V/0366/2025
Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Berg Fidel
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Anlage 1: Integriertes Entwicklungskonzept Berg Fidel
243987 Zeichen
Stadtplanungsamt
Integriertes Entwicklungskonzept
Münster-Berg Fidel
Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung
„Berg Fidel - lebendig - grün - urban“
Integriertes Entwicklungskonzept Berg Fidel
Inhalt
1. Einleitung ................................................................................1
1.1. Handlungsrahmen / Planungsanlass ................................ ................................ ........... 1
1.2. Auftrag aus den parlamentarischen Gremien ................................ .............................. 3
1.3. Ablauf des Verfahrens................................ ................................ ................................ . 3
1.4. Beteiligungsprozess ................................ ................................ ................................ .... 5
2. Grundlagen .............................................................................9
2.1. Lage im Stadtgefüge ................................ ................................ ................................ ... 9
2.2. Abgrenzung des Untersuchungsgebietes ................................ ................................ ...10
2.3. Geschichte des Stadtteils ................................ ................................ ...........................10
2.4. Zukünftige Entwicklung gem. Flächennutzungsplan und anderer Planwerke .............12
3. Statistik .................................................................................18
3.1. Wohnberechtigte Bevölkerung / Bevölkerungsentwicklung ................................ ........19
3.2. Altersstruktur ................................ ................................ ................................ ..............20
3.3. Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte in Münster gesamt / Berg Fidel .............21
3.4. Wohnberechtigte Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit ................................ ..........21
3.5. Haushaltstypen / Haushaltsgrößen ................................ ................................ ............22
3.6. Soziale Bevölkerungsindikatoren Berg Fidel gesamt ................................ ..................23
3.7. Bevölkerungsprognose ................................ ................................ .............................. 25
3.8. Arbeitslosigkeit / Transferleistung ................................ ................................ ..............25
3.9. Bautätigkeit in Berg Fidel ................................ ................................ ...........................26
3.10. Gesundheit ................................ ................................ ................................ ..............27
3.11. Fazit Statistik................................ ................................ ................................ ............30
4. Stadtteilanalyse ....................................................................31
4.1. Wohnen / Städtebau ................................ ................................ ................................ ..31
4.2. Klimaschutz / Klimaanpassung ................................ ................................ ..................36
4.3. Nahversorgung ................................ ................................ ................................ ..........40
4.4 Arbeitsmarkt ................................ ................................ ................................ ................44
4.5. Mobilität ................................ ................................ ................................ .....................45
4.6. Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung ................................ ............................... 53
4.7. Freizeit / Kultur ................................ ................................ ................................ ...........59
4.8. Miteinander / Integration ................................ ................................ ............................60
4.9. Sport / Bewegung ................................ ................................ ................................ ......62
4.10. Gesundheit ................................ ................................ ................................ ..............67
4.11. Öffentlicher Raum / Parks / Spielplätze ................................ ................................ ....70
4.12. Sauberkeit / Sicherheit ................................ ................................ .............................78
4.13. Fazit der Stadtteilanalyse ................................ ................................ .........................80
5. Übersicht der Stärken und Schwächen ................................83
Allgemeine Einschätzung ................................ ................................ ................................ ..83
1 Wohnen / Städtebau ................................ ................................ ................................ .....83
2 Klimaschutz / Klimaanpassung ................................ ................................ .....................85
3 Nahversorgung / Arbeitsmarkt ................................ ................................ .......................85
4 Mobilität ................................ ................................ ................................ ........................86
5 Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung ................................ ................................ ..87
6 Kultur / Freizeit ................................ ................................ ................................ ..............87
7 Miteinander / Integration ................................ ................................ ............................... 88
8 Sport / Bewegung ................................ ................................ ................................ .........89
9 Gesundheit ................................ ................................ ................................ ...................90
10 Öffentliche Räume / Parks / Spielplätze ................................ ................................ ......91
11 Sicherheit ................................ ................................ ................................ ....................92
12 Sauberkeit ................................ ................................ ................................ ...................92
6. Maßnahmenkonzept / Projektsteckbriefe .............................94
7. Umsetzung / Organisation ..................................................129
8. Ausblick ..............................................................................131
9. Anhang ...............................................................................134
Impressum ..............................................................................140
1
1. Einleitung
1.1. Handlungsrahmen / Planungsanlass
Berg Fidel ist ein ausgesprochen interkultureller, vielfältiger Stadtteil, gekennzeichnet
durch ein breites Spektrum an unterschiedlichen Lebens- und Wohnformen. Menschen
aus unters chiedlichen Nationen und Religionszugehörigkeiten prägen das Leben in
dem südlich an die Innenstadt angrenzenden Stadtteil.
Im Vergleich mit anderen Münsteraner Stadtteilen weisen die Bevölkerungsindikato-
ren in einigen Quartieren des Stadtteils vielfach negativ abweichende Werte auf. So-
ziale Probleme ergeben sich u.a. durch einen hohen Arbeitslosenanteil mit hoher Ju-
gendarbeitslosigkeit oder einer hohen Quote an von Armut betroffenen Menschen.
Der Stadtteil leidet seit vielen Jahren unter einem schlechten Image. Faktoren, die den
Ruf negativ beeinflussen, sind u.a. Probleme mit der Sauberkeit und Sicherheit vor
Ort. Auch die Gestaltung des Stadtteilzentrums südlich der Hogenbergstraße ist unat-
traktiv und lädt nicht zum Verweilen ein.
Zudem bestehen vielfältige bauliche Missstände in den Mehrfamilienhäusern und
Großwohnsiedlungen hinsichtlich der Instandhaltung und der energetischen Stan-
dards. Daneben hat die teilweise einseitige Belegungspolitik der ansässigen Woh-
nungsgesellschaften zu einer Konzentration sozialbelasteter Bevölkerungsgruppen
geführt und damit die überwiegend schwierige Wohnsituation der Mieterschaft noch
verschärft.
Das vorliegende Integrierte Entwicklungskonzept (InSEK) verfolgt das Ziel, mit einem
breit aufgestellten Katalog von Maßnahmen, d en derzeit bestehenden Missständen
entgegenzuwirken. Das wichtigste Ziel dieses InSEKs für den Stadtteil Berg Fidel liegt
aber weder i n der Erarbeitungsphase , noch in dem nun vorliegenden Abschlussbe-
richt. Der entscheidende Schritt, der jetzt auf Basis des InSEKs folgen muss, ist die
Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten M aßnahmen und Projekte. Erst dann ist ein
spürbarer Mehrwert für die Bewohnerschaft zu erwarten: D.h. die derzeitigen Problem-
lagen im sozialen Bereich und in der Wohnsituation in den Großwohnsiedlungen müs-
sen deutlich reduziert werden. Hierfür – und gleichsam auch für weitere Aufwertungs-
maßnahmen in den anderen aufgelisteten Handlungsfeldern – ist ein langfristiges Zu-
sammenwirken verschiedener Akteurinnen und Akteure notwendig. Zu ne nnen sind
die zu beteiligenden Fachämter der Stadt Münster und Behörden, die Politik vor Ort
und die heute schon engagierten Akteurinnen und Akteure, die sich regelmäßig im
Arbeitskreis Berg Fidel intensiv mit aktuellen und langfristigen Aufg aben zur Verbes-
serung der L ebensumstände für alle Altersgruppen im Stadtteil auseinandersetzen.
Zahlreiche soziale und kirchliche Organisationen sowie städtische Einrichtungen ha-
ben bereits ein gutes Fundament und breites Netzwerk zur Einbindung der Bürger-
schaft aufgebaut. Diese bereits wirksamen Hilfsangebote der unterschiedlichen Akteu-
rinnen und Akteure gilt es zu stärken und weiter auszubauen.
Darüber hinaus wurde das InSEK Berg Fidel auch gemeinsam mit der interessierten
Bürgerschaft in einem interaktiven Prozess – in mehreren Beteiligungsschritten – er-
arbeitet. Als „Quartiersexpertinnen und Quartiersexperten“ haben die Bewohnerinnen
und Bewohner wesentlich zum Entstehen des InSEKs beitragen.
Durch diese Einbindung und de n gleichzeitigen Fokus auf Bevölkerungsgruppen mit
bisher wenig „Beteiligungsübung“ soll zudem eine stärkere Identifikation mit dem
Stadtteil erzielt werden.
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Dieser partizipative Ansatz aus der Erarbeitungsphase des InSEKs soll auch in darauf-
folgenden Abwägungs- und Entscheidungsprozessen weitergeführt werden. Alle be-
reits im Stadtteil engagierten Akteurinnen und Akteure sowie Bewohnerinnen und Be-
wohner können die bevorstehende Umsetzungsphase unterstützen.
Für alle Beteiligten bedeutet eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen und Pro-
jekte aus dem InSEK ein großes, und vor allen Dingen langfristiges Engagement –
häufig auch zusätzlich zu den eigentlichen beruflichen Herausforderungen. Eine Stadt-
teilkümmerin des Stadtplanungsamtes und eine Quartiersmanagerin von Münster Mar-
keting nehmen hier eine unterstützende Funktion ein.
Das InSEK ist als dynamischer Prozess zu verstehen. Dadurch können auch bisher
nicht beteiligte Bürgerinnen und Bürger sowie Akteurinnen und Akteure mit ihren indi-
viduellen Aufgabengebieten und Interessen im Laufe des weiteren Umsetzungspro-
zesses noch einbezogen werden.
Folgende Themen sollen vorrangig betrachtet werden:
Wohnen / Städtebau
Klimaschutz / Klimaanpassung
Nahversorgung / Arbeitsmarkt
Mobilität
Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung
Miteinander / Integration
Freizeit / Kultur
Sport / Bewegung
Gesundheit
Öffentliche Räume / Parks / Spielplätze
Sauberkeit / Sicherheit
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1.2. Auftrag aus den parlamentarischen Gremien
Der frühere Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen hat
die Verwaltung damit beauftragt, für den Stadtteil Berg Fidel ein InSEK zu erstellen.
Neben der Darstellung der aktuellen Ausgangss ituation im Stadtteil und potenz ieller
Maßnahmen sollte das Konzept auch als Grundlage zur Beantragung von Fördermit-
teln aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ gemäß Städtebauförderrichtlinie NRW
dienen.
Mit dem Jahr 2020 änderten Bund und Länder die Programmstruktur in der Städte-
bauförderung. Das Programm „Soziale Stadt“ wurde in das Programm „Sozialer Zu-
sammenhalt“ überführt. Damit einher ging eine Verlagerung des Programmschwer-
punktes weg von Förderprojekten aus den sozialen Bereichen, hin zu baulichen Pro-
jekten im öffentlichen Raum (Investitionen und investitionsvorbereitende Maßnah-
men und Projekte). Insofern kommt eine Förderung von im InSEK aufgeführten be-
gleitenden Maßnahmen im Rahmen des Programmes „Sozialer Zusammenhalt“ im
Sozialbereich derzeit nicht zur Anwendung.
In diesem Zusammenhang sind zukünftig andere Finanzierungsmöglichkeiten aufzu-
zeigen, z.B. durch die jeweiligen zuständigen Ämter über den städtischen Haushalt,
über spezielle Förderprogramme in den einzelnen Fachdisziplinen oder andere För-
derprogramme außerhalb der Städtebauförderung.
Das InSEK ist kein abgeschlossener Prozess, sondern muss den jeweils aktuellen
Rahmenbedingungen angepasst werden. Die aufgelisteten Maßnahmen- und Pro-
jektvorschläge können durch die parlamentarischen Gremien im Einzelnen beantragt
und deren Umsetzung durch die Fachämter der Verwaltung im Rahmen ihrer jeweili-
gen Zuständigkeiten, Personal- und Finanzressourcen beauftragt werden.
Sollten zukünftig Fördermöglichkeiten im Sozialbereich wieder im Rahmen der Städ-
tebauförderung geschaffen werden , kann das jetzt erarbeitete InSEK – ergänzt um
die notwendigen Aussagen wie Kostenschätzung, Zeitschiene der Realisierung usw.
– zur Grundlage möglicher Förderanträge werden.
1.3. Ablauf des Verfahrens
Die Erarbeitung des vorliegenden InSEKs für Berg Fidel erfolgte in der Zeit zwischen
dem 1. Quartal 2021 und dem 1. Quartal 2024. Besonders im Fokus stand dabei die
intensive Beteiligung: Der Bewohnerschaft, der verschiedenen Akteurinnen und Ak-
teure vor Ort, der Vertreterinnen und Vertreter der Institutionen und Vereine, der Mit-
glieder der Bezirksvertretung Hiltrup und der betroffenen Fachverwaltung. Bedingt
durch die Corona-Pandemie konnte ein Großteil der öffentlichen Veranstaltungen in
den Jahren 2021 und 2022 nur unter erschwerten Bedingungen in Präsenz durchge-
führt werden, was die Effektivität der Beteiligungsformate und den zeitlichen Verfah-
rensverlauf beeinträchtigt bzw. verzögert hat.
Ergänzend dazu wurde bereits im Erarbeitungsprozess in der Phase der Abstimmung
und Auflistung der konkretisierten Maßnahmen - und Projektvorschläge mit den be-
treffenden Fachämtern und den Sozialverbänden vor Ort deutlich, dass aufgrund der
derzeit eingeschränkten Personal- und Finanzressourcen nur eine begrenzte Anzahl
von Maßnahmen in das InSEK aufgenommen werden kann.
4
Abb. 1: Erarbeitungsschritte Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Berg Fidel
Bild: Stadt Münster
5
1.4. Beteiligungsprozess
Startgespräch mit den Fachämtern
Als Ei nstieg in den gemeinschaftlichen Arbeits prozess fand mit den beteiligten
Fachämtern ein Austausch über bereits laufende und geplante Projekte im Untersu-
chungsgebiet im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit statt. Auf der Grundlage dieser
Startgespräche konnten erste Stärken, Schwächen und Handlungsbedarfe aus ver-
waltungsinterner Sicht zusammengestellt und ausgewertet werden.
Abstimmung mit den parlamentarischen Gremien
Zur Begleitung des Erarbeitungsprozesses wurde ein Interfraktioneller Arbeitskreis mit
jeweils einem Mitglied der in der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup vertretenen Frakti-
onen, dem Bezirksbürgermeister, der Projektleitung – und nach Bedarf auch mit Ver-
treterinnen und Vertretern der Fachämter – gebildet. Die Mitglieder des Arbeitskreises
haben idealerweise einen engen Bezug zum Stadtteil und zur Stadtteilbevölkerung, da
sie im Stadtteil leben oder hier berufstätig sind und zudem auch in den unterschied-
lichsten Akteursgruppen vernetzt sind.
In diesen Zusammenkünften wurden aktuelle Themen des InSEKs diskutiert und der
weitere Verfahrensverlauf abgestimmt. Die Diskussionsergebnisse wurden durch die
Mitglieder des Arbeitskreises in die jeweiligen Fraktionen der Bezirksvertretung Müns-
ter-Hiltrup rückgekoppelt.
Öffentlichkeitsbeteiligung / Öffentlichkeitsarbeit
In Zusammenarbeit mit den Fachämtern wurde ein Fragebogen auf der Grundlage des
verwaltungsinternen Startgespräches und seiner Auswertung zur Befragung von
Schlüsselpersonen erstellt. Diese Abfrage fand digital statt. Von Vertreterinnen und
Vertretern von Vereinen, Kirchen, Bürgerinitiativen, Sozialverbänden, der sozialen In-
frastruktureinrichtungen wie der PRIMUS-Schule, Kitas, Wohnungsgesellschaften etc.
wurde der Fragebogen bearbeitet und anschließend von der Projektleitung ausgewer-
tet. Auffallend war, dass sich ein Großteil der südlich der Umgehungsbahnlinie woh-
nenden Schlüsselpersonen nicht zu Berg Fidel, sondern eher zu Hiltrup zugehörig füh-
len und dementsprechend den Fragebogen nicht beantwortet haben.
In dem Stadtteilhaus Lorenz-Süd wurden unter dem Motto: „Informativ und interaktiv“
öffentliche Auftaktveranstaltungen mit neun Themenstationen, teilweise betreut von
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Fachverwaltung, durchgeführt. Für die Bürger-
schaft bestand nach einer allgemeinen Einführung in Ziel und Verlauf des Verfahrens
zur Erstellung des InSEKs die Möglichkeit, Notizen mit der eigenen Einschätzung von
Ausgewählte Beteiligungsformate
Startgespräche mit den Fachämtern
Abstimmung mit den parlamentarischen Gremien
Öffentlichkeitsarbeit
Befragung von Schlüsselpersonen
Auftaktveranstaltung mit neun Themenstationen
Schülerschaft der PRIMUS-Schule „#Stadtsache“
Haushaltsbefragung
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Stärken und Schwächen im Stadtteil sowie eigene Ideen zur Verbesserung auf Stell-
wänden zu platzieren. Bei Bedarf wurden die Anwesenden von Sprach- sowie Kultur-
mittlerinnen und -mittlern unterstützt.
Über Plakate, Flyer und die persönliche Ansprache der Bürgerschaft wurde intensiv
für die Veranstaltung im Stadtteilzentrum geworben. Obwohl viel Wert auf nieder-
schwellige Formulierungen und Mehrsprachigkeit gelegt wurde, war die Beteiligung
der Stadtteilbevölkerung ausgesprochen gering.
Bedingt durch die langandauernde Corona -Pandemie und die dadurch auferlegten
Kontaktsperren war es nicht möglich, die Bewohnerschaft von Berg Fidel zur Vorbe-
reitung der o.g. Beteiligungsformate in das Stadtteilhaus Lorenz-Süd zu einem unge-
zwungenen Austausch einzuladen. Mit einem solchen vorgeschalteten Austausch
hätte voraussichtlich die Chance bestanden, bereits früher das Interesse der Bewoh-
nerschaft für das InSEK zu wecken.
Abb. 2: Abfrage im Stadtteil mit dem Flyer „Was könnte besser werden?“
Bild: Sonja Mester
Um im Vorfeld auf die Auftaktveranstaltung durch das Stadtplanungsamt und die zeit-
gleich stattfindende Familienkonferenz durch das Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien in Berg Fidel intensiver aufmerksam zu machen, wurde das sogenannte
„Teemobil“ des Stadtteilhauses Lorenz -Süd genutzt. Mit diesem Fahrzeug – einem
Lasten-E-Bike mit integriertem Angebot an Tee – war es leichter, mit der Stadtteilbe-
völkerung in Kontakt zu treten und das Anliegen der Verwaltung zu erläutern. Darüber
hinaus war es für die Bewohnerschaft möglich, bereits vor Ort spontan eine erste Mei-
nungsäußerung auf den oben dargestellten Flyern abzugeben.
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Abb. 3: Beispiel eines Arbeitsergebnisses: Stellwand mit Notizzetteln
zum Thema „Stärken im öffentlicher Raum, Parks, Spielplätze“
Bild: Stadt Münster
Die Akteurinnen und Akteure vor Ort, wie z.B. der „Arbeitskreis Berg Fidel “, waren
innerhalb des Erarbeitungsprozesses sehr an dem Verfahren interessiert und konnten
im Prozessverlauf wertvolle fachliche Anregungen aufgrund ihres engen Kontaktes zu
den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Stadtteil geben. Teilnehmende an die-
sem Arbeitskreis sind z.B. Sozialverbände, soziale und kirchliche Einrichtungen, Ver-
eine, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung, der Schulen und der Kitas sowie
der Bezirksbürgermeister und die Polizei.
Die Haushaltsbefragung „Leben und Wohnen in Berg Fidel“ sollte Meinungen und
Anregungen d er Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zur Schaffung einer
breiten Informationsgrundlage für das Verwaltungshandeln ermitteln. Im Juni/Juli 2021
erhielten ca. 3.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Haushalte einen Fragebogen
zugeschickt. Drei Wochen später folgte eine Erinnerung. Die Befragten konnten alter-
nativ zum Papierfragebogen auch online teilnehmen. Es wurden Werbeplakate in ver-
schiedenen Sprachen aufgehängt, ein kurzes „Erklärvideo“ zum Prozess produziert
und vor Ort eine Beratung sowie Hilfe zum Ausfüllen angeboten.
Die Gesamt-Rücklaufquote betrug 17 % (31 % davon Online-Teilnahme). Der Rücklauf
war – räumlich gesehen – recht unterschiedlich verteilt. Die äußeren Bereiche im
Stadtteil wiesen eine geringere Beteiligung auf, wohingegen diese im „Kern“ von Berg
Fidel bei 26 % lag. Die Nicht -Teilnahme dürfte auch auf das von einigen Befragten
genannte fehlende Bewusstsein, überhaupt in „Berg Fidel“ zu wohnen, beruhen (z.B.
bei einer räumlichen Nähe zu Hiltrup, s.o.).
Zusammen mit der PRIMUS -Schule Berg Fidel-Geist und dem Stadtteilhaus Lorenz-
Süd hat Münster Marketing im Sommer 2021 mit Hilfe der App #Stadtsache 100 Kin-
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der und Jugendliche aus Berg Fidel ihren Stadtteil erkunden lassen und dabei vielfäl-
tige Ideen zur Aufwertung des Stadtteils erhalten. Die Kinder und Jugendlichen haben
zum einen gezeigt, welche Orte ihnen in Berg Fidel besonders gut gefallen, wo sie
gerne unterwegs sind und sich mit Freunden treffen. Zum anderen aber auch, wo sie
sich nicht so wohl oder sicher fühlen und an welch en Stellen etwas fehlt oder wo si e
sich Verbesserungen wünschen. Dabei sind zu den Themenbereichen Grün flächen
und Nachhaltigkeit, Spiel und Sport, Treffpunkte, Kunst- und Kultur sowie Verkehr eine
Fülle an Ideen und Maßnahmen von den Kindern und Jugendlichen benannt worden.
Beispielsweise wurden ein Wasserspielplatz und eine Korbschaukel für den Spielplatz
an der
Trauttmansdorffstraße angeregt. Diese konnten bereits realisiert werden.
Eine tabellarische Übersicht mit den wesentlichen Ergebnissen befinde t sich im An-
hang. Weitere Informationen sind unter folgendem Link zu finden : https://stadtsa-
che.de/bergfidel/doku/.
Bild: Stadt Münster
Abb. 4: Unterwegs mit Oberbürgermeister Markus Lewe und Kindern und Jugendlichen der
PRIMUS-Schule
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2. Grundlagen
2.1. Lage im Stadtgefüge
Der Stadtteil Berg Fidel hat ca. 5.900 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31.12 .
2024) und grenzt südlich an den Stadtteil Geist / Duesberg an. Die Entfernung zur
Münsteraner Innenstadt beträgt ca. 4 km. Der Stadtteil ist dem Stadtbezirk Münster-
Hiltrup zugeordnet. Verkehrstechnisch hat der Kernbereich von Berg Fidel eine Be-
sonderheit: Er liegt in einem Dreieck aus der Umgehungsbahnstrecke und den beiden
Bahnlinien von Münster nach Hamm und Dortmund. Im Nordwesten befindet sich der
Sternbusch-Park. Im Süden schließen sich die Vennheide und der Lechtenberger
Busch an die Trasse der Umgehungs bahn an und bilden die Grenze zum Stadtteil
Münster-Hiltrup. Etwa mittig verläuft in Nord-Süd-Richtung die Hammer Straße als ein-
zige Haupterschließung. Für Zufußgehende und Radfahrende besteht zusätzlich die
Möglichkeit über drei B rücken in die angrenzende n Stadtteile oder in das Naherho-
lungsgebiet Vennheide zu gelangen.
Abb. 5: Lage im Stadtgebiet
Bild: Stadt Münster
Der östlich der Hammer Straße liegende Bereich des Stadtteils ist bis zum Dortmund-
Ems-Kanal vorwiegend gewerblich geprägt. Hier befindet sich auch ein großer Lebens-
mittel-Discounter, der städtebaulich nicht in den Stadtteil Berg Fidel integriert ist und
sich somit mit seinem Angebot in erster Linie an Personen mit PKW und aus einem
größeren Einzugsbereich richtet.
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2.2. Abgrenzung des Untersuchungsgebietes
Das wesentlich kleinere Untersuchungsgebiet, auf das sich das InSEK bezieht – das
Zentrum mit der angrenzenden gemischten Bebauung, dem Sternbusch-Park und dem
Preußenstadion – wurde in Absprache mit den Mitgliedern des Interfraktionellen Ar-
beitskreises festgelegt und umfasst nur einen Teilbereich des Stadtteils Berg Fidel. Es
liegt in dem statistischen Bezirk Münster-Hiltrup und umfasst die Stadtzellen 911 Berg
Fidel, 912 Stadion und 343 Sternbusch. Abgegrenzt wird das Untersuchungsgebiet im
Norden und Westen durch die Trasse der Bahnverbindung Münster-Dortmund, im Os-
ten durch die Hammer Straße und im Süden durch die T rasse der Umgehungsbahn.
Hinzu kommt die Fläche des Sternbusch-Parks, der im Nordwesten an die Bahntrasse
Münster-Dortmund angrenzt.
Abb. 6: Eingrenzung des Untersuchungsgebietes
Bild: Stadt Münster
2.3. Geschichte des Stadtteils1
Der Raum des heutigen Berg Fidels im Südosten der ehemaligen Bauernschaft Geist
scheint schon in der jüngeren Bronzezeit (1200 bis 800 v. Christus) besiedelt gewesen
zu sein, worauf Bodenfunde aus dieser Zeit schließen lassen.
Der Name Berg Fidel war zunächst nur eine alte Flurbezeichnung, dessen Bedeutung
nicht eindeutig überliefert ist. Er lässt gleich zwei Bedeutungen zu: Entweder bedeutet
er „sicherer Berg“ aufgrund der erhöhten Lage des Geländes, oder aber man leitet
Fidel von „Fidelis“ (lateinisch: Treue) ab. Die zweite angenommene Definition weist
1 Ursula Richard-Wiegandt „Münster und seine Stadtteile“, 2005, Hrsg. Stadt Münster – Stadtplanungsamt.
11
darauf hin, dass im Spätmittelalter einige Fürstbischöfe nach ihrer Wahl von ihrer Lan-
desburg Wolbeck in Richtung Münster reisten, um auf dem Berg Fidel von den Mitglie-
dern des Rates der Stadt empfangen zu werden, weil diese ihrem neuen Bischof als
Landesherrn einen Treueeid zu schwören hatten.
Nach dem Ersten Weltkrieg lag e in Schwerpunkt des Wohnungsbaus in Münster auf
dem nördlich an Berg Fidel angrenzenden Gelände der Geist. Hier sollte durch die
Erschließung von neuem Bauland vor allem der akuten Wohnungsnot begegnet wer-
den. Am Berg Fidel setzten in den frühen 1920er Jahren verstärkt erste Bautätigkeiten
ein. 1939 existierten im „stadtfernen“ Raum Vennheide bereits über 100 Wohnge-
bäude.
Durch den Zweiten Weltkrieg wurden im Stadtgebiet Münsters neben der historischen
Altstadt auch große Bereiche der südlichen Innenstadt fast völlig zerstört. Entspre-
chend groß war die damalige Wohnungsnot nicht nur in diesen Quartieren, sondern in
der Gesamtstadt Münster. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde an die Bautätigkeit im
Raum Vennheide angeknüpft, da sich die Außenbezirke zu immer beliebteren Wohn-
gebieten entwickelten.
Der Wiederaufbau erfolgte in den darauffolgenden Jahren weitgehend auf der Grund-
lage der a lten Gebäudestrukturen, so dass die Struktur vieler Wohnviertel erhalten
blieb. Im Gegensatz hierzu wurde die Großsiedlung Berg Fidel auf überwiegend freier
Fläche in einem Guss von dem Düsseldorfer Architekten Jochen Kuhn in den 1960er
Jahren geplant. Innerhalb von neun Jahren wurde auf einer Fläche von ca. 32 Hektar
auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs ein neues Wohnquartier reali-
siert. Architekt Jochen Kuhn entwickelte für dieses innovative Siedlungsprojekt ein ge-
ometrisches Ordnungssystem , welches dem damaligen Leitbild „Urbanität durch
Dichte“ entsprach. Der 1964 ausgelobte Wettbewerb sah zunächst die Errichtung von
800 Wohneinheiten vor. Die Bebauungsdichte wurde damals allerdings zur Steigerung
der Wirtschaftlichkeit auf 1.250 Wohneinhe iten erhöht, anderenfalls hätte sich der
enge Finanzierungsrahmen für den öffentlich geförderten Wohnungsbau nicht darstel-
len lassen (ca. 70 % der Wohnungen wurden öffentlich gefördert). Die Altenwohnein-
richtung Haus Simeon entstand Mitte der 70er Jahre.
Abb. 7: Modell des städtebaulichen Wettbewerbs
Bild: Fritz von Poblotzki
12
Wegen der relativ massiven Bebauung legte man besonderen Wert auf die Grünpla-
nung. Die Stadt beauftragt e für die Grün planung den Gartenarchitekten Professor
Günther Grzimek. Anhand seines Rahmenplans entwickelten die Gartenarchitekten
Wagenfeld und Boyer anschließend detaillierte Ausführungspläne, die für die Bauträ-
ger verbindlich waren.
Anfänglich lebten etwa 4.000 Menschen in den Neubauwohnungen. Bevor man in die
Detailplanungen für die Großsiedlung einstieg, wurden die naturräumlichen Gegeben-
heiten, wie beispielsweise die Eichenallee des heutigen Hülsenbusches oder das
Baumrondell, zum Teil noch Überbleibsel einer historischen Hofanlage, unte r Natur-
denkmalschutz gestellt, um diese stadtbildprägenden Elemente zu erhalten.
Abb. 8: Blick in die Hülsenbuschallee
Bild: Stadt Münster
Die in vorangegangenen Planungskonzepten entstandene Idee, Wohnen und Arbeiten
nahe und störungsfrei nebeneinander anzusiedeln und so der berufstätigen Bevölke-
rung weite Anfahrtswege zu ersparen, wurde weiterverfolgt: In unmittelbarer Nachbar-
schaft zu Berg Fidel wurden seit den 1960er Jahren die beiden großflächigen Gewer-
begebiete Höltenweg und Siemensstraße ausgebaut.
2.4. Zukünftige Entwicklung gem. Flächennutzungsplan und anderer
Planwerke
Der zuletzt 2004 für das gesamte Stadtgebiet Münster fortgeschriebene Flächennut-
zungsplan (FNP) weist aktuell für Berg Fidel keine neuen Siedlungsflächen auf.
Änderungen des FNP seit 2004
Seit der Fortschreibung 2004 wurden im Stadtteil Berg Fidel folgende weiteren FNP-
Änderungsverfahren durchgeführt:
2009 wurde das Verfahren zur 24. Änderung des FNP wirksam, mit der im Bereich
Sonnenbergweg eine bisher dargestellte Fläche für die Landwirtschaft in ein Gewerbe-
gebiet (GE) umgewidmet wurde. Ergänzend wurde eine bisher dargestellte Fläche für
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Bahnanlagen in eine Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Maßnahmen zum Schutz,
zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft “ (Ausgleichflächen)
umgewidmet.
2018 wurde das Verfahren zur 55. Änderung des FNP „Sportpark Berg Fidel“ wirksam,
mit dem – zusammen mit dem im Parallelverfahren aufgestellten Bebauungsplan Nr.
568 und basierend auf der Grundlage des fortgeschriebenen Strukturkonzepts „Sport-
park Berg Fidel“ (Stand 26.08.2016) – die Voraussetzungen zur Umsetzung folgender
Ziele geschaffen werden sollten:
Schaffung der Realisierungsoption für ein zweitligataugliches Stadion mit bis
zu 20.000 Zuschauern (Modernisierung, Optimierung und Aufwertung des be-
stehenden Stadionstandortes).
Neubau von überdachten, rückwärtig baulich geschlossenen Sitzplatztribü-
nen; durch den Neubau einer Westtribüne kann der bestehende Immissions-
konflikt zwischen schutzbedürftiger Wohnbebauung und emittierender Sport-
anlage entschärft und gegenüber dem Status Quo verbessert werden.
Änderungen bei der An- und Zuordnung der lärmerzeugenden Stellplatzanla-
gen und Entzerrung bzw. Trennung zwischen Stellplatzflächen für einheimi-
sche Fans und Gäste -Fans; Verlegung lärmerzeugender Zu - und Abfahrten
der Besucher-Parkplätze tendenziell weg von den Wohnbereichen Berg Fi-
dels, um zu einer noch höheren Akzeptanz des Stadionstandortes in der Be-
wohnerschaft am Berg Fidel beizutragen und die wohngebietsnahen Ver-
kehrsbewegungen gegenüber der heutigen Situation merklich zu reduzieren.
Erhöhung der Stellplatzkapazitäten im unmittelbaren Stadionumfeld durch
„mitwachsende“ Hochgaragen (Parkpaletten/Parkhäuser).
Bestands- und Flächensicherung für den Tennisclub „Preußen Münster“ und
den Bereich „Skaterpark“.
Erweiterte Bestandssicherung für die Sporthalle Berg Fidel und das Jugend-
zentrum.
Neuerrichtung einer Beachvolleyball -Fläche mit vier Spielfeldern für opti-
mierte und flexiblere sportliche Aktivitäten des USC Münster als Volleyball-
verein.
Entwicklung einer öffentlichen Grünfläche mit Aufenthalts-, Erholungs- und
Spielmöglichkeiten für den Stadtteil – das Areal soll für die Bewohner des
Stadtviertels Berg Fidel im Sinne eines „Stadtteilparks“ aufgewertet werden.
Der Stadtteil - bzw. Quartiersbezug eines frei zugänglichen Stadtteilpar ks
steht dabei im Vordergrund.
Ergänzung der vor handenen Trainingsfelder des SCP durch zwei weitere
Trainingsplätze, u.a. für den Jugendbereich.
Das Wasserversorgungskonzept 2020 (DIPOL -Konzept) der Stadtwerke
Münster GmbH sieht die Konzentration auf die beiden Wasserwerke Hohe
Ward und Hornheide / Haskenau vor. Die übrigen Wasserwerke sollen mit der
sukzessiven Neustrukturierung der Wasserversorgung schrittweise außer Be-
trieb genommen werden. Dabei wird auch das Wasserwerk Geist mit seinem
Teil-Standort „Preußen-Stadion“ seinen Betrieb einstellen.
Im Rahmen der 55. Änderung des FNP wurden bisher dargestellte Grünflächen mit
verschiedenen Zweckbestimmungen überwiegend zu einem Sondergebiet mit der
Zweckbestimmung „Sportzentrum“ umgewidmet.
14
Bild: Stadt Münster
2019 wurde das Verfahren zur 86. Änderung des FNP „Robert -Bosch-Straße“ wirk-
sam. Das Verfahren wurde parallel zur 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 434
Abb. 9: Ausschnitt 55. Änderung des Flächennutzungsplans
15
durchgeführt. Mit diesen Änderungen sollten u.a. eine Anpassung der einzelhandels-
bezogenen Festsetzungen des Bebauungsplans an die Zielsetzungen des damals ak-
tuell fortgeschriebenen Einzelhandels - und Zentrenkonzeptes Münster erreicht wer-
den. Konkreter Anlass war e in vorliegender Antrag auf Vorbescheid auf Erweiterung
eines bereits vorhandenen zentrentypischen Einzelhandelsbetriebs der Branche Fahr-
radbedarf / Motorradbedarf.
Der Gewerbe - und Industriestandort an der Siemensstraße / Robert -Bosch-Straße
sollte für den Großraum „Gewerbegebiet Süd“ weiterhin gestärkt und entwickelt wer-
den. Trotz des bereits bestehenden Gewerbe - und Industriegebiets waren Teile der
Flächen noch unbebaut. Hier sollten zukünftig städtebaulich hochwertigere Büronut-
zungen entstehen können, die zwischenzeitlich weitgehend umgesetzt worden sind.
Die bisher im nordöstlichen Plangebiet dargestellten Sondergebiete FM1 und FM3
wurden zu Gewerbegebieten (GE) umgewidmet. Die vorhandenen tatsächlichen Nut-
zungen sind überwiegend auch in einem Gewerbegebiet zulässig.
Aktuell wird das Verfahren zur 88. Änderung des FNP „Feuer- und Rettungswache 3
und Sicherung des 2. Grünrings“ im Stadtteil Berg Fidel durchgeführt. Zusammen mit
der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 627 sollen im Wesentlichen die planungs-
rechtlichen Voraussetzungen zur Errichtung der Feuer - und Rettungswache 3 im Be-
reich östlich der Straße Hohe Geest sowie zur Errichtung eines erforderlichen Regen-
rückhaltebeckens im Bereich nördlich Merkureck geschaffen werden. Ergänzend soll
eine Teilfläche des 2. Grünrings der Grünordnung Münster mit ihrer Funktion als öko-
logischer Ausgleichsraum im südlichen Teil des Plangebiets östlich der Hohen Geest
gesichert werden.
16
Bild: Stadt Münster
Regionalplan
Der geltende „Regionalplan Münsterland “ wurde am 16.12.2013 vom Regionalrat
Münster aufgestellt und am 27.06.2014 von der Landesplanungsbehörde Nordrhein -
Westfalen bekannt gemacht. Seit dem 16.02.2016 wird der Regionalplan durch den
Sachlichen Teilplan Energie ergänzt, seit dem 24.10.2018 zusätzlich durch den Sach-
lichen Teilplan Kalkstein. Der Regionalplan bildet mit seinen Darstellungen von Sied-
lungsflächen den Rahmen für die Ausweisung von zukünftigen Siedlungsflächen im
FNP der Stadt Münster.
Der aktuelle Regionalplan enthält im Stadtteil Berg Fidel keine potenziellen Siedlungs-
flächen, die über die Siedlungsflächendarstellungen des FNP hinausgehen.
