V/0404/2012
Geschäftsbericht des Gesundheitsamtes 2011
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_geschaeftsbericht_gesundheitsamt_2011Endfassung
92309 Zeichen
Geschäftsbericht
2011
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster
Gesundheitsamt
Münster, Mai 2012
Inhalt
1. Vorwort .........................................................................................................................4
2. Jahresthemen und Schwerpunkte 2011 .......................................................................5
3. Produktübersicht...........................................................................................................8
Produktplan des Gesundheitsamtes ................................................................................8
Produkt: Übergreifende Gesundheitsförderung................................................................9
Produkt: Kinder- und Jugendgesundheit ........................................................................15
Produkt: Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachtendienst..............................................25
Produkt: Gesundheitsschutz ..........................................................................................28
Produkt: Sozialpsychiatrische Hilfen ..............................................................................36
Produkt: Krankenhausumlage ........................................................................................40
Gesunde Städte Netzwerk, Bundesgeschäftsführung....................................................40
Produktübergreifende Aufwendungen............................................................................41
4. Förderung Freier Träger im Gesundheitswesen (produktübergreifende Darstellung).42
5. Stellenübersicht und Organigramm ............................................................................44
6. Standorte des Gesundheitsamtes ..............................................................................46
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
schon die alten Griechen wussten, dass es unmög lich ist, zweimal in denselben Fluss zu
springen: „Auch wenn wir in dieselben Flüsse steigen, fließt immer anderes Wasser her-
bei“ (Heraklit). Diese Weisheit lässt sich ohne Weiteres auf die Arbeit des Gesundheitsam-
tes übertragen. Auch wenn sich in einem Jahr auf den ersten B lick nicht viel geändert hat,
werden Sie bei dem Vergleich der Leistungs daten, der Arbeitsschwe rpunkte und den ak-
tuellen Hinweisen aus dem laufenden Betrieb, deutliche Ve ränderungen in den letzten
Jahren feststellen. Dies ist nicht nur den Anpassungen an sich ändernde rechtliche, ge-
sellschaftliche und kommunalpolitische Rahmenbedingungen geschuldet, sondern auch
das Resultat personeller und organisatorischer Umstrukturierungen.
Die relevantesten Jahrest hemen, Ziele und Projekte haben wir den einzelnen Produktbe-
schreibungen in einem separaten Kapitel vo rangestellt. Aber auch unter den einzelnen
Produkten finden Sie aktuelle Bezüge und kritische Reflexionen. Wo es möglich war, ha-
ben wir die Angaben über Pers onengruppen nach Geschlecht und Migrationsvorgeschich-
te differenziert. Wir arbeiten auch weiter hin an einem Ausbau ent sprechender Datenerhe-
bungen.
Den Rahmen eines Geschäftsberichtes werden wi r allerdings auch in diesem Jahr nicht
sprengen. Es stehen die Zahlen, Daten und Fa kten der jeweiligen Organisationseinheit im
Vordergrund. Zusammen mit den Zielerreichungsgraden wollen wir damit einen Einblick in
die Ergebnisqualität und Leistun gsfähigkeit des Amtes ermög lichen. Spezielle Fragen zur
Lage der gesundheitlichen Vorsorge und Vers orgung der Bevölkerung müssen jedoch an-
hand spezieller Fragestellungen an die Gesundheitsberichterstattung beantwortet werden.
So befinden sich derzeit aus der Kommunalpolitik formulierte Fragen zum Thema „Sucht
im Alter“, „Verbesserung der Handhygiene in öffentlichen Einrichtungen“ und „Gesundheit-
liche Aspekte der Altersarmut“ in Bearbeitung.
Abschließend danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese vielfältigen Leis-
tungen tagein und tagaus erbri ngen und durch ihr persönliche s Engagement zum Erfolg
des „Unternehmens Gesundheitsamt“ beitragen.
Herzliche Grüße!
Dr. Norbert Schulze Kalthoff
Leiter des Gesundheitsamtes
4
2. Jahresthemen und Schwerpunkte 2011
Ab dem 01. Januar 2012 ist Münster Optionskommune und somit liegt die Arbeitsvermitt-
lung von Langzeitarbeitslosen in kommunaler Verantwortung. Damit das städtische Job-
center passgenaue Entscheidungen für die Betro ffenen treffen kann, sind häufig ärztliche
Gutachten zur Feststellung der Eignung oder zur Feststellung der Erwerbsfähigkeit
notwendig. Die Anzahl dieser zu erstellenden Gutachten liegt im Jahr bei ca. 2000. Bislang
hatte der ärztliche Dienst der „Bundesagentur für Arbeit“ diese Aufgabe wahrgenommen,
mit der Kommunalisierung ist nun das städtische Gesundheitsamt zuständig.
Das Jobcenter und das Gesundheitsamt haben in 2011 eine Dienstleitungsvereinbarung
getroffen, die diese Aufgabenstellung regelt. Dazu wurde ein Anforderungskatalog erstellt,
anhand dessen eine individuelle Fragestellung durch das Jobcenter für einen Gutachten-
auftrag formuliert wird. Alle Arbeitsschritte wurden detailliert beschrieben und geregelt wie
beispielsweise die Einladung zu r ärztlichen Untersuchung un d die dazugehörige Termin-
vergabe, Schweigepflichtsent bindungen, Datenschutz, Er hebung der Krankheitsvorge-
schichte, die Dokumentation von erhobenen Untersuchungsbefunden, Veranlassung und
Auswertung von Zusatzuntersuchungen und ggf. Zusatzbegutachtungen, die Form der
schriftlichen Abfassung von gutachterlichen Stellungnahmen. Die Aufgaben werden durch
den Haushalt des Jobcenters finanziert, der si ch zum größten Teil aus Bundesmitteln rek-
rutiert.
Für diese neue Aufgabe hat das Gesundheitsamt am Stühmerweg eigene Untersuchungs-
räume eingerichtet und Persona l eingestellt. Um flexibel au f die Zahl der Gutachten rea-
gieren zu können, werden zusätzlich ärztliche Honorarkräfte beschäftigt.
Seit dem 01. Januar 2012 sind zwei Ärztinnen mit Assistenzunterstützung für diese Aufga-
benstellung zuständig und haben ihre Arbeit aufgenommen.
Das Gesundheitsamt nimmt außerdem die Aufsicht und Qualitätssicherung für die Hono-
rarärztinnen und -ärzte wahr und hat eine Cleari ngstelle für das Jobcenter eingerichtet, in
der Fallbesprechungen und die gemeinsame Zusammenarbeit Thema sind.
Eine weitere neue Aufgabe für das Gesundheitsamt ist das Thema „Qualitätssicherung
in der Schulverpflegung“. Das Gesundheitsamt bietet fü r die Verpflegung in münster-
schen Schulen (perspektivisch auch für die Ki tas) Beratungsleistungen sowohl für die Ein-
richtungen selber als auch für den Schulträger, das Amt für Schule und Weiterbildung, so-
wie das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien an. Mit dem Amt für Schule und Weiter-
bildung und in Abstimmung mit dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ist eine
Kooperationsvereinbarung erarbeitet worden, in der die von beiden Ämtern zu erbringen-
den Leistungen und ihre Verantwortlichkeiten geregelt wurden.
Für diese Aufgabe wurde unter der fachlic hen Begleitung einer Dip lom-Oecotrophologin
eine Stelle beim Gesundheitsamt zunächst befrist et für 2 Jahre eingerichtet, die seit dem
01. November 2011 mit halber Stelle und seit 01. April 2012 mit einer weiteren halbe Stelle
mit Diplom-Oecotrophologinnen besetzt ist.
Zu den konkreten Aufgabenstellungen gehören:
Bestandsaufnahme aller Schulküchen: Das Gesundheitsamt führt gemeinsam mit ei-
nem Kontrolleur des Veterinär- und Leb ensmittelüberwachungsamtes Bestandsauf-
nahmen der aktuellen Situation in den städ tischen Schulküchen durch. An den Bege-
5
hungen nehmen auch die jeweils zuständigen Ansprechpartner des Amtes für Schule
und Weiterbildung oder des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien teil.
Gemeinsam mit dem Veterinär- und Lebe nsmittelüberwachungsamt werden Hygiene-
standards festgelegt, die der Lebensmitte lhygieneverordnung entsprechen und damit
einheitlich für Münsters Schulen gelten.
Das Gesundheitsamt entwickelt derzeit ei nen Ordner mit Hygieneleitfaden, der später
auch noch zur (ernährungsphysiologischen) Qua lität der Verpflegung ausgeweitet wer-
den soll. In dem Ordner sind neben den In formationen zur Hygiene auch Checklisten
und Dokumentationsbögen enthalten und die verwaltungsin ternen Ansprechpartner be-
nannt. Diese werden mit allen beteiligten Ämtern abgestimmt.
Im 2. Quartal sollen die Hygieneschulu ngen der städtischen Mitarbeiterinnen in den
Schulküchen beginnen. Die Schulungen sollen vor Ort in den Schulküchen an Hand des
Hygieneordners durchgeführt werden.
Hygieneschulungen müssen lt. Lebensmittelh ygieneverordnung jährlich durchgeführt
werden, zum Infektionsschutz alle 2 Jahre.
Die Fachkraft für Schulverpflegung berät so wohl die Ämter für Schule und Weiterbil-
dung sowie Kinder, Jugendliche und Familien als auch die Schulen selber bei der Aus-
wahl eines neuen Caterers, der Erstellung ei nes Leistungsverzeichnisses und der Aus-
stattung der Schulküchen.
Perspektivisch soll nach der Aufarbeit ung der hygienischen Anfo rderungen die ernäh-
rungsphysiologische Qualität sowohl der Mittagsverpflegung als auch der Angebote der
Schulkioske in den Fokus genommen werden. Hierzu soll es Schulungen und Beratun-
gen vor Ort geben.
Mit der FH Münster, Fachbereich Oeco trophologie gibt es Überlegungen, u a.
Workshops zur Hygiene mit praktischen Anteilen anzubieten.
Ab 2013 ist geplant, sich mit dem gleichen Thema den Kitas zu widmen, in denen eben-
falls eine Verpflegung von Kindern stattfindet.
Gesundheitsprävention ist Armutsprävention. Eine stabile psychi sche und physische Ge-
sundheit ist Grundvoraussetzung dafür, dass Kinder sich gut entwickeln. Eine gesunde
Ernährung und ausreichend Bewegung von Anfang an sind von gr oßer Bedeutung für die
weitere Gesundheitsentwicklung im Laufe eines Lebens, da die in der Kindheit angelern-
ten Muster oftmals lebenslang prägen.
Die Fachstelle „Frühe Hilfen“ hat ihr Angebot zur kindbezogenen Armutsprävention in
Münster weiter ausbauen können. Aufsuchende Hilfen durch eine Kinderkrankenschwes-
ter und eine Ernährungsberaterin kompletti eren das bereits bestehende Angebot. Unter
der fachlichen Leitung einer Är ztin bietet das Gesundheitsamt unterschiedliche Unterstüt-
zungsmöglichkeiten an:
Die gesundheitliche Betreuung von Schwangeren und jungen Müttern mit besonderem
Unterstützungsbedarf von der Schwangerschaft bi s zum ersten Geburtstag des Kindes
durch Familienhebammen bildet di e erste Stufe möglicher Hilfen. Ziel ist es, die Schwan-
gere darin zu unterstützen, alle Möglichkeiten einer ge sunden Lebensführung für sich und
ihr Kind in Anspruch zu nehmen und damit dem Kind einen gesunden Start ins Leben zu
ermöglichen. Gleichzeitig sollen den Müttern und Vätern Wege zu Beratungsstellen und
gesundheitsfördernden Angeboten in ihrem Lebensumfeld geebnet werden. Ergänzt wird
dieses Angebot durch die wöchentlichen Hebammensprechstunden in 18 Kindertagesein-
richtungen in verschiedenen Stadtteilen.
6
Die aufsuchenden gesundheitlichen Hilfen durch di e Familienkinderkrankenschwester, die
Ernährungsberaterin, den Oeco trophologen und die Fachstell enleitung ermöglichen es
darüber hinaus in Familien mit aktuellen Pr oblemen zum Thema Gesundheit gezielt Lö-
sungsstrategien zu finden. Dabei werden K ontakte zu Ärzten und Krankenhäusern herge-
stellt, Beratungen zu Ernährung, Hygiene und Familienplanung durchgeführt und z. B. in
Fällen von Schimmelbelastung des Wohnraumes gemeins am mit Wohnungsunternehmen
und städtischen Ämtern schnelle Abhilfe geschaffen.
Darüber hinaus finden Eltern, die sich Sor gen um die Entwicklung ihrer Kinder machen,
neben einer qualifizierten persönlichen Beratung die Option der Entwicklungsdiagnostik
und, wenn nötig, Frühförderung im Vorschulalter. Diese Angebote werden grundsätzlich
aufsuchend ermöglicht.
Im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hat das Gesund-
heitsamt sich mit der Behindertenkoordinat orin über mögliche Ma ßnahmen ausgetauscht.
Bisher umgesetzt wurden:
Schulung der Abteilungsleitungen zum Thema Inklusion durch die Behindertenkoordina-
torin im Oktober 2011.
Aufsuchende Hilfen der KollegInnen aus dem Bereich Kinder- und Jugendgesundheit
sowie Sozialpsychiatrischer Dienst
Besonders auf die Zielgruppe abgestimmte Be lehrungen nach §§ 42 und 43 Infektions-
schutzgesetz zum Umgang mit Lebensmitteln , Hygieneregeln und Beschäftigungsver-
boten, die vor Ort bei Westfalenfleiß oder in den Förderschulen des LWL angeboten
werden.
Ergänzung der KOMM-Datenbank über die barrierefreie Zugänglichkeit der Gebäude
und Hinweise dazu auf der Internetseite des Gesundheitsamtes.
