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1208/2017

Aktualisierung der industriepolitischen Erklärung

Mitteilung Ausschuss 20.04.2017

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Nächste Beratung: Wirtschaftsausschuss, Sitzung am 27.04.2017, TOP 13.1

Mitteilung Ausschuss

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Für einen starken Kölner Industriestandort - Industriepolitische Erklärung

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Mitteilung Ausschuss

1336 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
OB/80/801 
 
Vorlagen-Nummer  20.04.2017 
 1208/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Wirtschaftsausschuss 27.04.2017 
 
Aktualisierung der industriepolitischen Erklärung 
 
Im Rahmen der 31. Sitzung des Branchenforums Industrie am 14. Juni 2016 wurde unter  
„TOP 3: Businessplan Industrie“ vereinbart, die „Industriepolitische Erklärung“ aus dem Jahr 2011 zu 
aktualisieren und in die Beratungsfolge zu geben.  
 
Die Aktualisierungsvorschläge der Wirtschaftsförderung wurden im Rahmen einer Besprechung mit 
Vertretern der IHK, der beiden Vorsitzenden des Branchenforums Dr. Hermann H. Hollmann und 
Frank Blase sowie der wirtschaftspolitischen Sprecher der Fraktionen Jörg van Geffen (SPD), Dr. 
Jürgen Strahl (CDU), Jörg Frank (Bündnis 90/Die Grünen) und Claudia Klein (FDP) besprochen. Die 
nachfolgende Feinabstimmung erfolgte im Umlaufverfahren. Auf Anregung der ebenfalls im Bran-
chenforum vertretenen Verbände Arbeitgeber Köln (Wolfgang Reß) und DGB Köln-Bonn/IG Metall 
(Dr. Witich Rossmann) wurde im Nachgang eine Passage zum Thema „E-Mobilität“ eingefügt (Seite 2 
der Erklärung, Punkt 2.), mit der alle Unterzeichner der Erklärung einverstanden sind. 
 
 
 
Anlage: Für einen starken Kölner Industriestandort - Industriepolitische Erklärung 
 
 
 
gez. Reker

Für einen starken Kölner Industriestandort - Industriepolitische Erklärung

9805 Zeichen

Für einen starken Kölner Industriestandort 
 
Industriepolitische Erklärung 
 
Köln − auch in Zukunft erfolgreich durch Industrie 
 
Deutschland ist eines der wichtigsten Industrieländer der Welt und die führende Industrienation 
Europas. Das verarbeitende Gewerbe beschäftigt in Deutschland direkt über 5,3 Millionen  Menschen 
und erzielt dabei einen Umsatz von fast 1,7 Billionen Euro pro Jahr. Die Industrie erwirtschaftet gut ein 
Viertel der deutschen Wirtschaftsleistung. Das Netzwerk aus Industrie und Dienstleistern bildet das 
Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln 
trägt dieses Netzwerk mit  über 31 Prozent zur deutschen Bruttowertschöpfung bei.  
Der Raum Köln ist gemessen am Umsatz eine der größten Industrieregionen in Deutschland. In und 
um Köln arbeiten rund zehn Prozent der 1,4 Millionen Industriebeschäftigten in Nordrhein-Westfalen – 
einem Bundesland, das sich selbstbewusst und mit berechtigtem Stolz als eines der bedeutendsten 
industriellen Zentren Europas präsentiert.  
  
 
Tragfähiges Netzwerk Industrie 
 
In der jüngeren Vergangenheit haben Begriffe wie Strukturwandel, Tertiärisierung und 
Informationsgesellschaft oftmals den Eindruck entstehen lassen, dass hochentwickelte 
Volkswirtschaften entstanden seien, in denen dem industriellen Sektor nur noch eine Nebenrolle 
zukomme. Für Deutschland trifft das keinesfalls zu. Obwohl der Anteil der direkt im Produktionssektor 
beschäftigten Menschen rein statistisch betrachtet rückläufig ist, spielt die Industrie nach wie vor eine 
wesentliche Rolle im Wirtschaftsgefüge. 
 
In den letzten Jahrzehnten hat sich ein immer engerer Verbund von Industrie und Dienstleistern 
herausgebildet. Beschäftigte aus den Randaktivitäten von Industrieunternehmen, die früher ganz 
selbstverständlich zur Produktion zählten, werden durch Ausgliederung ihres Unternehmensbereichs 
statistisch dem Dienstleistungssektor zugeordnet − ohne dass sich ihr Tätigkeitsspektrum elementar 
verändert hätte. Diese organisatorischen Veränderungen mindern keineswegs die Bedeutung der 
Industrie, sondern haben ganz im Gegenteil wesentlichen Anteil an ihrem in den letzten Jahrzehnten 
erzielten Produktivitätszuwachs. Zusätzlich eröffnet die fortschreitende Fokussierung von 
Unternehmen auf ihre Kernkompetenz Chancen für Gründung und Wachstum spezialisierter 
Dienstleistungsfirmen.  
 
