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F/0004/2011

Gentrifizierung

Anfragen von Ratsmitgliedern 11.10.2011

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3156 Zeichen

Ratsanfrage F/0004/2011 
 
Seite 1 von 2 
DIE LINKE. Ratsfraktion  
Achtermannstraße 19 
48143 Münster 
Telefon 0251 / 9816051 
 
 
  
11/ Oktober 2011  
 
 
Betr.: Öffentliche Ratsanfrage von DIE LINKE. Ratsfraktion Münster 
 
In den letzten Jahren hat sich der aus dem Englisch en entlehnte Begriff Gentrifizierung auch in 
Münster „eingebürgert“. Er beschreibt bestimmte, in  der Stadtsoziologie bereits umfangreich 
erforschte Prozesse der Aufwertung meist innenstadt naher, durchsanierter oder 
sanierungsbedürftiger Altbauquartiere, die innerhalb recht kurzer Zeit zu einer Verdrängung größerer 
Teile der alteingesessenen Bewohnerschaft und der k leinen Gewerbetreibenden zugunsten einer 
(deutlich) einkommensstärkeren Klientel führen. Die  damit einhergehenden Phänomene sind 
galoppierende Mietpreiserhöhungen und eine vergleic hsweise hohe Zahl von ehemals günstigen 
Mietwohnungen, die in „hochwertige“ Eigentumswohnun gen umgewandelt werden. Nutznießer/-
innen der Gentrifizierung sind zuvorderst Spekulant en, aber auch die neuen Bewohner/-innen von 
teuren Miet- oder auch „edelsanierten“ Eigentumswoh nungen. Opfer dieser sogenannten 
Aufschickung sind überwiegend Menschen mit geringem Einkommen, Transferleistungsempfänger/-
innen, Familien sowie Menschen ohne deutschen Pass.  Der teilweise schnell ablaufende 
Bevölkerungswandel führt zu nachhaltigen sozialen u nd kulturellen Verwerfungen und bedroht im 
Einzelfall die Identität und die gewachsenen Strukturen ganzer Quartiere. 
 
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung: 
 
1. Was verbindet die Stadt mit dem Begriff Gentrifi zierung und in welchen Zusammenhängen 
respektive Konzepten findet er bereits Verwendung? 
 
2. Mit welchen Instrumentarien, Verordnungen und Ge setzen können die Behörden operieren, um 
die Verdrängung von größeren Teilen der Bewohnersch aft durch einkommensstärkere Schichten zu 
beeinflussen oder zu verhindern? 
 
3. Mit welchen Instrumentarien, Verordnungen und Ge setzen können die Behörden operieren, um 
die Verdrängung von kleinen Läden der Nahversorgung durch sogenannte Ketten oder anderes, nicht 
der Nahversorgung dienendes Gewerbe zu beeinflussen oder zu verhindern? 
 
DIE LINKE . Ratsfraktion Münster, Achtermannstraße 19, 48143 Münster  
 
An den Rat der Stadt Münster 
 
z.Hd. Herrn Oberbürgermeister Markus Lewe

4. Welche Ziele verfolgt die Stadt, gewachsene Stru kturen hinsichtlich der Einwohnerschaft, des 
Kleingewerbes, der sozialen und kulturellen Infrast ruktur dauerhaft zu stabilisieren beziehungsweise 
zu sichern? 
 
5. Welches Leitbild vertritt die Stadt bei der Über windung von Segregationserscheinungen 
beziehungsweise der Herstellung eines entsprechend dem Bevölkerungsschnitt gemischten Viertels? 
 
6. Gibt es bei der Stadtverwaltung eine sich spezie ll mit den Phänomenen der Gentrifizierung 
beschäftigende Abteilung? 
• Wenn ja, um welche Abteilungen handelt es sich, wie  viele Personen arbeiten dort und wo 
sind etwaige Ergebnisse einsehbar? 
• Wenn nein, warum nicht? 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Raimund Köhn   Iris Toulas   Joachim Bruns 
DIE LINKE. Münster  DIE LINKE. Münster  DIE LINKE. Münster

Beratungsverlauf (1)

19.10.2011 Rat
TOP 5.1 Anfrage
Zur Sitzung

Orte (1)

  • Achtermannstraße 19

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Details

Vorlagen-Nr.
F/0004/2011
Typ
Anfragen von Ratsmitgliedern
Datum
11.10.2011
Erstellt
06.10.2020 14:37