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V/0392/2012

Pflegebericht 2012

Vorlagen 15.05.2012

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Berichtsvorlage

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Pflegebericht2012

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Berichtsvorlage

2083 Zeichen

V/0392/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Sozialamt 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Pflegebericht 2012 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
12.06.2012 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 
13.06.2012 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 
20.06.2012 Integrationsrat Bericht 
25.06.2012 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 
 
 
 
 
Bericht: 
 
Der Pflegebericht 2012 des Sozialamtes vermittelt einen Überblick über die ambulanten, teil - und 
vollstationären Angebote und Leistungen in Münster. Er stellt die aktuelle pflegerische Verso r-
gungssituation in Münster dar und gibt e inen Ausblick auf die Planungsvorhaben und weit eren 
Entwicklungen.  
 
Im Schwerpunkt äußert sich der Pflegebericht 2012 zur Situation pflegebedürftiger Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte, älteren hilfe - und pflegebedürftigen Menschen mit Behind erung, zum 
Aufbau von Quartiersangeboten, zur Entwicklung und Nachfrage vollstationärer Pflegeeinrichtun-
gen sowie zur Situation auf dem Pflegearbeitsmarkt.  
 
Der Pflegebericht berücksichtigt die kleinräumige Bevölkerungsprognose mit Blick auf die qualita-
tive und quan titative Ausrichtung kommunaler Pflegeinfrastruktur. Er verfolgt darüber hi naus die 
wesentlichen Ziele des Handlungskonzeptes demographischer Wandel mit den Aspekten  Barrie-
refreiheit, Inklusion sowie der Förderung einer bedarfsorientierten Stadtteil - und Infrastrukturpla-
nung für Seniorinnen und Senioren und pflegebedürftiger Menschen.  
 
Zur Entwicklung der Pflegestützpunkte in Münster wird auf die Vorlage V/0295/2012 „Erfahrungs-
bericht: Pflegestützpunkte in Münster“ in verwiesen. Die Pflegeberichterstattung  wird zukünftig 
dem Schema Kurzdarstellung in den ungeraden und Langversion in den geraden Jahren folgen.  
 
 
 
 
 
In Vertretung 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0392/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Schulze auf´m Hofe 
Ruf: 
492 50 25 
E-Mail: 
SchulzeaufmHofe@stadt-muenster.de 
Datum: 
09.05.2012 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0392/2012 
 
 
 
 
gez. 
Thomas Paal 
Stadtrat 
 
 
Anlage: Pflegebericht 2012

Pflegebericht2012

83519 Zeichen

1 
                                    
                         
      
                                                                                                         
                       Pflegebericht 2012

2

3

4 
Pflegebericht des Sozialamtes der Stadt Münster 2012 
Inhaltsübersicht  
1. Alterungsprozess in Münster 
2. Ältere Menschen mit Migrationsvorgeschichte in M ünster 
3. Ältere Menschen mit Behinderung in Münster 
4. Gerontopsychiatrisch veränderte Menschen in Müns ter 
5. Pflegesituation in Münster 
6. Entwicklung in der ambulanten Pflege 
7. Quartiersangebote – Wohnen mit Versorgungssicher heit 
8. Netzwerke „Älter werden im Stadtbezirk und Stadt teil“ 
9. Niederschwellige Betreuungsangebote nach § 45b S GB XI 
10. Entwicklungen in der Tagespflege 
11. Darstellung des Kurzzeitpflegeangebotes 
12. Ambulant betreute Wohngemeinschaften 
13. Vollstationäre Pflegeeinrichtungen 
14. Detailübersicht vollstationäre Pflegeeinrichtungen 
15. Planungen vollstationäre Pflegeeinrichtungen  
16. Pflegearbeitsmarkt, Pflegefachkräfte und Altenpflegeseminare in Münster 
17. Hospiz- und Palliativversorgung in Münster 
18. Pflegekonferenz Münster

5 
1. Alterungsprozess in Münster 
Die 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes vom 
November 2009 sagt ein wachsendes Geburtendefizit voraus, weist auf die Veränderung der 
Relationen zwischen Jung und Alt hin, kündigt die Alterung und Abnahme der Bevölkerung 
im Erwerbsalter an und prognostiziert eine Verdoppelung des Altenquotienten bis 2060.  
Diese Darstellungen werden in Teilen auch für Münster zutreffen und zu einer deutlichen 
Veränderung des zukünftigen Bevölkerungsaufbaues führen. Der steigende Anteil der Älte- 
ren an der Gesamtbevölkerung ist vor allem der noch rasanteren Abnahme der Jüngeren 
geschuldet. Auch wenn in Münster die Zahl der Bevölkerung, anders als in vielen Teilen des 
Landes nicht schrumpft, sondern kontinuierlich wachsen wird, wird es in der Konsequenz 
immer weniger (junge) Menschen geben, die einer wachsenden Anzahl älterer und hochalt- 
riger Menschen gegenüberstehen. In Münster wird sich die Zahl der jungen Alten (65 - < 80 
Jahre) in den nächsten Jahren recht konstant auf einem Niveau bewegen, wohingegen bei 
den Hochaltrigen (80 Jahre und älter) ein kontinuierlicher Anstieg zu erwarten ist. Gleichzei- 
tig bedeutet diese Entwicklung auch, dass sich das relative Helferpotential der jungen Alten 
ebenso verringern wird. 
Die folgende Tabelle des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung gibt 
diese Tendenz, die im Rahmen der zusätzlichen Materialien der kleinräumigen Bevölke- 
rungsprognose: “Alterungsprozess in Münster“ errechnet wurde, sehr deutlich wieder.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wohnberechtigte Bevölkerung in Münster nach Altersgru ppen, 
über 65 Jahre, 1995 bis 2020 
0
10  
20  
30  
40  
1995  1996  1997  1998  1999  2000  2001  2002  2003  2004  2005  2006  2007  2008  2009  2010  2011  2012  2013  2014  2015  2016  2017  2018  2019  2020  
in Tausend  
Jahre, jew. 31.12.  
65 - < 80 Jahre 
80 Jahre u. älter  
Stadt Münste r - Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung  
IST  PROGNOSE  29 149  
11 128  
36 027  
13 786  
35 735  
19 983

6 
Die zusätzlichen Materialien: „Alterungsprozess in Münster“ der kleinräumigen Bevölke- 
rungsprognose 2009 bis 2020 der Stadt Münster sind einsehbar unter 
http://www.muenster.de/stadt/stadtplanung/strategie-bevoelkerung.html .  
Dargestellt wird hier der demographische Wandel (auch Münster altert), die Entwicklungen 
insgesamt und nach Geschlecht, nach Altersgruppen, nach Alten- und Jugendquotienten 
sowie nach Durchschnittalter. Sehr plastisch werden die Entwicklungen in den Stadtteilen 
(Statistischen Bezirken) mit dem Anteil der 80-Jährigen und Älteren an der Wohnberechtig- 
ten Bevölkerung nach Statistischen Bezirken zum 31.12.2020 (prognostiziert) aufgezeigt. 
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, zum einen durch die Einführung der 
Zweitwohnsitzsteuer zum 01.05.2011 sowie die Nachnutzung der britischen Kasernen und 
Wohnstandorte haben und werden sich die Grundlagendaten für die Prognose 2009 – 2020 
verändern. Gleichwohl behalten die Aussagewerte in den ergänzenden Materialien zur Vor- 
lage V/070/2010 für die Altersgruppe 60 + in der Tendenz ihre Gültigkeit. 
 
 
2. Ältere Menschen mit Migrationsvorgeschichte in Münster 
Die Anzahl der Einwohner der Stadt Münster mit Migrationsvorgeschichte macht etwa 60.000 
Personen aus. Das entspricht einem Anteil von etwa 21 % an der Gesamtbevölkerung. Davon 
sind ca. 12.000 Personen im Alter zwischen 60 und 90 und mehr Jahren. Die folgende Tabelle 
zeigt die Anteile in den verschiedenen Alterskohorten.   
 
Wohnberechtigte Bevölkerung 
am 31.12.2010 
Mit Migrationsvorgeschichte Gesamt in Altersgruppen 
Alter 60 – 69 4.668  25.141  
Alter 70 – 79 4.651  23.387  
Alter 80 – 89 2.207  12.179  
Alter 90 und mehr Jahren 341    2.018  
… Gesamt 11.887  62.752  
 
Quelle:  SMS Statistik für Münsters Stadtteile (2011): Fach stelle Informationsmanagement und Sta- 
tistikdienststelle Migration in Münster.( Hrsg.). S tadt Münster. Amt für Stadtplanung, Verkehrspla- 
nung

7 
 
Noch sind alte und hochaltrige Menschen mit Migrationsvorgeschichte – auch in Münster – 
gemessen an den absoluten Zahlen eine vergleichsweise kleine Gruppe. Ihr Anteil wird in 
den kommenden Jahren allerdings zunehmen. In allen Kulturkreisen zeichnet sich ein Nach- 
lassen familiärer Pflegebeziehungen ab. Grundlegende Informationen über die vielfältigen 
Angebote der pflegerischen Einrichtungen und weitere Hinweise auf Unterstützungs- und 
Betreuungsangebote in Münster sind daher erforderlich. In der Zukunftswerkstatt des Arbeit- 
kreises interkulturelle Kontakte der Kommunalen Seniorenvertretung Münster äußerten die 
teilnehmenden Seniorinnen und Senioren den Wunsch, umfassend über die pflegerischen 
Angebote und Einrichtungen in Münster informiert zu werden. Aus diesem Anlass haben die  
Kommunale Seniorenvertretung, der Integrationsrat und das Sozialamt der Stadt Münster 
am 23.11.2011 zu der Informationsveranstaltung „Wenn die Kräfte nachlassen…“ alle inte- 
ressierten Münsteranerinnen und Münsteraner mit und ohne Migrationsvorgeschichte einge- 
laden. 
 
Im Ergebnis wurde deutlich, dass die Beratungsangebote der Altenhilfe und die Unterstüt- 
zungsleistungen der Pflegeeinrichtungen noch immer recht selten von älteren Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte angenommen werden. Sprachbarrieren, Informationsdefizite, Unsi- 
cherheit im Umgang mit Behörden und kulturell gewachsene Rollenerwartungen gegenüber 
der eigenen Familie scheinen nach wie vor die größten Hemmschwellen für die Inanspruch- 
nahme von Unterstützungsleistungen zu sein.  
 
In der Datenauswertung des Abschlussberichtes zur Studie „Wirkungen des Pflege-
Weiterentwicklungsgesetzes“
1 wird festgestellt, dass deutschlandweit acht Prozent der Pfle- 
gebedürftigen in Privathaushalten eine Migrationsvorgeschichte haben. Für 68 % von ihnen 
ist Deutsch die Muttersprache, daher sind Sprachbarrieren im Rahmen von Informations- 
und Beratungsprozessen ein eher geringerer Faktor. Auffällig ist allerdings, die Zurückhal- 
tung zur Nutzung professioneller Pflege, wobei es nicht von Belang ist, ob ggf. kulturelle 
und/oder religiöse Belange bei ambulanten Pflegediensten nicht oder weniger Berücksichti- 
gung finden. Darüber hinaus gibt es unter der Gruppe der Migrantinnen und Migranten noch 
immer jene, die Schwierigkeiten bei der Beantragung von Leistungen der Pflegeversiche- 
rung haben.  
 
Dem Abschlussbericht ist weiter zu entnehmen, dass jeder zweite Pflegedienst in Deutsch- 
land keine Pflegebedürftigen mit Migrationsvorgeschichte betreut. Insgesamt haben 7 % der 
                                                
1 Vgl. Abschlussbericht zur Studie „Wirkungen des Pf legeweiterentwicklungsgesetzes“, Herausgeber Bundes- 
ministerium für Gesundheit, Juni 2011

8 
Kunden von ambulanten Pflegediensten ein Migrationsvorgeschichte. Demgegenüber kön- 
nen 33 % der Einrichtungen eine muttersprachliche Pflege sicherstellen. Insgesamt kann 
davon ausgegangen werden, dass der weitaus größte Teil der seit vielen Jahren in Deutsch- 
land lebenden Migrantinnen und Migranten und der pflegenden Angehörigen sich ausrei- 
chend gut über die Leistungen und Angebote der Pflege(versicherung) informieren kann. 
 
Etwa 9 % der Pflegebedürftigen in vollstationären Pflegeeinrichtungen haben eine Migrati- 
onsvorgeschichte. Die überwiegende Mehrheit hat Deutsch zur Muttersprache. Ein Verstän- 
digungsproblem mit dem deutschsprachigen Pflegepersonal existiert daher i.d.R. nicht. Tat- 
sächlich wird der größere Anteil der Pflegebedürftigen mit Migrantionsvorgeschichte durch 
Pflegekräfte betreut, die einen identischen kulturellen bzw. religiösen Hintergrund hat.  
 
Handlungsaufträge für die kommenden Jahre: 
  
- Interkulturelle Öffnung und Vernetzung der Altenh ilfeangebote durch zugehende und 
partizipative Ansätze,  
- Achtung der individuellen Werte, der kulturellen und religiösen Prägungen und Be- 
dürfnisse älterer und pflegebedürftiger Personen, 
- Verankerung kultursensible Altenhilfe und Pflege als Querschnittsthema in den Be- 
gegnungsstätten, den Informations- und Beratungsangeboten, 
- Einbindung der Selbstorganisationen von Migrantin nen und Migranten und Anerken- 
nung der Potentiale und Ressource in die o.g. Prozesse. 2 
 
Als beispielhafte Aktivitäten sind hier die Initiativen des Integrationsrates, der Kommunalen 
Seniorenvertretung Münster, der Wohlfahrtsverbände, des Sozialamtes, der Koordinie- 
rungsstelle für Migration und interkulturelle Angelegenheiten zu nennen. Der christlich-
islamischen Arbeitskreis hat beispielsweise einen Fleyer zum Umgang mit Muslimen im Kli- 
nik und Pflegebetrieb erstellt.  
 
