2391/2024
Weiterführung des Projektes Brückenbauer*
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Anlage 3 Tätigkeitsbericht Brückenbauer
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Ein Projekt von Tätigkeitsbericht Brückenbauer* 1. Einleitung 2. Was ist Brückenbauer*? 3. Kooperation mit der Projektreihe „WE CAN SPEAK“ 4. Durchgeführte Workshops 5. Wirkung 6. Ausblick 1. Einleitung Mit der Zunahme der nach Deutschland kommenden geflüchteten Menschen in den letzten Jahren hat das Thema Flucht – leider oft nicht in sachlicher Form – wieder sehr an Bedeutung in der öffentlichen und politischen Debatte gewonnen (u.a. bei der Frage nach der Belastung von Kommunen bei der Unterbringung, aber auch bei Verteilungsfragen bei Zugängen zu Kitaplätzen, Arztterminen etc.). Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. beobachtet dabei eine zunehmend populistische Diskursverschiebung, die Ängste schürt und Bilder produziert, die nicht von Fakten gedeckt sind. Dies wurde auch in den Programmen zur Europawahl und letztlich dem Wahlergebnis deutlich. Erste Umfragen zeigen, dass auch bei den Wählerinnen und Wählern unter 24 Migration eines der Hauptthemen darstellte, das sie motivierte, Parteien mit einer ablehnenden Haltung gegenüber der Aufnahme von Geflüchteten zu wählen. Dieser Trend wurde dieser Trend auch bei den Juniorwahlen in Köln festgestellt - auch hier gab es Schulen, an denen die Jugendlichen mit starken Ergebnissen rechtsorientierte Parteien wählten (KstA 21.06.2024, S. 21: Gegen Rechtsruck an den Schulen). Menschenrechte und die sich aus der Genfer Flüchtlingskonvention ableitenden Rechte von Flüchtenden spielen in der (politischen und gesellschaftlichen) Debatte selten eine Rolle. Ebenfalls hinzu kommt, dass die Opferberatung Rheinland sowie die Beratungsstelle Backup in ihrem Tätigkeitsbericht 2024 einen weiterhin hohen Anteil rechter Gewalt dokumentieren. "Für das Jahr 2023 registrierten die beiden Beratungsstellen insgesamt 355 rechte, rassistische, antisemitische und andere menschenfeindliche Gewalttaten mit mindestens 452 direkt betroffenen Menschen in NRW, darunter mindestens 17 Kinder und Jugendliche [...] 214 (60,3 Prozent) rassistisch motiviert." Von rassistischer Gewalt sind potenziell auch Geflüchtete betroffen. Dies zeigt auch die Statistik des Bundeskriminalamtes, nach der sich 2023 die Übergriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte mit 2.378 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt haben. Umso wichtiger ist eine Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die dazu beiträgt, Wissen zum Themenkomplex Flucht zu erlangen um damit Diskurse kritisch einordnen zu können, sowie Sensibilität und Empathie für die Situation Geflüchteter zu entwickeln. Wissen kann Vorurteile entkräften und wirkt Diskriminierung entgegen. Die Brückenbauer*-Workshops tragen durch die Wahl der Inhalte und Methoden dazu bei, dass auch Nicht-Betroffenen deutlicher wird, welche Auswirkungen eine Flucht auf Menschen hat und was es bedeutet, Zugang zu Schutz und Teilhabe in der Aufnahmegesellschaft zu erhalten. Gleichzeitig werden auch geflüchtete Kinder und Jugendliche in den Schulklassen empowert. Sie erleben, wie ihre Klassengemeinschaft sich mit den für sie relevanten Themen beschäftigt und Methoden zum Einsatz kommen, die ihre Perspektiven und Anliegen hervorheben. Die Bildungsarbeit des Kölner Flüchtlingsrat richtet sich zudem auch an Pädagog*innen, da eine Sensibilisierung der Lehrkräfte und Schulsozialarbeitenden für Lebensumstände und Herausforderungen ihrer geflüchteten Schüler*innen dazu beiträgt, dass diese mit ihren besonderen Bedarfen gesehen und besser unterstützt werden können. Insgesamt konnten dank städtischer Förderung bereits über 2100 Schüler*innen erreicht werden, die dadurch eine eigene, informierte Haltung zum Thema Flucht entwickeln. S.1 2. Was ist