3418/2022
Konzept des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros
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Konzept_Jugendbuero_2022
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1
Konzept des Kooperativen
Kinder- und Jugendbüros
2
Gliederung
1. Das Kooperative Kinder- und Jugendbüro 3
1.1 Entstehung 3
1.2 Lage, Ausstattung und Ressourcen 3
1.3 Kooperationspartner*innen 4
1.4 Stellenprofile 5
1.5 Bezirksschüler*innenvertretung (BSV) 7
2. Bedarfsanalyse 7
2.1 Gesetzlichen Grundlagen 7
2.2 Lebenswelt junger Menschen in Köln 8
3. Zielgruppe 9
4. Ziele 10
5. Haltung 16
6. Arbeitsweisen 16
7. Netzwerke 18
8. Impressum mit Kontaktdaten 19
3
1. Das Kooperative Kinder- und Jugendbüro
§12b Hauptsatzung der Stadt Köln
„Kinder- und Jugendfreundlichkeit
Die Stadt Köln ist eine kinder- und jugendfreundliche Stadt. Sie wirkt im Rahmen ihrer Befugnisse auf
die Berücksichtigung der Rechte von Kindern und Jugendlichen hin. In den Bezirken werden geeignete
Beteiligungsforen für Kinder und Jugendliche gebildet.“1
1.1 Entstehung
Im Jahr 2018 wurde der Stadt Köln als erste r Millionenstadt Deutschlands durch den Verein
Kinderfreundliche Kommunen e.V. das Siegel „Kinderfreundliche Kommune" verliehen.
Der Verein Kinderfreundliche Kommunen e. V. setzt sich seit 2012 deutschlandweit dafür ein, dass die
Rechte von Kindern und Jugendlichen gemäß der UN-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene
eingehalten werden. Er unterstützt und berät Städte ihre kommunalen Angebote, Planungen und
Strukturen im Sinne der Kinderrechte zu verbessern.
In diesem Rahmen wurde der 1. Aktionsplan „Kinder- und jugendfreundliche Kommune“ mit insgesamt
58 Maßnahmen zur Verbesserung der Kinder - und Jugen dfreundlichkeit in Köln entwickelt. Das
Kooperative Kinder- und Jugendbüro war eine dieser Maßnahmen und wurde im März 2019 eröffnet.
Das Jugendbüro wurde als stadtweite und zentrale Anlauf- und Informationsstelle geschaffen, die für
alle Themen und Anliegen aller jungen Menschen aus Köln erreichbar ist.
Innerhalb der einzelnen Stadtteile gibt es spezifische Informationen, Institutionen und Einrichtungen,
an die sich Jugendliche mit ihren Anliegen wenden können. Diese haben inhaltliche oder
zielgruppenspezifische Schwerpunkte und nehmen unter Umständen sozialraumbezogene Blickwinkel
ein.
1.2 Lage, Ausstattung und Ressourcen
Die Räumlichkeiten des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros befinden sich zentral am Alter Markt
in unmittelbarer Nähe zum Rathaus der Stadt Köln. Das Büro wird für die Durchführungen eigener
Workshops, Vorträge, Projekte oder ähnlichem genutzt, aber auch außenstehenden Akteur*innen und
Multiplikator*innen zur Verfügung gestellt. Neben diesen Angeboten finden regelmäßig stadtinterne
Teamsitzungen in den Räumlichkeiten des Kinder- und Jugendbüros statt.
1 Fassung der 24. Satzung zur Änderung der Hauptsatzung der Stadt Köln vom 9. April 2021
4
Das Jugendb üro verfügt neben den Arbeitsbereichen für di e Mitarbeite nden über einen groß en
Aufenthaltsraum für Besucher*innen/Nutzer*innen sowie eine offene Küche. Der Aufenthaltsraum ist
technisch so ausgestattet, dass er für Konferenzen, Treffen und Besprechungen in analoger, hybrider
und digitaler Form von verschiedenen Gruppen genutzt werden kann. Endgeräte wie Laptops, Handys
und iPads können mit einem großen Flatscreen verbunden werden. Für Besucher*innen/Nutzer*innen
stehen zu den Öffnungszeiten außerdem ein Tablet und ein Laptop zur Verfügung.
1.3 Kooperationspartner*innen
Das Team des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros setzt sich aus Mitarbeitenden der Stadt Köln und
des Kölner Jugendring e.V. zusammen.
