V/0341/2016
Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP A-R/0047/2015: LGBTTI* - Menschen in den Flüchtlingsheimen unterstützen
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Anlage 2
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Anlage 2 zur Vorlage V/0341/2016 Stadt Münster 08.09.2015 Niederschrift über die Sitzung (öffentlicher Teil) des Ausschusses für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung am Mittwoch, 26.08.2015, 17:15 Uhr - 19:25 Uhr, Raum 2/1, Stadthaus 2, Ludgeriplatz 4, 48151 Münster Punkt 4 der Tagesordnung Anträge und Anfragen von Mitgliedern des Au s- schusses Herr Kaiser brachte folgende Anträge der SPD-Fraktion ein: Belange homo- und transsexueller Flüchtlinge in den Blick nehmen Die Verwaltung wird gebeten, I. in einem Bericht darzustellen, inwieweit die Belange homo - und transsexueller Flüchtlin- ge durch das aktuelle Verwaltungshandeln im Hinblick auf die Flüchtlingsunterbringung in Münster berücksichtigt werden, II. darzustellen, welchen Bedarf die Verwaltung sieht, ein spezielles Maßnahmenprogramm für diese Zielgruppe zu entwickeln und zu realisieren, III. vorzuschlagen, welche konzeptuellen Maßnahmen ergriffen und unterbringungstechn i- sche Möglichkeiten vorgesehen werden können, um dieser Zielgruppe und ihren speziel- len Bedürfnissen gerecht zu werden.
Anlage 1
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0047/2015
Weseler Str. 19-21
48151 Münster
Tel. 0251 76026743
Fax 0251 76023830
gruppe@orange-ratms.de
Ratsantrag Münster, 20.08.2015
LGBTTI*-Menschen in den Flüchtlingsheimen unterstützen
Der Rat möge beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt:
− mit Organisationen und Vereinen Gespräche zu führe n, wie Beratungs- und
Hilfsangebote für LGBTTI*-Menschen in den Flüchtlingsunterkünften realisiert
werden können.
− zu prüfen, in wie weit alternative Unterbringungsm öglichkeiten geschaffen werden
können, um diese Menschen vor Anfeindungen in den Unterkünften zu schützen.
− die Ergebnisse dem Ausschuss für Soziales, Stiftun gen, Gesundheit,
Verbraucherschutz und Arbeitsförderung, Ausschuss für Gleichstellung und dem
Integrationsrat zu berichten sowie ggf. Handlungsempfehlungen vorzulegen.
Begründung:
In den Herkunftsländern vieler Flüchtlinge ist Homosexualität ein Tabu – oder sogar eine
Straftat. In einigen Ländern wird Homosexualität sogar mit der Todesstrafe geahndet. Dies
lässt Flüchtlinge aus Angst andere Fluchtgründe angeben. Doch auch in Deutschland
nehmen die Anfeindungen nicht automatisch ein Ende.
In den Unterkünften sind LGBTTI*-Menschen nicht selten mit homophoben Menschen auf
engstem Raum untergebracht.
Die oft durch die Unterdrückung im Heimatland traumatisierten LGBTTI*-Menschen leiden
nicht nur unter ihrer Flucht, sondern auch weiterhin unter der Geheimhaltung ihrer Sexualität.
Die Abkürzung LGBTTI* - ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung
für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Transsexual, Intersexual.
Gez.