Aktuell befindet sich das Verfahren zur „Änderung des Regionalplans Münsterland zur
Anpassung an den Landesentwicklungsplan (LEP) NRW“ in der Auf stellung. Der ver-
öffentlichte Entwurf zur Änderung des Regionalplans Münsterland sieht im Stadtteil
Legende (reduziert)
Wohnbaufläche
Gemischte Baufläche
Gewerbliche Baufläche
Gewerbegebiet
Industriegebiet
ohne Entwicklung
Sondergebiet Zweck
Autobahn oder Autobahn-
ähnliche Straßen
Sonstige überörtliche oder
Örtliche Hauptverkehrsstra-
ßen
Örtliche Parkflächen
Park und Ride – Anlagen
Flächen für den Gemeinbe-
darf
Flächen für
Ver- und Entsorgung
Grünflächen
Wasserflächen
Flächen für die Landwirt-
schaft
Flächen für Wald
Fläche für Bahnanlagen
Dortmund-Ems-Kanal
Die erweiterte Legende zum
Flächennutzungsplan finden
Sie unter diesem Link:
https://geo.stadt-muens-
ter.de/webgis/html/fnp_le-
gende/legende_fnp.pdf
Abb. 10: Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan (Stand: 05.04.2024)
17
Berg Fidel einen Potenzialbereich für Allgemeine Siedlungsbereiche (ASB -P) im Be-
reich des heutigen Wasserwerks Vennheide vor.
Mit der Vorlage Nr. V/0339/20 23 hat der Rat der Stadt Münster am 20.09.2023 eine
Stellungnahme zum veröffentlichten Entwurf zur Änderung des Regionalplans Müns-
terland beschlossen. Danach empfiehlt die Stadt Münster auf die Darstellung dieses
Potenzialbereichs zu verzichten. Dieser Empfehlung ist der Regionalrat jedoch in der
Überarbeitung des Entwurfs nicht gefolgt. Im integrierten Flächenkonzept Münster
(IFM), welches der Rat am 11.09.2024 beschlossen hat, ist die Fläche nicht als Sied-
lungspotenzialfläche dargestellt.
Für den Stadtteil Berg Fidel liegt aktuell kein Landschaftsplan vor. Der Landschaftsplan
Nr. 4 „Davert und Hohe Ward“ befindet sich im Verfahren zur Aufstellung. In einem
Landschaftsplan sind die örtlichen Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung
der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege darzustellen
und rechtsverbindlich festzusetzen. Der Geltungsbereich des Landschaftsplans er-
streckt sich in Nordrhein-Westfalen auf den sogenannten Außenbereich im Sinne des
Bauplanungsrechts.
18
3. Statistik
Um darzustellen, dass der Stadtteil Berg Fidel im Vergleich zu der Gesamtstadt bei
mehreren Indikatoren negativ abweichende Werte aufweist, wurde für einige Daten ein
Zeitreihenvergleich zwischen Berg Fidel gesamt, den Stadtzellen 911 und 912 sowie
der Gesamtstadt Münster vorgenommen. Der Bereich des Sternbusch-Parks wurde
hier nicht statistisch aufgenommen, da dieser zum Untersuchungsgebiet gehörende
Teil keine Wohnbebauung aufweist.
Abb. 11: Übersicht der Stadtzellen Berg Fidel Gesamt
Bild: Stadt Münster
19
3.1. Wohnberechtigte Bevölkerung / Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerungsentwicklung in der gesamten Stadt Münster ist seit dem Zweiten
Weltkrieg positiv. Laut der Statistik lebten zum 31.12.2018 in Münster insgesamt
310.610 Einwohner, im Jahr 1998 lag die Einwohnerzahl noch bei 279.215. Dies ent-
spricht einem Bevölkerungszuwachs von 11,2 % in einem Zeitraum von 20 Jahren. Am
Jahresende 2024 waren 322.715 Münsteranerinnen und Münsteraner im Melderegis-
ter verzeichnet.
Die Bevölkerung im Stadtteil Berg Fidel hat hingegen leicht abgenommen. Zum Stich-
tag 13.12.2018 lebten in Berg Fidel 5.921 Personen. Am 31.12 2024 lag die Einwoh-
nerzahl bei 5.899 Personen.
Abb. 12: Bevölkerungsentwicklung in Berg Fidel gesamt
Bild: Stadt Münster
Untersuchte Merkmale:
1. Wohnberechtigte Bevölkerung / Bevölkerungsentwicklung
2. Altersstruktur
3. Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte in Münster gesamt / Berg Fidel
4. Wohnberechtigte Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit
5. Haushaltstypen / Haushaltsgrößen in den
6. Soziale Bevölkerungsindikatoren Berg Fidel gesamt
7. Bevölkerungsprognose
8. Arbeitslosigkeit / Transferleistungen
9. Bautätigkeit in Berg Fidel
10. Gesundheit
20
3.2. Altersstruktur
In den Stadtzellen 911 und 912 ist der Anteil der Bevölkerung im Alter zwischen 20
und 39 Jahren jeweils am höchsten. In der Stadtzelle 911 Berg Fidel betrug er 202 3
25,6 % und in der Stadtzelle 912 30,0 % der jeweiligen wohnberechtigten Bevölkerung.
Auffällig an der Veränderung der Altersstruktur ist der Anteil der 80 und über 80-Jähri-
gen in der Stadtzelle 911 Berg Fidel. Im Vergleich zum Jahr 2014 (100 %) ist der Anteil
der 80- und über 80 -Jährigen bis zum Jahr 2021 gestiegen und bis zum Jahr 202 4
wieder leichtgefallen. Diese Veränderung ist in der Stadtzelle 912 Stadion nicht zu be-
obachten. Hier hat sich die Altersstruktur von 2014 bis 2024 nicht signifikant verändert.
Abb. 13: Bevölkerungsentwicklung nach Al-
tersgruppen in 911 Berg Fidel
Bild: Stadt Münster
Abb. 14: Bevölkerungsentwicklung nach Alters-
gruppen in 912 Stadion
Bild: Stadt Münster
21
3.3. Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte in Münster gesamt /
Berg Fidel
Im Vergleich der Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte zwischen Münster ge-
samt und dem Stadtteil Berg Fidel ist der Anteil an Deutschen mit Migrationsvorge-
schichte und Ausländern zwischen 0 und 18 Jahren in Berg Fidel erhöht.
Ein Unterschied in der Altersstrukt ur besteht auch im Anteil der 20- bis 30-Jährigen.
Im gesamtstädtischen Gebiet ist dieser Anteil der Bevölkerung stärker vertreten als im
Stadtteil Berg Fidel.
Abb. 15: Altersstruktur nach Migrationsvorgeschichte 2023 (Gesamtstadt und Berg Fidel)
3.4. Wohnberechtigte Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit
Die Bevölkerungsentwicklung von 2014 bis 2024 stellt dar, dass seit 2014 der Anteil
der nichtdeutschen Bevölkerung von ca. 19 % auf ca. 27 % angestiegen ist.
Bild: Stadt Münster
22
Abb. 16: Bevölkerungsentwicklung. Anteile der nichtdeutschen Bevölkerung
Bild: Stadt Münster
3.5. Haushaltstypen / Haushaltsgrößen
Der Begriff „Haushalt” wird hier als „Personen, die aufgrund von Indizien, die aus dem
Melderegister gewonnen wurden, zusammenwohnen und leben” verstanden. Diese so
zu Haushalten zusammengeführten Personen entsprechen dem Typ des Wohnhaus-
haltes. Der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Personen ist in Berg Fidel höher
als in der Gesamtstadt.
Abb. 17: Anteile der Haushaltsgrößen 2024 in Berg Fidel gesamt
Bild: Stadt Münster
23
3.6. Soziale Bevölkerungsindikatoren Berg Fidel gesamt
In Berg Fidel leben im Vergleich zu dem Durchschnitt der gesamten Stadt Münster ca.
8 % mehr arbeitslose Menschen. Dies spiegelt sich auch im Anteil der SGB II-Empfän-
ger im Alter von 15 - 64 Jahren ( ca. 17 %) und im Alter von 0 - 14 Jahren mit 3 2 %
wider. Der Anteil der Kinder mi t Migrationsvorgeschichte liegt über 70 %. Dies ent-
spricht einer Differenz von 30 Prozentpunkte n im Vergleich mit dem Gesamtdurch-
schnitt Münsters. Bei allen untersuchten Indikatoren liegt die Bevölkerung von Berg
Fidel über dem Durchschnitt der gesamten Stadt Münster (Stand 2023)
Bild: Stadt Münster
Abb. 18: Bevölkerungsindikatoren 2023 für Münster und für den Stadtteil
24
Abb. 19: Anteile der Kinder mit SGB-II Leistung
Bild: Stadt Münster
Bild: Stadt Münster
Abb. 20: Bevölkerungsi ndikatoren der Wohnberechtigten
Bevölkerung im Stadtteil
25
3.7. Bevölkerungsprognose
Die Prognose für die Bevölkerungsentwicklung von Berg Fidel sieht bis 203 3 einen
leichten Rückgang voraus.
Abb. 21: Bevölkerungsprognose für 91 Berg Fidel von 2019 bis 2033
Bild: Stadt Münster
3.8. Arbeitslosigkeit / Transferleistung
In den Jahren 2014 bis 2023 war die Anzahl der Arbeitslosen in Berg Fidel schwankend
und ist im Jahr 2021 bis 2023 leicht gestiegen. Die geringste Anzahl an A rbeitslosen
wurde im Jahr 2021 verzeichnet.
26
Abb. 22: Arbeitslose in den Stadtzellen in Berg Fidel gesamt
Bild: Bundesagentur für Arbeit
3.9. Bautätigkeit in Berg Fidel
Insbesondere in den Jahren von 2016 bis 2019 wurden viele neue Wohnungen in Berg
Fidel (gesamter Stadtteil) fertiggestellt. Nach einer sehr niedrigen Fertigstellungsan-
zahl von Mehrfamilienhäusern im Jahr 2020, ist die Anzahl der fertiggestellten Woh-
nungen in Mehrfamilienhäusern im Jahr 2021 wieder über 30 gestiegen. Von 2024 bis
2033 wird eine geringe und in etwa gleichbleibende Anzahl an fertiggestellten Woh-
nungen für Berg Fidel prognostiziert. Im Vergleich zu den Mehrfamilienhäusern ist die
Anzahl der Wohneinheiten im Einfamilienhausbau gering.
Abb. 23: Fertiggestellte und prognostizierte Wohneinheiten von 2011 bis 2033 in Berg Fidel gesamt
KBP: Kleinräumige Bevölkerungsprognose
EFA: Einfamilienhäuser, MEFA: Mehrfamilienhäuser
Bild: Stadt Münster
27
3.10. Gesundheit
Zum Gesundheits - und Entwicklungszustand von Kindern werden im Rahmen der
Schuleingangsuntersuchung und der zahnärztlichen Reihenuntersuchungen in Kitas
und Schulen umfassende Daten erhoben. Anhand der Daten lassen sich Zielgruppen
und Sozialräume mit besonderem Bedarf an gesundheitsförderlichen und präventiven
Angeboten identifizieren. Im Folgenden werden dazu ausgewählte Daten der
schul(zahn)ärztlichen Untersuchungen des Einschulungsjahrgangs 2023 (Schulein-
gangsuntersuchung) bzw. Kalenderjahres 2022 (zahn ärztliche Reihenuntersuchun-
gen) dargestellt.
Körperliche Aktivität
Um Hinweise für besondere Bedarfe hinsichtlich der Motorik de r Einzuschulenden zu
erhalten, wurde ein Motorik-Score aus den Daten der Schuleingangsuntersuchungen
berechnet, der sich zusammensetzt aus den drei Teilindikatoren Radfahren, Schwim-
men und Sportförderbedarf. Pro Teilbereich kann ein Kind entweder einen oder keinen
Punkt bekommen. In der Summe hat somit jedes Kind [0], [1], [2] oder [3] Punkte:
Für die zu beobachtende Aggregationsebene Stadtteil werden die Punkte der dort le-
benden Kinder addiert und durch die Zahl der Kinder geteilt und aus praktikablen Grün-
den anschließend mit 100 multipliziert: Es ergibt sich damit ein Punktwert zwischen
minimal [0] und maximal [300].
Es zeigt sich, dass bei den Kindern in Berg Fidel im Bereich der Motorik ein größerer
Unterstützungsbedarf besteht als in allen anderen Münsteraner Stadtteilen.
Teilbereich jeweils 1 Punkt jeweils 0 Punkte
Radfahren Das Kind kann Rad fahren ohne
Stützräder.
Das Kind kann noch nicht Rad
fahren ohne Stützräder.
Schwimmen
Das Kind hat bereits das Seepferd-
chen-Abzeichen oder ein höheres
Abzeichen erreicht.
Das Kind hat noch nicht mind.
das Seepferdchen-Abzeichen
erreicht.
Sportförderbedarf Das Kind hat keinen Bedarf an
Sportförderunterricht gezeigt.
Das Kind hat im Bereich Sport
Förderbedarf gezeigt.
28
Abb. 24: Motorik-Fähigkeiten der Schulanfängerinnen und Schulanfänger in Münster nach Stadtteilen
Bild: Stadt Münster
Neben der Prävention von Ertrinkungsunfällen hat die Fähigkeit, schwimmen zu kön-
nen – wie die sportliche Betätigung generell – große Bedeutung für die Gesundheit
und Entwicklung von Kindern. Nicht zu unterschätzen ist dabei auch der Faktor Frei-
zeitspaß/-aktivität mit Gleichaltrig en. Bezogen auf Berg Fidel zeigen die Daten der
Schuleingangsuntersuchungen, dass die Schwimmfähigkeit dort verglichen mit Ge-
samt-Münster weniger gut ausgeprägt ist. Nur ein Kind der 64 Kinder des Einschu-
lungsjahrgangs 2023 in dem Stadtteil hat nach Angaben der Eltern zum Zeitpunkt der
Schuleingangsuntersuchung bereits das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ oder ein
höheres erworben, im gesamten Stadtgebiet sind es knapp 20% der Kinder. Auch die
Quote der Kinder, die zum Befragungszeitpunkt aktuell einen Schwimmkurs absolvier-
ten, ist in Berg Fidel nur knapp halb so groß wie in Gesamt-Münster.
Quelle: Stadt Münster
Tab 1: Daten zur Schwimmfähigkeit der Einschulungsuntersuchungen 2023
Schwimmfähigkeit lt. Elternangabe
Gesamt Sicher
schwimmen
Nicht sicher
schwimmen
Nicht sicher
schwimmen,
aber z.Zt.
Schwimmkurs
Nicht sicher
schwimmen,
Warten auf
Schwimmkurs
n n % n % n % n %
Berg Fidel 64 3 4,7 50 78,1 7 10,9 4 6,3
Münster gesamt 2782 679 24,4 1172 42,1 666 23,9 265 9,5
29
Tab 2: Erworbene Schwimmabzeichen
Quelle: Stadt Münster
Körpergewicht
Übergewicht und Adipositas im Kindesalter führen nicht selten bereits im Kindes- und
Jugendalter zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie zu einer höheren Wahr-
scheinlichkeit für Erkrankungen im Erwachsenen alter. Außerdem sind Übergewicht
und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen mit einer erheblichen Einschränkung der
Lebensqualität sowie mit einem höheren Risiko für Mobbing verbunden [vgl. RKI
2018]. Die Auswertung der Gewichtsdaten bei den Schuleingangsuntersuchungen
zeigt, dass sowohl der Anteil an Kindern mit Übergewicht als auch der mit Adipositas
im Einschulungsjahrgang 2023 größer ist als jeweils der gesamtstädtische Durch-
schnitt.
Tab 3: Daten zum Körpergewicht der Einschulungsuntersuchungen
BMI Perzentilen nach Kromeyer-Hauschild
Gesamt Kein Übergewicht
(≤ 90. Perzentile)
Übergewicht
(> 90. – 97.
Perzentile)
Adipositas
(> 97.
Perzentile)
n n % n % n %
Berg Fidel 64 54 84,4 7 10,9 3 4,7
Münster gesamt 2772 2507 90,4 159 5,7 106 3,8
Quelle: Stadt Münster
Zahnstatus
Die Ergebnisse der zahnärztlichen Untersuchungen des Jahres 2022 in den Münster-
aner Kitas zeigen, dass die Kinder mit Wohnadresse im Untersuchungs gebiet im ge-
samtstädtischen Vergleich einen deutlich schlechteren Gebisszustand aufweisen. In
Berg Fidel weist etwa jedes dritte Kind ein behandlungsbedürftiges Gebiss auf, wäh-
rend es gesamtstädtisch eins von zehn Kindern ist.
Erworbenes Schwimmabzeichen
Gesamt Seepferdchen oder
höher kein Abzeichen
n n % n %
Berg Fidel 64 1 1,6 63 98,4
Münster gesamt 2783 552 19,8 2231 80,2
30
Tab 4: Daten der zahnärztlichen Untersuchungen in Kitas des Kalenderjahres 2022
Zahnstatus
Gesamt naturge-
sund saniert behandlungs-
bedürftig
am Untersu-
chungstag nicht
anwesend/ver-
weigert
n n % n % n % n %
Berg Fidel 101 63 62,4 4 4,0 34 33,7 43 29,9
Münster gesamt 4266 3628 85,0 189 4,4 449 10,5 1569 26,9
Quelle: Stadt Münster
3.11. Fazit Statistik
Die Auswertung der statistischen Daten für den Stadtteil Berg Fidel ergibt ein klares
Profil:
Berg Fidel weist unterschiedliche Alters- und Sozialstrukturen in den einzelnen
Wohnquartieren mit heterogener Baustruktur auf.
Berg Fidel ist ein Wohnstandort mit relativ vielen jungen Menschen. Der Anteil
der Bevölkerung unter 18 Jahren ist deutlich höher als im Münsteraner Durch-
schnitt. Im Vergleich mit der Gesamtstadt ist die hohe Anzahl an Kindern mit Mig-
rationsvorgeschichte oder ausländischen Kindern auffällig.
Im Stadtteil Berg Fidel wohnen sehr viele Familien. Auch der Anteil der Alleiner-
ziehenden ist deutlich erhöht.
Berg Fidel ist ein kulturell sehr vielfältiger Stadtteil mit unterschiedlichen Natio-
nalitäten. Der Anteil der Einwohner mit Migrationsvorgeschichte und ohne deutsche
Staatangehörigkeit ist deutlich höher als in der Gesamtstadt.
In Berg Fidel wohnen viele Empfänger von Sozialleistungen. Das Untersu-
chungsgebiet weist sehr viel mehr SGB II- Empfänger im Alter von 15 bis 64 Jahren
an der Gesamtbevöl kerung auf, als im Münsteraner Durchschnitt . Dementspre-
chend ist auch der Anteil von Kindern (0 bis 14 Jahre), die SGB II- berechtigt sind,
überdurchschnittlich hoch.
Die Themen Armut und eine unbefriedigende soziale Lebenslage sind in Berg
Fidel überdurchschnittlich präsent.
Hinsichtlich des Gesundheitszustandes der Kinder ist der Anteil mit Adipositas,
schlechteren motorischen Fähigkeiten und mangelhaftem Zahnzustand im Ver-
gleich zum gesamtstädtischen Durchschnitt deutlich höher.
In Berg Fidel (Stadtzelle 911) ist der gewachsene Anteil an 80- und über 80-Jähri-
gen auffällig.
In Berg Fidel (Kernbereich Zellen 911 und 912) bestehen geringe Möglichkeiten
der baulichen Siedlungsentwicklung.
31
4. Stadtteilanalyse
4.1. Wohnen / Städtebau2
Heute noch ablesbar ist die planerische Grundidee der städtebaulichen Konzeption
des Stadtteils. Grundlage der Überlegungen war – neben der Abwendung der beste-
henden Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg – die Ausgeglichenheit zwischen
den unterschiedlichen Wohnformen für Bevölkerungsgruppen in unterschiedlichen Le-
benssituationen.
Eine Vergabe de r Grundstücke an mehrere Baugesellschaften erfolgte mit der Vor-
gabe, dass sich die zukünftige Bebauung an den Vorentwürfen des Architekten Jochen
Kuhn (siehe auch Kap. 2.3. Geschichte des Stadtteils) orientiert. Damit war gewähr-
leistet, dass die Großsiedlung nach einem eigenständigen städtebaulichen Profil, wie
beispielsweise der äußeren Gestaltung der Baukörper, der Farb- und Materialauswahl
und der Höhenentwicklung entstand.
Im Gegensatz zu den aufgelockerten und durchgrünten Siedlungsstrukturen der bei-
den Münsteraner Stadtteile Coerde und Aaseestadt besitzt das Wohnquartier Berg Fi-
del einen urbanen Charakter. Massive, gestaffelte Geschossbauten in verdichteter Be-
bauungsstruktur wechseln mit Flachdachbauten als Reihen- und Atriumhäuser ab. Mit
dem 17-geschossigen, gestaffelten „Weißen Riesen“ wurde für den Stadtteil ein deut-
licher, weit sichtbarer Akzent gesetzt.
Abb. 25: Blick auf den „Weißen Riesen“
Bild: Stadt Münster
Die städtebauliche Idee der Durchmischung der verschiedenen Wohnungsformen in
unterschiedlichen Gebäudetypen lässt sich in Berg Fidel besonders gut in dem Quar-
tier um das Einkaufszentrum an der Hogenbergstraße und entlang der Bahntrasse
Münster - Dortmund, der nördlichen Grenze des Untersuchungsgebietes , ablesen.
2 Ursula Richard-Wiegandt „Münster und seine Stadtteile“, 2005, Hrsg. Stadt Münster – Stadtplanungsamt.
32
Diese Konzeption der Durchmischung verschiedener Wohnformen für Menschen in
unterschiedlichen Lebens- und Alterssituationen wird auch heute noch von der Stadt-
teilbevölkerung weitgehend positiv bewertet.
Abb. 26: Unterschiedliche Formen der Wohnbebauung am Rincklakeweg
Bild: Stadt Münster
Abb. 27: Einkaufszentrum mit umliegender, mehrgeschossiger Bebauung
Bild: Stadt Münster
Als p roblematisch erweist sich jedoch in mehreren Quartier en die Belegungspolitik
durch die Wohnungseigentümer innen und -eigentümer. Ein Großteil der Geschoss-
wohnungsbauten befindet sich in der Hand einer Ei gentümergesellschaft. Bewohne-
rinnen und Bewohner in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen und verschiedener
Ethnien bilden oftmals das nachbarschaftliche Miteinander. Hinzu kommt der
33
schlechte bauliche und energetische Zustand einiger Geschosswohnungsbauten. Der
Sanierungsstau führt zu hohen Mietnebenkosten und zu einem negativen Preis/Leis-
tungsverhältnis für die Bewohnerschaft. Zum Jahreswechsel 2023/2024 forderte die
Eigentümerin der Großwohnsiedlung (LEG) eine Erhöhun g der Nebenkosten für Gas
und Strom, die zu einer großen Belastung der Mieterschaft geführt hat. Laut Aussage
der zuständigen Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) resultierte daraus zeitgleich
ein gestiegener Bedarf an Sozialberatung und eine wachsende Zahl an Anträgen auf
finanzielle Unterstützung.
Für Menschen, die Schwierigkeiten haben bezahlbaren Wohnung in Münster zu fin-
den, wird in Berg Fidel nach Aussage des zuständigen Fachamtes Wohnraum vorge-
halten.
Die Haushaltbefragung hat ergeben, dass die Mieter und Mieterinnen sich durch die
Eigentümergesellschaft schlecht betreut fühlen und die zuständigen Ansprechperso-
nen bei akuten und längerfristigen Problemen und Mängeln rund um das Thema „Woh-
nen“ nicht bekannt oder schwer erreichbar sind.
Die kommunale Wohnungsaufsichtsstelle geht mit der Eigentümerin einer großen An-
zahl von Geschosswohnungsbauten in Berg Fidel im Rahmen des Wohnraumstär-
kungsgesetzes des Landes NRW in den Austausch, sobald die Anzeige eines Mangels
seitens der Mietenden vorliegt. Grundlage ist das Modernisi erungs- und Instandhal-
tungsgebot nach § 177 BauGB. Im Einzelfall muss geprüft werden, welche Anforde-
rungen an die Eigentümerin zur Behebung vorliegender Mängel zu stellen sind.
Weitere bei Beteiligungsformaten genannte Kritikpunkte sind die mangelnde Barriere-
freiheit und das Fehlen von größeren Wohnungen für kinderreiche Familien.
Die Nachfrage nach preiswertem Wohnraum ist in Münster und auch in Berg Fidel sehr
hoch. Zwar befindet sich eine große Anzahl an öffentlich gefördertem und preiswertem
Wohnraum im Stadtteil, jedoch übersteigt die Nachfrage das Angebot. In Folge dessen
gibt es keinen bzw. kaum Wohnungsleerstand in Berg Fidel, der z.B. einen Wohnungs-
wechsel innerhalb des Stadtteils ermöglichen würde. Die Möglichkeiten für Menschen,
mit geringem oder keinem eigenen Einkommen, ihre Wohnsituation innerhalb des
Stadtteils oder aber auch darüber hinaus zu verändern, sind dementsprechend gering.
Daraus folgt, dass bei individuell hoher Unzufriedenheit mit dem Wohnraum bzw. dem
Wohnumfeld für die Bewohnerinnen und Bewohner oftmals nur eine geringe Verände-
rungsmöglichkeit besteht. Sobald es wirtschaftlich möglich ist, wird häufig ein Woh-
nungswechsel in andere Münsteraner Stadtteile angestrebt.
Die Folge dieser Situation ist, dass sich Teile der Bewohnerschaft nur geringfügig mit
ihrem Wohnquartier identifizier en. Eine mangelnde Identifikation mit der eigene n
Wohnsituation spiegelt sich auch in dem desolaten Zustand des unmittelbaren Außen-
raums wider.
Auch die Fassadengestaltung mit dunkler Farbgebung bestärkt den unattraktiven Ge-
samteindruck und wu rde in mehreren Beteiligungsformaten von den Anwohnerinnen
und Anwohnern kritisiert.
Die hier genannten Faktoren haben einen großen Einfluss auf das Image von Berg
Fidel als Wohn - und Leben sstandort und beeinflussen die Aufenthaltsqualität des
Wohnumfeldes negativ.
34
Abb. 28: „Wilde Müllentsorgung“ an der Straße „Am Berg Fidel“
Bild: Stadt Münster
Bei allen genannten Negativkriterien stellen ehemals geförderte Wohnungen ein preis-
günstiges Angebot für langjährige Besta ndsmieterinnen und -mieter auf dem ange-
spannten Münsteraner Wohnungsmarkt dar, welches von der Bewohnerschaft auch
bewusst wahrgenommen wird. Auch die Lage von Berg Fidel in Bezug auf die Erreich-
barkeit der Innenstadt wird allgemein von den Bewohnerinnen und Bewohnern positiv
bewertet.
Abb. 29: An der Straße „Am Berg Fidel“
Bild: Stadt Münster
Dahingegen wird in den Einfamilien haus- bzw. Reihenhausquartieren die Nachbar-
schaft als unproblematisch beschrieben und auch als ein Faktor für Wohnsicherheit
und der damit einhergehenden Wohnzufriedenheit genannt (Ergebnis der Haushalts-
befragung durch die Stadt Münster). Daraus lässt sich auch das Engagement der Ei-
gentümerinnen und Eigentümer ableiten, sich für die Qualität ihres Wohnquartiers zu
engagieren und sich in der Nachbarschaft gegenseitig zu unterstützen, was wiederum
zu einem guten Zusammenhalt führt.
Am südlichen Rand des Kernbereichs – zum Quartier Vennheide hin –- lockert die
Bebauung auf. Hier, nördlich der Umgehungsbahnlinie, befinden sich vorwiegend Dop-
35
pelhäuser und freistehende Einfamilienhäuser unterschiedlichen Baualters. Diese auf-
gelockerte Bauweise dehnt sich über die Bahntrasse hinweg weiter nach Süden aus .
Es ist davon auszugehen, dass hier zukünftig verstärkt ein Generationswechsel statt-
finden wird, im Rahmen dessen junge Familien bemüht sein werden, Eigentum zu er-
werben.
Abb. 30: Einfamilienhäuser Drachterstraße
Bild: Stadt Münster
Speziell für die Zielgruppe Seniorinnen und Senioren bietet die Diakonie Münster im
Haus Simeon in der Straße „Am Berg Fidel“ knapp 150 Pflegeplätze, auch zur Betreu-
ung von Demenzkranken an. Darüber hinaus ergänzen 48 Bungalows und 15 Woh-
nungen das breite Serviceangebot. Gut zwei Drittel der Bewohnerschaft kommt aus
Münster und der Umgebung. Die Nachfrage ist groß , dementsprechend besteht eine
lange Warteliste für eine Aufnahme. Zur Entlastung für pflegende Angehörige gibt es
z.B. die Möglichkeit, eine Tagespflege in Anspruch zu nehmen.
Abb. 31: Seniorenanlage Haus Simeon
Bild: Stadt Münster
36
4.2. Klimaschutz / Klimaanpassung
In den letzten Jahren waren mehrere Quartiere im Münsteraner Stadtgebiet gehäuft
von extremen Wetterereignissen betroffen. Auch die schleichenden Klimaveränderun-
gen zeigen sich bereits in vielen Bereichen. Beispielsweise steigen die Jahresmittel-
temperaturen seit einigen Jahren kontinuierlich an und führen im Sommer häufig zu
Hitzewellen.
Es ist davon auszugehen, dass sich diese negativen Veränderungen durch Extrem-
wetterlagen insbesondere auf vulnerable Bevölkerungsgruppen (z.B. ältere Menschen
oder Menschen mit Vorerkrankungen) in den nächsten Jahren noch weiter auswirken
werden. Von den Folgen der Klimakrise sind weitere, insbesondere benachteiligte Be-
völkerungsgruppen durch Überlagerung und Häufung besonders betroffen, da die
Qualität der Wohnsituation und der Umwelt in den Quartieren häufig vergleichsweise
schlecht ist.
Abb. 32: Temperaturverlauf in Münster seit 1892
Bild: DWD Messestation Flughafen Münster-Osnabrück
Die absehbare Betroffenheit von Münster bezieht sich in erster Linie auf die Häufigkeit
und Intensität der Niederschläge.
37
Abb. 33: Jahresniederschlagssummen von 1991 bis 2022
Bild: DWD Messestation Flughafen Münster-Osnabrück
Abb. 34: Extremwetterereignisse in Münster
Bild: Stadt Münster
Der Rat der Stadt Münster hat im Hinblick auf die weitere Verschärfung der Klimakrise
einen „Leitfaden zur klimagerechten Bauleitplanung“ beschlossen, der auch Aussagen
zu informellen Planwerken, wie z.B. zu Integrierten Stadt teilentwicklungskonzepten
trifft. Diese Planungsinstrumente gewinnen in Bezug auf Klimaschutz und Klimaanpas-
sung weiter an Bedeutung.
38
Folgende Planwerke sind zusätzlich bei der klimagerechten Bauleitplanung zu beach-
ten:
Klimaanpassungskonzept
Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK Münster 2023)
Abwasserbeseitigungskonzept
Masterplan Mobilität 2035+
Integriertes Flächenkonzept (IFM)
Im Rahmen einer stadtweiten Klimaanalyse werden voraussichtlich zum Ende des
Jahres 2025 klimaökologische Basisinformationen vorliegen. Die daraus entwickelten
Klimafunktionskarten geben Hinweise zu klimabezogenen Funktionen und Risiken in
Quartieren und Freiräumen, z.B. zur Durchlüftung, zum Kaltluftabfluss, zur Hitze tags-
über und zu Wärmeinseln in der Nacht.
Abb. 35: Leitlinien und Ziele
Bild: Stadt Münster
39
Abb. 36: Zentrale Aussagen aus dem Handlungskonzept Klimaanpassung 2030
Bild: Stadt Münster
Bezogen auf den Stadtteil Berg Fidel ist der Grundflächenverbrauch im Verhältnis zu
den untergebrachten Wohneinheiten durch die hohen Geschosszahlen eines Großteils
der Wohngebäude im Zentrum aus klimatischer Sicht positiv zu bewerten.
Aus klimatischer Sicht nachteilig ist die dunkle Fassadengestaltung bei einer Mehrzahl
der Großwohnsiedlungen. Durch die dunklen Farben heizen sich die Fa ssaden und
versiegelten Flächen im Hochsommer stark auf.
Dadurch wird erwartet, dass die thermische Situation sich mit zunehmendem Klima-
wandel sehr ungünstig entwickeln wird.
Abb. 37: Für Berg Fidel typische dunkle Häuserfassade
Bild: Stadt Münster
In einem Großteil der Quartiere besteht ein dringender Bedarf zur energetischen Ver-
besserung der Gebäudesubstanz sowie zur Umsetzung klimaschonender Projekte. Im
Zuge von Gebäudesanierungen sollten demnach auch (Um)gestaltungsmaßnahmen
mit hellen Farbtönen und Dach- und Fassadenbegrünungen umgesetzt werden, um
sowohl die Außentemperaturen als auch die Temperaturen im Gebäude zu verringern.
Die Versickerung von unbelastetem Niederschlagswasser / Dachflächenwasser ist
aufgrund des in Berg Fidel vorkommenden Münsterländer Kiessandzuges besonders
40
gut möglich. In einigen Bereichen des Quartiers fehlen jedoch multifunktionale Rück-
halteräume und Notwasserwege. Dadurch ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber
Starkregen nicht optimal gegeben.
Ein Großteil der Geschosswohnungsbauten hat ein Flachdach und ist somit für Solar-
energie und für Dachbegrünungen geeignet. Aktuell sind Dach- und Fassadenbegrü-
nungen im Stadtteil eher selten.
Die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen müssen der betroffenen Bevölkerung, den
Eigentümerinnen und Eigentümer n von Wohngebäuden und Gewerbebauten in den
Quartieren detailliert erläutert und ihre Dringlichkeit deutlich gemacht werden.
Derzeit besteht in Berg Fidel kein Anschluss an das Fernwärmenetz.
Abb. 38: Blick von Norden in die Straße „Am Berg Fidel“
Bild: Stadt Münster
Klimatisch positiv zu bewerten sind die zahlreichen großkronigen Straßenbäume sowie
weitläufigen Grünflächen und Parks, die neben dem Klima auch den Erholungswert im
Stadtteil positiv beeinflussen (siehe auch 4.11. Öffentlicher Raum / Parks / Spiel-
plätze). Sie prägen den Stadtteil und werden von der Wohnbevölkerung durchweg als
erhaltenswert eingestuft. Dementsprechend wird Berg Fidel als „grü ner Stadtteil“ be-
schrieben und wertgeschätzt.
4.3. Nahversorgung
In der Mitte des Stadtteils, südlich an die Hogenbergstraße angrenzend, liegt das Ein-
kaufszentrum mit einer angegliederten Ladenzeile. Der als Fußgängerzone gestaltete
Bereich ist mit verschiedenen kleineren Dienstleistern, unter anderem mit einer Apo-
theke und den Begegnungs- und Bildungsräumen der „Alten Post“ ausgestattet. Die
41
Nahversorgung wird in erster Linie durch einen Lebensmittelmarkt (nah&frisch) sicher-
gestellt. Dieser Supermarkt ist nur bedingt wettbewerbsfähig und auf die Kaufkraft der
Stadtteilbevölkerung angewiesen (Einzelhandels- und Zentrenkonzept Stadt Münster
2018). Eine Erweiterung der Verkaufsfläche ist aufgrund des begrenzten Flächenpo-
tenzials im Kernbereich von Berg Fidel nicht möglich. Die Stadtteilbewohnerschaft kri-
tisiert, dass das Angebot nicht optimal auf die Klientel im Stadtteil angepasst ist.
Gleichwohl ist die Sicherung dieses Lebensmittelmarktstandortes ein maßgebliches
Ziel des Einzelhandels - und Zentrenkonzeptes der Stadt Münster . Die Insellage des
Untersuchungsgebietes zwischen Bahnlinien und der stark befahrenen Hammer
Straße bewirkt allerdings eine gewisse Existenzsicherung für den Lebensmittelmarkt
und die vorhandene Infrastruktur.
Positiv zu verzeichnen ist, dass das Einkaufszentrum von einem Großteil der Wohn-
quartiere im Stadtteil Berg Fidel fußläufig zu erreichen ist. Das Areal ist autofrei als
Fußgängerbereich gestaltet, was einen gefahrlosen Aufenthalt und Fortbewegung er-
möglicht. Durch di e unterschiedlichen Höhenlagen wurde der Bau von Treppenanla-
gen und R ampen notwendig, deren Nutzung von älteren Menschen oder Menschen
mit eingeschränkter Mobilität als beschwerlich empfunden wird. Von der Hogenberg-
straße aus ist das Einkaufszentrum allerdings barrierefrei, über eine breite Rampe zu
erreichen.
Abb. 39: Aufgänge zum Einkaufszentrum von Westen und Norden
Bild: Stadt Münster
In den letzten Jahren haben einige Ladenlokale geschlossen, was der Atmosphäre
dieses kleinen Versorgungszentrums schadet. Besonders die Aufgabe der Sparkas-
senfiliale mit persönlichen Beratungsangeboten wurde von der Stadtteilbewohner-
schaft – und hier insbesondere von der älteren Bevölkerung – als negativ beurteilt.
42
Abb. 40: Lebensmittelmarkt im Zentrum an der Hogenbergstraße
Bild: Stadt Münster
Abb. 41: Ladenpassage im Zentrum
Bild: Stadt Münster
Ein weiterer negativer Aspekt neben dem Leerstand – in Bezug auf die Attraktivität des
Einkaufszentrums – ist die Gestaltung einiger Fassaden und des Außenraum s, so
dass sich zunehmend ein desolater Eindruck dieses zentralen Bereichs entwickelt hat.