Brückenbauer*? Brückenbauer* ist ein Bildungsprojekt des Kölner Flüchtlingsrat e.V., seit Ende 2018 durch die Stadt Köln gefördert, in dessen Rahmen der Verein Workshops für Schüler*innen von der 4. Klasse bis zur Oberstufe sowie Fortbildungen für Lehrkräfte und Pädagog*innen an Kölner Schulen durchführt. Das Projekt ist das älteste von mittlerweile vier Bildungsangeboten des Jugend- und Bildungsbereichs des Kölner Flüchtlingsrat e.V. Die weiteren Bildungsangebote sind: WE CAN SPEAK – Wir reden mit! Schulworkshops mit Teamer*innen mit eigener Fluchterfahrung zu den Themen Flucht, Flüchtlingsschutz, Vorurteilen und Diskriminierung WE CAN SPEAK – Lasst uns reden! Schulworkshops mit Teamer*innen mit eigener Fluchterfahrung und Bildungsreferent*innen des Kölner Flüchtlingsrat e.V. zu den Themen Demokratie, demokratischen Werten und Flüchtlingsschutz WE CAN SPEAK - Ihr redet mit! Schulworkshops zum Thema Medienbildung und Demokratiekompetenz Klimawandel, Mobilität und Displacement Schulworkshops zu den Themen Klimawandel, Migrationsbewegungen und Klimagerechtigkeit In den Brückenbauer*-Schulworkshops geht es um die Themen Flucht, Menschenrechte, Diskriminierung, Partizipation und Akzeptanz. Während der städtischen Förderung (trotz vieler pandemiebedingter Schwierigkeiten) konnten bereits 107 Workshops für Schüler*innen und 13 Workshops für Pädagog*innen stattfinden. Neben einem Grundlagen-Workshop bietet Brückenbauer* mittlerweile drei Vertiefungsmodule für Schüler*innen an: Ankommen in Deutschland Vorurteile und Diskriminierung Grenzen und Menschenrechte Für Erwachsene bietet das Projekt im Rahmen der Workshopreihe „Wissen und Kompetenz im Umgang mit geflüchteten Schüler*innen“ seit Herbst 2021 Workshops zu folgenden Themen an: Lebenssituation geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland Rassismuskritische Pädagogik und das Thema Flucht im Klassenraum (2-teilig) Die Bedeutung von Flucht und Trauma im Kontext Schule S.2 3. Kooperation mit dem Projekt „WE CAN SPEAK – Wir reden mit!“ Das Projektreihe „WE CAN SPEAK“ zielt darauf ab, Vorurteile und strukturelle Benachteiligungen gegenüber Menschen mit Fluchterfahrungen aufzubrechen, indem es Geflüchtete stärkt, Workshops mit Jugendlichen selbst durchzuführen und somit auch Begegnung zu ermöglichen. Hierfür wurden im ersten Halbjahr 2022 15 und im Jahr 2023 8 Geflüchtete zu „Speaker*innen" qualifiziert. Statt nur über Geflüchtete zu sprechen, werden so ihre Perspektiven sichtbar und sie erhalten die Möglichkeit der Mitgestaltung von politischer Bildungsarbeit. Im Rahmen der Kooperation beider Projekte begleiten Speaker*innen die Bildungsreferent*innen bei den Workshops an Kölner Schulen. Die Perspektiven der Speaker*innen auf die Workshopinhalte, die ja auch ihre eigene Biografie betreffen, wurden (insbesondere von den teilnehmenden Schüler*innen) als sehr gewinnbringend wahrgenommen. In den Workshops erhalten die Schüler*innen die Gelegenheit, den Speaker*innen Fragen bezüglich deren eigener (Flucht-)Geschichte zu stellen. Sie erleben so einen sehr direkten und persönlichen Zugang zum Thema Flucht. Kinder und Jugendliche mit eigener Fluchterfahrung erleben Role Models, die ihnen vorleben, wie Engagement und Empowerment miteinander verbunden werden können. Um die Qualität der Workshops stetig zu verbessern – insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Speaker*innen – und Methoden und Inhalte zu reflektieren, werden von den Bildungsreferentinnen von Brückenbauer* regelmäßig Fortbildungen besucht. Hierzu zählte z.B. eine Intervision begleitet durch die interkulturelle Trainerin und Traumatherapeutin Kelly Cavalcanti zu „rassismussensibler Bildungsarbeit als nicht betroffene, weiße Bildungsreferentin“ 2023 oder der Besuch der Fortbildungsreihe zu Demokratie- und Konfliktkompetenz. S.3 4. Durchgeführte Workshops In der Projektlaufzeit wurden, bis auf