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Fortschreibung der Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015 und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen
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THG-Bilanzen-Koeln~2008-2015_IFEU-Vs3~180905
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Fortschreibung der Energie- und Treib- hausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015 und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen Hans Hertle, Frank Dünnebeil, Benjamin Gugel, Eva Rechsteiner Heidelberg, August 2018 Auftraggeber: Stadt Köln – Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz ifeu Wilckensstraße 3 D - 69120 Heidelberg Telefon +49 (0)6 221. 47 67 - 0 Telefax +49 (0)6 221. 47 67 - 19 E-Mail ifeu@ifeu.de www.ifeu.de Inhalt Teil A: Fortschreibung der gesamtstädtischen Bilanzen für die Jahre 2008-2015 4 1 Methodik 4 1.1 Allgemeines 4 1.2 Verkehrsbereich 5 2 Datenbasis und Bewertung der Datengüte 8 2.1 Datengüte als Maß für die Aussagekraft von kommunalen Energie- und THG-Bilanzen 8 2.2 Datenbasis der Bilanzen bei den leitungsgebundenen Energieträgern 9 2.3 Datenbasis der Bilanzen bei den nicht-leitungsgebundenen Energieträgern 10 2.4 Datenbasis der Bilanzen beim Sektor Verkehr 11 3 Ergebnisse der gesamtstädtischen Energie- und THG-Bilanz 2015 13 3.1 Endenergiebilanz 2015 13 3.2 THG-Bilanz 2015 14 3.3 Indikatorenset der Kölner Bilanz 2015 17 3.4 Detaillierte Darstellung des Verkehrsbereichs 2015 19 4 Entwicklungen der Energie- und THG-Bilanzen seit 2008 23 4.1 Entwicklung der gesamtstädtischen Bilanzen von 2008 bis 2015 23 4.2 THG-Entwicklung und Klimaschutzziele der Stadt Köln 25 4.3 Entwicklungen im Verkehrsbereich 26 Teil B: Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen 28 5 Bilanzierungsrahmen 28 6 Kompatibilität von BISKO-Systematik und GHG-Protokoll 32 7 Stufenmodell zur Bilanzierung und verfügbare Datenbasis 35 7.1 Stufenmodell zur Bilanzierung 35 7.2 Verfügbare Datenbasis 36 8 Ergebnisse der Datenerhebung 38 8.1 Ergebnisse der quantitativen Datenerhebung und Darstellung in der gesamtstädtischen Bilanz 38 8.2 Ergebnisse der qualitativen Datenerhebung 40 9 Verfahrensvorschlag für die weitere Bilanzierung 43 10 Anhang 45 10.1 Auswahl der Beteiligungsunternehmen 45 10.2 Interviewleitfaden zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen 49 10.3 Protokoll zum 1. Workshop “Einheitliches Klimaschutz-Controlling in Köln“ 52 10.4 Protokoll zum 2. Workshop “Einheitliches Klimaschutz-Controlling in Köln“ 58 10.5 Methodik Verkehr 2006/2015 61 10.6 Vorlage zur Erhebung von Gebäude- und Nutzflächen-scharfen Verbrauchsdaten 65 Literaturverzeichnis 66 4 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Teil A: Fortschreibung der gesamtstädtischen Bilanzen für die Jahre 2008-2015 1 Methodik 1.1 Allgemeines Die gesamtstädtische Bilanzierung der Teilbereiche Energie (“stationärer“ Energieverbrauch) und Verkehr (“mobiler“ Energieverbrauch) für die Jahre 200 8 - 2015 erfolgte nach der seit 2016 bundesweit angewandten Bilanzierungssystematik Kommunal (BISKO) des “Klimaschutz -Planers“, die das ifeu im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zusammen mit dem Klima -Bündnis e.V. und dem IdE Institut dezentrale Technologien gGmbH entwickelt hat1. Dieser Ansatz wird inzwischen in allen gängigen Bilanzierungs-Tools für Kommunen angewendet. Die Fortschreibungsbilanzen wurden – wie auch die Bilanzen 2008 des “Integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Teilbereich Energie“ von 2012 (im Weiteren “IKSK Energie 2012“) – mit dem EXCEL -basierten Tool “BICO2-Köln“ erstellt, das soweit wie möglich die für Köln verfügbare Datenbasis abbildet und in allen Berechnungsgängen nachvollzogen werden kann. Das um den Verkehrssektor erweiterte “BICO2-Köln 2018“ berücksichtigt die Bilanzierungssystematik “BISKO“ 1:1 und ist so konzipiert, dass es durch die Stadt Köln eigenständig fortgeschrieben werden kann. Die wesentlichen Elemente von BISKO sind: Endenergiebasierter Territorialansatz: Es werden alle energiebedingten Emissi onen innerhalb der Kölner Stadtgrenzen bilanziert. Vereinfachend wird im Weiteren nicht von Endenergie- sondern von Energiebilanz gesprochen2. Bundesmix Strom: In der nach BISKO -Standard berechneten Bilanz der Stadt Köln wird für die Bewertung von Strom der Bundesmix ge nutzt. Parallel wird noch eine –––––––––––––––– 1 BISKO Bilanzierungs -Systematik Kommunal. Empfehlungen zur Methodik der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für den Energie - und Verkehrssektor in Deutschland (Im Rahmen des Vorhabens “Klimaschutz-Planer – Kommunaler Planungsassistent für Energie und Klimaschutz“), ifeu - Institut Heidelberg, 2016. https://www.ifeu.de/wp-content/uploads/Bilanzierungs- Systematik_Kommunal_Kurzfassung.pdf 2 Als Endenergie wird die Energie bezeichnet, die beim Verbraucher in Form von z.B. Erdgas, Fernwärme oder Strom ankommt. Sie unterscheidet sich von der Primärenergie dadurch, dass keine Förder-, Übertragungs- und Energieumwandlungsverluste enthalten sind. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 5 zweite Bilanz erstellt, bei der der Strom mit einem lokalen Strommix bewertet wird. Dafür werden alle Strom einspeisenden Anlagen der RheinEnergie , verschiedener Industriebetriebe, des Flughafens, der Abfallentsorgungs - und Verwertungsgesellschaft sowie der Stadtentwässerungsbetriebe berücksichtigt. Berücksichtigung von Vorketten und CO2-Äquivalenten: Es werden auch die Emissionen berücksichtigt, die bei Förderung, Aufbereitung und Transport der in Köln eingesetzten Energieträger anfallen, e benso die Treibhausgase Methan (CH4) und Lachgas (N2O) als CO2-Äquivalente. Insofern wird im Weiteren auch nicht von CO2- sondern von Treibhausgas- oder THG-Emissionen und -Bilanzen gesprochen. Exergetische Allokation: Bei d er Strom - und Wärmeerzeugung aus KWK-Prozessen werden die Emissionen anhand ihrer exergetischen Wertigkeit zugeordnet3. Keine Witterungskorrektur: Der ermittelte Energieverbrauch wird nicht witterungsbereinigt. Diesem Standard entsprach bis auf den letzten Punkt bereits die Bilanzierung 2008. Da der Verkehrsbereich zum ersten Mal vom ifeu bilanziert w urde, wird die Methodik zur Bilanzierung seiner THG-Emissionen nachfolgend etwas ausführlicher beschrieben. 1.2 Verkehrsbereich Die Fortschreibung der Verkehrsbilanzen für die Jahre 200 8 - 2015 erfolgte analog zum stationären Bereich nach de r BISKO-Systematik als endenergiebasierte Territorialbilanz unter Einbeziehung aller motorisierten Verkehrsmittel im Personen- und Güterverkehr. Als THG-Emissionen werden neben CO 2 auch noch Methan ( CH4) und Lachgas (N2O) mit ihrer höheren spezifischen Klimawirksamkeit als CO2-Äquivalente berücksichtigt. Da es auf dem Kölner Stadtgebiet einen Flughafen gibt, wird d ieser über die Emissionen der Starts und Landungen (“LTO-Zyklus“4) erfasst. Dabei werden sowohl die direkten Emissionen während der Fahrzeugnutzung ( “tank-to-wheel“) als auch die vorgelagerten Emissionen der Energieträgerbereitstellung (“well-to-tank“) einbezogen. In Abbildung 1-1 sind Methodik und Systemgrenzen für die Bilanzierung des Verkehrs grafisch zusammengefasst. –––––––––––––––– 3 Mehr Informationen zur exergetischen Allokationsmethode finden sich unter https://www.ifeu.de/wp-content/uploads/IFEU_EXERGIE_UBA-Format_final.pdf 4 Landing and Take Off Cycle 6 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 1-1: Empfehlungen zur Bilanzierungssystematik für den Verkehr Ergänzend zu den o.g. B ilanzen erfolgte für das Jahr 2006 noch ein Vergleich mit der Detailbilanz des Klimaschutzkonzeptes für den Teilbereich Verkehr aus dem Jahr 20115 (im Weiteren “Klimaschutzkonzept Verkehr 2011“) in Bezug auf Methodik, Datengrundlagen und Ergebnisse. Zusätzliche Differenzierung nach Herkunft der Verkehre Die verwendeten Fahrleistungsdaten für Köln bilde ten den gesamten Verkehr im Stadtgebiet ab und erfass ten damit gleichermaßen die Verkehre der Einwohner wie auch der Einpendler im Berufsverkehr und der auswärtigen Besucher. Die empfohlene zusätzliche Differenzierung der Fahrleistungen nach Binnen-, Quell- und Ziel- sowie Transitverkehr soll die Identifizierung von relevanten Handlungsbereichen, die Ableitung von gezielten Maßnahmen und die Abschätzung von Potenzialen erleichtern. Bisher liegen für den Verkehr in Köln aber keine Daten in der notwendigen Auflösung vor, so dass eine entsprechende Differenzierung der Fahrleistungen und der THG-Emissionen nicht dargestellt werden konnte. Im Herbst 2016 hat der Rat der Stadt Köln die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für die Entwicklung eines “Integrierten Gesamtverkehrsmodells “ beschlossen6. Damit kann in künftigen Bilanzen eventuell eine zusätzliche Differenzierung nach Herkunft bzw. Ursache ermöglicht werden. Um eine erste Einschätzung der potenziellen Handlungsschwerpunkte im Personenverkehr zu ermöglichen, w urde eine überschlägige Abschätzung der Beiträge von Einwohnern, Einpendlern im Berufsverkehr und Besuchern zu den Verkehrsleistungen und THG-Emissionen vorgenommen. Diese orientiert sich weitgehend an dem Vorgehen, das bereits im Klimaschutzkonzept Verkehr 2011 gewählt wurde. –––––––––––––––– 5 Klimaschutzkonzept für die Stadt Köln – Teilbereich Verkehr, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH 2011 im Auftrag des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln 6 Beschluss im Verkehrsausschuss des Rates der Stadt Köln am 08.11.2016 zur Beschlussvorlage 2832/2016 ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 7 Rückrechnung der Verkehrsentwicklungen bis 1990 Ergänzend zur Energie - und T HG-Bilanzierung für das aktuelle Jahr 2015 wurden noch vollständige Bilanzen für die Jahre 2008, 2010 und 2013 erstellt sowie zum Vergleich mit der Bilanzierung im Klimaschutzkonzept Verkehr 2011 auch für das Jahr 2006. Da sich die nationalen und kommunalen Klimaschutzziele in Deutschland auf das Jahr 1990 beziehen, wurde zudem auch folgende vereinfachte Rückrechnung auf das Ausgangsjahr 1990 durchgeführt: Im Straßenverkehr erfolgt die Rückrechnung der Fahrleistungen in der Kommune angelehnt an die durchschnitt liche Fahrleistungsentwicklung der einzelnen Fahrzeugkategorien seit 1990, unterteilt nach alten und neuen Bundesländern. Grundlage für die Ableitung der Rückrechnungsfaktoren sind Jahresfahrleistungsangaben für Bundesautobahnen und Bundesstraßen aus den deutschlandweiten Straßenverkehrszählungen (SVZ, 5-jährlich seit 1990). Für die übrigen Verkehrsmittel erfolgt e die Rückrechnung nach den gesamtdeutschen Entwicklungen seit 1990 aus dem Modell TREMOD. Aufgrund der begrenzten Datenlage war aber keine regionalspezifische Differenzierung möglich. Emissionsfaktoren im Verkehr Zur Berechnung der BISKO-konformen Endenergieverbräuche und Treibhausgasemissionen werden aktuelle fahr - und verkehrsleistungsspezifische Kraftstoffverbrauchs - und Emissionsfaktoren aus dem Modell TREMOD 7 verwendet. In TREMOD werden der durchschnittliche technische Stand der Fahrzeugflotte in Deutschland im jeweiligen Bezugsjahr sowie der Einfluss von Geschwindigkeit und Fahrsituation (z.B. Innerortsstraßen oder Autobahn) berücksichtigt. Weiterhin sind Randbedingungen wie die CO2-Minderungsvorgaben der Europäischen Kommission oder der Anteil von Diesel -Pkw, die Beimischung von Biokraftstoffen etc. abgebildet. –––––––––––––––– 7 TREMOD: Transport Emission Model, Daten - und Rechenmodell: Energieverbrauch und Schadstoff - emissionen des motorisierten Verkehrs in Deutschland 1960 -2035; ifeu Heidelberg, im Auftrag des Umweltbundesamtes seit 1993. 8 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu 2 Datenbasis und Bewertung der Datengüte 2.1 Datengüte als Maß für die Aussagekraft von kommunalen Energie- und THG-Bilanzen Die Erstellung kommunaler Energie- oder THG -Bilanzen basiert in Deutschland auf dem Endenergieverbrauch im stationären Bereich und im Verkehr. Dabei kann sich – je nach Datenlage – eine sehr unterschiedliche Aussagekraft der Bilanz ergeben. Um diese Qualität zu bewerten, wurde bei der Entwicklung des “BISKO“-Standards die folgende Bewertungsmatrix für die “Datengüte“ festgelegt8. Abbildung 2-1 Übersicht Datengüten in der kommunalen Energie- und THG-Bilanzierung Die Datengüte A (100%) wird Berechnungen mit primärstatistischen Daten zugeordnet, welche durch lokale Erhebungen direkt und genau vorliegen. Dazu zählen z.B. Energieverbrauchsdaten von Energieversorgern oder Netzgesellschaften zu leitungsgebundenen Energi eträgern (Strom, Erdgas und Fern - bzw. Nahwärme) oder aggregierte Energieverbrauchsdaten des verarbeitenden Gewerbes von IT.NRW 9. Bei der Datengüte B (50%) wird d er Energieverbrauch indirekt a us lokalen Primärdaten (z.B. zu geförderten Solaranlagen) hochge rechnet. Bei der Datengüte C (25%) werden lokale statistische Daten mit regionalen Energiekennwerten verknüpft (z.B. lokale Wohnfläche mit dem durchschnittlichen Wärmeverbrauch in einem Bundesland). Datengüte D (0%) beinhaltet lokale Daten, die mit bundesw eiten Kennwerten zu Energieverbräuchen hochgerechnet werden. Bilanzen mit der Gesamtdatengüte A = 100% haben die höchste Aussagekraft und sind in der Fortschreibung entsprechend interpretierbar, während Bilanzen mit der Gesamtdatengüte D = 0% im Grunde keine lokale Aussagekraft haben. –––––––––––––––– 8 Mehr Informationen finden sich im BISKO-Methodenbericht. 9 IT.NRW ordnet diesem Se ktor alle Betriebe verschiedener Wirtschaftsbranchen (korrekte Bezeichnung: “Abteilungen“ nach WZ 2008) mit mehr als 20 Mitarbeitern zu. Dieser Sektor wird im Weiteren auch vereinfachend als “Industrie“ bezeichnet. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 9 In der kommunalen Energiebilanz wird der Verbrauch nach Energieträgern und Verbrauchssektoren dargestellt. Die nachfolgende Aufteilung entspricht der Bilanz 2008 des IKSK Energie 2012, bei der folgende Verbrauchssektoren getrennt bilanziert wurden: Private Haushalte (prioritäre Zielgruppe kommunalen Handelns) Gewerbe/Handel/Dienstleistungen (im Weiteren “GHD“) und Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe bzw. Industrie kommunale Einrichtungen (bzw. im Weiteren “Städtische Gebäude“) Verkehr 2.2 Datenbasis der Bilanzen bei den leitungsgebundenen Energieträgern Für den stationären Bereich waren für die Bilanzjahre nach 2008 ein hoher Anteil leitungsgebundener Energieträger sowie primärstatistische Informationen zu Betrieben des verarbeitenden Gewerbes verfügbar. D araus resultiert über alle Energieträger und Sektoren eine sehr hohe Gesamtdatengüte der Bilanzen (2015: 84%)10. Allerdings sind zwei Besonderheiten festzustellen: 1. Die vom lokalen Strom - und Erdgasnetzbetreiber (Rheinische Netzgesellschaft - RNG) bezogenen Daten unterteilen nicht nach den o.g. Verbrauchssektoren. Bei den bereitgestellten Daten gibt es nur eine Unterteilung nach Standardlastprofil- Kunden (SLP) und Kunden mit registrierender Leistungsmessung (RLM). Während SLP-Kunden v.a. Kleinverbraucher (Private Haushalte und G HD/Sonstiges) sind, handelt es sich bei RLM -Kunden vor allem um Großkunden im industriellen Bereich oder um gewerbliche Großkunden (z.B. Wohnungsbaugesellschaften, Softwareunternehmen etc.). Bei der Bilanz 2008 konnte für die Aufteilung des Energieverbrauchs auf Haushalte und GHD /Sonstiges noch auf die RheinEnergie -Absatzzahlen zurückgegriffen werden, für die neuen Bilanzen lagen diese aber nicht mehr vor. Deshalb mussten im Strom- und Gasbereich sowie bei Fern - und Nahwärme11 die Sektoren Private Haushalte und GHD/Sonstiges zusammengefasst werden. Für Industrie und verarbeitendes Gewerbe wurde der von IT.NRW erfasste Energieverbrauch übernommen (vgl. Punkt 2). –––––––––––––––– 10 Zur Erläuterung: Die 84% der Kölner Bi lanz ergeben sich aus den unterschiedlichen Anteilen der Energieträger an der Gesamtbilanz sowie deren unterschiedliche Datengüte. 