V/0266/2007
Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes Münster (VEP 2025)
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Anlage 2
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Anlage 1
13830 Zeichen
1 Anlage 1 zur Vorlage V/0266/2007 Vorläufiger Arbeitsplan zur Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025 1. Vorbemerkungen Eine gute und umweltverträgliche Mobilität ist ein zent rales Thema des 21. Jahrhunderts. Die moderne Gesellschaft ist mehr denn je abhängig von ihrer Mobilität. Daher spielt die Verkehrsentwicklungsplanung eine immer größere Rolle fü r die Städte. Grundlage der Planungen ist die Einsicht, dass die Zentren der Städte erreichbar bleiben müssen. Vor- aussetzung hierfür ist eine sichere, leistungsfähige und zukunftsorientierte Infrastruktur für alle Verkehrsarten. Die Erreichbarkeit ist einer der wese ntlichen Standortfaktoren für Han- del, Gewerbe, Kultur, Bildung und Dienstleistungen un d nicht zuletzt natürlich auch für die dort wohnenden Menschen. Dies gilt natürlich insbesonde re auch für ein solitäres Ober- zentrum wie die Stadt Münster mit ca. 280.000 Einwohne rn und etwa 1,5 Mio. Bewohner im angrenzenden Münsterland. Wichtigstes Instrument der Verkehrsplanung ist der Verkehr sentwicklungsplan, der glei- chermaßen die Ziele der Verkehrsentwicklung, der Stadten twicklung und der Umweltver- träglichkeit in einem Leitplan (Masterplan) umsetzen soll . In ihm werden die notwendigen Grundlagen und Szenarien entwickelt, die letztlich diese Ziele langfristig sicherstellen kön- nen. Die gesamte Verkehrs- und Infrastrukturplanung steht heu te allerdings absehbar vor sich entscheidend ändernden Rahmenbedingungen. Schon jetzt n immt die übergeordnete EU- Umweltgesetzgebung maßgeblich Einfluss auf den Verkehrsm arkt. Dies wirkt sich unmit- telbar bis auf die Ebene der Kommunen und damit natü rlich auch auf die Stadt Münster aus. 2. Stand der Verkehrsplanung in Münster im Jahr 200 7 Mit dem Gesamtverkehrsplan GVP 1986 wurde letztmalig ei n verkehrliches Gesamtkon- zept für Münster verabschiedet, das alle Verkehrsarten (Kfz -, Rad- und Fußgängerverkehr sowie ÖPNV) zum Inhalt hat. Dieser GVP wurde 1993 mit dem Verkehrsbericht fortge- schrieben. Inhaltliche Schwerpunkte waren der Stadt-Umla nd-Verkehr sowie das Innen- stadtkonzept. Gleichzeitig mit dem Verkehrsbericht wurde a uch beschlossen, den Ver- kehrsentwicklungsplan unter Beachtung des Gesamtkonzeptes zukü nftig sektoral fortzu- schreiben. In der Folgezeit wurden je nach Fragestellung zahlreiche sektorale Fortschreibungen ei- nerseits für die einzelnen Verkehrsträger (z.B. Radverkeh rskonzept, Parkraumkonzept, Nahverkehrsplan) auf der anderen Seite aber auch stadtte il- und stadtbezirksbezogen (VU Südost, Entlastungsstraße Nord, VU Amelsbüren, VU Handor f, … ) unter Beachtung des Gesamtkonzeptes erarbeitet und beschlossen. Die letzte Aktualisierung des umfangreichen Themenfeld es Verkehr wurde im Zusammen- hang mit der Aufstellung des Flächennutzungsplanes Münster im Jahr 2004 vorgenommen und ist in den textlichen Ausführungen zum FNP Münster (Erläuterungsbericht) dokumen- tiert. 