einige coronabedingt eingeschränkte Zeiten, alle geplanten Maßnahmen erfolgreich durchgeführt (v.a. Workshops, Konzeption neuer Inhalte und Methoden, Pädagog*innen-Workshops). Seit 2022 wurden dabei in den Workshops durchgehend die Speaker*innen aus WE CAN SPEAK mit einbezogen (Vorbereitungstreffen, Ausarbeitung / Zusammenstellung der Methoden und Ablaufpläne, Reflexion). Durch die mittlerweile 107 durchgeführten Workshops für Schüler*innen kann (bei einer niedrig geschätzten Klassenstärke von etwa 20 Schüler*innen) davon ausgegangen werden, dass über 2100 Kinder und Jugendliche von der Grundschule bis zur Oberstufe erreicht wurden. In den letzten Jahren überstieg die Zahl der Anfragen durchgehend die Möglichkeiten, sodass allein seit 2022 über 20 angefragte Workshops aufgrund mangelnder Kapazitäten abgesagt werden mussten. 2019 - 2022 wurden folgende Schulformen erreicht: Schulform Anzahl Workshops Schulstufe Grundschule Gesamtschule Realschule Gymnasium Sek.1 und Sek.2 Sek.1 und Sek.2 15 9 5 24 Sek.1, Sek.2, Oberstufe Berufskolleg 3. und 4. Klasse 9 Daneben wurden 3 offene Workshops für Schüler*innen aller Kölner Schulen der Sek.1 und Sek.2 angeboten. Im Zeitraum bis Ende 2022 wurden zudem 5 Workshops für Pädagog*innen an Kölner Schulen im Rahmen der Workshopreihe “Wissen und Kompetenz im Umgang mit geflüchteten Schüler*innen durchgeführt. S.4 Schule / Klassenstufe Workshops Thematischer Schwerpunkt Heinrich-Heine-Gymnasium, Sek.1 Johannesschule, 4. Klasse Gesamtschule Holweide, Sek.2 Peter-Lustig-Grundschule Heinrich-Böll- Gesamtschule, Sek.II 5 Einführung Flucht, Menschenrechte Heimat, Einführung Flucht und Ankommen Einführung Flucht, europäische Flüchtlingspolitik und Grenzen Heimat, Einführung Flucht und Ankommen 14 6 3 2 Grundlagen Flucht, Vertiefung Diskriminierung Im Zeitraum 2023/2024 wurden zudem bisher 7 Workshops für Pädagog*innen durchgeführt, davon (aufgrund von hoher Nachfrage) drei Workshops zum neu entwickelten Modul “Die Bedeutung von Flucht und Trauma im Kontext Schule” und zwei zur “Lebenssituation geflüchteter Schüler*innen in Deutschland”. Die von 2023 bis Mitte 2024 durchgeführten Workshops für Schüler*innen werden im Folgenden noch einmal detaillierter aufgelistet. Grundschule Luzerner Weg, 3. und 4. Klasse 2 Heimat, Einführung Flucht und Ankommen, Vorurteile Gottfried-Herder-Gymnasium, Sek.2 2 Grundlagen Flucht, Vertiefung Diskriminierung Henry-Ford-Realschule, Sek.1 und Sek.2 4 Grundlagen Flucht, Vertiefung Diskriminierung und Flüchtlingsschutz Berufskolleg Südstadt Berufskolleg Lindenthal 2 Grundlagen Flucht, Vertiefung Diskriminierung 3 Einführung Flucht, Menschenrechte In den Workshops wurden Methoden angewendet, die nicht nur Wissen vermitteln und für die Situation Geflüchteter sensibilisieren, sondern auch zur Reflexion über eigene (altersentsprechende) Handlungsspielräume angeregt haben. So überlegten beispielsweise Grundschüler*innen, wie sie konkret einem geflüchteten Kind das Ankommen in ihrer Schule erleichtern und Ausgrenzung entgegenwirken können, Pädagog*innen tauschten sich zu Best-Practice-Beispielen im Umgang mit traumatisierten geflüchteten Schüler*innen aus. Jeder Workshop für Schüler*innen wurde zuvor mit den Lehrkräften vorbereitet (mittels eines Fragebogens zur Erhebung der Klassenzusammensetzung und evtl. Vorwissen) und bei Bedarf auch nachbereitet. S.5 5. Wirkung Die am Ende eines jeden Schüler*innen-Workshops erhobenen Feedbacks der Teilnehmenden zeigen zudem, dass auch das Projektziel „Schüler*innen entwickeln im Rahmen eines Workshops Antworten auf ihre Fragen zum Themenkomplex Flucht und entwickeln eine kritische Haltung zum Flüchtlingsdiskurs“ erreicht wurde: „Ich fand es schön, dass wir Einblicke bekommen haben, die man so sonst nicht kriegen würde, und dass wir mit einbezogen wurden. Mir hat auch gefallen, dass vor Ort Geflüchtete waren, die ihre Geschichte erzählen konnten.