11 Hier lag für die Bilanz 2015 nur der Gesamtverbrauch ohne Unterteilung nach Energieträgern vor. 10 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Tabelle 2-1: Übersicht über Datenquellen und Datengüten für leitungsgebundene Energieträger Gesamtbilanz Quelle Gesamt- bilanz- Daten- güte Aufteilung auf die Sektoren Haushalte/GHD Quelle Sektorale Datengüte HH/GHD Aufteilung auf Sektor Industrie Quelle Sektorale Datengüte Industrie Erdgas RNG /IT.NRW 100% Aufteilung GHD/HH wie Bilanz 2008 25% IT.NRW 100% Strom RNG /IT.NRW 100% AG Energie- bilanzen (Kennwerte selbständig ermittelt) 25% IT.NRW 100% Nah12- und Fernwärme RNG /IT.NRW 100% Aufteilung nach GHD/HH wie Bilanz 2008 25% IT.NRW 100% 2. Die RNG stellt als Netzbetreiber für Strom und Erdgas im Kölner Stadtgebiet auch Informationen zu den Lieferungen der GVG im Kölner Südwesten bereit. Dennoch sind damit nicht alle Energieverbräuche i m Kölner Stadtgebiet erfasst. Für die Chemparks in Leverkusen/Köln -Flittard und Dormagen/Köln -Worringen betreibt die Currenta GmbH & Co. OHG (Gemeinschaftsunt ernehmen von Bayer AG und Lanxess Deutschland GmbH) ein eigenes Verteilnetz zur Erdgas - und Stromversorgung der Chemparks. Anhand der Daten von IT.NRW konnten die dort vertriebenen Mengen ermittelt und damit der Gesamtenergieverbrauch der RNG - Daten entsprechend ergänzt werden. Bei der Interpretation der Bilanzen nach 2008 sind die oben skizzierten Einschränkungen vor allem bei der Aufteilung auf die verschiedenen Verbrauchssektoren zu beachten. Für künftige Bilanzen soll in Gesprächen mit RheinEnergie und d er RNG ein Weg gefunden werden, die Datenlage wieder zu verbessern. 2.3 Datenbasis der Bilanzen bei den nicht- leitungsgebundenen Energieträgern Für die nicht-leitungsgebundenen Energieträger gibt es für die Bilanzjahre nach 2008 im stationären Bereich verschie dene Datenquellen, anhand derer sich der Energieverbrauch hochrechnen lässt. Zur Herleitung der Energieverbräuche beim Energieträger Heizöl dienen i nsbesondere die Schornsteinfegerdaten zur Anzahl der Heizölkessel und deren Leistung. Dennoch kann hier mang els lokaler Primärverbrauchsdaten nie eine bessere Datengüte als B oder C erreicht werden. Anders verhält es sich bei den Industrie - Befragungsdaten von IT.NRW, die auch den Verbrauch von nicht -leitungsgebundenen Energieträgern beinhalten, sodass diese mit der Datengüte A zu bewerten sind. Der Anteil –––––––––––––––– 12 Erdgas zur Nahwärmeerzeugung wurde vom Erdgasverbrauch des Sektors abgezogen. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 11 der nicht -leitungsgebundenen Energieträger im stationären Bereich ist in Köln allerdings vergleichsweise gering, sodass die hohe Gesamtdatengüte der Bilanz erhalten bleibt. Tabelle 2-2: Übersicht über Datenquellen und Datengüten für nicht- leitungsgebundene Energieträger Gesamtbilanz Quelle Gesamt- bilanz - Datengüte Aufteilung auf die Sektoren Haushalte/GHD Quelle Sektorale Datengüte HH/GHD Aufteilung für Sektor Industrie Quelle Datengüte Industrie Heizöl Schornstein- feger/ IT.NRW 25%< Wert <50% (Misch- bilanz aus unterschied lichen Quellen) Schornsteinfeger 25% IT.NRW 100% Sonstige Energie- träger Förderung BAFA / IT.NRW 25% < Wert <50% (Misch- bilanz aus unterschied lichen Quellen) Förderung BAFA 50% IT.NRW 100% 2.4 Datenbasis der Bilanzen beim Sektor Verkehr Straßenverkehr (Motorisierter Individualverkehr, Straßengüterverkehr, Busse): Seit dem Jahr 2016 stellt das Software -Tool GRETA13 des Umweltbundesamtes räumlich aufgelöste Daten aller nationalen Emissionen sowie Vorgabewerte für die Kfz- Fahrleistungen für alle Kommunen in Deutschland zur Verfügung und zwar ab dem Jahr 2008 differenziert nach Kfz-Kategorien und Straßenkategorien. Größere Städte verfügen üblicherweise über eigene kommunale Verkehrsmodelle, mit denen die Fahrleistungen genauer berechnet werden können. Da die Entwicklung des Integrierten Gesamtverkehrsmodells für Köln erst im Herbst 2016 beschlossen wurde und dieses bei der aktuellen Bilanzerstellung noch nicht verfügbar war, musste auf die GRETA -Daten zurückgegriffen werden. Die für die Detailbilanz 2006 des Klimaschutzkonzeptes Verkehr 2011 verwendeten Daten des LANUV - Emissionskatasters boten ebenfalls keine bessere Datenbasis, da di e Daten für den Kfz-Verkehr nur “ca. alle 3 Jahre fortgeschrieben“ werden. Für den Öffentlichen Straßenpersonenverkehr (Linienbusse und Stadtbahnen) sind jährliche Angaben zu den Betriebsleistungen (Bus - bzw. Zug -km) auf Ebene der –––––––––––––––– 13 ArcGIS basierte Lösung zur detaillierten deutschlandweiten Verteilung (Gridding) nationaler Emissionsjahreswerte auf Basis des Inventars zur Emissionsberichterstattung . AVISO 2016, im Auftrag des Umweltbundesamtes. UBA-Texte 71/2016. 12 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Stadt- und Landkreise bei m statistischen Bundesamt verfügbar. 14 Darüber hinaus wurden die Angaben der Kölner Verkehrs -Betriebe KVB AG zu den Verkehrs - und Betriebsleistungen (Personen-km, Platz -km, Fahrzeug-km) genutzt. Durch Abgleich mit den Angaben des Statistischen Bundesamtes für den Stadtkreis Köln wurden die Personen- und Platz -km auf die Gesamtstadt umgerechnet. Für den Bahnverkehr existiert ein deutschlandweites streckenfeines Emissionskataster der DB AG mit kommunenfeiner Zurechnung von Bahnverkehr und Energieverbräuchen. Binnenschiffverkehr- und Flughafen-bezogene THG-Emissionen werden jährlich kommunenfein in dem Modell TREMOD berechnet. In Tabelle 2-3 sind die berücksichtigten Verkehrsmittel und die jeweilige Quelle für Verkehrsdaten der Stadt Köln dargestellt . Fuß- und Radverkehr werden in der Bilanz nicht betrachtet, da hier fast keine e xterne Energie zugeführt werden muss und somit nahezu keine THG-Emissionen entstehen. Tabelle 2-3: Quellen für Verkehrsdaten in Köln der Jahre 2008-2015 Verkehrsmittel Datenquelle/-herkunft Motorisierter Individualverkehr (motorisierte Zweiräder, Pkw) GRETA Straßengüterverkehr (leicht Nutzfahrzeuge, Lkw >3,5t) GRETA Busse (Summe Fern- und Reisebusse) GRETA Öffentlicher Straßenpersonenverkehr (Linienbusse und Straßenbahnen) Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB), Statistisches Bundesamt Schienenverkehr (Personennah- und - fernverkehr, Güterverkehr) Deutsche Bahn AG Binnenschiffe TREMOD –––––––––––––––– 14 Personenverkehr mit Bussen und Bahnen. Fachserie 8 Reihe 3.1. Statistisches Bundesamt, jährlich. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 13 3 Ergebnisse der gesamtstädtischen Energie- und THG-Bilanz 2015 3.1 Endenergiebilanz 2015 Die nachfolgend beschriebene THG -Bilanz für Köln basiert auf dem gesamtstädtischen Endenergieverbrauch der verschiedenen Verbrauchssektoren15. Abbildung 3-1: Endenergieverbrauch 2015 in Köln nach Sektoren (in GWh) Dieser betrug 2015, wie Abbildung 3-1 zeigt, insgesamt rund 29.800 GWh. Davon entfielen auf den Sektor Industrie etwa 37% (etwa 11.100 GWh), auf die Sektoren Private Haushalte sowie GHD/Sonstiges etwa 35% (etwa 10.500 GWh) und auf den Sektor Verkehr etwa 27% des Endenergieverbrauchs ( etwa 7.900 GWh). Der Anteil der von der städtischen Gebäudewirtschaft betreuten Gebäude und Objekte (im Weiteren “Städtische Gebäude“) lag mit etwa 280 GWh bei etwa 1%. Bei den Energieträgern dominierten über alle Verbrauchssektoren der Erdgasverbrauch mit etwa 34% ( etwa 10.000 GWh), der Kraftstoffverbrauch mit etwa 26% ( etwa 7.700 GWh) und der Stromverbrauch mit etwa 21% (etwa 6.300 GWh). Daneben entfielen auf Heizöl etwa 11% (etwa 3.100 GWh) und auf Fern- bzw. Nahwärme etwa 8% (etwa 2.400 GWh). Beim Wärmebereich dominierte der Erdgasverbrauch mit etwa 63%, während der –––––––––––––––– 15 Differenzen beim Aufsummieren der einzelnen Werte und Prozentangaben ergeben sich aus d er Ab- bzw. Aufrundung der Einzelwerte. 14 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Heizölverbrauch bei etwa 20% und der Fern - bzw. Nahwärme verbrauch bei etwa 15% lagen. Sonstige Energieträger spielten hier mit etwa 2% (unter 300 GWh) nur eine geringe Rolle. Im Sektor Private Haushalte und GHD /Sonstiges entfielen etwa 69% der Endenergie auf den Heizenergie- und etwa 31% auf den Stromverbrauch. Die Wärmeversorgung wurde zu etwa 57% mit Erdgas, zu etwa 24% mit Fern- bzw. Nahwärme und zu etwa 15% mit Heizöl gedeckt. Sonstige Energieträger hatten hier nur noch einen Anteil von etwa 4%. Statistisch gesehen verursachte ein Einwohner über alle Energieträger ein en Endenergieverbrauch von etwa 9.800 kWh. Im Sektor Industrie entfielen etwa 75% auf den Heizenergie - und etwa 25% auf den Stromverbrauch. Die Wärmeversorgung erfolgte zu etwa 68% mit Erdgas und zu etwa 25% mit Heizöl. Extern bezogene Fernwärme bzw. Ferndampf spielten dagegen mit etwa 7% nur eine untergeordnete Rolle. Pro Einwohner lag der Endenergieverbrauch bei etwa 10.400 kWh. Im Sektor Verkehr entfielen etwa 97% auf die verschiedenen Kraftstoffe und nur etwa 3% auf den Stromverbrauch (z.B. Schienenpersonennahverkehr). Pro Einwohner lag der Endenergieverbrauch bei etwa 7.400 kWh (weitere Informationen vgl. Kapitel 3.4). Im Sektor Städtische Gebäude entfielen etwa 77% auf den Heizenergie- und etwa 23% auf den Stromverbrauch. Die Wärmeversorgung wurde zu etwa 62% mit Erdgas, zu etwa 32% mit Fern - bzw. Nahwärme und nur zu etwa 4% mit Heizöl bzw. etwa 2% mit s onstigen Energieträgern gedeckt. Pro Einwohner lag der Endenergieverbrauch bei etwa 260 kWh16. 3.2 THG-Bilanz 2015 Die THG-Bilanz 2015 wurde aus de m Endenergieverbrauch der verschiedenen Energieträger und den spezifischen Emissionsfaktoren ermittelt. Wie Abbildung 3-2 zeigt, wurden rund 10 Mio. Tonnen THG oder etwa 9,4 Tonnen THG pro Einwohner emittiert. Bei der Emissionsverteilung zeigte sich, dass der Stromverbrauch mit etwa 38% bzw. etwa 3,8 Mio. Tonnen von allen Energieträgern die meisten THG -Emissionen verursachte. Auf die Energieträger Erdgas bzw. Kraftstoffe entfielen etwa 2,5 Mio. (etwa 25%) bzw. etwa 2,4 Mio. Tonnen THG (etwa 24%). Der Verbrauch an Heizöl bzw. Fern - und Nahwärme hatte mit 1,0 Mio. (etwa 10%) bzw. 0,03 Mio. Tonnen THG (etwa 0,3%) nur einen geringen bzw. sehr geringen Anteil. Durch den vergleichsweise hohen Emissionsfaktor für Strom nahm die Klimarelevanz der Sektoren mit hohem Stromverbrauch etwas zu. Dadurch stieg der THG-Anteil der Industrie bei etwa 3,8 Mio. Tonnen THG auf etwa 38% der Gesamtemissionen, während er bei den Privaten Haushalten und GHD/Sonstiges mit etwa 3,5 Mio. Tonnen THG bei etwa 35% blieb. Der Anteil des Verkehrssektors sank bei etwa 2,6 Mio. Tonne n THG auf etwa 26%. Mit etwa 0,08 Mio. Tonnen THG bzw. etwa 1% entfielen auf die Städtischen Gebäude die geringsten THG-Emissionen. –––––––––––––––– 16 Unterschiede beim Endenergieverbrauch der städtischen Gebäude in der BICO2 -Bilanz und im Energiebericht der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln ergeben sich aus der bei BICO2 nicht durchgeführten Witterungskorrektur. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 15 Abbildung 3-2: THG-Emissionen 2015 in Köln nach Sektoren Die THG-Emissionen bei Privaten Haushalten und GHD/Sonstiges waren zu etwa 55% bzw. etwa 29% durch den Verbrauch von Strom bzw. Erdgas geprägt. Etwa 10% der Emissionen entstanden durch die Nutzung von Heizöl, Fernwärme ( etwa 3%) und Sonstige Energieträger (unter 1%) hatten nur geringe Anteile. Pro Einwohner entfielen auf diesen Sektor etwa 3,3 Tonnen THG. Der Sektor Industrie verursachte etwa 3,8 Mio. Tonnen THG, was etwa 3, 6 Tonnen pro Einwohner entspricht. Daran hatte der Stromverbrauch mit etwa 43% den größten Anteil. Außerdem spielten noch Erdgas mit etwa 37% und Heizöl mit etwa 17% eine wichtige Rolle. Die extern bezogene Wärme hatte mit etwa 3% nur einen geringen Anteil an den THG-Emissionen. Der Sektor Verkehr verursachte etwa 2,6 Mio. Tonnen T HG-Emissionen, was etwa 2,4 Tonnen pro Einwohner entspricht. Dominierend waren die Kraftstoffe mit etwa 94% der THG-Emissionen. Weitere Informationen enthält Kapitel 3.4. Der Sektor Städtische Gebäude hatte mit etwa 80.000 Tonnen THG-Emissionen oder etwa 75 kg pro Einwohner zwar nur einen vergleichsweise geringen Anteil, die Vorbildfunktion der Stadt sollte hier jedoch nicht vergessen werden. Die THG-Emissionen waren vor allem auf den Verbrauch von Strom (etwa 47%) und Erdgas ( etwa 40%) zurückzuführen. Die Nutzung der klimafreundlichen Fernwärme verursachte nur etwa 9% der Emissionen , weitere etwa 4% waren auf die Nutzung von Heizöl zurückzuführen. Klimaeffekte der Energieversorgungsstruktur in Köln Im Methodenteil wurde bereits erläutert, dass die gesamtstädtische THG-Bilanz gemäß BISKO-Standard mit dem nationalen Emissionsfaktor für Strom (Bundesmix Strom) gerechnet wurde . Bei dieser Bilanzierung wir d die Qualität des in den lokalen Anlagen 16 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu erzeugten Stroms ((Heiz-) Kraftwerke oder e rneuerbare Energien ) in der Form berücksichtigt, dass die in das deutsche bzw. europäische Stromnetz eingespeist e Strommenge in die Berechnung des Bundesmix Strom einfließt. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass er sprunghafte Veränderungen bei künftigen Bilanzen vermeidet (z.B. durch den vorübergehenden Bezug von THG-armem Strom aus norwegischer Wasserkraft), den interkommunalen Vergleich erleichtert und den Blick auf den Endenergieverbrauch und damit die Verbesserungen bei der Energieeinsparung bzw. Energieeffizienz richtet17. Berücksichtigt man die Emissionsfaktoren der lokalen Stromeinspeiser , dann würde die kommunale THG-Bilanz für den Teilbereich Energie um etw a 50.000 Tonnen oder knapp 0,5% niedriger ausfallen als die Bilanz mit dem Bundesmix Strom (vgl. Abbildung 3-3). Abbildung 3-3: Auswirkungen der lokalen Stromerzeugung auf die Kölner THG-Bilanz Diese Verbesserung resultiert v.a. aus der überdurchschnittlichen Energieeffizienz der Heizkraftwerke der RheinEnergie, die 2015 mit ihrer Stromproduktion rund 32% des Kölner Strombedarfs deckten 18. Darüber hinaus trugen Industriekraftwerke, die RMVA, erneuerbare Energien und Sonstige Erzeuger rund 25% zur Deckung des Kölner Strombedarfs bei, während rund 43% des Strombedarfs extern bezogen wurden. –––––––––––––––– 17 Beim lokalen Strommix werden nur die lokalen Anlagen in Köln mit einbezogen. Vertraglicher Ökostrombezug wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt, da Strom aus diese Anlagen bereits in anderen Kommunen berücksichtigt ist. 18 Bei der Territorialbilanz wird der in Köln erzeugte Strom vollständig der Kölner Bilanz zugeordnet. In den Bilanzen der RheinEnergie wird der in Köln erzeugte Strom aber dem deutlich größeren Versorgungsgebiet zugeordnet. Dadurch kommt es zu unterschiedlichen Versorgungsanteilen. 