AN/1953/2022
Einrichtung einer Buslinie auf der Inneren Kanalstraße
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Gem. Änderungsantrag (Grüne BV5)
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Grüne GUT & Klima Freunde Frau Bezirksbürgermeisterin Dr. Diana Siebert Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 03.11.2022 AN/1953/2022 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. §§ 13 und 38 der Geschäftsordnung des Rates und der Bezirksvertretungen Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 5 (Nippes) Einrichtung einer Buslinie auf der Inneren Kanalstraße - Gemeinsamer Änderungsantrag von Grünen und GUT & Klima Freunden - Sehr geehrter Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, Die Bezirksvertretung Nippes möge beschließen: Die Bezirksvertretung Nippes ersetzt die Verwaltungsvorlage 1964/2022 wie folgt: Der Verkehrsausschuss möge beschließen: 1. Der Verkehrsausschuss spricht sich auf Basis der dargestellten Begründungen der Be- zirksvertretungen 1, 3, 4, und 5 für die Einrichtung einer Buslinie zwischen Riehl und Eh- renfeld auf der Inneren Kanalstraße und der Universitätsstraße aus, und beauftragt die Verwaltung mit der vorrangigen Umsetzung. 2. Der Verkehrsausschuss begrüßt die Initiative der SPD-Stadtratsfraktion, die Anbindung von Kalk an das Schnellbussystem auch über die Zoobrücke prüfen zu lassen. Dabei ist aber, wie von den Bezirksvertretungen 1, 3, 4 und 5 für das Linksrheinische (teilweise einstimmig) beschlossen, die Buslinie mit der Verlängerung nach Kalk unab- hängig davon einzurichten, ob die Buslinie als Schnellbuslinie eingerichtet wird oder nicht. 3. Während der Sperrzeiten für die Stadtbahnlinien auf der Mülheimer Brücke sollen die über die Zoobrücke fahrenden Ersatzbuslinien im Linksrheinischen nicht nur den Gürtel - 2 - und Zoo/Flora ersatzweise anbinden, sondern auch schon die Innere Kanalstraße mit Riehl, Nippes , Ehrenfeld, Braunsfeld und Lindenthal bedienen. Begründung: Die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird. 1. Die Anbindung von Lindenthal, Braunsfeld, Ehrenfeld nach Nippes und Riehl (mit Zoo/Flora) mit dem ÖPNV ist derzeit schlecht. Es handelt sich um Stadtbahn- Umsteigeverbindungen, die obendrein stark überlastet sind, weil → die Trassen schon jetzt voll belegt sind, → der Ausbau der Ost-West-Achse noch lange Zeit in Anspruch nehmen wird und → weil es am Appellhofplatz und am Breslauer Platz Einfädelverkehr („Stau“) gibt. 2. Die Querverbindungen (Tangentialverbindungen) sind zu fördern, um den überlasteten ÖPNV in der Innenstadt zu entlasten. Es ist nicht einzusehen, warum man in Köln immer erst in die Innenstadt hinein und dann wieder herausfahren muss, um von A nach B zu kommen. 3. Die Bezirksvertretung wiederholt: Auf der zentralen, teilweise sechsspurigen Inneren Ka- nalstraße sollte auch eine Buslinie geführt werden. Mit relativ geringen finanziellen Mitteln kann eine große Wirkung erzielt werden. Eine solche Buslinie würde viel Umsteigen an neu- en Orten ermöglichen und so die Fahrtzeiten abkürzen. Solch eine Buslinie kann daher Auto- fahrer*innen zum Umsteigen bewegen. Im Unterschied zu den Buslinien 172 und 173 handelt es sich bei der Buslinie auf der Inne- ren nicht um eine Ergänzung vorhandenen Schienenverkehrs, sondern um eine eigenständi- ge, bisher fehlende Linie. 4. Zu den in der Vorlage 1964/2022 genannten Argumenten der Fachverwaltung nehmen wir wie folgt Stellung: 4.1. Verwaltung: „Zunächst ist festzustellen, dass es grundsätzlich bereits ÖPNV-Verbindungen zwischen Nippes und Ehrenfeld durch die etwas nördlich der Inneren Kanalstraße liegenden Wohngebiete mit der Buslinie 142 sowie der Stadtbahnlinie 13 über den Gürtel gibt.“ Dazu die Bezirksvertretung Nippes : a) Die Stadtbahnlinie 13 fährt viel weiter außen und kann nicht den Bus auf der Inneren Ka- nalstraße ersetzen. b) Der 142er kurvt herum und kann eine schnelle Verbindung von Nippes nach Ehrenfeld nicht ersetzen. Außerdem fährt er nicht bis zur Neusser Straße und nach Riehl, zu und von Zoo/Flora/Seilbahn/zukünftiges DEVK-Hochhaus. 