2 3. Rahmenbedingungen und neue Anforderungen Insgesamt ist die Stadt Münster damit in der Verkehrsplan ung gut aufgestellt. Dennoch ist erkennbar, dass in bestimmten Fragestellungen die sektoral en Betrachtungen langfristig nicht mehr ausreichend sind. Gesamtstädtisch sind zunehmend K fz-Mengenprobleme feststellbar, die zu bestimmten Zeiten im Hauptverkehrsstr aßennetz zu erheblichen Beein- trächtigungen führen. Symptome sind Stauungen im fließ enden Kraftfahrzeugverkehr und in der Folge Emissionen und eingeschränkte Erreichbarkeite n. Auch ist erkennbar, dass der gute Umweltverbund, den die Stadt Münster seit Jahr en aufzuweisen hat, zunehmend unter Druck gerät. Im Zusammenspiel der Verkehrsarten ist eine Tendenz zu mehr Kfz- Verkehr insbesondere zu Lasten des Fußgängerverkehrs zu erken nen. Inhaltlich in und in der Auswirkung ähnlich sind die Tendenzen im regionalen ÖPNV. Das gute Schienen- und Regionalbusnetz / -fahrplan leisten heute einen erheblichen und unverzichtbaren Anteil zur guten Erreichbarkeit des Oberzentrum Münster. Zunehmend führen die Sparzwänge der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Kommunen) allerdings dazu, dass auch das regiona- le Busnetz von/zur Stadt Münster in seinem derzeitigen Leistungsangebot in Frage gestellt wird. Nicht zuletzt sind des Weiteren erhebliche Anstrengu ngen zu unternehmen, die Ver- kehrssicherheit in ihrem derzeit völlig unbefriedigendem Niveau in Münster grundlegend zu verbessern. Der Rat hat dazu in 2007 beschlossen, einen „Masterplan Verkehrssicher- heit“ zu erarbeiten. In der Konsequenz bedeutet dies, dass eine Neuaufstellun g des Verkehrsentwicklungs- planes Münster und damit des Gesamtsystems Verkehr vor allem aus folgenden Gründen erforderlich ist, weil: - stadtinterne strukturelle Entwicklungen zu grundsätzlichen Veränderungen des Verkehrsbildes geführt haben. Erheblichen Einfluss hat d abei die bereits seit vielen Jahren stattfindende Stadtrandwanderung auf die Verkehrsmengen und die Ver- kehrmittelwahl. Auch der mittel- bis langfristig zu erwa rtende demografische Wan- del wird das Verkehrsbild (ab 2020) erheblich beeinflussen. Neuere Forschungen (BMVBW) lassen insbesondere einem Rückgang bei den ÖPNV- Kunden von bis zu 30 Prozent (sinkende Schüler- und Studentenzahlen, hohe Führerschein- und Pkw- Verfügbarkeit) erwarten, während der Kfz-Verkehr durch steigende Mobiltät kaum abnimmt. - die Stadt Münster sich den veränderten externen Anforderungen , die sich aus dem EU-Umweltrecht, der Bundesverkehrswegeplanung und de m Integrierten Ge- samtverkehrsplan NRW ergeben, grundsätzlich stellen muss. Hie r muss sich die Stadt Münster deutlich positionieren. Dazu müssen die Zie lvorstellungen zur Er- reichbarkeit und zu den Verbindungsqualitäten im Luft-, Schienen-, Wasser- und Straßenverkehr verdeutlicht werden. - die EU-Umweltgesetze (Lärmminderungsplan, Luftreinhaltepläne, Energieges et- ze… ) auch neue verkehrliche Anforderungen an das Gesamtverkehr ssystem in Münster stellen (ggf. auch die Festlegung von Umweltzonen). - Die höheren qualitativen Anforderungen des Verkehrsteue rungssystems Münster hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit den technologischen Entwicklungen angepasst und den verkehrlichen Entwicklungen Rechnung tragen müssen. 