Negativ prägend sind u.a. überfüllte Müllbehälter, wilde Müllablagerungen, nicht ord-
nungsgemäß abgestellte Einkaufswagen und Graffiti. Diese Umstände wurden in den
unterschiedlichen Beteiligungsformaten allgemein als negativ eingeschätzt. Sie scha-
den de m Image des gesamten Stadtteils und begünstigen die Wahrnehm ung des
Stadtteils als einen „Sozialen Brennpunkt“.
43
Bilder: Stadt Münster
Der großflächige Lebensmittel Discounter au ßerhalb des Untersuchungsgebiet s öst-
lich der Hammer Straße leistet aufgrund seiner städtebaulich nicht integrierten Lage
einen nur stark eingeschränkten Beitrag zur Nahversorgung und richtet sein Angebot
vielmehr an Kundschaft mit eigenem PKW.
Abb. 44: Blick von der Siemensstraße auf die großflächigen Märkte - außerhalb des Untersuchungsge-
bietes
Bild: Stadt Münster
Abb. 42: „Wilde“ Müllablagerungen im Zentrum Abb. 43: Unsachgemäßes Abstellen von Ein-
kaufswagen
44
4.4 Arbeitsmarkt
Der Anteil der Arbeitslosigkeit in Berg Fidel (gesamt) ist ca. doppelt so hoch wie in der
Münsteraner Gesamtstadt. Die Vermeidung von Arbeitslosigkeit gelingt durch eine
gute Bildung, die bereits im Elternhaus, in der Kita und in der Schule beginnt. In einem
benachteiligten Stadtteil wie Berg Fidel, in welchem u.a. viele Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte und der damit häufig verbundenen Sprachbarriere leben, ist es be-
sonders wichtig Strukturen zu schaffen, um Bildung – auch im Sinne von Weiterbildung
– in den unterschiedlichen Lebensabschnitten zu ermöglichen.
Weiterbildungsberatung für Menschen, die einen erschwerten Zugang zu Bildung hat-
ten oder haben, sind leichter über eine ihnen vertraute Organisation oder Kontaktper-
son vor Ort in ihrem Umfeld zu erreichen. Es bestehen Angebote bei den s ozialen
Trägern im Stadtteil oder in den Stadtteilen, die unmittelbar an Berg Fidel angrenzen
und somit erreichbar sind.
Das Jobcenter der Stadt Münster ist derzeit noch nicht im Stadtteil mit einem Bera-
tungsbüro vertreten, jedoch im angrenzenden Stadtteil Hiltrup.
Die Volkshochschule (VHS) Münster bietet seit 2022 eine „individuelle Bildungsbera-
tung und Bildungsplanung“ im Familienzentrum an. Dort können nicht nur Eltern im
Erziehungsalltag gestärkt werden, sondern auch Bildungsc hancen und Angebote für
die unterschiedlichsten Interessens - und Qualifikationsbedarfe ermittelt und nieder-
schwellig, wohnortnah und bezahlbar zur Verfügung gestellt werden.
Bei diesem von der VHS Münster entwickelten Konzept handelt es sich um einen
neuen Ansatz in der Stadtteilarbeit. Insbesondere die Anbindung an eine bestehende
Institution wird positiv bewertet. Dieser Ansatz wird zeitlich befristet aus Mitteln des
Landes NRW gefördert und kann nur fortgesetzt werden, wenn die Personalkoste n
abgesichert werden. Die Möglichkeit, mit weiteren Beratungsstellen in diesem Aufga-
bengebiet enger zusammenzuarbeiten, erhöht die Chance, die hohe Arbeitslosigkeit
im Stadtteil abzubauen und somit die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbes-
sern.
Das Angebot an A rbeitsplätzen im Untersuchungsgebiet selbst beschränkt sich weit-
gehend auf das Stadtteilzentrum und die diversen sozialen Einrichtungen. Im Zentrum
an der Hogenbergstraße ist ein zunehmender Leerstand von Ladenlokalen zu ver-
zeichnen, was das Angebot an Arbeitsplätzen beschränkt.
Das Gewerbe- und Versorgungszentrum an der Robert -Bosch-Straße, der Siemens-
straße sowie entlang der Hammer Straße mit seiner großen Zahl an Gewerbe - und
Dienstleistungsbetrieben stellen eine große Zahl an Arbeitsplätzen bereit. Großflä-
chige Neubauprojekte in diesen Bereichen erhöhen die Anzahl der Arbeitsplätze vor-
wiegend im tertiären Sektor.
45
4.5. Mobilität
Abb. 45: Verkehrsnetz im Stadtteil und zu den anliegenden Gebieten
Bild: C. Kemkes-Günner
Individualverkehr
Die Anbindung des Stadtteils Berg Fidel an das gesamtstädtische Straßennetz sowie
an das überörtliche Straßennetz ist als gut zu bewerten. Die Haupterschließung des
Stadtteils erfolgt über die Hammer Straße, die im Kreuzung sbereich mit der Straße
„Am Berg Fidel“ und der Siemensstraße sechsspurig ist.
Abb. 46: Kreuzung Hammer Straße / Am Berg Fidel / Siemensstraße
Bild: Stadt Münster
In Richtung Westen und Süden stellen die Bahntrassen für den motorisierten Verkehr
Barrieren dar , da in diese Richtungen keine Überquerungsmöglichkeiten bestehen.
46
Dadurch entsteht für den Untersuc hungsbereich eine Insellage mit sehr geringem
Durchgangsverkehr. Dies hat ruhige Wohnquartiere zur Folge und wird von der Stadt-
teilbevölkerung als positiv hervorgehoben. Im Stadtteil gibt es relativ viele Tempo-30-
Zonen, die aber häufig von den Autofahrerinnen und Autofahrern – nach Aussage der
Anwohnerschaft – ignoriert werden und von Radfahrenden und Zufußgehenden als
gefährlich eingestuft werden.
Bei Vereinss pielen in den Großsportanlagen an der Straße Am Berg Fidel (Preu-
ßenstadion und Sporthalle Berg Fidel) ist der St adtteil stark durch Parksuchverkehr
belastet. Die Wohnquartiere un d auch das Vers orgungszentrum an der Hogenberg-
straße sind in diesen Zeitspannen – auch durch die Zuschauerströme – oftmals in Be-
gleitung von hohem P olizeiaufkommen, für die Stadtteilbewohnerschaft schlecht zu
erreichen.
Die Trauttmansdorffstraße im Süden des Untersuchungsgebietes ist mit ihrem stre-
ckenweise fünfspurigen Ausbau in Bezug auf ihre Erschließungsfunktion für den west-
lichen Kernbereich von Berg Fidel überdimensioniert und stellt für Fußgänger und Fuß-
gängerinnen eine Barriere dar. Seit geraumer Zeit bestehen von Seiten der Stadt
Münster Überlegungen für einen Rückbau.
Bilder: Stadt Münster
Ruhender Verkehr / Parken
Auf einzelnen Parkplätzen treffen sich in den Abendstunden junge Autofahrer innen
und Autofahrer und verursachen Motorenlärm, der zu erheblichen Ruhestörungen der
Anwohnerschaft führt. Auch findet hier vorwiegend in den Abendstunde n wiederholt
Drogenhandel statt, so die Aussage der Anwohnerschaft aus den unmittelbar angren-
zenden Wohngebäuden.
Abb. 47: Trauttmansdorffstraße / Blick nach Osten und Westen
47
Abb. 48: Parkpalette östlich der Straße Am Berg Fidel
Bild: Stadt Münster
Bild: Stadt Münster
Die Stellplatzlösungen aus der Entstehungszeit des Quartiers in den 60er / 70er Jah-
ren zwischen der Straße Am Berg Fidel und der Pankokstraße erscheinen sanierungs-
bedürftig und stellen u.a. aufgrund defekter Beleuchtung und Vermüllung einen Angst-
raum dar.
Abb. 49: Parkplatz an der Großsporthalle / Stadtteilhaus Lorenz-Süd an der Straße Am Berg Fidel
48
Radverkehr
Im Stadtteil bestehen nur wenige Streckenabschitte, die allein dem Radverkehr
vorbehalten sind. Durch seine Insellage und die große Anzahl von kleineren Wohn-
straßen ist das Radfahren im Kernbereich von Berg Fidel jedoch vergleichsweise ge-
fahrlos. Eine Ausnahme stellt die Straße Am Berg Fidel dar, auf der die Geschwindig-
keitsbegrenzung von dem Individualverkehr häufig überschritten wird. Als ein Ergebnis
der Kinder- und Jugendbeteiligung „#Stadtsache“ wurde zum einen i m Juli 2023 die
Radspur an dieser Stelle in Richtung Berg Fidel Zentrum rot eingefärbt. Bei Begeg-
nungsverkehr wird diese Radspur häufig vom Individualverkehr aufgrund des begrenz-
ten Straßenquerschnittes überfahren. Zum an-
deren wurde als ein weiteres Ergebnis ein mo-
biles Dialog -Display zur Messung der Ge-
schwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge
ebenfalls im Ja hr 2023 übergangsweise in
beide Fahrtrichtungen aufgestellt . Von der
Hammer Straße kommend entfaltet e das Dia-
log-Display die gewünschte verkehrsberuhi-
gende W irkung. Insofern wird die Aufstellung
eines Dialog -Displays in diese Fahrtrichtung
von Seiten der Verwaltung empfohlen.
Die Anbindung an die Nachbarstadtteile sowie
in die angrenzenden Erholungsbereiche erfolgt
für die Radfahrer innen und Radfahre r über
ruhige Wohnstraßen und Brücken . Die
Gleisanlagen stellen, trotz der vorhandenen
Fußgänger- und Fahrradbrücken, eine Barriere
dar. Besonders für ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ist
der Niveauunterschied nachteilig.
Auch die topografische Situation stellt ein e gewisse Herausforderung dar, da Berg
Fidel mit 70 Metern über N N der höchste Punkt im inneren Siedlungsgebiet von
Münster ist.
Die in Nord-Südrichtung verlaufende, stark frequentierte Hammer Straße (B 54) wird
in beide Richtungen von einem Radweg flankiert un d bietet somit eine zügige Nord -
Südverbindung, stellt aber für ältere Radfahrer und Radfahrerinnen und Kinder bei
Querungsbedarf eine Barriere dar.
Die Siemensstraße zweigt östlich der Hammer Straße ab und verläuft in Ost-West-
Richtung. Sie ist die Verbindungsstraße in Richtung Eisenbahner Sportverein Münster
(ESV) 1927 e.V. und zum größflächigen Einzelhandel. Die Siemensstraße hat einen
geringen Straßenquerschnitt und ist phasenweise stark frequentiert. Der Sportverein
(Eingang Robert -Bosch-Straße) ist für jüngere Sportler innen und Sportler
dementsprechend nicht gut erreichbar.
Abb. 50: Fuß- und Radweg zur Überque-
rung der Bahntrasse
Bild: Stadt Münster
49
Abb. 51: Blick von der Siemensstraße zur Hammer Straße
Bild: Stadt Münster
Die Radwegeverbindungen in die nördlich angrenzenden Stadtteile und die Innenstadt
– aber auch in südliche Richtung – werden sich zukünftig vor allem durch den geplan-
ten Ausbau der Veloroute Ascheberg - Münster deutlich verbessern. Ziel ist die Förde-
rung des Umweltverbundes für eine nachhaltige Mobilität. Das Zurücklegen auch wei-
terer Entfernungen in die Stadt mit dem Fahrrad soll gefördert werden. Laut „Leitfaden
für eine klimagerechte Bauleitplanung in Münster“ soll die Entfernung der Wohnquar-
tiere zur nächsten (geplanten) Veloroute weniger als einen Kilometer betragen. Die
Anbindung an die Veloroute soll in der Regel über Radwege erfolgen, die den gelten-
den Münsteraner Radverkehrsstandard erfüllen. Derzeit befindet sich das stadtregio-
nale Veloroutennetz (als Teil des „Fahrradnetzes 2.0“) für die Stadt Münster im Aufbau.
Im Stadtbezirk B erg Fidel ist der detaillierte Routenverlauf noch nicht abschließend
geklärt. Im Zuge von Variantenplanungen wird geprüft, wie die drei Bahnstrecken (Um-
gehungsbahn, nach Dortmund und nach Essen) gequert werden können.
Nördlich von Berg Fidel folgt die Route der Werlandstraße bis zum Duesbergweg, wo-
bei die Werlandstraße zur Fahrradstraße umgestaltet wird.
50
Abb. 52: Kreuzung Siemensstraße / Hammer Straße
Bild: Stadt Münster
Öffentlicher Personen Nahverkehr (ÖPNV) - Bus / Schiene
Berg Fidel ist entsprechend dem 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster über die
Buslinie 5 mit fünf Haltestellen an die Gesamtstadt angebunden. Ein Großteil der
Haltestellen ist bereits barrierefrei ausgebaut, weitere sind in Planung.
Bedingt durch die Bahntrassen, die den Kernbereich von Berg Fidel begrenzen
(Stadtzellen 911 und 912) , fährt die Buslinie 5 eine Schleife durch den Stadtteil von
der Hammer Straße kommend und kehrt auf die Hammer Straße zurück. In den
Kernzeiten an Werk tagen und samstags be trägt die Taktung 20 Minuten, sonntags
beträgt sie 30 Minuten in der Kernzeit.
Die konzeptionellen Überlegungen zum Masterplan Mobilität Münster 2035+
(MMM2035+) sehen zukünftig eine ÖPNV-Hochleistungsachse aus Hiltrup kommend,
über die Westfalen straße und Hammer Straße in und aus Richtung Innenstadt vor.
Diese wird durch eine dichte Taktfolge und im Vergleich zur aktuellen Situation kürze-
ren Fahrzeiten gekennzeichnet sein.
Mit dem Konzept „S-Bahn-Münsterland“ soll die Stadt Münster ein deutlich verbesser-
tes Angebot im Bereich des Schienenpersonennahverkehrs erhalten. Langfristig ge-
plant ist unter anderem ein neuer Bahnhaltepunkt im Nahbereich des LVM-Preu-
ßenstadions. Der geplante Bahnhaltepunkt soll voraussichtlich nördlich der Kreuzung
Hammer Straße / Siemensstraße / Am Berg Fidel eing erichtet werden. Durch eine
dichte Taktfolge wird den Anwohnenden aus dem Stadtteil Berg Fidel eine schnelle
Verbindung Richtung Hauptbahnhof, Hiltrup, Mecklenbeck, Roxel und Albachte n ge-
boten. Der neue Haltepunkt ermöglicht darüber hinaus Fahrtmöglichkeiten zu Statio-
nen außerhalb des Stadtgebiets, wie zum Beispiel in Richtung Werne, Dülmen, Coes-
feld und Hamm. Auch Reiseziele im Norden (Gronau, Rheine, Osnabrück, Bielefeld)
können mit einem Umstieg am Hauptbahnhof durch den neuen Halt bei Berg Fidel
deutlich schneller erreicht werden.
Der Fußweg von Berg Fidel Zentrum bis zu den potenziellen Bahnsteigzugängen wird
dann ca. zwölf Minuten in Anspruch nehmen.
51
Abb. 53: Geplante Haltepunkte „S-Bahn-Münsterland“
Quelle: Google Maps, Bearbeitung Stadt Münster
Fußgänger
Vom KFZ -Verkehr abgewandte, vernetzte Fußwegeverbindungen gewährleisten in-
nerhalb und zwischen einem Großteil der Wohnquartiere des Stadtteils eine attraktive
Fortbewegung in meist ruhiger Lage. Die Struktur der Bebauung und die bestehenden
Naturräume wurden in den Entwürfen von Architekt Jochen Kuhn in Teilbereichen in
die Planungsüberlegungen integriert, um so auch die naturnahen Erholungsflächen im
Norden und Süden des Stadtteils für die Bewohnerschaft fußläufig anzubinden.
Die für das Stadtgebiet Münster eher ungewöhnliche Höhenlage von Berg F idel er-
schwert die Fortbewegung zu F uß in einigen Teilbereichen für Mens chen mit Mobili-
tätseinschränkungen. Über weitläufige Rampen und Treppen wird das Zentrum von
der Ter-Borch-Straße aus erschlossen. Über ein e breite, barrierefreie Zuwegung er-
reicht man das Zentrum aus südlicher Richtung von der Hogenbergstraße aus.
52
Abb. 54: Zuwegung zum Einkaufszentrum von der Hogenbergstraße
Bild: Stadt Münster
Der bauliche Zustand der Fußwege ist nicht lückenlos optimal.
Auch bei der Begehung mit Kindern und Jugendlichen der PRIMUS-Schule (#Stadtsa-
che) wurden Mängel von dieser Altersgruppe aufgedeckt und Verbesserungsvor-
schläge geäußert. In erster Linie wurde von der Schülerschaft das Anlegen von Que-
rungshilfen in Form von Zebrastreifen vorgeschlagen, um z.B. den Weg zur Schule
oder zum Stadtteilhaus Lorenz-Süd sicherer zu gestalten. Die Vorschriften der Stra-
ßenverkehrsordnung NRW lassen jedoch das Anlegen von Zebrastraßen in Tempo 30
Zonen nur bedingt zu – hierzu müssen Analyse n der Verkehr sströme durchgeführt
werden.
Bei einer gemeinsamen Begehung mit dem Arbeitskreis „Älter werden im Stadtteil“ ,
organisiert vom Sozialamt, wurde festgestellt, dass für Menschen mit Behinderungen
bzw. für ältere Men schen an mehreren Wegabschnitten im Stadtteil Verbesserungs-
bedarf besteht. Für mehrere Bereiche wurde eine bessere Beleuchtung gefordert
(siehe auch 4.12. Sauberkeit / Sicherheit).
Abb. 55: Stolperfallen auf dem Gehweg im Zentrum von Berg Fidel
Bild: Stadt Münster
Um den Fußverkehr im Stadtteil zu fördern und barrierefrei bzw. barrierearm zu ge-
stalten, ist es notwendig , in zukünftigen Planungen die Vorgaben für Barrierefreiheit
53
einzuhalten. Wenn möglich sollen Stufen und Schwellen ersetzt bzw. sinnvolle Alter-
nativen angeboten werden. Darüber hinaus sollen A mpelschaltungen verlängert, si-
chere Querungsmöglichkeiten geschaffen und der Zustand der Fußwege verbessert
werden. Einige dieser Aufwertungsmaßnahmen konnten bereits umgesetzt werden.
Abb. 56: Übersicht der fußläufigen Erreichbarkeiten im Stadtteil
Bild: C. Kemkes-Günner
4.6. Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung
Der Besuch einer Kindertageseinrichtung (Kita) stellt den Einstieg in die deutsche Bil-
dungslandschaft dar. Vor allem Kindern aus bildungsfernen Familien oder mit Migrati-
onsvorgeschichte und Sprachbarriere wird durch die Angebote in den Kitas eine gute
Grundlage zum Erlernen der deutschen Sprache und der Kultur gegeben. Insofern ist
es von großer Bedeutung, Strukturen zu schaffen, um allen Kindern einen frühzeitigen
und regelmäßigen Kitabesuch zu ermöglichen. Im Stadtteil Berg Fidel liegt der Versor-
gungsgrad für die Unter-3-Jährigen-Kinder bei 43,7 % und für die Über-3-Jährigen Kin-
der bei 100,9 % für das Kitajahr 2023/2024.
Im Untersuchungsgebiet existieren drei Einrichtungen zur Kindertagesbetreuung, die
von unterschiedlichen Trägern organisiert werden. Im Familienzentrum an der Hogen-
bergstraße befindet sich das städtische Familienzentrum mit einer Kita, die 155
Plätze anbietet. Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit sind die Sprachbildung, die
körperliche Gesundheit mit gesunder Ernährung und Bewegung und die spielend zu
erlernende Konfliktlösung. Die Kita hat eine interkulturelle Ausrichtung und bietet eine
integrative und inklusive Betreuung.
54
Abb. 57: Städtische Kindertagesstätte und Familienzentrum an der Hogenbergstraße
Bild: Stadt Münster
Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd bietet am Rincklakeweg
60 Kitaplätze im Familienzentrum St. Maximilian Kolbe an. Das pädagogische Profil
zeichnet sich unter anderem durch eine besondere Sprachförderung (seit 2011
Schwerpunkteinrichtung für Sprache und Integration) , Vermittlung religiöser I nhalte,
inklusive Betreuung und eine interkulturelle Ausrichtung aus. Ergänzt wird das päda-
gogische Profil durch musische und handwerkliche Angebote.
Das Sozialpädagogische Zentrum der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt eine Kita mit
zwei Gruppen in der Trauttmansdorffstraße. Auch in dieser Einrichtung können Kinder
mit Integrationsbedarf betreut werden. Ein vorrangiges Ziel ist es, dass Kinder aus
vielen unterschiedlichen Nationalitäten sich individuell und kindgerecht entwickeln
können.
Außerhalb des Untersuchungsgebietes, am Vennheideweg, befinden sich zwei wei-
tere integrative Betreuungsangebote von Elterninitiativen: „Die kleinen Hobbits“ und
„Die Feldmäuse“. Ein Schwerpunkt der Einrichtung „Die kleinen Hobbits“ ist gesunde
Ernährung und deren Zubereitung. Die Unterstützung der Eltern ist ausdrücklich er-
wünscht. Der Waldkindergarten „Die Feldmäuse “ bietet Platz für 14 Kinder . Im Wald
in der Vennheide kann zude m ein Bauwagenplatz genutzt werden. Der Schwerpunkt
liegt somit im Aufenthalt in der Natur und im Erleben des Waldes mit all seinen vielsei-
tigen Möglichkeiten.
Die Bewegungskita an der Hammer Straße wird aktuell zu 2027 geplant und wird per-
spektivisch zur Verbesserung der Kitaversorgung beitragen. Die Quote der Eltern, die
aktuell für das Kita-Angebot nichtbeitragspflichtig sind, beläuft sich auf 58 %. Speziell
für Berg Fidel ist das Patenprogramm „Miteinander – das Patenprojekt in Berg Fidel“
zu nennen.
55
Abb. 58: Schulhof der PRIMUS-Schule
Bild: Stadt Münster
Die PRIMUS-Schule ist die einzige Schule i m Untersuchungsgebiet und im Stadtteil
Berg Fidel. Sie ist ein Zusammenschluss der Primarstufe und der Sekundarstufe und
wurde zum Schuljahr 2014/2015 in Münster eingeführt und stellt einen Schulversuch
zum längeren gemeinsamen Lernen dar. Der Schulversuch umfasst somit die Jahr-
gänge 1 bis 10 und wird in der Regel im Ganztag geführt, spätestens ab Klasse 5 in
Form des gebund enen Ganztags. In diesem Schulversuch soll erprobt werden, wi e
stark die Bindung von Schülerinnen und Schülern der Grundschule an eine solche
Schule in der Sekundarstufe I ist und ob es gelingt, Bildungsbiografien ohne Brüche
zu ermöglichen.
Die Schülerinnen und Schüler bleiben vom Schulbeginn bis zum Schulabschluss ganz-
tägig in einer Schule in Schulgebäuden an zwei Standorten (Jahrgang 1 bis 3: Hogen-
bergstraße, Jahrgang 4 bis 6 : Hogenbergstraße und Grevingstraße (außerhalb des
Untersuchungsgebiets), ab Ja hrgang 6 : Grevingstraße). Sie durchlaufen somit drei
Stufen. Jede Schülerin, jeder Schüler wechselt während seines Schullebens mehrmals
die altersgemischte Klassengemeinschaft und damit auch das Pädagogen -Team.
Jede Klassengemeinschaft wird von einem feste n, dauerhaften Team begleitet. Der
Unterricht wird in allen Klassen ohne äußere Leistungsdifferenzierung in heterogen
zusammengesetzten Lerngruppen integriert erteilt. Besonderes Augenmerk gilt dabei
der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler.
In Berg Fidel bestehen bereits vielfältige Angebote, um die bestehenden Risikolagen
für die vergleichsweise große Zahl benachteiligter Kinder und Jugendlicher abzufedern
und einen guten Grundstein für ihre weitere Entwick lung und für die selbstständige
Organisation ihres zukünftigen Alltags im Erwachsenenalter zu legen. Soziale, städti-
sche, kirchliche und freie Träger arbeiten zusammen, indem ein regelmäßiger Aus-
tausch in verschiedenen Arbeitskreisen stattfindet.
Im Folgenden werden beispielhaft einige dieser Einrichtungen benannt:
Stadtteilhaus Lorenz-Süd
Bürger- und Beratungszentrum „Alte Post“
56
Familienzentrum St. Maximilian Kolbe
Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE)
Beratungsstelle Südviertel
Caritas Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche
Sozialbüro Caritas
AWO „Älter werden im Stadtteil“ / Quartierstreff Berg Fidel
Kommunaler Sozialdienst (Hiltrup)
Das Stadtteilhaus Lorenz-Süd ist eine Einrichtung des Amtes für Kinder, Jugendliche
und Familien der Stadt Münster . Es ist ein Ort der Begegnung, Kommunikation und
Bildung in gut erreichbarer, ruhiger Lage im Stadtteil. Es stellt den größten außerschu-
lischen Anbieter für Kinder und Jugendliche im Bereich Freizeit und Kultur im Stadtteil
Berg Fidel dar. Mit einer Anzahl von über 3.700 Stunden an Angeboten (nachgewiesen
im Jahr 2023) in den Bereichen Sport und Spiel, Bildung und Begegnung etc. wird auf
die Bedarfe der Bewohnerinnen und Bewohner dieses Stadtteils nachhaltig eingegan-
gen.
Kinder finden im Offenen Kindertreff täglich wechselnde und vielseitige Angebote –
oder machen bei einem der regelmäßigen Projekte oder in einer Kreativwerkstatt mit.
Jugendliche können im Offenen Jugendtreff das ganze Jahr über aus einem umfang-
reichen Programm wählen.
Familien und Erwachsene treffen sich im Café Lorenz mit attraktivem Außenraum, wel-
ches auch ein abwechslungsreiches Kulturprogramm anbietet.
Das umfangreiche Kurs- und Bildungsangebot für Kin der, Jugendliche und Erwach-
sene bietet z.B. eine Fahrradwerkstatt, Kinovorstellungen, F este, Musikkurse, Foto-
ausstellungen und Konzerte.
Angebote speziell für Jugendliche sind z.B.:
die Förderung ihrer Selbstständigkeit und Persönlichkeit
die Stärkung ihrer sozialen Fähigkeiten
kostenlose und vertrauliche Beratung
Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort an ihrem Lebensmittelpunkt
Bewerbungshilfe und Beratung bei der Berufsfindung bzw. Suche nach der
geeigneten Schulform
Das Stadtteilhaus Lorenz-Süd bietet neben den offenen Treffs sieben Wochen im Jahr
ein offenes, kostenfreies Ferienprogramm und darüber hinaus noch vier OGS-Ferien-
wochen an.
Jugendliche können die Zeit vor der Öffnung des Jugendtreffs nutzen , um bei den
hauptamtlichen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen Beratung in Anspruch zu
nehmen und sie aufgrund vielschichtiger Problemlage n um Rat zu fragen (Fragen zu
Schule / Beruf, finanzielle Probleme, Konflikte in der Familie, etc.). Außerdem gibt es
für Jugendliche ab 14 Jahren das Angebot "Bewerbungstraining", welches nach Bedarf
in Anspruch genommen werden kann. In allen Beteiligungsformaten wurde das Stadt-
teilhaus Lorenz-Süd als wichtige Einrichtung für Berg Fidel genannt, die das Zusam-
menleben der vielfältigen Stadtteilbevölkerung positiv prägt.
57
Trotz des engagierten Einsatzes der Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen im Quar-
tier genügen die derzeitigen Angebote nicht den festgestellten Bedarfen der Bewoh-
nerinnen und Bewohner. Insbesondere besteht ein Bedarf an öffentlichen Einrichtun-
gen wie einem multifunktionalen , abwechslungsreich gestalteten Spielplatz der Kate-
gorie A und einem Bolzplatz ( siehe auch Kapitel 4.11. Öffentliche Räume / Parks /
Spielplätze).
Im Oktober 2024 eröffnete der Quartierstreff der AWO in den Räumen der ehemali-
gen Sparkasse im Zentrum von Berg Fidel. Der Quartierstreff dient als Begegnungsort
für die Bewohnerschaft des Stadtteils um Begegnungen zwischen den Kulturen und
Generationen zu ermöglichen. Verschiedenste Begegnungs- und Beratungsangebote
für die unterschiedlichsten Zielgruppen werden hier unter einem Dach angeboten. In
Kooperation mit der Alten Post und dem Lorenz-Süd soll bspw. ein alten- und genera-
tionengerechter Ort etabliert werden. Die Stadtteilkoordination „Frühe Hilfen“ nutzt die
Räumlichkeiten für Angebote für die Zielgruppe Frauen und Mütter, aber bietet auch
Lernhilfen für Schulkinder und Leseunterricht. Darüber hinaus bieten die Räumlichkei-
ten die Möglichkeit weitere dezentrale Angebote im Stadtteil anzusiedeln wie z.B. die
AWO mit weiteren Fachdiensten, das Jobcenter, eine Rechtsberatung, Institutionen,
Vereine und Verwaltungsbereiche sowie relevante Akteure und Träger. Auch das Bür-
ger- und Beratungszentrum „Alte Post“ nutzt die neuen Räumlichkeiten aktiv. Das
Angebot umfasst neben Beratungen z.B. im Rahmen von Mieterfragen und Behörden-
schreiben auch Kreativkurse wie Malen und Gestalten.
Das Familienzentrum bietet ein breites wechselndes Angebot an kulturellen Veran-
staltungen, wie z.B. Fahrten zur S tadtbücherei, Kinoabende und Lesungen, zu Ge-
sundheitsfragen und religiösen Themen. Darüber hinaus finden als feste Angebote
z.B. Sprachkurse, Berufsberatung, karitative Sprechstunde n, die „Griffbereit Spiel-
gruppe“ und die Babyspielgruppe „Sure Start“ statt.
Ein Schwerpunkt innerhalb der aufsuchenden Jugendsozialarbeit in Berg Fidel ist der
Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE NRW e.V ). mit einem Quar-
tiersbüro in zentraler Lage an der Hogenbergstraße. Von dort aus unterstützt der Ver-
ein Kinder, Jugendliche und deren Familien, wenn sie sich in herausfordernden Le-
benssituationen befinden, in denen sie Beratung und Begleitung wünschen oder be-
nötigen. Das können beispielsweise Trennungssituationen, Erziehungsfragen, finanzi-
elle Notlagen, Schwierigkeiten im häuslichen oder schulischen Umfeld, Fragen nach
beruflicher Perspektive und vieles Weitere sein.
Die pädagogischen Fachkräfte des VSE kooperieren mit anderen im Sozialbereich ak-
tiven Einrichtungen.
Das Team verfügt über Zusatzqualifikationen und Erfahrung in der interkulturellen Ar-
beit. Als wichtiger Bestandteil des Stadtteils Berg Fidel wird Wert auf Sozialraumorien-
tierung vor Ort gelegt.
Angebote des VSE sind beispielsweise:
Sozialpädagogische Familienhilfe
Erziehungsbeistandschaften
Intensive sozialpädagogische Einzelfallhilfe
Hilfen für junge Volljährige
58
Beratung von Schü lerinnen und Schülern , Familien und Lehrpersonal bei
Schwierigkeiten im Schulalltag (z.B. Schulabstinenz , soziale Auffälligkeiten,
Mobbing, Kinderschutz)
Orientierung, Beratung, Begleitung und Coaching im Übergang Schule und Be-
ruf
Beratung und B egleitung von neu zugewanderten Kindern, Jugendlichen und
deren Familien zu den Themen Schule und Bildung
Als Mitglied des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes teilt die Beratungs-
stelle Südviertel e.V. die Grundwerte des Verbandes: Parität, Toleranz, Offenheit und
Vielfalt.
Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die Menschen in ihren Beziehungen und individuellen
Lebenswelten und im Spannungsfeld mit den jeweils veränderten Rahmenbedingun-
gen, wie den politischen Entwicklungen und den sozial-kulturellen Bedingungen.
Das Angebot ist vielfältig und umfasst z.B. die Betreuung von heilpädagogische n Ta-
gesgruppen, Frühe Hilfen, Patenprojekte, Beratungen und Schulprojekte , aber auch
Beratung für Fachkräfte, wenn sie z.B. Bedarf an Supervision oder Fragen zum Kin-
derschutz haben.
Ein zusätzlicher zweiter Standort ist in Kooperation mit der Stadtteilkoordination Berg
Fidel mit zehn Personalstunden am Rincklakeweg im neuen Quartierstreff der AWO
entstanden. Dieser neue Quartierstreff soll für alle Altersgruppen offen sein. In diesen
Räumlichkeiten bietet die Beratungsstelle Südviertel flankierend einen Familientreff mit
Spiel- und Beratungsangebot an.
Der Kommunale Sozialdienst (KSD) bietet vielfältige Beratungsangebote für Kinder,
Jugendliche und Familien an. Eine Sprechstunde des KSD wird in Berg Fidel derzeit
anlassbezogen durchgeführt.
In jedem Stadtbezirk steht ein Team von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in
der Bezirkssozialarbeit als erster Ansprechpartner für soziale und pädagogische Fra-
gen zur Verfügung. Ziel ist eine lösungsorientierte, ganzheitliche Hilfestellung in Ver-
bindung von Beratung und gegebenenfalls wirtschaftlicher Hilfegewährung. Soweit der
Schutz Minderjähriger und anderer schutzbedürftiger Menschen gewährleistet werden
muss, geht der Aufgabenbereich über die Hilfe zur Selbsthilfe hinaus.
Neben der Bezirkssoz ialarbeit gehören auch die nachfolgend angegebenen Fach-
dienste im Kommunalen Sozialdienst zum Aufgabengebiet:
Bezirkssozialarbeit
Eingliederungshilfen
Adoptiv- und Pflegekinderdienst
Jugendhilfe im Strafverfahren (Jugendgerichtshilfe)
Vormundschaften / Pflegschaften
Heimfachdienst
Auf Stadtteilebene arbeitet der KSD z.B. eng mit der Schule, den Kindertagesstätten,
dem VSE und auch mit der Polizei zusammen. In Berg Fidel hat der KSD keine An-
laufstelle oder Präsenzzeiten. Das für den Stadtteil zuständige Team ist in Münster
Hiltrup (Patronatsstraße) ansässig.
Der Caritasverband Münster, die kommunale Seniorenvertretung und die Arbei-
terwohlfahrt (AWO) engagieren sich gemeinsam in einem Stadtteilarbeitskreis und
59
bieten zahlreiche Angebote für Seniorinnen und Senioren, die in d er umfangreichen
Broschüre „Älter werden in Hiltrup , Amelsbüren und Berg Fidel“ zusammengefasst
sind. In dieser Broschüre stellen sich Anbieter, Behörden und Einrichtungen rund um
die Altenhilfe vor.
Darüber hinaus wird eine regelmäßig stattfindende Gesprächsrunde für Seniorinnen
und Senioren angeboten, in der auch gemeinsame Fahrten geplant werden. Hier wird
z.B. auch Hilfe für Seniorinnen und Senioren bei der Bearbeitung von Anträgen, Ant-
worten auf Behördenschreiben und Hilfe bei Wohnungsproblemen angeboten.
Das Sozialbüro Berg Fidel der katholischen Sankt-Joseph-Gemeinde bietet Un-
terstützung und Beratung für Hilfesuchende in schwierigen Lebenss ituationen im Ma-
ximilian-Kolbe-Haus (Hülsenbusch / Rincklakeweg) an.
4.7. Freizeit / Kultur
In einem kulturell vielfältigen Stadtteil wie Berg Fidel, in dem eine große Zahl unter-
schiedlicher Ethnien in teilweise enger Nachbarschaft zusammenleben, besteht über
kulturelle Angebote die Chance, das Interesse an und die Toleranz für andere Kulturen
zu stärken.
Das Freizeit- und Kulturprogramm wird von der Stadtteilbewohnerschaft als nicht aus-
reichend eingestuft. Das ist ein wesentliches Ergebnis der unterschiedlichen Beteili-
gungsformate, die im Rahmen der Erarbeitung dieses InSEKS durchgeführt wurden.
Es fehlt ein Netzwerk der Akteurinnen und Akteure, die sich für kulturelle Aktivitäten
interessieren und einsetzen. Externe Kulturschaffende und Akteurinnen und Akteure
vor Ort sollten vernetzt werden und sich gemeinsam in einer Projektwerkstatt zum Ide-
enaustausch zusammenfinden. Eine Ausnahme in Bezug auf dementsprechende An-
gebote stellen das Stadtteilhaus Lorenz-Süd und die „Alte Post“ dar, die bei allen Be-
teiligungsschritten positiv erwähnt werden. Trotz des engagierten Einsatzes der Frei-
zeit- und Kultureinrichtungen im Quartier genügen die derzeitigen Angebote nicht den
festgestellten Bedarfen der Bewohnerinnen und Bewohner. Es ist somit erforderlich,
die bestehenden Angebote zu erweitern und gezielt auf die festgestellten Bedarfe der
Bewohnerinnen und Bewohner einzugehen, insbesondere durch die Schaffung von
öffentlichen Freizeiteinrichtungen, um die Lebensqualität im Stadtteil nachhaltig zu ver-
bessern.
Die rege Teilnahme an dem Stadtteilfest anlässlich des „50 . Geburtstages“ (Corona-
bedingt 50+1) von Berg Fidel im Mai 2022 und die positiven Rückmeldungen zeigen,
dass die Bewohnerschaft großes Interesse an gemeinschaftlichen Events vor Ort hat.
