Mandari Insight

A-R/0028/2005

Leitantrag: Entwicklung der RB63 (Münster-Coesfeld) als erste Stadtbahnstrecke in Münster

Antrag an den Rat 16.06.2005

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 29.06.2005, TOP 34.9

Originalantrag

· application/pdf

Ansehen

Originalantrag

9816 Zeichen

13.06.2005 Antrag 
 
„Leitantrag: Entwicklung der RB63 
(Münster-Coesfeld) als erste 
Stadtbahnstrecke in Münster“ 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL
Ratsfraktion Münster 
  
 Bremer Str. 54 
48155 Münster 
 
Fon: 0251 / 8 99 58 10 
Fax: 0251 / 8 99 58 15 
gruene.ratsfraktion@muenster.de 
www.gruene-muenster.de 
 
 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, die Regionalbahnstrecke RB63 Münster-
Coesfeld im Stadtgebiet Münster als erste Stadtbahnstrecke in Münster 
zu entwickeln. 
 
Dazu ist die Errichtung mehrerer Haltepunkte, möglichst auf 
Grundstücken im Besitz der Stadt bzw. der Deutschen Bahn AG mit 
vorhandener Widmung als Fläche für öffentlichen Verkehr, 
beschleunigt zu betreiben. 
 
Planungszeiten, Ausbaustandard und Baukosten sind dabei zu 
optimieren. Sie orientieren sich an den funktionalen Notwendigkeiten. Die 
Planungsverwaltung wird beauftragt, für jeden Haltepunkt die jeweils 
wirtschaftlichste Variante mit einer Kostenschätzung vorzustellen. 
 
Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen einzuleiten: 
 
1. Haltepunkt Roxel:  
Statt der am 24.2.2005 vorgestellten Planung für eine Mobilstation, 
die neues Planungsrecht und umfangreichen Grunderwerb erfordert, 
sollte folgende Variante geprüft werden, die auch in der 
Bürgeranhörung vorgeschlagen wurde: 
- Bau eines Bahnsteigs nordwestlich des Bahnübergangs Pienersallee 
mit Zugang von der Zufahrtstraße zum ehemaligen Bahnhof. 
Fahrradständer und evtl. Parkplätze auf dem Brachgelände zwischen 
Gleis und Zufahrt; 
- Ausweisung einer Bushaltestelle mit Querungshilfe an der 
Pienersallee nördlich der o.a. Straßeneinmündung. 
 
2. Haltepunkt Mecklenbeck: 
Angesichts der in Vorlage V/0133/2005 vom 15.2.2005 dargestellten 
Schwierigkeiten bei der Realisierung des Haltepunktes Mecklenbeck 
und der damit verbundenen zeitlichen Verzögerung sollten folgende 
Varianten geprüft werden: 
a) Bau eines Bahnsteigs östlich der Querung Heroldstraße (alter 
Bahnhof), Busanbindung mit Linie 10 mit neuer Haltestelle 
Heroldstraße, Haltestelle Weseler Str./ Meckmannweg ca 200 m 
 
b) Bau eines Bahnsteigs nördlich oder südlich der Kreuzung mit der 
Weseler Str., neue Haltestelle für die  Buslinien 15/16 und 
Regionalbusse an der Weseler Str.. Vorteile: Bessere Busanbindung 
und Anbindung an das Gewerbegebiet An der Hansalinie/Harkortstr.

3. Haltepunkt Geist: 
Die Bedeutung des Clemenshospitals mit neuem Medical Center und 
die Bevölkerungszahl im Umfeld rechtfertigen diesen zusätzlichen 
Haltepunkt westlich des früheren Bahnhofs Geist. Dazu wird 
vorgeschlagen: 
Bau eines Bahnsteigs nordöstlich des Bahnübergangs Geist entlang der 
Straße Sternbusch.      Entfernung zur Bushaltestelle Gottfriedkirche und 
zum Clemenshospital/Medical Center je ca 200 m. 
 
4. Haltepunkt Coerde/Speicherstadt: 
Über den Haltepunkt Zentrum-Nord hinaus sollte die Strecke auf 
vorhandener Trasse um ca. 1,5km bis in die Speicherstadt verlängert 
werden, um das Gewerbegebiet "Speicherstadt" und den Stadtteil 
Coerde optimal an den Schienenverkehr anzubinden. 
 
