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V/0260/2016

Städtebauliches Leitbild Ortsmitte Gievenbeck

Vorlagen 04.04.2016

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Nächste Beratung: Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen, Sitzung am 04.05.2016, TOP 6.3

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

7421 Zeichen

V/0260/2016 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Städtebauliches Leitbild Ortsmitte Gievenbeck 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
21.04.2016 Bezirksvertretung Münster-West
 Anhörung 
04.05.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
 Entscheidung 
 
 
Bericht: 
 
Im Frühjahr 2015 fand unter der Moderation des Büros Pesch Partner Dortmund eine öffentliche 
Leitbilddiskussion mit interessierten Bürgern und Bürgerinnen zur städtebaulichen Entwicklung 
der Ortsmitte von Gievenbeck statt. Anlass für die Leitbilddiskussion waren die geringe Qualität 
des öffentlichen Raumes und unter anderem aktuelle Bauvorhaben in der Ortsmitte, die – trotz 
Übereinstimmung mit den Festsetzungen des rechtskräftigen Bebauungsplanes - wegen ihrer 
Großmassstäblichkeit zu einer breiten öffentlichen Diskussion geführt haben. Die Verwaltung 
wurde daher beauftragt, ein Leitbild für die weitere Entwicklung der Ortsmitte in einem breiten 
Bürgerdialog zu entwickeln (V/0978/2014). 
 
In zwei Bürgerworkshops wurde zunächst die Ausgangssituation des Ortskerns, seine Stärken 
und Schwächen, erörtert. Aus den Ergebnissen hat das Büro Pesch Partner dann  mögliche Ent-
wicklungsszenarien entwickelt, die im zweiten Bürgerworkshop zur Diskussion gestellt wurden. 
 
Ausgangssituation 
Die Diskussion in den Workshops kam zu dem Ergebnis, dass die Ortsmitte mit ihrer Konzentra-
tion von Einzelhandels- und Dienstleistungseinrichtungen und Gemeinbedarfsangeboten der 
zentrale Identifizierungspunkt für den Stadtteil ist. Gerade die Vielfalt der Angebote wurde als 
Stärke des Zentrums genannt. Die Bedeutung des Ortszentrums werde noch zunehmen mit der 
Entwicklung des Oxford-Quartiers. Das Zusammenwachsen entlang dem Arnheimweg werde 
insofern zur städtebaulichen Herausforderung. 
Angesichts des starken Wachstums des Stadtteils Gievenbeck wurden bauliche Nachverdichtun-
gen von den Teilnehmern grundsätzlich für nachvollziehbar gehalten. Zumal auch weiterer Bedarf 
für Wohnungen in der Ortsmitte sowie für ergänzende Nutzungen wie gastronomische Angebote 
gesehen werden. Es sei jedoch bei den Planungen auf die Verträglichkeit  mit dem Bestand zu 
achten. 
 
Hinsichtlich der verkehrlichen Situation wurde die gute ÖPNV Anbindung hervorgehoben. Kriti-
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0260/2016 
Auskunft erteilt: 
Herr Kurz 
Ruf: 
492 61 40 
E-Mail: 
Kurz@stadt-muenster.de 
Datum: 
08.04.2016 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0260/2016 
 
siert wurden jedoch das hohe Verkehrsaufkommen, mangelnde Schulwegsicherungsmaßnahmen 
sowie nicht ausreichende Angebote für den Fußgänger und Radfahrer. Wert gelegt wurde darauf, 
dass auch zukünftig ausreichend Stellplätze im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen. Diese 
sollten jedoch verträglicher gestaltet werden. 
 
Intensiv diskutiert wurden die Qualitäten des öffentlichen Raumes. Dieser sei stark zergliedert 
und von Verkehrsflächen dominiert. Daher wurde ein Rückbau von Verkehrsflächen zugunsten 
von attraktiven  Aufenthaltsbereichen und Platzflächen angeregt. Positive Ansätzen für eine at-
traktivere Neugestaltung der Ortsmitte wurden in den Vorbereichen der Kirche sowie der Eisdiele 
gesehen. 
 
 
Entwicklungsszenarien  - öffentlicher Raum –     
In drei Szenarien zeigt das Büro Pesch Partner die Möglichkeit einer schrittweisen Umgestaltung 
des öffentlichen Raumes auf. 
1.Stufe: 
-Umbau des Rüschhausweg zwischen Arnheimweg und Lukaskirchen Gemeindezentrum   
-einheitlicher Gestaltung der Fläche als verkehrsberuhigter Bereich  
-Beibehaltung der Kurzparkplätze 
 
2.Stufe:  
-Einbeziehung des Arnheimweges vom Kundenparkplatz im Westen bis an die Von-Esmarch-
Straße heran 
-einheitliche Gestaltung eines straßenübergreifenden zentralen Platzes als „shared space“ 
 