Der Bücherbus der Stadtbücherei Münster fährt Berg Fidel an zwei Haltestellen alle 14
Tage an. An der Haltestelle Ter -Borch-Straße besteht ein kleiner, fester Leserkreis,
darunter auch Bewohnerinnen und Bewohner der Alteneinrichtung Haus Simeon. Mit
der PRIMUS-Schule besteht eine enge Kooperation, so dass verschiedenen Alters-
klassen die Möglichkeit geboten wird, das Leseangebot kennenzulernen und zu nut-
zen. Die PRIMUS-Schule verfügt selber über eine Bücherei, die sich großer Beliebtheit
erfreut.
60
Abb. 59: Berg Fidel ist bunt
Bild: Stadt Münster
4.8. Miteinander / Integration
Dem im Vergleich zur Gesamtstadt Münster sehr hohen Anteil an Menschen mit Mig-
rationsvorgeschichte entsprechend (siehe auch Kap. 3.) haben einige Angebote der
Bildungseinrichtungen, Vereine, Kirchengemeinden und Sozialverbände i m Stadtteil
Berg Fidel einen integrativ en Ansatz. Darüber hinaus bestehen gezielte Unterstüt-
zungsangebote oder Maßnahmen für bestimmte Zielgruppen.
Ergänzend zu den genannten Freizeit-, Bildungs- und Kultureinrichtungen im Stadtteil
engagieren sich unterschiedliche thematische Arbeitskreise und -gruppen, die aktiv
das Stadtteilleben und das Miteinander im Stadtteil unterstützen.
Laut der Befragung der Schlüsselpersonen lassen sich einige der im Stadtteil stark
vertretenen Ethnien dennoch nur schwer integri eren. Dadurch sind Parallelgesell-
schaften entstanden.
Die Akteure und Akteurinnen in den entsprechenden Betreuungseinrichtungen berich-
ten, dass Kinder mit Migrationsvorgeschichte teilweise nur geringe Kenntnis se der
deutschen Sprache haben. Dadurch erschweren sich die Integration und die Teilhabe.
Von Seiten des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Münster (KI) wurde das
Leitbild „Migration und Integration“ erarbeitet, welches der Rat Anfang 2025 beschlos-
sen hat. Das Leitbild hat zum Ziel, Strategien und Maßnahmen insbesondere zur Ver-
besserung der Teilhabechancen und Partizipation der Menschen mit Migrationsvorge-
schichte aufzuzeigen und diese dann als konkrete Maßnahmen auf Stadtteil - bzw.
Quartiersebene umzusetzen. Berg Fidel soll in diesem Zusammenhang mit Priorität
berücksichtig werden.
61
Vom KI werden zudem Fortbildungen und Fachtagungen für Fachkräfte von Bildungs-
einrichtungen zu den Themen interkulturelle Öffnung, Rassismus-Kritik, sprachsensib-
ler Umgang sowie zur antidiskriminierenden Bildungsarbeit angeboten. Ziel ist es, u.a.
Menschen mit Migrationsvorgeschichte als Ideengeberinnen und Ideengeber und Ak-
teurinnen und Akteure stärker zu berücksichtigen. Dazu muss diese Zielgruppe besser
über bestehende Vorhaben und Projekte nach dem Grundsatz „Sprache vor Schrift“
informiert werden.
Im Rahmen des Projektes „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ lief das For-
schungsprojekt „Community Forschung für Berg Fidel“ von April 2023 bis Juli
2024. Durch Alltagsbegegnungen, Interviews und der Organisation offener Treffen im
Stadtteil soll die (migrantische) Bewohnerschaft befähigt werden, sich besser selbst
zu organisieren. Durch diesen niederschwelligen Austausch und das Schaffen von Be-
ziehungen im Quartier sollen sensible Themen wie Armut, Diskriminierung, Rassismus
und Stigmatisierung a ls gesundheitsgefährdende Faktoren verdeutlicht und Vor-
schläge erarbeitet werden, wie diese abgebaut werden können.
Der „Fanport“ ist ein sozialpädagogisches Projekt mit Anlaufstelle am LVM-Preu-
ßenstadion. Diese Räumlichkeiten können für Treffen und Aktivitäten von Kindern und
Jugendlichen genutzt werden. Zudem sind sie ein Ort für Gruppen- und Projektarbeit
sowie für außerschulischen Unterricht. Der Träger, die Outlaw Kinder- und Jugendso-
zialhilfe GmbH setzt sich gemeinsam mit dem Verein SC Preußen Münster für eine
tolerante und demokratische Fankultur ein und bietet Unterstützung in verschiedenen
Handlungsfeldern und organisiert gemeinsame Unternehmungen. Ein weiteres Ar-
beitsfeld dieser gemeinnützigen Organisation sind Bildungsveranstaltungen in der
Reihe „Flutlicht“, die einerseits nach den Bedürfnissen aus der Fanszene ausgerichtet
werden, aber auch nach konzeptionellen Gesichtspunkten, um z.B. Toleranz und de-
mokratische Einstellungen zu fördern.
Von Seiten der Bürgerschaft wird häufig die Initiative e rgriffen und werden Ideen for-
muliert, welche Aktionen zur Verbesserung des Miteinanders und zur Integration
durchgeführt werden können. Bereits umgesetzte und im Stadtteil positiv angenom-
mene und für die Wiederholung vorgesehene Vorschläge sind z.B.:
Gemeinsame Besichtigungsfahrten zu verschiedenen religiösen Einrichtun-
gen in NRW: Synagoge und Moschee in Münster, Kölner Dom, buddhisti-
sche Tempel im Hamm
Kindertheater des “Don Kidschote“
Tag der Muttersprache - Kinderbuchlesung auf Deutsch und Arabisch
Internationaler Frauentag (Wellnesstag für Seniorinnen)
Familienflohmarkt von und für Bewohnerschaft aus Berg Fidel (ohne
Standgebühr)
Teilnahme und Beratungsfunktion "Kulturliste Münster" e.V. - kostenlose
Teilnahme an dem kulturellen Leben in Münster
Frauenkurs MiA - Themen: sprachliche Orientierung und Gesundheit - ca.
zwölf Teilnehmerinnen
Sprechstunden für Bewohnerinnen und Bewohner
62
4.9. Sport / Bewegung
In der Wahrnehmung der Gesamtstadt werden mit dem Stadtteil Berg Fidel vor allem
sportliche Ereignisse in Zusammenhang gebracht. D er Grund dafür ist die Lage des
Stadions, in dem der Fußballverein SC Preußen Münster spielt, und der G roßsport-
halle, in dem der USC Münster e.V. spielt, zwischen der Hammer Straße und der
Straße Am Berg Fidel. Die sportlichen Veranstaltungen in diesen Anlagen sind oftmals
mit Einschränkungen für die B ewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils durch er-
hebliche Zuschauermengen und starkes Verkehrsaufkommen – häufig auch mit gro-
ßem Polizeieinsatz – verbunden.
Ein bauliches Großprojekt der kommenden Jahre ist der Ausbau des LVM-Preu-
ßenstadions an der Hammer Straße hin zu einem zeitgemäßen, barrierefreien, ener-
giesparenden und zweitligatauglichen Stadion. Die Neugestaltun g der Nord -, West,
und Osttribüne haben im Jahr 2025 begonnen . Auch eine Kindertagesstätte wird im
Gebäude integriert.
Abb. 60: Ausbau des Preußenstadions
Bild: Stadt Münster / Architektur Concept
Allgemein gibt es i m Stadtteil trotz des Engagements der Sporteinrichtungen derzeit
keine ausreichenden Sport- und Bewegungsmöglichkeiten für die Bewohnerschaft, so
die Einschätzung der Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner im Rahmen der Beteili-
gungsformate. Es fehlten Räumlichkeiten, Flächen im Außenbereich und Übungsleite-
rinnen und -leiter. Insbesondere bestehe ein Bedarf an öffentlichen Einrichtungen, z.B.
ein multifunktionaler Spielplatz der Kategorie A (Kinder / Jugendliche) und ein Bolz-
platz.
63
Abb. 61: Eingangsschild vor dem Beachvolleyfeld
Bild: Stadt Münster
Ein erster Schritt ist die Anlage von vier Beachvolleyball-Feldern im fertiggestellten und
in Betrieb genommenen Sportpark westlich der Hammer Straße. Zwei der vier Beach-
volleyball-Felder sind für die Nutzung aller Interessierten freigegeben. Seitens der Ak-
teurinnen und Akteure, die in engem Kontakt zur Stadtteilbevölkerung stehen, wurde
jedoch darauf hingewiesen, dass die Öffnung der Felder erfreulich sei, Beachvolleyball
jedoch nicht die Sportart sei, die von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht werde
und dieses Angebot demnach vermutlich wenig in Anspruch genommen werde. Die
anderen beiden Felder sind ausschließlich für den Leistungssport des USC reserviert.
Einem Großteil der Bewohnerschaft von Berg Fidel ist es aufgrund der hohen Eintritts-
preise für die jeweiligen professionellen Spiele nicht möglich, daran teilzunehmen. Al-
lerdings werden z.B. pro Heimspiel des SC Preußen Münster zehn Freikarten vom
Stadtteilhaus Lorenz-Süd vergeben.
Aus Sicht der Fachkräfte z.B. des Stadtteilhauses Lorenz -Süd, die im engen Aus-
tausch mit der Stadtteilbevölkerung stehen, und des Arbeitskreises Sport und Bewe-
gung ist die Errichtung einer relativ kostengünstigen Freiluft-Sporthalle in Leichtbau-
weise angebracht, um witterungsunabhängig Sport treiben zu können.
Seit jeher werden dem (Breiten-)Sport vielfältige Funktionen für die Gesellschaft zuge-
schrieben. So dienen Sport und Bewegung nicht nur als Möglichkeit zur Steigerung
der Leistungsfähigkeit, der Gesundheitsförderung oder der Prävention, sondern erfül-
len gleichzeitig sozial-integrative Funktionen. Sport vermittelt wichtige Werte, Orientie-
rungs- und Verhaltensmuster wie Teamgeist, Respekt, Solidarität, Selbstbewusstsein,
Regelakzeptanz und Fair Play. Da die sportliche Betätigung Menschen unterschiedli-
64
cher Generationen sowie sozialer und kultureller Herkunft zusammenbringt, Hemmun-
gen sowie Sprachbarrieren abbaut, stellt die Förderung von Sport - und Bewegungs-
angeboten in Bezug auf die Integration in einem Stadtteil, in dem viele verschiedene
Nationalitäten leben, einen wichtigen Beitrag dar. Das Ange bot muss daher den An-
forderungen und Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter-
schiedlichen Alters und Nationalitäten gerecht werden.
Östlich der Hammer Straße – außerhalb des Untersuchungsgebietes – befindet sich
die Sportanlage des ESV 1927 e.V. Dieser Verein bietet neben dem Fußballtraining,
Leichtathletiktraining inklusive Kinderturnen, eine Tennisabteilung und eine Kegelab-
teilung an.
Angestrebt werden:
Die Umwandlung des Ascheplatzes in einen Kunstrasenplatz (ganzjährige Nut-
zung durch die älteren Jugendjahrgänge, Treffpunkt für Jugendliche etc.)
Neugestaltung eines Eingangs zum Vereinsgelände an der Siemensstraße (Si-
cherer Zugang, Abkürzung der Wegstrecke aus Berg Fidel)
Schaffung eines Angebots für Mädchen und Frauen
Ziel dieses Vereins ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem individuellen Leis-
tungswillen und dem Ziel nach angemessener körperlicher Betätigung . Für jüngere
Kinder ist das Gelände aufgrund der Gefahren bei der Querung der Hammer Straße
und des geringen Straßenquerschnittes der Siemensstraße und vor allem der beglei-
tenden Gehwege nicht gut zu erreichen.
Die zusätzliche Unterstützung des Vereins durch Ehrenamtliche od er studentische
Hilfskräfte ist erforderlich. Insbesondere die Nachfrage nach Angeboten für Mädchen
und Frauen (mit Migrationsvorgeschichte) ist hoch und muss ausgeweitet werden, um
die Chancen der Integration dieser Zielgruppe zu erhöhen (s.o.). Zur Umset zung ist
eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung erforderlich.
In Berg Fidel gilt es insbesondere den hohen Antei l an SGB II-Empfängerinnen und
Empfängern und Menschen mit geringem Einkommen, kinderreichen Familien und Al-
leinerziehenden zu berücksichtigen. Die fehlenden finanziellen Mittel erschwer en es
diesen Personenkreisen, aktiv an den teilweise kost enpflichtigen Freizeit- und Sport-
angeboten teilzunehmen. Die vorgegebenen organisatorischen Strukturen, die mit der
Teilnahme an einem Sport angebot in Verbindung stehen , wie z.B. Fahr - oder Reini-
gungsdienste der Ausrüstung der jeweiligen Sportgruppe, können einige Familien nicht
leisten. Schwierigkeiten bereiten neben der finanziellen Situation oftmals auch die be-
stehende Sprachbarriere und Informationsdefizite bei Familien, Kindern, Jugendlichen
mit Migrationsvorgeschichte.
Die Beteiligungsformate, die im Rahmen der Erarbeitung des InSEKs durchgeführt
wurden, haben gezeigt, dass bei der Stadtteilbewohnerschaft auch ein großes Inte-
resse an vereinsungebundenem Sport auf freien Sportflächen bzw. öffentlichen Grün-
flächen besteht. Ein Beispiel hierfür ist der Wunsch, Calisthenics-Anlagen in den teil-
weise weitläufigen Grünanlagen oder auf Spielplätzen einzurichten. Kinder und Ju-
gendliche äußerten sich dahingehend, dass Fußballtore fehlen würden.
Es wird kritisiert, dass die Spiel- und Sportanlage am Familienzentrum am Rincklake-
weg an heißen Tagen aufgrund des Bodenbelages aus Kunststoff nicht gut nutzbar ist.
65
Bild: Stadt Münster
Der öffentliche Basketball - und Skateplatz, östlich an das Stadtteilhaus Lorenz -Süd
angrenzend, wird aufgrund des ungeeigneten, rauen Bodenbelags nicht häufig ge-
nutzt, weil Verletzungsgefahr besteht. Eine Erneuerung des Bodenbelages unter Ein-
beziehung der Nutzerinnen und Nutzer würden vereinsungebundene Skate- und Bas-
ketballprojekte ermöglichen.
Bei Seniorinnen und Senioren im Stadtteil erfreute sich das Hallenbad im Se nioren-
heim Haus Simeon großer Beliebtheit, welches aber aus Kostengründen geschlossen
werden musste.
Das jährlich stattfindende Sportfest „Show des Sports“ in der Sporthalle Berg Fidel
findet bei der Bewohnerschaft großen Anklang. Orga nisiert und betreut wird es vom
Stadtsportbund Münster. Der Besuch ist kostenfrei. Im Mittelpunkt stehen Präsentati-
onen verschiedener Vereine und ihrer jeweiligen Sportarten.
Sehr gut angenommen wird die Skater -Anlage, welche zwischen der Sporthalle Berg
Fidel und dem Stadtteilhaus Lorenz-Süd gelegen ist. Sie verbindet die sportliche Be-
tätigung, das Miteinander und die Integration von sportlichen Jugendlichen im allge-
mein zugänglichen, öffentlichen Raum. Sie stellt einen Anziehungspunkt weit über den
Stadtteil Berg Fidel dar.
Abb. 62: Öffentlicher Basketball- und Skateplatz
66
Bild: Stadt Münster
Der Stadtsportbund in Kooperation mit dem Gesundheitsamt kann bei dem Thema
„Sport und Bewegung“ bereits auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen. Seit dem
01.10.2021 wird z.B. in Coerde, einem von der Sozialstruktur mit Berg Fidel vergleich-
baren Stadtteil, das dreijährige Projekt „Coerde in Bewegung“ umgesetzt.
In Berg Fidel wurde das Thema „Sport und Bewegung“ als eines der wichtigsten Hand-
lungsfelder sowohl von den Akteurinnen und Akteuren vor Ort als auch von Seiten der
zuständigen Fachämter erkannt. Der Stadtsportbund und das Gesundheitsamt waren
mit den Stadttei lakteurinnen und -akteuren hierzu intensiv im Gespräch. Es hat sich
eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Sport und Bewegung“ in Berg Fidel auf Initiative
des Stadtsportbundes gegründet. Die Gruppe besteht aus Sportvereinen, Kinder- und
Jugendarbeit, Stadtteilarbeit, Verwa ltung und Politik. In dieser Runde sollen Bedarfe
formuliert, Maßnahmen überlegt und Kooperationen entwickelt werden.
Erste Angebote, wie das Projekt „Offene Turnhalle“ – eine Kooperation vom Stadt-
sportbund, dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Münster, dem Land NRW
mit dem Förderprogramm „Komm an“ - konnte bereits realisiert werden und hat großen
Anklang im Stadtteil gefunden.
Aufgrund der im In SEK-Prozess erfassten Bedarfe und um an den Erfahrungen aus
dem Projekt „Coerde in Bewegung“ in Berg Fidel anzuknüpfen und darauf aufzubauen,
werden dem Stadtsportbund seit 2024 über das Gesundheitsamt der Stadt Münster
Gelder für die Angebots- und Strukturentwicklung im Bereich Sport und Bewegung für
Kinder und Jugendliche für Berg Fidel (und Kinderhaus) zur Verfügung gestellt.
Abb. 63: Skateranlage am Stadtteilhaus Lorenz-Süd
67
Abb. 64: Plakatwerbung für die Offene Turnhalle
Bild: Stadt Münster
Bei der Umsetzung wird auf die Niedrigschwelligkeit der Angebote sowie auf die Ver-
netzung der Menschen und des organisierten Sports im Stadtteil gesetzt. Handlungs-
bedarfe und -ansätze sind u.a.:
Aufbau und Etablierung niedrigschwelliger Angebote (z.B. Sport Nights, Of-
fene Sporthalle für Kinder und Jugendliche, Offene Sporthalle für Kinder mit
Eltern)
Nutzung öffentlicher Räume durch Bewegung und Sport, Schaffen von Bewe-
gungsanlässen (z.B. Sport im Park, Beachvolleyball, Basketball, Skate-
Events, „bewegter Schulhof“)
Auf- und Ausbau von Bewegungsförderung in Kitas und Familienzentren (Be-
darfsanalyse, ggf. Initiierung von Angeboten, Aufbau von Kooperationen mit
Sportvereinen)
Auf- und Ausbau von Sport und Bewegung in Schulen, inklusives OGS (Be-
darfsanalyse, ggf. Initiierung von Angeboten, Aufbau von Kooperationen mit
Sportvereinen)
Gewinnung, Qualifizierung und Begleitung engagierter Bürgerinnen und Bürger
für die (Mit-)Gestaltung von Sport- und Bewegungsangeboten
Stärkung der Sportvereine im Sinne von Stadtteilsportvereinen
Die so aufgebauten Strukturen sollen als Teil der gesundheitsbezogenen Quartiers-
arbeit nachhaltig verankert werden.
4.10. Gesundheit
Berg Fidel ist ein Stadtteil, der nicht zuletzt aufgrund seiner besonderen Sozialstruktur
und damit einhergehender „gesundheitlicher Chancenungleichheit“ besonderer Auf-
merksamkeit bedarf. Die Erfahrungen der Stadtteilakteurinnen und -akteure und auch
die Erhebungen des Gesundheitsamtes bei der jährlichen Einschulungsuntersuchung
(vgl. 3.10.) zeigen, dass im Stadtteil in Bezug auf die Gesundheitsfö rderung Hand-
lungsbedarf besteht.
68
Um eine größtmögliche Wirkung bei der Förderung von Gesundheit zu erzielen, ist es
wichtig, Gesundheit ganzheitlich zu verstehen und sowohl am individuellen Verhalten
als auch an den Lebensverhältnissen anzusetzen.
Das unten dargestellte Regenbogenmodell zeigt sehr anschaulich, welche vielfältigen
Faktoren auf unterschiedlichsten Ebenen Einfluss auf Gesundheit haben und damit
auch die Lebenserwartung beeinflussen. Neben der baulichen Struktur, wie der Wohn-
form und der Frei- und Erholungsflächensituation, spielen z.B. auch die Arbeitsbedin-
gungen, die sozialen Netzwerke und auch das Infrastrukturangebot sowie die individu-
ellen finanziellen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. In den letzten Jahr-
zehnten ist auch der Klimaschutz und die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen
des Klimawandels stärker in den Blick gerückt. Darüber hinaus sind die individuellen
Verhaltensweisen – wie das Bewegungs- und Ernährungsverhalten – von Bedeutung.
Bei der Betrachtung dieser Einflussfaktoren auf Gesundheit muss es das Ziel sein, die
individuellen Lebenslagen der verschiedenen Communities zu erfassen und einzube-
ziehen. Dieser Anspruch erfordert die Entwicklung besonderer Methoden bei der Be-
teiligung der Bürgerinnen und Bürger, um eine gleichwertige Teilhabe zu ermöglichen.
Abb. 65: Regenbogenmodell
Bild: H. Köckler / Darstellung der HAGE e.V., 2020 nach Dahlgren & Whitehead
Diesem Grundgedanken folgend setzt die Stadt Münster (Gesundheitsamt, Wissen-
schaftsbüro bei Münster Marketing) gemeinsam mit der Universität Münster (Institut
für Geographie) das auf fünf Jahre angelegte und von der Techniker Krankenkasse
geförderte Projekt „Gesundheit in der nachhaltigen Stadt“ um (nähere Informationen
zum Projekt: www.muensterzukunft.de/gesundheit).
Ziel des im Jahr 2021 gestarteten Projektes ist die partizipative Erarbeitung eines kom-
munalen Handlungsprogramms für gesundheitliche Chancengleichheit, welches als
Teil der Stadtentwicklung fest verankert werden soll. Die gemeinsame Erarbeitung von
zentralen Handlungsfeldern gesundheitlicher Chancengleichheit fand in partizipativen
Workshops in den drei Stadtteilen Berg Fidel, Coerde und dem Hansaviertel statt. So-
wohl in „Gesundheitsforen“ mit Expertinnen und Experten der Stadttei larbeit als auch
in Workshops mit der Bewohnersc haft wurden die zentralen Handlungsfelder sowie
69
erste Maßnahmen hierzu erarbeitet. In Berg Fidel hat ergänzend eine Community For-
scherin, die in dem Stadtteil aufgewachsen und verwurzelt ist, Bedarfe der Gesund-
heitsförderung mit Menschen aus Berg Fidel, die als „schwer erreichbar“ gelten, ermit-
telt und mit Ihnen gemeinsam Interventionen entwickelt.
In Berg Fidel wurden folgende Handlungsfelder als besonders bedeutsam herausge-
arbeitet:
Sport und Bewegung – Angebote schaffen, vernetzen, unterstützen
Kreative, neue Raumlösungen und Begegnungsorte schaffen und vorhandene
Ressourcen unterstützen und schützen
Niedrigschwellige Zugänge stärken
Wohn- und Müllprobleme – Empowerment der Mieterinnen und Mieter stärken,
Stigmatisierung aufbrechen, Augenhöhe schaffen
Empowerment und Teilhabe (von migrantischer Selbstorganisation, Glaubens-
gemeinschaften, Communities)
Diese Handlungsfelder, die einem breiten Gesundheitsverständnis gemäß den vielfäl-
tigen Einflussfaktoren auf Gesundheit entsprechen, werden in anderen Kapiteln dieses
InSEKs näher beleuchtet.
Bezogen auf ein engeres Gesundheitsverständnis steht u.a. das Ziel im Mittelpunkt,
Strukturen zu schaffen, in denen niedrigschwellige Beratungs- und Hilfsangebote inei-
nandergreifen, um so eine bestmögliche Gesundhe itsförderung, Prävention und Ge-
sundheitsversorgung für alle Erwachsenen und besonders für Kinder und Jugendliche
im Stadtteil zu gewährleisten.
Die Weichen für ein gesundes Aufwachsen werden schon in der Schwangerschaft und
in der frühen Kindheit gestellt. Deshalb ist es entscheidend, dass Schwangere und
junge Mütter einen guten Zugang zum medizinischen Versorgungssystem haben und
alle Vorsorgen für sich und ihr Kind nutzen. Gerade in Stadtteilen, in denen Menschen
aus vielen Nationen und mit sozialen Problemen leben, finden Schwangere und Mütter
leider oft nicht den Zugang zu bestehenden Angeboten . In Berg Fidel wurde diese
Schwierigkeit schon vor Jahren erkannt.
Im Rahmen des Projektes „Gesund Aufwachsen“ wurden durch das Gesundheitsamt
u.a. Hebammensprechstunden in den beiden großen Kitas vor Ort eingeführt. Freibe-
rufliche Hebammen boten einmal pro Woche eine Sprechstunde an, oft gekoppelt an
Angebote der Kita, wie z.B. das Frauenfrühstück. So gelang es über Jahre, Frauen
und damit Kinder / Familien niedrigschwellig zu erreichen und zu beraten.
Leider stellten die freiberuflichen Hebammen diese Tätigkeit zwischenzeitlich ein und
es gelang nicht, neue Hebammen zu gewinnen.
Im Stadtteil bestehen bereits verschiedene Unterstützungs- und Aufklärungsangebote
oder sind derzeit in Planung, wie z.B.:
Die Beratungsstelle „Frühe Hilfen “ des Gesundheitsamtes setzt bereits in der
Schwangerschaft an. Hebammen und Kinderkrankenpflegerinnen betreuen fortlaufend
Schwangere und Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf. Einmal im Monat,
im Rahmen des Frauenfrühstücks, besteht eine Sprechstunde mit einer Hebamme
und einer Sozialarbeiterin . Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle „Frühe Hilfen“
sind fast täglich aufsuchend im Stadtteil tätig. Um entwicklungsverzögerten oder be-
hinderten Kindern die entsprechende Förderung zu ermöglichen, steht die Frühförde-
rung im engen Austausch mit den Kitas im Untersuchungsgebiet.
70
Ergänzend ist nun geplant, einmal im Monat in jeder Kita eine Sprechstunde durch
eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ im Gesundheitsamt durchzufüh-
ren, sobald dort alle Stellen besetzt sind. Möglich ist der Einsatz einer Familienheb-
amme oder Familienkinderkrankenschwester, die durch ihre Weiterbildung für solche
Einsätze geschult sind. Sie können zu Themen, wie Schwangerschaft, Impfungen, Fa-
milienplanung, Säuglingspflege und Ernährung beraten und bei Bedarf an Ärztinnen
und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten und Beratungsstellen weitervermitteln.
Durch ihre gute Vernetzung, z.B. zu den Stadtteilkoordinatorinnen und Stadtteilkoordi-
natoren, übernehmen sie wichtige L otsenfunktionen. Dieses Konzept wurde in ähnli-
cher Form in Berg Fidel schon vor mehreren Jahren im Rahmen des Projektes „Ge-
sund Aufwachsen“ erfolgreich umgesetzt.
Zusätzlich steht auch das Hebammenmobil des ASB jeden Dienstag von 10 .00 Uhr
bis 12.00 Uhr vor dem Supermarkt nah&frisch an der Hogenbergstraße. Auch hier
können Frauen unkompliziert Hebammenhilfe in Anspruch nehmen.
Das Präventionsprogramm „Sure Start“ im Familienzentrum Maximilian Kolbe rich-
tet sich an Mütter und Babys bzw. Kleinkinder (von 0-3 Jahren) aus dem im Stadtteil
stark vertretenen bildungsfernen, sozialschwachen sowie wirtschaftlich armen Milieu.
Über die Stärkung der Mutter -Kind-Beziehung soll eine gute emotionale und körperli-
che Grundversorgung als Voraussetzung einer gesunden Ent wicklung der Kinder er-
reicht werden. Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ nehmen regelmäßig
an der „Sure Start-Gruppe“ teil und beraten die Teilnehmenden.
Die Einschulungsuntersuchungen bei Kindern in Berg Fidel werden vorgezogen, um
einen Förderbedarf frühzeitig zu erkennen, Therapien einzuleiten und den Kindern
dadurch einen guten Übergang von der Kita in die Schule zu ermöglichen. Dabei ste-
hen die Schulärztinnen des Gesundheits- und Veterinäramtes im engen Austausch mit
Eltern, Kitas und der Schule vor Ort, denn nur gemeinsam kann es gelingen, Über-
gänge erfolgreich zu gestalten. Auch im weiteren Verlauf begleiten die Schulärztinnen
in Schulsprechstunden mit Schule, Jugendamt und Eltern die schulische Entwicklung
der Kinder.
Der Kinder- und Jugendzahnärztliche Dienst führt jährliche Untersuchungen in allen
Kitas und der Grundschule durch und bietet zusätzlich Vorsorgemaßnahmen an („Kita
mit Biss“), um die Zahngesundheit zu verbessern. Dabei spielt auch das Thema ge-
sunde Ernährung eine wichtige Rolle.
Der Sozialpsychiatrische Dienst mit dem Kinder - und Jugendpsychiatrischen Dienst
des Gesundheitsamtes bietet monatlich eine Sprechstunde mit dem Kommunalen So-
zialdienst des Jugendamtes im Bezirk an. Psychische Erkrankungen in Familien kön-
nen so erkannt und der Behandlung zugeführt werden.
4.11. Öffentlicher Raum / Parks / Spielplätze
Die Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in Berg Fidel beinhaltet, dass
die öffentlichen und privaten (Frei -)Räume und Plätze zukünftig aktiver von der Be-
wohnerschaft genutzt werden können. Denn Bewegung und Aufenthalt im Freien för-
dert nicht nur die Gesundheit, sondern dient auch der Interaktion der unterschiedlichen
Altersgruppen und der Integration der verschiedenen Ethnien im Stadtteil. Zudem wird
der Vereinsamung älterer Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität vor-
gebeugt, sobald attraktive, gut zu erreichend e Aufenthaltsflächen in unmittelbarer
71
Nachbarschaft zur Wohnung vorgehalten werden. Aus diesem Grund liegt ein beson-
deres Augenmerk auf den öffentlichen sowie privaten Grün - und Freiflächen (siehe
4.9. Sport / Bewegung). Berg Fidel bietet ein großes Potenzial, um dieses Ziel erfolg-
reich umzusetzen.
Berg Fidel wurde von der Bewohnerschaft bei allen im Rahmen des InSEKs durchge-
führten Beteiligungsschritten als „grüner Stadtteil“ beschrieben. Auch die teilweise gro-
ßen, privaten Grünflächen rund um die Wohngebäude tragen zu dieser Einschätzung
der Bürgerschaft bei. In erster Linie wurden aber die weitläufigen öffentlichen Grünflä-
chen, wie der Sternbusch -Park, die Spielplätze und die grünen Wegeverbindungen,
wie die Hülsenbusch -Allee benannt. Diese Erholungsflächen tragen dazu bei, dass
Familien, die mit vielen Kindern in eher beengten W ohnverhältnissen leben, ein Aus-
gleich im öffentlichen Raum zur Verfügung steht.
Bei der Kinder- und Jugendbeteiligung #Stadtsache äußerten die Beteiligten, dass die
Grünflächen und der Straßenraum intensiver mit blühenden Pflanzen gestaltet werden
sollten. Auch Bäume und Sträucher mit essbaren Früchten und Trinkbrunnen fehlen
im öffentlichen Raum aus Sicht dieser Zielgruppe.
Die Freiräume im Süden von Berg Fidel, wie die Landschaftsparks Vennheide, Jesui-
terbrook und Lechtenberg , sind über die Drachterstraße , die Unterführung Lechten-
bergweg und über eine Brücke für Zufußgehende und Radfahrende angebunden. Die
Infrastrukturtrassen von Bahn, Straßen und Dortmund -Ems-Kanal stellen dennoch
Barrieren dar.
72
Abb. 66: Grünsystem – Freiraumkonzept Stadtteil Berg Fidel
Bild: Stadt Münster
Auf den privaten Freiflächen der großen Wohnanlagen macht sich der unachtsame
Umgang der Bewohnerschaft in Bezug auf die Entsorgung von Müll drastisch bemerk-
bar (siehe 4.12. Sauberkeit / Sicherheit). Die Grüngestaltung dieser Freiflächen bedarf
größtenteils einer erheblichen Aufwertung, damit eine Nutzung durch die Bewohner-
schaft ermöglicht wird. Diese kann dazu beitragen, dass gute Nachbarschaften entste-
hen und somit die Identifizierung mit dem eigenen Wohnquartier verbessert wird.
Besonderes Augenmerk bei der Aufwertung , sowohl der privaten als auch der städti-
schen Grünflächen, sollte auf die Bedürfnisse älterer Mitmenschen und Menschen mit
eingeschränkter Mobilität gerichtet werden. Darüber hinaus soll die Gestaltung der öf-
fentlichen Grünflächen zu mehr Bewegung anregen – hier steht die Zielgruppe der
älteren Kinder und Jugendlichen insbesondere im Fokus.
73
Abb. 67: Kritikpunkte der Bürgerinnen und Bürger im Handlungsfeld „Öffentlicher Raum, Parks, Spiel -
plätze
Bild: Stadt Münster
In dem Untersuchungsgebiet ist die Spielplatzversorgung für Kleinkinder (B/C-Bereich)
mit 127 % sehr gut, während der Versorgungsgrad für ältere Kinder und Jugendliche
(A-Bereich) bei lediglich 44 % liegt.
Die großflächigen, öffentlichen Spielplätze werden gut angenommen . Insbesondere
der Spielplatz am Naturdenkmal südlich der Bahngleise (Dortmund - Münster) und
westlich der Gigastraße – erfreut sich aufgrund der Tunnel rutsche auch bei älteren
Kindern großer Beliebtheit.
Abb. 68: Spielplatz mit Tunnelrutsche
Bild: Stadt Münster
74
Der Spielplatz nördlich der Trauttmansdorffstraße und süd lich der Pictoriusstraße
wurde in den vergangenen Jahren grundlegend umgestaltet – mit neuen, attraktiven
Spielgeräten, aufwendig gestalteten Pflanzbeeten und großzügigen Grünbereichen
und einladenden Aufenthalts- und Begegnungsräumen – teilweise mit Bankreihen un-
ter Pergolen und Sitzgruppen mit zugeordneten Tischen . Aufgrund der sehr unter-
schiedlichen Nutzergruppen lag ein Schwerpunkt bei der Neugestaltung im Angebot
verschiedener Sitzgruppen. Im Vorfeld wurden mehrere Institutionen diesbezüglich zu
ihren Wünschen befragt, wie z.B. das Stadtteilhaus Lorenz-Süd, eine Wohngruppe der
nahe gelegenen Senioreneinrichtung Haus S imeon und eine Kindergruppe aus dem
Familienzentrum. Die Zielgruppe des Spielplatzes sind Kinder und Jugendliche bis 16
Jahren.
Abb. 69: Sanierter Spielplatz an der Ter-Borch-Straße / Trauttmansdorffstraße / Pictoriusstraße
Bild: Stadt Münster
Abb. 70: Spielplatz im Sternbusch-Park
Bild: Stadt Münster
Der Spielplatz im Sternbusch-Park bedient die Zielgruppe der älteren, schulpflichtigen
Kinder und Jugendlicher. Großkronige Bäumen spenden an heißen Tagen Schatten.
75
Der öffentliche Spielplatz für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren am
Rincklakeweg wurde im Jahr 2023 saniert.
Die Neugestaltung der Spielplätze wird grundsätzlich mit dem Amt für Kinder, Jugend-
liche und Familien abgestimmt.
Die im Stadtteil vorhandenen privaten Spielplätze weisen sehr unterschiedliche Quali-
täten auf.
Abb. 71: Spielplatz Lechterstraße
Bild: Stadt Münster
Bei der Kinder - und Jugendbeteiligung #Stadtsache wurde eine Reihe von offenen
Wünschen, wie z.B. Volleyballfelder, Trampoline, Tischtennisplatten, Basketballkörbe
und Seilbahnen genannt. Auf den größeren Freiflächen wurden Fußballtore ge-
wünscht. Auffallend bei einer Vielzahl von öffentlichen Spielplätzen ist, dass unge-
nutzte bzw. wenig genutzte Freiflächen angrenzen, die sich für die obengenannte n
Nutzungen zu eignen scheinen.
Abb. 72: Ungenutzte Freifläche an der Ter-Borch-Straße
Bild: Stadt Münster
Die großkronigen, schattenspendenden Bäume an den Spielplätzen sind angesichts
der erwarteten zunehmend heißeren Sommer aufgrund des Klimawandels positiv zu
bewerten.
Die Dirtbike-Anlage in Berg Fidel ist derzeit gesperrt, weil die Nutzung unter den ge-
gebenen Rahmenbedingungen mit Gefahren verbunden ist. Die natürliche Vegetation
76
hat sich inzwischen in dem Ar eal wieder intensiv entwickelt , so dass die ehemalige
Struktur der Dirtbike-Anlage in Teilbereichen nicht mehr zu erkennen ist.
Derzeit wird die Erneuerung der Anlage durch ein externes Büro umgesetzt, die nach
Fertigstellung von der Stadt Münster unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungs-
pflicht dauerhaft instandgehalten wird. Die Reaktivierung dieser Anlage ist ein wichti-
ger Baustein in der Verbesserung des Angebotes für ältere Kinder, Jugendliche und
Erwachsene.
Bild: Stadt Münster
Abb. 73: Dirtbike-Anlage
77
Abb. 74: Entwicklung der Grünflächen (Bestand und Planung)
Bild: Stadt Münster
78
4.12. Sauberkeit / Sicherheit
Sauberkeit
Die Sauberkeit und Sicherheit auf öffentlichen und privaten Frei- und Gemeinschafts-
flächen hat in Berg Fidel einen großen Einfluss auf das Image des Stadtteil s. Insbe-
sondere in den Mehrfamilienhäusern leben unterschiedlic he Ethnien zusammen, die
oftmals ein anders Ver ständnis von geordneter Müllentsorgung haben . Mehrfach
wurde innerhalb der Nachbarschaften und den Wohnungsgesellschaften beklagt, dass
die Müllsammelanlagen, aber auch die Treppenhäuser und Freiflächen durch Müll ver-
unreinigt sind. Für die Reinigung dieser privaten Flächen ist der Eigentümer bzw. die
Eigentümerin zuständig. Von der Bewohnersch aft wird bemängelt, dass sich die Ei-
gentümerin der Mehrfamilienhäuser mit großer Anzahl von Wohneinheiten (LEG) dem
Müllproblem wenig widmet. Neben dem Hausmüll werden teilweise täglich grö ßere
Mengen an Sperrmüll „wild“ im öffentlichen Raum entsorgt.
