie Kampagnen und
Informationen zu globalen Zusammenhängen, Produktionsbedingungen und den Lebensbedingungen
von Menschen im Globalen Süden, schaffen sie ein Bewusstsein für entwicklungspolitische Themen.
Die engagierte Darmstädter Zivilgesellschaft soll durch Netzwerkarbeit und weitere Unter-
stützung in ihrer entwicklungspolitischen Arbeit gestärkt werden. Möglichkeiten der Förderung
zivilgesellschaftlichen Engagements können ideeller Art sein, wie Kooperationen in gemeinsamen
Projekten in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit oder Entwicklungszusammenarbeit,
die Übernahme von Schirmherrschaften, eine städtische Beteiligung an Veranstaltungen und
Kampagnen, in Einzelfällen aber auch finanziell oder materiell.
Ein Modellprojekt zur finanziellen Förderung der entwicklungspolitischen Projekte von Darmstädter
Akteuren wird angestrebt. Eingetragene gemeinnützige Vereine mit Sitz in Darmstadt sollen so bei
ihrer Projektarbeit und der Beantragung von Drittmitteln unterstützt werden. Durch Ausrichtung
von Workshops zu Fördermöglichkeiten und Fortbildungsangebote in Kooperation mit entwicklungs-
politischen Organisationen und Netzwerken verfolgt die Wissenschaftsstadt Darmstadt zudem das
Ziel der Verbreitung der notwendigen Kenntnisse zur entwicklungspolitischen Projektarbeit.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bezieht die Zivilgesellschaft in ihre entwicklungspolitische
Arbeit und Partnerschaftsprojekte ein. Zivilgesellschaftliche Akteure sind eine wertvolle
Ressource für die kommunale entwicklungspolitische Arbeit. Sie sollen bei der Initiierung neuer
Projektpartnerschaften eingebunden werden.
Ziele - Stärkung der Zivilgesellschaft
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 49
Operatives Ziel
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt das entwicklungspolitische Engagement der
Zivilgesellschaft.
• Sie fördert die Vernetzung in Darmstadt, unterstützt dabei das Engagement sichtbar zu
machen, bezieht zivilgesellschaftliche Organisationen in ihre Entwicklungszusammenarbeit
ein und ist offen für gemeinsame Projekte.
Maßnahmen
• Realisierung gemeinsamer entwicklungspolitischer Inlandsprojekte in Darmstadt
• Organisation von Netzwerktreffen
• Ausrichtung von Workshops zu Projektfinanzierung und -management entwicklungs-
politischer Projekte
• Modellprojekt zur finanziellen Förderung entwicklungspolitischer Projekte gemeinnütziger
Vereine mit Sitz in Darmstadt
• Infrastrukturelle Unterstützung z.B. durch kostenlose oder günstige Bereitstellung
städtischer Räume für Veranstaltungen
Indikatoren
• Mindestens ein gemeinsames entwicklungspolitisches Inlandsprojekt ist bis 2030 umgesetzt.
• Mindestens alle zwei Jahre finden Netzwerktreffen zur Entwicklungspolitik in Darmstadt statt.
• Mindestens ein Workshop zu Finanzierungsmöglichkeiten und Projektmanagement entwick-
lungspolitischer Projekte wurde ausgerichtet.
• Mindestens ein Modellprojekt zur Beantragung finanzieller Unterstützung der Projektarbeit
ist bis 2030 ausgeschrieben.
Ziele - Stärkung der Zivilgesellschaft
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
50
3.7 Internationale und fachliche Vernetzung
Voneinander Lernen
Der internationale und fachliche Austausch ermöglicht es Kommunen untereinander von Erfahrungen
und guten Beispielen zu profitieren, auch über Ländergrenzen hinweg. Hier bieten Engagement
Global, Connective Cities, aber auch viele weitere nationale wie internationale Netzwerke und
Institutionen Gelegenheit zur Vernetzung.
Der nationale wie internationale fachliche Austausch soll vertieft werden, insbesondere zur
lokalen Umsetzung der Agenda 2030 und nachhaltiger Stadtentwicklung. Die Wissenschaftsstadt
Darmstadt beteiligt sich aktiv an internationalen Konferenzen und verstärkt damit die bisherige
Netzwerkarbeit. Sie richtet internationale Konferenzen aus und bezieht im Rahmen des fachlichen
Austauschs themenbezogen externe Expertinnen und Experten ein. Der regionale Austausch mit
dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und im Rhein-Main-Gebiet zu nachhaltiger Entwicklung wird
intensiviert.