Angebot von Nutzung einer FM-Anlage fü r Schwerhörige oder Hinzuziehung von Ge-
bärdensprachdolmetschern bei Veranstaltungen des Gesundheitsamtes
Zusammenarbeit mit der Kommission zur För derung der Inklusion von Menschen mit
Behinderungen und deren Arbeitskreisen
Aufnahme des Themas in die Gesundheitskonferenz am 20. Juni 2012
Zur Umsetzung des Migrationsleitbildes der Stadt Münster haben auch in 2011 ver-
schiedene MitarbeiterInnen des Gesundheitsam tes an Fortbildungen teilgenommen bzw.
auch eine Infoveranstaltung für die sozialen Dienste des UKM angeboten.
Der Sozialpsychiatrische Dienst hat seit 2 010 migrationsspezifische Daten erhoben, die
inzwischen ausgewertet wurden (s. Produkt Sozialpsychiatrische Hilfen).
7
3. Produktübersicht
Produktplan des Gesundheitsamtes
Die Produktstruktur bildet di e Gliederung des Haushaltsplans der Stadt Münster. Die Auf-
gaben des Gesundheitsamtes sind komplett dem Produktbereich „Gesundheitsdienste“
und der gleichnamigen Produktg ruppe zugeordnet. Nachfolgend eine Übersicht des Pro-
duktplans des Gesundheitsamtes:
Nr. Produktbereich Nr.
Produktgruppe Nr. Produkt
07 Gesundheits-
dienste
07.01 Gesundheits-
dienste
07.01.01 Übergreifende
Gesundheitsförderung
07.01.02 Kinder- und Jugend-
gesundheit
07.01.03 Ärztlicher Untersuchungs-
und Gutachtendienst
07.01.04 Gesundheitsschutz
07.01.05 Sozialpsychiatrische Hilfen
07.01.06 Krankenhausumlage
(reine Finanzposition)
8
9
Produkt: Übergreifende Gesundheitsförderung
(incl. Projektmanagement, Gesundheitsberichter stattung, Gesundheitsplanung, internem und
Vertragscontrolling)
Kurzdarstellung
Die gesundheitlichen Verhältnisse in der Stadt Münster werden beobachtet, erfasst und
bewertet.
Maßnahmen und Projekte zur Prävention u nd kommunalen Gesundheitsförderung werden
über das Gesundheitsamt und die Kommunale Ge sundheitskonferenz initiiert und durch-
geführt.
Es werden insbesondere folgende Aufgaben im Einzelnen wahrgenommen:
• Kommunale Gesundheitsplanung
• Gesundheitsberichterstattung
• Gesundheitskonferenz, einschl. der Betreuung ihrer Arbeitsgruppen
• Konzept- und Projektentwicklung sowie Management des Gesundheitshauses
• Durchführung von bzw. Beteiligung an übe rgreifenden Projekten zur Gesundheits-
förderung
• Gesunde Städte-Büro: Aktivitäten vor Ort
• Internes Controlling und Vertragscont rolling der geförderten Freien Träger
10
Ressourcen
• Stellen (gem. tatsächlicher Arbeitszeit; Stand: 31.12.2011) 3,8
• Aufwendungen gesamt 434.777 €
davon
Personalaufwendungen 188.501 €
Zuschüsse an
o Tumor-Netzwerk Krebsberatung im Münsterland e.V. 30.680 €
o Deutsche Multiple Sklerose-Gesellschaft Münster e.V. 19.980 €
• Erträge 73.013 €
• „Zuschussbedarf“ für das Produkt -361.764 €
Eckdaten/TOP-Kennzahlen
Ab 2012 sollen neue und für dieses Produkt au ssagekräftigere Kennzahlen die bisherigen
Leistungsdaten in der Produktbeschreibung er setzen. Diese sind – noch ohne Zahlenwer-
te – nachfolgend abgebildet.
Bezeichnung
2009 2010 2011
Sitzungen der Gesundheitskonferenz und ihrer Arbeitskrei-
se
16 5 2
Öffentliche Veranstaltungen zur kommunalen Gesundheits-
förderung
Kennzahl wurde 2011
erstmalig erhoben
8
Projekte in Kooperation mit dem
Gesunde Städte-Büro
Kennzahl wurde 2011
erstmalig erhoben
3
Ziel im Haushaltsplan 2011
Unterstützung und Förderung von gesundhei tsfördernden Lebensbedingungen und Le-
bensweisen durch Erfassung und Analyse des Ist-Zustandes sowie Entwicklung von Maß-
nahmen. Hierzu dient beispielhaft folgendes Indikatorziel:
Ziel: Durch systematisches Controlling der Umsetzungsmaßnahmen soll erreicht
werden, dass die von der Gesundheit skonferenz beschlossenen Handlungs-
empfehlungen zu mindestens 60 % inner halb eines Jahres umgesetzt wer-
den.
Zielkennzahl Anzahl umgesetzter Handlungs empfehlungen innerhalb eines Jahres nach
Beschlussfassung (in %)
Ergebnis 2011: 67 %
Anmerkung: Zum Haushaltjahr 2012 wurde das Zi el zu diesem Produkt, das in der Pro-
duktbeschreibung im Haushaltsplan abgebildet ist, wie folgt umformuliert:
Unterstützung und Förderung von gesundhei tsfördernden Lebensbedingungen und Le-
bensweisen durch Erfassung und Analyse des Ist-Zustandes sowie Entwicklung von Maß-
nahmen. Zu diesem Zweck wird jährlich ein Sc hwerpunktthema definiert. Dazu werden
Handlungsempfehlungen entwickelt.
Arbeitsbericht
Rückblick und Erläuterungen 2011
Gesunde Städte-Aktivitäten
Anlässlich des Weltgesundheit stages am 17. April 2011 wu rde in der Marienschule
- bischöfliches Gymnasium - durch Münsters Oberbürgermeister und dem Gesunde
Städte-Netzwerk der Startschuss für den bundesweiten Wettbewerb „Planspiel Ge-
sunde Stadt - Jugendliche forschen für unsere Gesundheit“, gegeben. Die hervorra-
genden Ergebnisse der Marienschule führten s päter zu einer Prämierung der guten
Leistungen.
Gemeinsam mit der Selbsthilfe-Kontaktste lle als Partner der Gesunde Städte-Arbeit
wurde anlässlich des Selbsthilfetages am 14. Juli 2011 eine gemeinsame Präsentati-
on der Gesunde Städte-Aktivitäten für Müns ter vorgestellt. In den kommenden Jah-
ren soll diese Arbeit abwechs elnd über die Selbsthilfe- Kontaktstelle und das Ge-
sundheitsamt den Bürgerinnen und Bürgern näher gebracht werden und zur Mitwir-
kung einladen.
Am 30. November 2011 startete das bundes weite von der Bundeszentrale für ge-
sundheitliche Aufklärung entwickelte Projek t „Gesund aufwachsen für alle!“ Das Ge-
sunde Städte-Netzwerk ist neben den Komm unalen Spitzenverbänden Partner die-
ses Prozesses. Als „Sekretariatsstadt“ hat das Gesundheitsamt eine aktive Mitwir-
kung am Partnerprozess zugesagt.
11
Gesundheitskonferenz
In der Sitzung der Gesundheitskonferenz am 30. März 2011 wurden die Handlungs-
empfehlungen „Gesund älter werden in Müns ter - psychische Gesundheit und
Gesundheit durch soziale Integration und Teilhabe“ einvernehmlich verabschie-
det. Sie sind der 3. Baustein und der Absc hlussbericht des Arbeitskreises „Gesund
älter werden in Münster“. An der Umsetzung wird weiter gearbeitet.
Am 16. November 2011 hat die Gesundheit skonferenz eine gemeinsame Sitzung mit
der Pflegekonferenz abgehalt en. Hieraus ist eine neue Projektgruppe der Gesund-
heitskonferenz zum Thema „Ärztliche Versorgung in stationären Pflegeeinrich-
tungen der Altenhilfe“ entstanden, die ihre Arbeit am 07. März 2012 aufgenommen
hat.
Bündnis gegen Depression Münster
Das Bündnis gegen Depression Münster best eht seit Beginn de s Jahres 2010 und
wird geschäftsführend vom Gesundheitsamt betreut. In 2011 wurden schwerpunkt-
mäßig Vorträge zum Thema „Depression und Kinder und Jugendliche“ durch ver-
schiedene Mitglieder des Bündnisses angebot en (s. auch Produkt Kinder- und Ju-
gendgesundheit). Ein monatliches Beratungsangebot fand im Gesundheitshaus statt.
Die Sprecher des Bündnisses hielten Vort räge bei Gesundheitstagen in verschiede-
nen großen Firmen darunter auch bei der Stadtverwaltung. Eine große gemeinsame
Ausstellung aller Kunsttherapien der psyc hiatrischen Krankenhäus er fand im Lan-
deshaus im August 2011 unter Beteiligung vieler Betroffener statt.
„check your kid“
Mit dem Landesinstitut für Gesundheit un d Arbeit (LIGA) ist unter dem Titel „check
your kid“ im Frühjahr 2011 eine gemeinsame Akti onswoche zur Motivation der El-
tern, ihre Kinder im Rahmen der U-Unte rsuchungen der Kinderärztin/dem Kinderarzt
vorzustellen (speziell U8 und U9), durchgeführt worden. In diesem Rahmen wurden
u. a. Info-Stände in der Innenstadt, bei der Münster-Tafel und beim Jobcenter Kin-
derhaus (in Kooperation mit dem MiMi-Projekt) betreut sowie unter Teilnahme der
Landesgesundheitsministerin, Frau Steffens, ein Aktionstag im Zoo durchgeführt.
Gesundheitsberichterstattung
Im Jahr 2011 hat das Gesundheitsamt 2 Gesundheitsberichte ve röffentlicht und in
mehreren Fachausschüssen vorgestellt:
• Gesundheitsbericht, Band 17: Gesundheitsrahmenbericht für Münster
• Gesundheitsbericht, Band 18: Gerontopsychiatrische Versorgung von demenzer-
krankten Menschen in Münster
12
Gesundheitshaus
Das Gesundheitshaus versteht sich als Plattform für die Themen Gesundheit, bür-
gerschaftliches Engagement und Selbsthilfe. Neben der Dauervermietung von Büro-
räumen finden auch zahlreiche Einzelvermietungen von multifunktionalen Bespre-
chungs- und Fachräumen statt. Ziel all dieser Vermietungen ist es, zu den vorge-
nannten Themen Informationen, Beratungen, Veranstaltungen und Kurse für
münstersche Bürgerinnen und Bürger anzubieten. Da der Personalkostenzuschuss
aus Stiftungsmitteln aus Konsolidierungs gründen gesenkt werden musste, steht seit
dem 01. Mai 2011 für die Koordination des Gesundheitshauses keine ganze sondern
nur noch eine 0,6 Stelle zur Verfügung. In 2011 wurden umfangreiche Änderungen in
der Organisation des Hauses in Zusamm enarbeit mit den anderen Mietern und Eh-
renamtlichen erarbeitet. Die Veränderungen im Veranstaltungsmanagement und die
bauliche Optimierung des Gebäudes sollen in 2012 greifen.
Aktuelles 2012
Am 21. März 2012 fand im Gesundheitsamt er stmalig eine Veranstaltung für alle Prü-
fungsausschussvorsitzenden statt zum Thema „Qualitätssicherung im Prüfungs-
wesen der nichtärztlichen Gesundheitsfachberufe“. Ziele des Treffens waren ins-
besondere eine Vereinheitlichung der Vor gehensweise bei Prüfungen und die Mini-
mierung von Formfehlern währ end des Prüfungsverfahrens . Zudem wurden Fragen
der Vorsitzenden zu besonderen Fällen bzw. Vorkommnissen diskutiert und geklärt.
Der Erfahrungsaustausch wird künftig einmal jährlich wiederholt werden.
Als gemeinsame Veranstaltung von Gesunde Städte-Büro, Selbsthilfe-Kontaktstelle
und Seniorenvertretung wird derzeit ein Na chmittag im Gesundheitshaus geplant.
Unter dem Titel „Gesund und aktiv – älte r werden in Münster“ werden am
13. September 2012 verschiedene Vereine und Gruppen vor gestellt, die die Münste-
raner dabei unterstützen, gesund älter zu werden. Diese Veranstaltung ist auch als
ein Teil der Umsetzung der Handlungsem pfehlungen „Gesund älter werden in Müns-
ter“ zu verstehen.
Da die reguläre Mitgliedschaft im Deutschen Bündnis gegen Depression Ende
2012 endet, findet derzeit eine Abstimmung über die Weiterarbeit des Bündnisses in
Münster statt. Unter dem Schwerpunktthema 2012 „Depression im Alter“ werden ins-
gesamt 9 Vorträge an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Themen angebo-
ten. Am 07. Dezember 2012 wird eine große Veranstaltung im Rathausfestsaal statt-
finden, die die Arbeit des Bündnisses verdeutlichen wird und mit Vorträgen und Info-
ständen geplant ist.
Über den Bürgerhaushalt wurden der Verwaltung für die Jahre 2012 und 2013 je-
weils 25.000 Euro für Gesundheitsförder ung mit dem Schwerpunkt „Ernährung in
Grundschulen“ zur Verfügung gest ellt. Der Politik wurde hi erzu ein Konzept vorge-
legt, welches Zustimmung fand und zur Entsperrung der Mittel führte. Eine Ernäh-
rungsfachkraft wird in den Schulen neben theoretischen Einheiten mit den Kindern
kleine Gerichte kochen. Ergänzt wird dies es Angebot durch eine Lehrerfortbildung,
ein Einkaufstraining für Eltern und ein Gesundheitstag an der Schule. In der Lehrer-
fortbildung und am Gesundheitstag wird auc h auf die Bedeutung von Bewegung ein-
gegangen.
Über die Gewinnausschüttung der Sparkasse Münsterland-Ost können Gelder
für therapeutisches Reiten für Kita-Ki nder verwendet werden. Außerdem kann ein
13
14
Kurs für Schwangere zur Adipositas-Prä vention durchgeführt werden, der positive
gesundheitliche Auswirkungen sowohl für di e werdenden Mütter als auch für die Un-
geborenen erreichen soll.