Der aktuelle Entsorgungskalender mit den Terminen der Abholung im jeweiligen Quar-
tier (in deutscher Sprache) ist online verfügbar. Er kann auch als Papierform bei den
Abfallwirtschaftsbetrieben Münster (AWM) angefordert werden und wird dann jährlich
regelmäßig unaufgefordert versendet. Für Menschen mit Sprachbarriere oder Men-
schen aus Herkunftsländern, in denen keine geregelte Müllentsorgung stattfindet, be-
steht unter Umständen ein Informationsdefizit über die von der AWM angegebenen
Abholtermine.
Hausmüll und Gegenstände aller Art werden in größerem Umfang unabhängig von den
Abholterminen und den Entsorgungsvorgaben der AWM im Straßenraum und auf öf-
fentlichen und privaten Grün- und Freiflächen entsorgt. Anwohnerinnen und Anwohner
beobachteten zudem, dass auch Fahrzeuge mit Kennzeichen außerhalb Münsters vor-
fahren und Sperrmüll entsorgen. Dieses Problem ist jedoch nicht „Berg Fidel -spezi-
fisch“, sondern tritt in anderen Münsteraner Quartieren ebenfalls auf.
Zu dem Problem des nicht ordnungsgemäß entsorgten Hausmülls und der wilden Ab-
lage von Sperrmüll, der sich häufig über mehrere Tage im öffentlichen Raum befindet,
treten in Berg Fidel immer wieder Rattenplagen auf. Diese beiden Themen stehen in
enger Wechselwirkung miteinander.
Die Flächen in der Zuständigkeit der AWM werden regelmäßig gereinigt. Weitere Ka-
pazitäten stehen derzeit nicht zur Verfügung. Die AWM geben zu bedenken, dass eng-
maschige Reinigungsfrequenzen zwangsläufig zu einer Erhöhung der Gebühren füh-
ren.
Die AWM bieten einen „Deponie-Erlebnispfad“ an (betreut von zwei Abfallpädagogin-
nen) um Kinder (aber auch Erwachsene) möglichst früh zum nachhaltigen Denken und
Handeln anzuregen. Ü ber diesen Weg können auch Eltern für den Themenkomplex
„Abfall – Energie – Klima“ sensibilisiert werden. Durch diese Führungen werden die
Schülerinnen und Schüler einerseits über das tägliche Abfallaufkommen / die Abfall-
vermeidung aufgeklärt. Andererseits sollen sie zum umweltfreundlichen Umgang mit
Abfall motiviert werd en. Zudem verleihen die AWM Bildungsmaterial an Kitas und
Schulen, wie z.B. den Abfallbildungskoffer , der von den jeweiligen Einri chtungen an-
gefordert werden kann.
Auch besteht münsterweit ein abfallpädagogisches Angebot zur Ausbildung von soge-
nannten „Müll-Scouts“ an Schulen, das von den AWM betreut wird. Für eine Intensi-
vierung dieser pädagogischen Maßnahmen muss der diesbezüglich geschulte Perso-
nalbestand jedoch aufgestockt werden.
79
Von der Stadttei lbevölkerung wird auch beklagt, dass Grünflächen, Sp ielplätze und
Gehwege häufig mit Hundekot verunreinigt werden. Die im öffentlichen Raum bereit-
stehenden Spender für Hundekotbeutel werden wiederholt geleert und die ungenutz-
ten Beutel im Umfeld verstreut.
Abb. 75: Plakatwerbung für eine Aufräumaktion – initiiert durch das Stadtteilhaus Lorenz-Süd
Bild: Arbeitskreis Berg Fidel
Sicherheit
Wichtige Voraussetzungen, damit sich Menschen im öffentlichen Raum sicher fühlen,
sind beispielsweise Einsehbarkeit, Helligkeit und Barrierefreiheit. Insbesondere ältere
Menschen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, aber auch die Schülerschaft be-
schreiben den Stadtteil in den Abend - und Nachtstunden als unsicher. Es werden
Angsträume genannt, die von diesen Bevölkerungsgruppen gemieden werden. Als Ur-
sachen werden alkoholisierte Personen, Gruppen von Jugendlichen und Drogenhan-
del identifiziert. Insbesondere die größeren Parkplätze, die Fußwege durch die Grün-
anlagen ( in den dunklen Jahreszeiten ), die Spielplätze sowie die teilweise schlecht
beleuchteten Bushaltestellen zählen zu den Bereichen, die ein Gefühl der Unsicherheit
hervorrufen.
Die Bezirksstreife der Polizei ist fast täglich in Berg Fidel unterwegs. Die Kontaktbe-
amten sind darüber hinaus im Arbeitskreis Berg Fidel vertreten und können somit zeit-
nah über aktuelle Vorkommnisse im Stadtteil informieren.
80
4.13. Fazit der Stadtteilanalyse
Wohnen / Städtebau
Die privaten Außenflächen machen in einigen Quartieren einen ungepflegten Eindruck.
In den Hochhäusern ist die Wohnungsbelegung durch die Vermieterinnen und Vermie-
ter bzw. durch die Wohnungsgesellschaften oftmals problematisch, so dass die Ent-
stehung von Konflikten und Parallelgesellschaften vorprogrammiert sind und die Integ-
rationsbemühungen der Sozialverwaltung der Stadt Münster und der freien Träger er-
schwert werden.
Für kinderreiche Familien fehlen große Wohnungen mit mehreren Kinderzimmern –
eine Voraussetzung für ungestörtes Lernen und den Ausstieg aus der Arm utsspirale
durch Bildung.
Ein Großteil der Wohnungen ist nicht barrierefrei und muss energetisch aufgewertet
werden. Häufig wird Kritik an der LEG, einer im Stadtteil stark vertretenen Eigentüme-
rin, in Bezug auf den allgemein mangelhaften Zustand der Wohnu ngen und des an-
grenzenden Außenraums geäußert.
Klimaschutz / Klimaanpassung
Berg Fidel wird von der Bewohnerschaft aufgrund der zahlreichen Grünflächen un d
der Nähe zu den südlich angrenzenden Erholungsflächen als „grüner Stadtteil“ einge-
stuft. Der große Bestand an Flachdächern – insbesondere im Zentrum des Stadtteils
– bietet sich an, um die Möglichkeiten für Dachbegrünung und das Anbringen von Pho-
tovoltaikanlagen zu prüfen. Aus klimatischer Sicht ist die dunkle Fassadengestaltung
bei einer Mehrzahl der Großwohnsiedlungen sowie die star ke Versiegelung einiger
Freiflächen – insbesondere im Stadtteilzentrum – negativ zu beurteilen.
Nahversorgung / Arbeitsmarkt
Das Nahversorgungsangebot an der Hogenbergstraße liegt zentral im Stadtteil und ist
aus dem Großteil der Wohnquartiere fußläufig zu erreichen. Aufgrund seiner Insellage
hat es eine wichtige Versorgungsfunktion. Dieses gesamte Areal (nördlich der Pas-
sage Rincklakeweg) hat aufgrund der Fassadengestaltung und der Außenflächen ei-
nen unattraktiven Charakter. Die Ladenpassage südlich der Unterführung ist geprägt
durch vereinzelte leerstehende Ladenlokale.
Der Lebensmitteldiscounter im Nordosten des Stadtteils is t städtebaulich nicht inte-
griert und richtet sich in erster Linie an Kunden mit PKW.
Im städtischen Vergleich zeigt sich im Stadtteil ein hohes Maß an Arbeitslosigkeit.
Durch die Eröffnung des Quartierstreffs der AWO besteht die Möglichkeit eine Sprech-
stunde des Jobcenters vor Ort anzubieten, um der hohen Arbeitslosigkeit und der ho-
hen Armutsquote im Stadtteil entgegenzuwirken.
Mobilität
Der Stadtteil ist vom Münsteraner Stadtzentrum mit dem öffentlichen Nahverkehr gut
zu erreichen. Mit dem Fahrrad kann die Innenstadt Münsters und der Stadtteil Hiltrup
über die Hammer Straße erreicht werden. Die Bahntrasse n stellen eine Barriere im
Süden und Westen des Untersuchungsgebietes dar, die nur als Fußgänger und Rad-
fahrer über Brücken bzw. Unter führungen gequert werden können. Dadurch entsteht
eine Insellage, die von der Bewohnerschaft des Stadtteils positiv bewertet wird.
Im Untersuchungsgebiet gibt es zahlreiche ruhige Wohnstraßen und Fußwegverbin-
dungen.
81
Die Hammer Straße ist durch den Kraftfahrzeugverkehr stark belastet. Die Trauttmans-
dorffstraße ist in ihrem südwestlichen Abschnitt überdimensioniert.
Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung
Die Analyseergebnisse stützen die bisher vor Ort wahrgenommenen Problem e und
untermauern die Notwendigkeit, die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen im Stadt-
teil mit ihren besonderen Herausforderungen kontinuierlich durch individuelle und
strukturelle Maßnahmen zu fördern. So kann es gelingen, die Startbedingungen der
Kinder im Stadtteil Berg Fidel mit einer besseren Ausgangslage für ihre Schullaufbahn
und die weiterführende Bildung zu optimieren, um den Weg aus der Armut zu erleich-
tern. Ein früher Einstieg in eine Kindertageseinrichtung ist unumgänglich.
Auch die Zielgruppe der Erwachsenen muss im Fokus stehen, um Sprachbarrieren
abzubauen und durch Angebote zur Bildung, Beratung und Kinderbetreuung die Chan-
cen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Miteinander / Integration
Im Stadtteil Berg Fidel leben viele verschiedene Nationalitäten. Diese Menschen aus
den unterschiedlichsten Ethnien in den Stadtteil zu integrieren und ihnen ein Zugehö-
rigkeitsgefühl zu vermitteln, stellt eine große Herausforderung dar. Untereinander tre-
ten häufig Sprach- und Kulturbarrieren auf. Die Arbeit aller Träger ist insofern integrativ
ausgerichtet. Es besteht bereits ein breites Angebot unter anderem des Stadtteilhau-
ses Lorenz-Süd, der Alten Post, der PRIMUS-Schule sowie der kirchlichen und sozia-
len Träger. Durch die Eröffnung der B egegnungsstätte der AWO in der ehemaligen
Sparkasse haben sich weitere Möglichkeiten , niederschwellige Angebote für den
Stadtteil zu schaffen , eröffnet. Die stark versiegelten Freiflächen im Stadtteilzentrum
bieten großes Potenzial, um ein ungezwungenes Mi teinander durch entsprechende
Angebote zu fördern.
Freizeit / Kultur
Sowohl die Stadt Münster, die sozialen Träger, als auch der Eisenbahner Sportverein
Münster bieten für alle Alters gruppen Möglichkeiten sich z u bilden, Sport zu treiben
und Freizeit mit Gleichgesinnten zu verbringen.
Dennoch hat die Befragung der Bürgerschaft ergeben, dass das Angebot für be-
stimmte Ziel gruppen erweitert werden muss . Insbesondere finanziell benachteiligte
Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Sprachbarriere finden kaum Zugang zu den
bestehenden Angeboten. Hierzu gehören Frauen und Mädchen mit Migrationsvorge-
schichte und Jugendliche allgemein. Die Beantragung von finanziellen Zuschüssen zur
Nutzung der kostenpflichtigen Angebote – z.B. über das Bildungs- und Teilhabegesetz
– stellt oftmals aufgrund der formalen Anforderungen eine Überforderung dar. Insofern
hat die attraktive Gestaltung des Außenraums eine besondere Bedeutung für die kos-
tenfreie Freizeitgestaltung.
Sport / Bewegung
Während der Bürgerbeteiligung wurde n unzureichende Möglichkeiten für vereinsun-
gebundenen Sport oder Bewegung bemängelt. Im Rahmen der Errichtung des Sport-
parks westlich der Hammer Straße – als Erweiterung der Trainingsflächen für den Fuß-
ballverein SC Preußen Münster und den Volleyballverein USC Münster – entsteht auch
ein Bürgerpark östlich der Straße Am Berg Fidel.
Bei der Neugestaltung der öffentlichen Fläch en, Grünanlagen und Spielplätze gilt es,
ein besonderes Augenmerk auf Bewegungsangebote für alle Altersgruppen zu richten.
82
Auch die zukünftige Reaktivierung der Dirtbike-Anlage ist für ältere Kinder und Jugend-
liche als positive Entwicklung in Bezug auf das Angebot für ihre Altersgruppe zu wer-
ten.
Gesundheit
Medizinische Untersuchungsergebnisse von Kindern und Jugendlichen aus Berg Fidel
machen die gesundheitliche U ngleichheit im Stadtteil und im Vergleich mit der Ge-
samtstadt Münster deutlich. Es gibt eine gute hausärztliche Versorgung und unter-
schiedliche Beratungs - und Unterstützungsstrukturen durch engagierte Akteurinnen
und Akteure im Untersuchungsgebiet und in den unmittelbar angrenzenden Quartie-
ren. Das niederschwellige, umfassende Beratungsangebot – insbesondere für Bevöl-
kerungsgruppen mit Sprachbarriere – muss jedoch optimiert werden. Auch eine dau-
erhafte Integration in den Arbeitsmarkt und gesunde Wohnverhältnisse tragen ent-
scheidend zur psychischen und physischen Gesunderhaltung der Bewohnerschaft bei.
Öffentliche Räume / Parks / Spielplätze
Im Untersuchungsgebiet sind viele private als auch öffentliche Grün- und Freiflächen
vorhanden, die zum Verweilen einladen. Auch die Nähe zu den südlich angrenzenden
Erholungsgebieten oder zum Dortmund-Ems-Kanal machen den Stadtteil hinsichtlich
seiner Qualität attraktiv. Innerhalb der Quartiere bestehen zahlreiche vom Verkehr ab-
gewandte Fuß - und Radwegverbindungen, die die Erreichbarkeit der Erholungsflä-
chen erleichtern.
Insbesondere die privaten Grünflächen der Mehrfamilienhäuser sind weitgehend we-
nig attraktiv gestaltet. Auch für die öffentlichen Spielplätze und Grünflächen besteht in
Teilbereichen Aufwertungspotenzial. Positiv wird die inzwischen abgeschlossene Neu-
gestaltung des Spielplatzes an der Pictorius-Straße / Rincklakeweg bewertet.
Sauberkeit / Sicherheit
In Berg Fidel besteht ein großes Problem hinsichtlich der Müllentsorgung an den pri-
vaten Müllsammelplätzen, aber auch im öffentlichen Raum. Mehrmals die Woche sind
große Müllansammlungen entlang der Hauptstraßen, aber auch in den Wohnquartie-
ren zu finden. Zudem herrscht im Stadtteil vor allem in der Dunkelheit ein großes Un-
sicherheitsgefühl beim Aufenthalt im öffentli chen Raum. Dies äußerten insbesondere
ältere Menschen und Kinder bei den Beteiligungsformaten. Gründe hierfür liegen u.a.
in dem übermäßigen Konsum von Alkohol und Drogen und der Belästigung durch Lärm
im öffentlichen Raum.
83
5. Übersicht der Stärken und Schwächen
Die folgende Auflistung stell t eine Übersicht der herausgearbeiteten Stärken und
Schwächen in den einzelnen Handlungsfeldern dar, die gemeinsam mit der Bürger-
schaft, den Akteurinnen und Akteuren vor Ort und den Fachämtern erarbeitet worden
sind. Im Erarbeitungsprozess wurden alle eingegangenen Anregungen registriert. Die
eingehende Prüfung durch die jeweils zuständigen Fachämter ergab, dass einzelne
Anregungen auf Grund beispielsweise planerischer, baulicher oder finanzieller Rest-
riktionen im Rahmen dieses InSEKs nicht umsetzbar sind. Diese Anregungen wurden
im weiteren Verfahren deshalb nicht mehr berücksichtigt.
Wesentliche Ergebnisse der Beteiligungsformate
Einschätzungen der Bürgerschaft und der Fachämter
(Schlüsselpersonen, Kinder & Jugendbeteiligung #Stadtsache, Auftakt InSEK Berg Fidel,
Familienkonferenz, Haushaltsbefragung, Forschungsprojekt „Gesundheit in der nachhal-
tigen Stadt“, Ämterbeteiligung)
Allgemeine Einschätzung
positiv negativ
• grüner Stadtteil
• Nähe zur Innenstadt
• ruhige Lage
• interkultureller Stadtteil
• Kinder und Jugendliche (der
PRIMUS-Schule) sind grundsätzlich
zufrieden
• schlechtes Image
• sozialer Brennpunkt
• Farbgestaltung an Häusern / im
öffentlichen Raum
• ungepflegte Gebäude und Freiflä-
chen
• häufig negative Presseberichte
1 Wohnen / Städtebau
positiv negativ
• großes Angebot an öffentlich
geförderten Wohnungen
• geringe Mieten
• ruhiges Wohnen durch Insellage
• Planungssicherheit für Bewohner-
schaft durch rechtskräftige B-Pläne
• viele Mietwohnungen in der Hand ei-
nes Wohnungsunternehmens als An-
sprechpartner (LEG)
• Prüfung von Nachverdichtungs-
potentialen möglich
• engagierte Eigenheimbesitzerinnen
und -besitzer
• laufender Generationswechsel
• baulicher Zustand / Sanierungsstau
in einigen Geschossbauten, Gesund-
heitsgefährdung in einigen Wohn-
ungen
• schlechte Betreuung durch die LEG
• zuständige Ansprechpartner nicht
bekannt / nicht erreichbar
• Informationen nicht mehrsprachig
• fehlendes Wissen über Handlungs-
möglichkeiten / Mieterrechte
• geringer Anreiz für Eigentümer und
Eigentümerinnen zu sanieren
• Stadtverwaltung reagiert
84
(junge Familien erwerben Eigentum)
• Mieterinnen- und Mietervereine
unterstützen
auf Mieterbeschwerden nicht proaktiv
• derzeit keine Aufwertungsaktivitäten,
um in den baulichen Zustand zu
investieren und um die soziale Mi-
schung zu verändern
• Preis / Leistung der Wohnungen
• Großteil der Mehrfamilienhäuser
nicht barrierefrei
• hohe Mietnebenkosten / hoher Ener-
gieverbrauch
• zu kleine Wohnungsgrößen
für kinderreiche Familien
• fehlende Aufenthaltsqualität des
Wohnumfeldes
• geringe soziale Mischung
(Konzentration von ehem. öffentlich
gefördertem Wohnungsbau)
• geringes Potenzial für Baugebiets-
entwicklungen
• aktuell keine Wohnbaugebietsentwick-
lung im Untersuchungsgebiet
• aktuell keine Maßnahmen und Projekte
zur Abwendung der bestehenden Defi-
zite zum Thema Wohnen
85
2 Klimaschutz / Klimaanpassung
positiv negativ
• geringer Grundflächenverbrauch durch
Geschosswohnungsbauten
• Münsterländischer Kiessandrücken
positiv für Versickerung
• Eignung für serielle Sanierung
(Gebäude gleicher Bauart)
• hoher Anteil an Flachdächern (Eignung
für Solarenergie)
• thermische Ausgleichsfunktion durch
Grünflächen (50 % der Dachlandschaft
geeignet für Gründächer)
• nicht genutzte, gepflasterte Flächen mit
Potenzial zur Entsiegelung
• Kaltluftzufuhr in das Quartier Geist
• stark urban geprägter Wasserhaushalt
• nicht ausreichend vorhandene
(multifunktionale) Rückhalteräume und
Notwasserwege bei Starkregen
• geringe Fassaden- und Dachbegrünung
• keine konkret auf Berg Fidel bezogene
Maßnahmen zur Klimaanpassung
• kein Anschluss an das Fernwärmenetz
• fehlende energetische Ertüchtigung
• hoher Versiegelungsgrad insbesondere
im Zentrum
• Erwartung einer sehr ungünstigen
thermischen Situation (Stadtrand)
• dunkle Fassaden an den
Geschosswohnungsbauten
3 Nahversorgung / Arbeitsmarkt
positiv negativ
• zentral gelegenes Nahversorgungs-
zentrum fußläufig erreichbar -
Bestand aktuell gesichert
• Insellage wirkt existenzsichernd
• gewisse Aufenthaltsqualität der
Ladenpassage als Fußgängerzone
• allgemein gute Infrastruktur
• ärztliche Versorgung vorhanden
• angrenzend an den Untersuchungs-
bereich: großflächige
Einzelhandelsnutzung mit zentren-
relevantem Sortiment (auf Bestand
reduziert durch B-Plan)
• Gastronomie nicht ausreichend
• Eiscafé / Seniorencafé fehlt
• Schließung der Sparkasse
• Leerstand (gestalterisch mangelhaft)
• mangelhafte Beleuchtung
• Sitzgelegenheiten fehlen
• öffentliche Toilette fehlt (Beispiel:
"Nette Toilette" in Hiltrup)
• alkoholkonsumierende Personen im
Zentrum
• Angebot des Supermarktes nicht opti-
mal auf die Klientel angepasst - keine
Erweiterung möglich
• fehlender Foodtruck mit gesunden und
günstigen Snacks
• Freiflächen- und Fassadenge-
staltung im Zentrum
86
4 Mobilität
Individualverkehr
positiv negativ
• geringe Belastung aufgrund der
Insellage
• hoher Anteil an Tempo-30 Zonen
• Tempo-30-Zonen werden ignoriert
• Starke Belastung bei Spielen von Preu-
ßen Münster / Großsportveran-
staltungen (z.B. USC)
• nächtliche Ruhestörung durch Poser
und auf öffentlichen Parkplätzen
(Autoradio, laute Motoren, etc.)
• Geschwindigkeitskontrolle fehlt
• Überdimensionierung der Trauttmans-
dorffstraße (vierspurig), besonders
westlich der Hammer Straße
• unattraktive Stellplatzanlagen
• Angsträume
Radwege
positiv negativ
• Veloroute nach Ascheberg
• Radverkehr Richtung Innenstadt
• Konzepte für mehr Sicherheit in
Umsetzung
• Nutzung der Fahrradwege ist allgemein
hoch
• Anzahl der Radwege zu gering
• Fahrradständer / Fahrradbügel fehlen
Fußwege
positiv negativ
• Fußwege und Verbindungen innerhalb
des Stadtteils
• gelbe Fußabdrücke als Markierung
• Fußgängerüberwege / Zebrastreifen /
Ampeln fehlen
• gefährliche Straßenübergänge aus
Sicht der Kinder und Jugendlichen
• nicht alle Wege barrierefrei / Umwege
erforderlich, auch aufgrund der
Topografie
• Pflasterschäden
• Geländer fehlen / schadhaft
• Beleuchtung nicht ausreichend
• Querung der Trauttmansdorffstraße
gefahrenträchtig
ÖPNV
positiv negativ
• allgemein sehr gut / große Zufrieden-
heit
• Überdachungen der Haltestellen fehlen
• Bahnhaltepunkt fehlt
• direkte Busverbindung zur Gottfried v.
Kappenberg-Schule fehlt
87
5 Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung
positiv negativ
• Alte Post (Treffpunkt, Bildung, Bera-
tung)
• PRIMUS-Schule
• Familienzentren
• muttersprachlicher Unterricht
• Haus Simeon / Tagespflege
• Stadtteilhaus Lorenz-Süd (z.B. Bewer-
bungstraining)
• Bewegungskita an der Hammer Straße
geplant
• Akteure im sozialen Bereich (VSE,
Frühe Hilfen, Caritas, AWO u.a.)
• Programm "Griffbereit" als Kooperation
zwischen Maximilian-Kolbe / KI
• (perspektivisch) Ausweitung des
Beratungsangebotes und offener Treff
im Quartierstreff der AWO
• niederschwellige Bildungsberatung
durch die VHS (Information über För-
derangebote, Ankopplung an
bestehende Bildungswege / Weiter-
bildung, Verbesserung der Chancen
auf dem Arbeitsmarkt)
• Erweiterung der Kita am Rincklakeweg
abgeschlossen
• Pfarrbücherei / Bibliothek fehlt
• Bücherbus nur eine Stunde pro Woche
• unzureichendes Angebot an VHS-
Kursen vor Ort (lediglich
Weiterbildungsberatung)
• Sprachkursangebot mangelhaft
• Voraussetzung für Teilhabe nicht
optimal
• geringe Förderung von Selbstorganisa-
tion der Migranten
• Beratungsangebote für Frauen fehlen
bzw. sind nicht bekannt
• KITA-Bedarf nicht gedeckt
• keine ausreichende ambulante Pflege
• Sprechstunde verschiedener Ämter
fehlt vor Ort (Jobcenter, Jugendamt, KI)
• wenig Beratung zu allgemeinen Fragen
(Wohnen, Mieten, mehrsprachig ent-
sprechend den unterschiedlichen Eth-
nien)
• mangelnde (mehrsprachige)
Information über bestehende
Beratungs- und Betreuungsangebote
• kostenlose Kinderbetreuung fehlt
• Familiencafé mit Spiel- und Beratungs-
angebot fehlt
• mangelnder Austausch zwischen den
Generationen
6 Kultur / Freizeit
positiv negativ
• Stadtteilhaus Lorenz-Süd (z.B. Kreativ-
werkstatt, töpfern, Fahrradreparatur,
erlernen von Musikinstrumenten,
tanzen)
• Spieleangebot durch Beratungsbüro
Südviertel e.V. geplant
• Alte Post
• offenes Ferienprogramm
• Kunst- und Kulturangebote fehlen
• ein Spielkiosk fehlt (mit kleinen,
gesunden und günstigen Snacks)
• Orte der Begegnung fehlen
• Sichtbarkeit vorhandener Angebote im
Stadtteil
• Bühne / Räume für Ausstellungen
• fehlende Infotafel (z.B. zur Geschichte
von Berg Fidel, zur Natur)
• keine Outdoor-Freizeitangebote
im Zentrum
88
7 Miteinander / Integration
positiv negativ
• „Wir-Gefühl“ bei älteren Personen und
bei Personen mit Wohneigentum /
Familien
• Arbeitskreise der Akteurinnen und Ak-
teure
• Tagespflege für Seniorinnen und Seni-
oren im Haus Simeon
• Stadtteilfest 50plus
• Skaterpark als Treffpunkt
• Veranstaltungen zum Thema Rassis-
mus und Diskriminierung (KI)
• kulturelle Vielfalt
• bestehende Initiativen und Vereine
steigern Akzeptanz und soziale
Integration
• Ehrenamtsstrukturen
• Stadtteilhaus Lorenz-Süd (offene Treff-
punkte z.B. für Mädchen, Kinder)
• Alte Post
• geringe Quote der Diskriminierung
(Haushaltsbefragung)
• interkulturelle Feste
• Vernetzung und Zusammenhalt der
Seniorinnen und Senioren
• Offene Treffs mit der „Community-
Forscherin“
• Freiflächen im Zentrum mit
Gestaltungspotenzial (LEG)
• geringer Austausch zwischen den
Generationen
• mangelnde Integration von Menschen
mit Handicap (mangelnde Barrierefrei-
heit)
• Treffpunkte für Frauen, Mütter und
Mädchen fehlen
• Beteiligung von Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte
• Belange der verschiedenen Ethnien
werden zu wenig berücksichtigt
(v.a. bei Seniorinnen und Senioren mit
Migrationsvorgeschichte)
• Beteiligung von Mädchen und Frauen –
geringe Förderung von migrantischen
Selbstorganisationen (MSO)
• Information über bestehende Angebote
in einfacher Sprache / mehrsprachig –
Sprache vor Schrift
• Hilfe bei Einsamkeit
• Mittagstisch fehlt (vom Stadtteilhaus
Lorenz-Süd nicht leistbar)
• kein Austausch zwischen Eigentümer-
innen und Eigentümern und Mieter-
schaft
• kein offenes WLAN zur Kontaktaufnah-
me zwischen Eltern und Kindern
• Infotafeln mit QR-Codes und Nutzung
digitaler Tools fehlen
• Anlaufstellen / Räume für Information
und Vernetzung fehlen
• regelmäßige, langfristige offene Treffs
fehlen
• keine regelmäßigen interkulturellen
Feste
• Picknickplätze / Tisch-Bank-Kombi-
nationen fehlen
• zu geringe Anzahl von Bankgruppen /
Bänken im Außenraum für zwanglose
Treffen insbesondere im Zentrum
89
8 Sport / Bewegung
positiv negativ
• Reaktivierung der Dirtbike-Anlage in
Umsetzung und dauerhafte Instand-
haltung durch die Stadt Münster
• Skaterpark
• ausreichende Angebote für alle
Altersgruppen
• ESV-Sportverein östlich der
Hammer Straße
• SC Preußen Münster signalisiert
stärkere Vernetzung mit der Stadtteil-
bevölkerung (Fanport, Outlaw GmbH)
• öffentliche Beachvolleyball-Anlage
realisiert
• jährliches Sportfest
• Basketballangebote für Schülerinnen
und Schüler
• offene Sportangebote im Stadtteilhaus
Lorenz-Süd (von 6-11 Jahren und ab
12 Jahren)
• Projekt „offene Turnhalle“ in der
PRIMUS-Schule
• Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Sport
und Bewegung“ zum nach-
haltigen Strukturaufbau als Teil der
gesundheitsorientierten Quartiersarbeit
• Dirtbike-Anlage zur Zeit nicht nutzbar
• keine Breitensportangebote
• öffentliche Bolzplätze fehlen
• Eintritt zu Profispielen für einkommens-
schwächere Bevölkerungsschichten
zu teuer
• Trimm-dich-Pfad fehlt
• Outdoor-Fitnessgeräte / Callisthenics-
geräte fehlen
• geringe Teilhabechancen für breite
Bevölkerungsgruppen
• kein „Sporteln-Angebot“ für Kinder mit
Übungsleiterinnen und -leitern (ohne
Elternbegleitung)
• zu wenig Angebote für Frauen und
Mädchen
• mangelnde Information über
bestehende Angebote im Stadtteil
(auch zwischen den Profivereinen und
der Stadtverwaltung / Stadtteilhaus
Lorenz-Süd)
• nicht ausreichende Angebote für
einzelne Altersgruppen
• Mangel an Übungsleiterinnen und
Übungsleitern (Bereitschaft zum
Ehrenamt rückläufig)
• geringe Sport- und Bewegungs-
angebote auf öffentlichen Grün- und
Freiflächen
• keine Unterstellmöglichkeit, fehlende
Überdachung an der Skateranlage
• zu geringes Angebot an Schwimm-
kursen (Schwimmfähigkeit unter-
durchschnittlich)
• geringe Teilnahme am Vereinssport
• es fehlen Räume und Übungsleiter-
innen und -leiter zur Etablierung
neuer Sportangebote
• enge Vernetzung Profisport / Stadtteil-
bevölkerung fehlt (Akzeptanz)
• Beim ESV fehlt ein ganzjährig bespielba-
rer Kunstrasenplatz
90
9 Gesundheit
positiv negativ
• Krankenhaus in Hiltrup
• gute hausärztliche / kinderärztliche
Versorgung
• „Frühe Hilfen“ des Gesundheitsamtes
(aufsuchend tätig)
• Kooperation „Frühe Hilfen“ mit den
Kitas
• Kooperation zwischen „Sure Start“
Gruppe und „Frühe Hilfen“
• Ausweitung der kultursensiblen Ge-
sundheitsvorsorge (für Menschen
mit Migrationsvorgeschichte) geplant
• Medizinisch / therapeutische Versor-
gung im Umfeld von Berg Fidel und am
Clemenshospital (Ergotherapie, Physio-
therapie)
• Präventionsprogramm „Sure Start"
(Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung)
• Fachärztin für Kinder- und Jugend-
psychiatrie und der Kinder- und
Jugendpsychiatrische Dienst des
Gesundheitsamtes monatlich in
der Sprechstunde des KSD
• Kooperation zwischen dem Verein für
Mototherapie und psychomotorische
Entwicklungsförderung und Schulen
im Stadtteil zur psychomotorischen
Förderung in Kleingruppen,
ergänzend Entwicklungsgespräche mit
Eltern und Lehrerinnen und Lehrern
• zahnärztlicher Dienst in der PRIMUS-
Schule, Information über Ernährung
und Prophylaxe
• Bildungsangebote zur Gesundheits-
förderung (1x Monat, z.B. Entspan-
nungsmethoden, Ernährung)
• Hebammen und Kinderkranken-
schwester
• Schulärztin im Kontakt mit den
Grundschulen
• keine barrierefreien Arztpraxen
• keine Hebamme dauerhaft vor Ort
ansprechbar
• Gesundheitsdienstleistungen fehlen
bzw. das Angebot reicht nicht aus
(Ernährungsberatung, Stress-
management)
• Präventionsprojekte für Kinder und
Jugendliche im Bereich psychischer
Gesundheit fehlen bzw. Angebote sind
nicht bekannt
• Daten der Schuleingangsunter-
suchungen zeigen im Stadtvergleich
deutlichen Handlungsbedarf (Schwimm-
fähigkeit, Übergewicht / Adipositas,
schlechter Gebisszustand)
• kultursensible Gesundheitsvorsorge
fehlt
91
10 Öffentliche Räume / Parks / Spielplätze
positiv negativ
• Qualität und Quantität
• schöner Baumbestand
• Grüne Achse Sternbusch-Park-
Hülsenbuschallee
• geplante Parkanlage mit Spielangebo-
ten (Sportpark Berg Fidel)
• Erhaltung vorhandener Wegverbindung
zur Hammer Straße
• vorhandene Kunstwerke im öffentlichen
Raum
• Anbindung an die Freiräume im Süden
Vennheide, Jesuiterbrook, Lechtenberg
• wenig gepflegt (auch aufgrund von
Müllansammlungen)
• mangelnde Vielfalt
• Hundekot (zu wenige Hundekotbeutel)
• keine gruppierten Bänke als Kommuni-
kationsbereiche
• Grillplätze fehlen / in öffentlichen
Grünanlagen verboten
• Fassadenbegrünung, Bäume, Hoch-
beete fehlen
• Obstbäume und essbare Früchte fehlen
• Nisthilfen / Insektenhotels fehlen
• separate Hunde-Areale fehlen
• Brunnen / Trinkwasserbrunnen fehlen
• zu viel unattraktives Graffiti
• öffentliche Toiletten fehlen
• Barrierewirkung durch Infrastruktur-
trassen in der Grünvernetzung
• fehlende Bewegungsangebote
• unattraktives Zentrum aufgrund Frei-
flächen- und Fassadengestaltung
Spielplätze
positiv negativ
• gut erreichbar
• ausreichend auf den gesamten Stadtteil
verteilt (B/C Bereich: 135 %)
• Begegnungsraum Pictoriusstraße
Sanierung mit Kinder- und
Jugendbeteiligung abgeschlossen
• Spielplätze am Rincklakeweg und
„Am Naturdenkmal“ werden gut an-
genommen
• angrenzende Potentialflächen für
Spielplatzerweiterung (z.B. Callisthe-
nicsgeräte, Tischtennis)
• wenig gepflegt
• kleinere Spielplätze von privaten
Wohnungsgesellschaften verwahrlost
• Hundekot auf den Spielflächen
• wenig innovative Spielgeräte
• Spielgeräte für Kinder / Jugendliche mit
eingeschränkter Mobilität fehlen
(Nestschaukeln u. ä.)
• es fehlen Callisthenicsgeräte / Areal
mit Fitnessgeräten
• es fehlen Geräte für ältere Kinder
und Jugendliche (A-Bereich), z.B.:
Fußballtore, Bänke, offizielle
Graffitiwände, Trampolin, Tischtennis-
Platten, Wasserpumpen, Baumhäuser,
Seilbahn, Klettergeräte
• E-Roller stören
• größere Rutschen fehlen
• Spielfiguren mit Anleitung
(Mühle / Schachspiel)
• Möglichkeit zur Montage von Slacklines
92
11 Sicherheit
positiv negativ
• Gefühl der Sicherheit bei Helligkeit /
tagsüber
• Feuerwehr Geist / Duesbergweg auch
für Berg Fidel zuständig
• Unsicherheit im Dunkeln (vgl. Haus-
haltsbefragung: überwiegend ältere
Menschen)
• Beleuchtung
• Angst vor Gruppen im Dunkeln
• Polizei- / KOD-Präsenz zu selten
• Sprachbarriere verunsichert ältere
Menschen
• Drogenkonsum im öffentlichen Raum
• Fahrraddiebstähle
• Einbrüche
• keine Durchmischung der Bewohner-
struktur
• Sicherheit und Empowerment von
Frauen und Mädchen fehlt
• geringes Nachbarschaftsgefühl in
einigen Geschosswohnungsbauten
12 Sauberkeit
positiv negativ
• Austausch zwischen Wohnungsgesell-
schaften und AWM
(Arbeitskreis zweimal jährlich)
• öffentlichkeitswirksame Kampagnen zur
Müllentsorgung in mehreren
Sprachen / Aktion Sauberes Münster
• kostenfreie Exkursion zur Müll-
Deponie (Deponieerlebnispfad) mit
Schülerinnen und Schülern ab der 3.
