AÖE/004/2026
Baumbilanz 2025
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Informationsvorlage
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AÖE/004/2026 X öffentlich nicht öffentlich Informationsvorlage Betrifft: Baumbilanz 2025 Fachbereich: 68 - Garten-, Friedhofs- und Forstamt Dezernentin / Dezernent: Beigeordneter Jochen Kral Beratungsfolge: Gremium Sitzungsdatum Beratungsqualität Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Stadtökologie, Abfallmanagement und Bevölkerungsschutz 19.01.2026 Kenntnisnahme Sachdarstellung: Bäume übernehmen vielfältige Aufgaben. Sie verbessern durch ihre ökologischen Eigenschaften das Mikroklima sowie die Lufthygiene. Bäume spenden Schatten, schützen vor Wind, kühlen und befeuchten die Luft, binden Schadstoffe und setzen Sauerstoff frei. Hinzu wirken sie sich positiv auf das Wohlbefinden der Stadtbevölkerung aus. Bäume bieten für viele Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner ein Naturerlebnis mit Wohlfahrtswirkung. Des Weiteren übernehmen Bäume stadtbildprägende Funktionen, sie lockern dicht bebaute Bereiche auf, stellen markante Wegepunkte dar oder haben eine leitende Funktion entlang von Straßen. Die Zunahme von klimabedingten Stressfaktoren mit Stürmen, Starkregen, Hitze, erhöhter Strahlung und Trockenheit wirken sich auf den Baumbestand in der Stadt Düsseldorf aus. Durch die sich ändernden Umwelteinflüsse werden die Bäume geschwächt und damit anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Insbesondere die insgesamt rund 61.000 Straßenbäume sind von den Folgen des Klimawandels negativ betroffen und durch die Klimaveränderungen in ihrer Vitalität geschwächt. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, kontrolliert die Stadtverwaltung kontinuierlich die Bäume im öffentlichen Raum. Die Baumkontrolle ist eine Sichtkontrolle von Bäumen, die von zertifizierten städtischen Baumkontrolleurinnen und -kontrolleuren durchgeführt werden. Diese Sichtkontrollen erfolgen nach den anerkannten Baumkontrollrichtlinie der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL). Hierbei werden Bäume durch eine fachliche Inaugenscheinnahme ohne Einsatz von technischen Hilfsmittel insbesondere auf verkehrsgefährdende Schäden und Defekten an Wurzelanlauf, Stamm und Krone untersucht sowie das Baumumfeld betrachtet. Seite 2 Die Kontrolle dokumentiert den Baumzustand zum Zeitpunkt der Inaugenscheinnahme. Dazu zählen Vitalität und Veränderungen hinsichtlich äußerlich erkennbaren Entwicklungsdefiziten und Schäden. Aus einer Baumkontrolle werden Baumpflege-Maßnahmen abgeleitet, die zur Herstellung der Verkehrssicherheit und zum Erhalt des Baumes führen. Die Häufigkeit von Baumkontrollen richtet sich nach den genannten FLL-Baumkontrollrichtlinien. Hier kommen verschiedene Faktoren zum Tragen. Dies sind im Grundsatz die „Berechtigte Sicherheitserwartung des Verkehrs“, der "Zustand des Baumes" sowie dessen "Entwicklungsphase". Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt sich für jeden Baum ein Individueller Kontrollintervall. In der Regel liegt dieser zwischen 12 und 18 Monaten. Baumbilanz Für die Ermittlung der Baumbilanz werden seit dem Jahreswechsel 2023/2024 Baumfällungen einer Saison den Pflanzungen der nachfolgenden Saison gegenübergestellt. Es wird jeweils der Zeitraum vom 01.10. bis 30.09. eines jeden Jahres zugrunde gelegt. Für die neue Zählweise bedeutet dies, dass für die Pflanzsaison 2024/2025 einmalig einer neunmonatigen Fällsaison eine zwölfmonatige Pflanzsaison gegenübersteht. Auf die Vorlagen AÖE/072/2023 mit Sitzungsdatum vom 20.11.2023 und AÖE/047/2024 mit Sitzungsdatum vom 18.11.2024 wird verwiesen. In der Pflanzsaison 2024/2025 konnten insgesamt 1.396 Nach- und Neupflanzungen von Anlagen- und Straßenbäumen auf Düsseldorfer Stadtgebiet realisiert werden. Die Prognose von jährlich 1.500 Neu- und Nachpflanzungen wird dadurch leicht, um 104 Bäume, unterschritten. Dem gegenüber stehen Fällungen im Zeitraum Januar bis September 2024 in Höhe von 999 Bäumen. In den beiden Vorjahren konnte jeweils eine positive Baumbilanz erzielt werden. Im Folgenden wird die Auswertung der Anlagen- und Straßenbäume im Zeitraum 2020 bis 2025 mit Ausblick bis ins Frühjahr 2026 dargestellt: Baumbestand Anlagen- und Straßenbäume Ist Ist Ist Ist Ist Prognose Fällung Jahr / Saison 2020 2021 2022 2023 Jan.-Sept. 2024 2024/2025 Pflanzsaison 2020/ 2021 2021/ 2022 2022/ 2023 2023/ 2024 2024/ 2025 2025/ 2026 Fällungen im Jahr 2.098 2.069 1.088 1.591 999 1.907 Nach- und Neupflanzungen in der Pflanzsaion 1.426 1.561 1.570 1.739 1.396 1.500 Differenz -672 -508 482 148 397 -407 Abbildung 1: Positive Baumbilanz in den Jahren 2022, 2023 und durch gestiegene Fällzahlen in 2025 voraussichtlich negative Bilanz in 2025. Die Bilanz für das kommende Jahr wird voraussichtlich nach aktueller Prognose negativ ausfallen. Nach Auswertung zum Stichtag 30.09.2025 sind in der Saison 2024/2025 insgesamt 1.907 Bäume gefällt worden. In Hinblick auf das Ziel von 1.500 Baumpflanzungen ergibt sich daher voraussichtlich ein Verlust von 407 Bäumen im Zuge der anstehenden Pflanzsaison 2025/2026. In der Vorlage AÖE/047/2024 wurde bereits daraufhin hingewiesen, dass sich die Baumfällungen weiter auf einem hohen Niveau bewegen. Verantwortlich sind insbesondere Baumkrankheiten, die Pflicht zur Verkehrssicherung sowie die Intensivierung von Baumkontrollen im Stadtgebiet. Zu den gefällten Baumarten gehörten vor allem Bergahorne, Robinien, Arten der Mehlbeere, Birken und Rotbuchen. Die genannten Baumarten sind, abgesehen von der Robinie, durch die Folgen des Klimawandels stark betroffen. Für die Robinien wurden durch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt in den vergangenen Jahren aufwändige Untersuchungen veranlasst, wodurch zunehmend Fällungen aufgrund fehlender Standsicherheit durchgeführt wurden. Seite 3 Baumart Anzahl Anteil in Prozent Robinie 245 12,85 % Bergahorn 220 11,54 % Schwedische Mehlbeere 78 4,09 % Echte Mehlbeere 72 3,78 % Sandbirke 69 3,62 % Rotbuche 65 3,41 % Gemeine Hainbuche 63 3,31 % Spitzahorn 59 3,10 % Gemeine Esche 53 2,78 % Abbildung 2: Baumarten und Häufigkeit der Fällungen Bei der Betrachtung, welche Baumarten von Fällungen am stärksten betroffen sind, zeigt sich folgendes Bild: Die Robinie weist im Bilanzzeitraum 2024/2025 insgesamt 245 Fällungen auf (ca. 12,85 %). Danach folgt der Bergahorn mit 220 Fällungen (ca. 11 %). Mehlbeerenarten machen mit 150 Fällungen rund 7,8 % der Gesamtmaßnahmen aus. Der Fällgrund „abgestorben“ umfasst 567 von 1.907 Fällungen (rund 29 % der Gesamtmaßnahmen). Darauf folgt mit etwa 22 % der Fällgrund „absterbend“. Bei 156 Bäumen (ca. 8 %) ist „Pilzbefall“ der ausschlaggebende Fällgrund. Fällgrund Anzahl Anteil in Prozent abgestorben 567 29,75 % absterbend 419 21,98 % Pilzbefall 156 8,18 % fehlende Standsicherheit 145 7,61 % Fäule 125 6,56 % Rußrindenkrankheit 