V/0628/2015
Verwendung vorhandener Mittel aus dem Landesmodellprojekt „Kein Kind zurücklassen!" und der Bundesinitiative Frühe Hilfen
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Beschlussvorlage
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V/0628/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Verwendung vorhandener Mittel aus dem Landesmodellprojekt „Kein Kind zurücklassen!“ und der Bundesinitiative Frühe Hilfen Beratungsfolge 26.08.2015 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 02.09.2015 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen im Kontext des Landesmodellprojektes „Kein Kind zurücklassen! – Kommunen in NRW beugen vor“ und der „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ werden beschlossen und mit den hinterlegten Finanzmitteln durchgeführt. 2. Die Verwaltung wird dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien zu den Haushalts- beratungen für das Jahr 2018 einen Fachbericht zu den Handlungsprogrammen vorlegen. II. Finanzielle Auswirkungen: Für die präventiven Maßnahmen und Angebote im Kontext der Bundesinitiative „Frühe Hilfen“ und des Landesmodells „Kein Kind zurücklassen!“ stehen bereits etatisierte Mittel in Höhe von 206.500 €uro zur Verfügung. Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0604 Familienförderung 2015 2015 2016 2017 47.500 € 28.000 € 75.500 € 55.500 € „Kekiz“ „Frühe Hilfen“ „Frühe Hilfen“ „Frühe Hilfen“ Zeile 15 Transferaufwendungen Summe: 206.500 € Vorlagen-Nr.: V/0628/2015 Auskunft erteilt: Frau Pohl Frau Tigger Ruf: 492-5100 492-5527 E-Mail: PohlA@stadt-muenster.de Tigger@stadt-muenster.de Datum: 11.08.2015 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0628/2015 Begründung: 1. Ausgangslage und Sachstand: Mit der Berichtsvorlage V/1002/2014 „Prävention und Frühe Hilfen in Münster“ konnte bereits im Januar 2015 die Gesamtentwicklung und der a ktuelle Sachstand der präventiven Angebote und Maßnahmen in Münster verdeutlicht werden. Die hier vorliegende Beschlussvorlage bezieht sich auf die zwei von Land und Bund geförderten Präventionsansätze in Münster: das Landesmodellprojekt „Kein Kind zurücklassen! - Kommunen in NRW beugen vor“ (Kekiz) und die Bundesinitiative Frühe Hilfen (FH). Mit den Mitteln aus dem Landesmodellprojekt und der Bundesinitiative wurden seit 2012 insbeson- dere die Zusammenarbeit der Akteure und der Aufbau eines gesamtstädtischen Netzwerkes Frühe Hilfen sowie die Qualifizierung von Fachkräften gefördert. Weiterhin wurden Familienhe bammen, Ehrenamtsprojekte und Konzepte zur Unterstützung von frühkindlichen Bindungs - und Entwic k- lungsförderung bezuschusst (siehe Vorlage V/0594/2013 „Einbringung des Eigenanteils im Kontext der Bundesinitiative Frühe Hilfen“). Diese bestehenden Ansätze werden durch das Maßnahme n- programm einer kind - und jugendbe zogenen Armutsprävention (V/0621/2015) sinnvoll ergänzt . Hinzu kommen nun weitere Maßnahmen, die einen bedarfsgerechten Ausbau bestehender Ansä t- ze und neuer Schwerpunkte in der präventiven Arbeit darstellen. 2. Landesmodellprojekt „Kein Kind zurücklassen! – Kommunen in NRW beugen vor.“ Im Fokus des Landesmodellprojektes „Kein Kind zu rücklassen“ steht die Entwicklung einer um- fassenden kommunalen Präventionskette für die Altersgruppe von der Schwa ngerschaft bis zum 21. Lebensjahr. Die geplanten bzw. bereits initiierten Maßnahmen können nur noch im Jahr 2015 umgesetzt we r- den, da die e rste Projektphase zum 30. 09. 