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V/0498/2006

Straßenbenennung Morthorststraße

Vorlage 13.06.2006

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Nord, Sitzung am 15.08.2006, TOP 6.1

Heinrich-Morthorst-Lebenslauf

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Bebauungsplan-460

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Heinrich-Morthorst-Lebenslauf

4201 Zeichen

Heinrich Morthorst - Bäckermeister, Kiepenkerl und münstersches Original 
Heinrich Morthorst kam am 2. März 
1911 in Dinklage im Oldenburger Müns- 
terland als erstes von neun Kindern zur 
Welt. Sein Vater Theodor Morthorst 
(1884-1950) und seine Mutter (1886-
1966) stammten aus Goldenstedt. Hein- 
richs Vater war Reichsbahnsekretär. Der 
junge Heinrich Morthorst wuchs in einer 
katholischen, sehr frommen Familie auf.  
Er besuchte in Dinklage die so ge- 
nannte Bürgerschule. Mit 14 Jahren 
begann er eine Lehre in der Maschinen- 
bau-Fabrik Holthaus, konnte die Lehre 
auf Grund einer Krankheit nicht fortset- 
zen. Danach absolvierte er eine Bäcker- 
lehre in Fürstenau. Nach der Gesellen- 
prüfung arbeitete er fünf Jahre lang in 
einer Bäckerei in Polz/Mecklenburg. 
Einmal wöchentlich trug Heinrich 
Morthorst das Brot mit einer Kiepe auf 
dem Rücken zu Fuß zu den Kunden. 
Er hatte sich für den Beruf als Bäcker 
entschieden und legte die Meisterprü- 
fung ab. Durch eine Zeitungsanzeige 
aufmerksam geworden, konnte er 1938 
die Bäckerei Kosmann, Bergstraße 8 in 
Münster, mieten. Im gleichen Jahr heira- 
tete er Maria Tebben. Kurz nach der Ge- 
burt des Sohnes Heinz Theodor, starb 
seine Frau im Oktober 1939.  
Am 12. Juni 1940 wurde er zum Mili- 
tär einberufen. Er wurde zum Kradmel- 
der bei den Panzerjägern ausgebildet 
und in Frankreich, in der Tschechoslo- 
wakei und in Russland eingesetzt. Hier 
geriet er im Juli 1944 in russische 
Kriegsgefangenschaft. Ende 1944 er- 
krankte er im Lager an einer schweren 
Lungenentzündung, erholte sich wieder 
und wurde nach über zwei Jahren end- 
lich entlassen. Er traf am 29. September 
1946 bei seiner Familie in Fürstenau ein. 
Seine Gesundheit war nach der Kriegsge- 
fangenschaft zeitlebens beeinträchtigt. 
Heinrich Morthorst kam nach Münster 
zurück, konnte aber seine frühere Bä- 
ckerei nicht wieder eröffnen und arbeite- 
te vorübergehend als Bäckergeselle. Im 
Sommer 1947 pachtete er ein Trümmer- 
haus in der Bolandsgasse 4, in der frü- 
her bereits eine Bäckerei bestanden hat- 
te. Er baute die Bäckerei neu auf und 
eröffnete den Betrieb Ende 1948. 
In den folgenden Jahren nahm der Be- 
trieb dank der Mitarbeit der ganzen Fa- 
milie einen außergewöhnlichen Auf- 
schwung. Die Bäckerei Morthorst wurde 
ein erfolgreiches Geschäft.  
Neben seinem Beruf engagierte sich 
Morthorst in vielfältige Aufgaben. Seit 
1954 war er im Kirchenvorstand der Kir- 
chengemeinde St. Lamberti engagiert 
und arbeitete auch in verschiedenen 
Gremien des Bäckerhandwerks mit. 
Er war Mitglied der CDU und wurde 
1963 zum ersten Vorsitzenden des 
Stadtverbandes gewählt. Als die CDU 
1971 in eine schwere finanzielle Krise 
geriet, wurde Morthorst 1971 bis 1975 
Schatzmeister der CDU. 
Im Herbst 1963 suchte Verkehrsdirek- 
tor Theo Breider für das Lambertusspiel 
auf dem Mühlenhof einen „Bur“. Hier 
trat Heinrich Morthorst erstmalig als 
Kiepenkerl auf. Diese Rolle als Kiepen- 
kerl wurde über drei Jahrzehnte sein 
zweiter Beruf. Neben Auftritten bei Jubi- 
läen, Geburtstagen und Hochzeiten wur- 
de er zum „Botschafter der Stadt Müns- 
ter“ bei zahllosen Veranstaltungen in 
Deutschland; sogar für Bischöfe, Bun- 
deskanzler und den Papst.  
Neben diesen Aufgaben war Heinrich 
Morthorst Schöffe bei Gerichten, sach- 
kundiger Bürger in Ausschüssen der 
Stadt Münster und von 1973 bis 1980 
Vorsitzender des „Sozial-kulturellen Ar- 
beitskreises“.  
Heinrich Morthorst hat den 
„Guten 
Montag “ der Jahre 1970, 1973 und 1976 
organisiert und als Gildemeister der Bä- 
ckergilde 1970 offiziellen Kontakt zur 
Stadt Wien, dem Bürgermeister, dem 
Kardinal und den dortigen Bäckern ge- 
knüpft. 
 