Die städtischen Mitarbeitenden sind dem Amt für Kinder, Jugend und Familie zugehörig. Sie finden sich
in der Abteilung Kinderinteressen und Jugendförderung wieder und sind mit dem Sachgebiet
Jugendarbeit und Jugendschutz verknüpft.
Der Kölner Jugendring e.V. ist ein freiwilliger Zusammenschluss von insgesamt 21, meist ehrenamtlich
geführten, Jugendverbänden und -organisationen aus Köln. Der Vorstand ist ehrenamtlich organisiert.
Die inhaltliche Steuerung der Stelle im Jugendbüro erfolgt direkt über Kinder und Jugendliche, die sich
freiwillig und regelmäßig im AK PARTIzipation treffen.
Die städtischen Mitarbeitenden haben Wirkkraft in die Verwaltung und zu den freien Trägern der
Jugendhilfe. Der Kölner Jugendring e.V. hat über seine Mitglied sorganisationen und
Interessensvertretung eine Reichweite im Bereich Beteiligung und Chancen auf Wirkung in den
politischen Raum. Im Sinne der Kooperation können für die Kinder und Jugendlichen und ihre Themen
und Anliegen wirksame Synergieeffekte geschaffen werden.
5
1.4 Stellenprofile
Das Team des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros besteht aus drei städtischen Vollzeitstellen sowie
einer Vollzeitstelle des Kölner Jugendring e.V.
Jugendinfo (Stadt Köln)
Erstellung und Pflege eines Informationspools zu Themen, Angeboten und
Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen
Planung und Umsetzung von kostenlosen, unabhängigen und niederschwelligen Informations-
und Beratungsangeboten
Vermittlung von hilfesuchenden Jugendlichen zu verschiedene Unterstützungsangeboten in
der Stadt Köln
Entwicklung, Organisation, Koordination und Durchführung von Workshops und Angeboten
zu jugendrelevanten Themen innerhalb und außerhalb des Jugendbüros
Planung und Umsetzung von Events und Aktionstagen
Unterstützung von Multiplikator*innen und Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen
Öffentlichkeitsarbeit inklusive Nutzung und Pflege von Social Media
Kooperation mit dem Kölner Jugendring e.V.
Unterstützung in der Umsetzung des Aktionsplans „Kinder- und jugendfreundliche Kommune“
Organisation des Standortes Kooperatives Kinder- und Jugendbüro
Partizipation (Kölner Jugendring e.V.)
Interessensvertretung junger Menschen durch eine direkte inhaltliche Steuerung der Stelle
durch Kinder und Jugendliche im Rahmen des AK PARTIzipation
Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des AK PARTIzipation
Gesamtabwicklung „Auf Kölner Nacken – Geld für Gutes“
Ansprechperson und Begleitung für Kinder und Jugendliche bei partizipativen Prozessen
Ansprechperson für die Bezirksschüler*innenvertretung (BSV)
Konzeption, Durchführung und Evaluation von partizipativen Projekten und Ansätzen
Entwicklung und Erprobung von Partizipationsmöglichkeiten unter Beteiligung von Kindern
und Jugendlichen
Beratung und Begleitung von partizipativen Prozessen von freien Trägern der Jugendhilfe
Beratung und Information für Multiplikator*innen zum Thema Partizipation
Mitwirkung im Bereich Jugendpolitik
Öffentlichkeitsarbeit inklusive Nutzung und Pflege von Social Media
Kooperation mit der Stadt Köln
6
Partizipation in den Stadtbezirken (Stadt Köln)
Einbindung der Kinder- und Jugendinteressen in Prozesse der bezirklichen
Bürger*innenbeteiligung
Entwicklung, Organisation, Koordination und Durchführung von Pilotprojekten und Angeboten
zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Stadtbezirke
Akquise von Kooperationspartner*innen zu Beteiligungsprozessen in den Bezirken
Unterstützung von Multiplikator*innen bei der Durchführung von Beteiligungsprozessen
Verwaltung der Partizipationsmittel zur Realisierung der Angebote im Bezirk
Begleitung der städtisch geförderten bezirklichen Kinder- und Jugendforen gemeinsam mit der
Koordination „Kinder- und jugendfreundliche Kommune“
Unterstützung von Multiplikator*innen und Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen
Öffentlichkeitsarbeit inklusive Nutzung und Pflege von Social Media
Kooperation mit dem Kölner Jugendring e.V.