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 Lokaler Strommix Bundesmix Strom Kraftstoffe Strom Sonstiges Kohle Heizöl Fern- und Nahwärme Erdgas Mio. Tonnen CO2 ifeu 2017 THG-Bilanz 2015 für Köln - Einfluss lokaler Strommix -0,5% ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 17 3.3 Indikatorenset der Kölner Bilanz 2015 Aus der Energie - und THG -Bilanz des Jahres 2015 können weitere wichtige Indikatoren abgeleitet werden, die zusätzliche Entwicklungen beschreiben und einen besseren Vergleich mit anderen Kommunen ermöglichen. Das Indikatorenset wurde im Rahmen des Projektes “Benchmark Kommunaler Klimaschutz“ vom ifeu entwickelt . Es berechnet verschiedene Kenngrößen zum Energiev erbrauch der privaten Haushalte, des GHD - und Verkehrssektors aber auch klimafreundliche Versorgungsanteile (KWK und erneuerbaren Energien) und vergleicht diese mit bundesdeutschen Durchschnittswerten19. Abbildung 3-4 zeigt die Ergebnisse für die Kölner Klimaschutzindi katoren 2015 in einer Bandbreite von 0 -10 (je höher der Balkenwert, desto besser schneidet die Stadt Köln bei diesem Indikator ab). Die genauen Werte wie auch die Min - und Max-Werte können dem rechten Teil der Abbildung entnommen werden. Abbildung 3-4: Klimaschutzindikatoren 2015 für die Stadt Köln (* Für diese Indikatoren lagen keine ausreichend differenzierten Daten vor.) Die Interpretation der Ergebnisse bedarf einiger Erläuterungen, da das Indikatoren set für alle deutschen Kommunen und deren unterschiedliche Rahmenbedingungen bzw. Potenziale entwickelt wurde: THG-Emissionen pro Einwohner: Dieser Indikator leitet sich aus der gesamtstädtischen THG-Bilanz ab. Die Bewertungsskala reicht von 0 Punkte (20 t TGH pro Einwohner (im Weiteren “EW“) bis 10 Punkte (keine THG -Emissionen mehr). In Köln wurden 2015 rund 9,4 t THG / EW emittiert, somit etwas weniger als im Bundesdurchschnitt (10 t THG / EW). Dieser Wert hängt stark von der Kölner Industriestruktur ab. Im Vergleich zu 2008 hat sich dieser Wert um etwa 6% verbessert. –––––––––––––––– 19 Auf den Internetseiten des Klima -Bündnis e.V. ist darüber hinaus auch der Vergleich mit Städten gleicher Größenordnung möglich (http://www.benchmark-kommunaler-klimaschutz.de/). 18 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu THG-Emissionen, Strom- und Wärmeverbrauch pro Einwohner im Sektor “Private Haushalte“ (vgl. *-Markierung): Diese Indikatoren wären eine wichtige Ergänzung gewesen, da hiermit in dem relativ homogenen Sektor sowohl Einsparungen durch Effizienz als auch klimafreundliche Versorgung gut abgebildet werden können. Sie konnten aber nicht ermittelt werden, da die Ener gieverbrauchsdaten für den Sektor Private Haushalte nicht bzw. nur zusammen mit dem GHD -Sektor vorlagen. Dies ist insofern bedauerlich, als die Vermeidung von Energieverbrauch und Effizienzsteigerungen bei der Energieversorgung in dicht besiedelten Großstä dten wie Köln zumindest bis 2030 entscheidender für den Klimaschutz sein werden als der Ausbau der erneuerbaren Energien innerhalb der Stadtgrenzen (wie in Kapitel 2.2 schon erwähnt, soll in Gesprächen mit RheinEnergie und der RNG ein Weg gefunden werden, die Datenlage wieder zu verbessern). Anteil KWK -Wärme (Gesamt): Dieser Indikator benennt den Anteil der in Kölner KWK - Anlagen erzeugten Fern - und Nahwärme am gesam tstädtischen Wärmeverbrauch. Die Bewertungsskala (0 bis 10 Punkte) reicht von 0% bis 50% Fern - und Nahwärme-Anteil am gesamtstädtischen Wärmeverbrauch. Der Kölner Anteil von 15% KWK -Wärme im Jahr 2015 ist gegenüber 2008 nahezu gleichgeblieben und liegt etw as unter dem Bundesdurchschnitt. Dass der von RheinEnergie realisierte Fernwärmeausbau der letzten Jahre sich nicht in einem besseren Indikator ausdrückt, ist auf den seit 2008 um fast 10% gestiegenen gesamtstädtischen Wärmeverbrauch zurückzuführen. Anteil Erneuerbarer Strom (Gesamt): Dieser Indikator zeigt den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch. Die Bewertungsskala reicht von 0% bis 100% erneuerbare Stromerzeugung. In Köln lag der Anteil im Jahr 2015 unter Einbezieh ung der Stromerzeugung der Restmüllverbrennungsanlage (50% biogener Anteil) mit etwa 4% rund ein Drittel höher als 2008, aber immer noch sehr deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Hierzu ist – ergänzend zu der obigen Prioritätensetzung – allerdings anzume rken, dass in dicht besiedelten Großstädten mit ihrem hohen Energieverbrauch die Flächen fehlen, um diesen territorial geprägten Indikator nennenswert zu erhöhen (die Verbesserung von Stadt - Umland-Beziehungen ist deshalb auch beim kommunalen bzw. regionale n Klimaschutz eine wichtige Option). Außerdem haben Bevölkerung und Betriebe in Köln in den letzten 15 Jahren über die EEG -Umlage ihren finanziellen Anteil am bundesweiten Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung geleistet. Anteil Erneuerbare Wärme (Gesamt): Dieser Indikator zeigt den Anteil der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien am gesamtstädtischen Wärmeverbrauch. Die Bewertungsskala reicht von 0% bis 100% erneuerbare Wärmeerzeugung. In Köln lag der Anteil im Jahr 2015 mit etwa 3% deutlich über dem We rt von 2008 aber immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Auch bei der erneuerbaren Wärme fehlen Köln als Großstadt die Flächen für größere Energieerzeugung smengen, wobei jedoch mehr Möglichkeiten beim Ausbau der Kraft -Wärme-Kopplung aus ern euerbaren Energieträgern wie bestehen (z.B. durch den biogenen Anteil beim Abfall oder Biomasse). GHD-Endenergieverbrauch pro sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Dieser Indikator konnte ebenfalls nicht ermittelt werden, da die Energieverbrauchsdaten für den Sektor GHD/Sonstiges nicht bzw. nur zusammen mit dem Sek tor Private Haushalte vorlagen. Endenergieverbrauch Individualverkehr pro Einwohner : Dieser Indikator z eigt den Kraftstoffverbrauch des Personenverkehrs pro Einwohner. Die Bewertungsskala reicht von ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 19 0 Punkte (mehr als 10.000 kWh pro EW) bis 10 Punkte (kein Kraftstoffverbrauch mehr). Mit etwa 4.600 kWh / EW liegt die Köln etwas unterhalb des Bundesdurchschnitts. Es wird empfohlen, das Indikatoren-Set für die nächsten Bilanzjahre weiterzuführen, um die Entwicklungen bei den o.g. Indikatoren überprüfen zu können. 3.4 Detaillierte Darstellung des Verkehrsbereichs 2015 Endenergieverbrauch im Jahr 2015 Der Verkehrssektor in Köln benötigte im Jahr 2015 Endenergie in Höhe von etwa 7.900 GWh. Den größten Anteil hatte mit etwa 62 % der motorisierte Individualverkehr (vgl. Abbildung 3-5). Auf den öffentlichen Verkehr (Nah - und Fernverkehr) entfielen lediglich etwa 4 % des Endenergieverbrauches. Damit entfielen insgesamt etwa zwei Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs auf den bodengebundenen Personenverkehr. Der Straßengüterverkehr (leichte Nutzfahrzeuge und Lkw) hatte einen Anteil von etwa 22 % am Endenergieverbrauch, etwa 5 % kamen vom Binnenschiffverkehr auf dem Rhein sowie vom Bahngüterverkehr. Starts und Landungen auf dem Flughafen Köln/Bonn, die anteilig der Stadt Köln zuzurechnen sind, trugen gut 6 % zum Endenergieverbrauch des Verkehrs bei. Im Straßenverkehr wurden bisher als Energieträger nahezu ausschließlich Kraftstoffe (v.a. Benzin, Diesel) eingesetzt. Im Schienenverkehr erfolgt e dagegen der größte Teil mit Elektrotraktion und nur ein geringer Anteil mit Dieseltraktion. Insgesamt betrug der Anteil von elektrischem Strom am gesamten Endenergieverbrauch im Jahr 2015 nur etwa 3 %. Abbildung 3-5: Bilanz des Endenergiebedarfs in Köln im Verkehrssektor für 2015 Treibhausgasemissionen im Jahr 2015 In Köln verursachte der motorisierte Verkehr im Jahr 2015 insgesamt THG-Emissionen in Höhe von etwa 2,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (siehe Abbildung 3-6). 62% 4%1% 22% 5% 6% Aufteilung des Endenergieverbrauch des Verkehrs in der Stadt Köln im Jahr 2015 MIV (Pkw, Zweiräder) ÖPNV ÖPFV Straßengüterverkehr Übriger Güterverkehr Flugverkehr (LTO) Gesamt: GWh7.928 Gesamt 7.900 GWh 20 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Der motorisierte Individualverkehr war wie beim Endenergieverbrauch mit etwa 60 % Hauptemittent. Der öffentliche Verkehr mit Bussen und Bahnen hatte einen Anteil an den THG-Emissionen von etwa 7 %. Etwa 27 % der Treibhausgasemissionen des Verkehrs entfielen auf den Güterverkehr im Stadtgebiet, davon etwa 22 % auf den Straßengüterverkehr. Die anteilig der Stadt Köln zugerechneten T HG-Emissionen von Starts und Landungen auf dem Flughafen Köln/Bonn hatten einen Anteil von etwa 6 %. Insgesamt entfielen etwa 94 % der THG-Emissionen des Verkehrs auf den Verbrauch von Kraftstoffen, der Anteil des elektrischen Stroms betrug etwa 6 %. Abbildung 3-6: Bilanz der Treibhausgasemissionen in Köln im Verkehrssektor für 2015 Zusätzliche Differenzierung nach Herkunft der Verkehre Ergänzend zur Bilanzierung des gesamten Verkehrs für das Jahr 2015 wurde eine überschlägige Abschätzung der Personengruppen-Anteile an den MIV -Fahrleistungen im Stadtgebiet Köln vorgenommen. Die grundsätzliche Methodik aus dem Klimaschutzkonzept Verkehr von 2011 (vgl. dort Kap itel 4.3.1 und 5.2.1) wurde weitgehend beibehalten. Alle Parameter wurden soweit möglich mit neueren Daten aktualisiert. Da an verschiedenen Stellen nur Schätzwerte oder Bundesdurchschnittswerte (z.B. aus MiD 2008) verfügbar waren, sind die Ergebnisse teilweise mit hohen Unsicherheiten behaftet. Eine Erhöhung der Genauigkeit, die zur Identifizierung relevanter Zielgruppen für Klimaschutzmaßnahmen wünschenswert ist, könnte künftig mit dem geplanten Integrierten Gesamtverkehrsmodell der Stadt Köln möglich sein. Tabelle 3 -1 bis Tabelle 3-3 dokumentieren die verwendeten Datenquellen und darauf aufbauenden Berechnungen. Abbildung 3-7 zeigt die daraus folgende Aufteilung der MIV- Fahrleistungen. Tabelle 3-1: Jährliche Fahrleistungen der Kölner Einwohner 2006 2015 Datenquellen/Methodik Einwohner 989.766 1.069.192 Hochrechnung aus der Erhebung Mobilität der Kölner 2006 und der Einwohnerentwicklung 2006-2015 Mio. Fz-km 3.124 3.375 60% 6%1% 22% 5% 6% Aufteilung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs in der Stadt Köln im Jahr 2015 MIV (Pkw, Zweiräder) ÖPNV ÖPFV Straßengüterverkehr Übriger Güterverkehr Flugverkehr (LTO) Gesamt: Mio. t CO2e2,56 Gesamt 2,6 Mio. t CO2e ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 21 Tabelle 3-2: Jährliche Fahrleistungen der Einpendler Parameter Vollzeit Teilzeit Azubi Datenquellen/Methodik Anzahl 219.669 88.047 8.028 Landesdatenbank NRW Arbeitstage/Jahr 218 131 131 Arbeitstage NRW - 35d Urlaub+krank. TZ+Azubi 3d/W. Weglänge Hin+Rück im Stadtgebiet 23,55 23,55 23,55 15,7km Stadtradius x 75% (Randlagenfaktor) x 2 Wege. MIV-Anteil 85% 85% 46% Mittelwerte aus MiD 2008 ohne Rad/Fuß Pkw-Besetzungsgrad 1,1 1,1 2,6 Mio. Fz-km 871 210 4 1.085 Tabelle 3-3: Jährliche Fahrleistungen der An- und Abreise von Besuchern Parameter Übernachtungs- gäste Deutschland Tages- gäste* Datenquellen/Methodik Personen/a 2.346.034 120.000.0 00 Landesdatenbank NRW, Kölntourismus An-/Abreisewege je Besuch 2 2 Mittlere Weglänge 15,7 15,7 15,7km Stadtradius MIV-Anteil 64% 87% Mittelwerte aus MiD 2008 ohne Rad/Fuß Pkw-Besetzungsgrad 2,5 1,6 Mio. Fz-km 19 2.049 2.068 * Einkaufs- & Freizeitverkehr, geschäftliche und private Besuche etc. Hinweis: Hohe Sensitivität der abgeschätzten Fahrleistungen auf die angenommenen Modal-Split-Anteile im MIV. Der auf Basis von MiD angenommene hohe MIV -Anteil erscheint insb. bei Tagesgästen unsicher und hat signifikante Auswirkungen auf die berechneten Fahrleistungen. 22 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 3-7: Überschlägige Fahrleistungsaufteilung im MIV nach Verkehrsbeziehungen im Jahr 2015 Danach wurden im Jahr 2015 etwa 45 % der MIV-Fahrleistungen im Stadtgebiet Köln durch die Einwohner selbst erbracht (Binnen - und Quell-Ziel-Verkehr). Etwa 15% entfielen auf Einpendler und etwa 28% auf Besucher der Stadt Köln 20. Durchgangsverkehr ohne Start und/oder Ziel in Köln hatte mit etwa 12% nur einen geringen Anteil am motorisierten Individualverkehr. –––––––––––––––– 20 Die CO 2-Bilanzierung für 2006 im Klimaschutzkonzept Verkehr 2011 kommt bei einer groben Abschätzung der nach Herkunft differenzierten Fahrleistungen auf vergleichbare Zahlen für Kölner Bevölkerung und Einpendler (vgl. dort Abb. 12). Aller dings werden nur halb so hohe Fahrleistungen für Besucher abgeschätzt, da sich bei den im Bericht angegebenen 117 Mio. Besuchern pr o Jahr (vgl. Tab. 4 im Bericht) bei einem gleichzeitigen Wert von 322 Tsd. Wegen/Tag (vgl. Tab. 28 im Bericht) nur 1 Weg pro Besucher ergibt. 45% 15% 28% 0,3% 12% Überschlägige Abschätzung der Fahrleistungsaufteilung im MIV in Köln nach Verkehrsbeziehungen im Jahr 2015 Kölner Einpendler Tagesgäste Übernachtungsgäste aus Deutschland Sonstige Auswärtige + Transit ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 23 4 Entwicklungen der Energie- und THG-Bilanzen seit 2008 4.1 Entwicklung der gesamtstädtischen Bilanzen von 2008 bis 2015 Ausgehend vom ersten Bilanzjahr 2008 können die Entwicklungen der vergangenen Jahre in den einzelnen Sektoren nachvollzoge n werden. Dazu wurde n auch d ie Zwischenjahre 2010 und 2013 bilanziert. Insgesamt ist von 2008 bis 2015 ein leichter Anstieg des Endenergieverbrauchs um etwa 5% zu erkennen. D ieser resultiert aus einem Anstieg im Industrie-Sektor um etwa 24%. Dagegen verblieb der Verkehrssektor nahezu auf dem Niveau von 2008 , im Sektor private Haushalte und GHD/Sonstiges sank der Endenergieverbrauch zwischen 2008 und 2015 um etwa 7%, bei den städtischen Gebäuden sogar um etwa 10%. Abbildung 4-1: Entwicklung des Energieverbrauchs von 2008 bis 2015 Bei den THG -Emissionen wurde von 2008 bis 2015 eine geringe Abnahme um etwa 1% errechnet, wobei der Wert in den Jahren 2010 und 2013 noch leicht anstieg. Die se Reduzierung bei g leichzeitigem An stieg des Endenergieverbrauchs ist auf eine n klimafreundlicheren Energieträgermix zurückzuführen. Außerdem führt der zunehmend e Anteil erneuerbarer Energien im Strommix dazu, dass die se Emissionen kontinuierlich abnehmen. Die Entwicklung in den einzelnen Verbrauchssektoren ähn elt dem Gesamtenergieverbrauch. Während im Sektor Industrie die THG-Emissionen um etwa 11% zunahmen, konnten sie i n den Sektoren Private Haushalte und GHD/Sonstiges bzw. 24 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu städtische Einrichtungen um etwa 15% bzw. 11% gesenkt werden. Im Verkehrsbereich blieben die Emissionen im Jahr 2015 auf dem Niveau von 2008. Abbildung 4-2: Entwicklung der THG-Emissionen von 2008 bis 2015 Abbildung 4-3: Entwicklung der THG-Emissionen pro Einwohner von 2008 bis 2015 Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Endenergieverbrauchs und der THG - Emissionen hatte in Köln die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Von 2008 bis 2015 wuchs ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 25 die Bevölkerungszahl in Köln um fast 5%. Wird die Bevölkerungsentwicklung bei den THG - Emissionen berücksichtigt, errechnet sich eine THG-Einsparung pro Einwohner von gut 6%. 4.2 THG-Entwicklung und Klimaschutzziele der Stadt Köln Die quantitativen Klimaschutzziele der Stadt Köln beziehen sich alle auf das Basisjahr 1990. Eine einheitliche Bilanzierung nach dem BISKO-Standard liegt seit dem Jahr 2008 vor. Diese wurde für die Erstellung von Abbildung 4-4 auch für die Bilanzjahre bis 1990 übernommen. Bei der Erstellung des IKSK Energie 2012 wurde anhand früherer Bilanzen der RheinEnergie / GEW eine überschlägige Rückrechnung für das Jahr 1990 vorgenommen. Diese wurde für die aktualisierte Darstellung in Abbildung 4-4 übernommen. Außerdem wurden in der Grafik die Klimaschutzziele der Stadt Köln (Bürgermeisterkonvent und Klima -Bündnis) sowie das (nicht mehr erreichbare) Klimaschutzziel 2020 der Bundesregierung dargestellt. Abbildung 4-4: THG-Entwicklung der Stadt Köln seit 1990 und Klimaschutzziele Nach der Bilanz 2015 wird das den Klimaschutzzielen der Bundesregierung und dem Beschluss von Paris nicht mehr entsprechende THG-Mindestziel des Bürgermeisterkonvents mit fast 18% Gesamteinsparung gegenüber 1990 fast erreicht und bei einer pro -Kopf-Einsparung von etwa 22% bereits erfüllt. Dies ist v.a. auf folgende Einflüsse zurückzuführen Dauerhaft seit 1990 ‒ deutlich verbesserter Bundestrommix 26 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu ‒ Effizienzsteigerungen im Wärmebereich sowohl in Industrie und Gewerbe (verbesserte Energieproduktivität) als auch bei den privaten Haushalten (energetische Modernisierung und energieeffizienter Neubau) ‒ weitreichende Substitution von Heizöl und Kohle mit den klimafreundlicheren Energieträgern Fernwärme und Erdgas Temporäre Ereignisse ‒ Neubau effizienter Großheizkraftwerke (insbesondere am Standort Niehl) ‒ Schließung eines großen Chemiebetriebs Anfang der 1990er Jahre Für das Klima-Bündnis-Ziel müssen die Pro-Kopf-Emissionen von etwa 12,8 Tonnen THG im Jahr 1990 auf rund 6,4 Tonnen THG im Jahr 2030 gesenkt werden. Bei dem für 2015 errechneten Pro-Kopf-Wert von 9,4 Tonnen THG ergibt sich somit bis 2030 ein weiterer THG-Minderungsbedarf von rund 3,0 Tonnen pro EW, was eine Steig erung der Klimaschutzeffekte um fast 50% erfordert. 