15
Produkt: Kinder- und Jugendgesundheit
Kurzdarstellung
Das Gesundheitsamt hat u. a. die Aufgabe, Kinder und Jugendlic he vor Gesundheitsge-
fahren zu schützen und ihre Gesundheit zu fördern. Daher sind alle Leistungen des Amtes
für die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen in diesem Produkt gebündelt. Für die viel-
fältigen Aufgaben hält das Ge sundheitsamt in der Abteilu ng für Kinder- und Jugendge-
sundheit den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst, die Beratungsstelle „Frühe Hilfen im
Gesundheitsamt“ und den Kinder- und Jugendzahng esundheitsdienst vor. Ebenfalls die-
sem Produkt zugeordnet sind die Kinder- und J ugendpsychiatrischen Hilfen, die jedoch in
der Abteilung „Sozialpsychiatrischer Dienst“ organisatorisch angesiedelt sind.
Ressourcen
• Stellen (gem. tatsächlicher Arbeitszeit; Stand: 31.12.2011) 26,1
• Aufwendungen gesamt 1.785.033 €
davon
Personalaufwendungen 1.669.499 €
Zuschüsse an
o Verein für Mototherapie und psychomotorische
Entwicklungsförderung e.V. 46.020 €
• Erträge 45.025 €
• „Zuschussbedarf“ für das Produkt -1.740.008 €
Eckdaten/TOP-Kennzahlen
Die für die Kinder- und Jugendgesundheit zuständigen Mitarbeiter/-innen des Gesund-
heitsamtes erfüllen ausgehend von den verschiedenen gesetzlich fi xierten Aufträgen zahl-
reiche Aufgaben im Dienste der Gesundheitsfö rderung und Prävention. Es bestehen zu
diesem Zweck Kontakte zur Bevölkerung und zu anderen professionellen Akteuren auf
den verschiedensten Ebenen. Ein großer Anteil der Aufgaben wird vor Ort z. B. in Schu-
len, Kindertagesstätten oder aufsuchend in Familien erfüllt.
Die folgende Tabelle gibt daher Kennzahlen wieder, die Anhaltspunkte für die Entwicklung
der Arbeitsbereiche geben.
16
Bezeichnung 2009 2010 2011
Schuleingangsuntersuchungen incl. Impfkontrolle und
-beratung
2.456 2.381 2.405
davon Jungen 50,3% 49,9% 53,8%
………Mädchen 49,7% 50,1% 46,2%
davon Untersuchungstermine direkt in der Kita keine An-
gaben
1.402
= 58,6%
1.533
= 63,7%
………Untersuchungstermine „im Amt“ 458
= 19,2%
472
= 19,6%
davon mit Migrationsvorgeschichte
………nach „Herkunft“ der Familie
(Berücksichtigung der Herkunft von Mutter und Vater)
833
= 34,2%
844
= 35,8%
920
= 38,8%
…….nach Geburtsland der Mutter
(Berücksichtigung nur der Geburtsherkunft der Mutter)
keine An-
gaben
642
= 27,3%
724
= 30,4%
Schulentlassuntersuchungen 538 394 509
Termine in Einrichtungen 336 434 483
Schulsprechstunden (in Stunden) 571 625 522
Telefonische Beratung zum Infektionsschutz und Hygie-
ne in Einrichtungen / nicht meldepflichtige Erkrankun-
gen, Anzahl der Fälle (mi t Angabe von Besonderheiten
im Meldejahr)
444
Grippe-
H1N1
87
309
EHEC
und In-
fluenza
Anzahl meldepflichtiger Erkrankungen nach § 34 Abs. 6
IfSG aus Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder
862 654 691
Begutachtungen nach dem Schulgesetz 366 408 373
Amtsärztliche und sonstige Gutachten für Kinder und
Jugendliche
605 448 553
Sprachheilambulanz: Kinder in Betreuung1 265 210 144
davon Neuvorstellungen 145 122 61
Schulzahnärztlich untersuchte Kinder 15.993 15.075 16.913
1 In 2011 schrittweise Rückführung der operativen Sprachheilarbeit durch Honorarkräfte in Einrichtungen und
strukturelle Eingliederung der Sprachheilarbeit in das Konzept der Beratungsstelle frühe Hilfen
17
Bezeichnung 2009 2010 2011
Veranstaltungen zur zahnärztlichen Gruppenprophylaxe 312 316 237
Veranstaltungen zur Ernährungsberatung 75 100 64
In der Beratungsstelle vorgestellte Kinder und
Jugendliche
828 819 801
davon mit Migrationsvorgeschichte 34% 39% 47%
Kinder in heilpädagogischer Frühförderung 143 151 157
davon mit Migrationsvorgeschichte 33% 34% 43%
Aufsuchende Gesundheitshilfen 350 350 350
davon mit Migrationsvorgeschichte ca. 60% ca. 60% 65%
Familien-Kinderkrankenschwester,
Anzahl betreute Familien
kein
Angebot
kein
Angebot
8
davon mit Migrationsvorgeschichte - - 62%
Familienhebamme, Anzahl betreute Frauen 95 125 150
davon mit Migrationsvorgeschichte ca. 60% ca. 60% 62%
Ernährungsberatung, Anzahl betreute Familien kein
Angebot
kein
Angebot
3
davon mit Migrationsvorgeschichte - - 100%
Kinder- und Jugendpsychiatrische Hilfen (Anzahl Kinder,
Jugendliche und junge Volljährige)
168 267 225
davon männlich 132
davon weiblich 91
davon anonyme Beratung, deshalb keine ge-
schlechtliche Zuordnung möglich
2
Kinder- und Jugendpsychiatrische Sprechstunden im
Kommunalen Sozialdienst (Anzahl Kinder, Jugendliche
und junge Volljährige)
109
18
Ziele im Haushaltsplan 2011
Frühzeitige Identifizierung von Krankheiten, Behinderu ngen, Entwicklungs- und Verhal-
tensauffälligkeiten und deren positive Be einflussung durch Beratung und Vermittlung adä-
quater Förder- und Behandlungsmaßnahmen sowie Schutz vor vermeidbaren Krankheiten
(z. B. durch Impfung) und optimale Einbindung aller Kinder in das Regelversorgungssys-
tem des Gesundheitswesens. Hierzu dienen beispielhaft folgende Indikatorziele:
1. Ziel: Bei Schulanfängern soll ein Masern-Durchimpfungs grad von mind. 95 % durch
Impfstatusanalyse und Impfber atung bei jeder Untersuchung sowie durch Öffentlichkeits-
arbeit erreicht werden.
Zielkennzahl: Masern-Durchimpfungsgrad (in %)
Ergebnis 2011: 95 %
Anmerkung: Ab dem Jahr 2012 wird anstatt des Masern-Durchimpfungsgrades der Masern-
Komplettschutz (zweifache Masernimpfung) als Maßstab herangezogen.
2. Ziel: Bei den kinderärztlichen Früherkennungsuntersuchungen soll eine Teilnahmequote
von mind. 95% durch Analyse der Vorsorgedat en und Beratung bei jeder Untersuchung
sowie durch Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden.
Zielkennzahl: Teilnahmequote an kinderärztlichen Früherkennungsuntersuchungen
(mind. 8 von 9 Vorsorgeuntersuchungen, in %)
Ergebnis 2011: 94 %
3. Ziel: Die Zahngesundheitsquote von höchstens 20 % behandlungsbedürftiger Gebisse
soll bei der Gesamtzahl der untersuchten Ki nder in Kindergärten, Grund- und Förderschu-
len durch Erhebung des Ist-Zustandes, Durc hführung von Prophylaxe-Maßnahmen und
Information der Eltern sowie Multiplikatoren erhalten werden.
Zielkennzahl: Quote von behandlungsbedürftigen Gebissen bei der Gesamtzahl der un-
tersuchten Kinder (in %)
Ergebnis 2011: 18 %
Das nachfolgende Ziel ist in der Produktbesch reibung im Haushalt splan 2010 und 2011
noch dem Produkt „Gesundheitshilfen“ zugeordnet:
Die Inanspruchnahme des Hilfeangebotes der Familienhebamme soll durch offene He-
bammensprechstunden in Kitas in Stadtteilen mit besonderem Bedarf gesteigert werden.
Zielkennzahl: 650 Hebammensprec hstunden in den Kitas/Jahr
Ergebnis 2011: 666
Arbeitsbericht
Rückblick und Erläuterungen 2011
Kinder- und Jugendärztlicher Dienst
Die kinder- und jugendärztlichen Aufgaben des Gesundheitsamtes erhalten durch die
Schul- und Kindergartengesetzgebung einen breiten Zugang zu den Lebenswelten
(„Settings“) Kita, Schule und Wohnbezirk des Kindes. Die Teams nutzen die schul-
ärztlichen Untersuchungen daher umfassend für eine regelmäßige Präsenz „vor Ort“.
Hierdurch hat sich über die Jahre insbesondere bei er höhtem sozialkompensatori-
schem gesundheitlichem Unterstützungsbedar f eine umfassende Vernetzung mit Ki-
tas, Schulen und sonstigen Akteuren im Stadtteil etabliert.
Die Schuleingangsuntersuchungen dienen der Beurteilung des Gesundheits- und
Entwicklungsstandes des Kindes , sowie der Beratung der Eltern und der Beratung
der Schule insbesondere bei gesundheitlich en Störungen und Entwicklungsverzöge-
rungen. Im Grundschulbereich ist der Übergang zu schulärztlichen Sprechstunden
fließend. Hier finden im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen im Einzelfall
und soweit erforderlich intensivere Absprac hen, teilweise auch im Schulverlauf statt.
In Schulen mit ausgeprägt häufigen Gesun dheitsfragestellungen (LWL-Schulen und
Papst-Johannes-Schule) sind Schulsprechst unden regelmäßig etabliert. Der Bedarf
und die Inanspruchnahme an den offenen Schulsprech stunden an Haupt- und „För-
derschulen Lernen“ waren in den letzten Jahren wechselnd. Hier erfolgt daher in letz-
ter Zeit eine inhaltliche Straffung mi t geplantem deutlicherem Aufgabensplitting zwi-
schen Schulgesundheit und Schulsozialarbeit. Die Schulentlassuntersuchung hat
als Einrichtung der Gesundheitsberatung in der Berufsfindung an Haupt- und Förder-
schulen nach wie vor einen hohen Stellenwert.
Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst „nimmt für Gemeinschaftseinrichtungen,
insbesondere in Tageseinrichtungen für Kinder und Schulen, betriebsmedizinische
Aufgaben war“ (§12 Abs. 2 Gesetz für den ö ffentlichen Gesundheitsdienst NRW).
Neben der beratenden Unterstütz ung z. B. bei der Betreuung / Integration chronisch
kranker oder behinderter Kinder und Jugendlicher stand und steht auch die Beratung
und Betreuung in den Bereichen von Infektionsschutz und Hygiene im Vordergrund.
Diese „Betriebsmedizin“ ist als übergr eifende Aufgabe des Kinder- und Jugendge-
sundheitsdienstes zu verstehen. So haben auch alle bis her genannten Untersuchun-
gen im Zusammenhang mit Kitas und Schulen betriebsmedizinischen Charakter. Um
die „Betriebsmedizin im Sinne des ÖGDG“ dennoch fassbar abbilden zu können,
weist dieser Bericht zwei Kennzahlen aus: Die Anzahl von schulärztlichen Präsenz-
terminen in Einrichtungen sowie die Anzahl von Fallbera tungen aufgrund nicht mel-
depflichtiger Erkrankungen über die Telefon-Hotline. Diese telefonischen Beratungen
bilden die jährliche Bedarfs lage an betriebsmedizinischen Beratungen gut ab. So
wurde 2009 ein hoher Beratungsbedarf im Rahmen der H1N1-Pandemie („Schwei-
negrippe“) registriert. Im vergangenen Jahr führte schwerpunktmäßig die EHEC-
Epidemie zu einem hohen Hygiene-Beratu ngsbedarf. Bei den meldepflichtig anste-
ckenden Krankheiten in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder setzt sich der günsti-
ge Trend der vergangenen Jahre fort. So traten Masern weiterhin nicht mehr auf.
Auch die Windpocken traten durch erfolgre iche Impfprogramme nur noch vereinzelt
auf. Kopflausbefall behielt ein niedriges Niveau.
19
Schulärztliche sozialmedizinische und amtsärztliche Gutachtenaufträge an das Ge-
sundheitsamt werden/wurden durch die Abte ilung bearbeitet, solange es sich um
Kinder, Jugendliche oder j unge Erwachsene handelt, die noch eine Schule besu-
chen. Hier bilden die Fallzahlen die jeweils aktuelle Rechts- und Bedarfslage ab.
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt
Im Bereich der Frühen Hilfen konnten die bewährten Angebote mit neuen Bausteinen
verknüpft und die Hilfen für Familien dadurch sinnvoll ergänzt werden. Die Angebote
der Familienhebammen und di e Hebammensprechstunden in Kindertageseinrichtun-
gen wurden mit den Honorarkräften wie in 2010 fortgesetzt. 150 Frauen wurden
durch die Familienhebammen betreut. Insg esamt wurden 1154 Hausbesuche durch
alle Hebammen durchgeführt. Durch die H ebammensprechstunden in den Familien-
zentren gelingt es, Mütter bzw. Familien frühzeitig zu erreichen und ihnen den Weg
zu Beratung und Unterstützung zu erleichtern.
Die im Vorbericht angek ündigten Angebote zur kind bezogenen Armutsprävention
konnten erfolgreich umgeset zt werden. Die Ernährungsber atung mit Ernährungs-
schule in Kindertageseinr ichtungen und Fallmana gement „Ernährung in Familien“
startete im letzten Quartal 2011. Die Kollegin stellte das Angebot in 5 Teamsitzungen
in Kindertageseinrichtungen vor und führte neben 4 Veranstaltungen für Eltern 3 für
Kinder dort durch. Durch praktisches Tun un d Probieren wurde bei allen das Interes-
se an gesunder Ernährung gestärkt. Zusätzlic h begleitete sie Hebammen bei ihren
Sprechstunden in den Einr ichtungen. Durch diese Maßnahmen sollten mit dem An-
gebot Ernährungsberatung ein Gesicht verbunden und die geplanten Beratungen in
Familien angebahnt werden.