3 - Die Bauleitplanung und in der Planung stehende größere Verkehrsprojekte einer aktualisierten Verkehrsprognose für das Jahr 2025 bedürfen. Aktuell wird der GEP Münsterland auf das Jahr 2025 fortgeschrieben. In diesem Zusammenhang werden auch die zukünftigen Strukturen der Stadt Münste r neu zu bestimmen sein. Parallel dazu sollte dann auch die Verkehrsprognose mit dem Zieljahr 2025 erarbei- tet werden. - Die öffentliche Finanzierung des Verkehrs auf Bundes- und Landesebene neu strukturiert wird: 2. Revision des Bundesregionalisierung sgesetzes voraussichtlich in 2010, das GVFG wird durch das Entflechtungsgesetz schrit tweise bis 2013 in die Länderverantwortung übergeleitet, das neue ÖPNVG NRW 2008 wird neue Förder- und Verantwortungsstrukturen festlegen. Hier gilt es auch für Münster neue Ansätze für die Finanzierung des Baus und des Unterhaltes der V erkehrsinfrastruktur zu entwickeln und Prioritäten der Umsetzung zu definieren. 4. Vorläufiges Arbeitsprogramm zur Neuaufstellung des VEP Münster 2025 Es wird vorgeschlagen, die Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes Münster 2025 in 2 Phasen mit drei aufeinander aufbauenden Bearbeitungsschritten vorzunehmen: Nach gegenwärtigem Kenntnisstand werden dabei folgende Arbeitsschritte/-inhalte zu be- arbeiten sein. Diese werden in Konsequenz der jeweilig en Ergebnisse zu einer Weiterent- wicklung des Arbeitsplanes durch die parlamentarischen Beratungen führen. Phase I: 1. Inhalt der Arbeitsstufe 1 (2007/2008) sind im Wesentlichen drei Teilbausteine. 1.1. Ableitung der Anforderungen aus den Sektoren Ve rkehr, Städtebau und Umwelt sowie eine Grundlagenauswertung und Zusammenschau/Aufber eitung bereits bestehender Untersuchungen, Konzepte und Erkenntnisse. Dazu gehört auch die Aktualisierung des EDV-gestützten Verkehrsmodells der Stadt Münster. Diese Arbeiten werden intern von der Verwaltung durchgeführt. 1.2. Aktualisierung der Kennzahlen zum Verkehrsverhalten der Münsteraner Bevölkerung. Hierzu ist geplant, eine Untersuchung an ein externes G utachter- büro zu vergeben. Die Analyse des heutigen Verkehrsverhalte ns ist die Basis für die Beurteilung der Ausgangssituation und die Entwicklung von Strategien. 1.3. Erstmalig ist in Münster eine umfassende funktionale Bewertung des Haupt- verkehrsstraßennetzes geplant. Sie dient neben der Beurteilung des Status Quo (Funktionale Bedeutung der Straße, Verkehrsstärken, Lärm- und Luftschad- stoffe, Verkehrssicherheit….) insbesondere der Ableitung von Entwicklungssze- narien. Auf der Grundlage dieser Teilbausteine werden die zukün ftigen Anforderungen an die Verkehrssysteme in Münster qualitativ und quantitativ erarbeitet. Dieser Baustein bildet die Grundlage für das Trendszenario in Arbeitsschritt 2. Die Arbeitsstufe 1 endet mit ei- nem Zwischenbericht an die Politik. Ergänzend wird die Verwaltung auch einen Vorschlag v orlegen, wie die Öffent- lichkeit und die parlamentarischen Gremien im Erarbeitungsprozess ab der Stufe 2 der VEP-Erarbeitung eingebunden werden. 