Unterstützung in der Umsetzung des Aktionsplans „Kinder- und jugendfreundliche Kommune“
Organisation des Standortes Kooperatives Kinder- und Jugendbüro
Rathausschule (Stadt Köln)
Projektmanagement „Rathausschule“
Weiterentwicklung, Organisation und Durchführung des „Tag der Jugend im Rathaus“
Organisation, Koordination und Durchführung von Rathauserkundungen mit Schulklassen
Begleitung und Koordination des Projekts „Junge Visionen für Köln“ in Zusammenarbeit mit
„Junge Stadt Köln e.V.“
Entwicklung, Organisation, Koordination und Durchführung von Projekten zur
kommunalpolitischen Bildung
Entwicklung und Pflege zielgerichteter Information über kommunalpolitische Strukturen
(Infobroschüren)
Unterstützung von Multiplikator*innen und Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen
Kooperation mit dem Kölner Jugendring e.V.
Öffentlichkeitsarbeit
Unterstützung in der Umsetzung des Aktionsplans „Kinder- und jugendfreundliche Kommune“
7
1.5 Bezirksschüler*innenvertretung (BSV)
Die Bezirksschüle r*innenvertretung ist als wertvoller Partner und Multiplikator der Kölner
Schüler*innenschaftschaft im kooperativen Kinder- und Jugendbüro vertreten. Der Verband setzt sich
für die Wahrnehmung und Vertretung der politischen, sozialen, fachlichen, kulturellen, materiellen
und s onstigen Interessen der Schüler* innen ein. Er trifft sich mehrfach jährlich mit den
Schüler*innenvertretungen der weiterführenden und berufsbildenden Schulen und berät diese zu
allen Themen rund um den Bereich Schule. Zudem führt der Verband Workshops zu den
unterschiedlichsten Themen durch.
Der Vorstand der BSV trifft sich regelmäßig wöchentlich in den Räumlichkeiten des Kooperativen
Kinder- und Jugendbüros.
2. Bedarfsanalyse
2.1 Gesetzliche Grundlagen
Die rechtlichen Grundlagen der Arbeit leiten sich aus den Grundl agen der kinder- und
jugendfreundlichen Kommune ab und fußen übergeordnet auf der UN - Kinderrechtskonvention. Im
Bereich der Information und Partizipation werden dort benannt:
- das Recht auf freien Zugang und Weitergabe von Informationen
- das Recht sich eine eigene Meinung zu bilden
- das Recht die eigene Meinung frei zu äußern
- das Recht, dass diese Meinung angemessen und dem Alter entsprechend berücksichtigt wird2
Im Rahmen weiterer gesetzlicher Ausführungen auf EU-, Bundes- und Landes- und kommunaler Ebene
werden in verschiedenen Bereichen die Rechte von Kindern und Jugendlichen benannt:
2 UN-Kinderrechtskonvention, Art. 12 und 13
SGB VIII – §§1, 8/8b, 9, 11, 12, 17, 45, 80
BauGB - §3
Charta der Grundrechte der Europäischen Union – Art. 24
8
Hieraus ergibt sich der deutliche Auf trag, junge Menschen als Träger* innen von Rechten
anzuerkennen. Dafür müssen sie informiert und in vielfältigen Bereichen an Entscheidungen
angemessen beteiligt werden.
Die Maßnahmen und Prozesse im Rahmen des Aktionsplans „Kinde r- und jugendfreundliches Köln
2022 - 2025“3 und des kommunalen Kinder- und Jugendförderplans 2021 - 20254 der Stadt Köln finden
darüber hinaus umfängliche Berücksichtigung in der Arbeit des Jugendbüros.
2.2 Lebenswelt junger Menschen in Köln
In Köln leben rund 115.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 – 18 Jahren 5 in sehr
unterschiedlichen Stadtteilen und Milieus. Damit im Rahmen der kinder - und jugendfreundlichen
Kommune dennoch möglichst breit auf die Bedürfnisse aller jungen Menschen in Köln ein gegangen
werden kann, wurde unter anderem eine partizipative Jugendbefragung im Jahr 2018 auf kommunaler
Ebene durchgeführt 6. Hier konnten die jungen Menschen ihre Meinung zu ihrem Leben und ihren
Bedürfnissen in Köln mitteilen.
Daraus konnten stadtweite jugendrelevante Themen abgeleitet werden:
Freizeit: Wo und wie können wir unsere Freizeit verbringen – auch unabhängig von unseren
finanziellen Möglichkeiten?