Eine Ausweitung der Beteiligung bei bestehenden sowie zusätzlichen Mitgliedschaften in fachlichen
Netzwerken wird fortlaufend geprüft. In Darmstadt wird der Austausch zwischen der Stadtverwaltung,
den Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft gefördert. Hiervon zeugen diverse
Kooperationsprojekte.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt sich in nationalen wie internationalen Gremien für die
Wahrnehmung der zentralen Rolle und Unterstützung von Kommunen zur Realisierung nachhaltiger
Entwicklung ein.
Betreuung ausländischer Delegationen
Darmstadt trägt zudem durch den Empfang von Fachdelegationen aus dem Globalen Süden zum
kommunalen Wissenstransfer bei. Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Wissenschafts -
stadt Darmstadt erreichen die Stadt viele Anfragen von Kommunen aus aller Welt zur Aufnahme von
Beziehungen und Kooperationen.
Ziele - Internationale und fachliche Vernetzung
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 51
Operatives Ziel
• Die Wissenschaftsstadt Darmstadt engagiert sich im und fördert den internationalen und
fachlichen Austausch, insbesondere zur lokalen Umsetzung der Agenda 2030 für nach-
haltige Entwicklung.
• Sie beteiligt sich aktiv an nationalen wie internationalen Netzwerken und setzt sich in
nationalen wie internationalen Gremien für die Wahrnehmung der zentralen Rolle von
Kommunen und deren Unterstützung bei der Realisierung nachhaltiger Entwicklung ein.
Maßnahmen
• Ausrichtung internationaler Konferenzen
• Intensivierung der Beteiligung an bestehenden Netzwerken und zusätzliche Mitgliedschaften
bei Bedarf
• Einsatz in internationalen Gremien für nachhaltige Entwicklung
• Fachlicher Austausch mit Partnerstädten
Indikatoren
• Mindestens eine internationale Konferenz wurde bis 2030 ausgerichtet.
Ziele - Internationale und fachliche Vernetzung
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt
52
Grundprinzipien der Entwicklungszusammenarbeit
4. Grundprinzipien der Entwicklungszusammenarbeit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Für die Entwicklungszusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt sollen die nachfolgenden
Grundprinzipien gelten.
Wahrung von Menschenrechten
Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Die Wahrung von Menschenrechten ist ein wichtiges
Anliegen der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Bei ihren entwicklungspolitischen Projekten orientiert
sie sich an menschenrechtlichen Standards und Prinzipien und setzt sich für deren Einhaltung ein.
Diskriminierung und Ungleichheit aufgrund von Religion, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder
des Geschlechts sind weltweit ein Problem. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wendet sich
gegen jegliche Form der Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die
Wahrung von Menschenrechten, Nichtdiskriminierung und Gleichberechtigung der Geschlechter
werden als Querschnittsaufgabe in allen entwicklungspolitischen Maßnahmen berücksichtigt.
Die Förderung der Rechte marginalisierter Personen und Gruppen, wie bspw. Kindern und Jugend-
lichen, Menschen mit Behinderungen, oder sexueller, religiöser und ethnischer Minderheiten soll in
Projekten der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt werden.
Partnerschaftsprojekte und Projektpartnerschaften
Für die Auslandsarbeit deutscher Kommunen ist ausschließlich die Zusammenarbeit mit Partnern
der lokalen Ebene, wie Gemeinden oder vergleichbarer Institutionen im Ausland zulässig, die sich
auf Gegenstände bezieht, die nach deutschem Rechtsverständnis Angelegenheiten der Gemeinden
sind.28 Die außen- und entwicklungspolitischen Ziele des Bundes sind den kommunalen Aktivitäten
übergeordnet und können die entwicklungspolitischen Aktivitäten der Kommune hierbei einschränken.
Alle Projekte der Zusammenarbeit mit Kommunen des Globalen Südens sollen für die
Bürgerinnen und Bürger Darmstadts erfahrbar sein sowie von ihnen getragen werden, etwa in
Form von Magistratsbeschlüssen, gesellschaftlichen Aktivitäten von Vereinen oder kommunaler
Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.