4 2. Inhalt der Arbeitungsstufe 2 (2008/2009) sind im Wesentlichen die drei Teilbausteine: 2.1 Trendszenario 2025. Grundlage des Trendszenarios 2025 sind die noch zu erarb eitende Strukturda- tenprognose für Münster 2025 und der zur Zeit in der Fortschreibung befindliche GEP Münsterland. Der GEP Münsterland liefert die wese ntlichen strukturellen Grundlagen, die auch das Verkehrsbild der Stadt Münste r zukünftig mit prägen werden. Darüber hinaus fließen die mit dem FNP 2004 beschlossenen Straßen- netzänderungen bis 2025, die Ziele der Nahverkehrsplanun g und Radverkehrs- förderung sowie die erkennbaren gesamtgesellschaftlichen Trends (Erkenntnisse aus der Forschung wie z.B. Entwicklung der Mobilitäten) i n dieses Szenario ein. Dieses Trendszenario dient als Beurteilungsgrundlage für die Entwicklungssze- narien. 2.2 Entwicklungsszenarien Die zukünftig erwartete bzw. gewünschte Verkehrsentwicklung bis 2025 soll durch die Erarbeitung von zwei Entwicklungsszenarien untersu cht werden. Diese gründen sich zum einen auf der Basis der in der Bearbei tungsstufe 1 gewonne- nen Erkenntnisse sowie der zukünftigen Anforderungen und zum anderen aus die Ergebnisse des Trendszenarios. Geplant ist ein modular er Aufbau der Ent- wicklungsszenarien, der die grundsätzlichen Fragestellunge n thematisiert und Handlungsansätze für die zukünftige Verkehrsentwicklungsplan ung aufzeigt. Da- bei werden die strukturellen Entwicklungen bis 2025 zugru nde gelegt, die als weitgehend gesichert angesehen werden können. Die Unter suchungsansätze o- rientieren sich dabei u.a. an folgenden Grundanforderungen: - Bessere Verteilung der Verkehrsmengen räumlich/zeitlich im bestehen- den/erweiterten Netz (Straßenbaumaßnahmen, Pförtnera mpeln, Temporedu- zierungen zur Stauvermeidung, etc.) - Gezielte Beeinflussung des Modal-Split (z.B. durch verb esserte Angebote im ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr, Mobilitätsberatung (B ewusstseinsbil- dung etc.) - Verbesserung der Verkehrssicherheit (z.B. Gestufte Festleg ung der Ge- schwindigkeiten im Netz, Umbau/Ausbau der Infrastruktur f ür den ÖPNV, Radverkehr, Fußgängerverkehr, etc.) 2.3 Zukunftsszenario 2050 Die zweite Bearbeitungsstufe beinhaltet darüber hinaus noch den Blick in die et- was fernere Zukunft bis in das Jahr 2050. Dieses zusätzliche „Zukunftsszenario Verkehr“ wird für wichtig erachtet, weil erst ab 2020 d ie demografische Entwick- lung auch in Münster/im Münsterland stärker auch im Verke hrsgeschehen wirk- sam wird. In diesem geplanten Exkurs ist vorgesehen, auf der Basis allgemein anerkannter Untersuchungen zur verkehrlichen Entwicklung e rste Abschätzun- gen und Konsequenzen für Münster zu untersuchen. Insbesond ere für die Infra- strukturplanung, die mit langen Planungsvorläufen, lan gen Betriebszeiträumen und erheblichen Investitions- und Folgekosten verbunden si nd, sollen die zu er- wartenden Tendenzen und Konsequenzen aufgezeigt werden. 