AN/2055/2023
Fortschreibung des Sportentwicklungsplans
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Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
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SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln FDP- Fraktion im Rat der Stadt Köln An den Vorsitzenden des Sportausschusses Herrn Oliver Seeck Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 20.11.2023 AN/2055/2023 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Sportausschuss 30.11.2023 Fortschreibung des Sportentwicklungsplans Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die antragstellenden Fraktionen bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Sportausschusses am 30.11.2023 zu setzen: Beschluss: 1. Der Sportausschuss beauftragt die Verwaltung, den Sportentwicklungsplan über das Jahr 2024 hinaus fortzuschreiben. 2. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, welche finanziellen und personellen Ressour- cen zu diesem Zweck erforderlich sind. Eine erste Bilanz ist dem Sportausschuss im ersten Halbjahr 2024 vorzulegen. Begründung: Wie auch zum Teil der Einleitung des Sportentwicklungsplans zu entnehmen ist, ist Sport einer der wichtigsten Bestandteile unserer Gesellschaft. Der Sport in Köln – sowohl in der Gegen- wart, wie auch in der Zukunft – zielt darauf ab, möglichst viele Bürger*innen zu Bewegung und Sport zu motivieren. - 2 - Sport ist für die Menschen, sei es in den Sportvereinen oder im öffentlichen Raum, aber auch aus sozial- und gesundheitspolitischer Sicht für die Stadt von großer Bedeutung. Sport- veranstaltungen verbinden nicht nur die Mitglieder der Vereine, sondern auch viele vereins- ungebundene Freizeitsportler*innen. Sport stärkt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Ebenso ist Sport ein wichtiger Teil der Gesundheitsfürsorge – "wer sich regelmäßig trainiert, verschont die Allgemeinheit von Folgekosten für teure Behandlungen oder gar Berufsunfä- higkeit". Je mehr Menschen Sport treiben, umso besser kann auch Integration (v.a. Flüchtlinge/Zuwan- derer) gefördert und Inklusion praktisch möglich gemacht werden. In ähnlicher Weise können Gewaltprävention, der Fairness-Gedanke und Anti-Rassismus besser ihre Wirkungen dort ent- falten, wo Bürger*innen gemeinsam Sport treiben. Der Sportentwicklungsplan und die abgeleiteten Maßnahmen aus dem Gutachten 2019 und der Zwischenevaluation 2021 sind eine gute Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen und Veränderungen in den Prozessen der Kölner Verwaltung. Zum Zeitpunkt der Evaluation und der Erstellung des Gutachtens war die Corona -Pandemie mit harten Maßnahmen, Ein- schränkungen und deren Folgen nicht absehbar. Insgesamt gesehen ist es dringend erforder- lich und wünschenswert, den Sportentwicklungsplan einerseits nach Corona anzupassen und nachzusteuern sowie andererseits in der Perspektive über 2024 hinaus fortzuschreiben, um die Menschen weiterhin für den Sport in Köln zu begeistern. Die Zusammenarbeit mit Vereinen, die unter Pandemie, Krieg, Energiekrise und Mitglieder- schwund leiden, soll ausgebaut und Wege aufgezeigt werden, wie deren Überleben durch finanzielle Unterstützung gesichert werden kann. Ohne Unterstützung der Vereine und Veran- stalter werden viele historisch gewachsene und traditionelle Sportveranstaltungen bald ver- schwinden, Sportabteilungen, wie z.B. die seit über 100 Jahren in Köln bestehenden Leicht- athletikvereine, aufgelöst und damit Sportarmut zum Alltag. Die in Köln lebenden und arbei- tenden Menschen, die ohnehin schon durch steigende Preise und Inflation stark belastet sind, werden sich weiter zurückhalten und damit das Phänomen einer „sozial verarmten Stadt“ oder einer „ungesunden Stadtgesellschaft“ verschärfen. Die Kölner Vereine organisieren seit vielen Jahren bereits Sportveranstaltungen nicht nur für ihre Mitglieder, sondern auch für Freizeitsportler und die Stadtgesellschaft. Bisher ist es vielen Vereinen gelungen, die Mitgliedsbeiträge und Startgelder stabil zu halten. Nun aber müssen diese Gebühren drastisch erhöht werden, weil steigende Energiepreise, höherer Verwaltungs- aufwand und sinkende Einnahmen dies notwendig machen. Dies widerum wird sich nachhaltig negativ auf die Teilnehmerzahlen auswirken. Die lange Phase der Pandemie hat bereits gro- ßen Schaden angerichtet und alternative Formate im Wettkampfsport haben sich kaum be- währt und die