Sauberkeit: Wie kann Köln sauberer und Müll vermieden werden?
Diversität: Wir sind alle unterschiedlich – wie können wir trotzdem alle gleichwertig behandelt
werden?
Bildung: Wie können wir alle die gleichen Bildung- und Teilhabechancen haben?
Freiräume in der Stadt: Wo können wir uns in der Stadt aufhalten und wie können wir sie
(mit)gestalten?
3 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=868616&type=do
4 https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=837040&type=do
5 https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/bevoelkerung-und-haushalte
6 http://www.jugendbefragung.koeln/
3. AG zum KJHG – §6; Kinder- und Jugendförderplan 2018 - 2022
Hauptsatzung der Stadt Köln - §12; Kinder- und Jugendförderplan 2021 – 2025
Aktionsplan „Kinderfreundliche Kommune“ – Ratsbeschluss vom 21.06.2022
9
Mobilität: Wie können wir in ganz Köln sicher, günstig und regelmäßig mit dem Rad und den
öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein?
Sicherheit: Wie können wir uns überall in Köln wohl und sicher fühlen?
Freies W-Lan: Wie können wir – auch unabhängig von unseren finanziellen Möglichkeiten – überall
das Internet zum Lernen und für die Freizeit nutzen?7
Weiterhin bieten zum Beispiel die Zukunftswerkstätten im Rahmen der „Kinderfreundlichen
Kommune“ Köln und der Austausch und die Zusammenarbeit mit weiteren partizipativen Strukturen,
wie dem AK PARTIzipation und den städtisch geförderten bezirklichen Jugendforen die Grundlage, um
Bedürfnisse und Meinungen von Kindern und Jugendlichen in Köln in der Arbeit des Jugendbüros
priorisierend zu berücksichtigen.
3. Zielgruppen
Kölner Kinder und Jugendliche von 6 bis 27 Jahren
Die UN-Kinderrechtskonvention gilt insbesondere für alle jungen Menschen bis zur Vollendung des 18.
Lebensjahres. Die Angebote des kooperativen Kinder- und Jugendbüros richten sich darüber hinaus an
alle Kölner Kinder und Jugendlichen im Alter von 6 – 27 Jahren. Dies fußt u. a. auf dem 3.
Ausführungsgesetz des KJHG ( 3. AG-KJHG – KJFöG): § 3 Abs. 1 AG -KJHG - KJFöG – Zielgruppen,
Berücksichtigung besondere r Lebenslagen : „Angebote und Maßnahmen in den Handlungsfeldern
dieses Gesetzes richten sich vor allem an alle jungen Menschen im Alter vom 6. bis zum 21. Lebensjahr.
Darüber hinaus sollen bei besonderen Angeboten und Maßnahmen auch junge Menschen bis zum 2 7.
Lebensjahr einbezogen werden“.
Demnach richten sich die Angebote des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros an alle jungen
Menschen ab 6 Jahren . Besonder es Augenmerk soll auf d ie Einbindung und Berücksichtigung von
Kindern und Jugendlichen ge legt werden, die bisher wenig Zugang zu Information und Partizipation
aufgrund ihrer Lebenslagen, -umstände und Identitäten haben.
Damit wirkungsvoll im Sinne der Kinder und Jugendlichen gearbeitet werden kann, gehören auch
Erwachsene zur erweiterten Zielgruppe.
7 weiterführende Infos: https://www.stadt-koeln.de/artikel/71542/index.html
10
Stadtgesellschaft, Träger, Verwaltung und Kommunalpolitik
Auftrageber*innen der Fachkräfte des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros sind grundsätzlich alle
jungen Menschen aus Köln. Anfragen und Aufträ ge aus Verwaltung und Politik werden im Sinne der
Kinder und Jugendlichen geprüft und bearbeitet.
Das Kooperative Kinder- und Jugendbüro ist für alle ansprechbar, die Anliegen oder Fragen im Bereich
Partizipation haben. Die Fachkräfte stehen dem a ngeführten Personenkreis bei der Planung,
Konzeptionierung und möglicherweise Umsetzung von Angeboten mit den Themenschwerpunkt
Partizipation von Kölner Kindern und Jugendlichen beratend im Rahmen der bestehenden Ressourcen
zur Verfügung.