Das Thema "Kultursensible Altenpflege" findet in der täglichen Arbeit des stadtteilorientier- 
ten Fachdienstes der Fachstelle Sozialer Fachdienst Senioren und Pflege (SFD), mit dem 
Informationsbüros Pflege als Pflegestützpunkt seine Berücksichtigung. Aktuell führt der SFD 
mit den leistungsgewährenden Fachstellen des Sozialamtes gemeinsame Informationsver- 
anstaltungen bei den Migrantenselbstorganisationen zum Thema Pflege durch.  
 
                                                
2 Vgl. Memorandum für eine kultursensible Altenhilfe , Der Beauftragte der Bundesregierung für Migration , 
Flüchtlinge und Migration, 2. Auflage, 2009 sowie H andlungsempfehlungen zur Umsetzung einer kultursens ib- 
len Altenpflege in Münster; Arbeitsgruppe „Kultursensible Altenpflege“ der Pflegekonferenz Münster, 2008

9 
3. Ältere Menschen mit Behinderung in Münster 
 
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe spricht in seiner Broschüre „Menschen mit Behin- 
derung im Alter“ von der historischen Herausforderung, dem demographischen Wandel auch 
bezüglich der Menschen mit psychiatrischer und geistiger Behinderung zu begegnen. Eine 
exakte zahlenmäßige Erfassung des Personenkreises ist nicht möglich. Es ist davon auszu- 
gehen, dass ältere und pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner mit geistiger Behin- 
derung in stationären Wohneinrichtungen spätestens ab dem Jahr 2020 im größeren Um- 
fang betreut werden. Für die Personen in ambulanten Wohn- und Betreuungsformen, die 
aktuell eine jüngere Altersstruktur aufweist, wird ab dem Jahr 2025 von einer deutlich stei- 
genden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen ausgegangen. 3 
 
Netzwerkarbeit 
Mit den offenen Arbeitskreisen „Älter werden im Stadtteil/Stadtbezirk“, initiiert und koordiniert 
von der Kommunalen Seniorenvertretung Münster und der Altenhilfe- und Pflegeplanung 
des Sozialamtes, wird seit 2008 „Partizipation auf Augenhöhe“ betrieben. Durch die Vernet- 
zung der Anbieter und Einrichtungen der Altenhilfe, Pflege und Eingliederungshilfe innerhalb 
eines Quartiers wird es perspektivisch möglich sein, Schnittstellenprobleme und Versor- 
gungslücken ausfindig zu machen. Dabei ist die Etablierung neuer Beteiligungs-, Mitgestal- 
tungs- und Selbstverwaltungsformen ein wesentlicher Baustein gelingender Quartiersarbeit. 
Dazu gehört auch die Beteiligung von Menschen mit Behinderung im Alter. Es ist erklärtes 
Ziel, Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung aktiv in der Gremienarbeit in 
den Quartieren zu beteiligen.  
 
Diese Zielvorgabe wird in den „Handlungsempfehlungen zur Förderung einer gleichberech- 
tigten Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung in Münster (Beschluss des Rates 
vom 10.12.2008, Vorlage V/0900/2008) im Kapitel „Menschen mit geistiger Behinderung im 
Alter“ die „Öffnung von Angeboten für Seniorinnen und Senioren für Menschen mit geistiger 
Behinderung“ als eine Handlungsempfehlung benannt. Das Thema „Behinderung und Alter“ 
wird auch im vorgesehen Aktionsplan der Stadt Münster zur Umsetzung der UN -
Behindertenrechtskonvention (Beschlussvorlage an den Rat V/0525/2011: Münster auf dem 
Weg zur Inklusion; 1. Konzept zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention -
Verfahren zur Erstellung eines Aktionsplans; 2. Bisherige Aktivitäten zur Umsetzung der UN-
Behindertenrechtskonvention) aufgegriffen. Bei der Erarbeitung der Handlungsbedarfe in 
                                                
3 Vgl. Anforderungen an die Lebensgestaltung älter w erdender Menschen mit geistiger Behinderung in unte r- 
stützenden Wohnformen – Ergebnisse einer Literatura nalyse und Expertenbefragung, Kath. Hochschule NRW,  
Abt. Münster, 2010, S. 83

10 
Münster sollen dabei insbesondere die Schnittstellen zur Altenhilfe in den Blick aufgenom- 
men werden. In den bisher vorliegenden Forschungen, die sich mit der Lebensgestaltung 
von älteren Menschen mit und ohne lebensbegleitende Behinderung beschäftigen wird deut- 
lich, dass sich diese kaum voneinander unterscheiden.4 
 
Beispielhafte Angebote sind die vollstationären Pflegeeinrichtungen „Haus Thomas“ der Ale- 
xianer Münster gGmbH und das Ernst-Kirchner-Haus des LWL-Pflegezentrums. Diese bie- 
ten hilfe- und pflegebedürftigen Menschen, die eine geistige oder körperliche Behinderung 
haben, psychisch/seelisch erkrankt und oder verhaltensauffällig sind, mit einer Vielzahl von 
tagesstrukturierenden Angeboten eine angemessene Wohn-, Betreuungs- und Pflegeform. 
Ebenso bietet die neu eröffnete Tagesstätte Alex-Dorftreff der Alexianer Münster gGmbH in 
Amelsbüren ein tagesstrukturierendes Angebot für Menschen mit Behinderung auf integrati- 
ver Ebene an, die aus Altersgründen nicht mehr einen Werkstattbetrieb besuchen können. 
 
4. Gerontopsychiatrisch veränderte Menschen in Münster 
 
Mit Blick auf die 1,2 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland, für die Stadt Münster 
werden 3.500 erkrankte Personen geschätzt, ist davon auszugehen, dass jede Münsterane- 
rin und jeder Münsteraner im beruflichen Alltag oder im familiären bzw. privaten Umfeld 
vermehrt auf demenziell veränderte Menschen treffen wird. Jährlich treten deutschlandweit 
etwa 280.000 Neuerkrankungen auf. Immer mehr demenzkranke Menschen werden allein in 
privaten Haushalt leben. Gerade im Anfangsstadium der Krankheit wird versucht, den Le- 
bensalltag selbständig zu meistern. Hilfen werden häufig nicht in Anspruch genommen oder 
sind nicht bekannt. Angehörige sind oftmals nicht vorhanden oder leben nicht vor Ort. Ein 
aufmerksames Umfeld aus Nachbarn, Hausärzten, Apothekern, Verwaltungs- und Bankmit- 
arbeitern oder Kassiererin im Supermarkt kann helfen, Veränderungen wahrzunehmen und 
demenziell veränderte Menschen und ihren Angehörigen auf die notwendige Beratung, Hil- 
fen und Unterstützung hinzuweisen.  
 
Mit der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle des Gerontopsychiatrischen Zentrums (GZ) 
der Alexianer Münster GmbH, der LWL Klinik Münster (LWL), dem Demenzservicezentrum 
für die Region Münster und das westliche Münsterland, der Landesstelle Pflegende Angehö- 
rige sowie den Pflegestützpunkten steht in Münster ein breites Netz von Anlaufstellen zur 
Verfügung. In drei Institutsambulanzen (GZ, LWL, UKM Universitätsklinikum Münster) kann 
der Verdacht einer Demenz überprüft und eine Diagnose gestellt werden. In zwei Kranken- 
                                                
4 Vgl. Menschen mit Behinderung im Alter, LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen, LWL (Herausg.), 2010, S. 17

11 
häusern gibt es ausgewiesene gerontopsychiatrische Fachabteilungen (LWL, Fachklinik für 
Psychiatrie und Psychotherapie der Alexianer Münster GmbH). 
 
 Die Alzheimer Gesellschaft, der Verein Lichtblick e.V. und das Projekt „Von Mensch zu 
Mensch“ bieten unterschiedliche Entlastungsmöglichkeiten an. Zehn niedrigschwellige An- 
gebote, über Münster verteilt, halten als anerkannte Betreuungsgruppen ein Gruppenange- 
bot für vier bis neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Zusammengeschlossen sind die 
Träger im AK Demenz. 
 
Das Thema Demenz zu enttabuisieren, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Solidarität zu 
schaffen, ist eine Daueraufgabe des Trägernetzwerkes und der Stadtgesellschaft. Regel- 
mäßig finden Öffentlichkeitsarbeit und Schulungen verschiedenster Berufsgruppen wie z.B. 
Busfahrer, Bankangestellte und Polizei statt. Eine weitere Zielgruppe sind Menschen mit 
Migrationsvorgeschichte und hier insbesondere die Gruppe der 40- bis 60-jährigen, deren 
Angehörige eine demenzielle Veränderung haben.  
 
Weitergehende Informationen enthält der Wegweiser Demenz für die Stadt Münster, der an 
allen publikumsintensiven Stellen erhältlich ist sowie die Homepage des Informationsbüros 
Pflege 
http://www.muenster.de/stadt/pflege/demenz.html . 
 
Adressaten dieser Angebote sind nicht ausschließlich demenziell erkrankte Menschen und 
deren Angehörige. Seelische Beschwerden, Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlich- 
keitsstörungen und Psychosen im Alter nehmen immer mehr zu. Ausgehend von dieser 
wachsenden Gruppe betroffener jüngerer Älterer gehen die Planungsüberlegungen einher, 
Unterstützungs-, Wohn- und Betreuungs- und Pflegeangebote in den Stadtteilen zu überprü- 
fen und bei Bedarf entsprechend auszubauen.

12 
5. Pflegesituation in Münster 
 
Pflegebedürftige nach Versorgungsart in Münster, Stichtag 15.12.2009 
 
5.573 Pflegebedürftige insgesamt 
 
 
zu Hause versorgt:  
3.443 (62 %) 
 
 
in Heimen vollstationär ver- 
sorgt 2.130 (38 %) 
 
 
durch Angehörige: 
 
 
1.909 Pflegebedürftige 
 
zusammen mit/durch ambu- 
lante Pflegedienste: 
 
1.534 Pflegebedürftige 
 
 
  
durch 27 ambulante Pflege- 
dienste  
mit 
1.120 Beschäftigten 
(≈694 Vollzeitstellen) 
 
 
in 31 vollstationären Pflege- 
einrichtungen  
mit  
1.893 Beschäftigten  
(≈1.325 Vollzeitstellen) 
 
Quelle: IT NRW/geschätzte Vollzeitäquivalente, Statistisches Bundesamt/eigene Berechnungen 
 
 
In der Pflegestatistik NRW werden alle Personen erfasst, die Leistungen nach dem Sozialge- 
setzbuch (SGB XI) erhalten. Generelle Voraussetzung für die Erfassung als Pflegebedürftige 
ist die Entscheidung der Pflegekassen bzw. des privaten Versicherungsunternehmens über 
das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit und die Zuordnung der Pflegebedürftigen zu den Pflege- 
stufen I bis III (einschließlich Härtefälle). Die Erhebung erstreckt sich auf alle ambulanten Pfle- 
gedienste und voll- bzw. teilstationären Pflegeeinrichtungen, mit denen ein Versorgungsvertrag 
als zugelassene Pflegeeinrichtung besteht.  
 
Die Anzahl pflegebedürftiger Menschen in Münster hat sich im Vergleichszeitraum von 2007 
bis 2009 von 5.714 auf 5.573 Personen leicht zurückentwickelt. Die Tendenz überrascht, da 
mit den einhergehenden Alterungsprozessen auch eine erhöhte Anzahl an pflegebedürftigen 
Menschen zu erwarten ist. Insofern schert Münster, auch im Vergleich zur Entwicklung in 
Nordrhein-Westfalen, insgesamt aus. Während in Münster ein leichter Rückgang pflegebedürf- 
tiger Menschen um etwa 2,5 % im genannten Zeitraum zu beobachten ist, wächst die Gesamt- 
anzahl in NRW um insgesamt 5 %.

13 
 
Empfängerinnen und Empfänger von Pflegedienstleistungen 
aus der Pflegeversicherung in Münster 
davon erhielten am 15.12. Ins- 
gesamt 
je 
1 000 Einwoh- 
ner 
ambulante 
Pflege 
stationäre 
Pflege* 
Pflegegeld 
am 
31.12.* 
 
Am 
15.12.  
Anzahl 
1999 5 447  21 1 295 1 849 2 303  
2001 5 395  20 1 352 1 740 2 143  
2003 5 187  19 1 349 2 112 1 726  
2005 5 294  20 1 339 2 221 1 734  
2007 5 714  21 1 605 2 343 1 766  
2009 5 573   20  1 534  2 130  1 909  
*) Bei der Ermittlung der Gesamtzahl der Pflegebedürftigen in Einrichtungen werden ab der 
Erhebung 2009 die Besucher von Tagespflegeeinrichtungen nicht mehr addiert. 
*) Ohne Empfänger und Empfängerinnen von Kombinationsleistungen, die bereits bei der 
ambulanten oder stationären Pflege berücksichtigt sind. 
Quelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) 
      
 
Die vorliegende Tabelle zeigt, dass: 
- 34 % ( ∅  NRW 47 %) der Empfängerinnen und Empfänger von Pflegedienstleistungen 
Pflegegeld erhielten, also ausschließlich durch Angehörige versorgt werden,  
- 28 % ( ∅  NRW 23 %) der Pflegebedürftigen zum Stichtag 15.12 .2009 Pflegesachleis- 
tungen erhielten, also (ergänzend) durch ambulante Pflegedienste versorgt wurden 
und  
- 38 % ( ∅  NRW 30 %) Leistungen der Pflegekasse als Bewohneri nnen und Bewohner 
in vollstationären Pflegeeinrichtungen erhielten. 
 