5 Die Beurteilung der Wirkungen der Szenarien und der e inzelnen Module oder auch der Kombination verschiedener Module bilden dann d ie Grundlage für die Empfehlungen zu einem Zielszenario Münster 2025, das in der Phase II erarbei- tet werden soll . Die Ergebnisse der Arbeitsstufe 2 werden in einem 2 . Zwischenbericht der Öffent- lichkeit vorgestellt und in den parlamentarischen G remien beraten. Das weitere Vor- gehen sowie der Arbeitsplan für die Phase II werden dann nach der Kommunalwahl 2009 vom Hauptausschuss festgelegt. Phase II: 3. Inhalt der dritten Bearbeitungsstufe (2010) ist die Erarbeitung eines Zielszenarios auf der Basis der Ergebnisse der Bearbeitungsstufe 2. In nerhalb des Zielszenarios werden die Leitziele der Verkehrsentwicklung bis 2025, da s Maßnahmeprogramm für alle Verkehrsarten, die erwarteten Wirkungen der unter suchten und vorgeschlagenen Maßnahmen aufgezeigt, beurteilt und festgelegt. Letzt lich werden aufeinander abge- stimmte Handlungsempfehlungen für die einzelnen Verkehr ssysteme gegeben und Prioritäten für Maßnahmen festgelegt. Nach einer öffentlichen Diskussion der Ergebnisse u nd umfassenden parlamentari- schen Beratung entscheidet dann der Hauptausschuss, auf welcher Basis die Ver- waltung den Entwurf des Schlussberichts erarbeitet und abschließend zur Be- schlussfassung dem Rat nach Vorberatung in den Gremien vorlegen soll. Gez. Dr. Oellers / König 04.04.2007
Beschlussvorlage
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V/0266/2007
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes Münster (VEP 2025)
Beratungsfolge
03.05.2007 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
10.05.2007 Hauptausschuss Vorberatung
10.05.2007 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Rat der Stadt Münster beschließt die Erarbeitung eines neuen Verkehrsentwicklungspla-
nes für die Stadt Münster.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Basis des beiliegenden Arbeits- und Zeitplanes (Anlage
1, 2) die Bearbeitung aufzunehmen und den parlamentarischen Gremien stufenweise die
Zwischenergebnisse und den Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes zur Beratung und
Entscheidung zum weiteren Vorgehen vorzulegen.
Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem ersten Zwischenbericht in 2008 dem Hauptaus-
schuss ein Konzept zur besonderen parlamentarischen Begleitung und zur Bürgerinformati-
on zum Bearbeitungsverfahren des neuen Verkehrsentwicklungsplanes Münster zur Ent-
scheidung vorzulegen.
3. Die Verwaltung bereitet die Vergabe von zwei Gutachten in 2007 zur Beschlussfas-
sung/Vergabe im Planungsausschuss vor.
II. Kosten/Folgekosten
Es stehen zur Vergabe externer Gutachten aus übertragenen Haushaltsmittel aus 2006 und ge-
mäß Haushaltsplan 2007 ca. 100.000 € zur Verfügung.
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:
Vorlagen-Nr.:
V/0266/2007
Auskunft erteilt:
Herr Dr. Oellers
Ruf:
492 61 50
E-Mail:
Oellers@stadt-muenster.de
Datum:
24.04.2007
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0266/2007
Aufwendungen
Haushaltsplan
Bd. 3
Bezeichnung
im Teilergebnisplan
Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkung
Produktgruppe
12.02
Teilergebnisplan
Zeile 16
S. 332
Verkehrsplanung
Sonstige ordentliche Aufwen-
dungen
2007 109.586
Von diesen aggre-
gierten Ansätzen
werden 57.700 €
eingesetzt für:
Gutachten 1
: Haus-
haltsbefragung 2007
Gutachten 2:
Funktionale Netzbe-
wertung
Weitere 42.300 €
stehen als
Haushaltsreste aus
2006 in den HHSt.
