2008/0358
Bericht zur Auswirkung der 48h-Woche im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr und Neuorganisation des Führungsdienstes
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ÿ4Tabelle311ÁÁ`iü¦ uMDAnlage zur Darstellung der Personalsituation der Feuerwehr DarmstadtKennzahl DarmstadtKassel Offenbach Wiesbaden
Einwohner Erwerbstätige ErwerbstätigenquotePendlersaldo=Tabelle 1: Erwerbstätigenquote und Pendlersaldo im Jahr 2006 X(Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, Vergleichsring der Hess. Berufsfeuerwehren)genehmigte Wohnfläche genehmigte Nutzfläche gesamt genehmigte Fläche#genehmigte Fläche je 1000 Einwohner'genehmigte Fläche je 1000 Erwerbstätige]Tabelle 2: genehmigte Flächen im Baugenehmigungsverfahren; Mittelwert der Jahre 2003 bis 2005,(Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt)$notwendige Gefahrenverhütungsschauenn.e.,notw. Gefahrenverh.schauen je 1000 Einwohner0notw. Gefahrenverh.schauen je 1000 Erwerbstätige<Tabelle 3: notwendige Gefahrenverhütungsschauen im Jahr 20064(Quelle: Vergleichsring der Hess. Berufsfeuerwehren)BrändeBrände je 1000 EinwohnerBrände je 1000 ErwerbstätigeTabelle 4: Brände im Jahr 2007Soll-Stärke im EinsatzdienstSoll-Stärke je 1000 Einwohner!Soll-Stärke je 1000 Erwerbstätige"Tabelle 5: Sollstärke im Jahr 2007Zuschussbedarf in EuroZuschussbedarf je EinwohnerZuschussbedarf je Erwerbstätige'Tabelle 6: Zuschussbedarf im Jahr 2006
ErwerbstätigeHilfeleistungenDTabelle 7: Vergleichszahlen 2006 (prozentual bezogen auf Darmstadt) OrganisationArt der ZusammenarbeitWerkfeuerwehr MerckGefahrguteinsätze, Messzentrale%Ausbildung, Sondergeräte, LöschmittelWerkfeuerwehr RöhmFeuerwehr Frankfurt"Taucher, Höhenretter, SondergeräteFeuerwehr WiesbadenEDV-EinsatzLandkreis Darmstadt-Dieburg AusbildungFeuerwehr PfungstadtTechnische EinsatzleitungSchlauchpflegeFeuerwehr Griesheim!Abrollbehälter Be- und EntlüftungTechnische HilfswerkBauunfälle, StabsbesetzungDLRGWassernotfälle BergwachtHöhenrettung3Tabelle 8: Kooperationen mit anderen Organisationen2bezahlte Mehrleistungsstunden (Mittel 2003 - 2007)Schicht-Stunden je MitarbeiterPersonalbedarfMTabelle 9: rechnerischer Personalbedarf aus ausbezahlten MehrleistungsstundenSoll-Stärke
Ist-Stärkefehlende FunktionsstärkePersonalfaktorDTabelle 10: rechnerischer Personalbedarf aufgrund der Unterbesetzung)jährliche Kosten der Mehrleistungsstunden#jährliche Kosten einer Stelle (A 7)$jährliche Kosten von 8 Stellen (A 7)3Tabelle 11: Gegenüberstellung der jährlichen KostenÿR
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2008/0358
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 21.08.2008 Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat VI Hauptamt an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Feuerwehr Beschluss in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: I 37 II 101 VI 110 20 Vorlage-Nr. 2008/0358 Magistratsbeschluss-Nr. Betreff: Bericht zur Auswirkung der 48h-Woch e im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr und Neuorganisation des Führungsdienstes Vorlage vom: 31.07.2008 Beschlussvorschlag: 1. Der Magistrat nimmt den Bericht der Feuerwehr zur Kenntnis. 2. Um eine Funktionsstärke von 22 Einsatzkräften bei Einhaltung der Höchstarbeitszeit von 48 Wochenstunden zu gewährleisten, werden bei der Feuerwehr 8 zusätzliche Stellen im Einsatzdienst benötigt. 3. Die vom 14.07.2005 bis zum 31.12.2006 angefallenen Mehrleistungsstunden werden auf Antrag der Mitarbeiter nicht ausbezahlt und sollen sukzessive in Freizeit abgegolten werden, sobald die Voraussetzungen gem. Ziffer 4 und 5 vorliegen. 4. 4 Stellen (A 8) werden im Jahr 2009 neu geschaffen und im Wege einer externen Ausschreibung besetzt. Die Finanzierung dieser Stellen erfolgt überwiegend durch die eingesparten Mehrleistungsstunden. 5. Weitere 4 Stellen (A 7) werden im Jahr 2010 geschaffen, die im Rahmen der Übernahme von Nachwuchskräften besetzt werden. Anlagen: Personalsituation im Vergleich Datenschutzrelevante Anlage: 2 ... Beschluss des Magistrats vom 3 ... Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.07.2008 Zum 1.1.2007 wurde entsprechend dem Magistratsbeschluss 2006/0722 die 48h –Woche gemäß der EU-Arbeitszeitrichtlinie im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr eingeführt. Gleichzeitig wurde der Führungsdienst in einem neuen Dienstplanmodell organisiert. Die Sollstärke im Einsatzdienst musste von 24 auf 22 Funktionen reduziert werden. Gemäß dem Magistratsbeschluss ist nach einem Jahr über die Auswirkungen der Maßnahmen zu berichten. Der Mischdienst im Führungsdienst hat sich positiv auf die Arbeitsabläufe und die Arbeitsqualität ausgewirkt. Er wird von fast allen Mitarbeitern als gut bewertet. Die Reduzierung der Funktionsstärke auf 22 Einsatzkräfte führte in den Sachgebieten teilweise zu erheblichen Problemen. Termine aus dem Dienst heraus wahrzunehmen ist mit dieser Personalstärke nur sehr eingeschränkt möglich. Insbesondere im Bereich des Vorbeugenden Brandschutzes wird dadurch die Verwendbarkeit von Mitarbeitern aus dem Wachdienst zunehmend schwierig. Im Einsatzdienst zeigte sich die reduzierte Sollstärke an einem Rückgang des Hilfsfristerreichungsgrades. Das Schutzziel im Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr Darmstadt ist die Einleitung wirksamer Hilfe bei einem Brand mit einen Löschzug mit 16 Einsatzkräften innerhalb von 10 Minuten nach Meldungseingang. Dieses Ziel wurde in 92,26 % aller Brandeinsätze erreicht. Die Ursache dafür liegt nicht in der Zeitüberschreitung sondern in der Unterschreitung der notwendigen Einsatzfunktionen aufgrund von Paralleleinsätzen oder der Unterbesetzung des Löschzugs durch Krankheitsausfälle. Mit den organisatorischen Änderungen zum 1.1.2007 sollte die in der EU- Arbeitszeitrichtlinie maximal zulässige Wochenarbeitszeit von 48 Stunden erreicht werden. Die entsprechende Reduzierung der Sollstärke konnte jedoch ein strukturelles Problem nicht beseitigen: der Personalfaktor berücksichtigt Krankheitsausfälle nicht in ausreichendem Maß. Daher konnten 2007 insgesamt 6.605 Mehrleistungsstunden nicht in Freizeit abgegolten, sondern mussten ausbezahlt werden. Im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre wurden 7.625 Mehrleistungsstunden ausbezahlt. Da es sich um ein strukturelles Defizit handelt, wurde die Dienstvereinbarung zur 48 h - Woche vom Personalrat am 14.10.2007 gekündigt. Es muss daher ein Weg gefunden werden, die Sollstärke ohne das Ausbezahlen von Mehrleistungsstunden einzuhalten. Mit Entscheidung vom 14.7.2005 hat der Europäische Gerichtshof festgestellt, dass die Europäische Arbeitszeitrichtlinie auch für die Berufsfeuerwehren gilt. Da bis zum 1.1.2007 dem Dienstplan eine 50-Stunden-Woche zugrunde lag, haben alle Einsatzkräfte der Wachabteilungen mittlerweile den Antrag gestellt, die im Zeitraum vom 14.7.2005 bis 31.12.2006 angefa llenen Stunden, die über ein Wochenmittel von 48 Stunden hinausgehen, in Freizeit ausgeglichen zu bekommen. Dabei handelt es sich um einen Gesamtanspruch von 10.886 Stunden. Bei der oben dargestellten angespannten Personalsituation ist dieser Freizeitausgleich erst dann möglich, wenn zusätzliche Stellen geschaffen und mit einsatztauglichen Mitarbeitern besetzt werden. 4 ... Trotz der ausbezahlten Stunden konnte die Sollstärke von 22 Funktionen nur zu 51% eingehalten werden. Im Mittel betrug die Wachstärke auf Grund von Personalausfällen nur 21,3 Funktionen. Dabei zeigt Darmstadt eine wesentlich höhere wirtschaftlichen Dynamik als die anderen hessischen Städten mit Berufsfeuerwehren. Dies zeigen die Erwerbstätigenquote (Tabelle 1) oder auch die genehmigten Flächen im Baugenehmigungsverfahren (Tabelle 2). Da die wirtschaftliche Dynamik ein entscheidender Fakt or für das Gefahrenpotential einer Stadt ist, ist auch die Zahl der Erwerbstätigen und nicht die Einwohnerzahl als Bezugsgröße für die Feuerwehrbemessung sinnvoll. Dies zeigt deutlich die Betrachtung der notwendigen Gefahrenverhütungsschauen (als Kenngröße für die Zahl der Sonderbauten, siehe Tabelle 3) und der Brandeinsätze (als Kenngröße für die Einsatzbelastung, siehe Tabelle 4). Bezogen auf die Erwerbstätigen liegen die Unterschiede zwischen den Städten unter 10%. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt Darmstadt um bis zu 40 % höher als die Vergleichsstädte. Der Vergleich zwischen den Feuerwehren ist also nur bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen sinnvoll. Vergleicht man die Soll-Stärke im Einsatzdienst (Tabelle 5) und den Zuschussbedarf (Tabelle 6) der Feuerwehren, so liegt die Feuerwehr Darmstadt - bezogen auf die Einwohnerzahl - jeweils im Mittelfeld. Bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen hat die Feuerwehr Darmstadt mit Abstand die geringste Personalstärke und den geringsten Zuschussbedarf. Bei der Betrachtung der Kennzahlen wird deutlich, dass die Feuerwehr Darmstadt direkt mit der Feuerwehr Kassel vergleichbar ist (Tabelle 7), die eine Sollstärke von 31 Funktionen bei gleichen Einsatzzahlen vorsieht. Ein Vergleich mit der Feuerwehr Offenbach ist nicht sinnvoll. Zum einen kann sich Offenbach der Einsatzmittel der Feuerwehr Frankfurt bedienen. Zum anderen ist aus der Tabelle 7 erkennbar, dass die Kennzahlen der Feuerwehr Offenbachs nur bei 53 % bis 63 % der Zahlen der Feuerwehr Darmstadt liegen. Die Zahl von 22 Funktionsstellen stellt daher für die Stadt Darmstadt eine absolute Minimalstärke dar, deren Unterschreitung nicht verantwortbar ist. Sie beinhaltet 2 Funktionen für Führungsaufgaben, eine Löschzugstärke von 16 Funktionen und 4 Funktionen für die Besetzung von Sonderfahrzeugen und die Abdeckung von Paralleleinsätzen. Dieses taktische Konzept wurde im Übrigen vom Brandschutzaufsichtsdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt als Muster für die Stärkevorgaben der Werkfeuerwehr Merck zugrunde gelegt. Die Feuerwehr Darmstadt hat sich bereits in der Vergangenheit bemüht, über die Einbindung der Freiwilligen Feuerwehren sowie Kooperationen und Absprachen mit anderen Organisationen die Effektivität zu steigern, um mit der vorhandenen Personalausstattung die notwendigen Leistungen erbringen zu können (Tabelle 8). Die vier Freiwilligen Feuerwehren der Stadt leisten jährlich zwischen 200 und 250 Einsätze. Jede Freiwillige Feuerwehr hat zudem eine Spezialaufgabe übertragen bekommen (GABC-Zug, IuK, Wasserförderung, Drehleiter). Um den Ausbildungsaufwand bei der Berufsfeuerwehr zu minimieren, wurde im Jahr 2007 eine Spezialisierung in Fachgruppen für die Bereiche Hilfeleistung, IuK, spezielle Rettung und Umweltschutz eingeführt. Derzeit werden keine weiteren Potentiale für eine Effektivitätssteigerung gesehen. 5 ... Zusammenfassung: Es ist notwendig, die Personalausstattung der Feuerwehr soweit aufzustocken, dass der Dienstbetrieb ohne Mehrleistungsstunden aufrechterhalten werden kann und die Sollstärke von 22 Funktionen im Wesentlichen eingehalten wird. Die ausbezahlten Mehrleistungsstunden entsprechen einem Personalbedarf von 4,49 Stellen (Tabelle 9). Die Differenz aus Soll-Stärke und Ist-Stärke ergibt einen zusätzlichen Personalbedarf von 3,5 Stellen (Tabelle 10). Zur Aufrechterhaltung einer Funktionsstärke von 22 Funktionen bei Einhaltung der Höchstarbeitszeit von 48 Wochenstunden ist eine Personalaufstockung um 8 Stellen notwendig. Fast alle deutschen Berufsfeuerwehren haben Probleme mit der Einhaltung der maximal zulässigen Wochenarbeitszeit von 48 Stunden. Viele Städte stellen daher derzeit zusätzliches Personal ein. Eine Freizeitausgleich für den von den Mitarbeitern geltend gemachten Anspruch in Höhe von insgesamt 10.886 Stunden ist erst möglich, wenn zusätzliches Personal zur Verfügung steht. Da die Zeitdauer der Ausbildung von Einsatzkräften von der Einstellung bis zur vollwertigen Einsetzbarkeit bei drei Jahren liegt, sollen bis zu 4 Mitarbeiter auf dem Wege externer Ausschreibungen eingestellt werden. Darmstadt, 31.07.2008 Der Dezernent I Der Dezernent II Der Dezernent VI ................................ ................................ ................................ Walter Hoffmann Wolfgang Glenz Dipl.-Ing. Dieter Wenzel Oberbürgermeister Bürgermeister Stadtrat
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2008/0358
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 31.07.2008
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00