Für neue Projektpartnerschaften kommen insbesondere Kommunen des Globalen Südens in
Betracht, die vergleichbare Zielsetzungen im Hinblick auf nachhaltige Stadtentwicklung verfolgen,
sodass ein Austausch von Know-How wechselseitigen Nutzen entfalten kann. Um einmalig angelegte
Unterstützung ohne eine Städtepartnerschaftsvereinbarung rechtssicher umsetzen zu können und
die Verwurzelung in der Darmstädter Bürgerschaft abzubilden, sind entsprechende Projektabkommen
mit ausländischen Kommunen zu vereinbaren und diese mit dem Prinzip einer Gegenseitigkeit zu
28 Beschluss des Bund-Länder-Ausschusses Entwicklungszusammenarbeit vom 7. Juni 2010, abrufbar unter:
https://ez-der-laender.de/sites/default/files/2019-01/beschluss_bla_ez_kepol_110526.pdf
Entwicklungspolitisches Konzept der Wissenschaftsstadt Darmstadt 53
29 S. Engagement Global (2018): Dialog Global. Rechtliche Aspekte der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit im Ausland. Nr.
49; S. 19, abrufbar unter: https://skew.engagement-global.de/dialog-global/dialog-global-nr-49.html?file=files/2_Mediathek/Mediathek_
Microsites/SKEW/Publikationen/3_Dialog_Global/skew_dialog_global_nr.49_rechtliche_aspekte__kommunale_EZ_ausland_2018.pdf
5. Berichterstattung
versehen.29 In Frage kommen entwicklungspolitische Projektpartnerschaften mit lokalen Gebiets-
körperschaften in Ländern und Regionen, welche auf der Liste der Entwicklungsländer und -gebiete
des Entwicklungsausschusses (Development Assistance Committee, abgekürzt „DAC“) der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geführt werden.
Kooperation auf Augenhöhe
Bei Partnerschaftsprojekten der Stadtverwaltung erfolgt die Zusammenarbeit mit Partnern im
Globalen Süden „auf Augenhöhe“. Entwicklungspolitische Projekte sollen bedarfsorientiert in
Abstimmung mit den Kooperationspartnern konzipiert werden. Sie können die Bedürfnisse und
Herausforderungen vor Ort besser einschätzen. Kooperationspartner im Globalen Süden sind in
der Regel Kommunalverwaltungen sowie auf kommunaler Ebene angesiedelte Organisationen. Die
Eigenverantwortung der Projektpartner im Globalen Süden ist hierbei eine wichtige Voraussetzung
für den langfristigen Erfolg von Projekten. Lokale, soziale und kulturelle Gegebenheiten sollen
berücksichtigt werden.
Orientierung an Evaluierungskriterien des Entwicklungsausschusses der Organisation
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (DAC-Kriterien)
Die erfolgreiche Umsetzung von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit wird anhand der
sogenannten DAC-Evaluierungskriterien bewertet: Relevanz, Effektivität, Effizienz, übergeordnete
entwicklungspolitische Wirkungen (impact), Nachhaltigkeit im Sinne der Dauerhaftigkeit und
Kohärenz. Als Referenzrahmen zur Qualitätswahrung für Projekte der Entwicklungszusammen -
arbeit sollen die DAC-Evaluationskriterien in der Projektplanung und -umsetzung berücksichtigt
werden.
5. Berichterstattung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt berichtet regelmäßig über ihr entwicklungspolitisches
Engagement. Berichte zur Umsetzung des entwicklungspolitischen Konzeptes sind mindestens
alle 5 Jahre vorgesehen. Mindestens ein statistischer Bericht zur Abbildung der Sustainable
Development Goals in Darmstadt soll bis 2030 vorliegen. Er soll den Erfolg der lokalen Umsetzung
der Agenda 2030 messbar machen und als Orientierungsrahmen dienen.
11.21 Ritter Mediendesign
Herausgeberin | Kontakt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen
Bad Nauheimer Straße 4
64289 Darmstadt
Telefon: (0 61 51) 13 – 23 21
Telefax: (0 61 51) 13 – 35 84
E-Mail: vielfalt-international@darmstadt.de
Internet: www.darmstadt.de
Für den Inhalt der Publikation ist allein die Herausgeberin verantwortlich; die hier dargestellten
Positionen geben nicht den Standpunkt der Engagement Global oder des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.
Gestaltung/Layout:
Ritter Mediendesign
© Wissenschaftsstadt Darmstadt 2021
Gefördert durch mit ihrer mit Mitteln des
Beratungsverlauf (3)
Orte (3)
- Luisenplatz
- Bad Nauheimer Straße 4
- Kapellplatz
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2021/0373
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 30.11.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00