“ (Feedback zum Workshop in der Sek.2 an der Heinrich-Böll-Gesamtschule) „Solche Workshops zur Sensibilisierung für das Thema Flucht sollten standardmäßig in Grundschulen stattfinden. Selten habe ich diese Klasse so interessiert und engagiert erlebt.“ (Schulsozialarbeiter an der Peter-Lustig-Schule) „War sehr informativ, viel gelernt, lehrreich, sensationelle Leistung, gerne Wiederholungsbedarf!“ (Feedback zum Workshop in der Sek.2 an der Heinrich-Böll-Gesamtschule) „Viele gute und neue Informationen. Sensibilisierung für ein so wichtiges Thema!" „informativer, lebensnaher Vortrag, tolle Begleitung durch einen "Betroffenen"." (Feedback zweier Teilnehmenden aus einem Pädagog*innen-Workshop “Lebenssituation geflüchteter Schüler*innen und deren Implikationen für den Schulalltag” am Heinrich- Mann-Gymnasium. Der Workshop wurde zusammen mit einem Speaker durchgeführt.) „Toll: Die Fragerunde, der Film, das Quiz, die Bilder. Dass ihr alle Fragen beantworten konntet.” (Feedback zum Workshop in einer 4. Klasse an der Peter-Lustig-Schule) Die Rückmeldungen aus der Schülerschaft und von Pädagog*innen zu den durchgeführten Workshops zeigen, dass die Workshops bei den Teilnehmenden wichtige Denkprozesse angestoßen haben und insbesondere durch die Begegnung mit den selbst geflüchteten Speaker*innen neue Zugänge zum Thema Flucht entstanden sind. Einige Schulen, darunter auch „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage-Schulen“, haben die Brückenbauer*- Workshops als festen Bestandteil ihres Unterrichts integriert. S.6 6. Ausblick Bis Ende 2024 ist Brückenbauer* ausgebucht, uns erreichen bereits die ersten Workshopanfragen für 2025. Zukünftig wollen wir neben den Workshops an Schulen und den bereits bestehenden Pädagog*innen-Workshops weitere Inhalte für Pädagog*innen aufbereiten und zudem gezielt für unser Angebot für ganze Kollegien werben (nach positivem Verlauf eines Workshops beim pädagogischen Tag des Heinrich-Mann- Gymnasiums). Auch der Weiterbildung wollen wir uns widmen. Da durch die in unseren Projekttagen behandelten Themen bei den Teilnehmenden weitere Themenfelder geöffnet werden können, die sehr emotional besetzt sind, sind Konflikte unter den Teilnehmenden und auch mit der begleitenden Lehrkräfte nicht auszuschließen. Daher wird im nächsten halben Jahr eine Zusatzausbildung als Konfliktcoach* angestrebt, um mögliche Widerstände und Spannungen im Zusammenhang zu den komplexen Themen professionell begleiten zu können. Der Rechtsruck in vielen deutschen Bundesländern und auf europäischer Ebene, u.a. durch das Wahlverhalten junger Menschen, erschrickt uns. Besorgt beobachten wir eine scheinbare Normalisierung von Aussagen, die Menschenrechte von Geflüchteten in Frage stellen. Umso wichtiger ist aus unserer Sicht auch in Zukunft unsere Bildungsarbeit im Projekt Brückenbauer*, um jungen Menschen den Raum zu öffnen, flüchtlingspolitische Diskurse zu reflektieren und eine kritische, menschenrechtsbewusste Haltung zu entwickeln. Besonders elementar scheint uns, auch vor dem Hintergrund der Juniorwahlen in Köln, Jugendlichen das Gefühl zu nehmen wenig Handlungs- und Einflussmöglichkeiten auf politisches Geschehen zu haben. Es gilt Handlungsräume und Chancen aufzuzeigen. Jugendliche brauchen dringend das Gefühl, dass die Welt sie nicht ausschließlich bedroht, sondern ihre Beteiligung benötigt wird. Eine Fortsetzung unserer Bildungsarbeit ist hierfür ein zentraler Bestandteil und die Fortführung der Förderung durch die Stadt Köln somit dringend erforderlich. S.7
Anlage 2 Finanzplan Brückenbauer 2025_2026
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Finanzplan Brückenbauer* 2025 Finanzplan Brückenbauer* 2026 Fördersumme 50.120,00 € Fördersumme 52.125,55 € Eigenmittel 5.120,00 € Eigenmittel 5.212,55 € GESAMT 55.240,00 € GESAMT 57.338,10 € geplant geplant PK 2025 47.558,74 € PK 2026 50.930,50 € SK 2025 3.840,63 € SK 2026 3.203,80 € AGV 3.840,63 € AGV 3.203,80 € GESAMT 55.240,00 € GESAMT 57.338,10 € 2025 Personalkosten 2026 Personalkosten 24.087,16 € 25.928,66 € N.N. 12/h N.N. 15/h 23.471,58 € N.N. 12/h N.N. 15/h 25.001,84 € 47.558,74 € 50.930,50 €