Anders als im NRW- und auch im Bundestrend zu beobachten, hat in Münster die vollstatio- 
näre Pflege vor den Pflegegeldleistungen und den Pflegesachleistung die größte Bedeu- 
tung. Auf die Leistungsarten Kurzzeitpflege sowie Tages- und Nachtpflege, (Nachtpflege 
wird in Münster nicht und auch in NRW höchst selten angeboten), wird in den folgenden Un- 
terpunkten eingegangen. Als zeitlich befristete bzw. ergänzende Leistung der Pflegeversi- 
cherung haben sie aus statistischer Sicht ein eher geringes Gewicht.  
 
Die Erhebung zur Pflegestatistik zum Stichtag 15.12.2011 wird aktuell von Information und 
Technik Nordrhein-Westfalen erhoben. Neue statistische Daten stehen voraussichtlich Ende 
des vierten Quartals 2012 zur Verfügung.

14 
 
Empfängerinnen und Empfänger von Pflegedienstleistungen 
aus der Pflegeversicherung in Münster nach Altersstufen 
davon erhielten am 15.12.2009 Ins- 
gesamt ambulante Pflege  stationäre Pflege  
Pflegegeld 
am 
31.12. 
Am 
15.12. 
Anzahl 
2009 5.573  1.534  2.130 1.909  
weiblich 3.848  1.062  1.680  1.106  
männlich  1.725  472  450  803  
Anzahl der Pflebedürftigen nach Alter am 15.12.2009   
0-65 
Jahre 896
 168  102  626  
 65-70 
 Jahre 264 
 60  92  112  
70-75 
Jahre 433 
 132  118  182  
75-80 
Jahre 637 
 182  237  218  
80-85 
 Jahre 1.108 
 357  443  308  
 85-90  
Jahre  1.273  352  633  288  
90-95  
Jahre 596 
 191  295  110  
95-und  
mehr 366 
 91  210  65  
Quelle: Information und Technik Nordrhein-Westfalen   
 
Die Tabelle zeigt deutlich, 69% der pflegebedürftigen Menschen in Münster sind zum Zeit- 
punkt 15.12.2009 weiblich. Dies entspricht dem Bundestrend der einen Frauenanteil von 
insgesamt 67% verzeichnet. Ebenso vergleichbar sind die Anteile der Pflegebedürftigen un- 
ter 65 Jahren. In Münster liegt der Anteil bei diesen Personen bei 16%, deutschlandweit bei 
17%. Der bekannte Trend, mit zunehmendem Alter pflegebedürftig zu werden setzt sich, 
trotz zunehmender körperlicher Gesundheit auch bei hochaltrigen Menschen, fort. Auffallend 
ist, dass Frauen ab dem achtzigsten Lebensjahr eine deutlich höhere Pflegequote aufweisen 
als Männer in diesem Lebensalter. Bundesweit beträgt bei den 85- bis unter 90-jährigen 
Frauen die Pflegequote 42 % (Münster 27%), bei den Männern gleichen Alters hingegen 
„nur 28 %“ (Münster 24%). Ebenso erfolgt die Annahme, dass neben der unterschiedlichen 
gesundheitlichen Entwicklung bei Frauen und Männern auch das differierende Antragsver- 
halten bei Männern und Frauen eine Rolle spielen kann. Ältere Frauen leben häufiger allei- 
ne, ältere hilfe- bzw. pflegebedürftige Männer werden zunächst von ihren Frauen versorgt. 
Häufig wird in diesen Konstellationen auf eine Antragstellung vorerst verzichtet. Auf Münster 
bezogen lässt sich die Annahme herleiten, dass ältere Frauen den Antrag auf Einstufung in 
die Pflegebedürftigkeit eher scheuen.

15 
 
Gutachten nach Pflegestufe – Zeitraum 01.01.2011 bis 31.12.2011 
 Anzahl Nicht pfle- 
gebedürftig 
Unterhalb I I II III 
Ambulante Pflege 2.632  477  404  1.106  555  90  
  18,1 %  15,3 %  42,0 %  21,1 %  3,4 %  
Stationäre Pflege 925  42  41  254  406  182  
  4,5 %  4,4 %  27,5 %  43,9 %  19,7 %  
Gesamt 3.557  519  445  1.360  961  272  
  14,6 %  12,5 %  38,2 %  27,0 %  7,6 %  
Quelle: MDK Westfalen-Lippe, Controlling/Datenmanagement, 12.03.2012 
 
Der Medizinische Dienst Westfalen-Lippe hat die Gesamtübersicht der Gutachtertätigkeit des 
Jahres 2011 zur Verfügung gestellt. Als nicht pflegebedürftig definiert sind Personen die kei- 
nen Hilfebedarf in den Verrichtungen Grundpflege und Hauswirtschaft haben, also jeweils 0 
Minuten. Unterhalb Pflegestufe I heißt, dass Antragstellerinnen und Antragsteller mindes- 
tens 1 Minute Grundpflege und mindestens 1 Minute hauswirtschaftliche Versorgung, aber 
weniger als 45 Minuten Grundpflege (Schlüssel zur Pflegestufe I) im Rahmen des Gutach- 
tens erhalten haben. Erkennbar hoch ist die Anzahl der festgestellten 519 nicht pflegebe- 
dürftigen Personen im Verhältnis zum den Gesamtgutachten für insgesamt 3.557, die also 
weder einen hauswirtschaftlichen noch einen grundpflegerischen Bedarf aufweisen. Ohne 
eine abschließende Bewertung vornehmen zu können, stellt sich in diesem Zusammenhang 
die Frage, ob und durch wen im Vorfeld eine Information bzw. Beratung z.B. durch die Kran- 
kenkassen, die Pflegestützpunkte oder anderen für die Antragstellerinnen und Antragesteller 
bzw. deren Angehörige stattgefunden hat. In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass 
Information und Beratung auch vor einer zu großen Erwartungshaltung individueller pflegeri- 
scher Bedarfe schützen kann.

16 
Entwicklung der Pflegeeinrichtungen in Münster nach Platzzahl 
Pflegerische Infrastruktur in Münster 
Stationäre 
Pflegeplätze 
Ambulant betreute 
Wohngemeinschaften  
Tages- 
pflegeplätze 
Kurzzeit- 
pflegeplätze  
Am 
31.12.  
Anzahl 
1999 1 875  20  84  67  
2000 1 960  20  104  78  
2001 2 100  20  104  93  
2002 2 100  20  104  93  
2003 2 145  20  116  105  
2004 2 145  20  122  116  
2005 2 171  29  107  114  
2006 2 261  58  107  131  
2007 2 416  77  95  152  
2008 2 406  110  113  163  
2009 2 481  118  113  183  
2010 2 508  137  113  198  
2011 2 606  137  152  184  
Quelle: Stadt Münster – Sozialamt – eigene Erhebungen 
Weitere Informationen im Internet: www.muenster.de/stadt/sozialamt/   
 
 
Grundaussagen und Tendenzen 
Ein Blick auf die Gesamtentwicklung der pflegerischen Infrastrukturversorgung und die 
Übersichtskarte der Stadt zeigt deutlich: ein pflegerisches Verbundangebot ist fast in jedem 
Stadtteil vorhanden. Auch wenn die Bereiche Information, Beratung, barrierefreies Wohnen 
mit Versorgungssicherheit und ein umfassendes teil- und vollstationäres Angebot noch vor- 
nehmlich im erweiterten Innenstadtbereich angesiedelt ist, Ansprechpartner vor Ort in den 
Außenstadtteilen wie etwa die ehrenamtlich geleiteten Sozialbüros der Kirchengemeinden, 
die Initiativen „Von Mensch zu Mensch“, die Sozialbüros der Wohlfahrtsverbände und die 
Möglichkeit, sich in die bereits vorhandenen Stadtteilarbeitskreise „Älter werden in…“ einzu- 
bringen, bedeuten eine wohnortnahe Beratung und Begleitung und verschaffen einen guten 
Überblick über die pflegerische Versorgungslandschaft. Darüber hinaus bieten die beiden 
Pflegestützpunkte bei der AOK Nordwest, Königsstr. 18/20 und im Informationsbüro Pflege 
des Sozialamtes im Gesundheitshaus an der Gasselstiege 13, die § 7a SGB XI Beratung 
der Pflegekassen sowie die gerontopsychiatrischen Beratungsstellen weitere intensive und 
umfassende Pflegeberatungsangebote in Münster. 
Pflegerische Verbundsysteme sind inzwischen fester Bestandteil einer altersgerechten 
Quartiersentwicklung. Im Zuge der demographischen Veränderungen mit den gestiegenen 
Lebenszeitprävalenzen (mit steigender Lebenserwartung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit 
im Lebensverlauf pflegebedürftig zu werden), den durchschnittlichen Pflegezeiten von 3-4

17 
Jahren bei allen Pflegebedürftigen 5, der pflegepolitischen Entwicklungen auf Landes- (No- 
vellierung des Landespflegegesetzes) wie auf Bundesebene (Gesetz zur Neuausrichtung 
der Pflegeversicherung – Pflegeneuausrichtungsgesetz - PNG) sowie dem Mangel an Pfle- 
gefachkräften, ist es Aufgabe der Kommune in Stadtteilkonferenzen, Quartiersentwicklungs- 
prozessen sowie stadtteilübergreifend in der Pflegekonferenz die komplementären, ambu- 
lanten, teil- und vollstationären Angebote darzustellen und die Entwicklungsperspektiven zu 
moderieren. Die im Referentenentwurf zur Neuausrichtungen der Pflegeversicherung (PNG) 
angekündigten Novellierungen beinhalten z.B. Mehrleistungen bei den ambulante Versor- 
gungsleistungen und Wohnformen für an Demenz erkrankte Personen und eine Flexibilisie- 
rung der Leistungsinanspruchnahme pflegebedürftiger Menschen bei Pflegediensten (Zeit- 
volumen neben Leistungskomplexen). Wie sich diese beiden gesetzlichen Vorgaben bei der 
Ausgestaltung der sog. neuen Wohnformen im Alter und speziell bei den Wohngemein- 
schaftsmodellen in Münster entwickeln bleibt abzuwarten. Gleichwohl signalisieren die Vor- 
gaben des Referentenentwurfes zum PNG sowie die Ankündigungen des Landes Nordrhein-
Westfalen zur Novellierung des Landespflegegesetzes und des Wohn- und Teilhabegeset- 
zes deutlich den Weg in Richtung selbstbestimmte Lebensführung im Alter und bei Pflege- 
bedürftigkeit im gewohnten Wohnumfeld.  
Die vorliegenden statistischen Daten bringen auch deutlich zum Ausdruck, dass die Bemü- 
hungen weiterhin in ambulante Pflegearrangements zu investieren, zu verstärken sind. Die 
auffallend hohe Versorgungsquote mit 38 % (∅  NRW 30 %) der Empfängerinnen und Emp- 
fänger von Pflegedienstleistungen in Münster in vollstationären Pflegeeinrichtungen spricht 
ebenso dafür, wie der Wunsch auch bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich 
im vertrauten Wohnumfeld verbleiben zu können. Eine nachhaltige kommunale Altenhilfe- 
und Pflegeplanung hat nicht ausschließlich den einseitigen Ausbau von bestehender pflege- 
rischer Infrastruktur im Blick. Im Fokus steht die Teilhabe älterer und pflegebedürftiger Men- 
schen, die Förderung und der Aufbau ehrenamtlicher Strukturen und der Selbsthilfe sowie 
der Ausbau von quartiersorientierten Wohn- und Betreuungsangeboten. Diese haben im 
Einklang mit den Prognosen der kleinräumigen Bevölkerungsentwicklung, den städtebau- 
planerischen Vorgaben, den Planungsabsichten der Wohnungswirtschaft und der pflegeri- 
schen Einrichtungen zu stehen.  
 
 
 
                                                
5 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2009, Deutschlandergebnisse

18 
6. Entwicklung in der ambulanten Pflege 
 
Die Bedeutung der Versorgung durch ambulante Pflegedienste nimmt zu. Bundesweit ist 
von 2007 zu 2009 eine Steigerung von 10 % zu verzeichnen. In Münster haben sich die 
Kundenbeziehungen in professionellen ambulanten Pflegeverhältnissen von 1.605 (2007) 
auf 1.534 (2009) zurückentwickelt. Im gleichen Zeitraum hat sich dagegen die Anzahl der 
Pflegegeldbezieher (familiäre und selbstorganisierte Pflege) von 1.755 Personen auf 1.909 
Personen gesteigert. Warum Münster hier aus dem Bundestrend ausschert, kann nicht beur- 
teilt werden. 
 