2015 endet und eine Fortführung ab 01.10.2015 zu r- zeit noch nicht absehbar ist. 2.1 Maßnahmen im Kontext „Kein Kind zurücklassen!“ Nr. Maßnahmen 2015 1 Fachtag: Kinder psychisch erkrankter Eltern 2.500 € 2 Weiterentwicklung der Datenbank Präventive Angebote in Münster 3.000 € 3 Kulturmittlerinnen in Kitas, Haus der Familie 14.000 € 4 Pädagogisches Präventionsangebot für junge Flüchtlingsfamilien, DRK Kita Oxford, Gievenbeck 25.000 € 5 Mädchen - Fragen - Mädchen - Wissen!, SeHT e.V. 3.000 € Summe: 47.500 € Der Fachtag „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ knüpft an die Ergebnisse der Präventionskonf e- renz im Frühjahr 2014 an und bietet die Chance, ressortübergreifend vom Kind her zu denken und ein Hilfssystem für diese Zielgruppe zu etablieren. Die in 2014 erstellte Datenbank „Präventive Angebote in Münster“ wird auf die nächste Leben s- phase ausgeweitet und sowohl für Fachkräfte als auch für Familien besser nutzbar gemacht. - 3 - V/0628/2015 Ein neuer Schwerpunkt i n der Präventionskette ist die Flüchtlings - und Migrantenhilfe. Für diese Zielgruppe werden Kulturmittlerinnen die Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern ergänzen und zwischen verschiedenen Sichtweisen vermitteln, so dass eine Bildungs - und Erziehungspartner- schaft entsteht, von der die betreffenden Familien und insbesondere die Kinder profitieren können. Das p ädagogische Präventionsangebot für junge Flüchtlingsfamilien wird neu eingerichtet. Die Kita-Leiterin und die pädagogischen Fachkräfte werden in de r „DRK Kita Oxford“ Flüchtlingsfam i- lien begleiten und beraten, die in der städtischen Erstaufnahmestelle untergebracht sind. Mit ihrer Hilfen werden die Übergänge zu weiteren Einrichtungen und Hilfestellen erleichtert, so dass sich die Familien in Münster besser einfinden können. Das Projekt „ Mädchen - Fragen - Mädchen - Wissen!“ vom Verein SeHT e.V . hilft jugendlichen Mädchen, die einen individuellen Förderbedarf haben, durch eine frühzeitige Gesundheitsförd e- rung präventiv zur Chancengleichheit im späteren Leben beizutragen. 3. Bundesinitiative Frühe Hilfen Die Frühen Hilfen orientieren sich an den Bedarfen von Eltern, Kindern und Familien in der L e- bensphase von der Schwangerschaft bis zum dritten bzw. sechsten Lebensjahr. Die A ngebote sollen Familien mit Säuglingen und Kleinkindern entlasten und die Eltern in ihrer Versorgungs- und Erziehungskompetenz unterstützen und stärken. 3.1 Maßnahmen im Kontext der Bundesinitiative Frühe Hilfen Nr. Maßnahmen 2015 2016 2017 6 Kinderkrankenschwester für Kinderschutzfälle der Jugendhilfe und Familien mit besonders belasteten Lebenslagen, Gesundheitsamt 5.000 € 20.000 € - € 7 Netzwerkkoordination Prävention, Personalkosten 4.500 € 18.000 € 18.000 € 8 Familiencafé Uppenberg, EB Südviertel 3.000 € 6.000 € 6.000 € 9 Café Viertelchen Südviertel, EB Südviertel 3.000 € 6.000 € 6.000 € 10 Ausweitung Stadtteilkoordination im Bezirk Südost, Diakonie Münster 4.500 € 17.500 € 17.500 € 11 Zwillings- / Drillingstreff, Ev. Familienbildungsstätte 3.000 € 3.000 € 3.000 € 12 Unterstützung für Mehrlingsfamilien in belasteten Lebenslagen 5.000 € 5.000 € 5.000 € Jahressummen 28.000 € 75.500 € 55.500 € Gesamtsumme: 159.000 € Die aus der Bundesinitiative entstanden Strukturen, wie beispielsweise die Familienhebamme und die Netzwerkkoordination Frühe Hilfen, werden fortgeführt und ausgebaut, um der erweiterten B e- darfsentwicklung Rechnung zu tragen. In der Fachstelle Kinder - und Jugendgesundheit des Amtes für Gesundh eit, Veterinär - und L e- bensmittelangelegenheiten wird eine zusätzliche Kinderkrankenschwester auf Honorarbasis einge- setzt. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit dem kommunalen Sozialdienst des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien das Kindeswohl in Familien mit besonders belasteten Lebensumständen sicherstellen und die Familien im häuslichen Umfeld darin unterstützen, den Kindern sich ere und gesunde Rahmenbedingungen zu bieten. - 4 - V/0628/2015 Die Netzwerkkoordination Prävention wird nach der Beendigung des Landesmo dellprojektes „Ke- kiz“ im September 2015 fortgeführt, um an den bis dahin erfolgten Evaluationsergebnissen we iter zu arbeiten. Dies beinhaltet den Ausbau der Präventionskette und die Fortschreibung der Net z- werkarbeit im Sinne eines gesamtstädtischen und altersübergreifenden Präventionskonzeptes. Ein wichtiger Bestandteil der Frühen Hilfen ist der Ausbau von niedrigschwelligen Treffang eboten zur sozialräumlichen Vernetzung von Familien. Hierzu wird die Beratungsstelle Südvie rtel e.V. in zwei Stadtteilen neue, leicht zu erreichende Familiencafés einrichten. Die Stadtteilkoordination Frühe Hilfen wird im Zuge der sich verändernden Bedarfsindikatoren im Stadtbezirk Südost mit 10 Wochenstunden ausgeweitet und insbesondere für den Stadtteil Wo l- beck ausgebaut. Die Stelle wird beim Beratungs - und BildungsCentrum der Diakonie angesiedelt, um auf bestehende Strukturen bei der Stadtteilkoordination Gremmendorf / Angelmodde zurüc k- greifen zu können. Familien mit Mehrlingen werden als weitere Zielgruppe mit zwei Maßnahmen unterstützt. Zum einen werden die niedrigschwelligen Zwillings- und Drillingstreffs bei der Evangelischen Fami- lienbildungsstätte bedarfsgerecht ausgebaut. Ferner sollen Familien mit mehr als drei Kindern, die in einer besonders belasteten Situation leben, nach einem Beratungs- und Hilfsgespräch durch den kommunalen Sozialdienst des Amtes für Kin- der, Jugendliche und Familien Unterstützungsleistungen zur Entlastung, beispielsweise durch Dienste von Babysittern oder dem DiNo (Dienst im Notfall) vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V., erhalten können. 4. Fazit und Ausblick: Mit der Durchführung der Maßnahmen im Kontext der Bundesinitiative Frühen Hilfen und des M o- dellprojektes „Kein Kind zurücklassen!“ werden wichtige Bausteine zur städtischen Präventionsket- te für Kinder, Jugendliche und Familien hinzugefügt. Nach einer gezielten Analyse der bereits bestehenden kommunalen Präventionskette werden in diesem Zuge die vorhandenen Ansätze bedarfsgerecht ergänzt und die ident ifizierten Lücken durch weitere gezielte Angebote geschlossen. Die Maßnahmen entlasten zum einen Familien mit erschwerten Lebensbedingungen und fördern hier das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Zum anderen werden sozialräuml i- che Strukturen in den Blick genommen, um allen Familien eine gut erreichbare Angebotspalette anzubieten und sie in ihren Erziehungskompetenzen zu unterstützen. So wird das tragfähige Netz für Familien unter der Prämisse „Vom Kind her denken“ in Münster weiter ausgebaut. Zum Abschluss der Förderung durch die städtischen Mittel sollen alle präventiven Angebote und Maßnahmen evaluiert und bewertet werden, so dass eine Grundlage für ein g esamtstädtisches Präventionskonzept ab dem Jahr 2018 erstellt werden kann. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0628/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 12.08.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37