6100.173.0000.0,
6100.603.4000.8,
8200.930.0000.5 zur
Verfügung;
Gesamtbedarf
so-
mit 100.000 €
Insgesamt: €109.586 2 Gutachten
Erträge
Haushaltsplan
Bd. 3
Bezeichnung Haush.-
jahr
Betrag
€
Bemerkung
Produktgruppe
12.02
Teilergebnisplan
Zeile 02
S. 332
Verkehrsplanung
Zuwendungen und allgemeine
Umlagen
2007 1.947.170 anteilig werden
40.000 € aus Lan-
desmitteln (Aufga-
benträgerpau-
schale) refinanziert
Insgesamt: 1.947.170
Begründung:
Zu 1.:
Der Gesamtverkehrsplan/Verkehrsentwicklungsplan Münster ist letztmalig 1986 als Ganzes
fortgeschrieben worden. In 1993 hat mit dem „Verkehrsbericht 1993“ eine Teilfortschreibung u.a.
für den Innenstadtbereich und zum Stadt-Umlandverkehr stattgefunden. Mit dem fortgeschriebe-
nen Flächennutzungsplanes (FNP Münster) wurden mit dem Fachplan Verkehr die Verkehrsnetze
und das Verkehrsleitbild (im Erläuterungsbericht) für das Zieljahr 2010/2015 auf gesamtstädtischer
Ebene aktualisiert.
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V/0266/2007
Seit 1996 sind des Weiteren - je nach Bedarf - zahlreiche Verkehrskonzepte teilräumlich und sekt-
oral für die Verkehrsarten erarbeitet worden. Es entstanden Konzepte für nahezu alle Verkehrsar-
ten, zuletzt das Radverkehrskonzept Münster 2010, das Parkraumkonzept Altstadt/Hbf-Bereich
2010 und der 1. und 2. Nahverkehrsplan ÖPNV für Münster. Für mehrere Stadtteile und verschie-
dene Verkehrs-Großprojekte wurden raumbezogene Verkehrsuntersuchungen/Verkehrskonzepte
entwickelt, z.B. für den Stadtbezirk Südost, die Stadtteile Mecklenbeck, Roxel, Handorf, Gieven-
beck und auch ein Konzept für die grundlegende Modernisierung des Verkehrssteuerungssystems
in Münster.
Die sich abzeichnenden deutlich veränderten externen Rahmenbedingungen für den Bereich
der Verkehrsentwicklungsplanung, insbesondere auch durch die Bedarfsplanungen des Landes
(IGVP NRW) und des Bundes (Bundesverkehrswegeplan BVWP 2003), der Demographische
Wandel (verstärkt wirksam ab 2020 ff), die sich ab 2014 ändernden finanziellen Rahmenbedingun-
gen im Verkehrsbereich (GVFG-, ÖPNV-Förderung, …) sowie die strengeren gesetzlichen Um-
weltauflagen der EU (ab 2010) mit Auswirkungen auf den Verkehr machen eine Neuorientierung /
Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes in Münster als Ganzes erforderlich.
Derzeit wird der Gebietsentwicklungsplan (GEP) für das Westliche Münsterland von der Be-
zirksregierung/Regionalplanung neu erarbeitet. Als Zieljahr wurde das Jahr 2025 gewählt. Dieses
Planverfahren hat für das Oberzentrum Münster eine grundlegende Bedeutung, da die strukturel-
len Entwicklungen des Münsterlandes und der Stadt Münster fortgeschrieben und neu festgelegt
werden. Dies wird auch Konsequenzen für die Bewältigung des Stadt-Umland-Verkehrs von/nach
Münster aufzeigen, die unter Berücksichtigung der Landes-Zielaussagen aus dem Integrierten Ge-
samtverkehrsplan NRW (IGVP 2006) und den Landesbedarfsplänen (Straßenbau, OEPNV/SPNV)
2006 im GEP zu entwickeln sind.
Von daher bietet es sich an, auch für die Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplanes Münster
(Arbeitstitel VEP MS 2025) – wie beim laufenden GEP-Aufstellungsverfahren – das Zieljahr 2025
zugrunde zu legen.
Zu 2.:
Der vorläufigen Arbeits- und Zeitplan sind dieser Vorlage als Anlage 1 und 2 beigefügt.
Die Verwaltung empfiehlt, den VEP MS 2025 in zwei P hasen und drei Arbeitsstufen zu erarbeiten.