Im September nahm die Familienkinderkrankenschwester mit einer halben Stelle ihre
aufsuchende Arbeit für Familien auf. Sie kümmert sich um Familien mit Kindern, die
älter als ein Jahr alt sind und die Unte rstützungsbedarf im gesundheitlichen Bereich
haben. Neben den direkten Hilfen im Krankheitsfall und der Beratung zu Themen wie
Ernährung, Pflege, Allergien u. v. m. st ehen hier die Stärkung der mütterlichen Kom-
petenzen und die Anbindung an Ärzte und Beratungsstellen im Vordergrund.
In der Sprachheilambulanz kam es bedi ngt durch Erkrankungen und Arbeitsplatz-
wechsel der Honorarkräfte zu einem Rückga ng der Fallzahlen. Hier wurde ein neues
Konzept erarbeitet, das ab 2012 eine noch indi viduellere Unterstützung von Kindern
mit Sprachauffälligkeiten, die nicht im Regelsystem angebunden sind, ermöglichen
soll. Dazu wurde eine halbe Stelle Logopädie in der Beratungsstelle eingerichtet.
Zahngesundheit
Zu den meist verbreiteten Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen gehören Karies
und Parodontitis (Zahnbetterkrankungen); ihnen kann durch geeignete gesundheits-
fördernde Maßnahmen wirksam begegnet werden.
So kann das Milchgebiss seine Aufgabe als Platzhalter für die bleibenden Zähne
nicht mehr erfüllen, wenn es durch Karies und Zahnverlust geschädigt ist; mögliche
Folgen sind Zahn- und Kieferfehlstel lungen sowie Störungen der Sprach- und
Sprechentwicklung, die z. T. schon frühzei tig behandelt werden so llten, um langwie-
rige spätere Therapien zu vermeiden sowie Spätschäden zu verhindern.
20
Die Aufgaben des zahnärztlichen Dienstes umfassen:
• Beratung der Kinder, Jugendlichen und ihrer Sorgeberechtigten, ErzieherInnen
und Lehrkräfte in Fragen der Gesunderhaltung des Zahn-, Mund- und Kieferberei-
ches
• Durchführung regelmäßiger zahn ärztlicher Untersuchungen
• Maßnahmen der Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen
• Individualprophylaxe bei Kl ein- und Schulkindern sowie behinderten Kindern, so-
weit sie sonst nicht gewährleistet ist.
Die Entwicklung der Zahngesun dheit liegt auf einem rech t guten Niveau mit erfreuli-
chem Trend: Der Anteil natur gesunder Gebisse ist konstant geblieben, während die
unbehandelte Karies abgenommen hat. Die Anzahl der behande lten Kinder hat als
Resultierende zugenommen.
Der Tag der Zahngesundheit wurde 2011 im Rahmen einer Woche vom 19. - 23.
September 2011 in der Albert-Schweitzer-Schule (städtische Förderschule, Schwer-
punkt Lernen) begangen: Neben Zahnpflege-Demonstrationen in Kleingruppen wur-
de an verschiedenen Stationen das Thema Z ahngesundheit erarbeitet. U. a. konnten
die Kinder dort ihre eigene Zahnpasta herstellen und für die zahngesunde Ernährung
gab es eine Müsli-Bar.
Insgesamt nahmen alle Schüler der Klassen 1 – 6 an den Aktionen teil, die auch
nachhaltig in Erinner ung geblieben sind, wie aus Rü ckmeldungen der Lehrkräfte zu
erfahren war.
Kinder- und Jugendpsychiatrische Hilfen
Die Kinder- und Jugendpsychiatr ischen Fachstelle ist organisatorisch dem Sozial-
psychiatrischen Dienst zugeordnet. Deshalb sind alle kinder- und jugendpsychiatri-
schen Leistungen in den Kennzahlen des Sozialpsychiatrischen Dienstes enthalten
(siehe Produkt Sozialpsychiatrische Hilfen).
Die kinder- und jugendpsychiatrischen Hilfen waren 2011 leicht rückläufig, hielten
sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Es wurden 225 Kinder, Jugendliche und
junge Volljährige betreut, 132 Jungen bzw. Männer und 91 Mädchen bzw. Frauen
(zwei Fälle konnten wegen anon ymer Beratung nicht geschlechtlich zugeordnet wer-
den). Trotz der unverändert gut en Versorgungslage in Münster wird die Kinder- und
Jugendpsychiatrische Fachstelle häufig in Anspruch genommen, weil sie in dieser Al-
tersgruppe als einzige Institution aufsuchende psychiatrische Hilfen vorhält.
Hiervon profitieren insbesondere Minderjährige und junge Volljährige in psychiatri-
schen Notfallsituationen. 2011 wurden bei 35 Kindern, Jugendlichen und jungen Voll-
jährigen Kriseneinsätze durchgeführt, dies ent spricht ca. 15% aller psychiatrischen
Notfallsituationen im Sozialpsychiatrischen Dienst. Die Notfalleinsätze im Kinder- und
Jugendbereich konnten fast alle einvernehm lich mit den Betroffenen und ihren Fami-
lien geklärt werden. Nur in 2 Fällen musst e eine Einweisung mit freiheitsentziehen-
den Maßnahmen veranlasst werden.
21
22
Darüber hinaus wurden Hausbesuche vorz ugsweise bei Kindern, Jugendlichen und
jungen Volljährigen mit sozialen Rückzugs tendenzen, Suchtstrukturen, hohem Me-
dienkonsum und komplexen familiären Problemlagen durchgeführt.
Ferner widmete sich die Fachstelle schwerpunktmäßig belasteten Risikogruppen,
insbesondere wurden Kinder psychisch kranker Eltern frühzeitig und präventiv in
den Fokus genommen. 2011 erhielten - in enger Kooperation mit beteiligten Kolle-
ginnen und Kollegen im Gesundheitsamt und im Amt für Kinder, Jugendliche und
Familien - 163 psychisch erkrankte Mütter und Väter (80% Mütter und 20% Väter) mit
insgesamt 291 Kindern (47% Mädchen, 51% Jungen, 2% ohne Zuordnung) familien-
orientierte Diagnostik, Be ratung und Unterstützung. Di e meisten betroffenen Kinder
(40%) lebten ausschließlich im Haushalt des alleinerziehenden erkrankten Elternteils,
mehr als ein Drittel der Kinder (37%) waren nicht älter als 7 Jahre. Der Anteil der be-
troffenen Familien mit Migrationsvorgesch ichte nahm mit ca. 45% gegenüber 2010
(ca. 29%) zu.
Die monatlichen Sprechstunden der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Fachstelle in
allen Bezirken des Kommunalen Sozialdienst es (KSD) waren 2011 wieder angestie-
gen. Es wurden in 41 Sprechstunden 109 Fallberatungen sowie direkte Patienten-
und Angehörigenkontakte durchgeführt.
Wie in den Vorjahren hat die Kinder- und Jugendpsychiatrische Fachstelle auch 2011
in fallbezogenen multiprofessionellen Fach- und Beratungsgremien mitgewirkt.
22 Beratungstermine wurden in der Clearin gstelle der ärztlichen Kinderschutzambu-
lanz wahrgenommen (Einschätzung bei Ver dacht auf sexuelle Gewalt, körperliche
oder emotionale Misshandlung).
10 Beratungstermine fanden in der Clearings telle für psychosozial auffällige Schüle-
rinnen und Schüler statt (Vermeidung ei nes drohenden Ausschlusses vom Schulun-
terricht).
Durch das Ausscheiden des Abteilungsleite rs des Sozialpsychiatrischen Dienstes
zum 01. Juli 2011 übernahm di e Ärztin der Fachstelle für Kinder- und Jugendpsychi-
atrie die kommissarische Leitung der ges amten Abteilung bis zum 31. Dezember
2011. Dies führte im genannten Ze itraum zu einer Arbeitsve rdichtung in der Kinder-
und Jugendpsychiatrischen Fachstelle.
Personelle Verstärkung gab es durch eine Fac härztin, die auf Honorarbasis seit dem
01. Juli 2011 in der Fachstelle mitwirk t, um die gutachterlichen Aufgaben gemäß
§35a SGB VIII (Eingliederungshilfen für seelisch erkrankte Minderjährige) zu sichern.
Das Projekt „Bündnis gegen Depression bei Kindern und Jugendlichen “ wurde
erfolgreich weitergeführt. 2011 wurden mit allen Beteiligten 4 ö ffentliche Veranstal-
tungen zum Thema organisiert, die auf eine große Resonanz stießen.
Aktuelles 2012
Kinder- und jugendärztlicher Dienst
Schulsprechstunden
Um Versorgungslücken besser zu schließen , wurde 2012 das bestehende Konzept
der offenen Sprechstunden angepasst und dur ch ein Angebot auf Veranlassung der
Schule und Schulsozialarbeit ersetzt. Ein Fa ltblatt wurde zu dem neu ausgerichteten
Angebot für Institutionen entwickelt. Im schulischen Alltag haben Lehrkräfte und
Schulsozialarbeiter/Innen heute nicht nur mit einem Kind und einer Erkrankung zu
tun sondern von Klasse zu Klasse mit wech selnden „Problemfällen“; dies erfordert
eine Flexibilisierung der Angebote. Lehr personen haben zunehmend Informations-
bedarf zu Kindern mit chr onischen Erkrankungen und Be hinderungen, zu Krankhei-
ten, Medikamenten, Krankheitsverlauf und deren Auswirkungen auf Lernfähigkeit.
Die Umsetzung der UN Behind ertenrechtskonvention im Bereich der allgemeinen
Schulen und die Wahlfreiheit zwischen den Förderorten allgem eine Schule und För-
derschule führt bereits zu einem zunehmen den Beratungsersuchen (spezifisch indi-
viduelle Ausgangslagen und die Bedürfnisse des Kindes be i der Förderung unter ge-
sundheitlichen/ medizinischen Ge sichtspunkten). Eine verstärkte Kooperation mit -
und Beratung von - Pädagogik, Schulgesundheit und Schulsozialarbeit mit und an
dem System Schule steht aktuell im Vordergrund.
Berichterstattung
Die standardisierte sozial pädiatrische Untersuchung des Jahrgangs liefert Erkennt-
nisse zum Entwicklungsstand und zur gesundheitlichen Lage der Kinder. Der Bericht
zur Schuleingangsuntersuchung in Münster; Schuljahr 2010/11 und 2011/12 wurde
im Jahr 2011 erstellt und di ent 2012 der Basisinformation zu ausgewählten Themen-
komplexen.
Frühe Hilfen im Gesundheitsamt
Die in der Vorlage V/0239/2011 beschriebene Umstrukturierung der Sprachheilthera-
pie mit dem Einsatz einer Logopädin inner halb der Beratungsstelle Frühe Hilfen
(0,5 Stelle) wurde im März 2012 umgeset zt. Durch eine enge Kooperation mit den
Kindertageseinrichtungen sollen in Zukunft Kinder mit Sprachauffälligkeiten, die bis-
lang nicht im Regelsystem angebunden werden konnten, in der Beratungsstelle be-
darfsgerecht diagnostiziert und dann an Therapeuten weitervermittelt werden.
Da die Projekte Familienhebamme und Hebammensprechstunden in Kindertages-
stätten nur bis Ende 2012 finanziell abgesicher t sind, muss im laufenden Jahr über
die Weiterführung als Daueraufgaben entschieden werden. Eine entsprechende Vor-
lage für die politischen Gremien wird derzeit erarbeitet.
Zahngesundheit
Im Arbeitskreis Zahngesundheit wurde ei ne neue Honorarkraft für die Gruppenpro-
phylaxe eingestellt, die speziell für ei n neu entwickeltes Grundschulprogramm (modi-
fiziertes Arbeiten an Stationen) eingesetzt wird und ihre Arbeit erfolgreich zum Schul-
jahr 2011/12 begonnen hat und weiter führen wird. Sie unterstüt zt die langjährige Ar-
beit der Prophylaxeberaterin sowie die Honorartätigkeit der Ernährungsberaterin.
23
Der zahnärztliche Dienst hat ein Faltblatt üb er seine vielfältigen Angebote entwickelt,
welches für Institutionen und Anbieter gedacht ist, die sich mit dem Thema Zahnge-
sundheit befassen. Im Ausschuss für Sozi ales, Gesundheit u nd Arbeitsförderung
(AGSAf) wurde eine Vorlage sowie ein Bericht in Form eines Powerpoint - Vortrages
erstellt, der ergebnisorientiert die Arbeit des Zahnärztlichen Dienstes und des Ar-
beitskreises Zahngesundheit darstellte.
Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst
Seit dem 01. Januar 2012 arbeitet eine weitere Honorarärztin 3 Stunden wöchent-
lich in der Fachstelle Kinder- und Jugendpsychiatrie mit, um schnelle Einzelfallhilfen,
insbesondere Hausbesuche, anbieten zu können. Die Honorarärztin befindet sich in
der Facharztweiterbildung.
Die Handlungsempfehlung en und Checklisten zum Kinderschutz bei drogenab-
hängigen Schwangeren und Eltern werden im Rahmen der multiprofessionell zu-
sammengesetzten Arbeitsgrupp e – unter Berücksichti gung des neuen Bundeskin-
derschutzgesetzes – 2012 fortgeschrieben. Schwerpunkte sind die Verbesserung der
interdisziplinären Vernetzung und die frühzeitige Erkennung und Erfassung von kind-
lichen Gefährdungslagen.
Das Projekt „ Bündnis gegen Depression bei Kindern und Jugendlichen “ wird
sich 2012 an 2 weiteren Veranstaltungen des Bündnisses gegen Depression Münster
beteiligen.
Die Fachstelle wirkt mit bei dem Pilotprojekt „Integration und Rehabilitation stark
verhaltensauffälliger Schülerinnen und Schüler im Bildungsgang Realschule
und Gymnasium“ (Villa Interim).
24
25
Produkt: Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachtendienst
Kurzdarstellung
Das Gesundheitsamt erstellt im Auftrag ärztliche Zeugnisse und Gutachten auf der Grund-
lage entsprechender Rechtsvor schriften als Entscheidungshilf e für externe Behörden und
die Stadtverwaltung.