  
Begründung: 
 
1. Probleme der bisherigen Planungen 
 
Der Stand der Planungen zu den Haltepunkten Roxel (vg. 
Bürgerinformation am 24.2.05, WN 28.2.05) und Mecklenbeck (Vorlage 
V/0133/2005 vom 15.2.2005) zeigt, dass an beiden Stellen bei der 
jetzigen Planung mit langen Vorlaufzeiten und hohen Kosten zu rechnen 
ist: Beim geplanten HP Roxel ist neues Planungsrecht zu schaffen, 
danach ist der größere Teil des Geländes noch zu erwerben, dazu 
kommen Schwierigkeiten bei der Buszufahrt, die evtl. einen Umbau des 
Bahnübergangs notwendig machen.  
Beim geplanten HP Mecklenbeck geht die DB davon aus,  "dass die 
Errichtung eines Haltepunktes an der stark belasteten Kbs 425 (MS-
Recklinghausen) mit dem Integrierten Taktfahrplan (ITF) nicht vereinbar 
ist." Für einen Haltepunkt nur an der RB 63 ist aber die bisherige Planung 
ungeeignet. Da der jetzt geplante Bahnsteig zwischen den Gleisen nur 
über die Unterführung Heroldstraße erschlossen werden kann,  wird er 
abhängig von der Finanzierung der Unterführung, außerdem wäre eine 
behindertengerechte Erschließung nur mit hohen Kosten (Aufzug oder 
Rampe) zu gewährleisten. Für die eingleisige Coesfelder Strecke reicht 
aber ein direkt von der Straße zugänglicher Bahnsteig. 
 
2. Die Potentiale der Coesfelder Strecke (RB 63, Kbs 408) 
 
Mit zusätzlichen Haltepunkten könnte die RB 63 bereits jetzt die Funktion 
einer Stadtbahn übernehmen und damit die Perspektive einer "stärkeren 
Einbindung " des SPNV in den Stadtverkehr (vgl. Entwurf 2. 
Nahverkehrsplan Stadt Münster Mai 2005 S. 170) ausfüllen. Sie verbindet 
westliche und südliche Stadtteile miteinander, mit dem 
Hauptbahnhof/Stadtzentrum und darüber hinaus mit dem Zentrum Nord, 
wo z.Zt. die meisten  Arbeitsplätze neu angesiedelt werden. Bei 
Verlängerung um nur ca 1,5 km auf vorhandener Trasse würden auch 
Coerde und das neue gewerbliche Zentrum der Speicherstadt optimal 
angebunden.   
 
Die Kursbuchstrecke 408 ist nicht durch Fernverkehre belastet und hat auf 
absehbare Zeit freie Kapazitäten. Sie wird z.Zt. im 60-Minuten-Takt 
bedient, der z.Zt. in Aufstellung befindliche 2. SPNV-Nahverkehrsplan des

Zweckverbands SPNV sieht eine Taktverbesserung auf 30 Minuten vor 
(vgl. Entwurf 2. Nahverkehrsplan Stadt Münster, Mai 2005, S. 169). 
Bereits bei der jetzigen Bedienung ergeben sich erhebliche Zeiterparnisse 
sowohl gegenüber dem Bus (von Roxel ca 20' Ersparnis zum Hbf, weitere 
10' zum Zentrum Nord, ohne Umsteigezeiten) wie auch gegenüber dem 
PKW. 
 
Besondere Möglichkeiten bieten sich durch kombinierte Verkehre, z.B.: 
c) Der HP Roxel bietet, bei gut abgestimmtem Busangebot, eine ideale 
Verbindung zu Kliniken und Naturwissenschaftlichen Instituten für 
Besucher und Pendler aus dem westlichen Münsterland wie auch aus 
den von der Strecke erschlossenen Teilen der Stadt Münster; 
d) die Anfahrt mit dem Rad oder die gegenüber dem Bus wesentlich 
leichtere Radmitnahme ergeben auch für Münster noch erhebliche 
Zuwachspotentiale für den umweltfreundlichen Radverkehr. 
 
3. Verkehrsentlastung und Umwelteffekte 
 
Neuralgische Punkte im Verkehrsnetz können entlastet werden 
(Durchfahrt Roxel, 2. Tangentenring West und Nord, Weselerstr.). 
 
Durch die Verlagerung von Verkehren auf den SPNV ergeben sich 
Entlastungen bis in die Innenstadt, somit ergibt sich durch die 
Reaktivierung der Haltepunkte auch ein Effekt im Rahmen von 
Luftreinhalteplänen nach der EG-Luftreinhaltungsrichtlinie für den 
betroffenen Korridor. 
 
