V/0498/2006
Straßenbenennung Morthorststraße
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Heinrich-Morthorst-Lebenslauf
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Heinrich Morthorst - Bäckermeister, Kiepenkerl und münstersches Original Heinrich Morthorst kam am 2. März 1911 in Dinklage im Oldenburger Müns- terland als erstes von neun Kindern zur Welt. Sein Vater Theodor Morthorst (1884-1950) und seine Mutter (1886- 1966) stammten aus Goldenstedt. Hein- richs Vater war Reichsbahnsekretär. Der junge Heinrich Morthorst wuchs in einer katholischen, sehr frommen Familie auf. Er besuchte in Dinklage die so ge- nannte Bürgerschule. Mit 14 Jahren begann er eine Lehre in der Maschinen- bau-Fabrik Holthaus, konnte die Lehre auf Grund einer Krankheit nicht fortset- zen. Danach absolvierte er eine Bäcker- lehre in Fürstenau. Nach der Gesellen- prüfung arbeitete er fünf Jahre lang in einer Bäckerei in Polz/Mecklenburg. Einmal wöchentlich trug Heinrich Morthorst das Brot mit einer Kiepe auf dem Rücken zu Fuß zu den Kunden. Er hatte sich für den Beruf als Bäcker entschieden und legte die Meisterprü- fung ab. Durch eine Zeitungsanzeige aufmerksam geworden, konnte er 1938 die Bäckerei Kosmann, Bergstraße 8 in Münster, mieten. Im gleichen Jahr heira- tete er Maria Tebben. Kurz nach der Ge- burt des Sohnes Heinz Theodor, starb seine Frau im Oktober 1939. Am 12. Juni 1940 wurde er zum Mili- tär einberufen. Er wurde zum Kradmel- der bei den Panzerjägern ausgebildet und in Frankreich, in der Tschechoslo- wakei und in Russland eingesetzt. Hier geriet er im Juli 1944 in russische Kriegsgefangenschaft. Ende 1944 er- krankte er im Lager an einer schweren Lungenentzündung, erholte sich wieder und wurde nach über zwei Jahren end- lich entlassen. Er traf am 29. September 1946 bei seiner Familie in Fürstenau ein. Seine Gesundheit war nach der Kriegsge- fangenschaft zeitlebens beeinträchtigt. Heinrich Morthorst kam nach Münster zurück, konnte aber seine frühere Bä- ckerei nicht wieder eröffnen und arbeite- te vorübergehend als Bäckergeselle. Im Sommer 1947 pachtete er ein Trümmer- haus in der Bolandsgasse 4, in der frü- her bereits eine Bäckerei bestanden hat- te. Er baute die Bäckerei neu auf und eröffnete den Betrieb Ende 1948. In den folgenden Jahren nahm der Be- trieb dank der Mitarbeit der ganzen Fa- milie einen außergewöhnlichen Auf- schwung. Die Bäckerei Morthorst wurde ein erfolgreiches Geschäft. Neben seinem Beruf engagierte sich Morthorst in vielfältige Aufgaben. Seit 1954 war er im Kirchenvorstand der Kir- chengemeinde St. Lamberti engagiert und arbeitete auch in verschiedenen Gremien des Bäckerhandwerks mit. Er war Mitglied der CDU und wurde 1963 zum ersten Vorsitzenden des Stadtverbandes gewählt. Als die CDU 1971 in eine schwere finanzielle Krise geriet, wurde Morthorst 1971 bis 1975 Schatzmeister der CDU. Im Herbst 1963 suchte Verkehrsdirek- tor Theo Breider für das Lambertusspiel auf dem Mühlenhof einen „Bur“. Hier trat Heinrich Morthorst erstmalig als Kiepenkerl auf. Diese Rolle als Kiepen- kerl wurde über drei Jahrzehnte sein zweiter Beruf. Neben Auftritten bei Jubi- läen, Geburtstagen und Hochzeiten wur- de er zum „Botschafter der Stadt Müns- ter“ bei zahllosen Veranstaltungen in Deutschland; sogar für Bischöfe, Bun- deskanzler und den Papst. Neben diesen Aufgaben war Heinrich Morthorst Schöffe bei Gerichten, sach- kundiger Bürger in Ausschüssen der Stadt Münster und von 1973 bis 1980 Vorsitzender des „Sozial-kulturellen Ar- beitskreises“. Heinrich Morthorst hat den „Guten Montag “ der Jahre 1970, 1973 und 1976 organisiert und als Gildemeister der Bä- ckergilde 1970 offiziellen Kontakt zur Stadt Wien, dem Bürgermeister, dem Kardinal und den dortigen Bäckern ge- knüpft. Heinrich Morthorst wurde für seine Freundlichkeit, Mitmenschlichkeit und seinen Humor sehr geschätzt und erhielt für seine Verdienste zahllose Ehrungen und Auszeichnungen zum Beispiel 1974 das Bundesverdienstkreuz und 1981 die Paulus-Plakette der Stadt Münster. Heinrich Morthorst wohnte viele Jahre in Coerde, Breslauer Straße 109. Nach einem Unfall im November 1999 war er sehr geschwächt und wurde einige Zeit im Kloster Friedrichsburg gepflegt. Dort starb am 29. Juli 2001 und wurde auf dem Zentralfriedhof beigesetzt.
Beschlussvorlage
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V/0498/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER Vermessungs- und Katasteramt Betrifft Straßenbenennung Morthorststraße Beratungsfolge 15.08.2006 Bezirksvertretung Münster-Nord Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Die Straße innerhalb des Bebauungsplans Nr. 460 : Coerde / westlich Hoher Heckenweg erhält den Straßennamen Morthorststraße 2. Die Anregung an die Verwaltung Nr. A63/2001 ist damit erledigt. Kosten/Folgekosten Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: In der Anregung Nr. A 63/2001 wird vorgeschlagen, diese Straße nach Heinrich Morthorst zu benennen. Der Bäckermeister und Kiepenkerl Heinrich Morthorst hat sich um die Stadt Münster sehr verdient gemacht. 1981 zeichnete ihn der Rat der Stadt Münster mit der Paulus-Plakette aus. Auf die Angabe des Vornamens „Heinrich“ soll im Straßennamen verzichtet werden, damit der Straßenname kurz ist. Stattdessen soll der Name durch eine Erläuterung unter dem Straßenna- mensschild an der Zufahrt vom Hohen Heckenweg erklärt werden. I.V. gez. Joksch Stadtbaurat Anlagen: Vorlagen-Nr.: V/0498/2006 Auskunft erteilt: Herr Zimmermann Ruf: 492 62 42 E-Mail: Zimmerma@stadt-muenster.de Datum: 13.06.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0498/2006 Bebauungsplan Nr. 460 Lebenslauf von Heinrich Morthorst.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (7)
- Bergstraße 8
- Bolandsgasse 4
- Breslauer Straße 109
- Hoher Heckenweg
- Morthorststraße 2
- Kiepenkerl
- Heckenweg
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0498/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 13.06.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37