Das Statistische Bundesamt stellt in seiner Pflegestatistik 2009 fest, dass im Jahr 1999 bun- 
desweit das Verhältnis von privaten Trägern und freigemeinnützigen Trägern noch annä- 
hernd ausgeglichen war. Bis 2009 ist die Anzahl der Pflegedienste in privater Trägerschaft 
um 34 % gestiegen, während die Zahl der Pflegedienste der freigemeinnützigen Träger um 
13 % abgenommen hat. Auch wenn sich in Münster immer wieder neue kleine private ambu- 
lante Pflegedienste am Markt positionieren, ist der allgemeine Trend erkennbar: Die Dienste 
werden größer und die Zahl der durch ambulante Dienste versorgten Pflegebedürftigen wird 
stärker steigen als die Zahl der Dienste. Ein weiteres Kennzeichen ambulanter Pflegediens- 
te ist, dass nahezu alle Anbieter neben den Leistungen nach dem SGB XI auch häusliche 
Krankenpflege und fast 2/3 aller Dienste auch Hilfen nach dem SGB XII (Hilfe zur Pflege) 
anbieten.   
 
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass sich die professionelle ambulante Pflegedienst- 
leistung in Münster, trotz des vielfach zitierten Pflegefachkraftmangels, weiterentwickeln 
wird. Dafür sprechen u.a. die sich abzeichnenden Entwicklungen, erkennbar im Referenten- 
entwurf des Gesetzes zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung (Pflege-
Neuausrichtungsgesetz- PNG) und Tendenzen, die sich aus dem Pflegeweiterentwicklungs- 
gesetz von 2008 insbesondere für ambulante Pflegedienste abzeichnen.  
 
So bieten rund ¾ eine allgemeine Anleitung und Betreuung für Personen mit eingeschränk- 
ter Alltagskompetenz nach § 45b SGB XII an. Der Barmer GEK Pflegereport 2011 stellt in 
seinen Grundaussagen den steigenden Nutzen der zusätzlichen Betreuungsleistungen dar. 
Davon profitieren auch die ambulanten Pflegedienste. Die Zunahme der Inanspruchnahme 
ist dabei auf die Erhöhung des Leistungsanspruches von 460,00 €, vor der Reform durch 
das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz im Jahr 2008 auf jährlich 1.200,00 € (Grundbetrag) 
bzw. 2.400,00 € (erhöhter Betrag) zurückzuführen. Festzustellen ist darüber hinaus, dass 
etwa 60 % der Kunden an einer Demenz erkrankt sind, gut 40 % aber nicht. Die zusätzli-

19 
 
chen Betreuungsleistungen werden also in einem erheblichen Umfang von Menschen mit 
einer geistigen Behinderung oder einer psychischen Erkrankung in Anspruch genommen.   
 
Dennoch ist aktuell erkennbar, dass sich der Fachkräftemangel auch bei den Leistungen der 
ambulanten Pflege widerspiegelt. Inzwischen gibt ein großer Anteil der Sozialstationen in 
Münster an, über zu wenig qualifiziertes Personal verfügen zu können. Deutliche Hinweise 
dazu ergeben sich aus der Rückmeldung der Kapazitätenkoordination des Informationsbü- 
ros Pflege. Die ambulanten Dienste können den aktuell steigenden Anfragen aus den Pfle- 
gehaushalten phasenweise kaum noch begegnen.  
 
Die mit der Pflegereform 2008 eingeführte Pflegezeit, d.h. der Anspruch auf eine unbezahl- 
te, sozialversicherte Freistellung von der Arbeit bis zu sechs Monaten und die Einführung 
der Familienpflegezeit für maximal zwei Jahre ab dem 01.01.2012 (Arbeitszeitreduzierung 
für max. zwei Jahre, verbleibende Arbeitszeit von mind. 15 Wochenstunden, es besteht kein 
Rechtsanspruch), werden für viele berufstätige pflegende Angehörige eine Verbesserung 
mit sich bringen. Ob diese Regelungen insgesamt mehr Angehörige motivieren, als Pflege- 
person tätig zu sein, werden zukünftige Erhebungen zeigen. Trotz signifikanter Veränderun- 
gen in den Haushalts- und Familienstrukturen, der wachsenden Mobilität von Familienmit- 
gliedern und der steigenden Erwerbsquote der Frauen, tragen gut beratende und gut orga- 
nisierte Pflegearrangements aus familiärer und professionell ambulanter Pflege mit dazu bei, 
häusliche Pflege und den Verbleib im Stadtteil zu ermöglichen.

20 
Ambulante Dienste, Stand März 2012 
Dienst Straße, Hausnummer Postleitzahl 
Acticom Münsterstr. 25 48167 
Akti-Med Pflegedienst GmbH Westfalenstr. 171 48165 
Aktive-Pflege Münster Hohenzollernring 30 48145 
Ambulante Dienste e.V. Bohlweg 10 48147 
Ambulante Dienste e.V.  
Quartier Gievenbeck Diekmannstr. 130 48161 
Ambulante Dienste e.V.  
Quartier An der Aa Rjasanstr. 21 48147 
Ambulanter Krankenpflegedienst  
Julia GmbH Diekmannstr. 6-10 48161 
ASB Gustav-Stresemann-Weg 62 48155 
AWO SST MSD Höltenweg 116 48155 
Bahrenberg Münster Mitte Augustastraße 34 48153 
Bahrenberg Münster Nord Kanalstr. 30 48147 
Bahrenberg Münster Süd Marktallee 66 48165 
Care aktiv An den Loddenbüschen 77 48155 
Cathamed Pflege GmbH Münsterstr. 52 48565 Steinfurt  
Clemenshospital – Ambulanter Dienst Duesbergweg 124  48153 
Caritas Münster Josefstraße 2 48151 
Comfort Pflege Ostviertel GmbH Hohenzollernring 67 48145 
Erste Hilfe Ambulanter Pflegedienst Hindenburgplatz  68 48143 
Ev. Diakoniestation Wichernstr. 22 48147 
DRK-Sozialstation Häusliche Pflege Hanses-Ketteler- Str. 2 48165 
DRK-Sozialstation Mathildenstift  Münzstraße 38 481 43 
Humanitas Grevener Str. 105 48159 
Jederzeit ambulante Pflege GmbH Hammer Str. 128 481 53 
Johanniter Geringhoffstraße 45 – 47 48163 
Klarastift – Ambulanter Dienst Andreas-Hofer-Straße  7 48145 
Lebens Nah Letterhausweg 103 48167 
Leben und Erleben Wolbecker Straße 140 b 48155 
Lindenhof Schmüllingstr. 4-6 48159 
Meinert Münsterstr. 26 48727 Billerbeck 
MiCura Tibusplatz 6 48143 
Mobile Alten- und Behindertenhilfe e.V.  Augustastraße 28 48153 
Münster Pflege Dieckmannstr. 20 48161 
Pensler Handorfer Straße 23 48157 
Pia causa Josefstraße 4 48151 
Pro.cura Hofstraße 17 48167 
Pro Tuto Pflegedienst Münsterland Grevener Str. 171  48159 
Raphaelsklinik – Ambulante Kranken- 
pflege Klosterstr. 75 48143 
Seniorenhilfe UG Handorfer Str. 23 48157

21 
 
Soziale Dienste Laer, Beratungsbüro 
Münster Warendorfer Str. 97 48145 
Vis Vitalis Sophienstraße 1 – 3 48145 
VITA-MED Krögerweg 14 48155 
Zentrum Mobiler Dienste Pottkamp 15 – 19 48149 
 
7. Quartiersangebote – Wohnen mit Versorgungssicherheit 
 
Um eine selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung von hilfe- und pflegebedürfti- 
gen Menschen sicherzustellen, fehlt es landes- und bundesweit bislang noch an systemati- 
schen quartiers- und stadtteilbezogenen Konzepten. Das Zusammenbringen von Dienstleis- 
tung und barrierefreien bzw. barrierereduzierten Wohnungsbeständen ist hier die wesentli- 
che Voraussetzung. Auch in Münster wird das Wohnen zuhause bevorzugt. In den Außen- 
bezirken bewohnen ältere Menschen i.d.R. selbstgenutztes Wohneigentum, im Innenstadt- 
bereich nutzen Ältere überwiegend eine ältere Bausubstanz, die vielfach nicht barrierefrei 
ausgestattet ist.  Bundesweit wurde festgestellt, dass nur ca. 5 Prozent der Haushalte der 
über 60 jährigen barrierefrei oder barrierearm ausgestattet sind. Barrieren zur und in der 
Wohnung, Barrieren im unmittelbaren Wohnumfeld bedeuten oft erhebliche Einschränkun- 
gen in der Mobilität und bei versorgender Infrastruktur. Eine Abkehr von Versorgungsange- 
boten, hier insbesondere beim Einzelhandel in Zentrumsnähe, ist auch in Münster zu beo- 
bachten. Der Bedarf an barrierefreien und bezahlbaren Wohnungen ist in Münster schon 
jetzt vorhanden, kann aber aufgrund der bekannten Hemmnisse auf dem Wohnungsmarkt 
nicht ausreichend bedient werden. Die ökonomischen und technischen Voraussetzungen 
sind entsprechend hoch und, mit Blick auf einen Wohnungsmarkt ohne Leerstand, die Inves- 
titionsbereitschaft der Wohnungswirtschaft entsprechend gering. 
 
Alleinige bauliche Barrierefreiheit reicht nicht aus. In den Stadtteilen sind die Informations- 
und Beratungsangebote entsprechend zu stärken. Noch immer sind vielen pflegebedürftigen 
Menschen und ihren Angehörigen die Beratungsangebote in Münster nicht bekannt. Mit den 
Pflegestützpunkten, den Beratungsangebote nach § 7a SGB XI der Pflegekassen, den 
Quartiersstützpunkten, dem Projekt „Von Mensch zu Mensch“ der Stiftungsverwaltung der 
Stadt Münster, der stadtteilorientierten sozialen Arbeit der Wohlfahrtsverbände, den Bera- 
tungsbüros und Begegnungsstätten, den ökumenischen Sozialbüros der Kirchengemeinden 
verfügt Münster über ein breites Netz von Informations- und Beratungsangeboten in den 
Stadtteilen. Wohnungsbau, Wohnumfeldverbesserung, Infrastruktur- und soziale Quartiers- 
entwicklung sind nicht als jeweils isolierte Aufgabe zu betrachten. Ein durch das Förderpro-

22 
gramm „Altenfreundliche Wohnungen der Stiftung Magdalenenhospital“ und/oder aus Mitteln 
des § 40 Abs. 4 SGB XI (individuelle Wohnraumanpassung) barrierefrei hergestellter Woh- 
nungsumbau gelingt wegen der Beratung aus einer Hand im Informationsbüro Pflege durch 
die Wohn- und Pflegeberatung. „Wohnen mit Versorgungssicherheit“ bedeutet umfassende 
Barrierefreiheit und begleitende Dienstleistung, berücksichtigt den demographischen Wan- 
del sowie die Umsetzung der UN Behindertenrechtkonvention und entspricht dem Wunsch 
vieler älterer und pflegebedürftiger Menschen nach normalen und funktionierenden nach- 
barschaftlichen Wohn- und Lebensverhältnissen. 
 
Als Beispiele von gelingenden Stadtteilangeboten sind die Quartierstützpunkte der Ambulan- 
ten Dienste e.V. in den Stadtteilen Gievenbeck und Schlachthof, hier in Kooperation mit der 
Wohn- und Stadtbau sowie die mobile und aufsuchende Wohn- und Pflegeberatung für die 
Stadtbezirke Hiltrup und Süd-Ost des Altenhilfezentrums St. Clemens zu nennen. Die durch 
die enge Zusammenarbeit entstehenden Synergien zwischen Wohnungswirtschaft und am- 
bulanter Dienstleistung führen nachweislich zu einer geringen Fluktuationsquote im Woh- 
nungsbestand und tragen, trotz Hilfe- und Pflegebedürftigkeit von Mieterinnen und Mietern, 
mit dazu bei, den Verbleib in der eigenen Wohnung zu gewährleisten.  
 
Neben einer kontinuierlichen Stadtteil- und Netzwerkarbeit, sind Veranstaltungen, wie z.B. 
das vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung initiierte 6. Stadtge- 
spräch zum Thema: „Wohnen bleiben im Viertel – aber wie – eine Herausforderung an die 
Märkte“, am 23.05.2012, vorzüglich geeignet, Fachleute aus der Wohnungswirtschaft sowie 
dem komplementären und ambulanten Dienstleistungssektor zusammenzubringen. Mit Bei- 
trägen des Vereins Service-Welten, des Projektes Wohnen für Hilfe, der sozialen Mieter- 
betreuung von Wohn- und Stadtbau und der Wohnberatung des Informationsbüros Pflege 
der Stadt Münster wird Öffentlichkeit hergestellt und über gelungene Projekte in der Quar- 
tiersarbeit berichtet. 
 
 
8. Netzwerke „Älter werden im Stadtteil und Stadtbezirk“ 
 
Zur Schaffung passgenauer Strukturen für ältere, hilfe- und pflegebedürftige Menschen hat 
die Stadt Münster bereits im Jahr 2008 die offenen Arbeitskreise „Älter werden im Stadt- 
teil/Stadtbezirk“ initiiert. Mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Quartier und 
den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vor Ort tätigen Einrichtungen und Trägern entste- 
hen Informationsbroschüren, gemeinsame Projekte und Aktionstage. Mit der kommunalen

23 
Seniorenvertretung Münster und den Wohlfahrtsverbänden, koordiniert die Altenhilfe- und 
Pflegeplanung der Stadt Münster die in der Regel zweimal jährlich tagenden Gremien auf 
stadtteil- oder stadtbezirklicher Ebene. 
 