Klasse
• Verleih von Bildungsmaterial (z.B. „Ab-
fallbildungskoffer“)
• zusätzliche Abfuhrtermine bei hohem
Sperrmüllaufkommen
• Aussage der LEG: zukünftig mehr
Präsenz der Hausmeister zur Bekämpf-
ung des Müllproblems
• Piktogramme zur Mülltrennung an den
Müllcontainern
• Sauberkeitsaktionen der Bewohner-
schaft initiiert durch das Stadtteilhaus
Lorenz-Süd
• Hausmüll / Sperrmüll / Scherben
• in den Wohnungen häufig Schimmel
(LEG)
• dauerhafte wilde Sperrmüllablager-
ungen unabhängig von den offiziellen
Abholterminen
• Sortierkampagnen nicht erfolgreich
• fehlende Sicherung der Mülleimer vor
Tieren (z.B. Vögel, Ratten)
• öffentliche Grünflächen / Beete ver-
unreinigt
• Rattenbefall
• unkontrolliertes Graffiti
• Hundekot
• LEG zeigt wenig Verantwortung
• "Frühjahrsputz" nur einmal im Jahr,
organisiert von der AWM
• Sauberkeits-Patenschaften fehlen
• Abfall-Coaches fehlen als stadtteil-
bezogene Beraterinnen und Berater
(mangelnde personelle Ressourcen)
• durch hohe Wohnungsbelegung
Platzprobleme beim Müllsortieren in
den privaten Haushalten
• Wissen / Verständnis über / zum
Sortieren fehlt
93
• Problematik in einigen Quartieren
ausgeprägt
• Müllentsorgung für Kinder / kleinere
Personen durch große Container
schwierig
94
6. Maßnahmenkonzept / Projektsteck-
briefe
Das InSEK zeigt in den folgenden Handlungsfeldern die erforderlichen Schritte auf, um
die zuvor dargestellte n Verbesserungsbedarfe der Stärken-Schwächen-Analyse für
Berg Fidel umzusetzen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen konkreten Maßnahmen
und Projekten und konzeptionellen Hinweisen, die als langfristige bzw. dauerhafte Auf-
gaben zu verstehen sind.
Die anschließenden tabellarischen Übersichten zeigen in Stichworten auf, welche Hür-
den bzw. Hemmnisse für eine zeitnahe Umsetzung zu überwinden sind.
Im Folgenden werden 60 sowohl kleine als auch umfassende Maßnahmen und Pro-
jekte empfohlen. Diese sind in entsprechend der voranstehenden Reihenfolge zwölf
Handlungsfeldern zugeordnet.
Um Maßnahmen aus dem InSEK realisieren zu können, müssen Finanzierungsmög-
lichkeiten außerhalb der Städtebauförderung aufzeigt werden, z.B. über den städti-
schen Haushalt oder über spezielle Förderprogramme in den einzelnen Fachdiszipli-
nen.
Das vorliegende InSEK ist kein abgeschlossener Prozess, sondern muss nach ent-
sprechender Evaluation den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst werden. Die
aufgelisteten Maßnahmen- und Projektvorschläge können durch die parlamentari-
schen Gremien im Einzelnen aufgegriffen und die Umsetzung durch die Fachämter der
Verwaltung im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten sowie der zur Verfügung ste-
henden Personal- und Finanzressourcen beauftragt werden.
Sollten zukünftig Fördermöglichkeiten im Sozialbereich im Rahmen der Städtebauför-
derung geschaffen werden, kann das jetzt erarbeitete InSEK – ergänzt um die not-
wendigen Aussagen wie Kostenschätzungen und Zeitschienen der Realisierung usw.
– zur Grundlage möglicher Förderanträge werden.
95
Kurzbeschreibung
Bauliche Mängel und energetisch schlechte Bausubstanz – insbesondere in den gro-
ßen Mehrfamilienhäusern – führen zu hohen Mietnebenkosten. Sanierungs- und Mo-
dernisierungsmaßnahmen der Eigentümer bleiben größtenteils aus. Als problematisch
stellt sich zudem die Belegungspraxis in einigen großen Mehrfamilienhäusern dar, da
teilweise auf kleinstem Raum viele Men schen verschiedener Ethnien und in unter-
schiedlichen Lebenssituationen zusammenleben.
Insbesondere Menschen mit Migrationsvorgeschichte, mit Sprachbarriere oder bil-
dungsferne Bevölkerungsgruppen haben oftmals nur geringe oder keine Kenntnisse
über ihre Mieterrechte und nehmen somit Mängel in der Mietwohnung häufig kritiklos
hin. Auswirkungen auf die Wohn- und Lebensqualität haben auch die großen Ansamm-
lungen von Müll auf privaten und öffentlichen Flächen vor den Wohngebäuden. Dieser
Umstand verstärkt in Kombination mit den teilweise maroden Fassaden auch das
schlechte Image des Stadtteils.
1.2. Reduzierung der Müllprobleme und des Ungezieferbefalls
Beteiligte Mieterinnen und Mieter, Stadt Münster (AWM, Amt 67)
Kitas, Familienzentren, PRIMUS Schule, Akteurinnen und
Akteure vor Ort
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Stärkung der Information über Müllvermeidung / Müllentsor-
gung durch Flyer
Aktionen der AWM
Aktionen der Akteurinnen und Akteure vor Ort (z.B. im
Stadtteilhaus Lorenz-Süd, PRIMUS Schule)
Kooperation mit den Wohnungsgesellschaften / Vermieterin-
nen und Vermietern
Handlungsfeld 1: Wohnen / Städtebau
1.1. Veränderung der B elegungspraxis / Verbes serung des nachbarschaftli-
chen Zusammenlebens
Beteiligte Stadt Münster (Amt 64), Wohnungsgesellschaften, Mieterin-
nen und Mieter
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Austausch zwischen Eigentümerinnen und Eigentümern
und Stadt Münster im Rahmen des Wohnungsstärkungsge-
setzes NRW
Hemmnisse Modernisierung durch den einen großen Eigentümer der
Geschosswohnungsbauten derzeit nicht darstellbar
96
Information über das Inkrafttreten des städtischen Mängel-
melders am 15.08.2023
Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten über Anhörungsbö-
gen der AWM in Kooperation mit dem Amt 67
Hemmnisse mangelnde Information z.B. aufgrund von Sprachbarrieren
und Migrationsvorgeschichte (je nach Herkunftsland keine
diesbezügliche Vorbildung)
etwaige mangelnde Bereitschaft zur Mülltrennung
Müllcontainer für kleine Personen / Kinder schlecht zu befül-
len
begrenzte Finanz- und Personalressourcen der AWM
1.3. Professionelle Unterstützung bei der Wahrnehmung von Mieterrechten /
Stärkung der Mieterkompetenz
Beteiligte Mieterinnen und Mieter, Stadt Münster (Amt 64, Amt 50,
Amt 36), Akteurinnen und Akteure vor Ort
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Stärkung der Information über die Ausgabe von Mieterbera-
tungsscheinen zur Leistungsgewährung nach Sozialgesetz-
buch (SGB)
Erlernen der deutschen Sprache zur Überwindung der
Sprachbarriere
Hemmnisse mangelnde Information z.B. aufgrund von Sprachbarrieren
und Migrationsvorgeschichte
Ansprechpartnerinnen / Ansprechpartner der einen großen
Wohnungsgesellschaft sind vor Ort nicht oder nur sehr spo-
radisch verfügbar
97
1.4. Aufwertung des Wohnungsbestandes durch energetische Maßnahmen /
Reduzierung der Wohnnebenkosten (siehe auch Handlungsfeld 2 Klimaschutz
/ Klimaanpassung)
Beteiligte Wohnungsgesellschaften, private Eigentümerinnen und Ei-
gentümer, Stadt Münster (Amt 64, Stabstelle Klima), externe
Akteurinnen und Akteure
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Beantragung von Fördergeldern bei der Stadt Münster /
Land NRW / Bund
Stärkung der Information / Beratung zur Energetischen Sa-
nierung
Gesamtstädtischen Klimaanalyse als Grundlage für die Kon-
kretisierung von Maßnahmen
Prüfung der Analyse zur Sanierungsbeschleunigung
Hemmnisse eventuell mangelnde Bereitschaft der Eigentümerinnen und
Eigentümer den finanziellen Aufwand zu betreiben
ggf. Personal- und Finanzressourcen
begrenzte Kapazitäten z.B. in Bezug auf Beratung / Fach-
planung / Handwerk / Infrastruktur
Kurzbeschreibung:
Die Klima-Daten der letzten Jahre lassen für Münster und auch für Berg Fidel eine sehr
ungünstige thermische Situation erwarten. Neben heißen Sommern ist immer wieder
mit Starkregenereignissen zu rechnen. Besonders vulnerable Personengruppen wer-
den von der Klimakrise besonders betroffen sein. Im Rahmen der von der Stadt Müns-
ter geplanten Klimaanpassungsmaßnahmen kann die klimatische Situation in Berg Fi-
del, insbesondere auch durch bauliche Maßnahmen in unterschiedlichen Themenbe-
reichen, verbessert werden. Im Jahr 2019 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen,
dass Münster möglichst bis 2030 klimaneutral sein soll. Um dieses ehrgeizige Ziel zu
erreichen, müssen zeitnah weitere Vorhaben realisiert werden, die hohe Mengen an
CO2 einsparen und langfristig vermeiden können (V/0770/2019/E1).
Eine große Herausforderung stellt die Überzeugungsarbeit in der Stadtteilbevölkerung
dar, die vielschichtigen klimabezogenen Themen und die daraus resultierenden Maß-
nahmen mitzutragen.
Handlungsfeld 2: Klimaschutz / Klimaanpassung
98
2.1. Energetische Sanierung der Gebäude als Teil eines Gesamtkonzeptes für
Quartiere
Beteiligte Wohnungsgesellschaften, private Eigentümerinnen und Ei-
gentümer, Stadt Münster (Amt 64, Stabstelle Klima), Land
NRW, Bund, Akteurinnen und Akteure
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Übertragung der Ergebnisse der energetischen Stadtsanie-
rung der zwei Pilotquartiere auf weitere Münsteraner Stadt-
teile (Berg Fidel)
Erhebung des energetischen Zustands des Wohnungsbe-
standes
Erstellung einer Sanierungsstrategie / Analyse zur Sanie-
rungsbeschleunigung
Stärkung der Information / Beratung zur energetischen Sa-
nierung für alle interessierten Eigentümerinnen und Eigentü-
mer
Nutzung von Synergieeffekten durch gemeinsames Handeln
verschiedener Fachdisziplinen und Akteurinnen und Akteu-
ren
Hemmnisse Begrenzte Kapazitäten z.B. in Bezug auf Beratung / Fach-
planung / Handwerk / Infrastruktur
eventuell mangelnde Bereitschaft der Eigentümerinnen und
Eigentümer finanziellen Aufwand zu betreiben (insbeson-
dere eine im Stadtteil stark vertretene Wohnungsgesell-
schaft)
eventuell mangelnde Finanz- und Personalressourcen bei
den zuständigen Fachämtern
99
2.2. Verhinderung von Gefahren durch Starkregen / große Mengen an
Niederschlagswasser – Umsetzung des Niederschlagswasserkonzeptes
Beteiligte Wohnungsgesellschaften, private Eigentümerinnen und Ei-
gentümer, Stadt Münster (Stabstelle Klima, Amt 67, Amt 66)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Strategie zur Umsetzung des Niederschlagswasserkonzep-
tes auf Stadtteilebene
Umsetzung des geplanten Konzeptes
Hemmnisse eventuell mangelnde Bereitschaft der Eigentümerinnen und
Eigentümer finanziellen Aufwand zu betreiben
gesamtstädtische Aufgabe / eventuell begrenzte Personal-
ressourcen
eventuell liegenschaftliche Hemmnisse
hoher finanzieller Aufwand z.B. bei der Entsiegelung von
Freiflächen
2.3. Entlastung der öffentlichen Kanalisation bei Starkregenereignissen
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Konkretisierung der bestehenden Analysen
Entwicklung einer Resilienz-Strategie
konkrete Maßnahmen zur Umleitung des Niederschlags-
wassers in Grünflächen
dezernatsübergreifende Abstimmung
Berücksichtigung bei Auswirkungen auf den naturnahen
Wasserhaushalt bei städtebaulichen Aktivitäten
Hemmnisse eventuell mangelnde Finanz- und Personalressourcen
Umsetzungs-
zeitraum
ab 2026 erste bauliche Aktivitäten
2.4. Anbindung an das Fernwärmenetz
Beteiligte Wohnungsgesellschaften, private Eigentümerinnen und Ei-
gentümer, Stadt Münster, Stadtwerke Münster, Stadtnetze
100
Kurzbeschreibung
Im Untersuchungsgebiet ist der Anteil an arbeitslosen Personen im Vergleich zur Ge-
samtstadt Münster hoch. Ein hoher Anteil der Menschen mit Migrationsvorgeschichte
(und mit Sprachbarriere) in Berg Fidel hat häufig keine Teilhabe am Arbeitsmarkt. Ar-
beitsplätze innerhalb des Untersuchungsgebietes sind begrenzt. In den östlich angren-
zenden Quartieren an der Robert-Bosch-Straße und an der Siemensstraße befinden
sich großflächige Gewerbe- und Einzelhandelsstandorte mit einer Vielzahl von Arbeits-
plätzen. Die fußläufige Nahversorgung im Untersuchungsgebiet ist durch den Lebens-
mittelmarkt „nah&frisch“ an der Hogenbergstraße gegeben.
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Prüfung im Rahmen kommunaler Wärmeplanung / Energie-
nutzungsplanung, Abschluss voraussichtlich Jahreswechsel
2025/26
Hemmnisse eventuell mangelnde Bereitschaft der Eigentümerinnen und
Eigentümer finanziellen Aufwand zu betreiben
bauliche Gegebenheiten
Eigentümerrechte, liegenschaftliche Hemmnisse
Beantragung von Fördermitteln
Verfügbarkeit der Infrastruktur
gesamtstädtische Aufgabe / begrenzte Personalressourcen
Handlungsfeld 3: Nahversorgung / Arbeitsmarkt
3.1. Erweiterung des Angebots zur Integration von Arbeitslosen in den Ar-
beitsmarkt (außerhalb des Untersuchungsgebietes)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 59), Gewerbetreibende
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Verstärkung des Weiterbildungsangebotes und der Berufs-
beratung
Information über die Angebote auf dem Arbeitsmarkt vor Ort
durch Amt 59
Umsetzung der Ziele des Migrationsleitbildes der Stadt
Münster auf Stadtteilebene
Hemmnisse Sprachbarriere, Bildungsdefizite, mangelnde Information
unterliegt u.a. der freien Marktwirtschaft
fehlende Finanzierung
101
3.2. Schaffung eines Beratungsangebotes durch das Jobcenter Münster im
Quartierstreff Berg Fidel
Beteiligte Stadt Münster (Amt 59), AWO, Eigentümerin
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erstellung eines Nutzungskonzeptes durch die Sozialver-
bände unter Federführung der AWO
Bereitstellung von Personal des Jobcenters
Hemmnisse
3.3. Stärkung der fußläufig erreichbaren Nahversorgung zur Vermeidung von
klimaschädlichem motorisierten Individualverkehr
Beteiligte Stadt Münster (Amt 61, Amt 66, Stabstelle Klima, WFM),
Gewerbetreibende und Dienstleister, Eigentümerinnen und
Eigentümer der Immobilien, Bürgerinnen und Bürger (Kauf-
verhalten)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Beratung über Möglichkeiten zur Eindämmung der CO2-
Emissionen im Rahmen der „Energetischen Stadtsanierung“
durch die Stabstelle Klima
Stärkung der Kundenorientierung durch Betreiber der Nah-
versorgungseinrichtung
Aufwertung des Umfeldes der Nahversorgungseinrichtun-
gen
Hemmnisse mangelnde Kooperationsbereitschaft der Immobilieneigen-
tümer / Vermieter
102
Kurzbeschreibung
Aufgrund der Insellage von Berg Fidel ist der Stadtteil nicht mit Durchgangsverkehren
belastet. Auf der Grundlage des städtebaulichen Konzeptes aus der Entstehungszeit
des Stadtteils in den 1960er Jahren entstanden eine große Anzahl abseits der KFZ-
Routen gelegener Fuß- und Radwege, die auch heute noch von der Bewohnerschaft
positiv bewertet werden. Dennoch bestehen im Untersuchungsgebiet einzelne Berei-
che, die als Gefahrenpunkte – insbesondere von Kindern, älteren Menschen und Men-
schen mit eingeschränkter Mobilität – gesehen werden. Die Straße Am Berg Fidel, auf
der vom Kraftfahrzeugverkehr die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit häufig über-
schritten wird, hat inzwischen eine rot angelegte Trasse für Radfahrerinnen und Rad-
fahrer erhalten. Die westliche Trauttmansdorffstraße ist überdimensioniert und stellt
für Fußgängerinnen und Fußgänger eine Barriere dar.
4.1. Verbesserung der Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern und
von Radfahrenden
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Prüfung und Umsetzung der Maßnahmen u.a. aus der Kin-
der- und Jugendbeteiligung #Stadtsache und aus dem
„Masterplan Mobilität Münster 2035+“
Hemmnisse Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (z.B. keine
Zebrastreifen in Tempo 30-Zonen)
Personal- und Finanzressourcen
4.2. Neugestaltung der Bushaltestellen – Einbau weiterer Überdachungen
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 61, Amt 23, MM, Amt 67),
Stadtwerke Münster
Bausteine zur weite-
ren Umsetzung
Prüfung der Eignung vor Ort
Hemmnisse ggf. mangelnder Platzbedarf und nicht zur Verfügung ste-
hende Flächen
Personal- und Finanzressourcen
Handlungsfeld 4: Mobilität
103
4.3. Einrichtung eines Stadtbahnhaltepunktes an der Hammer Straße
Beteiligte Zweckverband Nahverkehr Westfalen Lippe, Deutsche
Bahn, Stadt Münster (Amt 66), Grundstückseigentümer
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Bau neuer Gleisanlagen
Hemmnisse gesamtstädtische Aufgabe bzw. Aufgabe der regionalen
Verkehrsträger und somit umfassendes, langwieriges Ver-
fahren (Finanzierung, Eigentumsverhältnisse, Flächenver-
fügbarkeit)
4.5. Aufstellung eines Dialog-Displays an der Straße Am Berg Fidel in Fahrt-
richtung von der Hammer Straße kommend
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Prüfung und Auswertung abgeschlossen
Antrag und Finanzierung über die Bezirksvertretung
Münster-Hiltrup
Hemmnisse keine
4.6. Sichere Überquerungen und Barrierefreiheit der Trauttmansdorffstraße –
ggf. Rückbau
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32), eventuell externes Büro bei
Auftragsvergabe
4.4. Aufstellung von Freiburger Kegeln / Verkehrszeichen „Achtung Kinder“
in der Ter-Borch-Straße zur Geschwindigkeitsreduzierung
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
bei regelmäßig stattfindenden Stadtteilschauen wird beur-
teilt und nach Notwendigkeit umgesetzt
Hemmnisse keine - laufendes Geschäft der Verwaltung
104
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Rückbaukonzept / Neugestaltungskonzept / Begrünungs-
konzept
Hemmnisse ggf. mangelnde Personal- und Finanzierungskapazitäten in
Bezug auf die Rückbaukonzeption und die Umsetzung
4.7. Instandsetzen der Straße Am Berg Fidel / Einengung durch Freiburger
Kegel und Fahrbahnmarkierung zur Geschwindigkeitsreduzierung / erhöhte
Sicherheit insbesondere für Schulkinder und Radfahrende
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur weite-
ren Umsetzung
Prüfung der Möglichkeit zur Einengung im Bereich Hogen-
bergstraße
Aufstellen eines Markierungs- und Beschilderungsplans
Hemmnisse ggf. mangelnde zeitliche Ressourcen
4.8. Verbesserung der Sicherheit auf der Lechterstraße durch Verkehrszei-
chen und Freiburger Kegel
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Prüfung der Machbarkeit
Hemmnisse keine - laufendes Geschäft der Verwaltung
4.9. Weitere Bordsteinabsenkungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit in
Knotenpunktbereichen
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
erforderliche bauliche Veränderungen und Anpassungen im
Zuge von Straßen- und Sanierungsmaßnahmen
Hemmnisse eventuell mangelnde Personalressourcen – laufendes Ge-
schäft der Verwaltung
105
4.10. Neuordnung der Verkehrsführung aufgrund der Umplanung / Neupla-
nung des Preußenstadions
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32), SC Preußen Münster
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Konzeption nach Fertigstellung der Stadionerweiterung und
der Trainingsplätze sowie der Erschließung aller Bereiche
(Verkehrskonzeption)
Beauftragung externer Büros
Hemmnisse ggf. Personal- und Finanzressourcen
4.11. Bedarfsanalyse für Fahrradanlehnbügel
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Durchführung des 3.000-Fahrradstellplätze-Programms /
Potenzialanalyse, dafür wurde bereits eine Personalstelle
geschaffen
Hemmnisse keine
4.12. Bedarfsanalyse für Radwegpiktogramme
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Aufstellen eines Markierungs- und Beschilderungsplans
Hemmnisse eventuell mangelnde Personalressourcen
4.13. Schulwegsicherung / Schaffung von Querungsmöglichkeiten an den
Straßen Am Berg Fidel, Lechterstraße, Ter-Borch-Straße
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 32)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Prüfung der Anforderungen
Hemmnisse keine – laufendes Geschäft der Verwaltung
106
Kurzbeschreibung:
Im Stadtteil engagieren sich Akteurinnen und Akteure der Sozialträger und der Stadt
Münster kooperativ aus vielen Aufgabenbereichen, um die Teilhabe am gesellschaftli-
chen Leben und die Lebensbedingungen allgemein für die Menschen in Berg Fidel zu
verbessern. Bildungsdefizite lassen sich oftmals bereits in der Kita feststellen und ent-
wickeln sich bei fehlender Unter stützung zu Lern - und Bildungsproblemen in der
Grundschule und den weiterführenden Schulen und erhöhen demzufolge die Gefahr,
in die Armutsspirale zu geraten. Der in 2024 neu eröffnete Quartierstreff der Arbeiter-
wohlfahrt (AWO), in der ehemaligen Sparkasse , bietet Räumlichkeiten für Hilfsange-
bote für die Stadtteilbewohnerschaft in vielen Themenfeldern (z.B. Erwachsenenbil-
dung, Berufsberatung).
5.1. Neubau einer „Bewegungskita“ an der Hammer Straße im Zusammen-
hang mit dem Ausbau des LVM-Preußenstadions
Beteiligte Privater Investor
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
aktuelle Planung für die Umsetzung im Jahr 2027
Hemmnisse
Handlungsfeld 5: Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung
5.2. Schaffung von Kontakt- und Beratungsmöglichkeit im Quartierstreff-
punkt Berg FIdel durch die Arbeiterwohlfahrt mit Kooperationspartnern
Beteiligte LEG (Eigentümerin), Arbeiterwohlfahrt (AWO), Stadt Müns-
ter (Amt 50, Amt 59) Beratungsstelle Südviertel e.V., Sozial-
verbände, Akteurinnen und Akteure
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Konkretisierung des Nutzungskonzeptes / Abstimmung mit
freien Trägern und sonstigen zukünftigen Nutzern
bei städtischen Angeboten: dauerhafte Verankerung im
Stellenplan (z.B. der VHS)
Hemmnisse Bei städtischen Angeboten: derzeit keine Personal- und Fi-
nanzressourcen
107
Kurzbeschreibung
Im Stadtteil Berg Fidel lebt eine große Zahl von unterschiedlichen Bevölkerungsgrup-
pen in teilweise sehr konträren gesellschaftlichen und individuellen Lebenswelten. Die
Akteurinnen und Akteure, die Sozialverbände und die verschiedenen Fachämter der
Stadt Münster kooperieren intensiv, um das Miteinander der Bewohnerschaft und die
Integration von Menschen mit Migrationsvorgeschichte zu verbessern. Dennoch gibt
es Bedarf an zusätzlichen Angeboten und Projekten für diese Zielgruppe n, die häufig
von Arbeitslosigkeit und Armut bedroht sind. Auch Sprachbarrieren erschweren, dass
bereits bestehende Angebote in Anspruch genommen werden, weil diesbezügliche In-
formationen nicht wahrgenommen werden können oder nicht bekannt sind.
Handlungsfeld 6: Miteinander / Integration
6.1. Landesprogramm „Griffbereit“ – Elternbildung, Sprachbildung – Initiie-
rung von Patenschaften zur Förderung der fachlichen Fähigkeiten / Sprach-
patenschaften
Beteiligte Land NRW, Bezirksregierung, Stadt Münster (Amt 36, Amt
51), Eltern von Kita-Kindern (Ehrenamtliche)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Beantragung von Fördergeldern beim Land NRW
Bereitstellung von Räumlichkeiten
verwaltungsinterne Koordination
Hemmnisse langfristig abhängig von der Zuteilung von Fördergeldern
personelle Belastung in den Einrichtungen
Mehrfachbelastung bei der grundsätzlich interessierten El-
ternschaft
6.2. Regelmäßige Teilnahme am Arbeitskreis Berg Fidel
Beteiligte Stadt Münster (Amt 17, Amt 36, Amt 40, Amt 41, Amt 50,
Amt 61, MM), Sozialverbände, Akteurinnen und Akteure,
Mitglieder der BV-Hiltrup
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Netzwerkarbeit zur Prüfung von Bedarfen und Umsetzungs-
potenzialen
Hemmnisse
108
6.3. Arbeitsgruppe zur Förderung der Mehrsprachlichkeit (Bildung als Vo-
raussetzung für Teilhabe)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), Arbeitskreis aus Akteurinnen und
Akteuren in Kooperation mit der PRIMUS Schule
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Projekt besteht, Langfristigkeit erforderlich
Hemmnisse
6.4. Arbeitsgruppe zur Aufklärung über Antiziganismus
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), PRIMUS Schule
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
konkrete Planung (Finanzierung gesichert)
Auswahl und Beauftragung von Referentinnen und Referen-
ten
Hemmnisse
6.5. Umsetzung des Programms „Rucksack–Schule“, Familiensprachbil-
dungsprogramm
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), PRIMUS Schule, Honorarkräfte,
Land NRW
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Akquise von Honorarkräften
Interesse bei der Elternschaft wecken
Hemmnisse Überlastung Interessierter im Schulsystem
6.6. Weiterentwicklung und Umsetzung des Migrationsleitbildes
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), Initiativen, Institutionen, Multiplika-
torinnen und Multiplikatoren, Bürgerinnen und Bürger, Ak-
teurinnen und Akteure vor Ort, Zivilgesellschaft
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Migrationsleitbild: Umsetzungszeitraum 2025 - 2030
Entwicklung weiterer Beteiligungsformate
Berg Fidel als Pilotprojekt
109
Bündelung der Ressourcen und der bestehenden Koopera-
tionen
Durchführung von Workshops, Fachforen / Interviews
Hemmnisse ggf. Personalressourcen für die Umsetzung
6.7. Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Migrationsarbeit
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), Ehrenamtliche, Migrantenselbstor-
ganisationen, Freiwilligen Agentur, Land NRW
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Organisation und Durchführung von Qualifizierungsangebo-
ten (Umsetzung ab 2025)
Informationsveranstaltungen zur Einbindung des Ehrenam-
tes
Hemmnisse Gewinnung von neuen Ehrenamtlichen
6.8. Abbau von Sprachbarrieren durch Ehrenamt, Sprachmittlerinnen und
Sprachmittler
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), Sprachmittlerinnen und Sprachmitt-
ler, Ehrenamtliche, Land NRW
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Akquise von Ehrenamtlichen und deren Qualifizierung
Hemmnisse enge Vorgaben für die Einsatzbereiche
6.9. Förderung der Mehrsprachigkeit in der frühkindlichen Bildung – Förder-
programm „Griffbereit“
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), Familien, kooperierende Einrichtun-
gen, Land NRW
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Akquise von Einrichtungen um Eltern für Schulungen (El-
ternbegleitung) zu gewinnen
Ressourcen bei der Stadt Münster vorhanden
Hemmnisse personelle Belastung in den Einrichtungen
Mehrfachbelastung der grundsätzlich interessierten Eltern-
schaft
110
6.12. Community Forschung für Berg Fidel
Beteiligte Universität Münster (Institut für Geographie), Bewohnerin-
nen und Bewohner, Community-Forscherin
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
niedrigschwellig Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewoh-
ner aus dem Stadtteil weiterführen
Etablierung eines regelmäßigen „Offenen Treffs“ und ent-
sprechend nutzbare Räumlichkeiten vor Ort
gemeinsame Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen
für gesundheitliche Chancengleichheit
6.10. Förderung von Migrantenselbstorganisationen, Beratung und Qualifizie-
rung
Beteiligte Stadt Münster (Amt 36), Migrantenselbstorganisationen,
Glaubensgemeinschaften, engagierte Menschen mit Migrati-
onsvorgeschichte
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Einbindung der Migrantenselbstorganisationen als
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner
Kooperationsveranstaltungen
Unterstützung bei der Beantragung von Projektförderung
Beratung durch die Stadt Münster (Amt 36)
Koordination gesamtstädtischer und lokaler Aufgaben
Fördergelder vorhanden durch das Programm „KOMM-AN“
und kommunale Förderung durch Amt 36
Hemmnisse Mangel an eigenen und nutzbaren Räumen
6.11. Stärkung von Angeboten zur Integration über die Kooperation zwischen
dem Fußballverein Preußen Münster und „Fanport Outlaw“
Beteiligte SC Preußen Münster, „Fanport Outlaw“, Arbeitskreis Sport
und Bewegung / Stadtsportbund
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Information über die Kooperation und Stärkung der Bewer-
bung
Hemmnisse ggf. mangelnde Personalressourcen
111
Einbindung der Ergebnisse in das Handlungsprogramm zur
Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit der Stadt
Münster
Hemmnisse fehlende langfristige finanzielle Sicherung des Projektes
fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für Umsetzungen er-
mittelter Bedarfe
hoher ehrenamtlicher Arbeitsanteil
stigmatisierender Blick „von außen“ auf den Stadtteil
ermittelte gesundheitliche Schwierigkeiten im Stadtteil resul-
tieren aus gesellschaftlichen und kommunalen Strukturen,
die entsprechend auf der gesamtstädtischen Ebene ange-
gangen werden müssen
Bearbeitung der bestehenden Probleme auf gesamtstädti-
scher Ebene
Kurzbeschreibung
Angebote in den Bereichen Freizeit und Kultur sind wichtige Bausteine, um das Leben
in einem Stadtteil mit vielen unterschiedlichen Kulturen positiv zu beeinflussen. Ent-
spanntes Miteinander in der Freizeit, ob im Außenraum oder in betreuten Begegnungs-
einrichtungen, die Beschäftigung mit der eigenen oder den fremden Kulturen sowie mit
„übergeordneten Kunst- und Kulturprojekten“ fördert die Toleranz, die Nachbarschafts-
bildung und das gemeinsame Erleben, was wiederum einen positiven Einfluss auf die
Identifikation mit dem Stadtteil und auf sein Image hat. Insbesondere über das Stadt-
teilhaus Lorenz-Süd und die „Alte Post“ besteht derzeit ein breites Freizeitangebot ,
welches nach der Bereitstellung weiterer Räumlichkeiten sowie von Finanz- und Per-
sonalressourcen weiter ausgebaut werden sollte.
Handlungsfeld 7: Freizeit / Kultur
7.1. Prüfung von Potenzialen im Bereich Kunst und Kultur und Aufbau eines
Netzwerkes mit Akteurinnen und Akteuren für und mit der Stadtteilbevölke-
rung
Beteiligte Stadt Münster (Amt 41, MM), Institutionen vor Ort, professi-
onelle Kunst- und Kulturschaffende innerhalb und außerhalb
des Untersuchungsgebietes, engagierte Akteurinnen und
Akteure
112
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Bildung eines Netzwerkes mit dem Ziel der Bildung einer
Projektwerkstatt (ggf. mehrstufig)
Verzahnung externer Kulturschaffender mit lokalen Akteu-
rinnen und Akteuren
Identifizierung einer örtlichen Sprecherin bzw. Sprecher des
Netzwerkes
Hemmnisse Finanzierung eines Impulsgebers, da geringe Fördermög-
lichkeiten auf Stadtteilebene
7.2. Umsetzung aus der Projektwerkstatt (siehe auch Maßnahme 7.1.)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 41, Amt 61, MM), Kunstschaffende, Lo-
kale Netzwerksprecherin / Netzwerksprecher, Institutionen
im Stadtteil, professionelle Projektleiterin / Projektleiter, ggf.
Grundstückseigentümerin / Grundstückseigentümer (Bereit-
stellung von Räumlichkeiten)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erstellung eines Projektplans
Akquise von Fördermitteln zur Realisierung von Projekt-
ideen
Suche nach einer Projektleiterin / einem Projektleiter
Suche nach Präsentationsflächen (innen und außen)
Hemmnisse enge Förderkulisse auf Stadtteilebene (ggf. geringe finanzi-
elle Ressourcen)
derzeit kaum Förderprogramme weder auf kommunaler
Ebene noch auf Landesebene
7.3. Prüfung der Möglichkeiten für kulturelle Bildung von Kindern und Ju-
gendlichen (z. B. Förderprogramm Kulturrucksack oder Kultur und Schule)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 41), Bildungseinrichtungen / PRIMUS
Schule, Kunstschaffende, Land NRW (Fördermittelgeber)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Akquise von Förderprogrammen
113
Kurzbeschreibung
Die Gesundheitsdaten für Berg Fidel machen deutlich, dass in dem Stadtteil über-
durchschnittlich viele übergewichtige Kinder und Jugendliche leben. Übergewicht und
Adipositas im Kindesalter führen nicht selten zu weiteren gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen und zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. D ie Untersu-
chungen zum Zeitpunkt der Einschulung haben ergeben, dass die Motorik-Fähigkeiten
der Schulanfängerinnen und Schulanfänger aus Berg Fidel von 36 Münsteraner
Grundschulen am schlechtesten ausgeprägt sind. Es fehlt somit an niederschwelligen,
langfristigen Angeboten und Bewegungsmöglichkeiten , welche die Kinder und Ju-
gendlichen motivieren, sich zu bewegen. Auch die erwachsene Bewohnerschaft von
Berg Fidel wünscht sich mehr Bewegungsangebote in geeigneten Räumen und in den
Frei- und Grünflächen.
8.1. Langfristige Etablierung einer Sport- und Bewegungskoordinatorin / ei-
nes Sport- und Bewegungskoordinators
Beteiligte Stadtsportbund, Stadt Münster (Amt 53)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
städtischer Zuschuss für den Stadtsportbund, zum Aufbau
von nachhaltige Strukturen für Sport und Bewegung als Teil
der gesundheitsorientierten Quartiersarbeit Mittels eines /
einer Bewegungskoordinator / -koordinatorin in Berg Fidel
(und Kinderhaus)
Sensibilisierung von Kunst- und Kulturschaffenden für die
Bedarfe im Stadtteil
Suche nach Kurs- und Präsentationsflächen
Verstetigung der geschaffenen Strukturen
Hemmnisse keine Förderzusage auf kommunaler bzw. Landesebene
(aufgrund enger Förderkulisse)
7.4 Nutzung freier Raumkapazitäten in der „Alten Post“
Beteiligte Akteurinnen und Akteure im Stadtteil, Ehrenamtliche
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erstellung eines Nutzungsplans
Hemmnisse
Handlungsfeld 8: Sport / Bewegung
114
Gründung eines interdisziplinären Arbeitskreises „Sport und
Bewegung“ in Berg Fidel
Die Sport- und Bewegungskoordination wirkt gemeinsam
mit dem Arbeitskreis und weiteren relevanten Akteurinnen
und Akteuren an der Umsetzung der im Folgenden aufge-
führten Maßnahmen mit und übernimmt teilweise die Feder-
führung.