Außerdem werden im Auftrag des Personal - und Organisationsamtes betriebsärztliche
Aufgaben für die ca. 5.750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung wahrge-
nommen.
Im Rahmen des amtsärztlichen Gutachtenwesens werden insbesondere folgende Begut-
achtungen vorgenommen:
• Gutachten nach Beamten- und Tarifrecht (z. B. bei Berufungen in das Beamten-
verhältnis, Einstellungen, Dienstfähigkei ten, Dienstunfällen, Reha-Maßnahmen,
Beihilfegewährungen)
• Gerichtsärztliche Gutachten (z. B. Pr ozess-, Verhandlungs- und Haftfähigkeit)
• Gutachten im Rahmen der Gewährung vo n Sozialleistungen (z. B. SGB II, SGB IX
und SGB XII, Asylbewerberleistungsgesetz)
• sonstige Gutachten (z. B. im Rahmen des Ordnungsrechts, Prüfungsatteste,
Kindergeldgewährung, Bescheinigungen für Steuerpflichtige)
Im Rahmen des Betriebsärztlichen Dienstes fü r die Stadtverwaltung Münster werden ne-
ben Beratungen und Informationsveranstalt ungen insbesondere arbeitsmedizinische
Eignungs- und Vorsorgeuntersuc hungen sowie Impfungen für st ädtische Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter durchgeführt.
Ressourcen
• Stellen (gem. tatsächlicher Arbeitszeit; Stand: 31.12.2011) 10,1
• Aufwendungen gesamt 740.660 €
davon
Personalaufwendungen 540.745 €
• Erträge
230.722 €
• „Zuschussbedarf“ für das Produkt -509.938 €
Eckdaten/TOP-Kennzahlen
Bezeichnung
2009 2010 2011
Amtsärztliche Zeugnisse und Gutachten 3.156 2.936 2.805
Ärztliche Gutachten im Rahmen des SGB IX
(Prüfung der Schwerbehinderteneigenschaft
incl. Gutachten durch Honorarärzte)
10.383 11.237 10.407
Zahnärztliche Zeugnisse und Gutachten 79 99 110
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen 693 1.013 1.017
Impfungen für städt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 945 745 709
Ziel im Haushaltsplan 2011
Erstellen einer zeit nahen und aussagekräftigen Entschei dungshilfe für den Auftraggeber,
hierzu dient beispielhaft folgendes Indikatorziel:
Mindestens 90 % der Gutachtenaufträge sollen jeweils innerhalb von 6 Wochen
(ohne Zusatzbegutachtung) abgewickelt werden.
Zielkennzahl: Anteil der innerhalb von 6 Wochen durchgeführten Gutachtenaufträge (in %)
Ergebnis 2011: 78 %
Arbeitsbericht
Rückblick und Erläuterungen 2011
Amtsärztliche Gutachten
Die Quote von 78% Gutachtenaufträgen, die innerhalb von 6 Wochen nach Auf-
tragseingang bearbeitet wurden, lag unter halb des Zielwertes von 90%. Gegenüber
dem Vorjahr ist jedoch eine le ichte Verbesserung um 3% fe stzustellen. Die Gesamt-
zahl amtsärztlicher Zeugnisse und Guta chten zeigt wie in den Vorjahren 2009 und
2010 weiter eine leicht rückläufige Tendenz.
Begutachtungen nach SGB IX
(Prüfung der Schwerbehinderteneigenschaft)
Die Zahlen für die Durchführung von gutachtlichen Stellungnahmen und Untersu-
chungen zur Feststellung des Grades der B ehinderung incl. der Beteiligung bei ent-
sprechenden Widersprüchen und Klageverfahren vor dem Sozialgericht sind 2011
gegenüber 2010 gefallen und entsprechen jetzt etwa der Zahl der Begutachtungen in
2009.
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Zum Aufgabengebiet des Gesundheitsamtes gehört die Qualitätssicherung der durch
Außengutachter durchgeführten Begutachtungen sowie die ko ntinuierliche Anleitung
und Information über Neuerungen der Vers orgungsmedizinverordnung. In diesem
Rahmen erfolgte auch 2011 weiterhin die Leitung eines von der Ärztekammer aner-
kannten Qualitätszirkels für die Begutachtu ng im Schwerbehindert enrecht im Regie-
rungsbezirk Münster.
Im ersten Halbjahr 2011 hat das Gesundheitsamt eine überörtliche Fortbildungs-
veranstaltung mit ca. 65 Teilnehmerinnen und Te ilnehmern aus mehreren Kommu-
nen für die im Rahmen des SGB IX (Schwerbehindertenrecht) tätigen Außengutach-
ter in den Räumen des Gesundheitshauses organisiert und unter eigener Leitung
durchgeführt.
Betriebsärztliche Vorsorgeuntersuchungen
Der Betriebsärztliche Dienst ist im Jahr 2011 durch die Ärztekammer zur Thematik
„Gesundheitsförderung und Prävention“ zertifiziert worden.
Aktuelles 2012
Die Bedarfsberechnung des Personal- und Organisations amtes auf Grundlage der
seit Januar 2011 geltenden DGUV-Vor schrift 2 hat ergeben, dass im Betriebsmedi-
zinischen Dienst eine zusätzliche 0,5 Stelle „Betri ebarzt“ für die Stadtverwaltung
einzurichten ist. Diese ist zum Stellenplan 2012 beschlossen worden, konnte aber
noch nicht besetzt werden.
Seit 01. Januar 2012 we rden auch die ärztlichen Gutachten im Rahmen der SGB II
– Leistungen in der Verantwortung des Ges undheitsamtes erstellt und aus dem
Budget des Jobcenters bezahlt. Die Vorber eitungen für diese um fangreiche Erweite-
rung des Produkts „Ärztlicher Untersuchungs- und Gutachtendienst“ haben bereits in
der ersten Jahreshälfte 2011 begonnen. Ab Dezember 2011 erfolgte zur Vorberei-
tung und Einarbeitung eine Stundenaufstockung um 0,5 Stellenanteil für eine Ärztin,
die bisher mit 0,5 TZ beschäftigt war. Zum 01. Januar 2012 wurde eine weitere Ärztin
mit einer vollen Stelle, von der sie allerdings 10 Std. wöchentlich im Kinder- und Ju-
gendärztlichen Dienst tätig ist, für die SGB II Begutachtung eingestellt. Eine 0,5 Stel-
le medizinische Assistenzkraft konnte zu diesem Datum ebenfalls besetzt werden.
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28
Produkt: Gesundheitsschutz
Kurzdarstellung
Die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten wird durch Aufklärung, Beratung, Untersu-
chung und Aufdeckung von Infektionsketten ver hütet bzw. bekämpft. Die Einhaltung der
Hygienestandards z. B. bei Trinkwasserversorgungsanlagen, Krankenhäusern, Arztpra-
xen, Pflegeeinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen wird überwacht.
Das Gesundheitsamt klärt die Bevölkerung und Behörden weiterhin über gesundheitsge-
fährdende und gesundheitsschädigende Einflüsse aus der Umwelt auf und trägt zu ihrer
Verringerung bei.
Der Arzneimittelverkehr auf örtlicher Eben e wird überwacht und di e Bevölkerung über ei-
nen verantwortlichen Umgang mit Arzneimitteln aufgeklärt.
Das Gesundheitsamt führt die Aufsicht über die Gesundheitsfachberufe und stellt den Prü-
fungsvorsitz bei den staatlichen Examina nichtärztlicher Heilberufe.
Ressourcen
• Stellen (gem. tatsächlicher Ar beitszeit; Stand: 31.12.2011) 13,1
• Aufwendungen gesamt 1.205.210 €
davon
Personalaufwendungen 839.167 €
Zuschüsse an
o AidsHilfe Münster e.V. 249.630 €
(davon 74.400 € „kommunalisierte“ Landesmittel)
o DRK Westfalen-Lippe Jugendrotkreuz (Youth-Worker) 25.600 €
(„kommunalisierte“ Landesmittel)
• Erträge gesamt
312.551 €
• „Zuschussbedarf“ für das Produkt -892.659 €
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Eckdaten/TOP-Kennzahlen
Bezeichnung
2009 2010 2011
Infektionsermittlungen nach Infektionsschutzgesetz (IfSG)
(ohne Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder)
4.087 3.604 3.610
Belehrungen nach § 43 IfSG (Umgang mit Lebensmitteln
bzw. Tätigkeiten in Küchen)
3.425 3.431 3.723
Einzelberatungen zum Infektionsschutz insgesamt 6.411 6.690 7.822
davon Aids-/STI-Beratungen
(STI = sexually tranmitted infections,
deutsch: sexuell übertragbare Infektionen)
2.312
2.460
1.896
davon Vorladungen im Rahmen der TBC-Beratung 1.121 1.052 671
TBC-Neuerkrankungen (TBC = Tuberkulose) 19 17 17
Empfehlungen von medikamentöser TBC-Prophylaxe 25 23 19
Befundeingänge in der TBC-Beratung 1.155 1.290 1.270
HIV-Antikörpertests 640 791 678
davon Frauen 284
davon Männer 393
davon positiv 3 6 0
Untersuchungen auf Syphilis 82 118 103
davon Frauen 23
davon Männer 80
davon positiv 3 1 3
Untersuchungen auf andere STI´s 67 61 55
Zielgruppenspezifische Präventionsveranstaltungen zu Aids
und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten
38 12 9
überprüfte Trinkwasseranlagen 303 515 387
30
Bezeichnung
2009 2010 2011
Trinkwasserbefunde (Kleinanlagen, Eigen- und
Einzelwasserversorgung)
1.592 1.611 1.628
davon mit Beanstandung
(d.h. in diesen Befunden wurden mikrobiologische oder physika-
lisch-chemische Auffälligkeiten (Überschreitungen) festgestellt)
168 160 118
Trinkwasser-Hausinstallationsbefunde 3.056 3.104 2.470
davon mit Beanstandung
(d.h. in diesen Befunden wurden mikrobiologische oder physika-
lisch-chemische Auffälligkeiten (Überschreitungen) festgestellt)
577 395 441
überprüfte Einrichtungen im Rahmen Hygieneüberwachung
(z. B. Krankenhäuser, Laboratorien, Alten- und Pflegeein-
richtungen, Arztpraxen, Heime (z. B. Kinderheime), Bäder,
Fußpflegepraxen, Tätowierstudios)
54 182 130
umwelthygienische Beratungen
(Beispiele: zur Hygiene (Krankenhaus, Altenheim, Schule,
öffentl. Gebäude, Wohnungen u. a. Schimmelpilz;
Beispiele zum Trinkwasser, zum Immissionsschutz)
4.068 824 2.090
Genehmigungsverfahren nach BundesImmissionsSchutz-
Gesetz (BImSchG), Bauordnung (BauO), IfSG
197 301 317
umweltmedizinische Stellungnahmen in Genehmigungsver-
fahren (z. B. BImSchG, BauO, IfSG)
190 292 317
Apotheken- und sonstige Betriebsbesichtigungen 86 68 71
Abschlussprüfungen in Gesundheitsfachberufen 1.558 1.496 1.319
Erlaubnisse zum Führen der Berufsbezeichnung 796 745 733
Ziele im Haushaltsplan 2011
Verringerung der Gesundheitsrisiken für die Be völkerung durch Prävention, Aufklärung
und Qualität sichernde Überwachungsmaßnahmen. Hierzu dienen beispielhaft folgende
Indikatorziele:
1. Ziel: Die durchschnittliche Ausbruchdauer von Norovirusinfektionen in Krankenhäusern
soll durch Beratungen, Hygieneüberwachungen etc. verkürzt/ begrenzt werden.
Zielkennzahl: Durchschnittliche Ausbruchdauer von Norovirusinfektionen (in Tagen)
Ergebnis 2011: 12
2. Ziel: Die Beanstandungsquot e bei Wasserversorgungsanlagen -Kleinanlagen-
(Trinkwasserbrunnen) soll durch Beratungen und Ortsbesichtigungen auf unter 10% redu-
ziert werden.
Zielkennzahl: Gravierende M ängel bei Kleinanlagen (in %)
Ergebnis 2011: 8 %
Arbeitsbericht
Rückblick und Erläuterungen 2011
EHEC-Pandemie (EHEC = Enterohämorrhagische Escherichia coli)
Die EHEC-Pandemie hat in 2011 einen erheblichen Anteil der Ressourcen der Abtei-
lung für mehrere Monate blockiert. Ab Mitt e Mai 2011 traten erst in Norddeutschland
(Hamburg, Schleswig-Holstein) - später au ch in anderen Bun desländern - erhöhte
Fallzahlen einer schweren Verlaufsform von EHEC-Infektionen mit dem sogenannten
HUS (HUS = Hämolytisch-urämisches Syndrom) auf.
Bei einem anfänglich vollkommen unklaren Infekt ionsrisiko kam es zu einer sehr in-
tensiven Ermittlungsarbeit, teilweise kam es auch zu einem erheblichen Einsatz von
Wochenenddiensten.
In der Folgezeit konnte die Ursache des Ausbruchs durch epidemiologische Studien,
die aufeinander aufbauten, zunehmend eingegrenzt werden:
Aus Ägypten stammende Sprossen, die in einem niedersächsischen Gartenbaube-
trieb weiterverarbeitet wurden, wurden als Ursache für die meisten der Erkrankungs-
häufungen und Einzelerkrankungen von EHEC O 104: H 4 in den 5 betroffenen Bun-
desländern verantwortlich gemacht. Die anfänglich verdächtigten Gemüsesorten, wie
Gurken, Tomaten und Salate , konnten letztendlich nicht als Keimquelle bestätigt
werden.
Sehr selten kam es wohl auch zu Übertragungen von Mensch zu Mensch (über Cate-
ringfirmen), teilweise dann auch über kontam inierte Lebensmittel. Hier gab es einen
erheblichen Ermittlungsaufwand in Münster, auch z. B. bei einem im größeren Um-
fang betroffenen Altenheim.