Nach jeder Bearbeitungsstufe werden die Ergebnisse veröffentlicht und beraten, die Bür-
ger/Verbände informiert/beteiligt und die notwendigen parl. Beschlüsse zum weiteren Vorgehen
eingeholt.
In der Phase I (bis zur Kommunalwahl 2009) werden die allgemeinen Grundlagen erarbeitet:
In der Arbeitsstufe 1 (2007/2008) wird eine Analyse und Beurteilung der verkehrlichen Ausgangs-
situation vorgenommen. Vorgeschlagen wird, noch in 2007 zwei Gutachten zu vergeben, um ei-
nerseits die Kenngrößen des Verkehrsverhaltens der Münsteraner Wohnbevölkerung (2007) zu
erheben und andererseits eine funktionale Bewertung des bestehenden Hauptverkehrsstra-
ßennetzes (VEP-Netz) im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit, die Verkehrs(un)sicherheit und die
heutigen Lärm- und Luftschadstoffbelastungen vornehmen zu lassen. Die Ergebnisse werden in
einem Ersten Zwischenbericht im 2. Halbjahr 2008 dem Hauptausschuss vorgelegt.
Dabei soll auch ein Vorschlag der Verwaltung unterbreitet werden, wie die Bürger und die parl.
Gremien im weiteren Bearbeitungsverfahren des VEP MS 2025 beteiligt werden. Hier gilt es u.a.
zu entscheiden, ob ab der Stufe 2 ein spezieller „VEP – Arbeitskreis“ zur Begleitung der Arbeit der
Verwaltung und der Gutachter gebildet werden soll und wie die Bürger/-Innen und Verbände weiter
einbezogen werden.
In der Arbeitsstufe 2 (2008/2009), werden dann verschiedene Szenarien der Verkehrsentwicklung
bis 2025 und ein Trendszenario 2050 entwickelt und für das FNP-Straßennetz und für den ÖPNV
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in Münster modellmäßig Verkehrsprognosen berechnet - teilweise mit externer gutachterlicher Un-
terstützung.
Daraus werden dann Handlungsempfehlungen (2. Zwischenbericht / Ende 2009) für die Phase
II abgeleitet, über die nach der Kommunalwahl 2009 nach einer öffentlichen Diskussion die parl.
Gremien als Grundlage für die Arbeitsstufe 3 entscheiden.
In der Arbeitsstufe 3 (2010) werden ein Zielkonzept, die zu beschließenden VEP-Netze und das
Zielszenario 2025 erarbeitet (3. Zwischenbericht). Darauf aufbauend entscheiden die Gremien,
welches Verkehrskonzept, welche Verkehrsnetze und welches Maßnahmeprogramm mit welchen
Prioritäten für den Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes Münster 2025 zugrunde zu legen
sind (Entwurf Schlussbericht / Ende 2010).
Zu 3.:
Für die in der Arbeitsstufe 1 für 2007 oben beschriebenen beiden Gutachten
(Haushaltsbefragung zum Verkehrsverhalten 2007 und funktionale Netzbewertung) sind verwal-
tungsseitig ca. 100.000 € vorkalkuliert. Diese Kosten sind in der Haushaltsplanung des Dez I-
II/Amtes 61 in den Haushaltsansätzen der Produktgruppe 12.02 für die GVP-Fortschreibung und
ÖPNV-Planungskosten (Landesmittel) eingeplant. Die Verwaltung wird dazu Angebote von mehre-
ren Fachbüros einholen und dem Planungsausschuss zur Entscheidung/Vergabe vorlegen.
i. V.
gez. Schultheiß
Stadtdirektor
Anlage 1: Vorläufiger Arbeitsplan der VEP-Neuaufstellung
Anlage 2: Vorläufiger Zeitplan der VEP-Neuaufstellung
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0266/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 17.04.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37