0819/2022
Menschen auf der Flucht aufgrund der jüngsten Ereignisse in der Ukraine
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Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HauptA)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/56 Vorlagen-Nummer 17.03.2022 0819/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Rat 17.03.2022 Menschen auf der Flucht aufgrund der jüngsten Ereignisse in der Ukraine Mit Antrag 0540/2022 bitten die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, der CDU, der SPD, der LIN- KEN, von Volt, die FRAKTION und RM Gabrysch (Klimafreunde) vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in der Ukraine um Auskunft zu den folgenden Fragen: 1. Inwiefern wird die “Unterbringungsplanung für Geflüchtete" (0331/2022) angesichts der aktuellen Situation angepasst? 2. Wie schnell kann die Stadt Köln Hilfen und Strukturen bereitstellen, wenn kurzfristig eine größere Zahl an Menschen in Köln ankommen würde? 3. Wurde hierzu das Gespräch mit anderen Kommunen im Rheinland rund um Köln gesucht? 4. Ist eine zentrale Anlaufstelle seitens der Stadt geplant, bei der sich Bürger*innen melden können, die bereit sind, Menschen auf der Flucht dezentral aufzunehmen? 5. Da insbesondere mit flüchtenden Familien mit Kindern zu rechnen ist: Wurden Vorkehrungen getroffen, diese Kinder und Familien adäquat zu versorgen, insbesondere im Hinblick auf Beschulung der Kinder etc.? Die Verwaltung teilt hierzu das Folgende mit: zu 1.) Die „Unterbringungsplanung für Geflüchtete“ (0331/2022) ist eine langfristige Planung und berücksichtigt mit den Reserve-Unterbringungsstandorten einen Anstieg der Zahlen von Geflüchteten. Außerdem ist in der Planung eine fortlaufende Akquise von geeigneten Immobilien zur Unterbringung Geflüchteter durch die Verwaltung vorgesehen. Diese Planung ist jedoch nicht für die aktuelle Krisensituation ausgelegt, in der es darum geht, einen massiven Zustrom von Geflüchteten unterzubringen, um Obdachlosigkeit zu vermeiden. Inwiefern die langfristige Planung, insbesondere der Unterbringungsreserve aufgrund neuer Erkenntnisse anzupassen ist, wird nach Stabilisierung der Lage überprüft. zu 2.) Die Verwaltung hat innerhalb einer Woche die städtische Unterbringungsreserve für Geflüchtete aufgestellt und die Unterbringungsmöglichkeiten vollständig mit Mobiliar und Personal ausgestattet. Dies umfasst die Aktivierung der sozialen Träger*innen, insbesondere derjenigen der LIGA der Wohlfahrtsverbände, zur Einrichtung einer Heimleitung und Gewährleistung sozialer Betreuung und Verpflegung gewährleistet. Die Unterbringungsreserve von rund 1.500 Plätzen ist mittlerweile vollständig ausgeschöpft, so dass die hilfesuchenden Menschen auch bereits auf die landeseigenen Unterkünfte verteilt werden mussten. Bereits ca. 2.200 Menschen wurden bisher in städtischen Unterkünften und rund 80 Menschen in Hotels untergebracht. In der koelnmesse wurden von der Feuerwehr Köln weitere Notunterkünfte eingerichtet (Stand 17.03.2022, 13:00 Uhr), die in den nächsten 2 Tagen auf bis zu 1.500 Plätze erhöht werden; es wurden dort 872 Menschen untergebracht. Auch hier wird mit einer vollständigen Belegung in den nächsten Tagen zu rechnen sein. Zusätzlich wurden mehrere Amtshilfeersuchen zur Unterbringung von Geflüchteten an umliegende Kommunen gestellt. Das Amt für Wohnungswesen arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, weitere Plätze herzurichten, beispielsweise durch die kurzfristige Anmietung von Hotelzimmern und die Akquise von weiteren Immobilien und Grundstücken, die für eine kurz- bzw. mittelfristige Einrichtung von Unterbringungsmöglichkeiten, beispielsweise Aufbau von Containern, geeignet sind. Das Amt für Integration und Vielfalt hat bereits das bestehende Kontingent an professionellen Sprachmittler*innen für die Unterstützung der Anlaufstelle am Breslauer Platz