Anlage 4 Stellungnahme der Verwaltung
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16 12.12.2024 Stellungnahme der Verwaltung zur Ratssitzung 12.12.2024 TOP 10.7 Weiterführung des Projektes Brückenbauer*, 2391/2024 Der Finanzausschuss hat die o.g. Beschlussvorlage in seiner Sitzung vom 09.12.2024 ohne Votum behandelt. Die Beschlussvorlage beinhaltet bereits eine Begründung der Dringlichkeit. Zur Herstellung der Planungssicherheit für den Träger und dessen eingesetztes Personal ist ein Beschluss des Rates im Dezember erforderlich. Die Dauer der verwaltungsinternen Abstimmungen im Rahmen der Haushaltsaufstellung macht im Ergebnis die vorliegende dringliche Entscheidung notwendig. Die Entscheidung zur Einbringung der Vorlage noch in 2024 erfolgte, um Planungssicherheit für die Träger der Maßnahme ab 2025 zu gewährleisten (Kölner Flüchtlingsrat e.V.), projektbezogene Personalstellen bei den Trägern zu erhalten, aufgebaute Strukturen zu sichern und Projektleistungen und Beratungsangebote für die Zielgruppen der beiden Angebote nahtlos weiterführen zu können. Für die Beschlussvorlage wurde im Beschlusstext der Vorbehalt der Genehmigung des Haushaltes 2025/26 formuliert. Die Mittel für die Maßnahme stehen im Teilergebnisplan des Amtes für Integration und Vielfalt in der Produktgruppe 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity – bei Teilplanzeile 15 – Transferleistungen – in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 zur Verfügung . Etwaige Abschlagszahlungen würden nach positiver Beschlussfassung des Rates im Rahmen des § 82 GO NRW an den Zeitraum der vorläufigen Haushaltsführung geknüpft.
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle OB/16/162/3 Vorlagen-Nummer 2391/2024 Freigabedatum Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Weiterführung des Projektes Brückenbauer* Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat der Stadt Köln beschließt die Fortführung des Projektes Brückenbauer* in den Jahren 2025 in Höhe von 50.120,00 € und 2026 in Höhe von 52.125,55 €, vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltes für die Jahre 2025/2026. Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigte Aufwandsermächtigung steht vorbehalt- lich der Genehmigung des Haushalts 2025/2026 im Teilergebnisplan des Amtes für In- tegration und Vielfalt in der Produktgruppe 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity – bei Teilplanzeile 15 – Transferleistungen – in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 zur Verfügung. Integrationsrat 19.11.2024 Ausschuss Schule und Weiterbildung 25.11.2024 Finanzausschuss 09.12.2024 Rat 12.12.2024 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: 2025 ff. a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. 2025: 50.120,00 € / 2026: 52.125,55 € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Zusammenfassung in einfacher Sprache: Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. ist ein Verein, der geflüchtete Menschen unterstützt. Er arbeitet mit dem Projekt Brückenbauer* an Kölner Schulen mit Kindern, Jugendlichen, Lehrerinnen und Lehrern zusammen. Sie lernen zu verstehen, wie Menschen, die ge- flohen sind und in Köln Schutz gesucht haben, sich fühlen. Der Flüchtlingsrat zeigt, was Kinder, Lehrerinnen und Lehrer tun können, damit sich alle in der Klasse wohlfühlen. So können das Zusammenleben und das gemeinsame Lernen besser funktionieren. Um das Projekt auch in der Zukunft durchführen zu können, soll die Stadt Köln weiter Geld für die wichtige Arbeit bezahlen. Das soll der Rat beschließen. Begründung: Ausgangssituation: Das Projekt Brückenbauer* wurde