Die Arbeitskreise orientieren sich in ihrer Arbeit an dem Grundsatz „ambulant vor stationär“. 
Sie binden alle Träger vor Ort gleichberechtigt ein. Durch die Vernetzung der Dienste im 
Bereich der Altenhilfe und Pflege ist es möglich innerhalb eines Quartiers Schnittstellenprob- 
leme und Versorgungslücken ausfindig zu machen. Die Etablierung neuer Beteiligungs-, 
Mitgestaltungs- und Selbstverwaltungsformen sind dabei wesentliche Bausteine gelingender 
Quartiersarbeit. Die Beteiligung von Seniorinnen und Senioren als Stadtteilexperten ist von 
großer Bedeutung, da nur die Betroffenen selbst beurteilen können, ob Angebote ausrei- 
chend sind und wie diese verbessert werden können. Es ist erklärtes Ziel, ältere Menschen 
aktiv in der Gremienarbeit in den Quartieren zu beteiligen. Hier stehen sie im direkten Kon- 
takt zu den sozialen Diensten und können meinungsbildend tätig sein. Perspektivisch soll 
die Geschäftsführung der Stadtteilarbeitskreise zwischen den Wohlfahrtsverbänden und der 
Stadt Münster in Kooperation durchgeführt werden. Diese Absprache ist ein wesentlicher 
Bestandteil der Leistungsvereinbarungen zur stadtteilorientierten sozialen Arbeit für die Per- 
sonengruppen nach Kapitel 3 bis 9 SGB XII. Neben der beratenden und aufsuchenden Ein- 
zellfallarbeit in allen Stadtteilen Münsters ist die Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit wesent- 
licher Bestandteil der Leistungsvereinbarung zwischen den Wohlfahrtsverbänden und der 
Stadt Münster. 
 
Diese Vorgaben sind mit Blick auf die Weiterentwicklungen des Landespflege- sowie Wohn- 
und Teilhabegesetzes richtungsweisend. Das Land Nordrhein-Westfalen prüft in diesem Zu- 
sammenhang eine finanzielle Unterstützung in Form eines befristeten Personalkostenzu- 
schusses für die Kommunen. Im Wege des Einsatzes von Quartiersentwicklerinnen und 
Quartiersentwicklern in den Kommunen soll eine Verknüpfung mit dem sog. „Masterplan 
Quartier“ der Landesregierung hergestellt werden.

24 
9. Niederschwellige Betreuungsangebote nach § 45b SGB XI 
 
In Münster bieten verschiedene Träger, Einrichtungen, ambulante Pflegedienste, Betreu- 
ungsanbieter und Kirchengemeinden häusliche Besuchs- und Unterstützungsdienste sowie 
Betreuungsgruppen für Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz an. Durch die ge- 
stiegenen Leistungsansprüche im Rahmen des Pflege- Weiterentwicklungsgesetzes 2008 
hat die Inanspruchnahme der  Betreuungsleistungen deutlich zugenommen. Ambulante 
Pflegedienste und Betreuungsanbieter bieten durch die Bezirksregierung Düsseldorf (im 
Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen) zu genehmigende Einzelbetreuung zur Entlastung 
der pflegenden Angehörigen an. Die Kosten für die Angebote variieren. Sie sind ständig ak- 
tualisiert auf der Homepage des Informationsbüros Pflege abrufbar.  
 
Die unten aufgeführten Betreuungsgruppen bieten sog. Betreuungsnachmittage für vier bis 
neun Personen, begleitet von einer Fachkraft und durchgeführt von geschulten ehrenamtli- 
chen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, an. Bei diesen sog. „anerkannten Betreuungsange- 
boten“ besteht ebenso die Möglichkeit für Menschen mit erheblichem Betreuungsbedarf auf 
Refinanzierung durch die Pflegekasse mit monatlich von bis zur 100,00 € oder 200,00 €. Die 
Kosten für einen i.d.R. dreistündigen Betreuungsnachmittag liegen bei etwa 20,00 € pro Be- 
sucherin und Besucher. Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ der städtisch verwalteten Stif- 
tung Magdalenenhospital unterstützt den stadtteilorientierten Aufbau von Betreuungsgrup- 
pen und refinanziert die Schulungsmaßnahmen, die von der Gerontopsychiatrischen Bera- 
tungsstelle der Alexianer Münster GmbH durchgeführt werden. 
 
  
1. Alzheimer Gesellschaft Münster e.V. im Friederik e-Fliedner-Haus 
2. Alzheimer Gesellschaft Münster e.V. im Mehrgener ationenhaus 
3. Kath. KG St. Josef Gelmer, Hand in Hand, Mehrzwe ckhalle Gelmer 
4. Ev. Gemeindehaus Amelsbüren 
5. Haus der Begegnung St. Ida Gruppe D 
6. Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus Pfarr bezirk St. Norbert Cafè Nostalgie 
7. Projekt LichtBlick e.V. , Alexianer Münster GmbH  
8. Cafe Samstag, Arbeiter-Samariter-Bund Regionalve rband Münster e.V. 
9. Miteinander, Katholische Kirchengemeinde St. Jos ef Kinderhaus

25

26 
10. Entwicklungen in der Tagespflege 
 Einrichtung Plätze Straße, Hausnummer  Post- 
leitzahl 
Stadt- 
bezirk Stadtteil 
 Clemens-Wallrath-Haus 20 Josefstr. 4 48151 Mitte Josef 
 Achatiushaus  12 Münsterstr.  48167 Südost Wolbeck 
 St. Clemens 15 Kortumweg 56-58 48165 Hiltrup Hiltru p-Mitte 
 Hs. Benteler 12 Prozessionsweg 54 48145 Mitte Mauri tz-Mitte  
 Meckmannshof 24 Meckmannweg 74 48163 West Mecklen- 
beck 
 Wohnstift 
am Südpark 15 Clevornstr. 5 48153 Mitte Schützenhof  
 Papst-Johannes-Paul-Stift 15 Culmer Str. 16 48157 N ord Coerde 
 Friederike-Fliedner-Haus  12 Coerdestr. 56 48147 Mi tte Kreuz 
 Altenheim Elisabeth  15 Südlohnweg 1 48161 West Gievenbeck 
 Josef Stift 12 Twenhövenweg 18 48167 Südost Angelmodde  
 Gesamtplatzzahl 152    
 
Die drei neuen in 2011 eröffneten Tagespflegeeinrichtungen bieten insgesamt 39 zusätzli- 
che Plätze in Münster an. Dieses erweiterte Angebot führt insgesamt zu einer spürbaren 
Entspannung der aktuellen Nachfrage. Bis auf zwei zu 100 % ausgelasteten Einrichtungen 
melden alle übrigen Anbieter freie Kapazitäten an das Informationsbüro Pflege weiter. Aktu- 
ell sind keine weiteren Planungsvorhaben bekannt. Das ursprünglich vorgesehene, auf dem 
Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde in Nienberge geplante Tagespflegeprojekt, 
wird nicht weiter verfolgt. Bei Betrachtung der Verteilung der Einrichtungen auf der Stadtkar- 
te ist die grundsätzlich gute Angebotssituation erkennbar. In den nordöstlichen und nord- 
westlichen Stadtteilen ist, bei weiterer Beobachtung des Nachfrageverhaltens mittel- bis 
langfristig ein behutsamer Ausbau des Tagespflegeangebotes denkbar.  
Schwankungen bei der Auslastung der Tagespflegeangebote sind weiterhin an der Tages- 
ordnung. Die Öffnungszeiten an den Wochentagen von 8.00 Uhr morgens bis 16.00 Uhr 
nachmittags, lassen mit Blick auf die Lebenswirklichkeit berufstätiger pflegender Angehöri- 
ger noch zu wenig Spielräume erkennen. In den meisten Bundesländern, auch in Nordrhein-
Westfalen, ist die vielfach geforderte integrierte Tagespflege, d.h. die Kopplung an eine vollsta- 
tionäre Pflegeeinrichtung, trotz erkennbarer Synergieeffekte in den Bereichen Pflege und 
Betreuung, nicht vorgesehen. Es ist allerdings zu beobachten, dass einige Tagespflegeeinrich- 
tungen um mehr Flexibilität bemüht sind und punktuell auch an Wochenenden geöffnet haben. 
Im Sinne gelingender Quartiersarbeit richten sich die Tagespflegen  am Stadtteil aus und su- 
chen gezielt die Zusammenarbeit z.B. mit den Demenzbetreuungsgruppen.

27

28 
11. Darstellung des Kurzzeitpflegeangebotes 
Die namentliche Darstellung der eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze in vollstationären Pfle- 
geeinrichtungen ist in der Übersicht der vollstationären Pflegeeinrichtungen aufgeführt. In 
Münster werden aktuell in vier Einrichtungen 76 solitäre (siehe Tabelle) und insgesamt 108 
eingestreute Kurzzeitpflegeplätze angeboten. Im Januar 2011 wurde das Haus Dominic in 
Amelsbüren mit 20 Plätzen geschlossen. Die Inanspruchnahme des Kurzzeitpflegeangebo- 
tes, mit der Zielsetzung einer Anschlussbetreuung nach einen Krankenhaus- oder Rehabili- 
tationsaufenthalt oder Krankheits- und Urlaubszeiten der pflegenden Angehörigen zu über- 
brücken, ist nach wie vor stark schwankend. Insgesamt war für das Jahr 2011 bei beiden 
Angebotsformen eine sehr hohe Auslastung festzuhalten. Im dritten und vierten Quartal wa- 
ren im Rahmen der Kapazitätenkoordination des Informationsbüros Pflege aufgrund der 
starken Nachfrage erstmals seit Jahren wieder Engpässe bei der Belegung zu beobachten. 
Der Auslastungsgrad der solitären Kurzzeitpflegeeinrichtungen lag phasenweise bei weit 
über 95 %, eingestreute Plätze waren durch vollstationäre Belegung der Plätze blockiert.  
 
Insbesondere in Überleitungssituation bietet die Kurzzeitpflege die sehr gute Möglichkeit in 
anschließende häusliche Pflegesituationen zu überbrücken bzw. diese zu organisieren. Es 
empfiehlt sich daher weiterhin bei Neubaumaßnahmen vollstationärer Pflegeeinrichtungen 
eine gewisse Anzahl eingestreuter Kurzzeitpflegeplätze einzurichten. Mögliche neue solitäre 
Kurzzeitpflegeangebote sollten in Abstimmung mit der kommunalen Pflegeplanung und der 
Pflegekonferenz entwickelt werden. Hier empfiehlt sich eine Anbindung an Krankenhaus- 
und/oder Rehabilitationseinrichtungen. 
 
 
 
 
 Solitäre Kurzeitpflege  Platz  
zahl 
Straße, Haus- 
nummer PLZ Stadtbezirk  Stadtteil 
  4. Seniorenzentrum  
      Gievenbeck 15 Gartenbreie 1 48161 
 West Gievenbeck 
17. Clemenshospital 18 Düesbergweg 143 48153  Mitte Düesberg 
19. „Haus Maria“ 20 Westfalenstr. 109 48165  Hiltrup Hiltrup-Mitte 
23. Raphaelsklinik 23 Klosterstr. 75 48143  Mitte Dom 
      
Summe 76

29

30 
12. Ambulant betreute Wohngemeinschaften  
Einrichtung Platz 
zahl Straße PLZ Stadt- 
bezirk Stadtteil 
 Wohngemeinschaften            
      Casa Mauritz 
      Klarastift 15 
 Andreas-Hofer-Str. 86 48145 Mitte Herz-Jesu 
      Haus Taubenstraße  
      Alexianer   8 
 Taubenstraße 12 48149 Mitte Herz-Jesu 
      Hof Schultmann 
      Alexianer 12 
 Stratmannweg 21 48163 West Mecklen- 
beck 
      Irmgard Buschmann 
      Haus/Klarastift           
 11/8  Am Küchenbusch 15 48161 West Gievenbeck 
      Villa Hittorfstraße 
      Alexianer 10 
 Hittorfstraße 10 48149 Mitte Schloss 
      Villa Kahmann  
      DRK 11 
 Gremmendorfer Weg 
44 48167 Südost Gremmen- 
dorf 
      Villa Mauritz  
      Alexianer 10 
 Kaiser-Wilhelm-Ring 34  48145 Mitte Mauritz-
Mitte 
      WG Josef-Beckmann  
      Str. DRK 11  Josef-Beckmann-
Straße 5-7 48159 Nord Kinderhaus 
      Nienberge 
      CBM 7/7 
 Kirmstr. 
18/Gartenstiege 6 48161 West Nienberge 
      Haus Genius  
      DKV Residenz 8
 Tibusplatz 1-7 48143 Mitte Buddenturm  
Diakonie Münster  11/8  Schulstr. 47 48149 Mitte Kreuz 
Summe 136        
 
Planung/Bau      
Alte Vikarie 
Alexianer Münster 
GmbH 
10-12 
 Herrenstr. 10 48165  Südost Wolbeck 
Dreifaltigkeitskirche 
Verein für Wohnhilfen 
e.V.  
8
 Kinderhauser Str. 63 48147 Mitte Uppenberg 
 
Ambulant betreute Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte und hilfe- und pflegebe- 
dürftige Menschen gehören – noch immer – zu den sog. neuen alternativen Wohnformen. Die 
vielfach beschriebenen Umsetzungsprobleme des Wohn- und Teilhabegesetzes auf NRW 
Ebene wurden in Münster pragmatisch umgesetzt und haben sich aus Sicht der Stadt Münster 
nicht grundsätzlich investitionshemmend ausgewirkt. Erstmals hat die Diakonie Münster ein 
Wohngemeinschaftskonzept mit einer abgeschwächten Betreuungsform für hilfe- und pflege- 
bedürftige Menschen in einem öffentlich geförderten Wohnprojekt umgesetzt. In der WG 
Schulstraße finden acht Mieterinnen und Mieter ein barrierefreies öffentlich gefördertes Appar- 
tement mit einem niedrigschwelligen Betreuungsangebot vor. Für ältere und pflegebedürftige 
Nichtsesshafte wird der Förderverein für Wohnhilfen e.V. mit der Wohn und Stadtbau eine 
Wohngemeinschaft in der ehemaligen Dreifaltigkeitskirchen errichten.