4.3 Entwicklungen im Verkehrsbereich Für das Jahr 2006 wurde im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes Verkehr 2011 bereits eine Detailbilanz erstellt. Diese entspricht jedoch nur bedingt der BISKO -Systematik, was eine Anpassung erforderte. Im Folgenden werden die neu berechneten Bilanzen dargestellt. Anhang 9.5 enthält Informationen zur Veränderung der Methodik gegenüber dem Bilanzjahr 2006. Abbildung 4-5 und Abbildung 4-6 zeigen die rückgerechnete zeitliche Entwicklung von Endenergiebedarf und THG-Emissionen seit 1990. Der Endenergieverbrauch ist zwischen 1990 und 2006 um etwa 12 % angestiegen. Von 2006 bis 2013 gab es einen leichten Rückgang, de r bis 2015 fast wieder ausgeglichen wurde. Im Ergebnis lag der Endenergieverbrauch 2015 nur geringfügig niedriger als 2006. Im Vergleich dazu sind d ie THG-Emissionen von 1990 bis 2006 “nur“ um etwa 3 % angestiegen. Dies ist im Wesentlichen auf die Einführung von Biokraftstoffen mit niedrigeren spezifischen Emissionen zurückzuführen. Zwischen 2006 und 2015 gab es einen leichten Emissionsrückgang. Insgesamt waren die THG-Emissionen im Jahr 2015 fast genauso hoch wie 1990. Der Verkehr hat demnach seit 1990 nicht zu einer Minderung der THG-Emissionen in Köln beigetragen. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 27 Abbildung 4-5: Entwicklung des Endenergieverbrauchs im Kölner Verkehrssektor von 1990 bis 2015 Abbildung 4-6: Entwicklung der THG-Emissionen im Kölner Verkehrssektor von 1990 bis 2015 28 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Teil B: Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen 5 Bilanzierungsrahmen Zielsetzung des Projekt es, das bundesweit durchaus Modellcharakter hat, war es, neben der Treibhausgas- (THG-) B ilanz der schon 2008 berücksichtigten s tädtischen Gebäude21 auch die Bilanzen ausgewählter Beteiligungsunternehmen und weiterer Verwaltungseinheiten (im Weiteren vereinfacht “Beteiligungsunternehmen“) innerhalb der gesamtstädtischen THG-Bilanz abzubilden. Hierfür w urde de ren Datenerhebung analysiert und eine wissen schaftlich fundierte Methodik für die THG-Bilanzierung im Rahmen der gesamtstädtischen Bilanz erarbeitet. Anlass für das Projekt war folgender Ratsbeschluss vom Dezember 2011: “Im Sinne der Vorbildfunktion des Konzern Stadt Köln werden alle städtischen Beteiligungsunternehmen in geeigneter Weise angewiesen, das Klimaschutzkonzept Köln nach Kräften zu unterstützen und sich durch eigene Teilbilanzierungen an der 2-3 jährigen Erfolgskontrolle zu beteiligen.“22 Grundlage für die gesamtstädtische THG -Bilanz der Stadt Köln ist die in Kapitel 1.1 skizzierte Bilanzierungssystematik Kommunal (BISKO) , eine deutschlandweit eingesetzte Methodik zur Ermittlung kommunaler Energie - und THG-Bilanzen. Sie beinhaltet eine endenergiebasierte Territorialbilanz, bei der alle im Stadtgebiet anfallenden Endenergieverbräuche verschiedenen Verbrauchsektoren zugeordnet werden. Die THG - Emissionen werden dann ü ber spezifische BISKO-Emissionsfaktoren berechnet, die CO2- Äquivalente und die Vorketten enthalten. Die Bilanzierung der Beteiligungsunternehmen orientiert sich an der Methodik des Greenhouse Gas Proto col (GHG-Protokoll) – dem international etablierten Standard zur Erstellung von THG-Bilanzen für Unternehmen und Organisationen, der mit der BISKO - Systematik kompatibel ist (siehe Kapitel 6).23 Anders als die kommunale Bilanzierung enthält das GHG-Protokoll als “Scope 3“ eine umfängliche Bilanzierung aller indirekten Emissionen der vor - und nachgelagerten Wertschöpfungskette . Dieser bereits häufig praktizierte Ansatz kann bei der langfristig angelegten Bilanzierung der Kölner Beteiligungsunternehmen nicht ignoriert werden. Da die Erhebung der Bilanzdaten aller 15 Scope-3-Kategorien aber äußerst aufwändig wäre, soll für Köln als Einstieg in diese Thematik ein auf die Leistungsfähigkeit der Beteiligungsunternehmen abgestimmter Ansatz zur Bilanzierung ausgewählter Scope -3-Maßnahmen entwickelt werden, mit de m –––––––––––––––– 21 In der Kölner Energie - und THG -Bilanz 2008 wurden nur die im Energiebericht der städtischen Gebäudewirtschaft enthaltenen Gebäude getrennt ausgewiesen. 22 TOP 10.9 der 30. Sitzung des Rates in der Wahlperiode 2009/2014 am 20.12.2011 23 Weitere Informationen zum GHG -Protokoll sind auf deren Webseite oder in einer gut verständlichen Übersicht der EnergieAgentur NRW zu finden. Ziele des Projektes Gesamtstädtische Bilanzierung nach BISKO Unternehmens- bilanzierung nach GHG-Protokoll ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 29 die Beteiligungsunternehmen ihr Engagement für die Klimaschutzziele der Stadt Köln dokumentieren können. Das Betätigungsfeld der städtischen Beteiligungsunternehmen deckt ein breit gefächertes Spektrum der Daseinsvorsorge ab – von der Energie - und Wasserversorgung, der Müllabfuhr und Abwasserbeseitigung, dem öffentlichen Verkehr und dem sozialen Wohnungsbau über Krankenhäuser bis hin zu Stadtentwicklung und Sport. Die meisten Beteiligungsunternehmen sind Töchter der Stadtwerke Köln GmbH (SWK) , de ren Stammkapital zu 100% von der Stadt Köln gehalten wird (vgl. Abbildung 10-1 im Anhang). Im Projekt berücksichtigt w urden alle Beteiligungsunternehmen, bei denen die Stadt Köln und die SWK zusammen mehr als 50% der Anteile halten und die nach den verfügbaren Informationen einen relevanten Anteil am Energieverbrauch aller Beteiligungsunternehmen haben. Der Energieverbrauch wurde in einem ersten Schritt über verschiedene Datenquellen erhoben wie z.B. den Nachhaltigkeitsbericht der Stadtwerke Köln, Umwelt - und Energieberichte der jeweiligen Beteiligungsunternehmen oder über Daten, die im Rahmen des European Energy Awards vom Ingenieurbüro Gertec erhoben w orden waren. Außerdem wurde abgeschätzt, mit welcher Wahrscheinlichkeit noch weitere Daten vorliegen können. Abbildung 5-1 zeigt beispielhaft, dass die Beteiligungsun ternehmen primär nach dem so ermittelten Energieverbrauch (siehe Kapitel 7.2) und zusätzlich nach der eingeschätzten Verfügbarkeit zusätzlicher Daten ausgewählt wurden. Die in Abbildung 10-2 im Anhang genannten Unternehmen wurden dann mithilfe von qualitativen Interviews, Workshops und einem Fragebogen genauer betrachtet. Beteiligungsunternehmen, die außerhalb des Köln er Stadtgebietes ansässig sind ( z.B. AggerEnergie GmbH), wurden nicht berücksichtigt, auch wenn die städtische Beteiligung über 50% lag (Territorialprinzip). Abbildung 5-1: Kriterien zur Vorauswahl der Beteiligungsunternehmen (am Beispiel von drei Unternehmen) Zur Klimarelevanz des öffentlichen Sektors gibt es wenig belastbares Datenmaterial. Eine Studie von McKinsey aus dem Jahr 2008 zeigte exemplarisch, dass im Jahr 2006 etwa 65% der direkten und indirekten Emissionen von Scope 1 und 2 (vgl. Kapitel 6) durch den Energieverbrauch in den öffentlichen Gebäuden entstanden (davon allein 35% in Schulen). Dem Bereich Transportmittel (ÖPNV) waren etwa 15%, d er Wasserver- und -entsorgung etwa 20% d er direkten Emissionen zuzurechnen (vgl. Abbildung 5-2). Die untersuchten indirekten Emissionen (Scope 3) von Dienstreisen und Tiefbauinvestitionen (die nur einen Die Kölner Beteiligungs- unternehmen THG-Emissionen des öffentlichen Sektors 30 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu kleinen Teil des Scope -3-Spektrums ausmachen) lagen dabei unter 20% der direkten Emissionen. Abbildung 5-2: THG-Emissionen des öffentlichen Sektors in relevanten Nachfragebereichen bei McKinsey (2008) Das GHG-Protokoll empfiehlt, zunächst die organi satorischen und operationellen Systemgrenzen de r zu bilanzierenden Unternehmen zu definieren (Firmenstruktur und THG-Quellen). Bei anteiligem Besitz eines Unternehmens unterscheidet das GHG-Protokoll zwei Ansätze zur Berücksichtigung der Emissionen : den Anteilsansatz und de n Kontrollansatz. Der Anteilsansatz (equity share approach) berücksichtigt die Emissionen im Verhältnis des anteiligen Besitzes. Der Kontrollansatz (control approach) hingegen bezieht die Emissionen von dominanten Unternehmensbeteiligungen (in der Regel über 50%) vollständig ein. Im Rahmen diese s Projektes wurde der Kontrollansatz verfolgt, sodass entsprechende Emissionen vollständig in die Bilanz einfl ossen (vgl. Abbildung 10-1 im Anhang). Der Anteilsansatz kann zusätzlich nachrichtlich dargestellt werden. Organisatorische Systemgrenzen des GHG-Protokolls ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 31 Abbildung 5-3: Beispielhafte Darstellung der organisatorischen und operationellen Systemgrenzen einiger Beteiligungsunternehmen Bei den operationellen Systemgrenzen schreibt das GHG-Protokoll vor, alle direkten Emissionen des Unternehmens und die Emissionen durch bezogene Energien zu bilanzieren (Scope 1 und 2) . Die i ndirekten Emissionen von Scope 3 können optional bilanziert werden (vgl. Kapitel 6). Abbildung 5-3 zeigt beispielhaft die Systemgrenzen für einige Beteiligungsunternehmen der Stadt Köln und verschiedene THG-Quellen. Operationelle Systemgrenzen des GHG-Protokolls 32 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu 6 Kompatibilität von BISKO-Systematik und GHG-Protokoll Durch die Herstellung von Produkten und d ie Erbringung von Dienstleistungen sind Unternehmen direkt oder indirekt für den Ausstoß von THG -Emissionen verantwortlich. Die vom Rat der Stadt Köln geforderte THG-Bilanzierung der städtischen Beteiligungsunternehmen soll deren wichtigste THG-Emissionen umfassen. Der hierfür entwickelte methodische Ansatz berücksichtigt dabei folgende Faktoren: Die Bilanzierung folgt der Method ik des GHG -Protokolls, dem am weitesten verbreiteten und international anerkannten Standard für die THG -Bilanzierung von Unternehmen und Gebietskörperschaften, auf die Besonderheiten der städtischen Beteiligungsunternehmen wird Bezug genommen und die Methodik ist kompatibel mit der BISKO-Systematik. Das GHG-Protokoll unterscheidet verschiedene Kategorien, sog. “Scopes“, um die direkten und indirekten THG-Emissionen aufzuschlüsseln. Scope 1 beinhaltet alle THG -Emissionen von Energieerzeugungsanlagen, Fahrzeugen, Maschinen und Verarbeitung , die direkt im Unternehmen anfallen (direkte Emissionen). Scope 2 umfasst zusätzlich alle indirekten (außerhalb des Unternehmens entstandenen ) THG-Emissionen, die aus dem Strom-, Fernwärme-, Ferndampf- und Fernkälteverbrauch des Unternehmens in Köln resultieren. Scope 3 beinhaltet alle übrigen THG -Emissionen, die durch die Tätigkeiten des Unternehmens verursacht werden. Hierzu zählen bspw. erworbene Güter, Anlagenkapital, Reisetätigkeiten und Aktivitäten von Lieferanten. Die BISKO-Systematik umfasst alle THG-Emissionen von Scope 1 und 2. Eine umfassende Analyse der indirekten Emissionen von Scope 3 erfolgt nur für die energetischen Produkte durch Berücksichtigung der Vorketten (Förderung und Transport der Energieträger) sowie der Infrastruktur (z.B. Herstellung von PV-Modulen). Graue Energie, die z.B. in konsumierten Produkten steckt , und Energie verbrauch außerhalb der Stadtgrenzen werden nicht bilanziert. Abbildung 6-1 zeigt die Verortung der Unternehmensbilanz en in der gesamtstädtischen THG-Bilanz – sie verdeutlicht, dass ein Großteil der in den drei Scopes erfassten THG - Emissionen in der BISKO-Bilanz enthalten ist. Der Sektor Kommunale Gebäude wird in der BISKO-Systematik separat ausgewiesen, er kann aufgrund seiner Charakteristika aber auch dem Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD) zugeordnet werden, dem auch die städtischen Beteiligungsunternehmen zuzuordnen sind. GHG-Protokoll – Scope 1, 2 und 3 BISKO Kompatibilität ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 33 Abbildung 6-1: Kompatibilität von BISKO-Systematik und GHG-Protokoll Indirekte Emissionen, die bei der vor - und nachgelagerten Wertschöpfungskette entstehen (Scope 3), können in ausgewählten Fällen einbezogen werden (z.B. der Treibstoffverbrauch bei Dienstreisen oder die Emissionen der Zement - und Asphaltherstellung für den Bau von Verkehrswegen und beim Tiefbau 24 wie in der McKinsey-Studie). Weitere indirekte Emissionen, die in den Vorketten der Produktion entstehen (z.B. für Möbel oder Computer), können dagegen oft noch nicht mit vertretbarem Aufwand methodisch einwandfrei erhoben werden, sodass diese Emissionen in der THG -Bilanzierung nicht berücks ichtigt werden. Emissionen, die durch die Beteiligungen an Geschäftsfeldern außerhalb des Territoriums der Kommune entstehen (z.B. die Beteiligung an einem Windpark oder einem Kohlekraftwerk), können in Scope 3 erfasst werden. Unterschiedliche Herangehensweisen finden sich bei BISKO und dem GHG-Protokoll auch beim Stromemissionsfaktor. Das GHG -Protokoll sieht zwei Methoden vor – die “location- based method“ und die “market-based method“ (vgl. Abbildung 6-2). BISKO stellt diese zwei Methoden nur nachrichtlich dar, während bei der Standard -Bilanzierung auf den Emissionsfaktor für den Bundesmix zurückgegriffen wird. Dieser wird auch zur Ermittlung der stromseitigen THG-Emissionen der Beteiligungsunternehmen verwendet , um die Kompatibilität mit der gesamtstädtischen Bilanz zu wahren. –––––––––––––––– 24 Die Emissionen für den Bau von Verkehrswegen und beim Tiefbau können auf Basis der jährlichen Investitionen ermittelt werden. Scope 3 Strom-Emissionsfaktor 34 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 6-2: Unterschiedliche Methoden zur Berechnung des Stromemissionsfaktors Investitionsströme werden in BISKO nicht berücksichtigt. (Zertifizierter) Ökostrom kann für kommunale Liegenschaften und Beteiligungsunternehmen (in der “market -based“- Bilanzierung) nachrichtlich dargestellt werden. Ökostrom ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 35 7 Stufenmodell zur Bilanzierung und verfügbare Datenbasis 7.1 Stufenmodell zur Bilanzierung Zur Datener hebung und Bilanzierung der Beteiligungsunternehmen wurde ein wissenschaftlich fundiertes Stufenmodell entwickelt, das auch den Status quo und die aktuellen Möglichkeiten der verschiedenen Unternehmen berücksichtigt. Abbildung 7-1: Stufenmodell zur Bilanzierung der Kölner Beteiligungsunternehmen Stufe 1 berücksichtigt die Grunddaten für Unternehmensbilanzen oder Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte, mit denen die Beteiligungsunternehmen ihre Aktivitäten und Umweltauswirkungen dokumentieren (z.B. Energieverbräuche) . Diese Daten sind nach Unternehmensgröße, Höhe des Energieverbrauchs und Relevanz der Scopes aufzuschlüsseln. In Stufe 2 werden die verfügbaren Daten analysiert und daraus Indikatoren abgeleitet. Mit diesen Daten lassen sich die klimarelevanten Auswirkungen der Beteiligungsunternehmen im Rahmen der städtischen Energie - und THG-Bilanz darstell en. Um die Unternehmensbilanzen BISKO-kompatibel zu gestalten, sind u .a. die ermittelten Energieverbräuche entsprechend der BISKO-Systematik umzurechnen. In Stufe 3 sind weitere ausgewählte Scope -3-Aktivitäten bzw. -Emissionsquellen zu erheben, die über Scope 1 und 2 hinausgehen. Ziel von Stufe 4 ist die Verstetigung der Bilanzierung und die Verknüpfung mit der Maßnahmenentwicklung. Hierzu muss die in regelmäßige m Turnus fortzuschreibende Unternehmensbilanz so verfasst sein, dass hieraus Indikat oren abgeleitet, Maßnahmen 36 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu entwickelt und die Erfolge eruiert werden können. Wesentlich für die Verstetigung ist auch eine standardisierte Datenerhebung, um eine einheitliche bzw. vergleichbare Bilanzierung über die Jahre zu erreichen25. 