seit dem 01.01.2020 - zunächst verbunden mit einer Befristung bis zum 31.12.2022 - auf Basis des politischen Veränderungsnachweises mit Haushaltsmitteln in Höhe von 45.000 Euro jährlich durch die Stadt Köln finanziert. Die 3 Weiterführung des Projekts wurde nachfolgend durch den Rat der Stadt Köln in sei ner Sitzung am 08.12.2022 (2459/2022) für zwei Jahre beschlossen; die Förderung endet zum 31.12.2024. Der Träger hat nun die Fortführung des Projekts beantragt. Das Projekt soll mit Blick auf die äußerst wertvollen Unterstützungsangebote für Schü- ler*innen und Lehrkräfte an den unterschiedlichen Kölner Schulformen nun auch in den Jahren 2025 und 2026 fortgeführt werden. Dies bereits rechtzeitig vor Ende der Finan- zierungslaufzeit und vorbehaltlich der Genehmigung des Haushaltes für die Jahre 2025/ 2026, um sowohl dem Träger als auch dem im Angebot eingesetzten Personal die er- forderliche Planungssicherheit zu geben. Im Falle der vorläufigen Haushaltsführung werden Abschlagszahlungen mit dem Träger vereinbart. Ziel des Projektes ist es, Schüler*innen und Lehrkräfte an Kölner Schulen über die Le- benssituation geflüchteter Menschen aufzuklären. So soll ein Abbau möglicher Vorur- teile bewirkt und eine diversitätssensible, rassismuskritische Schul- und Klassen- kultur gefördert werden. Gerade in der aktuell angespannten politischen Situation ist Demokratieerziehung wich- tiger denn je! Angebote der politischen Bildung entlasten die Lehrkräfte an Kölner Schu- len nachhaltig, was sich sehr deutlich du rch die stetige Nachfrage der Schulen nach Workshop-Durchführungen und die vielfältigen positiven Rückmeldungen der Lehr- kräfte zeigt. Im Projekt werden mit sehr geringen personellen Ressourcen viele Schü- ler*innen und Lehrkräfte erreicht. Sowohl durch die Durchführung der Workshops, aber auch durch die Erarbeitung und Bereitstellung von Material, mit dem auch Lehrkräfte weiterarbeiten können. So wird die Reichweite des Projekts nochmal verstärkt. Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. hat zur Durchführung des Projekts eine Kooperations- vereinbarung mit dem Kommunalen Integrationszentrum im Amt für Integration und Vielfalt der Stadt Köln geschlossen; die Zusammenarbeit im Projekt erfolgt in enger inhaltlicher Abstimmung miteinander. So werden beispielsweise die Erfahrungen und Erkenntnisse der Aktivitäten des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in die Planung der Angebote miteinbezogen, um eine optimale Ausrichtung der Workshops sicherzustellen. Seit Beginn der städtischen Förderung bis zum Ende d es Schuljahres 2023/2024 wur- den insgesamt 107 Workshops für Schüler*innen und 13 Workshops und Fortbil- dungen für Pädagog*innen durchgeführt und hierbei 39 verschiedene Schulen - Grund-, Real-, Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs - erreicht. Konkretisierung der Projektziele: Schüler*innen erlangen in den Workshops des Projekts Brückenbauer* Wissen zum Themenkomplex Flucht und lernen auf dieser Basis, Diskurse kritisch einzuordnen so- wie Sensibilität und Empathie für die Situation Geflüchteter zu entwickeln. Wissen kann Vorurteile entkräften und so Diskriminierung entgegenwirken . Zugleich kön- nen die Workshops einen empowernden Moment für geflüchtete Schüler*innen bie- ten. Die Klasse beschäftigt sich mit einem Stück ihrer Lebensgeschichte und es wi rd versucht, insbesondere ihre Perspektiven und Anliegen hervorzuheben. Neben einem Grundlagenmodul bietet Brückenbauer* den Schulen für die Schüler*in- nen-Workshops mittlerweile vier Vertiefungsmodule an. Es handelt sich um: 4 Ankommen in Köln, Vorurteile und Diskriminierung, Flucht und Partizipation sowie Grenzen und Menschenrechte. Für die Schulen erfolgt eine wertvolle Entlastung der Lehrkräfte, die mit dem Projekt Brückenbauer* einen sehr erfahrenen Partner an ihrer Seite haben, um den Themen- komplex in ihrem