 
Verlässliche Rahmenbedingungen für die Industrie in Köln 
 
Um die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Köln zu sichern, muss in folgenden Bereichen 
gehandelt werden: 
1. Das in den letzten Jahrzehnten entstandene Netzw erk aus Industrieunternehmen und 
Dienstleistern benötigt ein bedarfsgerechtes Angebot an unterschiedlichen Nutzflächen. 
Während die Nachfrage der Dienstleister, die ausschließlich Büroflächen benötigen, 
unproblematisch im Stadtgebiet bedient werden kann, müssen für die Industriebetriebe und 
deren auf intensiven Fühlungskontakt angewiesene Dienstleister Reserveflächen mit 
entsprechender Nutzungsausweisung zur Verfügung stehen. Die Notwendigkeit dieser 
Flächenbereitstellung wird auch daran deutlich, dass noch immer entwicklungsintensive und 
zukunftsfähige Fertigungen bevorzugt in Ballungsräumen angesiedelt werden. Gründe hierfür

2
sind ein ausreichendes Fachkräfteangebot sowie die Nähe zu Forschungseinrichtungen, 
industrienahen Dienstleistern und potenziellen Kunden.  
 
2. Einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf der indus trielle Umbau auf E-Mobilität, auf neue 
Mobilitätsformen und die zeitgleiche Digitalisierung der industriellen Produktion und Distribution. 
Die Stadt ist gefordert, zielgerichtet die Ansiedlung und Entwicklung von Unternehmen zu 
fördern, die E-Mobilität entwickeln, produzieren und für den notwendigen Umbau der 
energetischen Infrastruktur Sorge tragen. 
 
3. Die grundsätzlich gute Verkehrsinfrastruktur in Köln und der Region ist permanent auf ihre 
Zukunftsfähigkeit zu überprüfen. Schwachstellen sind zu beheben und den Anforderungen des 
weiter steigenden Verkehrsvolumens in einem zusammenwachsenden Europa muss ebenso 
offensiv begegnet werden wie den vielfältigen technischen Weiterentwicklungen bei Logistik und 
Verkehrslenkung. Angesichts der hohen Verkehrsdichte ist ein besonderes Augenmerk darauf 
zu richten, die im Rheinland vollständig vorhandene Palette aller Mobilitätsträger (Straße, 
Schiene, Wasser, Luft, Pipelines) im regionalen, nationalen und europäischen Kontext noch 
intelligenter miteinander zu vernetzen. 
 
4. Der Bereich des Wissens- und Innovationstransfer s birgt sowohl quantitativ als auch qualitativ 
bedeutende, noch nicht ausgeschöpfte Potenziale. Die Kölner Region ist einer der größten 
Hochschul- und Wissenschaftsstandorte Deutschlands, der vielversprechende Ansätze für eine 
verstärkte Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung bietet. Von solchen 
Kooperationen können sowohl große als auch kleine und mittelständische Unternehmen 
profitieren. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine aktive Vernetzung zwischen 
Wissenschaftseinrichtungen und Kölner Unternehmen. 
 
5. Eine positive wirtschaftliche Entwicklung setzt ein ausreichendes Angebot an hochqualifizierten 
Arbeitskräften voraus. Der immer stärker in den Vordergrund tretende Fachkräftemangel wird in 
den nächsten Jahren nahezu den gesamten Bereich hochqualifizierter Berufe erfassen. Die 
Industrie ist hiervon genauso betroffen wie viele andere Branchen, da sich ihre 
Arbeitskräftenachfrage aufgrund der beschriebenen strukturellen Veränderungen mittlerweile 
weitgehend auf gut ausgebildete und flexibel einsetzbare Fachkräfte fokussiert. Die moderne 
Industriegesellschaft kann auf kein Talent verzichten. Deshalb müssen wir alle Anstrengungen 
unternehmen, dass jeder Mensch die Chance bekommt, seine Fähigkeiten maximal zu 
entwickeln. Ausbildung und Qualifizierung sind ein Gebot der Stunde. 
 
6. Übergreifend müssen die Stärken und Potenziale d es Industriestandorts Köln besser 
kommuniziert werden. Die Zukunftsfähigkeit der Industrie muss herausgestellt und vermarktet 
werden. Hierfür sind die Konzeption und die Umsetzung eines „Industriemarketings für 
Köln“ erforderlich. 
 