7.2 Verfügbare Datenbasis Die Erhebung und Analyse der verfügbaren Daten erfolgte in drei Stufen. Zunächst wurde eine Desktop -Recherche durchgeführt, um die öffentlich zugängliche n Daten und die Daten des European Energy Awards zu analysieren. Die zweite Stufe beinhaltete qualitative Interviews mit den ausgewählten Beteiligungsunternehmen. In der dritten Stufe wurden die vorliegenden Erkenntnisse dann noch mit einem Fragebogen vertieft. Die Desktop-Recherche umfasste 24 Beteiligungsunternehmen, an denen die Stadt Köln und die Stadtwerke Köln zusammen mehr als 50% der Anteile ha lten und die in Köln ansässig bzw. tätig sind ( vgl. Abbildung 10-1 im Anhang). Für diese Unternehmen wurden zunächst vorliegende Berichte wie der Beteiligungsbericht der Stadt Köln, der Nachhaltigkeitsbericht der Stadtwerke Köln sowie vorhandene Energie- und Umweltberichte gesichtet. Für 15 Beteiligungsunternehmen konnte so der Energieverbrauch ermittelt und auch geprüft werden, welche Daten noch nicht vorliegen. Von den 15 Beteiligungsunternehmen aus der Desktop-Recherche wurden dann neun nach den in Kapitel 5 dargestellten Kriterien ausgewählt und mit leitfadengestützten Interviews detaillierter befragt 26. Die qualitativen Interviews bestanden aus vier Frageblöcken (vgl. Abbildung 7-2), deren Ziel es war, mehr über die Vorstellungen der Beteiligungsunternehmen zur künftigen Datenerhebung und Bilanzierungsmethodik zu erfahren. Die Liste der Interviewpartner findet sich in Abbildung 10-3 im Anhang. Die Ergebnisse der Desktop-Recherche und der leitfadengestützten Interviews wurden den ausgewählten Beteiligungsunternehmen auf einem Workshop am 10.07.2017 vorgestellt (siehe Kapitel 10.3 im Anhang). Nach dem Feedback des ersten Workshops wurde ein weitgehend standardisierter Fragebogen entwickelt, der aus vier Excel-Tabellenblättern zu folgenden Themen bestand: Energieverbrauch der Gebäude, Energieerzeugung in den Unternehmen (Stromeinspeisungen und KWK-Anlagen), Kraftstoffverbrauch des Fuhrparks und Beschreibung der bisher durchgeführten bzw. erfassten Scope-3-Aaktivitäten. –––––––––––––––– 25 Das ifeu kann hierfür beispielsweise THG -Emissionsfaktoren und Umrechnungs -Excel für die einheitliche (exergetische) Bewertung von Kraft-Wärme-Kopplungsprozessen bereitstellen. 26 AVG mbH, GAG Immobilien AG, Kliniken der Stadt Köln gGmbH, KVB AG, NetCologne GmbH, RheinEnergie AG, Sozial-Betriebe-Köln gGmbH, Steb Köln AöR, Städtische Museen ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 37 Abbildung 7-2: Frageblöcke der qualitativen Interviews Aufgrund der s ehr unterschiedlichen Unternehmensspezifika und Energienutzung wurde der Fragebogen je weils leicht angepasst. Zum Teil wurden die Fragebö gen auch mit Bilanzdaten der Desktop-Recherche verschickt. Außerdem wurde die Bereitschaft zu einer von ifeu unterstützten vertieften Analyse abgefragt. Die Beantwortung der Fragen erfolgte sehr unterschiedlich. Teilweise wurden detaillierte Angaben zu Gebäudetypen, Baujahr und Nutzung gemacht, teilweise lediglich der gesamte Strom- und Wärmeverbrauch aller Gebäude an gegeben. Entsprechend unterschiedlich fielen auch die Rückmeldungen zum Aufwand der Datenerhebung aus. Größtenteils l agen die Daten zum Energieverbrauch der Buchhaltung vor (zumindest in der Form von Energiekosten), z um Teil aber auch detaillierter aus einem kürzlich durchgeführten Energieaudit oder einer regelmäßigen EMAS-Zertifizierung. Daten zu Scope 3 und weiteren klimaschutzrelevanten Aktivitäten la gen größtenteils nicht vor. Der Aufwand dieser Datenerhebung wird als zeit- und kostenintensiv angesehen. Nach Rücklauf der Fragebögen wurden die Energiever bräuche entsprechend der BISKO - Systematik umgerechnet und die Bilanzdaten daraufhin überprüft , dass sie mit BISKO kompatibel sind . Die Ergebnisse der Fragebogen -Erhebung und deren Abbildung in der städtischen Energie - und THG -Bilanz wurden den Beteiligungs unternehmen auf einem zweiten Workshop am 19.12.2017 in Köln vorgestellt (siehe Kapitel 10.4 im Anhang). 38 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu 8 Ergebnisse der Datenerhebung 8.1 Ergebnisse der quantitativen Datenerhebung und Darstellung in der gesamtstädtischen Bilanz Ziel des Projekts war es, die o.g. Daten ausgewählter Beteiligungsunternehmen zu erheben und zu analysieren, um sie in die gesamtstädtische Energie- und THG-Bilanz einzubetten. Von den neun ausgewählten Unternehmen konnten sieben differenziert in der gesamtstädtischen Bilanz für das Jahr 2015 dargestellt werden 27. Insgesamt hatten diese sieben Unternehmen einen Anteil von etwa 1,4% am gesamtstädtischen Endenergieverbrauch. Abbildung 8-1: Endenergiebilanz 2015 für Köln inkl. Ausweisung der sieben befragten Beteiligungsunternehmen (Summe der Einzelwerte entspricht aufgrund von Auf- und Abrundungen nicht 100%) *Anteil städtische Gebäude: 0,9%, Beteiligungsunternehmen: 1,4% Der Anteil dieser sieben Unternehmen an der gesamtstädtischen THG-Bilanz liegt mit 230.000 Tonnen bzw. etwa 2,2% etwas höher als bei der Endenergiebilanz (siehe Abbildung 8-2). Dies ist auf den hohen Stromverbrauch zurückzuführen, welcher mit etwa 174.000 Tonnen knapp 80% der Gesamtemissionen ausmachte. Der große Stromanteil ist vor allem dadurch zu erklären, dass der Fahrstrom der Kölner Verkehrsbetriebe AG für knapp 50% (83.000 Tonnen) der Stromemissionen verantwortlich ist. –––––––––––––––– 27 Differenzierte Energieverbräuche von AVG mbH und GAG Immobilien AG lagen nicht rechtzeitig vor. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 39 Abbildung 8-2: THG-Bilanz 2015 für Köln inkl. Ausweisung der sieben befragten Beteiligungsunternehmen (Summe der Einzelwerte entspricht aufgrund von Auf- und Abrundungen nicht 100%) Abbildung 8-3: THG-Emissionen der sieben befragten Beteiligungsunternehmen 40 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Zusätzlich zeigt Abbildung 8-4 den Energieverbrauch der 15 Beteiligungsunternehmen aus der Desktop -Recherche28. Die Darstellung erfolgte nur für die Kategorien Strom, Wärme und Kraftstoffe , weil der Energieverbrauch nicht bei allen Beteiligungsunternehmen energieträgerscharf vorlag. Insgesamt haben diese Beteiligun gsunternehmen einen Anteil von etwa drei Prozent am gesamtstädtischen Energieverbrauch. Abbildung 8-4: Endenergiebilanz 2015 für Köln inkl. Ausweisung der 15 Beteiligungsunternehmen der Desktop-Recherche (Summe der Einzelwerte entspricht aufgrund von Auf- und Abrundungen nicht 100%) 8.2 Ergebnisse der qualitativen Datenerhebung Neben Daten zum Energieverbrauch und zur Energieerzeugung wurde versucht, mithilfe von leitfadengestützten Interviews und eines Fragebogens Informationen zu Scope -3- Emissionen und zu klimaschutzrelevanten Aktivitäten zu erheben. Da Scope 3 eine Vielzahl von Emissionsquellen umfasst, wurden f ür den Fragebogen Themenbereiche ausgewählt, die mit den Beteiligungsunternehmen bereits im ersten Workshop abgesprochen waren (z.B. Ökostrom oder Jobticket) oder die für möglichst viele Beteiligungsunternehmen relevant sein konnten ( z.B. Essensbereitstellung oder Mitarbeitermotivation). Trotzdem hatten die Beteiligungsunternehmen zum Teil große Schwierigkeiten, Daten zu Scope 3 zu ermitteln, sodass hier häufig Angaben fehlen. Abbildung 8-5 zeigt die Auswertung der Fragen zu Scope 3 und den Klimaschutz- Aktivitäten. Zu den positiven Tendenzen gehört, dass die meisten der befragten Beteiligungsunternehmen für ihre Mitarbeiter ein Jobticket anbieten. Auch wird im –––––––––––––––– 28 Bestehend aus AG Zoologischer Garten, AVG mbH, Berufsfeuerwehr, GAG Immobilien AG, HGK AG, Kliniken der Stadt Köln gGmbH, KölnBäder GmbH, KölnKongress GmbH, Kölnmes se GmbH, KVB AG, Museen der Stadt Köln, NetCologne GmbH, RheinEnergie AG, Sozial -Betriebe-Köln gGmbH, Steb Köln AöR ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 41 Bereich “Essensbereitstellung“ zunehmend auf regionales und saisonales Essen geachtet. Drei Beteiligungsunternehmen bezieh en Ökostrom, wobei Gütesiegel nur teilweise bekannt sind. Maßnahmen der Bewusstseinsbildung für Mitarbeiter oder Kunden bieten zwei Unternehmen an. Die Nutzung klimafreundlicher Ver kehrsmittel (bspw. die Vorgabe “Bahn statt Flugzeug bei Kurzstrecken“) wird nur durch ein Beteiligungsunternehmen gefördert. Ebenso haben die meisten der befra gten Unternehmen noch keine Kompensationsmaßnahmen durchgeführt. Abbildung 8-5: Auswertung der Scope-3-Antworten Die Rückmeldungen in den Fragebögen und Interviews zu Scope 3 und den Klimaschutz- Aktivitäten wurden verschiedenen Handlungsfeldern zugeordnet und konnten je nach Aktivitätslevel mit 0 bis 4 Punkten bewertet werden (dabei bedeutet 0 keine Aktivitäten und 4 sehr aktiv). Die Bewertungen wurden in einem Aktivitätsprofil darges tellt, welches die qualitativ erfassbaren Klimaschutzbemühungen in den fünf Handlungsfelder n Unternehmensstrategie, Vorbildwirkung, “Anreizsysteme und Mitarbeitermotivation “, “Klimaschutz-Controlling und Berichtswesen “ sowie “erneuerbare und klimafreundlic he Produktion“ abbildet. Eine detaillierte Darstellung , wie die einzelnen Aktivitäten den Handlungsfeldern zugeordnet wurden, findet sich im Anhang in Abbildung 10-4. Die Auswertung in Abbildung 8-6 zeigt, dass die befragten Beteiligungsunternehmen im Handlungsfeld “Klimaschutz-Controlling und Be richtswesen“ am aktivsten sind. In den Handlungsfeldern Vorbildwirkung, Anreizsysteme sowie “Mitarbeitermotivation und Unternehmensstrategie“ sind sie bereits mit knapp zwei Punkten aktiv, während i m Handlungsfeld “erneuerbare und klimafreundliche Produk tion“ nur relativ wenige Aktivitäten festzustellen waren. Die Aktivitätsprofile der einzelnen Betriebe liegen diesen vor. 42 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 8-6: Querschnitt des Aktivitätsprofils der befragten Beteiligungsunternehmen ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 43 9 Verfahrensvorschlag für die weitere Bilanzierung Zur effizienten Umsetzung des in Kapitel 5 zitierten Ratsbeschlusses bietet sich der Aufbau eines betrieblichen Energiemanagements29 an. Dies ist zwar mit einem gewissen Aufwand verbunden, ermöglicht den Beteiligungsunternehmen aber auch, Einsparpotenziale zu entdecken und zu erschließen. Für die k ünftige Bilanzierung der Beteiligungsunternehmen wird eine kurz - und eine mittelfristige Perspektive vorgeschlagen, die sich auch an der Leistungsfähigkeit der Unternehmen orientiert. Die Einbindung der Konzernbilanzen in die künftigen gesamtstädtischen Bilanzen erfordert die Bereitstellung des Energieverbrauchs der einzelnen Beteiligungsunternehmen aus Scope 1 und 2 (siehe Stufe 1 in Abbildung 9-1). Um die THG -Emissionen berechnen zu können, ist der Wärmeverbrauch differenziert nach Energieträgern anzugeben. Die THG - Emissionen der Beteiligungsunternehmen werden dann von der Koordinierungsstelle Klimaschutz nach den BISKO -Vorgaben ermittelt und – analog zu den städtische n Gebäuden – als separater Sektor in der gesamtstädtischen Bilanz ausgewiesen. Für das nächste Bilanzjahr 2017 oder 2018 haben die SWK zugesagt, d ie o.g. Energieverbräuche – wie auf Seite 41 ihres Nachhaltigkeitsberichtes 2017 – als jeweiligen Gesamtverbrauch der einzelnen Beteiligungsunternehmen zu übermitteln. Darüber hinaus werden die SWK prüfen, ob ihre Beteiligungsunternehmen für das nächste Bilanzjahr oder zumindest für das Bilanzjahr 2020 entsprechend Stufe 2 in Abbildung 9-1 und Anhang 10.6 Gebäude- und Nutzflächen -scharfe Verbrauchsdaten zur Verfügung stellen können. Die Beteiligungsunternehmen außerhalb des Stadtwerkekonzerns werden jeweils um eine vergleichbare Datenbereitstellung gebeten. Um dem vom Rat der Stadt Köln gewünschten Engagement für den Klimaschutz zu entsprechen, sollten zumindest die leistungsfähigeren Bet eiligungsunternehmen schrittweise die in Kapitel 8.2 skizzierten Scope -3-Aktivitäten ausbauen und bilanzieren (Beispiele für Stufe 3 enthält Tabelle 10-1 im Anhang). Im Weiteren können dann die Emissionen gemäß Stufe 4 mithilfe eines Standardtools30 erfasst und in den Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbilanzen veröffentlicht werden. Dabei können die se Beteiligungsunternehmen wichtige Erfahrungswerte sammeln, von denen dann auch die übrigen Beteiligungsunternehmen profitieren können, und gleichzeitig als Vorbild für andere Kölner Unternehmen fungieren. –––––––––––––––– 29 Bei der Implementierung eines Energiemanagementsystems können sich die Unternehmen an dem internationalen Standard ISO 50001 orientieren, der von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu Großunternehmen angewandt werden kann (siehe www.umweltbundesamt.de). Die Energieagentur NRW bietet weitere hilfreiche Informationen zum betrieblichen Energiemanagement. 