Nachhaltigkeit im Sport teilweise schon im Keim erstickt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa führte vom 4. bis 20. Mai 2022 im Auftrag der Techniker Krankenkasse eine bundesweite Umfrage unter Personen ab 18 Jahren zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten durch. Aus dieser geht hervor, dass ein Großteil der Menschen in Deutschland nicht auf das von Expertinnen und Experten empfohlene tägliche Sport- und Be- wegungspensum kommt. Fast ein Drittel der Befragten bewegt sich im Alltag weniger als eine halbe Stunde, und fast die Hälfte der erwachsenen Menschen treibt selten oder nie Sport. Die - 3 - Corona Pandemie hat anscheinend dieses Verhalten teilweise noch verstärkt: Mehr als ein Viertel der Befragten gab in der Befragung an, sich durch Corona noch weniger bewegt zu haben. Das hat Folgen für die Gesundheit. Denn – auch das zeigt die Befragung – je geringer das Sportpensum, desto höher auch das Krankheitsrisiko. Durch Corona haben auch immer mehr Menschen zu Hause mit Videos, Apps oder Online- Kursen trainiert. Insgesamt würde der Großteil der Befragten, der während der Pandemie di- gitale Sportangebote genutzt hat, das auch weiterhin tun (60 Prozent). Wichtig jedoch, für rund 40 Prozent der Befragten ist Sport mit Unterstützung digitaler Medien nur eine Notlösung. Es sollte daher Konsens aller Beteiligten und Akteure des Kölner Sports sein, auf der Grundlage der Fortschreibung des Sportentwicklungsplans eine gemeinsame Offensive für den Sport der Zukunft und dessen Sicherung zu starten, um die Vielfalt in Köln zu erhalten. Mit freundlichen Grüßen gez. Hubertus Tempski gez. Ulrich Breite SPD – Fraktionsgeschäftsführer FDP-Fraktionsgeschäfts- führer
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle
IV/52
Vorlagen-Nummer
AN/2055/2023
Stand: 14.04.2025
Sachstandsbericht
Fortschreibung des Sportentwicklungsplans
Beschluss:
1. Der Sportausschuss beauftragt die Verwaltung, den Sportentwicklungsplan über das
Jahr 2024 hinaus fortzuschreiben.
2. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, welche finanziellen und personellen Ressour-
cen zu diesem Zweck erforderlich sind. Eine erste Bilanz ist dem Sportausschuss im
ersten Halbjahr 2024 vorzulegen.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Mit Ratsbeschluss 0149/2019 vom 04.04.2019 wurde die Verwaltung beauftragt, auf Basis
des Gutachtens für die Sportentwicklungsplanung entsprechende Planungen und Maßnah-
men zu entwickeln, die zum einen die Sportbelange, zum anderen die Entwicklungen der
Stadt und der Freiräume für Sport und Bewegung für alle Bevölkerungsgruppen berücksichti-
gen. Mit dem Gutachten erhielt die Verwaltung einen Handlungsleitfaden für die aktuellen und
zukünftigen Herausforderungen von Sport und Bewegung in der Kölner Stadtgesellschaft. Die
vorliegende Sportentwicklungsplanung wurde für insgesamt 15 Jahre konzipiert und muss
auch nach 2034 fortgeführt werden. Dabei verstehen das Sportamt und der Sportausschuss,
der die Sportentwicklungsplanung federführend mit entwickelt hat, diese gleichermaßen als
übergeordnetes Handlungskonzept für die Arbeit der Verwaltung im Hinblick auf Sport und Be-
wegung. Anders gesagt: was das Sportamt tut, hat seine Grundlage in der Sportentwicklungs-
planung. Dabei reagiert das Sportamt jederzeit auf aktuelle Entwicklungen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltskonsolidierungen mussten allerdings auch im
Sporthaushalt an vielen Stellen deutliche Einschnitte vorgenommen werden, die sich auf die
Umsetzung der Sportentwicklungsplanungen auswirken. Diesbezüglich wird auf die Mitteilung
0235/2025 (bezogen auf den Antrag „Dat Jeld es fott - Einsparungen transparent machen“) in
der Sitzung des Sportausschusses vom 06.02.2025 verwiesen.
Nächste Schritte:
Im Rahmen der Umsetzung der Sportentwicklungsplanung wurden bekanntermaßen seither
zahlreiche Projekte und Maßnahmen intersektoral von der (Sport-)Verwaltung geplant und
vom Sportausschuss als zuständigem Fachgremium beschlossen. Diese wurden mit den Part-
ner*innen des Sportamtes bereits umgesetzt oder befinden sich (weiter) in der Umsetzung.
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Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
15.02.2026
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/2055/2023
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 (SPD)
- Datum
- 20.11.2023
- Erstellt
- 20.11.2023 10:46