4. Synergieeffekte durch Realisierung möglichst aller Haltepunkte 
 
Es ist wesentlich, die Haltepunkte nicht isoliert zu betrachten. Erst durch 
die zeitnahe Realisierung möglichst aller neuen Haltepunkte an der 
Stadtstrecke ergeben sich die nötigen Synergieeffekte und damit 
Fahrgastzahlen für die einzelnen Haltepunkte. Daher ist es z.B. sinnvoller, 
den Haltepunkt Mecklenbeck zunächst am suboptimalen Standort 
Heroldstraße mit einfachen Mitteln zu realisieren, statt auf die "große" 
Lösung im Zuge der geplanten Unterführung zu warten. Auch kann der 
Ausbau des HP Roxel zu einer Mobilitätsstation durchaus auf einen 
späteren Zeitpunkt verschoben werden, wesentlich ist seine Funktionen 
als erster Haltepunkt im Stadtgebiet, ferner die Busanbindung zu den 
Kliniken. 
 
5. Zu den Haltepunkten im Einzelnen: 
 
1. Der HP Roxel wäre der erste Haltepunkt auf Stadtgebiet, er erschließt 
einen wachsenden Stadtteil mit einer Bevölkerung von 7800 Einw. 
sowie mehrere Gewerbegebiete. Im Umkreis von 1.000 m leben z.Zt. 
etwa 2.800 Einwohner. Mit einer direkten Busanbindung an die 
Kliniken/naturwissenschaftlichen Institute bildet er ein attraktives 
Angebot für Pendler aus dem westlichen Münsterland und entlastet 
kurzfristig die Ortsdurchfahrt Roxel. Für Pendler aus der näheren 
Umgebung (z.B. Tilbeck, Schapdetten) in die Innenstadt und den 
Norden wäre er auch als P&R-Station geeignet. 
 
2. Der HP Mecklenbeck erschließt ebenfalls größere Wohn- und 
Gewerbegebiete (9400 Einw., davon 6.000 im 1.000 m-Umkreis).  
Zeitersparnis zur Innenstadt ergibt sich nur für einen kleineren

Umkreis, die zum Norden der Stadt ist aber erheblich. Attraktiv ist er 
für Einpendler aus dem westlichen Münsterland und entlastet die 
Ortsdurchfahrten Roxel und Mecklenbeck (Dingbänger Weg). 
 
3. Der HP Geist bedient vor allem das regionale medizinische Zentrum 
des Clemenshospitals, und ist damit attraktiv sowohl für Personal wie 
für Besucher. Dazu kommen Bewohner, Personal und Besucher der 
unmittelbar angrenzenden Senioreneinrichtungen und -wohnungen. 
Er erschießt weiträumige Wohngebiete (Duesberg 6650 Einw., Berg 
Fidel 5800 Einw., 11.400 Einwohner im 1.000 m-Umkreis) und ist für 
Pendler interessant, die mit dem Rad anfahren und deren Ziele über 
den Hbf. hinausgehen. Für die in unmittelbarer Umgebung 
Wohnenden ist die Zeitersparnis zum Hauptbahnhof erheblich. 
Der Haltepunkt kann zur Entlastung der vielbefahrenen Achse 
Geringhoffstraße-Düesbergweg beitragen. 
 
4. HP Coerde/Speicherstadt: Die geringfügige Verlängerung der 
Strecke auf bestehender Trasse erschließt ein bisher suboptimal 
angebundenes neues Gewerbe- und Dienstleistungszentrum, einen 
größeren Stadtteil (Coerde 9900 Einw.) sowie besonders für 
Radfahrer aus südwestlichen Stadtteilen das beliebte 
Naherholungsgebiet und Vogelschutzreservat Rieselfelder. 
Für bestimmte Fahrgastgruppen (Bahnreisende und -pendler) kann 
sich auch eine Anreise mit dem Bus z.B. aus Kinderhaus (16 200 
Einw.) lohnen. 
 
 
gez. Jörn Möltgen 
gez. Helga Bennink 
gez. Wilhelm Breitenbach 
gez. Christof Hoffmann 
gez. Manfred Kehr 
gez. Hery Klas 
gez. Maria Klein-Schmeink 
gez. Jutta Möllers 
gez. Carsten Peters 
gez. Tim Rohleder 
gez. Ilse Schleef 
gez. Claudia Scholz 
gez. Dr. Rita Stein-Redent 
gez. Brigitte von Schoenebeck

Beratungsverlauf (1)

29.06.2005 Rat
TOP 34.9 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (11)

  • Bremer Straße 54
  • Pienersallee
  • Heroldstraße
  • Weseler Straße
  • Geringhoffstraße
  • Meckmannweg
  • An der Hansalinie
  • Harkortstraße 3
  • Düesbergweg
  • Sternbusch
  • Kinderhaus

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0028/2005
Typ
Antrag an den Rat
Datum
16.06.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37