30 Ein häufig eingesetztes Standardtool ist der CO2-Rechner für Unternehmen von KlimAktiv , der vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und dem Umweltbundesamt (UBA) unterstützt wird. 44 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 9-1: Bilanzierung der Beteiligungsunternehmen nach Leistungsfähigkeit und Detailtiefe ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 45 10 Anhang 10.1 Auswahl der Beteiligungsunternehmen Abbildung 10-1: Liste der projektrelevanten Beteiligungsunternehmen der Stadt Köln Abbildung 10-2: Liste der ausgewählten Beteiligungsunternehmen 1 AVG Köln GmbH 2 GAG Immobilien AG 3 Kliniken der Stadt Köln gGmbH 4 Kölner Verkehrsbetriebe AG 5 Museen der Stadt Köln 6 NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH 7 RheinEnergie AG 8 Sozial-Betriebe-Köln gGmbH 9 Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR 46 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 10-3: Liste der Interviewpartner Beteiligungsunternehmen Interviewpartner AVG Köln GmbH Tilo Dumuscheit GAG Immobilien AG Daniel Häntzschel Gebäudewirtschaft der Stadt Köln Michael Nawroth Kliniken der Stadt Köln gGmbH Stefan Wittinghofer Kölner Verkehrsbetriebe AG Marc Brüggen RheinEnergie AG, Energiewirtschaftliche Tagesfragen Dr. Matthias Dienhart RheinEnergie AG, Umweltschutz und Arbeitssicherheit Tanja Schmedding Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR Erguen Yücesoy Stadtwerke Köln GmbH Doris Lindemann ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 47 Tabelle 10-1: Beispiele für Scope 3 Emissionen und Indikatoren (grau = wenig relevant) Thema Erklärung Indikator Geschäftsreisen Jahresfahrleistungen der Geschäftsreisen mit privaten oder angemieteten Fahrzeugen sowie die Nutzung des öffentlichen Verkehrs Jahresfahrleistung (km) / Mitarbeiter %-Anteil Nutzung öffentlicher Verkehr an Jahresfahrleistung Liter Treibstoff / Fahrleistung (km) Geschäftsflüge Jährliche Anzahl und Distanz der Flüge Flugmeilen / Mitarbeiter Anfahrtswege Mitarbeiter Pendelfahrten der Mitarbeiter zum Arbeitsplatz %-Anteil emissionsarme Fahrten (Rad, ÖPNV) an Pendelfahrten Logistik Einkauf Transport und Verteilung von eingekaufter Ware zwischen Zulieferer und eigenem Unternehmen in Fahrzeugen, die nicht dem eigenen Unternehmen gehören oder betrieben werden Transport-km / € eingekaufte Ware (je Fahrzeugtyp) Absatzlogistik Transport und Verteilung von Produkten des Unternehmens zum Kunden in Fahrzeugen, die nicht dem eigenen Untern ehmen gehören oder betrieben werden (z.B. Warenversand an Kunden) Transport-km / € versandte Ware (je Fahrzeugtyp) Catering Anzahl der jährlichen Kantinenessen inkl. Art der Verkostung (inkl. Nahrungsmitteltransport) %-Anteil vegetarische/regionale Kost an Gesamtverkostung Hotel Hotelübernachtungen Papier Papier in kg Papier-kg / Mitarbeiter Print Bezug an Druckerzeugnisse Abfall Müll (Tonnen) / Mitarbeiter Grünstrom zertifizierter Grünstrom und Biogas %-Anteil Grünstrom an Gesamtstromverbrauch (bzw. Biogas an Erdgasverbrauch) Beteiligungen in EE - Anlagen Finanzielle Beteiligungen in Anlagen außerhalb des Territoriums %-Anteil € -Beteiligungen EE -Anlagen an gesamten €-Beteiligungen Eigene EE-Anlagen Ausbau der erneuerbaren Energien zur Strom - und Wärmeerzeugung %-Anteil EE-Erzeugung am Verbrauch 48 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Abbildung 10-4: Auswertung des Fragebogens (Scope 3) nach Handlungsfeldern ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 49 10.2 Interviewleitfaden zur Bilanzierung von Beteiligungsunternehmen Die Stadt Köln engagiert sich seit vielen Jahren im Klimaschutz. Zur Überprüfung der Entwicklungen und zur besseren Steuerung von Prozessen, wird die gesamtstädtische Energie- und CO2-Bilanz regelmäßig fortgeschrieben. Die Stadt legt dabei besonderen Wert auf entsprechendes Engagement ihrer Beteiligungsunternehmen. Diese sollen sich durch eigene Teilbilanzierungen an der 2 -3 jährigen Erfolgskontrolle beteiligen. Um eine vereinheitliche Berechnung und Darstellung der gesamtstädtischen Bilanz und den Unternehmensbilanzen zu garantieren, entwickelt das ifeu -Institut ein Modell. Ziel ist es, herauszufinden, welche Emissionen bereits in den Unternehmen erfasst werden und wie diese in die städtische Bilanz eingebettet werden können. 1. Einstieg Vorstellung von ifeu und Interviewer (Arbeitsfeld und –tätigkeit) Einführung und Vorstellung des Projekts Dauer des Gesprächs: etwa 30 Minuten 2. Fragenkomplex 1: Allgemeines Angaben zur Person, zur Position und zum Aufgabenfeld Sind Sie mit der Erfassung des Energieverbrauchs in Ihrem Unternehmen vertraut? Gibt es Klimaschutzziele in Ihrem Unternehmen? Bspw. eine Reduktion der CO 2- Emissionen? Gibt es eine zentrale regelmäßige Erfassung des Energieverbrauchs (Erzeugung)? Gibt es ein Energiemanagement-System? Falls ja: Was ist die Zielsetzung? Wer erhebt und verarbeitet die Daten? 3. Fragenkomplex 2: Datenlage Was wird aktuell erhoben? Wie oft werden die Daten erhoben? Fragen beziehen sich auf: stationäre Verbrennung, Strom - und Fernwärmebezug, Unternehmensfuhrpark und Erzeugung dur ch erneuerbare Energien als auch genutzte Fahrzeuge Wie werden die Daten dokumentiert? Werden sie veröffentlicht? Falls ja: In welcher Berichtsform? Gibt es Indikatoren, mit denen Erfolge gemessen werden? Gehen Sie davon aus, dass sich die Datenlage in Zu kunft weiter verbessert oder verschlechtert (gleich bleibt)? Falls es Veränderungen geben wird, wo finden diese statt? 50 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu 4. Fragenkomplex 3: Bilanzierungssystematik und Systemgrenzen Sind Sie mit der Methodik des Greenhouse Gas Protocols vertraut? ‒ Sagen Ihnen die Systemgrenzen Scope 1, 2 und 3 etwas? Wo setzen Sie die Bilanzgrenzen? Werden Aktivitäten außerhalb des Unternehmens (bspw. eine Geschäftsreise) erfasst? Ist eine Erhebung in dem Bereich Scope 3 geplant? Können Sie sich dies für die Zukunft vorstellen? Anhand welcher Faktoren erfolgt die Umrechnung von Endenergieverbrauch in CO2- Emissionen? 5. Abschluss Hinweis auf Datenschutz Rückblick/Fazit des Gesprächs Ausblick Workshop: Haben Sie noch Anliegen für den Workshop? Darstellung der Systemgrenzen Scope 1,2 und 3 nach dem GHG Protocol Das GHG Protokoll unterscheidet zwischen verschiedenen Kategorien, den sog. “Scopes“, um die Emissionen nach direkten und indirekten CO2-Emissionen aufzuschlüsseln. Scope 1 beinhaltet alle THG-Emissionen, die direkt im Unternehmen anfallen (direkte Emissionen). Dazu gehören direkte Emissionen von Energieerzeugungsanlagen, Fahrzeugen, Maschinen und Verarbeitung. Scope 2 umfasst zusätzlich alle energierelevanten THG -Emissionen außerhalb des Unternehmens (indirekte Emis sionen), die durch die Bereitstellung von Strom, Fernwärme, Ferndampf und Fernkälte zum Verbrauch innerhalb des Unternehmens entstanden sind. Scope 3 beinhaltet alle übrigen THG -Emissionen, die durch die Tätigkeiten des Unternehmens verursacht werden. Hier zu zählen bspw. erworbene Güter, Anlagenkapital, Reisetätigkeiten und Aktivitäten von Lieferanten. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 51 Quelle: 360report Berechnungsgrundlage (August 2013) 52 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu 10.3 Protokoll zum 1. Workshop “Einheitliches Klimaschutz-Controlling in Köln“ Datum: 10. Juli 2017 von 14:00 bis 17:00 Uhr Veranstaltungsort: Stadthaus Deutz, Raum 05.F01 (ehemals BB Bank) Vorstellungsrunde und Ziele Die Teilnehmer*innen berichten über die Klimaschutzziele ihrer Unternehmen. Der Großteil der Ziele beinhaltet Energieeinsparziele (unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten), teilweise existieren THG-Minderungsziele sowie Ziele hinsichtlich der Energieeffizie nz von Neuanlagen und Neubauten. Die Stadtverwaltung möchte den Beteiligungsunternehmen mit dem Workshop Anregungen zum Klimaschutz-Controlling geben und sie im weiteren Projektverlauf dabei unterstützen, den Ratsbeschluss zur Teilbilanzierung effizient um zusetzen. Es werden keine quantitativen Ziele für die Unternehmen vorgegeben, da diese zu unterschiedlich in ihrer Struktur und ihren Aktivitäten sind. Gebäudewirtschaft & Diskussion Energiemanagement Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln ist im Aufbau eines softwaregestützten Energiecontrollings, welches für alle Objekte mit höherem Energieverbrauch die täglichen Zählerdaten erfasst. Durch das Controlling und daraus resultierende Maßnahmen soll eine dreiprozentige Energieeinsparung (konservative Abschät zung) erreichbar sein. Aussagen zur Wirtschaftlichkeit der Gesamtmaßnahme können zurzeit noch nicht getroffen werden. Im Neubau ist der Passivhausstandard die primäre Anforderung. Die RheinEnergie betreibt ein software -basiertes Energiemanagement und ist s eit drei Jahren ISO 50001 zertifiziert. Die städtischen Museen haben vor zwei Jahren ein Energiemanagementsystem etabliert. Schwierigkeiten gibt es beim Vergleich der gebäudespezifischen Kennwerte, da sich die Gebäude in der technischen Ausrüstung stark unterscheiden. Datenerhebung der Beteiligungsunternehmen Das ifeu präsentiert die Ergebnisse einer ersten Analyse zur Datenerhebung der Beteiligungsunternehmen und klärt methodische Fragen zur THG-Bilanzierung. Es gibt große Unterschiede in der Tiefe der Erf assung (bzgl. Systemgrenzen Scope 1, 2 und 3) sowie Aufbereitung der Daten (z.B. Erstellen von Indikatoren, Controlling) und der Veröffentlichung. Es wird diskutiert, welchen Mehrwert die Erfassung von Scope -3-Emissionen hat. So kann bspw. durch eine Erheb ung der Pendlerfahrten der Mitarbeiter eruiert werden, ob ein Jobticket eine wirkungsvolle Maßnahme für das Unternehmen ist. Die städtischen Entwässerungsbetriebe haben sich bereits mit Scope -3-Emissionen beschäftigt und den CO2-Fußabdruck für Betriebsmitt el erhoben. Die Koordinationsstelle Klimaschutz möchte die Flugreisen des Amtes der Oberbürgermeisterin und der Koordinationsstelle erheben, um diese zu kompensieren. Von einem Teilnehmer kommt die Anregung, dass ein Signal des Stadtrates wichtig wäre (etwa ein Beschluss zur Kompensation der externen Umweltkosten, der bei etwa 70 € die ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 53 Tonne31 liegen könnte). Auch wäre es hilfreich, wenn es für allgemeine Klimaschutzmaßnahmen einheitliche Rahmenbedingungen gäbe (bspw. zur Teilfinanzierung von Jobtickets durch die Unternehmen). Methodik der THG-Bilanzierung Hinsichtlich der Methodik der THG-Bilanzierung gibt es bei der Verwendung der Emissionsfaktoren, besonders des Stromemissionsfaktors, große Abweichungen bei den Beteiligungsunternehmen und auch zur BISKO -Methodik32. BISKO empfiehlt die Verwendung des Bundesmix als Stromemissionsfaktor und stellt Ökostrom lediglich nachrichtlich dar, da die Wirkung von Ökostrom auf den Klimaschutz und die Energiewende differenziert zu betrachten ist. Eine im März 2014 vom Um weltbundesamt veröffentlichte Studie zeigt, dass Ökostrom zurzeit nur einen geringen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Hintergrund ist, dass EEG -Strom, welcher 80 % der erneue rbaren Stromerzeugung in Deutschland ausmacht, nicht als Ökostrom verkauft werden darf. Der Bedarf wird daher über nicht -EEG-Anlagen (zumeist alte Wasserkraftanlagen) sowie erneuerbaren Strom aus dem Ausland mit Herkunftsnachweis gedeckt. Quintessenz der Studie ist, dass aktuell das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt und mit dem Bezug von Ökostrom aus bestehenden Anlagen der Ausbau von erneuerbaren Energien im In- und Ausland nur marginal vorangetrieben wird. Grundsätzlich sollte bei Ökostromprodukten zwischen den verschiedenen Angeboten und Labels unterschieden werden. Da die Ausschreibungsverfahren der Beteiligungsunternehmen keine Vorgaben zu Zertifikaten enthalten dürfen, können Kriterien in die Ausschreibung genommen werden, die den Zertifikaten entsprechen. Die BISKO -Systematik empfiehlt, Ökostrom nachrichtlich darzustellen. Einige Beteiligungsunternehmen möchten aufgrund ihrer Unternehmenskommunikation aber weiterhin ihren eigenen Stromemissionsfaktor verwenden. Dies sollte in den Veröffentlichungen und in den Teilbilanzen transparent ausgewiesen werden. Weitere Vorgehensweise Zur Teilbilanzierung der Beteiligungsunternehmen (Scope 1 und 2) benötigt das ifeu die Gesamtverbrauchsdaten nach Energieträgern. Einzelne Gebäude sind nicht notwendig, allerdings werden die Unternehmen dazu angeregt, diese selbst zu erheben und Energiekennwerte für die jeweiligen Gebäude zu erstellen. Ein Vergleich der Kennwerte ist in dem Projekt nicht vorgesehen. In der gesamtstädtischen Bilanz nach BISKO werden keine unternehmensspezifischen Daten ausgewiesen, sondern es wird der Gesamtverbrauch aller berücksichtigten Beteiligungsunternehmen dargestellt. Das ifeu wird im August einen Fragebogen an die Beteiligungsunternehmen verschicken, um die Verbrauchswerte für das Bilanzjahr 2015 zu erheben. Diese werden in die Energie - und THG-Bilanz der Stadt Köln einfließen. Zusätzlich können interessierte –––––––––––––––– 31 Das ifeu empfiehlt, statt der Kompensation, die suggeriert, dass die eigenen Emissionen neutralisiert werden können, eher die zukünftigen Umweltkosten einzupreisen. Diese liegen deutlich höher als die Kosten für Kompensationsprojekte. Siehe auch: www.ifeu.de/index.php?seite=klimaschutz_plus und www.climatefair.de 32 Der BISKO - Standard ( Bilanzierungs-Standard Kommunal) wurd e von Klima -Bündnis und ifeu im Rahmen eines BMUB -geförderten Projektes entwickelt, um eine einheitliche Bilanzierung bundesdeutscher Kommunen zu gewährleisten. Siehe auch: www.ifeu.de/energie/pdf/Bilanzierungs-Systematik_Kommunal_Kurzfassung.pdf 54 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Beteiligungsunternehmen, die sich auf Grund der Datenlage, Überschaubarkeit und Motivation besonders eignen, modellhaft beim Klimaschutz-Controlling begleitet werden. Foto-Dokumentation ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 55 56 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Programm Montag, 10. Juli 2017 Gesamtmoderation: Hans Hertle (ifeu) 14.00 – 14.15 Uhr Begrüßung und Einleitung Herr Peschen (Stadt Köln – Umwelt- u. Verbraucherschutzamt), Hans Hertle (ifeu) 14.15 – 14.30 Uhr Präsentation: Wissenschaftlicher Hintergrund – Energie- und CO2-Bilanzierung der Stadt Hans Hertle (ifeu) 14.30 – 14.45 Uhr Präsentation: Energiemanagement der Gebäudewirtschaft Köln Michael Nawroth (Leiter Sachgebiet Energiemanagement) 14.45 – 15.15 Uhr Diskussion zum Ausbau eines Energiemanagementsystems 15.15 – 15:30 Uhr Pause 15.30 – 15.45 Uhr Präsentation: Energiemanagement und CO2-Bilanzierung der Beteiligungsunternehmen Eva Rechsteiner (ifeu) 15.45 – 16.15 Uhr Diskussion und Austausch zur Harmonisierung von Bilanzierungen bei Stadt und Unternehmen 16.15 – 16.30 Uhr Präsentation: Controlling (Indikatoren) und Zielsetzungen im Klimaschutz Hans Hertle (ifeu) 16.30 – 16.50 Uhr Diskussion und Ausblick zum Kölner Klimaschutz-Controlling 16.50 – 17.00 Uhr Zusammenfassung / Verabschiedung 17.00 Uhr Ende der Veranstaltung ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 57 Workshop-Teilnehmer Name Vorname Unternehmen Blaum Roland NetCologne Brüggen Marc Kölner Verkehrsbetriebe Dr. Dienhart Matthias RheinEnergie, Energiewirtschaftliche Grundsatzfragen Dumuscheit Tilo Abfallentsorgung und -verwertungs-GmbH Garska Robert Kölner Verkehrsbetriebe Gummich Verena NetCologne Hertle Hans Institut für Energie- und Umweltforschung Kleimann Jörn Stadtentwässerungsbetriebe Klein Katrin RheinEnergie, Umweltschutzmanagement Klessing Claudia SBK Sozial-Betriebe-Köln gGmbH Kraus Katinka Stadtwerke Köln Lindemann Doris Stadtwerke Köln Mataré Birgit Städtische Museen Möhlendick Barbara Stadt Köln - Dezernat für Soziales, Integration u. Umwelt Müller Reinhold Stadt Köln - Umwelt- und Verbraucherschutzamt Nawroth Michael Gebäudewirtschaft Peschen Konrad Stadt Köln - Umwelt- und Verbraucherschutzamt Rechsteiner Eva Institut für Energie- und Umweltforschung Tönnißen Andreas RheinEnergie, Energiebeauftragter Technisches Gebäudemanagement Wittinghofer Stefan Kliniken der Stadt Köln gGmbH Yücesoy Erguen Stadtentwässerungsbetriebe 58 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu 10.4 Protokoll zum 2. Workshop “Einheitliches Klimaschutz-Controlling in Köln“ Datum: 19. Dezember 2017 von 14:00 bis 16:30 Uhr Veranstaltungsort: Stadthaus Deutz, Raum 05.F01 (ehemals BB Bank) Begrüßung und Einleitung: Konrad Peschen (Stadt Köln – Umwelt- u. Verbraucherschutzamt) Präsentation der gesamtstädtischen Energie- und THG-Bilanz 2015 sowie Ergebnisse der Daten-erhebung der Beteiligungsunternehmen Rückmeldungen und Fragen: Die Daten für die gesamtstädtische Bilanz stammen aus verschiedenen Quellen. Die wichtigsten Quellen sind die Lastprofildaten der Rhein. Netzgesellschaft RNGe und die Daten des statistischen Landesamts (IT NRW) zum Energieverbrauch des verarbeitenden Gewerbes. Details zur Erstellung der Energie - und TH G-Bilanz der Stadt Köln können dem Endbericht entnommen werden, welcher den Beteiligungsunternehmen zugeschickt wird. Informationen zur BISKO -Systematik können der ifeu-Homepage entnommen werden. Der verwendete Stromemissionsfaktor ist der bundesweite Faktor. Wird die THG - Bilanz mit dem lokalen Strommix der Stadt Köln berechnet, sind die THG-Emissionen etwa um ein Prozent niedriger. Setzt ein Beteiligung sunternehmen Maßnahmen um, welche die eigene Stromerzeugung emissionsärmer machen, kann dies im Rahmen einer Maßnahmenbilanzierung dargestellt werden. Die Strom - und Fernwärmeerzeugung der Beteiligungsunternehmen (u.a. RheinEnergie, Abfallverwertungsgesellschaft und Stadtentwässerungsbetriebe) sind in der gesamtstädtischen Bilanz bei der Ermittlung des Strom - und