Hemmnisse
8.2. Erweiterung des Sportparks mit zwei öffentlichen Volleyballfeldern und
Bespielung dieser
Beteiligte Stadt Münster (Amt 52)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Entwicklung eines Nutzungskonzeptes, welches eine Nut-
zung durch die Bewohnenden ermöglicht
offener Beachvolleyball-Treff für Neueinsteigende
Hemmnisse Interessenkonflikt zwischen Leistungs- und Vereinssport
und der Nutzung von Anwohnenden
8.3. Reaktivierung der Dirtbike-Anlage
Beteiligte Stadt Münster (Amt 67), externes Fachbüro, Nutzerinnen
und Nutzer, Ehrenamtliche, Spendengebende
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
regelmäßige Pflege durch Ehrenamtliche / Nutzerinnen und
Nutzer und Stadt Münster (Amt 67)
Hemmnisse keine, bereits in der baulichen Umsetzung
8.4. Sportstättenanalyse durch eine Sportstättenkoordinatorin / einen Sport-
stättenkoordinator zum Aufbau von Sport- und Bewegungsangeboten
Beteiligte Stadt Sportstättenkoordinatorin / Sportstättenkoordinator, Kitas,
Schule, Sportvereine, Ehrenamtliche, Arbeitskreis Sport und
Bewegung
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erarbeitung einer Bedarfsanalyse
Hemmnisse ggf. mangelnde Personal- und Finanzressourcen
115
8.6. Sport und Bewegung als gesundheitsbezogene Quartiersarbeit, Etablie-
rung niederschwelliger Angebote für alle Altersgruppen
Beteiligte Stadtsportbund, Stadt Münster (Amt 52, Amt 53), Ehrenamt-
liche, Sportvereine und Stadtteilakteure (insbesondere Ar-
beitskreis Sport und Bewegung)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
regelmäßiger Austausch im Arbeitskreis Sport und Bewe-
gung zur Konzept- und Strategieentwicklung
Information über Angebote
Hemmnisse Mangel an räumlichen Ressourcen (im Stadtteil gibt es nur
eine für den Breitensport nutzbare Schulsporthalle)
fehlende personelle und finanzielle Ressourcen
unterschiedliche Bedarfs- und Interessenlagen: Leistungs-
und Breitensport
8.7. Errichtung einer Freiluft-Sporthalle zur Nutzung durch die Öffentlichkeit
Beteiligte Stadt Münster (Amt 52), ggf. Spendengebende / Sponsoren
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Bereitstellung einer entsprechenden, gut erreichbaren Flä-
che im Stadtteil
8.5. Bedarfsanalyse zum Aufbau von Sport und Bewegung für alle Alters-
gruppen
Beteiligte Stadt Münster (Amt 52), Stadtsportbund, Kitas, Schule,
Sportvereine, Akteurinnen und Akteure, Ehrenamtliche, Ar-
beitskreis „Sport und Bewegung“
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erstellung einer Bedarfsanalyse
Entwicklung von Kooperationsmodellen für Bewegung, Spiel
und Sport sowie Kita und Schule / Ganztag
Entwicklung und Durchführung von außerschulischen Ange-
boten wie Sport- und Bewegungs-AG
bewegte Ferienangebote
Sportwochen in den Schulen
Hemmnisse ggf. mangelnde Personal- und Finanzressourcen
116
Konzepterarbeitung
Hemmnisse Verfügbarkeit einer geeigneten Fläche
Fehlende Personal- und Finanzressourcen
8.8. Sportvereinsentwicklung und -förderung zur nachhaltigen Umsetzung
Beteiligte Stadtsportbund Münster, ESV Münster, SC Preußen Müns-
ter, Stadt Münster (Amt 52)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erstellung eines Sportvereinsentwicklungskonzeptes für den
ESV Münster
Einbindung SC Preußen Münster in die Stadtteilentwicklung
Hemmnisse unterschiedliche Interessenlagen der handelnden Akteurin-
nen und Akteure
fehlende Personal- und Finanzressourcen
8.10. Umwandlung des Ascheplatzes in einen ganzjährig bespielbaren
Kunstrasenplatz für den ESV (außerhalb des Untersuchungsgebietes)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 52), ESV, Sponsorengelder
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Suche nach Sponsoren
Hemmnisse ggf. mangelnde Finanzressourcen
8.9. Ausstattung öffentlicher Räume mit Sportgeräten (z.B. Cal listhenics,
Tischtennisplatten, Basketballkörbe)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 52), Stadtsportbund, Arbeitskreis „Sport
und Bewegung“
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Identifizierung von geeigneten Flächen
Aufbau der Geräte
Entwicklung geeigneter Formate zur Aktivierung der Räume
Hemmnisse ggf. mangelnde Finanzressourcen für die Umsetzung
ggf. mangelnde Finanzressourcen für die Instandhaltung
ggf. Konflikte zwischen den Nutzergruppen Erholung / Sport
/ Spiel / Bewegung
117
8.11. Sport und Bewegung als gesundheitsbezogene Quartiersarbeit, Etablie-
rung niederschwelliger Angebote für alle Altersgruppen
Beteiligte Stadtsportbund, Stadt Münster, Ehrenamtliche, Sportver-
eine, Stadtteilakteure (insbesondere Arbeitskreis Sport und
Bewegung)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
regelmäßiger Austausch im Arbeitskreis „Sport und Bewe-
gung“ zur Konzept- und Strategieentwicklung
Information über Angebote
Hemmnisse Mangel an räumlichen Ressourcen (im Stadtteil nur eine
Sporthalle für den Breitensport)
fehlende Personal- und Finanzressourcen
unterschiedliche Bedarfs- und Interessenlagen: Leistungs-
und Breitensport
8.12. Erneuerung des öffentlichen Basketball-Skateplatzes (neben Skatepark)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 52), Skater-Szene, Stadtteilhaus Lo-
renz-Süd
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Klärung der Zuständigkeit in der Verwaltung
Einbeziehung der o.g. Expertinnen und Experten aus den
Stadtteilen und Nutzende
neuer Bodenbelag mit Linierung für Basketball und Fußball
Hemmnisse Finanzierung und Verwaltungszuständigkeiten
Kurzbeschreibung
Zum Thema Gesundheit besteht in Berg Fidel großer Handlungsbedarf. Nicht nur die
Gesundheitsdaten, die sich auf Bewegungsmangel beziehen, schneiden im Stadtteil
im Vergleich zur Gesamtstadt Münster schlecht ab, sondern auch weitere Daten, z.B.
zur Zahngesundheit von Kindern.
Die bisherigen und zukünftigen Ergebnisse des Projektes „Gesundheit in der nachhal-
tigen Stadt“ werden entsprechend ihrer unterschiedlichen Zielsetzung den aufgeführ-
ten, verschiedenen Handlungsfeldern zugeordnet.
Handlungsfeld 9: Gesundheit
118
Kurzbeschreibung
Berg Fidel wird von den befragten Bewohnerinnen und Bewohnern als ein „grüner
Stadtteil“ mit, im Süden unmittelbar angrenzenden, gut vernetzten Erholungsgebieten
beschrieben. Die Versorgung mit Spielplätzen für kleinere Kinder ist im städtischen
Vergleich gut. Die Gestaltung der Spielplätze auf den privaten Grundstücken der Mehr-
familienhäuser ist jedoch vielfach unattraktiv. Berg Fidel ist ein dicht besiedelter Stadt-
teil, so dass den allgemein zugänglichen Freiräumen mit Bewegungsangeboten ein
besonderer Stellenwert zukommt. Dazu sind im Stadtteil Potenziale vorhanden, die im
Rahmen einer Ortsbesichtigung mit den Fachämtern und den Akteurinnen und Akteu-
ren vor Ort identifiziert werden müssen. Gleichzeitig ist die Anpassung des öffentlichen
Raums und der privaten Freiflächen an den Klimawandel, z.B. durch Entsiegelung und
die Schaffung von Durchlüftungsschneisen, notwendig.
Die derzeitige, teilweise mangelhafte Gestaltung und Pflege der privaten und öffentli-
chen Grünflächen – z.B. durch Ablagerung von Sperrmüll – trägt zum schlechten
Image des Stadtteils bei und soll verbessert werden (siehe Handlungsfeld 11, Sauber-
keit).
9.1. Einrichtung einer monatlichen Sprechstunde durch eine Mitarbeiterin der
Beratungsstelle „Frühe Hilfen“ in jeder Kita (Familienhebamme oder Kinder-
krankenschwester)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 53), Mitarbeitende der Beratungsstelle
„Frühe Hilfen“
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
zusätzliche benötigte Stellen sind zu besetzen
Hemmnisse ggf. Fachkräftemangel
9.2. Intensivierung der Information über bestehende Angebote
Beteiligte Stadt Münster (Amt 53)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Teilnahme an Elterncafés
Sprachkurse u.a. durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
Gesundheitsamtes
Hemmnisse Stellenbesetzung
Handlungsfeld 10: öffentlicher Raum / Parks / Spielplätze
119
Kurzbeschreibung
Die derzeitige teilweise mangelhafte Gestaltung und Pflege der privaten und öffentli-
chen Grünflächen – z.B. durch Ablagerung von Sperrmüll unabhängig von den ange-
kündigten Abfuhrterminen – trägt zum schlechten Image des Stadtteils bei und muss
verbessert werden. Ein Aspekt in diesem Zusammenhang ist die mangelnde Informa-
tion über geordnete Müllentsorgung , sowie die teilweise geringe Bereitschaft der Be-
wohnerschaft, den Aufwand zu betreiben, der mit Einhaltung der geltenden Abfallsat-
zung verbunden ist. Das Problem des Ungezieferbefalls ist nicht zu vernachlässigen.
Ein weiterer Aspekt, der sich auch auf die Außenwahrnehmung des Stadtteils auswirkt,
ist die gefühlte Unsicherheit durch Kriminalität, Drogen- und Alkoholkonsum im öffent-
lichen Raum. Insbesondere ältere Menschen, Frauen und Mädchen benennen eine
Reihe von „Angsträumen“ im Stadtteil.
10.1. Einrichtung eines Bürgerparks / einer öffentlichen Erholungsfläche öst-
lich der Straße Am Berg Fidel (im Zusammenhang mit der Errichtung des
Sportparks)
Beteiligte Stadt Münster (Amt 67)
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Altlastenbeseitigung
Konzeption
Umsetzung
Hemmnisse ggf. mangelnde Personal- und Finanzressourcen
10.2. Aufstellen eines Trinkwasserbrunnens
Beteiligte Stadt Münster, Stadtnetze / Stadtwerke Münster GmbH
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Auswahl eines geeigneten Standortes nach den Kriterien
des Technischen Hinweis-Merkblattes DVGW W 274 (M)
Januar 2022 Planung
Bau und Betrieb sowie Eigenkontrolle von öffentlichen Trink-
wasserbrunnen (DVGW W 274 (M) Januar 2022)
Hemmnisse ggf. mangelnde Personal- und Finanzressourcen für Bau
und Betrieb
Handlungsfeld 11: Sauberkeit / Sicherheit
120
11.1. Schulung aller Altersgruppen zum Umgang mit ordnungsgemäßer
Müllentsorgung / Mülltrennung
Beteiligte Stadt Münster (AWM, Amt 67), Wohnungseigentümerinnen
und -eigentümer, Akteurinnen und Akteure vor Ort, PRIMUS
Schule
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Sensibilisierung der Bewohnerschaft durch Information
(Intensivierung der bestehenden) Angebote der AWM zur
Sensibilisierung aller Altersgruppen
Entwicklung von kreativen Ideen zur Gestaltung / Optimie-
rung von Müllcontainern (z.B. gegen Ungezieferbefall)
Information über das Inkrafttreten des „städtischen Mängel-
melders“
Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten über „Anhörungsbö-
gen“ der AWM in Kooperation mit Amt 67
Hemmnisse mangelnde Bereitschaft zur Mülltrennung
eventuell Platzmangel für mehrere Müllbehälter in engen /
überbelegten Wohnungen
Sperrmüllentsorgung im öffentlichen Raum wird unter Um-
ständen nicht als problematisch wahrgenommen
Personalmangel und begrenzte Finanzressourcen bei den
AWM
11.2. Verbesserung der Beleuchtung zur Vermeidung von Angsträumen
Beteiligte Stadt Münster (Amt 66, Amt 67), Bewohnerschaft, Akteurin-
nen und Akteure vor Ort
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Identifizierung der Angsträume durch Begehung mit der Be-
wohnerschaft
Hemmnisse Finanzierung weiterer Beleuchtungskörper oder Ersatz noch
nicht abgeschriebener Beleuchtungskörper
121
Kurzbeschreibung:
Die Mischung aus fehlender gastronomischer Infrastruktur, einem hohem Versiege-
lungsgrad, einer intensiven verkehrlichen Nutzung, fehlenden Aufenthaltsmöglichkei-
ten, einer geringen Ästhetik – sowohl der angrenzenden Bebauung als auch der Frei-
flächen – und einem niedrigen Grünanteil macht die Quartiersmitte von Berg Fidel ak-
tuell zu einem unattraktiven Ort. Das führt dazu, dass sie kaum als Ort der Begegnung
und des Aufenthalts genutzt wird, obwohl sie aufgrund der zentralen Lage im Quartier
und durch die vorhandene, städtebauliche Raumgebung großes, ungenutztes Poten-
zial aufweist.
Wodurch kann das Quartiersleben im öffentlichen Raum von Berg Fidel gestärkt wer-
den? Diese Frage stand im Mittelpunkt bei der Erarbeitung der Masterarbeit von Caro-
lin Kemkes-Günner mit dem Titel „Quartiersleben Berg Fidel“ im Fach Landschaftsar-
chitektur an der Hochschule Osnabrück im Jahr 2023.
Im Fok us standen bei den Untersuchungen die zentralen Platzflächen um den im
Stadtteil Berg Fidel fußläufig gut erreichbaren Lebensmittelmarkt „nah&frisch“. Hier
galt es im Rahmen einer Bestandsaufnahme zu untersuch en, ob und wieweit dieser
Ort als Quartiersmitte heute schon funktioniert.
Exkurs: Aufwertung des Stadtteilzentrums Berg Fidel
Aufwertung der öffentlichen Flächen im Stadtteilzentrum durch Bepflanzung
und Möblierung
Beteiligte Eigentümerin (LEG), Stadt Münster (Amt 67, Amt 66, MM,
Amt 32, Amt 41), Akteurinnen und Akteure, ggf. Sponsorin-
nen und Sponsoren
Bausteine zur
weiteren Umsetzung
Erstellung eines Gestaltungskonzeptes auf der Grundlage
der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und der Masterarbeit
von Frau Kemkes-Günner (s.u.)
sofern die Voraussetzungen erfüllt sind ggf. Beantragung
von Fördergeldern bei der Stadt Münster / Land NRW /
Bund / ggf. BV-Haushaltsmittel
Beteiligung / Einbeziehung der Anliegenden
Hemmnisse ggf. mangelnde Bereitschaft der Eigentümerin und der An-
liegenden
ggf. begrenztes, dauerhaftes Engagement der Akteurinnen
und Akteure
ggf. mangelnde Finanz- und Personalressourcen
122
Auf der Grundlage verschiedener Methoden zur Raumwahrnehmung und -analyse und
intensiver Recherchen zur Bestandssituation vor Ort wurden freiraumplanerische Ent-
wicklungsimpulse und Vorschläge für konkrete Maßnahmen und Projekte erarbeitet,
die hier beispielhaft aufgezeigt werden sollen. In einem ersten Schritt wurde folgenden
Fragestellungen nachgegangen:
Welche Funktion hat der Ort aktuell und welche sollte er zukünftig als lebendige
Quartiersmitte haben?
Welche Auswirkungen haben bestehende städtebauliche, landschaftsarchitek-
tonische und soziale Gegebenheiten auf die Bestandsituation des öffentlichen
Raumes im Zentrum von Berg Fidel?
Welche Konflikte bestehen hier aktuell und wie könnten diese gelöst werden?
In wieweit können Konflikte für die Individualität des Ortes stehen und akzeptiert
werden?
Ein wichtiger Indikator für die Lebendigkeit eines Quartiers ist die Vielfalt der hier le-
benden Menschen. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Altersgruppen, Ethnien, Religi-
onen, Sozial- und Bildungsschichten kann Grundlage einer lebhaften Kultur und eines
reichhaltigen Zusammenlebens sein. Auf sozialer Ebene wird ein Quartier dann leben-
dig, wenn die Bewohnerschaft sich einbringt und Verant wortung übernimmt. Voraus-
setzung dafür ist, dass eine Plattform oder eine Möglichkeit zur Verfügung steht, sich
bei der Entwicklung des Quartieres einzubringen und sich aktiv beteiligen zu können.
Eine lebhafte Nachbarschaft zeichnet sich durch eine starke Gemeinschaft aus, in der
die Menschen interagieren und sich unterstützen. Dies kann durch gemeinsame Akti-
vitäten wie Straßenfeste, Flohmärkte, gemeinsame Gartenprojekte und ähnliche Akti-
vitäten gefördert werden. Der „zentrale Punkt“ in einem Quartier soll insofern so be-
schaffen sein, dass eine attraktiv gestaltete Aufenthaltsqualität kleinräumig urbanes
Leben entstehen lässt. Abwechslungsreich gestaltete Fassaden in der Erdgeschoss-
zone sowie eine hohe Diversität in der Gestaltung der öffentlichen und privaten Räume
sind hierfür die Voraussetzung. Es ist davon auszugehen, dass sich durch eine ver-
besserte Aufenthaltsqualität die Nutzung und die Lebendigkeit eines Ortes erhöhen,
sich die Anwohner intensiver mit dem Wohnquartier identifizieren und sich im Idealfall
selbst für die Aufwertung ihres Quartiers verantwortlich fühlen.
Welche Erkenntnisse ergeben sich für die Gestaltung des öffentlichen Raumes im
Zentrum von Berg Fidel?
1. Eine menschliche Maßstäblichkeit (und im Idealfall eine kleinteilige und überschau-
bare Siedlungsstruktur) und fußläufig zu bewältigende Entfernungen fördern die Ent-
stehung nachbarlicher Beziehungsnetze und die „psychologische Nähe zum Ort“.
2. Eine multifunktionale Nutzbarkeit und eine Gestaltbarkeit von Freiflächen fördern
die Selbstverwaltung und Mitbestimmung , stärken das „Wir -Gefühl“ im Quartier und
erhöhen die Akzeptanz der Bewohnerschaft mit ihrem Wohnquartier.
3. Das Stärken der vorhandenen markanten Akzente und optischen Charakteristik er-
höhen die Individualität des Stadtteils und vereinfachen eine Identifikation mit dem Ort.
4. Zentrale Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum ermögli-
chen das zufällige, aber auch bewusste Treffen und erhöhen dadurch die Beziehungs-
qualität der Nachbarschaft untereinander.
123
5. Kunst im Raum und gemeinsame künstlerische Aktivitäten wirken identitätsstiftend.
6. Sauberkeit und Gepflegtheit erhöhen das Sicherheits- und Zufriedenheitsgefühl.
Abb. 76: Übersicht der Nutzungen in der Quartiersmitte von Berg Fidel
Bild: C. Kemkes-Günner
Abb. 77: Bewegungsprofile Zufußgehende und Radfahrende / MIV
Bild: C. Kemkes-Günner
Die obenstehende Grafik zeigt die Summe aller innerhalb der Quartiersmitte beobach-
teten, verweilenden und bewegenden Nutzungen. Die Nutzung des Raumes für Be-
gegnung und Aufenthalt wurde als sehr gering und sporadisch beobachtet. Aus den
dokumentierten Bewegungsströmen lässt sich interpretieren, dass die hohe Verkehrs-
belastung in dem nördlichen Platzbereich (angrenzend an die Hogenbergstraße) stark
mit dem vorhandenen Fuß - und Radverkehr sowie der Aufenthaltsqualität kollidiert.
Parkplatz im Eigen-
tum der LEG
124
Dies hat zur Folge, dass der zentrale Platz in Berg Fidel aktuell kein Ort ist, an dem
sich die Stadtteilbevölkerung häufig und lange aufhält, sondern ein Ort, den man le-
diglich überquert, vor allem, um den Lebensmittelmarkt „nah&frisch“ zu erreichen. Die
Beobachtungen stehen in Zusam menhang mit dem hohen Versiegelungsgrad und
dem geringen Angebot an Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten sowie dem Müllproblem
auf dieser Fläche.
Eigentumsverhältnisse
Ein wesentlicher F aktor für die Realisierbarkeit der im Folgenden aufgeführten Ent-
wicklungsimpulse sind die Eigentumsverhältnisse auf den zu Grunde gelegten Flä-
chen. Der abgebildete Lageplan macht deutlich, dass sich lediglich die das Stadtteil-
zentrum umgebenden Straßen (gelbe Flächen) im Eigentum der Stadt Münster befin-
den. Insofern ist eine e nge Kooperation zwischen den privaten Grundstückseigentü-
mern und den betreffenden Fachämtern der Stadt Münster sowie den Akteurinnen und
Akteuren vor Ort für eine erfolgreiche Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen
und Projekte erforderlich.
Abb. 78: Eigentumsverhältnisse im Stadtteilzentrum Berg Fidel
Bild: Stadt Münster
Freiraumplanerische Entwicklungsimpulse:
Durch viele kleine und große Interventionen und temporäre Nutzungen könnte die
Quartiersmitte nach und nach völlig neue Funktionen bieten und sich zukünftig als die
„Fidele Mitte“ identifizieren: Ein belebter und aktiver Ort. Ein Ort, an dem man sich
sowohl zufällig begegnen, als auch bewusst gemeinsam aufhalten könnte. Um in grü-
ner, bunter, wie auch belebter Atmosphäre etwas zu essen, zu spielen, Musik zu hö-
ren, Kaffee zu trinken, Leute zu beobachten, etwas zu lernen, sich auszutauschen und
gemeinsam an kleinen Projekten im öffentlichen Raum zu arbeiten. Identitätsstiftende
125
Akzente und kooperative Prozesse könnten aus der „Fidelen Mitte“ heraus die ganze
Gemeinschaft Berg Fidels beleben. Konkret könnten in der „Fidelen Mitte“ vor allem
drei Ziele verfolgt werden:
Die Erhöhung
der Aufenthaltsqualität
des Grünanteils und
des gastronomischen Angebotes.
Hierzu könnte die Erdgeschosszone belebt werden, indem vorhandene Leerstände
durch entsprechende Angebote gefüllt werden (z.B. Reparier -Fahrrad-Schrauber-
Werkstatt, Schreibwaren, etc.). Gastronomisch könnten zukünftig z.B. ein Eiscafé oder
ein Kiosk mit umliegenden Aufenthaltsbereichen sowie Außenmobiliar am Imbiss das
Quartier beleben.
Abb. 79: Blick auf die Ost-West-Achse südlich an den Lebensmittelmarkt angrenzend (Entwurf)
Bild: C. Kemkes-Günner
Die Ost-West-Achse – südlich an den Lebensmittelmarkt „nah&frisch“ angrenzend –
könnte durch folgende Maßnahmen aufgewertet werden:
Mobile Bäume / informelle Begrünung
Wimpel- und Lichterketten
Bodentrampolin
Gestaltung der Fassade des Lebensmittelmarktes „nah&frisch“
Basketballkorb / Streetball
Bemalung des Pflasters
126
Abb. 80: Blick in die Passage Rincklakeweg aus west-östlicher Richtung (Entwurf)
Bild: C. Kemkes-Günner
Folgende konkrete Maßnahmen und Projekte werden für den unten dargestellten
Platzbereich (Abb. 85) vorgeschlagen:
Fassaden- und Dachbegrünung
Foodtrucks / Kiosk
Platzausdehnung auf die Hogenbergstraße (langfristig Anhebung auf das Ni-
veau des Platzes)
Aktionstag mit der Bewohnerschaft zur Bemalung der vorgeschlagenen Aus-
dehnung der Hogenbergstraße („Street-Art-Day“)
Baumscheiben-Patenschaften
Bauminseln bzw. Hochbeete
Gliederung neuer Parkbuchten
Beschilderung und Orientierung durch Schaffung eines „Ankerpunktes“ (z.B.
Orientierungssteelen)
Abb. 81: Blick von der Hogenbergstraße in Richtung Süden (Entwurf)
Bild: C. Kemkes-Günner
127
Für den unten dargestellten Platzbereich zwischen der Musikschule und dem Texas
Imbiss wurden folgende Gestaltungsvorschläge erarbeitet:
Kleinformatige Events / Bühne
Lichterketten und Lampions
Abb. 82: Blick auf den Platzbereich zwischen Musikschule und dem Texas Imbiss (Entwurf)
Bild: C. Kemkes-Günner
Abb. 83: Blick in die Passage Rincklakeweg aus westlicher Richtung (Entwurf)
Bild: C. Kemkes-Günner
Für diesen oben dargestellten, öffentlichen Bereich werden folgende gestalterische
Aufwertungsmaßnahmen vorgeschlagen:
Hängematten und Schaukeln
Kletterwand
Betonsitzblöcke
„Mini-Ankerpunkt“
128
Spielskulptur
Pflasterteppich
Mobiles und kreatives Stadtmobiliar
Wie geht es weiter?
Durch den in den letzten Monaten aufgebauten, engen Kontakt zwischen der Verfas-
serin der Masterarbeit sowohl zur Stadtverwaltung Münster als auch zum Arbeitskreis
Berg Fidel besteht die Chance, die Zentrumsentwicklung auch unter Berücksichtigung
der hier vorgestellten Ergebnisse weiter zu verfolgen. Hierzu wurde die Masterarbeit
im Arbeitskreis Berg Fidel am 16.04.2024 mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt-
verwaltung, dem Bezirksbürgermeister, Vertreterinnen und Vertretern der Sozialen
Träger sowie mit sonstigen Akteurinnen und Akteuren aus dem Stadtteil von der Ver-
fasserin vorgestellt.
Bevor weitere Schritte zur Konkretisierung eingeleitet werden, bedarf es der Zustim-
mung „LEG NRW GmbH“ als Eigentümerin der öffentlichen zentralen Flächen. Die
Umsetzung der eingebrachten Vorschläge könnte für die Wohnungsgesellschaft eine
gute Möglichkeit darstellen, die Attraktiv ität ihres derzeit teilweise desolaten Woh-
nungsbestandes zu steigern und damit auch das Image des Wohnquartiers erheblich
aufzuwerten.
Bei Zustimmung seitens der Eigentümerin gilt es im Anschluss mit den betreffenden
Fachämtern zu klären, welche Maßnahmen und Projekte aus fachlichen Sicht realisiert
werden könnten.
Im darauffolgenden Dialog mit den o. g. aktiven Akteurinnen und Akteuren soll te die
Umsetzung der grundsätzlich realisierbaren Ideen und deren Finanzierungs- und
Crowdfunding-Möglichkeiten sowie zeitliche und strategische Ansätze diskutiert wer-
den. Hierbei wäre eine Begleitforschung interessant, um zu beobachten, inwieweit die
Impulse von der Stadtte ilbevölkerung angenommen werden und sich daraus positive
Veränderungen im Stadtteil ergeben.
Für einzelne Maßnahmen und Projekte könnte grundsätzlich eine Förderung, z.B. über
das Bund / Länderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“, aber auch über andere För-
derprogramme, die eine Aufwertung des Wohnumfeldes zu m Ziel haben, in Frage
kommen. Hierzu müssten dann die konkreten Anforderungen der Fördergeber mit der
Stadt und den privaten Akteurinnen und Akteuren abgestimmt werden.
129
7. Umsetzung / Organisation
Der sozialorientierte Entwicklungsprozess in Berg Fidel bedarf aufgrund der großen
Anzahl von zu bearbeitenden Handlungsfeldern und einer Vielzahl von Einzelmaßnah-
men einer gut strukturierten und transparenten Organisation. Die vorhandenen Ver-
netzungsstrukturen im Stadtteil sollen aufgegriffen und optimiert werden . Dabei kom-
men der Stadtteilkümmerin des Stadtplanungsamtes und der Quartiersmanagerin von
Münster Marketing Schlüsselfunktionen zu. Die lokalen Akteurinnen und Akteure sowie
die Politik vor Ort sind in die Arbeitsprozesse engmaschig einzubinden, z.B.
beim Aufbau von nachhaltigen, langfristigen, umsetzungsorientierten Kommu-
nikations- und Kooperationsstrukturen
bei der Vorbereitung und Begleitung des F ortschrittes in Bezug auf die Reali-
sierung von Maßnahmen und Projekten durch Monitoring, Evaluation und einer
ggf. zeitnahen Zielanpassung
7.1 Einrichten eines Verfügungsfonds
Um das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Berg Fidel zu aktivieren, könnte
bei der Bezirksvertretung Münster-Hiltrup ein Verfügungsfonds für den Stadtteil einge-
richtet werden, der vor allem zur Förderung von kleineren, z.B. kulturellen und nach-
barschaftlichen Projekten in Anspruch genommen werden kann. Antragsberechtigt wä-
ren Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Institutionen und Einrichtungen aus dem Stadt-
teil. Ziel der Maßnahme soll nach Möglichkeit die Stärkung der Nachbarschaft, die
Steigerung der Identifikation mit dem Stadtteil , der Abbau von Bildungsdefiziten und
die Aufwertung des öffentlichen Raumes sein. Dazu können kleine Maßnahmen wie
Mitmachaktionen, Imagekampagnen, Veranstaltungen oder Wo rkshops beantragt
werden.
Soweit förderfähige Maßnahmen über das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“
zukünftig in das vorliegende InSEK aufgenommen werden können, müssen konkrete
Förderrichtlinien als Rahmen für die Genehmigung der Anträge aus der Bürgerschaft
erarbeitet werden.
7.2 Öffentlichkeitsarbeit / Quartiersmanagement
Der Stadtteil Berg Fidel hat vor allem aus gesamtstädtischer Sicht ein schlechtes
Image, obwohl die Rahmenbedingungen inne rhalb der sehr unterschiedlichen Quar-
tiere nicht durchweg negativ zu bewerten sind. Die Realisierung der Maßnahmen aus
dem InSEK soll durch anlassbezogen e, mündliche Berichterstattung über Umset-
zungserfolge und Aktivitäten daz u beitragen, dieses Negativima ge abzuwenden und
die Umsetzung der Maßnahmen transparent zu gestalten.
Gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Berg Fidel“, der Wohnungswirtschaft, den Vereinen,
Kirchengemeinden und weiteren Akteurinnen und Akteuren vor Ort sind gezielte
Imagekampagnen unter Anleitung der Quartiersmanagerin der Stadt Münster gebün-
delt und effektiv durchzuführen. Beispielsweise sollen die Informationen über Sport -
und Bewegungsangebote im Stadtteil in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt
werden, um die unterschiedlichen Nationalitäten zu erreichen. Auch auf Infotafeln und
Aushängen sollen mehrsprachige Informationen bereitgestellt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil des Aufgabenb ereiches der Stadtteilkümmerin bzw. der
Quartiersmanagerin ist es, die Zusammenarbeit mit den betreffenden städtischen Äm-
130
tern und den Akteurinnen und Akteuren vor Ort zu koordinieren. Zum Tätigkeitsspekt-
rum gehören darüber hinaus Pressearbeit, Vorbereitung von Informationsmaterial so-
wie die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Beteilig ungsverfahren in
Kooperation mit den beteiligten Fachämtern.
7.3. Monitoring und Evaluation
Das InSEK muss sich wandelnden Rahmenbedingungen anpassen und ist mit den
oben dargestellten Maßnahmen nicht abgeschlossen – vielmehr ist eine kontinuierli-
che Weiterentwicklung vorgesehen.
In regelmäßigen Zeitabständen muss der Grad der Zielerreichung ermittelt und hinter-
fragt werden. Durch ein Monitoring wird der Umsetzungs prozess derart gelenkt, dass
die formulierten Ziele erreicht bzw. inhaltlich angepasst werden können. Folgende Leit-
fragen stehen dabei im Vordergrund:
Welche Gründe haben zu einer zeitlichen Verschiebung geführt?
Waren Einzelmaßnahmen nicht realisierbar – und welche Gründe waren aus-
schlaggebend?
Gab es Veränderungen der Rahmenbedingungen, die zu berücksichtigen wa-
ren?
Konnten die Bürgerschaft sowie die Akteurinnen und Akteure vor Ort entspre-
chend der Zielsetzung beteiligt werden?
Zur Konkretisierung des Monitorings ist es wichtig, die definierten Z iele messbar zu
machen und eine entsprechende Liste von Indikatoren zu erstellen. Nur so kann eine
Evaluation erfolgreich durchgeführt werden.
7.4 Bildung eines Beirates
Der Beirat stellt ein Gremium vor Ort dar, in dem die Stadtteilkümmerin und die Quar-
tiersmanagerin, Mitglieder der Verwaltung, Bewohnerinnen und Bewohner und ausge-
wählte lokale Akteurinnen und Akteure sowie ggf. auch Vertreterinnen und Vertreter
der örtlichen Politik gemeinsam über die Entwicklung des Stadtteils beraten. Dabei gilt
es die Entscheidungen des Beirates an den grundsätzli chen Zielen des InSEKs zu
orientieren.
131
8. Ausblick
Für den Stadtteil Berg Fidel sind folgende Schwerpunkte von besonderer Bedeutung,
um den Stadtteil für die Bewohnerinnen und Bewohner – und auch in der Außenwahr-
nehmung – aufzuwerten:
Verbesserung der Bildungschancen, der gesundheitlichen Chancengleichheit und
der Integration
Abbau von Arbeitslosigkeit und Armut
Kooperation mit der örtlichen Wohnungswirtschaft
Maßnahmen zur Klimaverbesserung und der Klimaanpassung
Schaffung von attraktiven, bewegungsfördernden Angeboten
Verbesserung der Sauberkeit und Sicherheit
Verbesserung der Bildungschancen, gesundheitlichen Chancengleichheit und der In-
tegration
Berg Fidel ist in einigen Quartieren geprägt von einem hohen Anteil von Menschen mit
Migrationsvorgeschichte aus einer Vielzahl unterschiedlicher Ethnien und einer hohen
Arbeitslosigkeit. Die verstärkte Kooperation zwischen den schon jetzt engagierten Ak-
teurinnen und Akteuren vor Ort untereinander und mit den Einrichtungen der Verwal-
tung der Stadt Münster soll dazu beitragen, dass Menschen und vor allem Kinder und
Jugendliche durch verbesserte Bildungschancen der Armutsspirale entkommen und
sich in die Stadtgesellschaft integrieren können. Aber auch Kitas, Familienzentren und
die Schule im Stadtteil stehen hinsichtlich des hohen Anteils an bildungsfernen Fami-
lien vor einer anspruchsvollen Aufgabe, die Bildungschancen der zukünftigen Genera-
tionen positiv zu entwickeln und die Kinder und Jugendlichen aktiv zu begleiten und zu
fördern.
Enge Kooperation der örtlichen sozialen Träger
Im Stadtteil ist das Engage ment einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren für die
Bewohnerschaft bereits zum jetzigen Zeitpunkt hoch. Dennoch gibt es in Teilbereichen
Verbesserungsbedarf in der Koordinierung der einzelnen Beratungs- und Bildungsein-
richtungen sowie der Angebote im Rahmen d er Gesundheitsvorsorge. So fehlen z.B.
eine Zweigstelle des Jobcenters und dauerhafte Anlaufstellen für einzelne Themen im
Rahmen der Gesundheitsberatung.
Kooperation mit der örtlichen Wohnungswirtschaft
Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Umsetzung d ieses InSEKs ist die Einbezie-
hung der örtlichen Wohnungswirtschaft. Zwar gibt es im Stadtteil keine zusammenhän-
genden Großwohnsiedlungen, wie z.B. im Stadtteil Kinderhaus -Brüningheide, den-
noch ist es für das Image der betreffenden Wohngebäude und Quartiere von Bedeu-
tung, dass sich di e Wohnungsmarktakteure auf einen veränderten Umgang , z.B. in
Bezug auf die Belegungspraxis, die Betreuung der Mieterschaft sowie auf die energe-
tische Aufwertung ihres Gebäudebestandes, einlassen.
132
Schaffung von attraktiven, bewegungsfördernden Angeboten
Die Auswertung der Gewichtsdaten der S chuleingangsuntersuchung zeigt, dass der
Anteil an Kindern mit Adipositas in Berg Fidel im Vergleich zum gesamtstädtischen
Durchschnitt deutlich höher ist. Insbesondere die Bedarfe an bewegungsfördernden
Angeboten für ältere Kinder und Jugendliche werden bisher zu wenig berücksichtigt,
so das Ergebnis der Beteiligungsformate. Bei der laufenden Instandhaltung und Er-
gänzung der Bewegungs - und Spielangebote auf den öffentlichen Grün - und Erho-
lungsflächen durch die Verwaltung muss diese Zielsetzung zukünftig verstärkt im Fo-
kus stehen.
Klimaschutz / Klimaanpassung
Der Versiegelungsgrad in Berg Fidel ist trotz der vielen Grün - und Freiflächen hoch
und der Wasserhaushalt somit urban geprägt. Notwasserwege und Rückhalteräume
bei Starkregen sind nicht ausreichend vorhanden. Dadurch wird erwa rtet, dass die
thermische Situation sich mit zunehmendem Klimawandel sehr ungünstig entwickeln
wird.
Die Fassadengestaltung der Mehrzahl d er Großwohnsiedlungen ist überwiegend in
dunklen Farben gehalten, die sich im Hochsommer aufheizen.
In einem Großteil der Quartiere besteht ein dringender Bedarf zur energetischen Ver-
besserung der Gebäudesubstanz sowie zur Umsetzung klimaschonender Projekte.
Verbesserung der Sauberkeit und Sicherheit
Die ungeordnete Müllentsorgung, insbesondere rund um die Hochhäuser und auf den
privaten und öffentlichen Grünflächen trägt zu dem schlechten Image des Stadtteils
bei. Um zu einer verbesserten Außenraumgestaltung und einem geringeren M üllauf-
kommen beizutragen, sind z.B. vertiefende Schulungen durch die AWM in den Kitas
und Schulen sowie weitere Informationsveranstaltungen zur geordneten Müllentsor-
gung und zur Ernährung mit verpackungsarmen Lebensmitteln erforderlich.
Umsetzung und Transparenz des InSEKs als Gemeinschaftsaufgabe
Damit die Aufwertung von Berg Fidel zu einem lebenswerten Stadtteil erfolgreich um-
gesetzt werden kann, muss kooperativ gedacht und gehandelt werden. Die Umsetzung
der Maßnahmen ist eine gemeinschaftliche und langfristige Aufgabe von Verwaltung,
Politik und Akteurinnen und Akteuren im Stadtteil. Die Maßnahmen sind darüber hin-
aus nur umsetzbar, wenn es gelingt, privates Engagement und eine entsprechende
Investitionsbereitschaft herzustellen.
Zur Einbindung der Bürgerschaft muss der Umsetzungsprozess transparent und offen
gestaltet sein, u.a. über Informationsveranstaltungen, das Internet und Presseberichte
(verständliche Gestaltung für die beteiligungsungeübte und bildungsferne Stadtteilbe-
völkerung). Die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils sind die Quartiersexper-
tinnen und -experten. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen sind entscheidende Grundla-
gen für die Akzeptanz der konkreten Maßnahmen und Projekte aus dem Entwicklungs-
prozess.
Durch eine begleitende Evaluation erfolgt bei Bedarf eine regelmäßige Zielanpassung,
die sich dann in der Liste der Handlungsfelder oder auch in den einzelnen Maßnahmen
widerspiegeln wird.
Die umfangreiche Zahl der Maßnahmen und Projekte in den obengenannten Hand-
lungsfeldern macht deutlich, dass die Umsetzung der Ziele des InSEKs für Berg Fidel
nicht zeitnah erfolgen kan n, sondern eine längere Zeitspanne in Anspruch nehmen
wird.