Der ganz wesentliche Anstieg des Beratu ngs- und Informationsaufwandes durch das
Gesundheitsamt musste aufgefangen durch:
• Erstellung und Veröffentlic hung von Merkblättern für Schulen und Kindertagesein-
richtungen mit ständigen Akt ualisierungen auch zum al lgemeinen Hygieneverhal-
ten
31
• Aktuelle Hygieneempfehl ungen des Gesundheitsamtes auf der Homepage mit re-
gelmäßigen Aktualisierungen
• Einrichtung einer Beratungshotline tele fonisch und einer Beratungsmöglichkeit
vor Ort
• Intensivierung der regelmäßigen zeit nahen Übermittlung aktueller Fälle an das
LIGA Nordrhein-Westfalen (Landesinsti tut für Gesundheit und Arbeit Nordhrein-
Westfalen, jetzt Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen).
Letztendlich ergaben die doch erheblichen Einsatzzeiten für Ermittlungen und Bera-
tungen im Bereich der EHEC-Infektionen ei nen Arbeitsaufwand, der dazu führte,
dass manche routinemäßig vorgesehenen Aufgaben nicht oder nur eingeschränkt
durchgeführt werden konnten.
Novellierte Trinkwasserverordnung 2011
Mit Verkündung am 11. Mai 2011 im Bundesgesetzblatt trat die neue Trinkwasser-
verordnung am 1. November 2011 in Kraft.
Die Novelle bringt eine Reihe neuer Defi nitionen, die vermeintlich bestehende Un-
klarheiten beseitigen sollen. Wesentlicher ist die Einführung von Parametern betref-
fend die Radioaktivität und Uran sowie die Einführung eines so genannten techni-
schen Maßnahmewertes für Legionellen. Wesentlich schärfere Vorgaben enthält die
Verordnung für gewerbliche Vermieter und die Betreiber von Gebäuden, in denen
Dienste für die Öffentlichkeit angeboten werden, also zum Beispiel Krankenhäuser,
Ämter, Alten- und Wohnheime, Gerichte, Ho tels und ähnliche. Werden in diesen Ge-
bäuden am Wasserhahn die Grenzwerte der An lagen 1 oder 2 der Trinkwasserver-
ordnung überschritten, ist dies strafbar. Die Strafbarkeit trifft den Eigentümer des
Gebäudes als Betreiber der Hausinstallation.
Die Überwachungspflicht des Gesundheitsamts erstreckt sich nun nicht mehr nur auf
Wasserversorgungsunternehmen, sondern auc h auf die Eigentümer von Gebäuden,
in denen Wohnraum Dritten über lassen wird, also die Vermieter. Erlangt das Ge-
sundheitsamt Kenntnis von Tatsachen, di e darauf hindeuten, dass durch die Be-
schaffenheit der Hausinstallation Grenzwert e der Trinkwasserverordnung überschrit-
ten werden, muss es untersuchen, ob di ese Überschreitung zu einer Gefährdung der
menschlichen Gesundheit führen kann. Das ist beispielsweise der Fall für den Para-
meter Blei, als auch für Legionellen, die bei einer nicht ausreichenden Erwärmung
(oder Stagnation) des Wassers zu einer Gefährdung führen können. In Deutschland
gilt für den Betrieb großer zentraler Trinkwassererwärmungsanlagen seit November
2011 eine Anzeigepflicht und Untersuchungspflicht (bei Vorhandensein von Du-
schen) gegenüber dem Gesundheitsamt.
32
Tuberkulose
Nach Schätzung der WHO ist ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tbc-Bakterien infi-
ziert, weltweit erkranken etwa 8 – 9 Mi llionen Menschen neu an Tuberkulose, von
denen etwa 1,1 Millionen daran sterben. Mehr als 90% der Erkrankungen treten in
den sog. Entwicklungsländern auf.
Die Auswirkungen der globalen Situation sind auch in Deutschland spürbar. Fast die
Hälfte der Erkrankten ist im Ausland gebor en, so dass effektive Kontrollmaßnahmen
sowie eine anhaltende Aufmerksamkeit aufrecht erhalten werden müssen.
Die Tbc-Erkrankungszahlen in Deutschland nähern sich - nach Rückgang in früheren
Jahren - seit 2008 einem Plateau an. In anderen Industrienationen in Europa sind die
Zahlen sogar wieder angestiegen. In Ballung szentren wie z. B. in Berlin oder Frank-
furt am Main kann dies schon jetzt beobachtet werden (RKI 3/2012).
In Münster sind die Erkrankungszahlen noch leicht rückläufig. Das Gesundheitsamt
überwacht die Therapie mit mehreren speziellen Antibiotik a über mindestens ein hal-
bes Jahr bei dem Erkrankten. „Es ist gegen die menschliche Natur, nach Abklingen
der Symptome noch während Monaten Medi kamente zu nehmen.“ (Tuberkulose-
handbuch der Lungenliga Schweiz). Nach intensiven Ermittlungen werden die Kon-
taktpersonen der Erkrankten seit Beginn der Ansteckungsfähigkeit identifiziert und in
Abständen von mehreren Monaten wiederholt vorsorglich untersucht (Tuberkulin-
Hauttest, immunologischer Bluttest und/oder Veranlassung einer Röntgenaufnahme
der Lunge). Durch die neue Blutuntersuchung sollen möglichst schon Tuberkulosein-
fektionen diagnostiziert werden, bevor es zu einer Tuberkuloseerkrankung kommt,
um dann eine vorbeugende Behandl ung zu veranlassen. Ü ber diese Reaktion auf
gemeldete Tbc-Fälle hinaus werden gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz vorsorglich
Untersuchungen auf Tbc bei Obdachlosen, Flüchtlingen und Asylbewerbern bei Auf-
nahme in einer Gemeinschaftseinrichtung dur chgeführt bzw. veranlasst. Somit wird
eine aktive Präventionsarbeit geleistet.
Multiresistente Keime (z. B. MRSA)
Das euregionale Projekt MRSA-net, an dem sich das Gesundheitsamt Münster betei-
ligt, ist die Schaffung eines grenzübergrei fenden Netzwerks in der Region Münster-
land/ Twente. Das Projekt soll die Grundla ge für einen grenzübergreifenden Quali-
tätsverbund bilden, der durch Senkung der MRSA-Rate die medizinische Versorgung
deutlich verbessern kann. Das Gesundheits amt Münster nimmt auch an dem Folge-
projekt EurSafety Health-net teil, welche s seit November 2009 be steht. Hierbei geht
es v. a. um die Förderung der Patientensicherheit und den Schutz vor Infektionen. Es
soll die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Schutz der Menschen vor Infek-
tionsgefahren gestärkt werden. Des Weiteren so ll das Projekt auch helfen, Infektio-
nen zu vermeiden, denen Patienten im Rahm en ihrer Behandlung ausgesetzt sind.
Hierbei ist neben dem Schutz vor MRSA auch der Schutz vor anderen antibiotikare-
sistenten/ multiresistenten Keimen von großer Bedeutung.
Durch die Zusammenarbeit aller beteiligten Bereiche des Gesundheitswesens in der
Euregio kann ein grenzüberschreitendes Präventionsnetz aufgebaut werden und
somit eine bessere Zusammenarbeit und Effektivität erzielt werden.
So veranstaltet das Gesundheitsamt Münster z. B. jährliche Runde Tisch-Gespräche,
bei denen vorwiegend Vert reter aus den Krankenhäusern zusammenkommen, um
33
aufgetretene Probleme zu diskutieren, Neuerungen zu besprechen und gemeinsame
Strategien festzulegen. Auch finden regelmäßige Treffen der teilnehmenden Ge-
sundheitsämter beim Landeszentrum Gesundhei t Nordrhein-Westfalen (LZG-NRW)
statt, bei denen ein Erfahrungsaustausch u nd die Umsetzung neuer Projektideen im
Vordergrund stehen.
Im Rahmen der Projekte haben sich die be teiligten Krankenhäuser zu einem Quali-
tätsverbund zusammengeschlossen. Hierbei sind alle münsterschen Krankenhäuser
beteiligt. Die Krankenhäuser und Kliniken, die die vor gegebenen Qualitätsziele im
Rahmen des Projektes erfüllt haben, erhalt en ein Qualitäts- und Transparenzsiegel.
Das Gesundheitsamt Münster führt regel mäßige Begehungen u. a. der münster-
schen Krankenhäuser und Altenheime unter infe ktionshygienischer Sicht durch. Sind
gewisse Anforderungen erfüllt, trägt dies auch zur Erlangung des Qualitätssiegels
bei.
Arzneimittelaufsicht
Die Arzneimittelaufsicht des Gesundheitsamtes hat sich verstärkt der Sicherstellung
ordnungsgemäßer Herstellungsbedingungen für die Produktion steriler Arzneimit-
tel zugewandt. So wurden alle Hersteller ents prechender Arzneimittel im Stadtgebiet
aufgrund des am Uniklinikum Mainz bekannt gewordenen Vo rfalls einer Arzneimittel-
kontamination einer intensivierten Besichtigung unt erzogen. Veränderungen sowohl
im Herstellungsverfahren als auch im Hy gienemanagement wurden angestoßen und
werden weiter begleitet. Maß nahmen zur Überprüfung des Betäubungsmittelver-
kehrs in Arztpraxen aller Fachrichtungen wurden fortgesetzt.
PTA-Lehranstalt
Der Amtsapotheker nimmt als Prüfungsvorsit zender an der PTA-Lehranstalt (PTA =
Pharmazeutisch-Technische Assistenten/ In) Münster die Leitung einer entsprechen-
den Expertengruppe der Prüfungsvors itzenden für NRW (EFG-PTA = Expertenfach-
gruppe der Apotheker – Bereich pharmazeutisch Technisc her Assistenten/ Innen)
wahr. Eine erste Sitzung dieser Arbeitsgruppe fand statt. Neben Fragen der Anglei-
chung der Prüfungsverfahren sollen demnächst Maßnahmen zur Qualitätssicherung
eingeleitet werden.
Aids-/STI-Beratung
Neben dem sogenannten AIDS-Test werden Beratung und Untersuchungsmöglich-
keit zu anderen sexuell übertragbaren Infektionen zunehmend aktiv von den Klienten
nachgefragt. Auf diesem Hintergrund konnte 2011 mit dem MGEPA ergänzend zur
HIV-Diagnostik die Kostenübernahme für Unte rsuchungen auf Syphilis vereinbart
werden. Die Teilnahme an einer vom RKI init iierten und finanzierten Studie zu weite-
ren sexuell übertragbaren Krankheiten (Gono rrhö, Chlamydien, Trichomonaden) ist
geplant. Die Ergebnisse sollen dazu beitrag en, zukünftigen Handlungsbedarf zu klä-
ren.
34
Aktuelles 2012
Trinkwasserverordnung
Das Bundesministerium für Gesundheit hat den Entwurf einer Zweiten Verordnung
zur Änderung der Trinkwasserverordnung (T rinkwV) auf den Weg gebracht (Anfang
2012). Dieser Entwurf der Zweiten Verordnu ng zur Änderung der Trinkwasserverord-
nung stellt keine relevante Erleichterung für die untere n Gesundheitsbehörden dar,
sondern beinhaltet einschließlich der Begründung Widersprüche und Ungereimthei-
ten, die in der Folge eine praktische Umsetzung durch die unteren Gesundheitsbe-
hörden undurchführbar machen. Hier wird es durch dies e Änderungen/ Novellierun-
gen einen sprunghaften Anstieg der Trinkwasser-Hausinstallationsbefunde (Maß-
nahmewert-Überschreitungen) in den nächsten Jahren geben, verbunden mit zusätz-
lichem Arbeitsaufwand für Erfassung, Berat ung, Kontrolle, Befundanalysen, Besichti-
gung, Maßnahmenanalysen usw. Es ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand zu er-
warten, dass sich durch diese gesetzlic he Neuregelung ein Pe rsonalmehrbedarf für
das Gesundheitsamt ergibt.
Multiresistente Keime (z. B. MRSA)
Im Rahmen des EurSafety Health-net Projektes ist 2012 neben dem bereits beste-
henden Qualitäts- und Transparenzsiegel für Krankenhäuser ein entsprechendes
Siegel für Altenpflegeheime geplant. Die Qualitätsziele umfassen dabei z. B. Maß-
nahmen zur Prävention häufig auftretender Infektionen, die Schulung hygienerele-
vanter Themen und die Erfassung von Daten zur Gabe von Antibiotika und zu Infek-
tionen. Die Arbeit an diesen Qualitätszielen wird sowohl durch das Gesundheitsamt
als auch durch die Projektkoordination über prüft und führt bei erfolgreicher Umset-
zung zur Kennzeichnung der Einr ichtung mit dem EurSafety Health-net Qualitäts-
und Transparenzsiegel: Infektionsprävention in Alten und Pflege einrichtungen. Die
Auftaktveranstaltung für Münster ist für Herbst 2012 geplant.
35
36
Produkt: Sozialpsychiatrische Hilfen
Kurzdarstellung
Das Gesundheitsamt leistet sozialkompensatorische Maßnahmen für gesundheitlich unzu-
reichend versorgte Bevölkerungsgruppen und vermittelt bedarfsgerechte medizinische und
soziale Hilfen. Für Menschen mit psychi schen Störungen und Behi nderungen, Abhängig-
keitskranke und ihre Angehörigen bietet der Sozialpsychiat rische Dienst darüber hinaus
vor- und nachsorgende Hilfen sowie Unterstützung in Krisensituationen.