4.2. Verwaltung: „Die Erschließung des Lentparks/Schwimmstadions im Norden über eine Buslinie auf der Inneren Kanalstraße wurde bereits zu einem früheren Zeitpunkt von der Verwaltung geprüft und verworfen (siehe Vorlage-Nr. 1661/2013). So fehlt im Bereich des Schwimmstadions der barrierefreie Überweg über die Innere Kanalstraße (Fußgängerbrücke zu steil) und zudem ist diese Anbindung weder aus Nippes noch aus der Innenstadt zu erreichen, da die Linie zwi- schen den Vierteln durch den Grüngürtel geführt wird.“ - 3 - Dazu die Bezirksvertretung Nippes: a) Als die Verwaltung 2013 dazu etwas geschrieben hat, gab es noch den inzwischen ersatz- los abgeschafften Bus dorthin. Damals war „Lentpark/Schwimmstadion“ obendrein Endstati- on. Hier wäre das Stadion aber in eine Linie eingebunden. b) Der Zugang zum Lentpark/Schwimmstadion von der Südseite der Inneren Kanalstraße aus wäre barrierefrei möglich und würde eine direkte Verbindung von dort Bis Zoo/Flora schaffen, von der Nordseite ebenfalls (wenn auch nicht barrierefrei). c) Selbst dann, wenn eine Haltestelle an Lentpark/Schwimmstadion verworfen würde, so wäre dies kein Argument dafür die gesamte Buslinie abzulehnen, zumal der Bus dann noch schneller Riehl und Nippes/Agnesviertel verbinden würde. d) Eine Vorlage 1661/2013 war nicht aufzufinden. 4.3. Verwaltung: „Mit den Linien 12 und 15, die die Neusser Straße erschließen, kommt man in etwas mehr als 10 Minuten (U-Bahn) zum Zülpicher Platz und von dort in wenigen Minuten zu Fuß oder mit der Linie 9 zur Universität.“ Dazu die Bezirksvertretung Nippes : a) Zwar kommt man von Lohsestraße bis Universität in 17 Minuten. Aber es geht bei dem Bus auf der Inneren nicht nur darum, von der Lohsestraße bis zur Universität zu kommen. Ein Blick auf die Karte genügt um zu zeigen, dass durch den Bus viele attraktive Verbindun- gen geschaffen würden. b) Außerdem gilt es die Bahnlinien zu entlasten, die in Stoßzeiten kaum in noch dichterem Takt fahren könnten. (Siehe oben) c) Es gilt eben, nicht immer erst in die Innenstadt rein- und dann wieder rausfahren zu müs- sen. (Siehe oben) 4.4. Verwaltung: „Die angedachten Verknüpfungen an der Venloer Straße (Linie 5, Haltestelle Gutenbergstra- ße) und der Subbelrather Straße (Linie 3 / 4, Haltestelle Piusstraße) erfordern lange Fußwege zwi- schen Bus- und Stadtbahnhaltestellen, was Umstiege an diesen Stellen unattraktiv macht.“ Dazu die Bezirksvertretung Nippes : Das Argument gilt für die Gutenbergstraße (6 Minuten Fußweg), nicht aber für die Piusstraße (2 Minuten Fußweg). Übrigens wird auch derzeit an anderen Stellen ein langer Fußweg zu- gemutet: → von Trimbornstraße bis Kalk Post, → innerhalb des Bhf. Deutz 5 Minuten. 4.5. Verwaltung: „Grundsätzlich wird das Potenzial an ein-/aussteigenden Fahrgästen auf der Inneren Kanal- straße (nördlich der Aachener Straße) seitens Verwaltung und KVB als gering eingeschätzt, da die Innere Kanalstraße in diesem Bereich nahezu anbaufrei verläuft, so dass es hier kaum direktes Potenzial für die Buslinie gibt.“ Dazu die Bezirksvertretung Nippes: a) Es gibt sehr wohl „Anbau“: Hochhäuser auf der Innenstadtseite, nicht nur die Moschee auf der Ehrenfeldseite. Außerdem verbringen viele ihre Freizeit im Inneren Grüngürtel (Innen- stadt, Nippes) Zoo, Flora. - 4 - b) Mit dem DEVK-Hochhaus werden viele Arbeitsplätze an der Inneren Kanalstraße / Frohngasse entstehen. Diese sollten auch mit dem ÖPNV von Lindenthal, Braunsfeld, Eh- renfeld und Nippes, sowie von Kalk über die Zoobrücke aus prima angesteuert werden kön- nen. 4.6. Verwaltung: „… dass die im Beschluss erwähnten Mittel in einer Größenordnung von 100.000 Euro nach Einschätzung der KVB bei weitem nicht ausreichen würden, um eine solche Buslinie einzu- richten. So könnten mit den angenommenen Kosten von rund 100.000 Euro/jährlich lediglich 1 Fahrzeug und wenige Stunden Betrieb täglich finanziert werden.“ Dazu die Bezirksvertretung Nippes: Hier hat die Fachverwaltung etwas missverstanden. Der Beschluss lautete nämlich: „Zur Anschub-Finanzierung der Planung bietet sich – unter Anderem! – der laut politischem Veränderungsnachweis für das Dezernat III zu verwendende TP 1201, Planungsmittel "Neue Busverbindungen" in der Höhe von 100.000 € an.“ Es ging den Bezirksvertretungen also nicht um den Betrieb, sondern um Planungskosten. Gez.: Max Beckhaus gez.: Inga Feuser
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1953/2022
- Typ
- Gem. Änderungsantrag BV5 (Grüne)
- Datum
- 02.11.2022
- Erstellt
- 03.11.2022 11:31