133
Bei den dargestellten Maßnahmen ist zukünftig ggf. im Einzelfall erneut zu prüfen, ob
sie im Rahmen der Städtebauförderung grundsätzlich förderfähig sein könnten bzw.
auf der Grundlage anderer Förderprogramme förderfähig sind oder ohne Förderper-
spektiven der Landes- oder Bundesprogramme realisiert werden sollen.
Parlamentarische Gremien
Im weiteren Verlauf des sozialorientierten Entwicklungsprozesses für Berg Fidel kön-
nen von den parlamentarischen Gremien Anträge an die jeweils zuständigen Fachäm-
ter – im Einzelfall in Kooperation mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort – zur kon-
kreten Prüfung der in den Handlungsfeldern aufgezeigten Maßnahmen adressiert wer-
den, um deren Umsetzung auf den Weg zu bringen.
134
9. Anhang
Ämterübersicht der Stadt Münster
Amtskürzel Amtsbezeichnung
17 Amt für Gleichstellung
23 Amt für Immobilienmanagement
32 Ordnungsamt
36 Amt für Migration und Integration
40 Amt für Schule und Weiterbildung / Volkshochschule
41 Kulturamt
50 Sozialamt
51 Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
52 Sportamt
53 Gesundheits- und Veterinäramt
59 Jobcenter Münster
61 Stadtplanungsamt
64 Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung
66 Amt für Mobilität und Tiefbau
67 Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit
MM Münster Marketing
AWM Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
WFM Wirtschaftsförderung Münster
135
Abb.: Informationsplakat zu den Arbeitsschritten des Entwicklungskonzeptes
136
137
138
Auswertung #Stadtsache (in Stichworten)
Unterthemen Positive Eindrücke Handlungsbedarf
Kunst und
Kultur
#Streetart
#Kunst
#Bühne
#Kreativität
#Lernorte
- Graffitis an der
Skateanlage
- z.T. bunte Wände
- Lorenz-Süd als Ort
für Kreatives
- Entfernen von unattraktivem
Graffiti an Spielplätzen und
anderen Orten
- Stromkästen und Garagen
bunt gestalten (z.B. als Ge-
meinschaftsaktion)
- Zusätzliche Theater und Mu-
sikveranstaltungen
- Orte für Veranstaltungen fin-
den
- Informationen über Ge-
schichte und Natur (z.B.
über QR-Codes)
Grün und
Nachhaltig-
keit
#Grüne Stadt (Blu-
men)
#Urban Gardening
#Tier- / Natur-
schutz
#Wasser
#Hunde
- z.T. schon Vogel-
häuser vorhanden
- viele grüne Wiesen
- zusätzliche Blumen entlang
von Straßen und öffentlichen
Gehwegen
- Auf größeren Wiesen Obst-
bäume pflanzen und Hoch-
beete anlegen
- Anbringen von Insektenho-
tels und zusätzlichen Vogel-
häusern
- Trinkwasserspender auf
Spielplätzen
- Zusätzliche Kotbeutel für
Hundebesitzerinnen und -
besitzer
- Dach- und Fassadenbegrü-
nung
Spiel und
Sport
#Spielplatz
#Sportplatz
#Bewegung
#Streetsport
#Winter (schlech-
tes Wetter)
- Bereits schöne
Spielplätze vorhan-
den
- Spielfiguren und -anleitung
für das Spiel „Mühle“
- Aufstellen von weiteren
Toren
- Öffentliches Volleyballfeld (in
Umsetzung)
- Wasserspielplatz und Korb-
schaukel (bereits realisiert)
Treffpunkte #Wohlfühlen (Lieb-
lingsplätze)
#Gestaltung
#Familie
#Toiletten
- Skateranlage ist
sehr beliebt
- Picknickmöglich-
keiten (Tische /
Bänke) auf Kinder-
spielplätzen
- zusätzliche Bänke und Ti-
sche auf Kinderspielplätzen,
um sich dort länger aufzu-
halten
- zusätzliche Mülleimer auf
Kinderspielplätzen und an
öffentlichen Weg
- Öffentliche Toiletten
- Öffentlicher Zugang zu
WLAN
Verkehr #Fußweg
#Radweg
#Sicherheit
#Barrierefreiheit
- Breite Fußwege - Zebrastreifen für Kinder und
Jugendliche auf ihren Schul-
wegen und an Bushaltestel-
len
139
#Orientierung - Klarer Abgrenzung von Rad-
wegen durch rote Einfärbung
- Bessere Beleuchtung auf
Kinderspielplätzen und auf
öffentlichen und privaten
Wegen
140
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Text: Frauke Popken, Stadtplanungsamt
Layout: Heike Lubnau, Stadtplanungsamt
Grafik: Stadtplanungsamt, Stabstelle Klima , Gesundheits - und Veteri-
näramt, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien / Stadtteilhaus
Lorenz-Süd, Kommunales Integrationszentrum, Carolin Kemkes-
Günner, Freir aumplanerin, Prof. Dr. Heike Köckler, Universität
Dortmund, Fakultät Raumplanung, Sonja Mester, SongaVerlag,
Design, Geschichten, Fotografie, Fritz von Poblotzki / Manfred
Pollert „Geschichte des Stadtteils Berg Fidel“ (Text und Bild)
Redaktion: Frauke Popken, Stadtplanungsamt
Druck: Stadt Münster
Münster, Mai 2025
141
Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, Ver-
kehrsplanung
ISSN 0933-9078
TITEL HEFT NR.
Parkraumuntersuchung Altstadt/Hbf. Münster/Westf. …...………………………………………… ..…. 1/94
Werkstattbericht Stadtentwicklung Münster 2010, Materialien ………………………………...… ….... 2/94
Dokumentation Kongress, neue Wege für das Rad ………………………………...……………..… .... 3/94
Radverkehr in Fußgängerzonen ……………………………………...……………………………… ..…. 4/94
Bauleitplanung und Wohnungsbau 1994 ……………………………………...…………………… .…... 5/94
Verkehrsbericht Münster 1993 ……………………………………...…………………………..….…...… 6/94
Verkehrsmittelwahl und ÖPNV-Akzeptanz der Studierenden in Münster ………….....……....….….. 7/94
Bauleitplanung und Wohnungsbau 1995 ……………………………………...…………............... ....... 1/95
Programm fahrradfreundliche Stadt Münster
Gemeinsame Benutzung von Sonderfahrstreifen durch Bus- und Radverkehr ................................ 2/95
Haushaltsbefragung Münster 1994, Zeitbudget und Verkehrsteilnahme ...................................... .... 3/95
Wohnungsbau und Eigenheimbau Wohnwünsche von Wohnungssuchenden und Bauwilligen ....... 4/95
Parkraumuntersuchung im Universitätssektor der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster........ 1/96
Optimierung für den Radverkehr an Lichtsignalanlagen ................................................................... 2/96
Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur im Universitätsbereich/Innenstadtbereich Münster . .... 3/96
mensch.mobil ´96 Forum für humane Mobilität. Kongressdokumentation .................................... .... 1/97
Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung - von Rio über Istanbul zur lokalen Agenda ............... 2/97
Zeitstrukturen und Stadt. Das Zeitprofil von Münster - Chance für eine nachhaltige Entwicklung!?.....1/98
Untersuchung zu Bündelungspotentialen im Wirtschaftsverkehr des Dienstleistungssektors
zum Aufbau einer Branchenlogistik in Münster ...................................................................................2/98
Erster Nahverkehrsplan Münster ....................................................................................................... 3/98
Entwicklungskorridor Hauptbahnhof Albersloher Weg ....................................................................... 1/99
Funktionale Stärkung von Stadtteilzentren in Münster ....................................................................... 2/99
Neues Wohnen im Bestand ........................................................................................................... 1/2000
Regionaler Wohnungsmarkt .......................................................................................................... 2/2000
Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung von mobilé - Wahrnehmung und Bewertung der
Mobilitätszentrale Münster ............................................................................................................ 3/2000
Großflächiger Einzelhandel in Münster .......................................................................................... 4/2000
Wohnbaulandentwicklung ............................................................................................................. 1/2001
Verkehrsbild Münster 2001 ................................................................................................... ........ 1/2003
Lokale Agenda – Nachhaltigkeitsbericht 2001 /2002 .................................................................... 2/2003
Einzelhandelskonzept Münster – Leitlinien der räumlichen Entwicklung- ...................................... 1/2004
Betriebliches Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung Münster .............................................. 1/2005
Wohnbaulandentwicklung 2005 ................................................................................................. ... 2/2005
2. Nahverkehrsplan Stadt Münster ................................................................................................ 1/2006
Das alltägliche Verkehrsverhalten der Münsteraner
Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 ............................................................ 1/2008
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster ................................................................................ 1/2009
Attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich
Münsters Handlungskonzept zum Demografischen Wandel ........................................................ 2/2009
Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025 Teil 1: Analyse und Bestand ....................................... 3/2009
Monitoringbericht zur Einzelhandelsentwicklung in Münster 2010 .................... ........................... 1/2011
Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner
Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013 ................................................................ 1/2014
3. Nahverkehrsplan Stadt Münster ................................................................................................ 1/2016
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster (2. Fortschreibung) ................................................. 8/2018
Planungswerkstatt 2030
Dokumentation des Prozesses zur Erarbeitung des Wohnsiedlungsflächenkonzepts 2030……… 1/2019
Zukunftswerkstatt Albachten – Zusammenfassung und Ergebnisse ……..………...……….…...... 1/2020
Integriertes Entwicklungskonzept Coerde …………………………….……..……………………...…........ 2/2020
Stadtteilentwicklungskonzept Nienberge / Häger ……..……………………………………… .…..… 3/2020
Stadtteilentwicklungskonzept Handorf, Gelmer, Sudmühle, Mariendorf ………… …..…….……… 1/2022
142
Stadtteilentwicklungskonzept Hiltrup-Ost …………………………………….…………..…………… 2/2022
Neue Stadtquartiere am Dortmund-Ems-Kanal. Theodor-Scheiwe-Straße | Nieberdingstraße | Am Ha-
werkamp. Werkstattdokumentation (Kurzfassung).........................................................................1/2023
Modellquartiere am Kinderbachbogen. Steinfurter Straße | Bu sso-Peus-Straße. Werkstattdokumenta-
tion (Kurzfassung)...………………………....…………....……………………………....………………2/2023
HINWEIS: ab diesem Heft Rückkehr zum alten Titel:
Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung
Leitfaden Inklusive Beteiligung. Projektbericht. Verbindliche Kriterien und weitere Empfehlungen…….3/2023
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Münster-Innenstadt (2023)...............................4/2023
Neue Stadtquartiere am Dortmund -Ems-Kanal. Theodor-Scheiwe-Straße | Nieberdingstraße | Am Ha-
werkamp. Werkstattdokumentation (Langfassung).........................................................................5/2023
Modellquartiere am Kinderbachbogen. Steinfurter Straße | Busso -Peus-Straße. Werkstattdokumenta-
tion (Langfassung)...………………………....…………....………………..…....…………....…………6/2023
Modellquartier westlich der Busso-Peus-Straße in Münster. Zweiphasiger städtebaulich-landschaftli-
cher Wettbewerb nach RPW 2013. Dokumentation zum Wettbewerb...........................................1/2024
Ein neues Stadtteilzentrum für Gremmendorf: „Aus zwei Teilen ein Ganzes machen“. Dokumentation
des bisherigen Planungsprozesses............................................................................................. ...2/2024
Neue Stadtq uartiere am Dortmund -Ems-Kanal. Theodor -Scheiwe-Straße. Wettbewerbsdokumenta-
tion….…………………………………………………………….…………………………….…..……….3/2024
Stadtteilentwicklungskonzept Angelmodde…………………………………..……………… .…..……4/2024
Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Berg Fidel………………………………………….………1/2025
Stand: Mai 2025
„Berg Fidel - lebendig - grün - urban“
Integriertes Entwicklungskonzept Berg Fidel
Berichtsvorlage
17788 Zeichen
V/0366/2025
V/0366/2025
Öffentliche Berichtsvorlage
Betrifft
Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Münster-Berg Fidel
Beratungsfolge
12.06.2025 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht
26.06.2025 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Bericht
Bericht:
Anlass / Hintergrund
Die Verwaltung wurde beauftragt, für die Stadtteile Coerde und Berg Fidel jeweils ein Integriertes
Handlungskonzept (InSEK) als handlungsleitenden Orientierungsrahmen für deren zukünftige Ent-
wicklung zu erstellen und Fördermöglichkeiten im Rahmen der Städtebauförderung zu prüfen und ggf.
entsprechende Förderanträge vorzubereiten. Mit dieser Vorlage werden die Bezirksvertretung Müns-
ter-Hiltrup sowie der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung (ASS) über die Ergebnisse
des Prozesses informiert.
Erarbeitungsprozess
Den Start des Erarbeitungs - und Beteiligungsprozesses für das InSEK Berg Fidel stellten zunächst
inhaltlich umfangreiche Startgespräche mit den Fachämtern der Stadtverwaltung Münster dar, in de-
nen ein erster Austausch zu bereits laufenden oder geplanten Projekten und Maßnahmen im Stadtteil
erfolgte, deren Ergebnisse als Input für weitere Gespräche zusammengestellt wurden.
Um eine durchgehende Einbindung der örtlichen politischen Vertreterinnen und Vertreter während
des Erarbeitungsprozesses zu gewährleiste n, wurde für den gesamten Erarbeitungszeitraum ein In-
terfraktioneller Arbeitskreis aus Mitgliedern der Bezirksvertretung Münster -Hiltrup einberufen. Zwi-
schen dem Interfraktionellen Arbeitskreis und der Projektleitung aus der Verwaltung wurden die erfor-
derlichen Verfahrensschritte zur Erarbeitung des InSEK für Berg Fidel inhaltlich und zeitlich abge-
stimmt. Der Arbeitskreis wurde über den gesamten Prozess hinweg über die aktuellen Ergebnisse
und die weiteren Arbeitsschritte der Konzepterarbeitung informiert.
Bei der Erarbeitung des Konzeptes lag der Fokus vor allem auf der Beteiligung der Stadtteilbewoh-
nenden als die lokalen Expertinnen und Experten für ihr Wohnumfeld. Bedingt durch die Corona -
Pandemie musste dieser Beteiligungsschritt jedoch an die damals geltenden Bedingungen angepasst
Stadtplanungsamt
28.05.2025
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Frau Harenbrock
Telefon: 492-1263
Harenbrock@stadt-
muenster.de
- 2 -
V/0366/2025
werden. Neben einer digitalen Schlüsselpersonenbefragung der stadtteilrelevanten Akteure, u.a. aus
Kirchen, Vereinen, Kitas oder Sozialverbänden, wurde ebenso eine Haushaltsbefragung im Stadtteil
durchgeführt. Dabei erhielten 3.000 zufällig ausgewählte Haushalte im Stadtteil den Zugang zu einem
analogen oder digitalen Fragebogen mit Fragestellungen rund um die Themen „Leben“ und „Wohnen“
im Stadtteil.
Im Sommer 2022 wurden die Stadtteilbewohnenden im Rahmen der Familienkonferenz des Amtes für
Kinder, Jugendliche und Familien erstmals zu einer öffentlichen Veranstaltung im Stadtteilhaus „Lo-
renz-Süd“ eingeladen. Während der Familienkonferenz und an zwei weiteren anschließenden Termi-
nen konnten die Bewohnenden die Möglichkeit nutzen , die aus ihrer Sicht relevanten Stärken und
Schwächen des Stadtteils zu unterschiedlichen Schwerpunkten in den Prozess einzubringen, mit den
anwesenden Fachämtern ins Gespräch zu kommen und erste gemeinsame Ideen zur Verbesserung
des Stadtteils und des St adtteillebens zu entwickeln. Im Vorfeld zu der Familienkonferenz wurde zu-
dem mit dem „Tee -Mobil“ des „Lorenz-Süd“ eine niederschwellige Passanten-Befragung anhand von
Postkarten zu der Fragestellung „Was könnte besser werden?“ im Stadtteil durchgeführt.
Ein besonderer Fokus wurde zudem auf die Beteiligung der jüngeren Zielgruppen im Stadtteil gelegt.
Im Rahmen des Projektes #Stadtsache wurden die Kinder und Jugendlichen der PRIMUS-Schule am
Standort Berg Fidel anhand von einfachen Fragestellungen spielerisch an Themenfelder wie „Grün-
fläche und Nachhaltigkeit“, „Spiel und Sport“ oder „Treffpunkte“ herangeführt. Die dabei entstandenen
Ergebnisse, Wünsche und Ideen wurden digital auf einem Tablet mit Fotos, Videos oder Sprachnach-
richten festgehalten.
Die Erge bnisse aller Beteiligungsschritte wurden dokumentiert und in dem vorliegenden Konzept
(siehe Anlage 1) zusammengetragen. Gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern wurden daraus
Maßnahmen für die Verbesserung der Wohn- und Lebenssituation der Stadtteilbewohnenden in Berg
Fidel erarbeitet.
Wesentliche Ergebnisse des InSEKs Berg Fidel
Berg Fidel zeichnet sich nach Ansicht der dort lebenden Menschen vor allem durch seine vielfältigen
Grünflächen aus, ebenso wie durch die ruhige und innenstadtnahe Lage. Das al ltägliche Leben im
Stadtteil ist geprägt durch das Neben - und Miteinander der unterschiedlichen Kulturen, Religionen
und Altersgruppen. Leider ist die Wahrnehmung des Stadtteils in der Gesamtstadt häufig eine negati-
ve. Berg Fidel wird auf Grund der auffälligen Werte im Rahmen der Sozialstatistik häufig als „sozialer
Brennpunkt“ bewertet. Die teilweise ungepflegten Außenbereiche der Wohngebäude, die in die Jahre
gekommenen Fassadengestaltungen der Mehrfamilienhäuser und die Ansammlung von auf öffentli-
chen Flächen entsorgtem Sperrmüll haben einen großen Einfluss auf das Image und das Sicherheits-
empfinden im Stadtteil.
Berg Fidel ist ein ausgesprochen interkultureller, vielfältiger Stadtteil, gekennzeichnet durch ein brei-
tes Spektrum an unterschiedlichen Lebens- und Wohnformen. Menschen aus unterschiedlichen
Nationen, Altersgruppen und Religionszugehörigkeiten prägen das Leben in dem Stadtteil. Durch
den Austausch und die Beteiligung der verschiedensten Zielgruppen im Rahmen der Erarbeitung
des vorliegenden Konzeptes wurden folgende, wesentliche Schwerpunkte für die zukünftige Ent-
wicklung des Stadtteils Berg Fidel herausgearbeitet:
Handlungsfeld Wohnen / Städtebau
Der Stadtteil ist baulich durch eine Vielzahl an unterschiedlichen Wohnformen geprägt und bietet so-
mit Wohnraum für die unterschiedlichsten Wohn- und Alterssituationen in einem urbanen Umfeld. Die
Geschosswohnungsbauten, mit einem hohen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen, werden
hauptsächlich durch ein großes Wohnungsunternehmen betreut. Zwar ist der Wohnraum in den Ge-
bäuden im Vergleich zur Gesamtstadt günstiger, jedoch weisen die Gebäude teilweise innen wie au-
ßen einen massiven Sanierungsstau auf. Die Außenflächen der Gebäude sind wenig attraktiv gestal-
- 3 -
V/0366/2025
tet oder durch abgelagerten Sperrmüll verunreinigt. Durch Betreuungsangebote des Hauses Simeon
besteht die Möglichkeit bis ins hohe Alter im Stadtteil verbleiben zu können.
Handlungsfeld Klimaschutz / Klimaanpassung
Durch den hohen Anteil an Geschosswohnungsbauten ist der Grundflächenver brauch im Verhältnis
zu den untergebrachten Wohneinheiten aus klimatischer Sicht positiv zu bewerten. Die wegebeglei-
tenden Grünzüge sorgen im Sommer für Schatten, die weitläufigen Grünflächen und Parks steigern
zusätzlich die Aufenthaltsqualität im Stadtteil. Die Gebäudesubstanz hingegen weist ein großes ener-
getisches Sanierungspotential auf, bspw. im Rahmen von Fassadensanierungen, der Optimierung der
Energieversorgung oder der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern.
Handlungsfeld Nahversorgung / Arbeitsmarkt
Das Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebot im Stadtteil ist für den Großteil der Stadtteilbe-
wohnenden fußläufig erreichbar und besteht aus einem Einkaufszentrum mit angegliederter Laden-
zeile. Durch die Insellage des Stadtteils un d die Entfernung zu weiteren Versorgungseinrichtungen
besteht eine gewisse Existenzsicherung, jedoch befinden sich im Zentrum regelmäßig leerstehende
Ladenlokale. Gleichzeitig lädt das Stadtteilzentrum durch wenige oder demolierte Sitzmöglichkeiten
und oft mals viele überfüllte Müllbehälter nicht zum Aufenthalt ein. Da der Stadtteil hauptsächlich
durch Wohnbebauung geprägt ist, ist die Anzahl an Arbeitsplätzen innerhalb von Berg Fidel gering.
Handlungsfeld Mobilität
Die Anbindung des Stadtteils für den mo torisierten Individualverkehr und den ÖPNV an die Gesamt-
stadt ist gut. Innerhalb des gesamten Untersuchungsgebietes besteht eine Tempo 30 Zone, was ei-
nerseits zu ruhigen Wohnlagen führt, andererseits aber die zusätzliche Einrichtung von sicheren Que-
rungsmöglichkeiten für Kinder auf dem Schulweg verhindert. Die Bahnstrecken am Rande des Stadt-
teils stellen eine erhebliche Barriere dar und sind lediglich zu Fuß und mit dem Rad über Brücken zu
queren. An Heim-Spieltagen des SC Preußen Münster ist der Stadtteil zusätzlich von erheblichen
Verkehrsproblematiken betroffen.
Handlungsfeld Bildung / Betreuung / Erziehung / Beratung
Die pädagogischen Profile der Kindertageseinrichtungen im Stadtteil sind mit Schwerpunkten wie z.B.
Sprach- und Bewegungsförderung auf die Problematiken der Kinder ausgelegt. Mit dem Standort der
PRIMUS-Schule in Berg Fidel ist zudem ein einzigartiger Schulversuch gegeben, der es den Kindern
und Jugendlichen ermöglicht integrativ in alters - und leistungsgemischten Klassen gemeinsam zu
lernen. Durch das Engagement und die enge Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure im Stadt-
teil (z.B. im Rahmen der offenen Kinder- und Jugendarbeit) wird darüber hinaus ein vielfältiges Unter-
stützungs- und Lernangebot für Kinder und Jugendliche bereitgestellt, um diese bestmöglich bei ihrer
persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Bildungs- und Beratungsangebote für andere Alterskatego-
rien sind aktuell noch nicht umfangreich genug, ebenso befindet sich die Förderung der Selbstorgani-
sation der Migranten noch im Aufbau.
Handlungsfeld Kultur / Freizeit
Das Freizeit- und Kulturangebot in Berg Fidel nimmt die Bewohnerschaft als nicht ausreichend war.
Zwar gibt es Angebote durch das Stadtteilhaus „Lorenz -Süd“ und den Förderverein „Alte Post Berg
Fidel e.V.“, jedoch besteht aktuell kein Netzwerk an kulturell agierenden Akteuren im Stadtteil. Die
Stadtteilfeste zeigen zudem das hohe Interesse der Stadtteilbevölkerung an Freizeit- und Kulturaktivi-
täten vor Ort.
Handlungsfeld Miteinander / Integration
Das Miteinander der verschiedenen Ethnien und ihre Integration stellen ein großes Aufgabenfeld für
die Stadtteilarbeit dar. Zwar gibt es im Stadtteil unterschiedliche Unterstützungsangebote, doch ist
auffällig, dass sich im Stadtteil Parallelgesellschaften gebildet haben. Vor allem die Themen Partizipa-
tion und Verbesserung der Teilhabechancen gilt es im Stadtteil zukünftig stärker zu fokussieren.
Handlungsfeld Sport / Bewegung
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V/0366/2025
Sportlich ist Berg Fidel vor allem für den Profisport durch den SC Preußen Münster, den USC Müns-
ter und die Uni Baskets bekannt. Öffentlic he Sportflächen sind im Stadtteil kaum vorhanden, werden
jedoch nicht nur vor dem Hintergrund der Gesundheitsprävention und Bewegungsförderung, sondern
auch für das Miteinander dringend benötigt.
Handlungsfeld Gesundheit
Gesundheit geht alle etwas an und für ein gesundes Leben sind eine Vielzahl an Faktoren zu berück-
sichtigen. Es besteht eine Grundversorgung und -beratung im Stadtteil vor allem für junge Familien.
Da eine engmaschige Begleitung und Betreuung von Geburt an wichtig sind, ist eine Ausweitung der
Angebote jedoch von großer Bedeutung. Durch die Schuleingangsuntersuchungen wird frühzeitig
notwendiger Unterstützungs- und Therapiebedarf bei den Kindern festgestellt. Vor allem das nieder-
schwellig zugängliche Beratungsangebot für Menschen mit Migrationsvorgeschichte muss noch aus-
gebaut werden.
Handlungsfeld Öffentliche Räume / Parks / Spielplätze
Der hohe Anteil an Grün - und Freiflächen im Stadtteil hat eine wichtige Bedeutung hinsichtlich der
Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Berg Fidel als „Grüner Stadtteil“ zeichnet sich durch eine
Vielfalt an Parks, Spielplätzen und Grünanlagen rund um die Wohngebäude aus. Dabei befinden sich
die privaten Grünflächen rund um den Geschosswohnungsbau häufig in einem ungepflegten oder
teilweise verunreinigten Zustand. Um die Stadtteilbevölkerung noch stärker zum Aufenthalt im öffent-
lichen Raum und zur Bewegung in diesem einzuladen, sollten auch die Bedürfnisse älterer Personen
mitberücksichtigt und die Ausstattung der Spielplätze vor allem für ältere Kinder und Jugendliche an-
gepasst werden.
Handlungsfeld Sauberkeit / Sicherheit
Das negative Image des Stadtteils ist unter anderem auf die Themen Sauberkeit und Sicherheit zu-
rückzuführen. In Berg Fidel finden sich in den öffentlichen wie auch privaten Freiflächen und entlang
des Straßenraumes oftmals größere Müll- und Sperrmüll-Ablagerungen, die bei entsprechender Wit-
terung auch Ungeziefer anziehen. Durch den Aufenthalt von alkoholisierten Personen, Gruppen von
Jugendlichen und teilweiser schlechter Straßenbeleuchtung sind zudem Angsträume entstanden, die
vor allem in den Abendstunden wenig genutzt werden.
Städtebauförderung
Die Verwaltung wurde mit der Prüfung auf finanzielle Unterstützung der Maßnahmen im Rahmen
des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ beauftragt (vgl. Beschluss ASSVW zur Vorlage
V/0929/2016, Beschlusspunkt 2.1. sowie Antrag der SPD -Fraktion an den Rat A-R/0085/2018, An-
lage 2 dieser Vorlage). Im Zuge des Erarbeitungsprozesses haben sich allerdings im Jahr 2020 die
Programmstruktur der Städtebauförderung des Bund-Länder-Programms und in der Folge die Städ-
tebauförderrichtlinie 2023 des Landes Nordrhein-Westfalen verändert und das bisherige Programm
„Soziale Stadt“ wurde in das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ überführt. Damit einher ging eine
Verlagerung des Programmschwerpunktes weg von Förderprojekten aus den sozialen Bereichen,
hin zur Umsetzung von baulichen Projekten im öffentlichen Raum. Das bedeutet, dass sich die
Städtebauförderung zukünftig wieder verstärkt auf Projekte im investiven Bereich beschränken wird
und hier dann vom Fördergeber im Rahmen des Antrags ein abgestimmtes Bündel an baulichen
Maßnahmen oder Projekten im Stadtteil erwartet wird, welche in einem Wirkungszusammenhang
stehen und in einem festgelegten Zeitraum auch umgesetzt werden können bzw. müssen.
Zudem bedarf es nunmehr eines abgestimmten Maßnahmenpakets, welches zeitnah aufzustellen
und nach entsprechendem Beschluss der politischen Gremien umzusetzen ist. Dazu muss der Rat
der Stadt Münster Prioritäten festlegen, welcher Stadtteil, zu welchem Zeitpunkt, mit welchen Pro-
jekten für eine mögliche Förderung angemeldet werden soll. Dieses Vor gehen umfasst auch die
Bereitstellung der städtischen Eigenmittel im Haushalt und die Vorhaltung von entsprechenden Pla-
nungs- und Umsetzungskapazitäten bei den städtischen Fachämtern.
Mit dem aktuell vorliegenden Konzept wurde eine prinzipielle Grundlage zur Beantragung von Städ-
tebaufördermitteln geschaffen, jedoch wird zum aktuellen Zeitpunkt mit den aufgeführten Maßnah-
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V/0366/2025
men keine Aufnahme in das Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ erfolgen können,
da die bisher ermittelten Maßnahmen nicht zielführend genug im Sinne der neuen Städtebauförder-
richtlinie 2023 NRW sind. Sollten zukünftig weitere bauliche Maßnahmen im öffentlichen Raum oder
aber eine Aufweitung des o.a. Programms um soziale Aspekte angestrebt werden, kann bzw. muss
auf Basis des vorl iegenden InSEKs eine Ergänzung um plausible Kostenschätzungen (inkl. der Zu-
sammenstellung ergänzender Fördermöglichkeiten aus anderen Finanzierungsquellen, z.B. im sozi-
alen Bereich), sowie der konkreten Realisierungszeitschienen, der verbindlichen Bereitstellung der
städtischen Eigenmittel und eines konkreten Gebietsbezugs erfolgen und vom Rat der Stadt ent-
sprechend beschlossen werden.
Weiteres Vorgehen und Finanzierung
Das vorliegende InSEK für den Stadtteil Berg Fidel stellt kein abgeschlossenes Werk dar, sondern
den Auftakt eines Entwicklungsprozesses, der offen ist für weitere Anregungen und Ideen, um die
Lebensbedingungen der Menschen vor Ort aktiv zu verbessern. Dadurch können auch bisher noch
nicht beteiligte Bürgerinnen und Bürger sowie lokale Akteurinnen und Akteure mit ihren individuellen
Aufgabengebieten und Interessen im Laufe des weiteren Umsetzungsprozesses einbezogen werden.
Neben den städtebaulichen Maßnahmen liegt der Fokus vor allem auf einer sozialorientierten Stadt-
teilentwicklung, um die Menschen aus verschiedenen Kulturen und in verschiedensten Lebenssituati-
onen gut in den Stadtteil zu integrieren. Der Zusammenhalt und die Teilhabe am Stadtteilleben müs-
sen in allen Bereichen unterstützt und gefördert werden. Dabei sollte auch die Möglichkeit einer Dritt-
finanzierung, z.B. durch Stiftungen, Sponsoring, Patenschaften, Spenden u.ä. geprüft werden.
Zur Umsetzung der aufgelisteten einzelnen Maßnahmen- und Projektvorschläge können grundsätz-
lich durch die zuständigen parlamentarischen Gremien entsprechende Prüfaufträge im Einzelnen
gestellt werden. Die Fachämter der Verwaltung werden dann im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständig-
keiten und der gegebenen Personalkapazitäten und Finanzressourcen hierzu konkrete Stellung-
nahmen bzw. Umsetzungsvorschläge formulieren.
In diesem Zusammenhang sind zukünftig ggf. auch andere Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzei-
gen, z.B. durch die zuständigen Fachämter über im städtischen Haushalt vorhandene bzw. einzu-
stellende Finanzmittel, über spezielle Förderprogramme in den einzelnen Fachdisziplinen oder an-
dere Förderprogramme außerhalb der Städtebauförderung.
Gez.
Robin Denstorff
Stadtbaurat
Anlagen:
Anlage A
Anlage 1: Integriertes Entwicklungskonzept Berg Fidel
Anlage 2: A-R/0085/2018 der SPD-Fraktion vom 03.12.2018 (V/0184/2019) „Münster für alle –
Städtebauförderung - Soziale Stadt für Berg Fidel beantragen“
Anlage 2: A-R/0085/2018 der SPD-Fraktion vom 03.12.2018 (V/0184/2019) "Münster für alle - Städtebauförderung - Soziale Stadt für Berg Fidel beantragen"
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0085/2018 SPD-Fraktion u. u. - FR u im Rat der Stadt Münster Münster für alle — Städtebauförderung . 2. . . Bahnhofstraße 9 Soziale Stadt für Berg Fidel beantragen 28143 Münster Ratsantrag Tel. (0251) 45 314 Fax (0251) 511 750 www.spd-muenster.de 03.12.2018 Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Für den Stadtteil Berg Fidel wird ein integriertes Handlungskonzept erstellt. 2. Auf Basis.dieses Handlungskonzepts werden Städtebaufördermittel beantragt. 3. Es soll geprüft werden, inwieweit vorbereitend eine Stelle städt: Quartiersmanagement und eine pädagogische Koordinierungsstelle für Stadtteilarbeit beim Trägerverein ‚Alte Post’ eingerichtet werden können. Begründung: In Berg Fidel ist in den letzten Jahren trotz vieler ehrenamtlicher Strukturen (beispielhaft Trägerverein Alte Post) die Gesamtentwicklung teilweise stehen geblieben. Gelegen zwischen drei Verkehrsachsen in einem Stadtteil aktuell noch ohne größere Entwicklungsperspektive, kommt es in der Großsiedlung Berg Fidel teilweise zu Geschäftsaufgaben und Leerständen, wie auch der Sparkassenschließung. Mehr als jede zweite Bewohnerin bzw. jeder zweite Bewohner hat eine Migrationsvorgeschichte (51,6%, s. Integrationsmonitoring Münster 2017), die Zahl der 0 - 17-Jährigen mit Migrationsvorgeschichte ist mit 73,4% die höchste in Münster, die SGBII-Quote ist mit 19,4% die zweithöchste in Münster (s. Münsteraner Sozialmonitoring 2016) Bei der sozialen und infrastrukturellen Weiterentwicklung des Stadtteils Berg Fidel bieten ESF- Förderungen wie das Bund-Länder-Programm Soziale Stadt und das damit verbundene Programm gute und zielgerichtete Ansätze, die Wohn- und Lebenssituation der Menschen vor Ort zu verbessern. Handlungsfelder wie Integration, Sozialer Arbeitsmarkt, Infrastruktur und öffentlicher Raum, lokale Ökonomie, Sicherheit, Bildung, Soziale Sicherung, Jugend, Begegnung und Heimat bieten hohe Potentiale für die Partizipation aller Alters- und Herkunftsgruppen im Stadtteil. Es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen bürgerschaftlichen Engagements, die gefördert werden sollten. So sind viele Träger und Vereine auf der Suche nach gemeinsam getragenen interkulturellen Begegnungsräumen für Jung und Alt. Ein Förderprogramm wie Soziale Stadt bietet den Bewohner*innen in Berg Fidel viele Chancen, die Entwicklung in ihrem Stadtteil mitzugestalten und dabei zu partizipieren. Sozialdemokratische Partei Deutschlands Fraktion im Rat der Stadt Münster Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldmann Philipp Hagemann . Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger Mathias Kersting j Michael Kleyboldt Marianne Koch Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Steltig Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson j Robert von Olberg Maria Winkel
Anlage A
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Anlage A zur V/0366/2025 Kurzüberblick Unter intensiver Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie weiterer lokaler Akteurin- nen und Akteure hat die Verwaltung ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept (InSEK) für Berg Fidel erarbeitet. Auf Basis der vorgenommenen Stadtteilanalyse und den daraus abgeleite- ten Maßnahmenvorschlägen wird ein Orientierungsrahmen für die zukünftige Entwicklung des Stadtteils Berg Fidel aufgezeigt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dieser Vorlage wird das Ziel: „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft verfolgt. Das vorliegende Konzept zeigt aufbauend auf einer umfänglichen Stadtteilanalyse Maßnahmen auf, um die Wohn- und Lebensbedingungen im Stadtteil Berg Fidel aufzuwerten, das Zusam- menleben zu verbessern und ein gutes Aufwachsen im Stadtteil zu ermöglichen. Das InSEK Berg Fidel kann von den Ratsgremien dazu genutzt werden, um auf Grundlage der darin for- mulierten Maßnahmen einzelne Projekte anzustoßen und evtl. die erforderlichen finanziellen Mittel bereitzustellen. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja Nein Bereits veranschlagt? Ja Nein Zum gegenwärtigen Zeitpunkt entstehen keine Kosten. Ggf. erforderliche Kosten für die Umset- zung einzelner Maßnahmen / Projekte werden zu den jeweils entsprechenden Zeitpunkten von den jeweils zuständigen Fachämtern in gesonderten Vorlagen zur Entscheidung vorgelegt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Mit dem Beschluss der Vorlage V/0929/2016 „Anträge zur Erarbeitung von Stadtteilentwicklungs- konzepten bzw. Durchführung von Stadtteilentwicklungswerkstätten“ am 24.11.2016 hat der sei- nerzeitige der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen (ASSVW) die Verwaltung beauftragt für die Stadtteile Coerde und Berg Fidel integrierte Handlungskonzepte zu erarbeiten. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Ergebnisse des Stadtteilentwicklungsprozesses nehmen in verschiedenen Bereichen auch Themen des Demografischen Wandels, der Inklusion und Migration mit auf. Durch die im inte- grierten Handlungskonzept aufgezeigten Maßnahmen sollen die Lebens- und Wohnbedingungen für alle Menschen innerhalb des Stadtteils aufgewertet und das Zusammenleben der verschiede- nen Zielgruppen verbessert werden. Mit der Umsetzung verschiedener Maßnahmen durch die jeweils zuständigen Fachämter, vor allem hinsichtlich der energetischen Sanierung von Wohn- raum, kann ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie 2030 und damit auch zum Klimaschutz geleis- tet werden.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (33)
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Details
- Aktenzeichen
- V/0366/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 20.05.2025
- Erstellt
- 16.05.2025 13:45