Es werden insbesondere folgende Aufgaben wahrgenommen:
• Sozialpsychiatrischer Dienst (Sozia lpsychiatrische Hilfen nach PsychKG, ÖGDG,
SGB II)
• Psychiatriekoordination
• Krisennotdienst an Wochenenden (au sschließlich über Honorarkräfte)
• Beauftragung und Aufsicht über die Leistungserbringung von Freien Trägern im Be-
reich der Suchtberatung und der Psychosozialen Hilfen
Ressourcen
• Stellen (gem. tatsächlicher Arbeitszeit; Stand: 31.12.2011) 8,9
• Aufwendungen gesamt 1.378.034 €
davon
Personalaufwendungen 527.372 €
Zuschüsse an
o Psychosoziales Zentrum des Diakonischen Werks MS e.V. 198.680 €
o Förderkreis Sozialpsychiatrie e.V. 3.580 €
o Krisenhilfe e.V. 97.030 €
o Rümpelfix GmbH 58.060 €
o Beratungsstellen für Suchtgefährdete
Diakonisches Werk Münster e.V. 79.340 €
(davon 20.500 „kommunalisierte“ Landesmittel)
Caritasverband für die Stadt Münster e.V. 151.490 €
(davon 20.500 „kommunalisierte“ Landesmittel)
• Erträge 115.719 €
• „Zuschussbedarf“ für das Produkt -1.262.315 €
37
Eckdaten/TOP-Kennzahlen
Bezeichnung
2009 2010 2011
Klienten insgesamt im Sozialpsychiatrischen Dienst 1.893 1.977 2.031
Erstkontakte (PsychKG) 902 921 737
Persönliche Beratungsgespräche mit Klienten (PsychKG) 2.120 2.040
Psychiatrische Notfälle 65*
1
171 229
Hausbesuche im Krisennotdienst am Wochenende 167 298 302
Eingliederungshilfen zum W ohnen gem. § 53 SGB XII (An-
zahl Clearingverfahren des LWL)
ca. 500
Sitzungen des Arbeitskreises Psychiatrie und seiner Ar-
beitsgruppen
6 9 1
*
1
Die Anzahl der tatsächlich geleisteten Kriseneinsät ze im Sozialpsychiatrischen Dienst lag höher, konnte
aber noch nicht ausreichend erfasst werden
Diese Kennzahlen enthalten auch die Leist ungen des Kinder- und Jugendpsychiatrischen
Dienstes, die aber inhalt lich unter dem Produkt Kinder- und Jugendgesundheit erläutert
sind.
Ziel im Haushaltsplan 2011
Psychisch kranke und suchtkranke Menschen sollen durch rechtzeitige und angemessene
Unterstützung befähigt werden, ein eigenverantwortliches und se lbstbestimmtes Leben in
der Gemeinschaft zu führen. Menschen in bes onderen Problemlagen (u. a. Menschen mit
Migrationsvorgeschichte, Obdachlose, sozial benachteiligte Familien, schwangere Frauen)
sollen adäquate medizinische und soziale Hilf en angeboten werden. Hierzu dienen bei-
spielhaft folgende Indikatorziele:
1. Ziel: Bei Krisenmeldungen soll in allen Fällen eine unmi ttelbare Intervention noch am
selben Tag erfolgen
Zielkennzahl: Kriseninterventionen am Tag der Meldung (in %)
Ergebnis 2011: 100 %
2. Ziel: Die persönlichen – auch aufsuchenden – Beratungsgespräche des sozialpsychiat-
rischen Dienstes sollen mindestens im bi sherigen Umfang im Ra hmen der vor- und nach-
sorgenden Hilfen aufrechterhalten werden.
Zielkennzahl: Persönliche Beratungsgespr äche pro Klient (Durchschnittswert)
Ergebnis 2011: 1,0
Zielkennzahl: Hausbesuche pro Klient (Durchschnittswert )
Ergebnis 2011: 0,6
Arbeitsbericht
Rückblick und Erläuterungen 2011
Handlungsleitlinien - Prozess- und Standardentwicklung
In 2011 setzte sich der Sozialpsychiatri sche Dienst u. a. auf grund von organisatori-
schen, strukturellen und personellen Veränderungen int ensiv mit den Arbeitsstan-
dards auseinander. Daraus resultierte die Erarbeitung von ‚Handlungsleitlinien’, die
den aktuellen Stand der Arbeit im Sozialp sychiatrischen Dienst widerspiegeln und
zugleich ein Instrument der Qualitätssic herung und Anspruch für die zukünftige Auf-
gabenerfüllung darstellen. Die Standards der Arbeit wurden in diesem Kontext neu
bewertet und hinsichtlich des Verbesserung sbedarfs hinterfragt. Dieser Prozess ist
noch nicht abgeschlossen.
Inhaltlich umfassen die Handlungsleitlini en insbesondere die Beschreibung der Zu-
ständigkeit und Tätigkeit des Sozialpsychi atrischen Dienstes nach dem Gesetz über
Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) inklusive der
Beschreibung von Interventionsansätzen, Zielen und Grundsätzen. Zudem beinhal-
ten die Handlungsleitlinien die Darstellung der Arbeits standards bzw. Vorgehenswei-
sen in Regelfällen und in psychiatrischen Krisen. Im Weiteren wird auf die Kontakt-
gestaltung mit Klient/innen eingegangen - insbesondere auf den Umgang mit suizida-
ler oder aggressiver bzw. gewaltbereiter Klientel.
Eine kontinuierliche Fortschreibung und Anpassung der Leitlinien ist vorgesehen.
Der neue Zuschnitt und die Zute ilung der Sozialbezirke sowi e die Aufteilung in zwei
Kleinteams, hat sich bewährt und zu einer Vereinfachung, besseren Übersichtlichkeit
von Arbeitsstrukturen und flexibler Gestaltung in Vertretungs situationen geführt.
Durch die ärztliche Neuausrichtung im Bereich der Erwachsenpsychiatrie und Kinder-
und Jugendpsychiatrie kann nun zeitnah und zi elorientiert auf Kr isensituationen rea-
giert werden
Die neuen Aufgaben - Hilfepla nung für psychisch auffällige Erwerbstätige gemäß
§16a SGB II und Ausarbeitung der Evaluation zur Erfassung der Klienten mit Migrati-
onsvorgeschichte bildeten ebenfa lls in 2011 weitere Schwer punkte in der Arbeit der
Abteilung.
Migration und seelische Gesundheit
Die regelmäßige Teilnahme an Arbeitskreisen, Works hops und Fortbildungen mit
migrationsspezifischen Themen gehört zu m Aufgabenspektrum und wird als Voraus-
setzung für eine kultursensible Arbeit ges ehen. Die Weiterentwicklung der interkultu-
rellen Kompetenz bleibt eine Aufgabe zu r adäquaten Umsetzung des Migrationsleit-
bildes.
Des Weiteren wurde eine Datenerhebung der Klient/innen mit Migrationsvorge-
schichte in 2011 durchgeführt. Eine entsprec hende Evaluation der Daten erfolgt An-
fang 2012.
38
Hilfeplanung für psychisch auffällige Erwerbsfähige (§16a SGB II)
Im §16a SGB II wird die psychosoziale Betreuung als eine von vier kommunalen
Eingliederungsleistungen geregelt. Ziel ist die Eingliederung von erwerbsfähigen Hil-
febedürftigen.
Der Sozialpsychiatrische Dienst erarbeite te 2011 in Kooperation mit dem Dezernat
und dem Jobcenter das Konzept für die Umsetzung der psychosozialen Betreuung
für Menschen mit einer psychischen Störung / Erkrankung sowie die entsprechenden
Formulare.
Das Konzept sieht einerseits monatliche Sp rechstunden im Jobcenter für fallbezoge-
ne Beratungen des Jobcoaches bzw. Erst beratungen von Kunden vo r. Darüber hin-
aus ist eine Beauftragung des Sozialpsychiat rischen Dienstes dur ch das Jobcenter
für eine umfangreichere Hilfeplanung und -vermittlung möglich.
Die Umsetzung des Konzeptes erfolgt ab 2012.
Hilfeplanung zur Eingliederungshilfe für behinderte Menschen
Wie auch in den vergangenen Jahren wirkte der Sozialpsychiatrische Dienst der
Stadt Münster als Vertreter des örtlichen Sozialhilfeträger s am „Individuellen Hilfe-
planverfahren“ der LWL-Behindertenhilfe Westfalen für den Bereich der Menschen
aus Münster mit psychischen Erkrankung en und/oder Abhängi gkeitserkrankungen
mit. Die Aufgabe dieses Verfahrens besteht in der Ermittlung des individuellen Hilfe-
bedarfes zur Durchführung der Leistungen im Rahmen der Eingliederungshilfe ge-
mäß §53/54 SGB XII.
Insgesamt fanden 2011 an 35 Tagen Hilfepl ankonferenzen statt, in denen über ca.
500 Anträge entschieden wurde. Beteiligt waren neben dem Sozialpsychiatrischen
Dienst der Antragssteller/die Antragsstellerin, der Anbieter des ambulant bzw. statio-
när betreuten Wohnens, der örtliche und überörtliche Sozialhilfeträger.
Außerdem nahm eine Vertreterin des Sozi alpsychiatrischen Dienstes an der Fachta-
gung vom LWL zum Thema „Richtung Inklusion - Die Entwicklung der Hilfeplanung in
Westfalen-Lippe“ teil. Der LWL erprobte in 2011 in den Regionen Hagen und Pader-
born ein weiterentwickeltes Hilfeplanverf ahren, welches ggf. ab Mitte 2012 oder An-
fang 2013 auch in Münster angewandt werden könnte.
Aktuelles in 2012
Handlungsleitlinien - Prozess- und Standardentwicklung
Die Handlungsleitlinien des Sozialpsychiatrischen Diens tes wurden im März 2012 im
Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Arbei tsförderung sowie im Integrationsrat
vorgestellt.
Unter Berücksichtigung personeller und st ruktureller Veränder ungen sowie der Zu-
nahme von Aufgaben des Sozialpsychiatrisc hen Dienstes in 2012 werden die Hand-
lungsleitlinien zum Ende des Jahres fort geschrieben und an erfolgte Veränderungen
und Erweiterungen angepasst.
39
Hilfeplanung für Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten
(§ 67 SGB XII):
Personen, bei denen besondere Lebensverhältn isse mit sozialen Schwierigkeiten
verbunden sind, haben gemäß §67 SGB XII An spruch auf Leistungen zur Überwin-
dung dieser Schwierigkeiten, wenn sie aus eigener Kraft hi erzu nicht fähig sind. Der
LWL plant die Beratung, Er hebung und Feststellung des Bedarfes zukünftig perso-
nenzentriert und Leistungserbr inger unabhängig durchführen zu lassen und hierfür
Dritte zu beauftragen. Aufgrund von Überlegungen, den Sozialpsychiatrischen Dienst
als unabhängige und erfahrene Institution mit diesen Aufgaben zu betrauen, war eine
Mitarbeiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes, neben der Amtsleitung und ande-
ren Mitarbeitern, an der Konzeptentwicklung beteiligt.
Migration & seelische Gesundheit
Die Evaluation der in 2011 er hobenen Daten erfolgte Anf ang 2012. In diesem Zu-
sammenhang wurde der Fragebogen zur Datener fassung weiterentwickelt, um im
Jahr 2012 eine verbesserte, zielgeric htete und umfassende Datenerhebung zu er-
möglichen und infolge Integrationshemmnisse und Zugangsbarrieren zur Hilfepla-
nung besser zu erkennen.
Hilfeplanung für psychisch auffällige Erwerbsfähige
Seit Anfang 2012 wird das Konzept für die psychosoziale Betreuung (SGB II, § 16a)
umgesetzt. Zwei Mitarbeiterinnen des Sozi alpsychiatrischen Dienstes führen seit
Februar 2012 monatlich Sprechstunden im Jobcenter durch. Zeitgleich wurde mit der
umfassenden Hilfeplanung und -vermittlung auf der Basi s einer Eingliederungsver-
einbarung zwischen Jobcoach und Kunde im Gesundheitsamt begonnen.
Beide Angebote zeigen eine rege Inanspr uchnahme. Es finden kontinuierliche Refle-
xionen zwischen Mitarbeitende n des Jobcenters und des Sozialpsychiatrischen
Dienstes zur Optimierung der psychosozialen Betreuung statt.
Produkt: Krankenhausumlage
Die Städte und Gemeinden beteiligen sich über eine Krankenhausumlage an der Finanzie-
rung von Krankenhausinvestition en. Die Bemessung der Umlage nhöhe orientiert sich an
der Einwohnerzahl. Rechtsgrundlage ist das Krankenhausgesetz NRW.
Dieses Produkt beinhaltet kei ne kommunalen Gestaltungsspielräume und wird in diesem
Bericht nicht näher erläutert.
Gesunde Städte Netzwerk, Bundesgeschäftsführung
Die Stadt Münster ist seit 1997 Mitglied im Gesunde Städte-Netzwerk der BRD. Ziel des
Netzwerkes ist es, Gesundheit als Querschnittsthema in komm unale und kommunalpoliti-
sche Entscheidungen stärker einzubinden und den Austausch zwischen den Kommunen
zu fördern und voneinander zu lernen. Schnitts tellen gibt es insbesondere zwischen den
Themen Gesundheit einerseits und Bildung, St adtentwicklung, Verkehr, Wohnen und Um-
welt andererseits. Dabei stehen ganz besonders Menschen in benachteiligten Lebenssitu-
ationen im Focus der Netzwerkarbeit. In enger Zusammenarbeit zwischen Fachleuten ein-
zelner Verantwortungsbereiche und im Schulterschluss mit Bü rgerschaft, Selbsthilfe und
40
41
Bürgerinitiativen lassen sich in den lokalen Lebensräumen der Menschen gesundheitsför-
dernde Maßnahmen gut implementieren.
Seit 2004 ist im Gesundheitsam t der Stadt Münster die Bun desgeschäftsstelle des Ge-
sunde Städte-Netzwerkes der BRD, angesiedelt. Das Spektrum der Dienstleistungen um-
fasst u. a. die bundesweite Koordination des Netzwerkes, di e Vorbereitung der strategi-
schen Planungen und Positionierung des Netz werkes, Geschäftsführungsarbeit gegen-
über Bundesministerien, Bund esvereinigungen, Bundesverbänden und Institutionen, Vor-
bereitung von Symposien und der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung, Bera-
tung neuer Mitglieder, Pflege des Internetau ftritts, Herausgabe der Gesunde Städte-
Nachrichten, Vertretung der Netzwerkmitgli eder, ihrer Ziele und Interessen auf Bundes-
ebene. Diese Aufgaben haben ei ne bundesweite Ausrichtung. Die Stadt Münster wird da-
mit als ein besonderer Gesundheitsstandort bundesweit, wahrgenommen. Erfahrungen
und Erkenntnisse aus der Gesunde Städte-Ar beit werden der kommunalen Gesundheits-
förderung für Münster zugeführt und ermöglichen so die Umsetzung regionaler Maßnah-
men unter dem Label „Gesunde Stadt Münster“.