 
Branchenforum Industrie als erfolgreiche Dialogplattform 
 
Seit mehreren Jahren gibt es gemeinschaftliche Anstrengungen zur Stärkung der Industrie in Köln. Im 
Jahr 2002 hatte der Rat der Stadt Köln die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, das die 
Zukunftsfähigkeit der Kölner Industrie sichert. Dieser Ratsbeschluss zur „Förderung und Sicherung 
des Industriestandorts Köln“ war der Ausgangspunkt für das gemeinsame Vorgehen der Kölner 
Industrieakteure: Eine im gleichen Jahr von der Stadt und der IHK Köln durchgeführte 
Industriebefragung lieferte eine solide empirische Grundlage für die Arbeit zur Sicherung des 
Industriestandorts. 2003 wurde das „Branchenforum Industrie“ gegründet, in dem namhafte Kölner

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Industrieunternehmen ebenso wie die Kommunalpolitik und die Stadtverwaltung sowie Arbeitgeber 
Köln, DGB und IHK Köln vertreten sind. Das Branchenforum stellt die für den Industriestandort Köln 
bedeutsamen Themen heraus und zeigt Optimierungspotenziale auf. 
 
Einige der durch das Branchenforum angestoßenen Initiativen konnten in der Zwischenzeit erfolgreich 
umgesetzt werden. So nahm im März 2006 die neu strukturierte Abteilung „Unternehmens-Service“ im 
Amt für Wirtschaftsförderung ihre Arbeit auf und betreut seitdem als „One-Stop-Agency“ die Anliegen 
der Wirtschaft komplett aus einer Hand. Darüber hinaus kamen aus der Arbeit des Branchenforums 
wichtige Anregungen für die 2014 unter Federführung der IHK Köln gestartete 
Industrieakzeptanzinitiative („In I du I strie. Gemeinsam. Zukunft. Leben“).  
 
Businessplan Industrie als Wegweiser und Taktgeber 
 
Der 2010 erarbeitete „Businessplan Industrie für Köln“ ist  ein weiterer wichtiger Schritt, den das 
Branchenforum zur Zukunftssicherung des Industriestandorts Köln geht. Der Businessplan schlägt 
Leitlinien für eine zukunftsweisende Industriepolitik in Köln sowie Maßnahmen in den 
Handlungsfeldern Flächenpolitik, Verkehrsinfrastruktur, Innovationstransfer, Qualifizierung/Ausbildung 
und Industriemarketing vor. Er wurde in den Jahren 2011 und 2012 im Rahmen eines Workshop-
Verfahrens in Hinsicht auf konkrete Maßnahmen mit der jeweiligen Fachöffentlichkeit diskutiert.  
Einige wichtige Maßnahmen wurden und werden im Anschluss realisiert, weitere sind in der 
Realisierung und dienen somit der Umsetzung des Ratsbeschlusses zur „Förderung und Sicherung 
des Industriestandorts Köln“. Nächster Aktualisierungsschritt des Businessplans ist ein Abgleich und 
ggfls. eine Ergänzung der fünf Handlungsfelder mit den Ergebnissen der Strukturanalyse „Standort 
Köln – Perspektive 2030“, in deren Rahmen „Industrie“ als einer der sieben standortrelevanten 
„Kernmärkte“ Kölns beschrieben wird. 
 
 
Köln, im April 2017 
 
 
 
(gez.) Jörg van Geffen, wirtschaftspolitischer Spre cher, SPD-Fraktion 
(gez.) Dr. Jürgen Strahl, wirtschaftspolitischer Sp recher, CDU-Fraktion 
(gez.) Jörg Frank, wirtschaftspolitischer Sprecher,  Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 
(gez.) Claudia Klein, wirtschaftspolitische Spreche rin, FDP-Fraktion 
 
(gez.) Dr. Hermann H. Hollmann, Vorsitzender Branch enforum Industrie 
(gez.) Frank Blase, Geschäftsführer Igus GmbH, Stel lv. Vorsitzender Branchenforum Industrie 
 
(gez.) Karl-Heinz Merfeld, Leiter des Amtes für Wir tschaftsförderung, Stadt Köln 
(gez.) Alexander Kip, Amt für Wirtschaftsförderung,  Stadt Köln 
 
(gez.) Dr. Ulrich S. Soénius, stellv. Hauptgeschäft sführer, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik,  
IHK Köln 
(gez.) Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer Arbeitgeb er Köln 
(gez.) Dr. Witich Rossmann, 1. Bevollmächtigter IG Metall, DGB-Region Köln-Leverkusen-Erft-Berg

Beratungsverlauf (1)

27.04.2017 Wirtschaftsausschuss
TOP 13.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1208/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
20.04.2017
Erstellt
03.08.2017 00:27