Heinrich Morthorst wurde für seine 
Freundlichkeit, Mitmenschlichkeit und 
seinen Humor sehr geschätzt und erhielt 
für seine Verdienste zahllose Ehrungen 
und Auszeichnungen zum Beispiel 1974 
das Bundesverdienstkreuz und 1981 die 
Paulus-Plakette der Stadt Münster.  
Heinrich Morthorst wohnte viele Jahre 
in Coerde, Breslauer Straße 109. Nach 
einem Unfall im November 1999 war er 
sehr geschwächt und wurde einige Zeit 
im Kloster Friedrichsburg gepflegt. Dort 
starb am 29. Juli 2001 und wurde auf 
dem Zentralfriedhof beigesetzt.

Beschlussvorlage

1372 Zeichen

V/0498/2006 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Straßenbenennung Morthorststraße 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
15.08.2006 Bezirksvertretung Münster-Nord Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
Sachentscheidung: 
1. Die Straße innerhalb des Bebauungsplans Nr. 460 : Coerde / westlich Hoher Heckenweg erhält 
den Straßennamen   Morthorststraße  
2. Die Anregung an die Verwaltung Nr. A63/2001 ist damit erledigt. 
 
 
 
Kosten/Folgekosten 
 
Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten.  
 
 
Begründung: 
In der Anregung Nr. A 63/2001 wird vorgeschlagen, diese Straße nach Heinrich Morthorst zu 
benennen. Der Bäckermeister und Kiepenkerl Heinrich Morthorst hat sich um die Stadt Münster 
sehr verdient gemacht. 1981 zeichnete ihn der Rat der Stadt Münster mit der Paulus-Plakette 
aus. 
Auf die Angabe des Vornamens „Heinrich“ soll im Straßennamen verzichtet werden, damit der 
Straßenname kurz ist. Stattdessen soll der Name durch eine Erläuterung unter dem Straßenna-
mensschild an der Zufahrt vom Hohen Heckenweg erklärt werden. 
I.V. 
gez. 
Joksch 
Stadtbaurat 
 
 
Anlagen: 
Vorlagen-Nr.: 
V/0498/2006 
Auskunft erteilt: 
Herr  Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
Zimmerma@stadt-muenster.de  
Datum: 
13.06.2006 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0498/2006 
Bebauungsplan Nr. 460 
Lebenslauf von Heinrich Morthorst.

Beratungsverlauf (1)

15.08.2006 Bezirksvertretung Münster-Nord
TOP 6.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (7)

  • Bergstraße 8
  • Bolandsgasse 4
  • Breslauer Straße 109
  • Hoher Heckenweg
  • Morthorststraße 2
  • Kiepenkerl
  • Heckenweg

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0498/2006
Typ
Vorlage
Datum
13.06.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37