31

32 
 
13. Vollstationäre Pflegeeinrichtungen 
 
1. Achatius-Haus 
2. Altenheim Friedrichsburg 
3. Altenheim Haus Heidhorn 
4. Altenheim St. Elisabeth 
5. Altenhilfezentrum Langzeitpflege Haus Franziska 
6. Altenzentrum Klarastift 
7. AWO-Seniorenzentrum Münster-Albachten 
8. AWO-Seniorenzentrum Münster-Gievenbeck 
9. CBM-Altenwohnheim Kardinal-von-Galen-Stift 
10. CBM-Altenwohnheim Maria Hötte Stift 
11. CBM-Altenwohnheim Papst Johannes Paul Stift 
12. CBM-Altenwohnheim St. Lamberti 
13. CBM-Altenwohnheim Wohnstift am Südpark 
14. Cohaus-Vendt-Stift 
15. DKV-Residenz am Tibusplatz 
16. Evangelisches Altenhilfezentrum Meckmannshof 
17. Evangelisches Seniorenzentrum Handorfer Hof 
18. Evangelisches Seniorenzentrum Martin-Luther-Haus 
19. Evangelisches Wohnstift Haus Simeon 
20. Friederike-Fliedner-Haus  
21. Haus Maria Trost 
22. Haus Wilkinghege 
23. Johanniter-Stift Münster 
24. LWL-Pflegezentrum Münster 
25. Marienheim 
26. Meyer-Suhrheinrich-Haus 
27. Perthes-Haus 
28. Residenz Aaseehof 
29. Schölling-Lentze-Heim 
30. Seniorenheim Michaelweg 
31.  Haus vom Guten Hirten Pflegebereich 
32. Haus Thomas, Alexianer Amelsbüren 
33. "Wohnen in Pastors Garten", Pfarrhausgrundstück

33

34 
Verhältnis der 80-jährigen und Älteren zum Angebot stationärer Pflegeplätze in 
den Stadtbezirken 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Quelle: Eigene Erhebung 
 
 
Ein Blick auf die Grafik macht die explizit gute Angebotssituation stationärer Pflegeeinrich- 
tungen im Stadtbezirk West deutlich. Allerdings zählt das Martin-Luther-Haus im Stadtteil 
Sentrup mit seinen 151 Plätzen, trotz unmittelbarer Innenstadtnähe, statistisch gesehen zum 
Stadtbezirk West. Insofern relativieren sich die Daten bei anderer sozialräumlicher Betrach- 
tungsweise zwischen dem Stadtbezirk Mitte und West. Die dargestellte Pflegequote von 
17,9 % würde unter Berücksichtigung der 136 Wohneinheiten in ambulant betreuten Wohn- 
gemeinschaften auf ca. 19 % aufgerundet. Die 24 Stunden Versorgung von vollstationärer 
Pflege und Wohngemeinschaften ist mit Blick auf die Vergleichbarkeit auch hinsichtlich einer 
quartiersnahen Versorgung angezeigt.  
 
Mit der Errichtung des Pflegeheimes in Roxel ist jeder Stadtteil im Stadtbezirk West nach 
den Vorgaben alter Pflegebedarfsplanung ausgestattet. Ebenso wurde die Vorgabe der 
stadtteilorientierten pflegerischen Grundversorgung, also die Errichtung einer vollstationären 
Pflegeeinrichtung in Stadtteilen mit einer Mindestgröße von 6.500 Einwohnern abgeschlos- 
sen. Mit den zunehmenden Alterungsprozessen und dem gleichzeitig Bevölkerungswachs- 
tum einiger Außenstadtteile, der Entwicklung der Konversionsflächen durch den Abzug der 
britischen Streitkräfte mit Wohnbebauung, kommen perspektivisch die Außenstadtteile 
Pflegequote 
Verhältnis der über 80-Jährigen zum Angebot station ärer Pflegeplätze 
18,8 
28,2 
10,2 
5,4 
9,9 
21,9 
17,9 
0
2000 
4000 
6000 
8000 
10000 
12000 
14000 
16000 
Mitte West Nord Ost Südost Hiltrup Stadt Münster 
0
5
10 
15 
20 
25 
30 
über 80-Jährige stationäre Pflegeplätze Pflegequote Ø Pflegequote MS

35 
Nienberge, Kinderhaus, Mauritz-Ost, Gremmendorf, Hiltrup-Ost sowie im Stadtbezirk Mitte 
der Stadtteil Rumphorst für die Entwicklung von Wohn-, Betreuungs- und Pflegeverbundsys- 
tem in Frage.     
 
Entwicklung der Pflegestufen in Prozent in Alten- und Pflegeheimen in Prozent 
 
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 
Pflegestufe 0 11 10 9 8 9 10 10 9 9 
Pflegestufe 1 32 32 34 36 37 38 38 38 40 
Pflegestufe 2 42 42 40 41 40 38 38 38 36 
Pflegestufe 3 15 15 17 15 14 14 14 15 15 
Quelle : Eigene Erhebungen 
 
Die Verteilung der Pflegestufen in der vollstationären Pflege ist in den vergangenen Jahren 
in Münster nahezu gleichbleibend. Nach wie vor liegt der Anteil der Pflegestufe 0 in den 
münsteraner Einrichtungen bei 9 %. Ebenso ist ein vergleichsweise hoher Anteil an Heim- 
bewohnerinnen und Heimbewohnern mit der Pflegestufe 1 zu erkennen und mit 40 % auf 
dem höchsten Stand seit 2003. Dies entspricht nicht der Wahrnehmung, dass Pflegebedürf- 
tige zunächst alle pflegerischen Möglichkeiten im häuslichen, also ambulanten Bereich 
wahrnehmen. Erklärbar ist diese Stagnation auch nicht mit den Aufnahmebedingungen in 
Zeiten schwacher Nachfrage, in denen die Heimträger eher bereit sind, Anfragen von Men- 
schen mit Pflegestufe 0 und/oder Pflegestufe 1 zu bedienen. Der hohe Anteil an Single-
Haushalten, auch bei alten und hochaltrigen Menschen in Münster sowie die erschwerten 
Bedingungen in Familien ambulante Betreuung und Pflege in der eigenen Häuslichkeit zu 
organisieren, sind in Münster ebenso Faktoren für einen (zu) frühen Einzug in ein Pflege- 
heim. Eine gute Informations- und Beratungslandschaft, die auf komplementäre und präven- 
tive ambulante Angebote im Vorfeld der Aufnahme in eine vollstationäre Pflegeeinrichtung 
hinweist, ist zielführend. Das gilt insbesondere für die sog. Überleitungs- und Entlassungssi- 
tuationen älterer, hilfe- und pflegebedürftiger Menschen in Krankenhaus-, Kurzzeitpflege- 
und Rehabilitationsphasen. Hier ist eine enge Abstimmung zwischen den Informations- und 
Beratungsstellen, ambulanten Pflegediensten, Hausärzten, Krankenhäusern, Kurzzeitpfle- 
gen und Rehabilitationseinrichtungen, auch im Rahmen der Antragstellung auf Kostenüber- 
nahme durch Pflegekassen und Sozialhilfeträger, notwendig.  
Das Sozialamt hat mit der Einrichtung des Sozialen Fachdienstes für Senioren und Pflege 
und der Einstellung einer Pflegefachkraft zum 01.01.2010 bei der Überprüfung der Heim- 
notwendigkeit, im Rahmen eines gezielten Fallmanagements im Bereich Hilfe zur Pflege 
nach dem SGB XII, in vielen Konstellationen dazu beigetragen, nicht notwendige und ver-

36 
frühte Heimaufnahmen zu vermeiden. In der Beschlussvorlage V/0302/2011 wurden im Zeit- 
raum vom 01.01.2010 bis zum 01.04.2011 durch die Prüfung der Heimnotwendigkeit und die 
Durchführung eines Fallmanagement die Einsparungen bei der Hilfe zur Pflege nach dem 
SGB XII auf etwa 250.000,00 € beziffert. Das Fallmanagement des Sozialen Fachdienstes 
mit der zeitnahen zugehenden und aufsuchenden sozialarbeiterischen und pflegerischen 
Kompetenz trägt bei leistungsberechtigten Pflegebedürftigen (Hilfen zur Pflege nach dem 
SGB XII) mit dazu bei, eine tragfähige Entscheidung für den Verbleib in der eigenen Häus- 
lichkeit oder einer notwendigen Heimaufnahme herbeizuführen.  
 
Auslastung in vollstationären Pflegeeinrichtungen 
 
Zeitpunkt 01/10  04/10  07/10  10/10  01/11  04/11  07/11  10/11  
 
Platzzahl 
 
2447 2447 2561 2570 2570 2559 2559 2569 
Nicht belegte Plätze 117 119 181 160 158 77 69 113 
 
Auslastung in Prozent  
 
95,22  95,14  92,93  93,77  93,85  96,99  97,30  95,60  
Quelle:  Eigene Erhebungen  
Die Auslastung münsteraner Pflegeheime liegt im Mittelwert in den vergangenen zwei Jahre 
bei 95 %, also einer Vollauslastung nach § 3 Abs. 6 GesBerVO Landespflegegesetz. Mitge- 
zählt werden hier die eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze. Diese machen von den aktuell ins- 
gesamt 2.606 Plätzen in vollstationären Einrichtungen, 108 Plätze aus. D.h. es handelt sich 
um variable „Betten“, die je nach Nachfrage regulär oder als Kurzzeitpflegeplatz angeboten 
werden.  
Die Belegungssituation hat sich insgesamt positiv entwickelt und stellt sich aktuell zufrieden- 
stellend dar. Allerdings hat sich im Sommer 2011 die Nachfrage nach vollstationären Pfle- 
geplätzen kurzzeitig recht deutlich nach oben entwickelt. Der genaue Anlass war, wie auch 
in der Belegungssituation bei der Kurzzeit- und Tagespflege zu beobachten, nicht exakt 
auszumachen. Im Rahmen der Kapazitätenkoordination des Informationsbüros Pflege wur- 
den Anfragen erstmals nach einigen Jahren wieder an das Umland weitergegeben.

37 
Aktuell zeichnet sich eine Entspannung in der Belegungssituation ab. Die Auslastungsabfra- 
ge zum 01.01.2012 wurde eine Belegung von 93,61 % von den Heimen zurückgemeldet. 
Dieser vergleichsweise geringe Wert steht auch im unmittelbaren Zusammenhang mit der 
Eröffnung der Einrichtung „Wohnen in Pastors Garten“ zum 01.01.2012 des Stiftes Tilbeck in 
Roxel. Hier scheiterte trotz hoher Nachfrage die zügige Belegung daran, dass nicht genü- 
gend Fachpersonal zur Verfügung stand. 
Der Wachstumstrend und die Investitionsbereitschaft bei den vollstationären Pflegeeinrich- 
tungen scheinen zunächst gestoppt. Im Jahr 2009 ist bundesweit erstmals der Anteil der 
Pflegebedürftigen in stationärer Pflege minimal rückläufig. Der Anteil der Pflegebedürftigen, 
die über ambulante Pflegedienste versorgt werden stieg in den Jahren von 2007 bis 2009 
um ca. 10 %. 
6 
In der Pflegelandschaft zeichnet sich auch im Bereich der vollstationären Pflegeeinrichtun- 
gen eine quartiersförmige Entwicklung ab. Wie schnell sich allerdings Konzepte, wie z.B. die 
sog. 5. Generation des Altenwohnbaus (sog. KDA-Quartiershäuser [Kuratorium Deutsche 
Altershilfe]) mit den Prinzipien Leben in Privatheit, Leben in Gemeinschaft, Leben in der Öf- 
fentlichkeit auch in Münster zukünftig verwirklichen lassen, kann noch nicht prognostiziert 
werden. Der Trend zu mehr Wohn- und Lebensnormalität auch in stationären Pflegeeinrich- 
tungen, die Öffnung zum Stadtteil sowie einer geänderten Organisations- und Versorgungs- 
struktur (Helfermix) ist Bestandteil des Konzeptes KDA-Quartiershaus. Auch mit Blick auf die 
Entwicklungen des Pflegearbeitsmarktes treibt das KDA die Entwicklung, Erprobung und 
Erforschung neuer Konzepte voran. 7 
 
 
 
 
 
                                                
6 Vgl. Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2009, Deutschlandergebnisse 
7 Vgl. Die 5. Generation: KDA-Quartiershäuser; Ansät ze zur Neuausrichtung von Alten- und Pflegeheimen, 
Peter Michell-Auli u. Christina Sowinski, Köln 2012