Unterricht kompetent zu behandeln. Gleichzeitig kann durch die viel- fältigen Impulse auch die Klassen- und Schulkultur positiv beeinflusst werden, durch welche eine diversitätssensible, tolerante Gemeinschaft mit einem Bewusst- sein für rassistische Strukturen und Benachteiligungen in unserer Stadtgesell- schaft unterstützt werden kann. Lehrkräfte werden mit den verschiedenen Workshop -Angeboten im Umgang mit ge- flüchteten Schüler*innen gestärkt und gleichzeitig ermutigt, diese Themen in ihren Klas- sen zu besprechen. Das Angebot, Lehrkräfte durch eigene Workshop -Formate weiter- zubilden, geht auf den auch weiterhin bestehenden konkreten Bedarf in den Schulen ein. Insgesamt wurden drei unterschiedliche Angebote für Lehrkräfte entwickelt. Es handelt sich um: Lebenssituation geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Deutschland, Rassismuskritische Pädagogik und das Thema Flucht im Klassenraum (2-teilig) so- wie Die Bedeutung von Flucht und Trauma im Kontext Schule. Lehrkräfte erfahren so etwas über Lebenswirklichkeiten, die sie in der Regel nicht aus eigener Erfahrung kennen und e rhalten Wissen darüber, wie sie ihre Schüler*innen mit Fluchterfahrung nachhaltig auf ihrem Bildungsweg unterstützen können. Durch die fortgesetzte Kooperation mit dem Projekt „We Can Speak“ , in dem ge- flüchtete junge Erwachsene zwischen 17-27 Jahren ein h albes Jahr lang zu „Spea- ker*innen“ qualifiziert werden, können die Geflüchteten selber im Sinne einer „peer-to- peer education“ Workshops zu den Themen Flucht und Menschenrechte, Flucht und Migration im Kontext des Klimawandels sowie Diskriminierung und Rassismus mit Schwerpunkt rechter Hetze im Netz an den Schulen durchführen. Durch diese Vorgehensweise stärkt das Projekt Brücken- bauer* die Stimme von Menschen mit Fluchterfahrung und ermöglicht den Schü- ler*innen gleichzeitig Einblicke in die Perspektive der Betroffenen. So wird nicht mehr (nur) über geflüchtete Menschen, sondern mit geflüchteten Menschen selbst ge- sprochen. Angebote 2025/2026: Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. hat in Abstimmung mit dem Kommunalen Integrations- zentrum folgende Planung für die nächste Förderphase angegeben: Durchführung von mindestens 27 Workshops für Schüler*innen pro Jahr, 5 Durchführung von mindestens 7 Workshops für Lehrkräfte pro Jahr, Weiterentwicklung der Workshop-Module auf Basis des aktuellen Bedarfs der Schu- len und in Reaktion auf aktuelle Entwicklungen, Fortführung der Kooperation mit ‚We Can Speak‘, damit die ausgebildeten Spea- ker*innen in den Schulen als Expert*innen ihrer eigenen Lebenssituation spre- chen und erarbeitete Bildungsmaterialien werden für Lehrkräfte zur eigenen Nutzung im Un- terricht zur Verfügung gestellt Projektkosten pro Jahr: 2025 2026 Personalkosten (27 Wo- chenstunden) 47.558,74 € 50.930,50 € Overhead 3.840,63 € 3.203,80 € Sachkosten 3.840,63 € 3.203,80 € Gesamt 55.240,000 € 57.338,10 € Städtische Förderung 50.120,00 € 52.125,55 € Eigenanteil Träger 5.120,00 € 5.212,55 € Die Erhöhung der Gesamtkosten für die Jahre 2025 und 2026 resultieren aus der Be- rücksichtigung einer jährlichen Tarifkostensteigerung um jeweils vier Prozent. Der Trä- ger erbringt pro Jahr einen Eigenanteil in Höhe von 10 Prozent der städtischen Förde- rung. Das Projekt wird bei der Stadt Köln weiterhin durch das Kommunale Integrationszent- rum betreut. Weitere Details zur bisherigen und zur zukünftigen Umsetzung des Pro- jekts ergeben sich aus dem beigefügten Tätigkeitsbericht und dem Projektantrag. Verwendungsnachweis Der Träger erbringt jährlich einen Verwendungsnachweis über die Verausgabung der Projektmittel in Form von Sachbericht und zahlenmäßigem Nachweis. Finanzierung Die zur Finanzierung der Maßnahme benötigte Aufwandsermächtigung steht vorbehalt- lich der Genehmigung des Haushalts 2025/2026 im Teilergebnisplan des Amtes für In- tegration