4. Ziele
Für die Konzeptionierung und Durchführung der Arbeit ist die Benennung von Zielen und der dafür
erforderlichen Strategien und Ressourcen essenziell. Alle Angebote und Bestrebungen zielen prioritär
auf die Selbstorganisation und Partizipation von jungen Menschen ab, damit diese Selbstwirksamkeit
erfahren können.
Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zum MITbestimmen, MITnehmen, MITmachen und
MITdenken zu geben, stellt somit den wichtigst en Grundpfeiler der Arbeit des K ooperativen Kinder-
und Jugendbüros dar.
Im Folgenden wird das benannte Hauptz iel Förderung der Selbstorganisation und Partizipation von
Kindern und Jugendlichen exemplarisch detaillierter dargestellt.
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Was die Fachkräfte für die Umsetzung tun
Unterstützung von Selbstorganisation von
Kindern und Jugendlichen
Reale Mitbestimmungsmöglichkeiten
werden angeboten
Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen Kinder und
Jugendliche MITbestimmen können.
Ziel: Förderung von Selbstorganisation und Partizipation
von Kindern und Jugendlichen
Input, Beratung und
Informationen zur
Selbstorganisation von jungen
Menschen geben
Aktive Öffentlichkeitsarbeit
(z.B. Instagram, Netzwerke)
Räumlichkeiten werden zur
Verfügung gestellt
Räumlichkeiten sind
ansprechend,
zielgruppengerecht und gut
ausgestattet
Befriedigung von
Grundbedürfnissen
-
Strukturen schaffen, in denen real und transparent
mitbestimmt werden kann
Vorhandene reale Mitbestimmungsmöglichkeiten sind
bekannt und werden genutzt
Information und Beratung (auch für Politik, Verwaltung und
Stadtgesellschaft) werden zu diesem Thema angeboten
Bestehende Möglichkeiten zur Mitbestimmung werden
genutzt und neue geschaffen
Schaffung von Selbstwirksamkeitserfahrungen
„Partizipationsleiter“ (Stufen der Beteiligung) ist bekannt und
die Angebote sollen dort möglichst hoch angesiedelt werden
Themen und Ergebnisse werden an Verwaltung und Politik
weitergeleitet
Es werden keine Projekte oder Prozesse von
Scheinpartizipation unterstützt
12
Praxisbeispiele für MITbestimmen: AK PARTIzipation und
„Auf Kölner Nacken – Geld für Gutes“
Zielgruppe: 6 – 25 Jahre
Inhalt: freiwilliges, ehrenamtliches
Gremium junger Menschen
Aufgaben: Steuerung des hauptamtlichen
Personals (Inhalte,
Interessensvertretung)
Entscheidung über die Anträge
„Auf Kölner Nacken – Geld für
Gutes“
Zielsetzung: Förderung von Partizipation,
Selbstorganisation,
Selbstwirksamkeit und eigener
Interessensvertretung,
Demokratiebildung
Besonderheit: - Junges Ehrenamt steuert
hauptamtliches Personal
- Gremium entscheidet
eigenständig und
basisdemokratisch über finanzielle
Förderung
- Gremium generiert eigene
Themen und Inhalte
- Sprache als bewusstes Element
der Ansprache und
Niedrigschwelligkeit
Zielgruppe: 6 – 25 Jahre
Inhalt: Mikroförderung bis 500€
Projekte MIT, FÜR und VON
Kindern und Jugendlichen aus Köln
Zielsetzung: Förderung von Partizipation,
Selbstorganisation, und
Selbstwirksamkeit
Besonderheit: - Mittel werden direkt an die
Kinder und Jugendlichen
ausgezahlt
- Andere junge Menschen
entscheiden über die
Mittelvergabe
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Praxisbeispiel für MITnehmen: „Infos und News“
Was die Fachkräfte für die Umsetzung tun
Kinder und Jugendliche werden über
ihre Rechte und
Mitbestimmungsmöglichkeiten
informiert
Es werden analoge, digitale und
mobile Informationszugänge
geschaffen
Netzwerkarbeit und Austausch mit
relevanten Akteuer:innen
Eine Anlaufstelle für alle Kinder und
Jugendlichen mit ihren Themen und
Anliegen sein
Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen Kinder und
Jugendliche etwas MITnehmen können
Ziel: Förderung von Selbstorganisation und Partizipation
von Kindern und Jugendlichen
Zielgruppe: Junge Menschen
Inhalt: Aktuelle News/Mitteilungen werden
jugendgerecht in Videoformaten erklärt
und über Instagram und Tik Tok
veröffentlicht (gestartet mit Corona