38 
14. Detailübersicht vollstationäre Pflegeeinrichtungen 
Einrichtungen der vollstationären Pflege, Stand April 2012 
  Einrichtung Straße, Hausnummer PLZ Stadtbezirk Stadtteil Platzz. EZ DZ Eingst 
KP EZ-Quote 
1 Cohaus-Vendt-Stift Krumme Str. 39/40 48143 Mitte Aegidii 82 46 18   56,1 
2 Altenheim St. Elisabeth Südlohnweg 1 48161 West G ievenbeck 92 92  5  100,0 
3 Friederike-Fliedner-Haus Coerdestr. 56 48147 Mitt e Kreuz 80 70 5 6  87,5 
4 Friedrichsburg Offenbergstraße 19 48151 Mitte Plu ggendorf 138 114 12   82,6 
5 LWL Pflegezentrum Mstr. Friedr.-W.-Weber-Str. 
30 48147 Mitte Uppenberg 80 72 4 2 90,0 
6 Haus Heidhorn - Hiltrup Westfalenstr. 490 48165 H iltrup Amelsbüren 51 51   6 100,0 
7 Haus Maria Trost Sankt-Mauritz-Freiheit 
52 48145 Mitte Herz-Jesu 84 76 4   90,5 
8 Haus Simeon Am Berg Fidel 70 48153 Hiltrup Berg-F idel 155 143 6 5  92,3 
9 Haus Wilkinghege Wilkinghege 55 48159 Nord Kinderhaus 
West 65 65    100,0 
10  Kardinal-von-Galen-Stift Clemens-August-Platz 
8a 48167 Südost Angelmodde 66 54 6 2 81,8 
11  Altenzentrum Klarastift Andreas-Hofer-Str. 70 48145  Mitte Herz-Jesu 143 129 7  90,2 
12  Altenheim St. Lamberti Scharnhorststr. 4-8 48151 Mi tte Pluggendorf 83 65 9 2 78,3 
13  Maria-Hötte-Stift Düesbergweg 143 48153 Mitte Düesb erg 123 91 19 6 74,0 
14  Marienheim An der Alten Kirche 5 48165 Hiltrup Hilt rup-Mitte 83 71 6 1 85,5 
15  Martin-Luther-Haus Fliednerstr. 17 48149 West Sentr up 151 133 9 10 88,1 
16 Ev. Altenzent. Meckmannshof  Meckmannweg 74 48163 West Mecklenbeck 171 59 56 7 3 4,5 
17  Seniorenheim Michaelweg Michaelweg 53 48149 West Gi evenbeck 41 21 10 4 51,2 
18  Perthes-Haus Wienburgstr. 60 48147 Mitte Uppenberg 87 49 19 2 56,3 
19  Schölling-Lentze-Heim Bohlweg 5 48147 Mitte Schlach thof 21 21 0   100,0 
20  Wohnstift am Südpark Clevornstraße 5 48153 Mitte Sc hützenhof 74 62 6 4 83,8 
21 DKV-Residenz am Tibusplatz Tibusplatz 1 48143 Mitte  Buddenturm 49 39 5   79,6 
22  Achatius-Haus Wolbeck Münsterstr. 24 b/c 48167 Südo st Wolbeck 66 66  4  100,0

39 
  Einrichtung Straße, Hausnummer PLZ Stadtbezirk Stadtteil Platzz. EZ DZ Eingst 
KP EZ-Quote 
23  Haus v. Guten Hirten - Pflege  Mauritz-Lindenweg 61 48145 Mitte Herz-Jesu 16 12 2   75,0 
24  Handorfer Hof Handorfer Str. 24 48157 Ost Handorf 6 6 66  2 100,0 
25  Meyer-Suhrheinrich-Haus Marktallee 42 48165 Hiltrup  Hiltrup-Mitte 42 42    100,0 
26  Haus Franziska Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup Hilt rup-Mitte 20       20    100,0 
27  Seniorenzentrum Gievenbeck  Gartenbreie 1 48151 West Gievenbeck 81 81    100,0 
28  Seniorenzentrum Albachten Rottkamp 49 48163 West Al bachten 66 56 5 10 84,8 
29  Papst Johannes Paul Stift Culmer Str. 16 48157 Nord  Coerde 72 72 0 2 100,0 
30  Johanniter-Stift Münster Weißenburgstr. 48 48151 Mi tte Geist 80 80 0 5 100,0 
31  Residenz Aaseehof Pottkamp 25 48149 Mitte Schloss 8 0 72 4 15 90,0 
32  Alexianer – Haus Thomas Alexianerweg 8 48163 Hiltru p Amelsbüren 54 54  4 100,0 
33  Wohnen in Pastors Garten Alte Dorfstr. 10 48161 Wes t Roxel 40 40  4 100,0 
 Summe     2606 2184 211 108 83,8 
Ausgewiesene Sonderformen  
1. Stationäre Hausgemeinschaftsangebote für an Demenz Erkrankte: Klarastift, Meyer-Suhrheinrich-Haus (ausschließlich), DKV Residenz 
2. Angebot für Wachkomapatienten, 22 Plätze im Klarastift, sukzessive Erweiterung auf 22 Plätze geplant 
3. Angebote für junge Pflegebedürftige, 18 Plätze im Achatius-Haus Wolbeck 
Hinweis  
Umbaumaßnahmen  im  Altenheim St. Elisabeth; aktuel l können nur 53 der 92 Plätze belegt werden, Baumaß nahmen sind im 2. Quartal abge- 
schlossen

40 
15. Planungen vollstationärer Pflegeeinrichtungen 
Planungen/Umbau/Erweiterung von Pflege-/Wohneinrichtungen (Stand März 2012) 
Standort 
Stadtteil 
• Investor  
• Träger 
• Betreiber 
Wohnen Pflege Planungs- 
stand 
Vorauss. 
Baube- 
ginn 
Vorauss. 
Fertig- 
stellung 
Umbau/Erweiterung bestehender Einrichtungen 
 
Altenheim St. 
Elisabeth 
Missionsschwes- 
tern vom Hlst. Her- 
zen Jesu von 
Hiltrup 
Betreutes 
Wohnangebot 
vorgesehen 
Reduzierung auf 
92 Einzelzimmer; 6 
eingestreute Kurz- 
zeitpflegeplätze 
Bauphase  Sommer 
2012 
Cohaus-
Vendt-Stift, 
Aegidii 
Cohaus-Vendt-Stift 
  Erhöhung Einzel- 
zimmeranteil; 
Platzzahlneutralität 
 
Bauphase 2012 2013 
Neubau 
 
Kastanienhof Michels Kliniken 
GmbH & Co. KG 
 Umbau einer 
Schule in eine 
vollstationäre Pfle- 
geeinrichtung mit 
58 Plätzen 
Umbaupha- 
se 
Frühjahr 
2012 
Frühjahr 
2013 
 
Die einzig neue und bereits durch Abstimmungsbescheinigung an den Investor Michels 
Kliniken GmbH & Co. KG vollstationäre Pflegeeinrichtung wird in der Ostmarkstraße 9 der 
Kastanienhof mit 58 Bewohnerplätzen sein. Weitere konkrete Vorhaben bzw. Planungsab- 
sichten sind der Pflegeplanung nicht bekannt.  
Es ist davon auszugehen, dass die bekannten Investitionshemmnisse in Bezug auf die Ab- 
schreibungsmöglichkeiten für Aufwendungen langfristiger Anlagegüter nach § 4 GesBerVO 
(Verordnung über die gesonderte Berechnung nicht geförderter Investitionsaufwendungen 
für Pflegeeinrichtungen nach dem Landespflegegesetz), zu einem Investitionsstau, wie 
nach der Novellierung des Landespflegegesetzes im Jahre 2003 zu beobachten war, 
Hauptgrund für die Zurückhaltung von Investoren und Betreibern ist. Mit Blick auf die vom 
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) vorgelegten Eck- 
punkte für eine vorgezogene Reform des Landespflegerechtes und des Wohn- und Teilha- 
begesetzes soll im Interesse einer zügigen Modernisierung von Pflegeeinrichtungen die 
Abschreibungsfrist von 50 auf 25 Jahren gesenkt werden. Es ist davon auszugehen, dass 
diese Signale der Landesregierung mittelfristig wieder eine Investitionsbereitschaft für die 
Errichtung vollstationärer Pflegeeinrichtungen erkennbar werden lässt. Bis zum Jahr 2018 
werden alle Häuser eine Einzelzimmerquote von 80 % erreicht haben müssen. Inwiefern

41 
die Landesregierung das vorgegebene Ziel, ebenso bis zum 01.08.2018 landesweit eine 
angemessene Einrichtungsgröße von 80 Plätzen umsetzen wird, bleibt abzuwarten.  
 
16. Pflegearbeitsmarkt, Pflegefachkräfte und Altenpflegeseminare in Münster 
 
Auch wenn die Anzahl der Auszubildenden im 1. Lehrjahr nach Auskunft des Bundesminis- 
teriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend steigt, ändert das nichts an der Tatsa- 
che, dass seit geraumer Zeit bundesweit ein Mangel Pflegefachkräften herrscht. Dem grö- 
ßer werdenden Pflegebedarf steht ein nicht im gleichen Maße nachwachsendes Angebot 
an Fachkräften gegenüber. Die Gründe liegen noch immer am negativen Image eines ver- 
meintlich physisch wie psychisch besonders belastenden Berufes und der vermeintlich 
kurzen durchschnittlichen Verweildauer im Beruf. Auf einem zusehends entspannten Ar- 
beitsmarkt orientiert sich der Nachwuchs an anderen Berufsfeldern. Allerdings kommen 
verschiedenen Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Berufs- 
verbleib in der Altenpflege bei den jüngeren Ausbildungskohorten mit 11,7 Jahren nicht 
kürzer ist als der Berufsverbleib in anderen, vergleichbaren sogenannten Frauenberufen. 
8  
 
85 % der bundesweit im Berufsfeld Pflege Beschäftigten sind Frauen. Die Mehrheit des 
Personals, ca. 61 % ist, insbesondere in den ambulanten Pflegediensten ist teilzeitbeschäf- 
tigt. 
9 Für Münster sind diese Annahmen übertragbar. Neue Pflegeeinrichtungen sowie am- 
bulante Dienste haben große Probleme ausreichendes Fachpersonal einstellen zu können. 
Darüber hinaus beobachten die Pflegeeinrichtungen einen verstärkten Wettbewerb um 
Pflegefachkräfte.   
 
In Münster bilden vier Altenpflegeseminare Schülerinnen und Schüler zu staatlich aner- 
kannten Altenpfleger/innen und staatlich anerkannten Altenpflegehelfer/innen aus: 
 
- Evangelische Ausbildungsstätte des Münsterlandes für pflegerische Berufe e.V., 
Coerdestr. 60, 48147 Münster  
- Bildungsinstitut Münster e. V., Anton-Bruchhausen -Str. 6, 48159 Münster 
- Fachseminar für Altenpflege, Johanniter-Akademie,  Weißenburgstr. 60-64, 48151 
Münster  
                                                
8 Vgl. „Berufsverläufe von Altenpfleger/innen, IWAK Frankfurt; Joost u.a. 2009 
9 Vgl. Infobüro Pflege; www.bmg.bund.de

42 
- Fachseminar Altenpflege St. Franziskus, Caritas-F ortbildungsinstitut Münster 
GmbH, Josefstr. 2, 48151 Münster  
 
Pro Jahrgang besuchen jeweils bis zu 25 Schülerinnen und Schüler die dreijährige Ausbil- 
dung zur Altenpflege in den Seminaren. Jährlich gehen etwa 80 bis 90 examinierte Absol- 
ventinnen und Absolventin ins Berufsleben. Ewa 50 Schülerinnen und Schüler absolvierten 
2011 die einjährige Ausbildung in der Altenpflegehilfe.  
 
Maßnahmen der Arbeitsagentur  
Für die  Ausbildungszweige Altenpflegehelfer/in werden im Rahmen der Förderung der 
beruflichen Weiterbildung mit sogenannten „Bildungsgutscheinen“ von der Arbeitsagentur 
Münster die gesamten Ausbildungskosten übernommen. Gute Möglichkeiten bietet hier der 
duale Ausbildungsgang der den Abschluss von zwei Verträgen, einem praktischen mit der 
Altenpflegeeinrichtung und einem theoretischen mit dem Fachseminar vorsieht. Insbeson- 
dere für die Altenpflegeeinrichtungen ist das Programm der Agentur für Arbeit äußerst inte- 
ressant, da die Auszubildenden de facto keine Kosten verursachen. Darüber hinaus för- 
dern die Arbeitsagenturen über Modelle wie „Weiterbildung Geringqualifizierter und be- 
schäftigter Älterer in Unternehmen“ (WeGebAU) oder dem Förderprogramm „Initiative zur 
Flankierung des Strukturwandels“ (IFLAS) die Ausbildung zum/zur Altenpflegehelfer/in. 
 
Maßnahmen des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des 
Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) 
Bereits Ende 2010 fehlten in NRW rund 3.000 Absolventinnen und Absolventen in den 
Pflegeberufen. Insbesondere im Bereich der Altenpflegefachkräfte wurde und wird zu we- 
nig ausgebildet. Aufgrund der hohen Teilzeitquote ist der Bedarf an „Personen“ noch hö- 
her. Die Landesregierung macht u.a. den Mangel an Ausbildungsverhältnissen bei den 
ambulanten wie stationären Pflegeeinrichtungen mitverantwortlich für diese Entwicklung. 
Im Gesetzentwurf der Landesregierung zur Änderung des Landesaltenpflegegesetzes ist 
daher die (Wieder) Einführung einer Umlagefinanzierung der Ausbildungsvergütung vorge- 
sehen. Das Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) stellt in seinen Unter- 
suchungen zum Thema fest, dass ausbildende Pflegeeinrichtungen gegenüber nicht aus- 
bildenden Einrichtungen im Wettbewerb benachteiligt sind. Mit der Einführung des Umla- 
geverfahrens sieht die Landesregierung das Gleichgewicht auf dem Ausbildungsmarkt der 
Pflegeberufe wieder hergestellt.