82 4,30 % Stammfäule 81 4,25 % Pilzbefall: zottiger Schillerporling 43 2,26 % Pilzbefall: Lackporling 35 1,84 % Pilzbefall: Brandkrustenpilz 33 1,73 % Pilzbefall: Zunderschwamm 29 1,52 % Stammfußfäule 27 1,42 % Andere 165 8,65 % Abbildung 3: Auszug Fällgründe und Häufigkeit Der Erhalt und die Pflege des Baumbestandes trägt neben der Zunahme der Neupflanzungen zu einer ausgeglichenen bzw. positiven Baumbilanz bei. Dazu zählen folgende Maßnahmen: Kontinuierliche Kontrolle und Pflege des Baumbestandes, Bewässerung der Jungbäume, Bewässerung von Bäumen an Extremstandorten, Monitoring des Wasserbedarfs durch Sensorik im Boden. Seite 4 Pflanzsaison 2025/2026 Auch in der Pflanzsaison 2025/2026 hat sich die Verwaltung zum Ziel gesetzt, 1.500 Bäume zu pflanzen. Die nachfolgende Auflistung zeigt die projektierten Pflanzungen vorbehaltlich der positiven Prüfungen im Rahmen erforderlicher Kampfmitteluntersuchungen: 400 Nachpflanzungen von Straßenbäumen 120 im Rahmen des „Stadtbaumkonzepts“ 220 in Grünanlagen 225 im Rahmen des Projektes „Dein Baum“ 60 im Rahmen von Bauprojekten 50 Schattenbäume auf Spielplätzen 325 auf Friedhöfen 100 in Sportanlagen Vor dem Hintergrund des Klimawandels hat sich das Ende der Vegetationszeit in den letzten Jahren um acht bis zehn Tage nach hinten verschoben, so dass mit den Pflanzungen von Bäumen frühestens Mitte bis Ende Oktober eines jeden Jahres begonnen werden kann. Auch im Frühjahr beginnt die Vegetationszeit mittlerweile früher, so dass sich im Ergebnis der Pflanzzeitraum um mindestens drei bis vier Wochen verkürzt. Trotzdem konnte die Anzahl der Pflanzungen in den vergangenen Jahren auf einem konstant hohen Niveau gehalten werden. Baumbudget Für die Bereiche Nachpflanzungen, Stadtbaumkonzept und Hitzeschutz/Schattenbäume auf Spielplätzen steht nachfolgendes Budget zur Verfügung: 2024 2025 2026 Ersatzpflanzungen 1.200.000 € 1.200.000 € 1.200.000 € Stadtbaumkonzept 1.200.000 € 1.200.000 € 1.200.000 € Hitzeschutz auf Spielplätzen 300.000 € 200.000 € 200.000 € Förderprojekt Natürlicher Klimaschutz 2.460.000 € 1.553.333 € Abbildung 4: Finanzmittel für Baumpflanzungen Der vorhandene Baumbestand muss, wie bisher, nach Möglichkeit erhalten werden. Ziel wird es, trotz der o.g. negativen Prognose für 2025/2026, weiter sein, gefällte Bäume im Verhältnis 1:1 nachzupflanzen. Veröffentlichung des Baumkatasters der Landeshauptstadt Düsseldorf auf maps.duesseldorf.de „Düsseldorf Maps“ ist das Online-Geoportal der Landeshauptstadt Düsseldorf, das unter https://maps.duesseldorf.de erreichbar ist. Die Kartenanwendung bietet Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu digitalen webbasierten Karteninhalten wie Luftbilder, Themenkarten und Sachdaten. Nutzerinnen und Nutzer können damit Informationen zu Standorten von Kitas, Spielplätzen oder Bauplänen aufrufen. Darüber hinaus sind Informationen zum städtischen Baumbestand enthalten. Seite 5 Bis dato konnten die Bürgerinnen und Bürger Neupflanzungen aus dem Handlungsfeld 1 des Stadtbaumkonzeptes der vergangenen Jahre und geplante Baumpflanzungen nachvollziehen. Außerdem wurden anstehende Baumfällungen unter Nennung des Fällgrundes veröffentlicht. In Kooperation mit dem Vermessungs- und Katasteramt wurde nun das Baumkataster aufbereitet und ist seit Dezember 2025 in „Düsseldorf Maps“ abgebildet. Derzeit sind im Baumkataster etwa 153.000 Einzelbäume im öffentlichen Raum erfasst. Damit schafft die Stadt mehr