3.Stufe.   
-einbeziehung der Von-Esmarch-Straße in die zentrale Platzgestaltung 
-Gestaltung als verkehrsberuhigter Bereich oder „shared space“ 
-Einbindung des Platzes vor St. Michael in die Gesamtgestaltung der Ortsmitte  
 
Die Vorschläge zur Neuorganisation des öffentlichen Raumes wurden von den Workshopteil-
nehmern durchgehend begrüßt. Insgesamt wurde die „große“ Lösung (Stufe 3) befürwortet. 
Darüberhinausgehend wurde angeregt, den verkehrsberuhigten Bereich in der  Von-Esmarch-
Straße von den Parkplätzen im Norden bis zum Kundenparkplatz im Süden (REWE) zu erweitern 
und alles als „shared space“ auszubilden. Darin wurden die größten Chancen für mehr Belebung 
und Aufenthaltsqualität in der Ortsmitte gesehen. 
 
Entwicklungsszenarien Bauliche Entwicklung    
Neben dem öffentlichen Raum trägt die bauliche Entwicklung entscheidend zur Qualität der 
Ortsmitte bei. Die Diskussion hierzu wurde anhand verschiedener Planunterlagen geführt: 
-die Bestandsdarstellung macht deutlich, dass das Zentrum durch eine sehr heterogene Bebau-
ungsstruktur geprägt ist. Großmassstäbliche Bebauungen mit 4 Geschossen stehen neben 2-
geschossiger Straßenrandbebauung, ergänzt um einzelne Wohnhäuser. 
 
-über die Bestandssituation wurde der Bebauungsplan überlagert und zeigt die vom Bebauungs-
plan zugelassenen Verdichtungsmöglichkeiten auf. 
 
-mit einer Baumassenstudie wird die räumliche Wirkung dieser verdichteten Bebauung aufge-
zeigt.  
 
-eine erweiterte Baumassenstudie zeigt zusätzliche Nachverdichtungspotenziale gegenüber dem 
Bebauungsplan auf.  Dies betrifft vor allem die Geschäftshausbereiche rund um den zentralen 
Platzbereich am Rüschhausweg / Arnheimweg sowie an der Ecke Arnheimweg / Von-Esmarch-
Straße. Hier wurde jeweils ein Geschoss mehr vorgesehen. 
 
Aus Sicht der Workshopteilnehmer sollte bei allen Überlegungen zur baulichen Entwicklung der

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V/0260/2016 
 
Ortsmitte die Massstäblichkeit gewahrt bleiben. Konkret wurde angeregt, mit Rücksicht auf die 
prägende Wirkung von St. Michael, die bestehenden Festsetzungen des Bebauungsplanes nicht 
zugunsten einer höheren Bebauung zu ändern. Eine zukünftig stärkere Verdichtung wird jedoch 
nicht generell ausgeschlossen. Für eine höhere Bebauung wurde zunächst der Nachweis hoher 
gestalterischer Qualität gefordert, bevor der Bebauungsplan angepasst werde.  
Unabhängig von der Dichtefrage ist auch auf die Gestaltqualität der Bebauung zu achten, insbe-
sondere bei Werbeanlagen, Beschilderungen etc. 
Am Arnheimweg, außerhalb des engeren Zentrumsbereiches, sollte aus Sicht der Workshopteil-
nehmer eine offen und durchgrünte Wohnbebauung mit Distanz zur Straße angestrebt werden. 
Dies gelte auch für die von der Wohn und Stadtbau geplante Geschossbebauung.  
 
 
Fazit 
Das Ergebnis der Workshopdiskussion hat gezeigt, wie wichtig die Qualität des öffentlichen 
Raumes als Bindeglied der Bebauung (siehe Anlage) auch aus Sicht der Bürger und Bürgerinnen 
ist. Die Verwaltung prüft anhand der vom Büro Pesch Partner vorgelegten Szenarien zur Umge-
staltung des öffentlichen Raumes wie erste Schritte zur Umsetzung aussehen können und wird 
den Gremien eine entsprechende Beschlussvorlage im III. Quartal 2016 vorlegen.  
 
Die Diskussion zum Thema einer baulichen Verdichtung hat zum einen die Ziele des rechtskräfti-
gen Bebauungsplanes in Teilen  und zum anderen die in Münster geübte Praxis, gestalterische 
Qualitätsnachweise für Nachverdichtungslösungen zu fordern, bestätigt.  
 
 
In Vertretung 
Gez. 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
Anlage: 
 
Städtebauliches Leitbild Ortsmitte Gievenbeck – Dokumentation des Bürgerdialogs

Beratungsverlauf (2)

21.04.2016 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 7.3 Anhörung Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
04.05.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen
TOP 6.3 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Von-Esmarch-Straße
  • Arnheimweg
  • Rüschhausweg

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Details

Aktenzeichen
V/0260/2016
Typ
Vorlagen
Datum
04.04.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37