Fernwärmeemissionsfaktors berücksichtigt. Die stationäre Bilanz (ohne Verkehr) wurde für die Jahre 2008, 2010 und 2015 erstellt. Die Rückmeldungen der Beteiligungsunternehmen zum Aufwand der Datenerhebung fielen unterschiedlich aus. Größtenteils liegen die Daten zum Energieverbrauch (zumindest in der Form von Energiekosten) der Buchhaltung vor. Zum Teil liegen die Daten zum Energieverbrauch in den U nternehmen auch detaillierter vor, bpsw. mittels eines kürzlich durchgeführten Energieaudits oder regelmäßige EMAS -Zertifizierung. Der Detailgrad ist dabei sehr unterschiedlich. Manchen Unternehmen liegen die Daten gebäudescharf vor, andere Unternehmen kennen nur den Gesamtverbrauch für Strom und Wärme. Daten zu Scope 3 und weiteren klimaschutzrelevanten Aktivitäten liegen größtenteils nicht vor. Der Aufwand dieser Datenerhebung wird als zeit- und kostenintensiv angesehen. Es erfolgt keine differenzierte D arstellung des Energieverbrauchs und der Aktivitäten der einzelnen Beteiligungsunternehmen im Bericht. Rückmeldungen zur Verstetigung: ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 59 Die Möglichkeiten der zukünftigen Datenerhebung bewerten die Beteiligungsunternehmen unterschiedlich. Manche Unternehmen werden diese weiterführen und in (Umwelt)Berichten öffentlich zur Verfügung stellen. Andere äußern Bedenken, da die nötigen finanziellen und personellen Kapazitäten nicht vorhanden sind. Die Stadt Köln wird den European Energy Award (eea) im nächsten Jahr weiterführen, nachdem die Zertifizierung für ein Jahr pausiert hat. Als externe Berater wurden das Ingenieurbüro Gertec und das Wuppertal Institut beauftragt, in den Bereichen Energie und Mobilität weitere kurzfristige Maßnahmen zu identifizieren. Außerdem wird das Ingenieurbüro Gertec wegen der Datenerhebung auch auf die Beteiligungsunternehmen zugehen. Das ifeu -Institut stimmt sich mit Gertec ab, um eine Harmonisierung zwischen diesem Projekt und dem eea zu ermöglichen. Impulsvortrag und Diskussion: Vom Controlling zur Kompensation Rückmeldungen Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln hat Klimafolgekosten von 80€ pro Tonne in ihren Energieleitlinien verankert und wird diese in ihren Wirtschaftlichkeitsberechnungen einsetzen. Eine Umfrage der Koordinationsst elle Klimaschutz ergab, dass Mitarbeiter bei Dienstreisen unter 500 Kilometer meist mit dem Zug fahren und selten fliegen. Manche Beteiligungsunternehmen wünschen sich ordnungspolitische Instrumente von der Bundesregierung, um die externen Kosten einzupreisen. Für Beteiligungsunternehmen mit einem defizitären Haushalt ist eine Kompensation nicht möglich. Die Beteiligungsunternehmen haben rechtlich die Möglichkeit, Klimafolgekosten in den Leistungen der Unternehmen einzupreisen. Auch wenn die Beteiligungsun ternehmen nur einen kleinen Anteil an den gesamtstädtischen Emissionen ausmachen, ist es dennoch wichtig, dass sie sich ihrer Vorbildfunktion und ihrer Außenwirkung bewusst werden. Die Aktivitäten der Stadt und ihrer Beteiligungsunternehmen beeinflussen da s Handeln der Stadtgesellschaft und geben auch Impulse an die Landes- und Bundespolitik. 60 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Workshop-Teilnehmer Name Vorname Unternehmen Blaum Roland NetCologne Brüggen Marc Kölner Verkehrsbetriebe Coutellier Markus Kliniken der Stadt Köln gGmbH Dumuscheit Tilo Abfallentsorgung und -verwertungs-GmbH Hertle Hans Institut für Energie- und Umweltforschung Klein Katrin RheinEnergie, Umweltschutzmanagement Klessing Claudia SBK Sozial-Betriebe-Köln gGmbH Lindemann Doris Stadtwerke Köln Mataré Birgit Städtische Museen Möhlendick Barbara Stadt Köln - Dezernat für Soziales, Integration u. Umwelt Müller Reinhold Stadt Köln - Umwelt- und Verbraucherschutzamt Nawroth Michael Gebäudewirtschaft Peschen Konrad Stadt Köln - Umwelt- und Verbraucherschutzamt Rechsteiner Eva Institut für Energie- und Umweltforschung Wittinghofer Stefan Kliniken der Stadt Köln gGmbH Yücesoy Erguen Stadtentwässerungsbetriebe ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 61 10.5 Methodik Verkehr 2006/2015 Vergleich mit der Verkehrs-Bilanzierung im Klimaschutzkonzept von 2011 Für die Stadt Köln liegen für den Verkehr bereits aus dem Klimaschutzkonzep t von 2011 (Teil Verkehr) zwei THG-Bilanzen vor: 1. Eine Detailbilanz nach dem Territorialprinzip für das Jahr 2006. Die dabei angewendete Methodik ist in Bezug auf die erfassten Ver kehre weitgehend mit der in Kapitel 1.2 beschriebenen BISKO -Systematik kompatibel, mit Ausnah me des Flugverkehrs. Unterschiede gibt es hier vorrangig bei den Datengrundlagen, insbesondere den Energieverbrauchs- und Emissionsfaktoren. 2. Eine fortschreibbare Bilanz für 1990 sowie 2003 -2008, die mittels ECORegion unter weitgehender Verwendung der dort enthaltenen Vorgabedaten (überwiegend bundesmittlere Einwohnerkennwerte) erstellt worden ist. Diese fortschreibbare Bilanz entspricht nicht den methodischen Empfehlungen nach BISKO. Eine direkte Vergleichbarkeit mit einer aktuellen BISKO-konformen Bilanz ist damit nicht möglich. Zur besseren Einordnung der Ergebnisse der aktuell erstellten BISKO -konformen Energie- und Treibhausgasbilanz wurde ergänzend ein Vergleich mit der Detailbilanz für das Jahr 2006 aus dem Klimaschutzkonzept von 2011 durchgeführt. Dabei wird auch auf die im Klimaschutzkonzept angegebene Emissionsentwicklung 1990-2006 eingegangen. Systemgrenzen Die Detailbilanz für 2006 wurde für den bodengebundenen Verkehr mit endenergiebasiertem Territorialprinzip erstellt, was auch der BISKO-Systematik entspricht. Für den Flugverkehr wurden allerdings nicht nur Emissionen von Starts und Landungen ermittelt und anteilig der Stadt Köln zugerechnet, sondern der gesamte abgehende Flugverkehr bilanziert. Ein weiterer Unterschied betrifft die Emissionsfaktoren. Nach BISKO werden Treibhausgasemissionen in CO 2-Äquivalenten für CO 2 sowie weitere Treibhausgase sowie unter Einbezug von direkten Emissionen und Emissionen der Vorkette zur Energiebereitstellung ermittelt. In der Detailbilanz des Klimaschutzkonzepts wurden dagegen nur CO2-Emissionen und ohne Einbezug der Kraftstoffvorketten bilanziert. Verkehrsdaten Fahrleistungen im Straßenverkehr Die Fahrleistungen für den Straßenverkehr in der Detailbilanz des Klimaschutzkonzepts stammen aus dem Emissionskataster des LANUV von 2007. Diese wurden den in der neuen Bilanzierung verwendeten aus einem GRETA-Datensatz für 2010 auf 2006 rückgerechneten Fahrleistungen gegenübergestellt (vgl. Erläuterung der Datenquellen in Kapitel 2.4). Insgesamt zeigen beide Fahrleistungsdatensätze eine sehr gute Übereinstimmung mit nur 1,4 % Abweichung bei den Gesamtfahrleistungen des Kfz -Verkehrs im Stadtgebiet Köln (vgl. Tabelle 10-2). Die Fahrleistunge n für den Pkw -Verkehr sind in beiden Datensätzen 62 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu sehr ähnlich. Größere Unterschiede gibt es bei den Fahrleistungsaufteilungen zwischen den übrigen Fahrzeugkategorien leichte Nutzfahrzeuge, Lkw sowie Busse, wofür Unterschiede bei der Definition von Fahrzeug gruppen (z.B. Gewichtsgrenze zwischen LNF und Lkw, Aufteilung des Schwerverkehrs auf Lkw und Busse ) ebenso wie bei Verkehrsmodellierung und -hochrechnung verantwortlich sein können. Tabelle 10-2: Vergleich der Kfz-Fahrleistungen für 2006 im Stadtgebiet Köln MZR Pkw LNF Lkw Linienbus Reisebus Gesamt Klimaschutzkonzept 2011 125 6.742 354 649 17 12 7.899 Mio. Fz-km BISKO-Bilanz 2017 167 6.693 394 480 19 20 7.773 Mio. Fz-km Bilanzierung 2017 / Bilanzierung von 2011 133% 99% 111% 74% 115% 174% 98,4% Verkehrsmengen im ÖPNV Der öffentliche Straßenpersonenverkehr mit Bussen und Straßenbahnen wurde sowohl im Klimaschutzkonzept von 2011 als auch in der aktuellen Bilanzierung auf Basis von Angaben der Kölner Verkehrsbetriebe AG erfasst. Dementsprechend ist die Übereinstimmung der ÖSPV-Verkehrsdaten in beiden Bilanzen sehr gut. Verkehrsmengen im SPNV wurden im Klimaschutzkonzept von 2011 anhand von Fahrplandaten berechnet. Diese manuelle Berechnung liegt um 17 % niedriger als die in der aktuellen Bilanzierung verfügbaren direkt vo n der DB AG bereitgestellten Datensätze und zeigt damit insgesamt eine gute Übereinstimmung. Endenergieverbrauch und Treibhausgasemissionen Endenergieverbrauch im Jahr 2006 Zu den bei der Bilanzierung verwendeten Energieverbrauchsfaktoren wird im Klimaschutzkonzept von 2011 auf die Studie “Modell Deutschland“ (WWF, 2009) verwiesen, es gibt jedoch keine detaillierten Angaben der je Verkehrsmittel verwendeten Faktoren. Allerdings sind Vergleiche der im Klimaschutzkonzept berechneten Endenergieverbräuche je V erkehrsmittel mit der aktuellen BISKO -konformen Bilanz möglich, und damit auch Rückschlüsse auf die mittleren Verbrauchsfaktoren je Verkehrsmittel. Der Endenergieverbrauch des Straßenverkehrs ist in der aktuellen Bilanz bei ähnlichen Fahrleistungen insgesa mt um 11 % niedriger als im Klimaschutzkonzept von 2011. Ausschlaggebend dafür sind die Verbrauchsunterschiede bei Pkw und Lkw, die zusammen über 90 % des Endenergieverbrauchs im Straßenverkehr in beiden Bilanzen ausmachen. Der Endenergieverbrauch von Pkw ist in der aktuellen Bilanz bei nahezu gleichen Fahrleistungen um 8 % niedriger als im Klimaschutzkonzept. Gründe für diese Abweichung können Unterschiede bei Fahrleistungszusammensetzungen (andere Pkw - Größenklassen, Dieselanteile, innerorts -außerorts-Autobahn) ebenso wie andere ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 63 Annahmen zur Fahrzeugeffizienz sein. Eine genauere Analyse ist anhand der Datenlage nicht möglich. Auch bei Lkw ist der Endenergieverbrauch in der aktuellen Bilanz um 22 % niedriger. Hierfür ist vor allem die 26 % niedrigere Fahrl eistung verantwortlich, die über den gesamten Lkw -Verkehr gemittelten spezifischen Verbräuche sind demnach recht ähnlich. Bei Bussen und leichten Nutzfahrzeugen zeigen sich die größten Abweichungen im Endenergieverbrauch, die auf Unterschiede bei den Fahrleistungen ebenso wie den mittleren spezifischen Verbräuchen je Fahrzeugkategorie zurückzuführen sind. Tabelle 10-3: Vergleich der Endenergieverbräuche im Straßenverkehr für 2006 im Stadtgebiet Köln MZR Pkw LNF Lkw Bus Gesamt Straße Klimaschutzkonzept 2011 44 5.398 450 1.695 106 7.693 GWh BISKO-Bilanz 2017 62 4.959 348 1.315 131 6.816 GWh Bilanzierung 2017 / Bilanzierung von 2011 140% 92% 77% 78% 124% 89% Beim Endenergieverbrauch der übrigen Verkehrsmittel bestehen ebenfalls je nach Verkehrsmittel deutliche Unterschiede zwischen der aktuell für 2006 rückgerechneten Bilanz und der Detailbilanz für 2006 im Klimaschutzkonzept von 2011. Während die Stromverbräuche von Tram und Schienenpersonenverkehr gut zusammenpassen, weichen insbesondere die berechneten Verbräuche von Dieselkraftstoff im Schienenverkehr und in der Binnenschifffahrt in beiden Bilanzierungen erheblich voneinander ab. Ursachen dafür können aufgrund der Datenlage nicht näher analysiert werden. Eine getrennte Rolle nimmt der Flugverkehr ein. Hier liegt die aktuell für 2006 rückgerechnete Bilanz um Faktor 10 niedriger, was auf die bereits erläuterten Unterschiede der Systemgrenzen zurückzuführen sein dürfte. Tabelle 10-4: Vergleich der Endenergieverbräuche im übrigen Verkehr für 2006 im Stadtgebiet Köln Tram SPNV Elektro SPNV Diesel Schien e fern Schiene Güter Binnens chiff Schiene + Schiff Flug Klimaschutzkonzept 2011 160 68 20 38 39 514 840 5.070 GWh BISKO-Bilanz 2017 136 66 9 37 108 335 692 496 GWh Bilanzierung 2017 / Bilanzierung von 2011 84% 101% 49% 98% 277% 65% 82% 10% Treibhausgasemissionen im Jahr 2006 In der aktuell für 2006 rückgerechneten Bilanz nach BISKO -Systematik liegen die Treibhausgasemissionen des Verkehrs im Sta dtgebiet Köln insgesamt bei 2,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, ohne Flugverkehr bei etwa 2,4 Mio. Tonnen CO 2-Äquivalenten. Die 64 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Detailbilanz für 2006 im Klimaschutzkonzept von 2011 kommt für den Verkehr in Köln zu CO2-Emissionen in Höhe von etwa 3,7 Mio. Tonnen CO 2. Davon entfallen 54 % auf den Straßenverkehr, 5 % bzw. 4 % auf Schiene und Binnenschiff sowie 37 % auf den abgehenden Flugverkehr. Ohne Flugverkehr beträgt die Bilanz nur 2,3 Mio. Tonnen CO2. Beide Bilanzen liegen damit für 2006 bei Nichtberücksichtigung des Flugverkehrs nur ca. 5 % auseinander. Dabei gleichen sich unterschiedliche Aspekte gegenseitig aus: Einerseits der in der aktuell rückgerechneten Bilanz nach BISKO -Systematik niedrigere Endenergieverbrauch, andererseits die in der BISKO -Bilanz ggü. der älteren Detailbilanz umfassenderen Systemgrenzen mit Berücksichtigung weiterer Treibhausgase und insb. der vorgelagerten indirekten Emissionen aus der Kraftstoffbereitstellung. Entwicklung der Treibhausgasemissionen 1990-2006 Im Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2011 wurde zusätzlich eine Rückrechnung der Emissionen des Verkehrs bis 1990 anhand des Bundestrends vorgenommen und eine Abnahme der THG-Emissionen des Verkehrs zwischen 1990 und 2006 um 4 ,5 % abgeschätzt. Dagegen wurde in der aktuellen Bilanz nach BISKO-Systematik ein Anstieg der Treibhausgasemissionen um 3 % ermittelt. Aufgrund der fehlenden Erläuterungen im Klimaschutzkonzept von 2011 ist eine detaillierte Analyse der Unterschiede nicht möglich. Eine zentrale Rolle dürfte jedoch der Einfluss der unterschiedlichen Systemgrenzen auf die Anrechenbarkeit von Biokraftstoffen spielen. In den nach Kyoto -Protokoll berichteten nationalen Emissionen werden dem Verkehr ausschließlich direkte Emissi onen fossiler Kraftstoffe zugerechnet. Mit zunehmenden Anteilen von Biokraftstoffen haben damit auch bei insgesamt steigendem Kraftstoffbedarf die Mengen an fossilen Kraftstoffen und ihnen zugerechnete THG-Emissionen abgenommen. Beim BISKO-Standard werden dagegen auch Vorkettenemissionen in die Bilanz einbezogen und somit auch Biokraftstoffen anteilige Treibhausgasemissionen aus ihrer Herstellung angerechnet. Der zunehmende Einsatz von Biokraftstoffen kann demnach in einer BISKO - konformen Bilanz einen Anst ieg der Kraftstoffverbräuche nur in geringerem Umfang ausgleichen als bei ausschließlicher Berücksichtigung direkter Emissionen fossiler Kraftstoffe. ifeu Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen 65 10.6 Vorlage zur Erhebung von Gebäude- und Nutzflächen-scharfen Verbrauchsdaten Folgender Ausschnitt zeigt das Excel-Blatt zur Erhebung der Gebäude- und Nutzflächen-scharfen Verbrauchsdaten. 66 Energie- und THG-Bilanz der Stadt Köln und ausgewählter Beteiligungsunternehmen ifeu Literaturverzeichnis Cronauge, Ulrich/ Westermann, Georg (2006): Kommunale Unternehmen. Eigenbetriebe, Kapitalgesellschaften, Zweckverbände. 5. Auflage, Berlin. klimAktiv (2014): Handbuch zum CO2-Rechner PRO ifeu (2014): Empfehlungen zur Methodik der kommunalen Treibhausgasbilanzierung für den Energie- und Verkehrssektor in Deutschland. 360report (2013): Berechnungsgrundlagen (https://www.360report.org/tl_files/360report/en/help/FAQs/Berechnungsgrundlagen_C O2-Bericht.pdf) McKinsey&Company (2008): Potenziale der öffentlichen Beschaffung für ökologische Industriepolitik und Klimaschutz . Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Sächsisches Staatsministerium des Innern (2014): Leitfaden. Beteiligungsmanag ement im kommunalen Bereich.