News)
Aufgaben: Zielgruppenadäquate
Informationsvermittlung
Zielsetzung: Stets aktuelle und verständliche
Informationsvermittlung
14
Praxisbeispiel MITmachen: „Junge Visionen für Köln –
Deine Idee. Dein Plan. Deine Aktion.“
Was die Fachkräfte für die Umsetzung tun
Es werden analoge und digitale Freiräume für alle Kinder und
Jugendliche mit ihren Themen und Anliegen geschaffen
Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen Kinder
und Jugendliche MITmachen können
Ziel: Förderung von Selbstorganisation und Partizipation
von Kindern und Jugendlichen
Zielgruppe: Jahrgänge der Mittelstufe an
Kölner Schulen
Inhalt: Engagement und
Beteiligungsworkshops im
Jugendbüro, Sensibilisierung zum
Thema Kinderrechte, Mentoring in
den Schulen, Input und weitere
Begleitung der Projektideen,
Umsetzung der Ideen in
Mikroprojekte
Zielsetzung: Förderung von Partizipation,
Selbstorganisation, und
Selbstwirksamkeit
Besonderheit: - Erfahrung im Umgang mit
Schüler*innen mit besonderen
Bedarfen
- Budgetumsetzung der
Mikroprojekte der teilnehmenden
Zielgruppe
15
Praxisbeispiel für MITdenken: „Veedels-Check“
Was die Fachkräfte für die Umsetzung tun
Austausch zwischen
jungen Menschen und
Politik schaffen
über (kommunal-) Politik
informieren
Zugänge zu (kommunal-)
politischen Strukturen
schaffen
Zugang zu
demokratischer Bildung
schaffen
Übersetzer:innen für die
Zielgruppen sein
Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen Kinder
und Jugendliche MITdenken können
Ziel: Förderung von Selbstorganisation und Partizipation
von Kindern und Jugendlichen
Zielgruppe: Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk
Mülheim
Inhalt: Digitale Sozialraumerhebung durch
Kinder und Jugendliche („Veedels-
Spaziergang“), Vorstellung der Ergebnisse
und Priorisierung gemeinsamer
Maßnahmen durch Jugendliche, Politik
und Stadtverwaltung („Veedels-
Konferenz“)
Zielsetzung: Einbindung der Interessen von Kindern
und Jugendlichen in Prozesse der
Stadtplanung und Verwaltung
Förderung von Partizipation,
Selbstorganisation, Selbstwirksamkeit
Besonderheit: Hybrides Konzept mit digitaler,
niedrigschwelliger Erhebung
- Kooperation mit dem
jugendzentrum_digital
- Stadtweiter Livestream der Veedels-
Konferenz
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Qualitätssicherung und Evaluation im Jugendbüro
Zur Selbstreflexion und Sicherung der fachlichen Standards im Kooperativen Kinder- und Jugendbüro
wird einmal jährlich eine interne Konzeptevaluation durchgeführt. Hierbei wird das Konzept des
Jugendbüros auf seine Aktualität und Wirksamkeit durch die beteiligten Mitarbeitenden untersucht.
Die kontinuierliche Dokumentation des Jugendbüros trägt zur Ergebnis - und Prozesssicherung der
Tätigkeiten und Maßnahmen bei. Ergebnisse von Beteiligungsverfahren werden auch durch inner- und
außerstädtische Berichtswesen erfasst und in die verschiedenen Fachämter getragen.
5. Haltung
Im K ooperativen Kinder - und Jugendbüro verstehen die Fach kräfte ihr gemeinsames Handeln
basierend auf den Themen der Auftraggeber*innen, also aller Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren.
Aufträge aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft werden im Sinne der Zielgruppe geprüft und
bearbeitet. Dabei werden die jungen Menschen ernst- und in ihrer Individualität und mit ihren Themen
wertschätzend angenommen. In einem transparenten und sprachlich für möglichst alle verständlichen
Rahmen werden Informationen gegeben und die Selbstorganisation und Partizipation der Kinder und
Jugendlichen unterstützt.
Die Mitarbeitenden verstehen sich zusätzlich als Übersetzer*innen zwischen den jungen Mensch en
und Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Sie setzen sich parteilich für sie, ihre Rechte und
Themen e in. Kinder un d Jugendliche werden als Expert* innen ihrer Lebenswelt verstanden,
angesprochen und eingebunden. Die Teilnahme an allen Angeboten ist freiwillig und kostenlos.