Piraten - Ratsherr Johannes Schmanck
ÖDP – Ratsherr Franz Pohlmann
Berichtsvorlage
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V/0341/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Sozialamt Betrifft Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP A-R/0047/2015: LGBTTI* - Menschen in den Flüchtlingsheimen unterstützen Beratungsfolge 18.05.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 31.05.2016 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 01.06.2016 Integrationsrat Bericht Bericht: Bereits in der Sitzung des ASSGVAf am 26.08.2015 hatte die SPD-Fraktion einen Antrag zur gleichen Thematik eingebracht. Beide Anträge regen an, den Ausschuss zu informieren, inwie- weit Belange von Flüchtlingen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung, Transgender- oder inter- sexueller Identität im Rahmen der Unterbringung und Betreuung wahrgenommen, welche Hand- lungsbedarfe gesehen und ggf. welche Vorschläge angeboten werden können, den spezifischen Bedürfnissen der betreffenden Zielgruppen zu begegnen. In der Sitzung am 28.10.2015 hat die Verwaltung den Ausschuss auf der Grundlage des SPD- Antrages über die Belange von Flüchtlingen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung, Transgen- der- oder intersexueller Identität informiert. Das Sozialamt (Fachstelle Planung) hatte dazu im September 2015 die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes für Flücht- linge und eine Mitarbeiterin der GGUA befragt. Die Befragung ergab seinerzeit, dass bisher keine Fälle bekannt waren, in denen Flüchtlinge ihre sexuelle Orientierung oder Identität mit Blick auf ihre Unterbringung selbst thematisiert haben oder diese von anderen thematisiert wurde. Ebenfalls waren keine Anfeindungen gegenüber Mi t- bewohnerinnen und Mitbewohnern tatsäc hlich oder vermeintlich anderer sexueller Orienti e- rung/Identität bekannt. Zwei weitere Abfragen im Februar und April 2016 bei der Fachstellenle i- tung haben ergeben, dass in der Zwischenzeit ein Flüchtling seine sexuelle Orientierung gege n- über den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sozialdienstes kommunizierte. Das Angebot, die- se Person anderweitig, zum Be ispiel in einer eigenen Wohnung unterzubringen, wurde von der betroffenen Person nicht als notwendig erachtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozial- dienstes für Flüchtlinge sind für die Belange von LGBTTI -Menschen sensibilisiert worden. Da r- über hinaus ist geplant, Vertreteri nnen und Vertreter der in Münster ansässigen Vereine in die Teamsitzung einzuladen, um das Thema weiter zu vertiefen. Vorlagen-Nr.: V/0341/2016 Auskunft erteilt: Frau Stemmer Ruf: 492-5566 E-Mail: StemmerD@stadt-muenster.de Datum: 25.04.2016 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0341/2016 Im März 2016 wurden die Vereine Livas e.V., KCM Schwulenzentrum Münster e.V. und Track e.V. vom Sozialamt mit der Bitte um ein Gespräch angeschrieben. In der Folge fanden Telefonin- terviews mit Vertreterinnen und Vertretern der drei Vereine statt. Bei Livas hab en sich bisher noch keine ratsuchenden Menschen mit Flüchtlingshintergrund g e- meldet. Grundsätzlich besteht die Bereitschaft des Vereins, bei Bedarf spezielle Angebote für diese Gruppe der Ratsuchenden anzubieten. Mit dem KCM traten bisher 4 Ratsuchende mi t Flüchtlingshintergrund (vorwiegend per Mail) in Kontakt. Der Verein bietet eine monatliche Gruppe für Menschen mit Migrationshintergrund an, in die bereits einer der vier Ratsuchenden integriert werden konnte. Es wurde be obachtet, dass ein Outing für Men schen mit Migrationshintergrund aufgrund des Umgangs mit Homos exualität im Heimatland eine sehr große Hemmschwelle darstellt. Aus diesem Grund werden auch Informat i- onsveranstaltungen und –material in den Flüchtlingseinrichtungen als wenig hilfreich angeseh en, da diese, aus Angst geoutet zu werden, wahrscheinlich nicht angenommen würden. Umso wic h- tiger sei es, die Mitarbeiter/innen in den Einrichtungen für dieses Thema zu sensibilisi eren, damit sie im Bedarfsfall an die Beratungsstellen in Münster vermitteln können. Track wurde von 5 Ratsuchende mit Flüchtlingshintergrund per Mail oder Facebook angespr o- chen. Ein Ratsuchender nimmt regelmäßig an Treffen teil. Es wurde angeregt, Personen, die in Flüchtlingsunterkünften arbeiten, zum Thema LGBTTI zu schulen, da mit diese als erste A n- sprechpartner fungieren und bei einem Outing möglic herweise unterstützen können. Es wurde ebenfalls auf den verinnerlichten Umgang mit Homosexualität im Heimatland und der damit ve r- bundenen Schwierigkeit eines Outings hingewiesen. Des Weiteren wurde die Einführung separa- ter Einrichtungen für LGBTTI -Menschen angeregt, welche in anderen Städten schon mit Erfolg angeboten würden. Track arbeitet aktuell an Flyern zur Arbeit des Vereins in verschiedenen Sprachen. Alle Vereine wurden über die Möglichkeit einer Veränderung der Unterbringungssituation im Falle von (drohenden) Konflikten in Folge sexueller Orientierung informiert. Sofern dies von Betroff e- nen gewünscht ist, wurde für diese Fälle eine Zusammenarbeit zwischen Beratung sstellen und dem Sozialdienst für Flüchtlinge vereinbart. Die Verwaltung geht davon aus, dass mit dieser Vorlage die Anträge erledigt sind. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage 1: Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP A-R/0047/2015: LGBTTI*-Menschen in Flüchtlingsheimen unterstützen Anlage 2: Antrag an den ASSGVAf der SPD-Fraktion in der Sitzung am 26.08.2015: Belange homo- und transsexueller Flüchtlinge in den Blick nehmen
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Weseler Straße 19
- Ludgeriplatz 4
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Details
- Aktenzeichen
- V/0341/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.05.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37