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57/574 Vorlagen-Nummer 19.09.2018 2953/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 20.11.2018 Fortschreibung der Energie- und Treibhausgasbilanz der Stadt Köln für die Jahre 2008-2015 und eine erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen Im Rahmen der 2011/12 vorgelegten “Integrierten Klimaschutzkonzepte“ für die Teilbereiche Energie und Verkehr wurde für Köln auch die erste gesamtstädtische Energie- und Treibhausgas- (THG-) Bi- lanz nach dem damaligen kommunalen Bilanzierungsstandard erstellt. Der Teilbereich Energie wurde vom ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH für das Jahr 2008 bilanziert (siehe Kap. 2 in www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/pdf57/integriertes-klimaschutzkonzept- koeln_endbericht-energie-2012.pdf), der Teilbereich Verkehr vom Wuppertal Institut für Klima, Um- welt, Energie gGmbH wegen der besseren Datenbasis für das Jahr 2006 (siehe Kap. 4 & 5 in www.stadt- koeln.de/mediaasset/content/pdf57/endbericht_klimaschutzkonzept_k__ln_teilbereich_verkehr.pdf). Bei der Fortschreibung der gesamtstädtischen Bilanzen bis zum Jahr 2015 war die im Auftrag des Bundesumweltministeriums vom ifeu-Institut entwickelte und seit 2016 bundesweit angewandte “Bi- lanzierungssystematik Kommunal“ (“BISKO“) des “Klimaschutz-Planers“ zu berücksichtigen, die auch den Verkehrssektor auf eine territoriale Bilanzierung umgestellt hat und inzwischen in allen gängigen Bilanzierungs-Tools für Kommunen angewendet wird. Außerdem hatten Vorgespräche mit Rhein- Energie und der Rheinischen Netzgesellschaft (“RNG“) gezeigt, dass es relevante Änderungen bei der verfügbaren Datenbasis für den Verbrauchssektor Energie gab. Der Ausschuss für Umwelt und Grün hat deshalb in seiner Sitzung am 23.02.2016 den Bedarf einer “externen wissenschaftlichen Unterstützung“ zur Fortschreibung der gesamtstädtischen Energie- und CO2-Bilanz festgestellt (Ds-Nr. 4082/2015), die im Weiteren zur Beauftragung des ifeu-Institutes führ- te. Außerdem wurde das ifeu-Institut beauftragt, im Dialog mit den Stadtwerken ein Stufenmodell zur künftigen THG-Bilanzierung der Beteiligungsunternehmen zu entwickeln und damit dem Ratsauftrag vom Dezember 2011 an alle städtischen Beteiligungsunternehmen zu entsprechen, „im Sinne der Vorbildfunktion des Konzern Stadt Köln (…) das Klimaschutzkonzept Köln nach Kräften (…) zu unter- stützen und sich durch eigene Teilbilanzierungen an der 2-3 jährigen Erfolgskontrolle (…) zu beteili- gen“ (siehe Beschlusspunkt “II. Umsetzung“ der Ds-Nr. 3272/2011). Der jetzt vorliegende Endbericht beschreibt in Teil A die Fortschreibung der gesamtstädtischen Ener- gie- und THG-Bilanzen für die Jahre 2008-2015 und als Teil B die Ergebnisse der ersten Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen. Wesentliche Ergebnisse der gesamtstädtischen Bilanzierung 2008-2015 (Teil A) Die methodischen Grundlagen der Bilanzierung sind in Kapitel 1 beschrieben. Für den Teilbereich Energie ergab der BISKO-Standard gegenüber der Bilanz 2008 nur den Verzicht auf die Witterungs- korrektur in der Basis-Bilanz (optional weiterhin möglich). Beim Teilbereich Verkehr führte die Umstel- lung auf den BISKO-Standard mit territorialer Bilanzierung aller motorisierten Verkehrsmittel im Per- sonen- und Güterverkehr gegenüber dem Fortschreibungsansatz des Klimaschutzkonzeptes Verkehr 2 2011 mit dem online-Tool EcoRegion und seiner Bilanzierung nach dem “Inländerprinzip“ zu wesentli- chen methodischen Änderungen, die in Kapitel 1.2 beschrieben sind. Hierzu gehörte u.a. auch die Berücksichtigung der Start- und Landeemissionen des Köln-Bonner Flughafens (“LTO-Zyklus“). Kapitel 2 beschreibt die verfügbare Datenbasis und die Bewertung der “Datengüte“ als Maß für die sehr unterschiedliche Aussagekraft und die Vergleichbarkeit kommunaler Energie- und THG- Bilanzen. So besteht z.B. ein erheblicher Datengüte-Unterschied zwischen dem von der RNG für Köln erfassten Erdgasverbrauch und dem Verbrauch nicht-leitungsgebundener Energieträger wie Heizöl, Benzin oder Biomasse, der nicht zentral erfasst wird, sondern mit verschiedenen Methoden nähe- rungsweise bestimmt werden muss (im Gegensatz zur nationalen Bilanzierung erschwert die für die kommunale Bilanzierung nicht verbindlich geregelte Datenbereitstellung deren Vergleichbarkeit ganz erheblich). Nach der im Rahmen des Klimaschutz-Planers entwickelten Bewertungsmatrix weist die Kölner Bilanz von 2015 durch die umfangreiche Bereitstellung lokaler Primärverbrauchsdaten durch RNG und IT.NRW (ehemals Statistisches Landesamt NRW) eine sehr hohe Gesamtdatengüte von 84% auf (Maximum 100%). Für den Teilbereich Energie (siehe Kap. 2.2 und 2.3) ist allerdings anzumerken, dass wegen einer Software-Umstellung bei der RheinEnergie – anders als bei der Bilanz 2008 – nicht mehr auf deren sektoral aggregierte Absatzzahlen zurückgegriffen werden konnte, so dass eine Aufteilung von End- energieverbrauch und THG-Emissionen auf die Verbrauchssektoren “Private Haushalte“ und “Gewer- be, Handel, Dienstleistung (GHD) / Sonstiges“ nicht mehr möglich war (dementsprechend sinkt auch die sektorale Datengüte auf nur 25%). Dies ist insofern bedauerlich, als die Privaten Haushalte eine sehr wichtige Zielgruppe für kommunale Klimaschutzaktivitäten sind und das Monitoring dieser Ziel- gruppe ganz wesentlich für eine effiziente Maßnahmenentwicklung ist. Deshalb soll in Gesprächen mit RheinEnergie und RNG noch ein Weg gefunden werden, die Datenlage wieder zu verbessern. Beim Teilbereich Verkehr (siehe Kap. 2.4) musste für den motorisierten Individualverkehr und den Straßengüterverkehr auf die vom Umweltbundesamt seit 2016 zur Verfügung gestellten regionalisier- ten “Daten aller nationalen Emissionen“ zurückgegriffen werden, da das bisher in Köln eingesetzte Verkehrsmodell keine geeigneten lokalen Daten bereitstellen konnte. Die rückwirkend ab dem Jahr 2008 für alle Kommunen in Deutschland verfügbaren räumlich aufgelösten Daten berücksichtigen einheitliche Vorgabewerte für die Fahrleistungen differenziert nach Kfz- und Straßenkategorien. Mit dem im Herbst 2016 beschlossenen “Integrierten Gesamtverkehrsmodell“ kann für künftige Bilanzen „eventuell eine zusätzliche Differenzierung nach Herkunft bzw. Ursache ermöglicht werden, die zur Identifizierung relevanter Zielgruppen für Klimaschutzmaßnahmen wünschenswert ist“. Für die Energie- und THG-Bilanz 2015 zeigt Kapitel 3 die Verteilung der verschiedenen Energieträger auf die einzelnen Verbrauchssektoren. Der Verbrauchssektor “Verarbeitendes Gewerbe / Industrie“ lag beim Endenergieverbrauch bei etwa 34% (2008 etwa 31%) und bei den THG-Emissionen bei et- wa 38% (2008 etwa 37%), während Endenergieverbrauch und THG-Emissionen beim Verbrauchs- sektor “Private Haushalte“ und “GHD / Sonstiges“ bei jeweils etwa 35% lagen (2008 jeweils etwa 39%). Der Verbrauchssektor “Verkehr“ lag beim Endenergieverbrauch bei etwa 27% (2006 etwa 29%) und bei den THG-Emissionen bei etwa 26% (2006 auch etwa 26%), während beim Verbrauchssektor “Städtische Gebäude“ mit jeweils etwa 1% keine nennenswerten Veränderungen festzustellen waren. Darüber hinaus werden in Kapitel 3.3 weitere Klimaschutzindikatoren beschrieben, die gemäß “Kli- maschutz-Planer“ aus den Bilanzen abgeleitet werden können und eine differenziertere Bewertung der Entwicklung ermöglichen. Hierzu gehören die THG-Emissionen und der Endenergieverbrauch des Individualverkehrs pro Einwohner*in (in Köln etwas besser als der Bundesdurchschnitt) sowie der Anteil der KWK-Wärme am Gesamtwärmeverbrauch (in Köln etwas schlechter als der Bundesdurch- schnitt durch den deutlich gestiegenen Wärmeverbrauch der “Industrie“). Weitere vier Indikatoren für Endenergieverbrauch und THG-Emissionen in den Verbrauchssektoren “Private Haushalte“ und “GHD / Sonstiges“ konnten nicht ermittelt werden, weil die Aufteilung der Endenergieverbräuche auf diese Verbrauchssektoren nicht mehr möglich war. Beim Anteil der erneuerbaren Strom- bzw. Wärmeerzeugung (innerhalb der Stadtgrenzen) am ge- samtstädtischen Strom- bzw. Wärmeverbrauch lag Köln sehr deutlich bzw. deutlich unter dem Bun- desdurchschnitt, weil Köln wie allen dicht besiedelten Großstädten die Flächen fehlen, um bei ihrem 3 hohen Endenergieverbrauch diesen territorialen Indikator nennenswert zu erhöhen. Außerdem wird es beim Klimaschutz der Großstädte kurz- bis mittelfristig vor allem um die Vermeidung von Endener- gieverbrauch und Effizienzsteigerungen bei der lokalen Energieerzeugung bzw. -versorgung gehen und der stromseitige Ausbau der erneuerbaren Energien vor allem außerhalb dieser hohen Flächen- konkurrenzen voranzutreiben sein. Die Entwicklung der gesamtstädtischen Energie- und THG-Bilanzen von 2008 bis 2015 wird in Kapitel 4 beschrieben, wobei die Interpretation der Gesamtentwicklung über die ebenfalls bilanzierten “Stütz- jahre“ 2010 und 2013 sowie eine Überprüfung der Bilanzen von 2008 abgesichert wurde. Für den Endenergieverbrauch zeigt sich – absolut gesehen – ein Anstieg um etwa 5%, bei den THG- Emissionen durch den etwas klimafreundlicheren Energieträgermix eine Abnahme um etwa 1%. Da- bei nahmen die THG-Emissionen im Verbrauchssektor Industrie um etwa 11% zu, während sie im Verkehrsbereich nahezu gleich blieben und in den Verbrauchssektoren “Private Haushalte und GHD / Sonstiges“ sowie “Städt. Gebäude“ um etwa 15% bzw. 11% sanken. Bei einer vereinfachten Berück- sichtigung der deutlich gestiegenen Bevölkerungszahl ist eine Abnahme der THG-Emissionen “pro Kopf“ um etwa 6% zu verzeichnen. Bezogen auf den rückgerechneten Startwert 1990 zeigt Kapitel 4.2, dass bei dieser Betrachtung in den letzten 25 Jahren etwa 45% der bis 2030 zu realisierenden THG-Vermeidung erreicht wurden. Für die kontinuierliche Fortschreibung der gesamtstädtischen Bilanzierung wird das ifeu-Institut der Verwaltung das auf die aktuell verfügbare Datenbasis zugeschnittene Bilanzierungstool “BICO2-Köln 2018“ übergeben, sodass diese in Zukunft dann – wie bundesweit empfohlen – alle zwei bis drei Jah- re in Eigenregie durchgeführt werden kann. Erste Bilanzierung ausgewählter Beteiligungsunternehmen der Stadt Köln (Teil B) Bei der Entwicklung des wissenschaftlich fundierten Stufenmodells zur künftigen Datenerhebung und Bilanzierung sollten sowohl der Status quo und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Unternehmen als auch der international etablierte Standard des Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) berück- sichtigt werden. Außerdem sollte sicherstellt werden, dass die künftigen Bilanzen der Unternehmen zur gesamtstädtischen THG-Bilanz kompatibel sind. Aus Sicht des ifeu-Instituts weist das Projekt bundesweit durchaus Modellcharakter auf. Zunächst wurden aus dem Kreis der städtischen Beteiligungsunternehmen, an denen die Stadt Köln zusammen mit den Stadtwerken Köln GmbH mindestens 50% der Anteile hält, acht Unternehmen ausgewählt, bei denen nach einer Analyse der Nachhaltigkeits- bzw. Umweltberichte und unter Ein- beziehung der Datenerhebungen zum European Energie Award ein vergleichsweise hoher Endener- gieverbrauch und eine vergleichsweise gute Datenbasis zu erwarten war (siehe Anhang 10.1). Einbe- zogen wurden außerdem noch die Museen der Stadt Köln, die bei der Bilanzierung der “Städtischen Gebäude“ für 2008 nicht berücksichtigt waren und die 2015 erstmals einen Energiebericht vorgelegt haben. Diese Akteure wurden dann – wie in Kapitel 7.2 beschrieben – in leitfadengestützten Interviews zu ihren Berechnungsmethoden und Datengrundlagen befragt. Aus der Summe der vorliegenden Er- kenntnisse wurde anschließend das in Kapitel 7.1 beschriebene Stufenmodell entwickelt, das den ausgewählten Akteuren zusammen mit den Ergebnissen der Vorab-Recherchen und der Interviews auf einem ersten Workshop im Juli 2017 vorgestellt wurde (siehe Anhang 10.3). Das Stufenmodell zeigt die Möglichkeiten der Bilanzierung von der BISKO-kompatiblen Basis-Bilanz mit den “direkten Emissionen“ des unmittelbaren Endenergieverbrauchs am Unternehmensstandort (= Scope 1) und den “indirekten Emissionen“ des zugekauften Strom-, Fernwäme-, Ferndampf- und Fernkältever- brauchs (= Scope 2) bis hin zur Unternehmensbilanz nach GHG-Protokoll. Kapitel 5 und 6 beschrei- ben hierzu den Bilanzierungsrahmen und die Kompatibilität des Bilanzierungsansatzes mit der BIS- KO-Systematik und dem GHG-Protokoll. Nach dem Feedback des ersten Workshops wurde dann ein weitgehend standardisierter Fragebogen zur Datenerhebung für die Bilanzierung entwickelt. Die so ermittelten Endenergieverbräuche wurden entsprechend der BISKO-Systematik umgerechnet und die Bilanzdaten auf BISKO-Kompatibilität überprüft. Die Ergebnisse wurden den ausgewählten Akteuren auf einem zweiten Workshop im De- 4 zember 2017 vorgestellt (siehe Anhang 10.4). Die Ergebnisse der Energie- und THG-Bilanz für den Endenergieverbrauch der Liegenschaften (vor allem Verwaltungsgebäude) und Transportaktivitäten sind in Kapitel 8.1 beschrieben (die Energieer- zeugung bzw. -lieferung von RheinEnergie und RMVA ist bereits in den gesamtstädtischen Bilanzen abgebildet). Für die sechs Beteiligungsunternehmen und die städtischen Museen, die differenzierte Endenergieverbräuche vorgelegt hatten, ergab sich ein Anteil von etwa 1,4% am gesamtstädtischen Endenergieverbrauch bzw. etwa 2,3% an den gesamtstädtischen THG-Emissionen, wobei das Gros hier auf den Stromverbrauch entfiel. Bei den 15 Beteiligungsunternehmen aus der Vorab-Recherche verdoppelt sich der Anteil am Endenergieverbrauch auf etwa 3%. Mangels Energieträger-scharfer Angaben konnte hier aber keine Abschätzung der THG-Emissionen vorgenommen werden. Die Aus- weisung der genannten Anteile in den gesamtstädtischen Bilanzen führt dort zu einer entsprechenden Reduzierung des Verbrauchssektors “GHD / Sonstiges“, dem die Beteiligungsunternehmen ansons- ten zugeordnet werden. Darüber hinaus beschreibt Kapitel 8.2 noch die Rückmeldungen der ausgewählten Akteure zu ihren klimaschutzrelevanten Aktivitäten, die im GHG-Protokoll der Kategorie “Scope 3“ zugeordnet werden. Tabelle 10-1 zeigt, dass hierzu mit z.B. Geschäftsreisen, Papierverbrauch, Mitarbeiterverpflegung oder Abfallaufkommen unterschiedlichste Emissionsquellen der gesamten Geschäftstätigkeit gehö- ren, die nicht dem üblichen Energieverbrauch (Strom, Gas und Fernwärme), dem Unternehmensfuhr- park oder der Erzeugung Erneuerbarer Energien zuzuordnen sind. Aufgrund der Vorgespräche wur- den hauptsächlich Aktivitäten wie Jobticket, Ökostrom oder regionales Essen abgefragt, die für mög- lichst viele Beteiligungsunternehmen relevant sein konnten. Im Ergebnis zeigte sich, dass bei den Scope-3-Aktivitäten noch Entwicklungspotenzial besteht, was für das Gros der deutschen Unterneh- men aber ohnehin zu erwarten war. Abschließend enthält Kapitel 9 einen Verfahrensvorschlag für die künftige Bilanzierung der städti- schen Beteiligungsunternehmen. Ausgehend von dem eingangs zitierten Ratsauftrag vom Dezember 2011 sieht dieser für die künftigen Bilanzierungen die Erstellung einer BISKO-kompatiblen Energie- und THG-Bilanz vor, die das o.g. Emissionsspektrum von Scope 1 und 2 berücksichtigt. Um den Auf- wand der Datenabfrage so gering wie möglich zu halten, wurde diese mit den SWK so abgestimmt, dass sie mit den konzerninternen Abfragen für die Nachhaltigkeits- bzw. Umweltberichte und den An- forderungen des European Energie Award harmoniert. Darüber hinaus wurde den leistungsfähigeren Beteiligungsunternehmen empfohlen, ihre bisherigen Scope-3-Aktivitäten schrittweise auszubauen und mit erprobten Standardtools zu bilanzieren, um dem vom Rat der Stadt Köln gewünschten Engagement für den Klimaschutz zu entsprechen. Von diesen Erfahrungen können dann im Weiteren auch die übrigen Beteiligungsunternehmen und andere Kölner Unternehmen profitieren. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2953/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 19.09.2018
- Erstellt
- 05.09.2018 10:46