6. Arbeitsweise
Im Jugendbüro
Das Jugendbüro steht als Freiraum für Kreativität, Mitverantwortung und sozialem Engagement für
Kölner Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Neben organisierten Formaten in Form von Workshops,
Veranstaltungen und Aktionstagen steht das Büro als solches auch für selbstorganisierte Treffen und
Angebote von und für Kinder und Jugendliche offen und kann von ihnen genutzt werden.
In Einrichtungen, Schulen und Institutionen
Je nach Bedarf der Zielgruppe finden die Angebote auch außerhalb der Räumlichkeiten des
Kooperativen Kinder- und Jugendbüros statt. Spezielle Angebote und Projekte wie „ Rathausschule“
oder „Veedels -Check“ finden in Schulen oder Einrichtungen der Kinder - und Jugendhilfe und
-förderung (z.B. Jugendeinrichtungen) statt.
17
Im öffentlichen Raum
Zum Erreichen der Zielgruppe werden nach Bedarf auch z.B. Aktionstage durch das Kooperative Kinder-
und Jugendbüro im öffentlichen Raum organisiert. Ziel dabei ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit auf
die Themen und Anliegen der Kinder und Jugendlichen zu lenken und breites Interesse an der Arbeit
des Jugendbüros zu wecken.
Analoge, hybride und digitale Angebote
Die Angebote des K ooperativen Kinder- und Jugendbüros werden analog, hybrid oder digital für die
Zielgruppen umgesetzt. Der Austausch mit Kindern und Jugendlichen findet vermehrt auch über Social-
Media, Videokonferenzen oder Telefonate statt.
Kinder und Jugendliche, die die Angebote nutzen möchten, müssen somit nicht persönlich vorstellig
werden.
18
7. Netzwerke
Damit die Ziele des K ooperativen Kinder - und Jugendbüros möglichst effizient und transparent
umgesetzt werden können, wird in vielen Netzwerken gearbeitet. Diese werden ständig ausgebaut und
erweitert.
e.V.
Einrichtungen
der offenen
Kinder- und
Jugendarbeit
Kinder- und
jugendfreund-
liche
Kommune
Köln
Schulen
Jugendprojekte
mobile
Angebote,
Streetwork
Institutionen
z.B:
Beratungsstelle
Bildungsträger,
Jugendwerk-
stätten
Politik
&
Verwaltung
Jugend-
verbände und
-organisationen
BSV
Sonstige
Einrichtungen
der freien
Jugendhilfe
Sozialraum-
Koordinator*
innen
19
8. Impressum mit Kontaktdaten
Kooperatives Kinder- und Jugendbüro
Alter Markt 62-64
50667 Köln
https://www.stadt-koeln.de/artikel/71108/index.html
https://www.koelner-jugendring.de/kinder-und-jugendbuero
jugendbuerokoeln jugendbuerokoeln
Yvonne Lemke
Jugendinfo
E-Mail: yvonne.lemke@stadt-koeln.de
Tel.: 0221/221 - 31460
Mobil: 0173/858 13 55
Christina Bergmann
Partizipation
E-Mail: jugendbuero@koelner-jugendring.de
Mobil: 0177/699 65 17
Madlen Bocklet
Partizipation
E-Mail: madlen.bocklet@koelner-jugendring.de
Mobil: 0178/874 86 53
N.N.
