A-R/0079/2020
Für mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit im Nahverkehr: Das 1-Euro-Ticket für Münster!
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a-r-0079-2020_SPD_Grüne_Volt_1-Euro-Ticket
3615 Zeichen
Antrag an den Rat A-R/0079/2020
Für mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit im
Nahverkehr: Das 1-Euro-Ticket für Münster!
- Ratsantrag -
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Der Rat der Stadt Münster spricht sich für eine grundlegende Reform der Tarifstruktur im
ÖPNV in Münster aus. Ziel ist die Einführung des 1 -Euro-Tickets nach dem Beispiel anderer
Städte. Damit sollen ÖPNV -Nutzer*innen zugunsten einer ökologischen Verkehrswende
entlastet werden. Profitieren sollen von der neuen Tarif struktur alle ÖPNV -Nutzer*innen von
Berufspendler*innen bis hin zu Gelegenheitsfahrer*innen.
2. In einem ersten Schritt soll das bestehende 8 -Uhr-Ticket der Stadtwerke so ausgeweitet
werden, dass es auch von Berufspendler*innen am frühen Morgen genutzt werden kann.
3. In weiteren Schritten ist das 1 -Euro-Ticket dahingehend auszugestalten, dass ein
Jahresabonnement für den ÖPNV 365 Euro kostet. Für einfache Fahrten ohne Abonnement
soll 1 Euro je Fahrt unter finanziellen Gesichtspunkten geprüft werden, denn auch einfache
Fahrten sollen deutlich günstiger werden. Schüler*innen, Senior*innen und Auszubildenden
soll auf den neuen Preis derselbe Rabatt wie bislang gewährt werden. Entsprechende
Regelungen sollen auch für Inhaber*innen des MünsterPasses gelten.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, ein entsprechendes Umsetzungskonzept in enger
Abstimmung mit den Stadtwerken und übrigen Konzessionsnehmer*innen für den
Stadtbusverkehr zu erarbeiten und den zuständigen Gremien zur Beschlussfassung
vorzulegen. Zudem wird die Verwaltung aufgefordert, sich in den zuständigen Gremien des
Zweckverbands SPNV (ZVM) sowie der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) für eine
analoge Anpassung der Fahrpreise im Münsterland einzusetzen.
30.11.2020
5. Die Verwaltung prüft die finanziellen Ausw irkungen der Ticketmaßnahmen und stellt die
Finanzierbarkeit im Kontext eines Maßnahmenpakets aus
Parkraumbewirtschaftungsmaßnahmen, weiterhin bestehendem Ticketsystem und
erwartbaren Bundes - und Landesförderungen dar. Mittel aus dem Mobilitätsfonds können
hierfür eingesetzt werden. Projekte zugunsten der Förderung des Umweltverbundes und zur
Qualitätsverbesserung im ÖPNV-Angebot sind davon nicht betroffen.
Begründung:
Der Verkehr in der Stadt spielt bei der Umsetzung der ehrgeizigen und notwendigen
Klimaschutzziele eine besondere Rolle. Ziel muss es sein, mehr Anreize zum Umstieg vom
PKW auf den ÖPNV und auf das Rad zu schaffen. Neben einer Beschleunigung des
Busverkehrs u.a. durch Busvorrangspuren und veränderte Ampelschaltungen bedarf es auch
finanzieller Anreize zum Umstieg auf den ÖPNV. Zugleich verbindet sich mit der Tarifgestaltung
für den ÖPNV eine bedeutende soziale Komponente. Den Bus zu nutzen, darf keine Frage des
Geldbeutels sein. Die andauernde Verteuerung der ÖPNV -Nutzung, die wir seit Jahren
erleben, muss gestoppt werden. Wir wollen stabile und verlässliche Tarife. Eine Senkung der
Fahrpreise ist sowohl ein klima - und verkehrspolitisches Gebot als auch eine Frage der
sozialen Gerechtigkeit. Dem Beispiel anderer Städte folgend besteht für Münster die Chance,
mit dem 1 -Euro-Ticket für den ÖPNV im Stadtgebiet Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit
sinnvoll und für alle Bürger*innen gewinnbringend miteinander zu verbinden. Es stellt damit
einen wesentlichen Baustein für eine funktionierende und soziale gerechte Verkehrswende in
der Stadt dar.
gez. gez. gez.
Christoph Kattentidt Mathias Kersting Tim Pasch
Sylvia Rietenberg und Fraktion Helene Goldbeck
und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0079/2020
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 30.11.2020
- Erstellt
- 30.11.2020 16:27