43 
In der Vergangenheit hat sich das Land darüber hinaus insbesondere dafür eingesetzt, 
Hauptschüler als Pflegefachkräfte zu examinieren und sog. „Branchenfremde um die 50“ 
(Jahre) umschulen zu lassen. Ebenso ist es ein Anliegen, Schülerinnen und Schüler mit 
Migrationsvorgeschichte – für eine „kultursensible Betreuung“ in den Pflegeeinrichtungen 
zu gewinnen.  
 
Maßnahmen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und  
Jugend (BMFSFJ) 
Mit dem Projekt Servicenetzwerk Altenpflegeausbildung hat das BMFSFJ für Altenpflege- 
einrichtungen und ihre Träger von 2007 bis 2010 ambulante und stationäre Pflegeeinrich- 
tungen in allen Fragen der Altenpflegeausbildung beraten. Zum Abschluss des Service- 
netzwerkes Altenpflegeausbildung Ende September 2010, hat das Statistische Bundesamt 
die Zahl der Schüler/innen in der Altenpflege für das Schuljahr 2009/2010 veröffentlicht. 
19.447 Schülerinnen und Schüler der Altenpflege haben im Schuljahr 2009/2010 ihr erstes 
Ausbildungsjahr absolviert. Das sind 3.935 oder gut 25% mehr als im Jahr zuvor, eine er- 
hebliche Steigerung, nachdem der Anstieg der Schülerzahlen in den drei Jahren davor nur 
durchschnittlich 4% betragen hatte.  
 
Wie der aktuellen Medienberichterstattung im Rahmen der Pflegereform zu entnehmen ist, 
hat sich hat sich die zuständige Bund-Länder Arbeitsgruppe darüber verständigt, die noch 
getrennten Ausbildungsgänge für Alten- und Krankenpfleger in eine Ausbildung für den 
Beruf „Pflegekraft“ zusammenzuführen. Auch wenn die Finanzierungsfrage der neuen 
Pflegeausbildung noch zu klären ist, sind sich im Grundsatz, von den Pflegeverbänden 
über die Krankenkassen bis zu den Ausbildern in den Krankenhäusern und Pflegeeinrich- 
tungen, alle darin einig, damit die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern und die Ausbil- 
dung zu vereinheitlichen.  
  
Viele Initiativen, Veranstaltungen und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen und Kampag- 
nen auf Bundes- und Länderebene haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, die Be- 
deutung der Altenpflegeausbildung für die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs in 
Altenpflegeeinrichtungen zu unterstreichen. Im Servicenetzwerk Altenpflegeausbildung 
wurde in den vergangenen dreieinhalb Jahren eng mit den Pflegeeinrichtungen in ganz 
Deutschland zusammengearbeitet. Es wurden Fortbildungen angeboten, Informationen zur 
Altenpflegeausbildung zusammengetragen und Arbeitshilfen entwickelt. Damit ist es ge- 
lungen, einen Beitrag zur Sensibilisierung der Altenpflegeeinrichtungen für das Thema

44 
Ausbildung und damit zu mehr und besserer Ausbildung auf der praktischen und betriebli- 
chen Seite zu leisten. 10  
 
Initiative in der Stadt Münster 
Auf Anregung der beiden Arbeitsgemeinschaften der Altenheimleitungen in Münster hat 
sich die Strategiegruppe „Altenpflege“ erstmals im November 2011 getroffen. Die Spreche- 
rinnen und Sprechern der Pflegeeinrichtungen in Münster, Vertreter der Altenpflegesemi- 
nare, Arbeitsagentur und Stadt Münster verfolgen das gemeinsame Ziel, nachhaltige Maß- 
nahmen bzw. Kampagnen zur Sicherung des Pflegefachkräftebedarfes, insbesondere zur 
Erhöhung der Ausbildungsquoten in den Altenpflegeseminaren zu entwickeln. Wie auch 
auf Landesebene diskutiert, zählen die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und des 
Personalmanagements, die Weiterqualifizierung und die Schulungsangebote sowie attrak- 
tive Kinderbetreuungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den gemeinsamen 
Zielen, um dem Mitarbeitermangel und der Personalfluktuation entgegenzuwirken.   
 
Ebenso ist vorgesehen, dass zukünftig die Altenpflegeseminare in der Pflegekonferenz 
Münster vertreten sind. Mit den insgesamt vier Altenpflegeseminaren ist Münster jetzt und 
für die Zukunft gut aufgestellt. Gleichwohl sind die Herausforderungen, die sich mit der 
wachsenden Zahl der hilfe- und pflegebedürftigen Menschen in Münster einstellen werden, 
im Sinne einer ausgewogenen pflegerischen Versorgungslandschaft zu begegnen. 
 
 
17. Hospiz- und Palliativversorgung in Münster 
 
„Das Sterben verlagert sich ins Krankenhaus oder Pf legeheim. Die Zahl der über 30-
Jährigen und älteren, die im Krankenhaus verstarben , ist zwischen 2000 und 2009 von 
401.000 auf 423.000 Menschen im Jahr gestiegen. Gle ichzeitig wuchs die Zahl der im 
Pflegeheim Verstorbenen von 140.000 auf 159.000. Da mit verstarben 70 Prozent in Kran- 
kenhäusern und Pflegeheimen. 2000 lag die Quote bei 65 Prozent.“ 11   
Der 2008 gegründete Arbeitskreis ambulante und stationäre Hospiz- und Palliativversor- 
gung in Münster trifft sich in der Regel zweimal jährlich und informiert sich wechselseitig 
über Angebote und Arbeitsinhalte der Beratungsstellen, Anbieter und Einrichtungen in 
Münster. Das Netzwerk setzt sich aus der Hospizbewegung Münster e.V., dem Palliativ- 
                                                
10  Vgl. Homepage BMFSFJ 
11  Vgl. BARMER GEK Pflegereport, Pressekonferenz, Berlin 29. November 2011

45 
netz Münster e.V., der Alpha-Hospizansprechstelle NRW, dem Lebenshaus Münster, dem 
Johannes Hospiz Münster, den Palliativstationen des Herz-Jesu-Krankenhauses und des 
St. Franzisikus-Hospitals, dem ambulanten Hospiz- und Palliativdienst des Johanneshos- 
pizes, den stationären Altenpflegeeinrichtungen, den drei anerkannten Palliativpflegediens- 
ten DRK-Sozialstation, ev. Diakoniestation und Caritas Münster, den Arbeitskreisen der 
ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, der Krebsberatungsstelle des Tumor- 
netzwerkes Münsterland, dem Kinderhospizes Königskinder, der Stiftung Hospizarbeit in 
Münster und dem Informationsbüros Pflege zusammen. Münster verfügt über 18 vollstatio- 
näre Hospizplätze. Aktuell erweitert das Johanneshospiz um zwei Plätze, so dass im Laufe 
des Jahres für Münster insgesamt 20 Plätze zur Verfügung stehen werden. Im Rahmen der 
Stichtagsabfragen zur Belegung der vollstationären Hospize bewegte sich die Auslastung 
im Jahr 2011 i.d.R. zwischen 90 und 100 Prozent. Ergänzt wird das stationäre Angebot 
durch die Palliativstationen des St. Franziskus Hospitals mit neun und des Herz-Jesu-
Krankenhauses mit sechs Betten.  
Nach den intensiven, auch öffentlich geführten Debatten zur Errichtung eines stationären 
Kinderhospizes in Münster, hat der ambulante Kinderhospiz Königskinder die Arbeit in der 
renovierten Alten Kaplanei St. Mauritz seine Arbeit aufgenommen. Das neu eröffnete Haus 
steht als Ort der Beratung und Begegnung lebensbedrohlich erkrankten Kindern und Ju- 
gendlichen sowie deren Angehörigen offen. 
Das Netzwerk Hospiz- und Palliativversorgung Münster stellt sich im Rahmen des 
Schmerz- und Palliativtages am 27. Oktober 2012 vor.   
 
 
18. Pflegekonferenz 
 
Die nach § 5 Landespflegegesetz NRW tätige Pflegekonferenz Münster folgt dem Ziel, eine 
leistungsfähige und wirtschaftliche ambulante, teilstationäre, vollstationäre und komple- 
mentäre Angebotsstruktur für alle pflegebedürftigen Menschen in Münster zu gewährleis- 
ten. 
Jährlich finden im Frühjahr und Herbst zwei Sitzungen statt. Neu aufgenommen in die 
Pflegkonferenz wurde 2011 der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. In der ge- 
meinsamen Sitzung der Gesundheits- und Pflegekonferenz am 16.11.2011 wurden zwei 
Projektgruppen für die Themen „Entlassungs- und Überleitungsmanagement“ sowie „ärztli- 
che und fachärztliche Versorgung in vollstationären Pflegeeinrichtung“ eingerichtet. Die

46 
Arbeitsgruppen sind mit Mitgliedern beider Konferenzen und zusätzlichen Fachleuten be- 
setzt und haben den Auftrag konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Ein weiterer 
Themenschwerpunkt 2011 war die Darstellung der ersten Arbeitsergebnisse des Aktions- 
bündnisses Schmerzfreie Stadt Münster für vollstationäre und ambulante Pflegeeinrichtun- 
gen.  
Im Rahmen der Weiterentwicklung zur Reform des Landespflegegesetzes finden sich im 
sog. Eckpunktepapier der Landesregierung Nordrhein-Westfalen konkrete Aussagen zur 
Sicherung einer demographiefesten Infrastruktur für alte, pflegebedürftige Menschen und 
deren Angehörige wieder. Zur Planung und Begleitung auf örtlicher Ebene sieht die Lan- 
desregierung zukünftig folgende Instrumente vor, die eine quartiersbezogene Bedarfsana- 
lyse und darauf aufbauende Planung ermöglichen und sich damit nachhaltig auf die Vor- 
gaben der Altenhilfe- und Pflegeplanung sowie die Arbeit der Pflegekonferenz auswirken 
werden: 
- Ausweitung der im Rahmen der Altenpflegeausbildun g eingerichteten Datenbank 
PFAD.nrw; neben den Daten über die Versorgung mit Pflegefachkräften sollen 
auch vorhandene Informationen über pflegerische Angebote der Kommunen für 
Planungszwecke genutzt werden. 
- Erarbeitung und Implementierung eines wissenschaf tlich fundierten Erhebungs- 
und Planungsinstrumentes zur Unterstützung der örtlichen Ebene bei der Be- 
darfsklärung der Altenhilfe- und Pflegeangebote. 
- Erweiterung der Aufgaben der Pflegekonferenz dahi ngehend, Neubauvorhaben 
von vollstationären Pflegeeinrichtungen umfassend vorzustellen und zu beraten, 
wenn nach Aufnahme des Betriebs der Einrichtung Ansprüche auf Investitions- 
kostenförderung durch Pflegewohngeld geltend gemacht werden soll. 
12   
 
 
 
 
 
 
 
                                                
12  Vgl. Presseinformation – 139/2/2012 – die Landesregierung Nordrhein-Westfalen

Beratungsverlauf (4)

13.06.2012 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 11 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.06.2012 Integrationsrat
TOP 2.3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
25.06.2012 Kommunale Seniorenvertretung
TOP 2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.09.2012 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (75)

  • Königsstraße 18
  • Westfalenstraße 171
  • Rjasanstraße 21
  • Münsterstraße 52
  • Münzstraße 38
  • Hammer Straße 128
  • Augustastraße 28
  • Josefstraße 4
  • Hofstraße 17
  • Klosterstraße 75
  • Handorfer Straße 23
  • Clevornstraße 5
  • Culmer Straße 16
  • Coerdestraße 56
  • Andreas-Hofer-Straße 86
  • Taubenstraße 12
  • Hittorfstraße 10
  • Schulstraße 47
  • Herrenstraße 10
  • Kinderhauser Straße 63
  • Ostmarkstraße 9
  • Weißenburgstraße 60
  • Bohlweg 10
  • Gustav-Stresemann-Weg 62
  • Höltenweg 116
  • Hohenzollernring 67
  • Tibusplatz 6
  • Krögerweg 14
  • Kortumweg 56
  • Prozessionsweg 54
  • Meckmannweg 74
  • Südlohnweg 1
  • Twenhövenweg 18
  • Düesbergweg 143
  • Stratmannweg 21
  • Kaiser-Wilhelm-Ring 34
  • Mauritz-Lindenweg 61
  • Am Küchenbusch 15
  • Am Berg Fidel 70
  • An der Alten Kirche 5
  • An den Loddenbüschen 77
  • Hanses-Ketteler-Straße 2
  • Grevener Straße 105
  • Geringhoffstraße 45
  • Wolbecker Straße 140b
  • Schmüllingstraße 4
  • Warendorfer Straße 97
  • Gremmendorfer Weg 44
  • Josef-Beckmann-Straße 5
  • Offenbergstraße 19
  • Sankt-Mauritz-Freiheit 52
  • Clemens-August-Platz 8a
  • Scharnhorststraße 4
  • Wichernstraße 22
  • Dieckmannstraße 20
  • Sophienstraße 1
  • Krumme Straße 39
  • Fliednerstraße 17
  • Wienburgstraße 60
  • Alte Dorfstraße 10
  • Gasselstiege 13
  • Kanalstraße 30
  • Letterhausweg 103
  • Gartenbreie 1
  • Kirmstraße 18
  • Gartenstiege 6
  • Wilkinghege 23
  • Alexianerweg 8
  • Marktallee 66
  • Pottkamp 15
  • Kinderhaus 25
  • Michaelweg 31
  • Pluggendorf 83
  • Düesberg 19
  • Rottkamp 49

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0392/2012
Typ
Vorlagen
Datum
15.05.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37