Transparenz und ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, sich jederzeit über den Bestand der städtischen Bäume zu informieren. Zudem wird die Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern und Stadtverwaltung erleichtert, da jedem Baum eine eindeutige Standortnummer zugeordnet ist: Hinweise, Fragen und Anregungen zu Bäumen können nun gezielter und auf Grundlage der aktuellen Daten eingebracht werden – ein weiterer Schritt in Richtung eines digitalen Bürgerservice. Das veröffentlichte Baumkataster umfasst u. a. folgende Informationen: Standortnummer Baumart (Gattung, Art) Höhe / Kronendurchmesser / Stammumfang Standortkoordinaten (geografische Lage) Information zur Baumart (externer Link) Neben den zuvor beschriebenen statischen Informationen über jeden Einzelbaum, wird die Stadtgesellschaft zukünftig auch über den Prozess der Nachpflanzung informiert. Dafür werden im Sinne eines Ampelprinzips die Kategorien „freier Standort“ und „Pflanzung“ ergänzt. Ein „freier Standort“ befindet sich in der Prüfung, ob ein Baum nachgepflanzt werden kann (Umlaufverfahren, gartenhistorische Vorgaben, etc.). Wenn diese Prüfung positiv verlaufen ist, wechselt der Status auf „Pflanzung“ und der Baum kann gepflanzt werden. Veröffentlichungsprozess („Ampelprinzip“) Die Veröffentlichung der Baumdaten erfolgt mit Hilfe von drei Statusangaben: 1. Status 1: Baum vorhanden – Dunkelgrün 2. Status 2: freier Standort – Grau 3. Status 3: Pflanzung – Hellgrün Abbildung 5: Auszug aus Düsseldorf Maps: Neupflanzungen Abbildung 6: Auszug aus Düsseldorf Maps: Geplante Fällungen Seite 6 Abbildung 7: Auszug aus Düsseldorf Maps: Baumbestand Darüber hinaus wird in dem Infokasten eine Verlinkung mit der externen Internetseite „Baumkunde.de“ hergestellt. Damit können weitere Informationen zu der genannten Baumart bzw. Sorte abgerufen werden, sofern diese auf der externen Internetseite enthalten ist. Abbildung 8: Auszug aus Düsseldorf Maps: Information zur Baumart Seite 7 Der Internetauszug von „Baumkunde.de“ erklärt steckbriefartig die Eigenschaften des gewählten Baumes. Abbildung 9: Internetauszug „Baumkunde.de“ am Beispiel: Baum-Hasel Abbildung 10: Internetauszug „Baumkunde.de“ am Beispiel: Baum-Hasel – Beschreibung Abbildung 9: Internetauszug „Baumkunde.de“ am Beispiel: Baum-Hasel Seite 8 Abbildung 10: Internetauszug „Baumkunde.de“ am Beispiel: Baum-Hasel – Beschreibung Seite 9 Im Zuge der Veröffentlichung wurde die Unterkategorie „Baumbestand“ in „Baumkataster“ umbenannt, damit sich die Bezeichnung „Baumbestand“ nicht doppelt. Abbildung 11: Auszug aus Düsseldorf Maps: „Baumbestand und Baumkataster“ Personenbezogene oder sicherheitsrelevante Informationen werden nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der EU-Richtlinie über offene Daten. Es ist sichergestellt, dass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder private Grundstücke gezogen werden können. Die Pflege und Aktualisierung des Datensatzes erfolgen regelmäßig durch das Garten-, Friedhofs und Forstamt in Zusammenarbeit mit dem Vermessungs- und Katasteramt. Die Veröffentlichung erfolgt im Rahmen der bestehenden personellen und technischen Ressourcen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten über den laufenden Betrieb des „Düsseldorf Maps“-Portals hinaus.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AÖE/004/2026
- Typ
- Informationsvorlage
- Datum
- 04.12.2025
- Erstellt
- 04.12.2025 14:27