Partizipation in den Stadtbezirken
20
Willi Becker
Rathausschule
E-Mail: willi.becker@stadt-koeln.de
Tel.: 0221/221 - 31461
Mobil: 01520/162 96 66
Mitteilung Ausschuss
4344 Zeichen
Dezernat, Dienststelle IV/512/2 Vorlagen-Nummer 20.10.2022 3418/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 25.10.2022 Ausschuss Schule und Weiterbildung 21.11.2022 Konzept des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros Die Stadt Köln hat als erste Millionenstadt in Deutschland im Jahr 2018 das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ verliehen bekommen. Das Kooperative Kinder- und Jugendbüro war eine Maßnahme des ersten Aktionsplans kinder- und jugendfreundliches Köln 2018-2021. Es wurde im März 2019 eröffnet und ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Stadt Köln und dem Kölner Jugendring e.V. Zusätzlich hat die Bezirksschü- ler*innenvertretung (BSV Köln) hier ihren Sitz. Seither wird das Büro als stadtweite und zentrale Anlauf - sowie Informationsstelle für alle jungen Menschen aus Köln genutzt. Im Jahr 2021 wurde die Gesamtkoordination des Vorhabens Kinderfreundliche Kommune als bisheri- ger Aufgabenschwerpunkt aus dem Kinder- und Jugendbüro neu als Stabsstelle bei der Amtsleitung des Amtes für Kinder, Jugend und Familie angebunden. Infolgedessen wurden die Stelleninhalte der städtischen Mitarbeitenden im Kooperativen Kinder- und Jugendbüro auf die aktuelle Situation und die Bedarfslagen hin aktualisiert und ein Konzept erstellt. Nach der Verabschiedung des neuen Aktionsplanes zur Folgezertifizierung im Juni 2022 (Vorlagen Nr. 0961/2022) möchte das Kooperative Kinder- und Jugendbüro nun sein Konzept vorstellen. Die städtischen Mitarbeitenden sind dem Amt für Kinder, Jugend und Familie zugehörig. Sie finden sich in der Abteilung „512 Kinderinteressen und Jugendförderung“ wieder und sind mit dem Sachge- biet „512-2 Jugendarbeit und Jugendschutz“ verknüpft. Der Kölner Jugendring e.V. ist ein freiwilliger Zusammenschluss von insgesamt 21, meist ehrenamt- lich geführten, Jugendverbänden und -organisationen aus Köln. Der Vorstand ist ehrenamtlich orga- nisiert. Die inhaltliche Steuerung der Stelle im Jugendbüro erfolgt direkt über Kinder und Jugendliche, die sich freiwillig und regelmäßig im AK PARTIzipation treffen. Das Team setzt sich aus folgenden Stellenprofilen zusammen: - Jugendinfo (Stadt Köln) - Partizipation (Kölner Jugendring e.V.) - Partizipation in den Stadtbezirken (Stadt Köln) - Rathausschule (Stadt Köln) 2 Auftraggeber*innen der Fachkräfte des Kooperativen Kinder- und Jugendbüros sind grundsätzlich alle jungen Menschen ab 6 Jahren aus Köln. Das Kooperative Kinder- und Jugendbüro ist für alle ansprechbar, die Anliegen oder Fragen zu den Themen Partizipation und Jugendinformation haben. Die Fachkräfte stehen bei der Planung, Konzep- tionierung und möglicherweise Umsetzung von Angeboten mit dem Schwerpunkt Partizipation von Kölner Kindern und Jugendlichen beratend zur Verfügung. Ziel der Fachkräfte ist die Förderung von Selbstorganisation und Partizipation aller jungen in Köln lebenden Menschen. Um dies umsetzen zu können, werden reale Mitbestimmungsmöglichkeiten ge- boten sowie die Unterstützung von Selbstorganisation durch Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten. Dauerhafte Projekte und Aktionen im Kooperativen Kinder- und Jugendbüro - AK PARTIzipation als inhaltliche Steuerung der hauptamtlichen Stelle des Kölner Jugendring e.V. und Abwicklung von „Auf Kölner Nacken – Geld für Gutes“ - „News“ aus dem Jugendbüro über Instagram und TikTok - Diverse Aktionstage und Beteiligung an Veranstaltungen - „Junge Visionen für Köln“ – Projektworkshops mit Schulkassen und Gruppen - Planung und Umsetzung „Tag der Jugend im Rathaus“ (siehe zuletzt 0696/2022) Aktuelles aus dem Kooperativen Kinder- und Jugendbüro - Unterstützung des Gesamtvorhabens „Kinderfreundlichen Kommune“ z.B. beim „Veedels- Check“ Hey Mülheim (siehe Vorlage 1801/2022) - Vorbereitungen zu Aktivitäten von Jugendinfo in den Stadtbezirken - Unterstützung der Bezirksschüler*innenvertretung, aktuell u.a. bei der Vorbereitung und Durchführung des Fachtages „Break the silence“ - Ideenfindungsworkshops mit Schulklassen im Rahmen von „Junge Visionen für Köln- Her- zensthemen“ - Workshops an Förderschulen zum Thema Mitbestimmung und Demokratie (siehe Aktionsplan KJFK) - Beteiligung bei der Vorbereitung des Fachtages „Partizipation“ (Arbeitstitel) Anlage Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3418/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 20.10.2022
- Erstellt
- 14.10.2022 14:15