Der Rat der Stadt Münster hat dem Gesunde Städte-Netzwerk die Weiterführung der Bun-
desgeschäftsstellenaufgaben bis zum Jahr 2015 zu gesichert. Das Netzwerk erstattet der
Stadt Münster für die Wahrnehmung dieser Aufgaben eine Dienstleistungspauschale.
Produktübergreifende Aufwendungen
Aufwendungen, die direkt durch das Finanz -Buchungs-Programm „SAP“ Produkten zuge-
ordnet sind und für das Produkt ausgewiesen werden, sind jeweils unter dem Stichwort
„Ressourcen“ bei den einzelnen Produkten aufgeführt.
Weitere Aufwendungen im Finanz haushalt des Gesundheitsamtes, die nicht auf die Pro-
dukte direkt fließen, sondern separat und pr oduktübergreifend in einer Summe ausgewie-
sen werden, sind:
Personalaufwendungen 316.169 €
(= Personal-Overhead)
Aufwendungen für Sach- u. Dienstleistungen 246.047 €
(= IT-Kosten)
Bilanzielle Abschreibungen 51.395 €
Sonstige ordentliche Aufwendungen 68.996 €
(= Büromaterial, Reisekosten, sonst Geschäftsaufwendungen etc.)
Aufwendungen aus internen Leistungsbeziehungen 367.670 €
(= Ansatz des Amtes für Immobilienmanagement für Miet- und Energiekosten)
4. Förderung Freier Träger im Gesundheitswesen
(produktübergreifende Darstellung)
Die enge Zusammenarbeit und K ooperation des Gesundheitsamtes mit anderen im Rah-
men der Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitshilfe tätigen Vereinen und
Initiativen soll zu einer Verbesserung der ge sundheitlichen Situation in Münster beitragen.
In diesem Kontext steht auch die finanzielle Unterstützung von Freien Trägern, die mit
ihren Präventions- und Hi lfsangeboten Menschen in gesundheitlichen Notlagen, Men-
schen mit chronischen Krankheiten und Behinder ungen unterstützen. Bi slang liegen mit
drei Freien Trägern geschlossene Leistungsvereinbarungen vor, drei weitere sind aktuell
in der Vorbereitung und Ziel ist es, in abse hbarer Zeit auch mit al len restlichen Zuschuss-
empfängern Leistungsvereinbarungen abzuschließen.
Zuschüsse an Freie Träger in den Haushaltsjahren 2009 – 2011
(Produktgruppe „Gesundheitsdienste“)
Träger
Förderungsart Aufgabengebiet Zu-
schuss
2009 in €
Zu-
schuss
2010 in €
Zu-
schuss
2011 in €
Diakonisches Werk
Münster e.V.
Personal- und
Sachkosten-
zuschuss für
Psychosoz.
Zentrum
Betreuung psych. Kranker nach
stationärer Behandlung durch
Angebote für Freizeitgestaltung
u. Hilfe bei Krisen
198.680 198.680 198.680
Förderkreis Sozialpsy-
chiatrie e.V.
Sachkosten-
zuschuss
Angebote für psychisch Kran-
ke (Treffpunkt, Veranstaltun-
gen)
3.580 3.580 3.580
Krisenhilfe e.V. Pauschal-
zuschuss
Ambulante Beratung für Men-
schen in Lebenskrisen u. bei
Suizidgefahr sowie Telefon-
bereitschaft
97.030 97.030 97.030
Rümpelfix GmbH Personal-, Miet-
und Sachkosten-
zuschuss
Stabilisierung u. Integration
für psychisch Kranke durch
beruflichen Einsatz in versch.
Betriebszweigen (Holz- u.
Fahrradwerkstatt, Transport/
Entrümpelung, Trödelverkauf,
Büroarbeit)
58.060 58.060 58.060
Beratungsstellen für
Suchtgefährdete
- Diakonisches Werk
Münster
- Caritasverband für
die Stadt Münster
Pauschal-
zuschuss
(incl. 41.000 €
„kommunalisier-
te“ Landesmittel)
Betreuung Suchtabhängiger
durch therapeutische Gesprä-
che, Vorbereitung u. Begleitung
von Entzugsbehandlungen u.
Wiedereingliederungshilfe
228.020
230.830 230.830
AidsHilfe Münster e.V.
Pauschal-
zuschuss
(incl. 74.600 €
„kommunalisier-
te“ Landesmittel)
Psychosoziale Betreuung durch
Beratung u. Hilfe für Betroffene
u. deren Angehörige zu Aids
sowie Prävention
222.420
224.230 224.230
42
43
Träger
Förderungsart Aufgabengebiet Zu-
schuss
2009 in €
Zu-
schuss
2010 in €
Zu-
schuss
2011 in €
DRK Westfalen Lippe
Jugendrotkreuz
(Youth-Worker)
„kommunalisier-
te“ Landesmittel“
Aids-Aufklärung und Beratung
für Jugendliche
25.600 25.600 25.600
Krebsberatungsstelle
im Tumor-Netzwerk im
Münsterland (TiM) e.V.
Leistungs-
vereinbarung
psychosoziale Beratung u.
längerfristige Begleitung für
an Krebs erkrankte Menschen
sowie allgemeine Information
d. Bevölkerung
30.680 30.680 30.680
Deutsche Multiple Skle-
rose-Gesellschaft Orts-
vereinig. für Münster u.
Umgebung e.V.
Leistungs-
vereinbarung
Beratung, Betreuung u. län-
gerfristige Begleitung für an
Multipler Sklerose erkrankten
Menschen u. deren Angehöri-
gen
19.980 19.980 19.980
Verein für Motothera-
pie und psycho-
motorische Entwick-
lungsförderung e.V.
Leistungs-
vereinbarung
Motopädische Förderung
durch Bewegungsübungen für
sozial benachteiligte Vor-
schulkinder mit körperli-
chen/geistigen Auffälligkeiten
u. Beratung der Eltern
46.020 46.020 46.020
Kinderneurologiehilfe-
Hilfe Münster e.V.
Pauschal-
zuschuss
ambulante Betreuung u. Nach-
sorge verunfallter Kinder/ Ju-
gendlicher mit Schädel-Hirn-
Verletzungen u. anderen erwor-
benen Hirnschäden und
Betreuung der Eltern
25.000 15.000 0
Fördersumme 955.070 949.690 934.690
5. Stellenübersicht und Organigramm
Der Stellenplan der Stadt Münster wies für das Gesundheitsamt im Haushaltsjahr 2011
insgesamt 68,13 Planstellen aus. Davon entfielen 52,56 Stellen auf Tarifbeschäftigte und
15,57 Stellen auf Beamte.
Dies waren 1,36 Planstellen me hr als im Stellenplan 2010. Die Stellenvermehrung resul-
tiert ganz überwiegend aus kostenneutralen Stellenaufstockungen in den Bereichen:
• Ärztliches Gutachtenwesen (Umwandlung von Honoraraufwendungen für Begutach-
tungen nach SGB IX/Schwerbehindertenrecht),
• Kinder- und Jugendgesundhei t/Frühe Hilfen (stellenplantechnische Abdeckung zuvor
außerplanmäßiger Personaleinsätze).
Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes betrug zum Stich-
tag 31.12.2011 insgesamt 84. Der Anteil der Männer lag bei 22%, der der Frauen bei 78%.
40% der Beschäftigten waren teilzeitbeschäftigt.
Das Personal des Gesundheitsamtes ist g eprägt von Multiprofessionalität.
Menschen aus über 17 verschiedenen Berufsbildern sind hier tätig und bilden ein hohes
fachliches Potenzial:
Apotheker
diverse Fachärzte und Fachärztinnen
Arzthelferin
Dipl. Heilpäda-
gogin
Kinderkrankenschwest re
Logopädin
Dipl. Oecotrophologe/in
Dipl. Psy-
chologin, Psychotherapeutin
Dipl. Sozialarbeiter/in bzw. Dipl. Sozialpädagoge/in
Erzieherin
Hygienekontrolleur/in
Gesundheitsingenieur/in
Gesundheitswissen-
schaftler
Med.-techn. Assistentin
Verwaltungsberufe
Zahnarzt
Zahnarzthelfe-
rin
Im Jahr 2011 haben neun Personen in untersch iedlichen Aufgabenfeldern des Gesund-
heitsamtes ein Praktikum absolviert.
44
Amtsleitung
Dr. Norbert Schulze Kalthoff
Tel. 5300
Sekretariat
Gabriele Growe
Tel. 5301
Geschäftsstelle
Gesunde-Städte Netzwerk
Dr. Claus Weth, Tel. 5302
Betriebsmedizinischer Dienst
Dr. Joachim Alexewicz
Tel. 5310
Abteilung 53.1
Stv. Amtsleitung, Gesundheits-
management, Zentrale Dienste
Dagmar Arnkens-Homann
Tel. 5381
Abteilung 53.2
Kinder- und Jugendgesundheit
Dr. Rebekka Busch
Tel. 5410
Abteilung 53.3
Medizinischer Dienst
Dr. Michael Lürwer
Tel. 5330
Abteilung 53.4
Psychische Gesundheit
Dr. Tina Schnabel
Tel. 5350
Sachgebiet
Zentrale Dienste
Christian Conze
Tel. 5375
Sachgebiet
Apothekenwesen, Arzneimittel-
und Gefahrstoffüberwachung
Jochen Hendrichs
Tel. 5341
Fachstelle 53.22
Zahnärztlicher Dienst
Dr. Peter Noch
Tel. 5440
Fachstelle 53.31
Gutachtenwesen
Bettina Rinne
Tel. 5324
Sachgebiet
Gesundheitsmanagement
Dagmar Arnkens-Homann
Tel. 5381
Sachgebiet 53
Kinder- und Jugendärztlicher
Dienst
Dr. Rebekka Busch
Tel. 5410
Sachgebiet
Infektionsschutz
Dr. Michael Lürwer
Tel. 5330
Sachgebiet
Sozialpsychiatrischer Dienst
Dr. Tina Schnabel
Tel. 5350
Sachgebiet
Umwelthygiene
Dr. Rainer Neumann
Tel. 5334
Fachstelle 53.41
Kinder- und Jugend-
psychiatrische Hilfen
Dr. Annette Siemer-Eikelmann
Tel. 5358
Fachstelle 53.21
Frühe Hilfen
Dr. Dagmar Schwarte
Tel. 5434
Tel.: 0251/492-5XXX
Fax: 0251/492-7927
Mail: Gesundheitsamt@stadt-muenster.de
Stand: 01.04.2012
6. Standorte des Gesundheitsamtes
Das Gesundheitsamt Münster hat drei Standorte. Der größte Teil des Amtes befindet sich
im Stammhaus am Stühmerweg 8.
Die Abteilung für Kinder- und Jugendgesundheit ist im Gebäude der Franz Bröcker-
Stiftung an der Stolbergstr aße 2a untergebracht. Hier finden sowohl der Kinder- und Ju-
gendärztliche Dienst, der Zahnärztlic he Dienst als auch die Beratungsstelle „Frühe Hilfen
im Gesundheitsamt“ gute räumliche Arbeitsbedingungen vor.
Dritter Standort ist das Gesundheitshaus an der Gasselstiege 13. Hier hat eine Mitarbeite-
rin der Abteilung „Gesundheitsmanagement, zentrale Dienste“ ihren Arbeitsplatz.
Gesundheitsamt
Gebäude Stühmerweg 8
Abteilung für Kinder- und
Jugendgesundheit
Gebäude Stolbergstraße 2a
Gesundheitshaus
Gasselstiege 13
Der Bewegungsraum im Gesundheitshaus ist mit einer FM-Anlage für schwerhörige Men-
schen ausgestattet.
Für Beratungsgespräche und Vortragsveranstaltungen in allen anderen Räumen kann auf
Voranmeldung die FM-Anlage beim Amt des Rates und des Oberbürgermeisters ausgelie-
hen werden.
Alle drei Gebäude verfügen über behindertengerechte Zugänge, Aufzüge und Toilettenan-
lagen.
Berichtsvorlage
1665 Zeichen
V/0404/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Gesundheitsamt Betrifft Geschäftsbericht des Gesundheitsamtes 2011 Beratungsfolge 12.06.2012 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen Bericht 13.06.2012 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 20.06.2012 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht Bericht: Der Geschäftsbericht vermittelt einen Überblick über die Aufgabenfelder und Aktivitäten des G e- sundheitsamtes im Jahr 2011. Die Gliederung orientiert sich an der Produktstruktur des Hau s- halts. Der Produktdarstellung vorangestellt ist eine Beschreibung der Jahresthemen und Schwerpunkte 2011. Zum Ende des Berichts finden sich produktübergreifende Übersichten zur Verteilung der Fördermittel sowie zum Stellenbestand und zur Organisation des Gesundheitsamtes. Die im vergangenen Jahr eingeführten Änd erungen in der Form des Geschäftsberichtes haben für eine bessere Lesbarkeit und höhere Aktualität gesorgt und sind deshalb beibehalten bzw. noch verbessert worden. Im Internet wird eine barrierefreie Fassung bereitgestellt. Der Geschäftsbericht ist kein Gesundheitsbericht im Sinne der Kommunalen Gesundheitsb e- richterstattung. Er ersetzt auch nicht die anlassbezogen erstellten themenspezifischen Einzelb e- richte, Vorlagen oder Sonderpublikationen des Gesundheitsamtes. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: Geschäftsbericht 2011 des Gesundheitsamtes Vorlagen-Nr.: V/0404/2012 Auskunft erteilt: Frau Kempe Ruf: 492-5306 E-Mail: KempeB@stadt-muenster.de Datum: 29.05.2012 Öffentliche Berichtsvorlage
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (3)
- Stühmerweg 8
- Stolbergstraße 2a
- Gasselstiege 13
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0404/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 11.05.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37