um 50 % erhöht und bindet darüber hinaus ehrenamtliche Strukturen in die Anlaufstelle sowie an die Unterkünfte für Geflüchtete im Stadtgebiet ein. Die Anbindung von Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter an das Schulsystem erfolgt durch das Kommunale Integrationszentrum. Das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren sowie das Ausländeramt stellen die finanzielle Hilfe sowie die Registrierung und Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen für die geflüchtete Ukrainer*innen sicher, wobei die jeweils aktuellen rechtlichen Vorgaben des Landes NRW zu beachten sind. Die Stadt hat kurzfristig eine Internetseite mit wesentlichen Informationen geschaffen, die zeitnah auf die aktuellen Entwicklungen angepasst und die Informationslage bezüglich der Orientierung in der Stadt Köln aufbereitet wird: https://www.stadt-koeln.de/artikel/71805/index.html Die Feuerwehr Köln hat aus aktuellem Anlass am 06.03.2022 den Stab der Einsatzleitung einberufen und dort den 24/7-Betrieb aufgenommen. Auf dem Breslauer Platz wurde durch die Feuerwehr Köln gemeinsam mit Hilfsorganisationen und Ehrenamtlichen innerhalb kürzester Zeit zunächst eine Übergangslösung mit Zelten errichtet. Diese Übergangslösung wurde zwi- schenzeitlich in eine feste Struktur überführt. Im Ankunftszentrum werden die Kontaktdaten der Geflüchteten erfasst, eine Covid-19- Testung durchgeführt und eine Verteilung der Menschen auf Unterkünfte vorgenommen. Entsprechende Quarantäneflächen sowie Flächen für Sonderbedarfe, z.B. stillende Mütter, werden ebenfalls vorgehalten. Die Verpflegung der Ankommenden ist gewährleistet. Des Weiteren wurde ein Shuttledienst mit Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr eingerichtet sowie eine medizinische Versorgung an der Anlaufstelle etabliert. zu 3.) Die Verwaltung steht sowohl indirekt über den Städtetag NRW als auch über den Region Köln Bonn e.V. in engem Austausch mit den Städten in der Region. zu 4.) Die Stadtverwaltung steht in Kontakt mit dem Betreiber einer privaten Wohnungsbörse speziell für ukrainische Geflüchtete. Dieser wird in einem mit der Verwaltung abgestimmten Verfahren in Kürze, zunächst beginnend in der Messehalle, eingebunden. Des Weiteren befindet sich das Amt für Vielfalt und Integration in Erarbeitung eines Verfahrens zur Vermittlung von Geflüchteten in private Wohnverhältnisse in Köln. Eine Vernetzung der beiden Ansätze wird derzeit durch die Stadtverwaltung geprüft. zu 5.) Das Amt für Kinder, Jugend und Familie bereitet aktuell die räumlichen und gegebenenfalls notwendigen personellen Ressourcen vor, um den hier ankommenden Kindern und Jugendli- chen einen „sicheren Hafen“ anbieten zu können. Die Betreuung und Versorgung der ersten Kinder mit ihren Betreuer*innen, die aus einem Kinderheim in der Ukraine evakuiert worden sind, erfolgt in Abstimmung mit der Kinder und Jugendpädagogischen Einrichtung der Stadt 3 Köln (Kids). Die unbegleitet geflüchteten Kinder und Jugendlichen werden im Rahmen des bestehenden rechtlichen Verfahrens nach dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) pädagogisch betreut und versorgt. Im Gesamten liegen hier die Fokussierung und Priorisierung des weiteren Vorge- hens auf der Feststellung und Berücksichtigung der wesentlichen Bedürfnisse der hier an- kommenden Kinder und Jugendlichen. Die Klärung der Beschulung erfolgt dann im Anschluss. Zwischen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie und den freien Träger*innen der Jugendhil- fe besteht ein intensiver Austausch, um die Kinder angemessen zu betreuen und zu versor- gen. Gez. Reker
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Breslauer Platz
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Details
- Aktenzeichen
- 0819/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA)
- Datum
- 17.03.2022
- Erstellt
- 07.03.2022 14:29