und Vielfalt in der Produktgruppe 0504 – Freiwillige Sozialleistungen und Diversity – bei Teilplanzeile 15 – Transferleistungen – in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 zur Verfügung. Begründung für die Dringlichkeit Zur Herstellung der Planungssicherheit für den Träger und dessen eingesetztes Per- 6 sonal ist ein Beschluss des Rates im Dezember erforderlich. Die Dauer der verwal- tungsinternen Abstimmungen im Rahmen der Haushaltsaufstellung macht im Ergebnis die vorliegende Dringlichkeitsentscheidung notwendig. Anlage: 1 – Tätigkeitsbericht Brückenbauer Anlage 2 – Antrag Brückenbauer 2025_2026 Anlage 3 – Finanzplan Brückenbauer 2025_2026
Anlage 1 Antrag Brückenbauer 2025_2026
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Seite 1 von 10 Antrag auf Verlängerung des Bildungsprojektes Brückenbauer* an die Stadt Köln Gegen Vorurteile, Rassismus und Diskriminierung und für Solidarität, Vielfalt und die Rechte von Geflüchteten. Fördersumme: 2025 50120,72€ / 2026 52125,55€ Projektlaufzeit: 2 Jahre, 01.01.2025 – 31.12.2026 Benötigter Stellenumfang: mind. 27 Std. / Woche Das Bildungsprojekt Brückenbauer* benötigt eine Fortführung sowie Verstetigung der finanziellen Förderung, um auch in den kommenden Jahren Kölner Schüler*innen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiterinnen zu den Themen Flucht, Migration, Menschenrechte, Diversität und Akzeptanz zu sensibilisieren und den großen Bedarf an politischer Bildungs- und Menschenrechtsarbeit an Kölner Schulen mit decken zu können. Brückenbauer* ist mit einer Laufzeit von mittlerweile sieben Jahren ein fest verankertes Bildungsangebot im Kölner Stadtgebiet. Das Projekt bietet Workshops für Schüler*innen von der 4. Klasse bis zur Oberstufe, sowie für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen an. In den Workshops geht es um die Themen Flucht, Migration, Menschen- rechte, Diskriminierung, Partizipation und Akzeptanz von gesellschaft- licher Diversität. Seit Beginn der Jugendbildungsarbeit des KFR haben über 100 Workshops für mehr als 2000 Kinder und Jugendliche stattgefunden. In den letzten Jahren überstieg die Zahl der Anfragen durchgehend die Möglichkeiten, sodass allein 2023 über 20 angefragte Workshops aufgrund mangelnder Kapazitäten abgesagt werden mussten. Für 2024 können bereits seit den Sommerferien keine Anfragen mehr angenommen werden, sondern müssen auf andere Bildungsangebote oder das nächste Schulhalbjahr verwiesen werden. JUGEND- UND BILDUNGSARBEIT FliehKraft | 2. Etage Turmstr. 3-5 50733 Köln Aische Westermann, Bereichsleitung 0160 / 993 058 01 westermann@koelner-fluechtlingsrat.de Romi Radtke, stv. Bereichsleitung 0152 / 347 310 62 radtke@koelner-fluechtlingsrat.de Alaa Alshibli 0176 / 880 991 26 alshibli@koelner-fluechtlingsrat.de Susanna Buttchereyt 0170 / 650 362 0 buttchereyt@koelner-fluechtlingsrat.de Jashar Erfanian 0151 / 54 192 903 erfanian@koelner-fluechtlingsrat.de Celia Sachs 0177 / 403 089 9 name@koelner-fluechtlingsrat.de Anna Thoms 0175 / 208 240 8 thoms@koelner-fluechtlingsrat.de www.jugend-kfr.de instagram: @jugend_kfr koelner-fluechtlingsrat.de Kölner Flüchtlingsrat e.V. ist eingetragen im Vereinsregister des Amtsgerichts Köln (VR 12449) Vorstand Dr. Michael Bollmann Prof. Dr. Markus Ottersbach Rechtsanwältin Eva Steffen Kathrin Peters Der Verein ist laut Bescheinigung des Finanzamtes Köln-Mitte vom 27.02.2024 als gemeinnützig anerkannt. Spenden und Beiträge sind steuerlich absetzbar. Spendenkonto Kölner Flüchtlingsrat e.V. IBAN: DE75 3702 0500 0001 7183 01 JUGEND- UND BILDUNGSARBEIT / FLIEHKRAFT • TURMSTR: 3-5 • 50733 KÖLN Seite 2 von 10 Daher soll die beantragte Fördersumme nicht nur die gestiegenen Personalkosten decken, sondern vor allem mit einer deutlich höheren Stundenanzahl einhergehen, um dem genannten Bedarf entsprechen zu können. In den Workshops wurden Methoden angewendet, die nicht nur Wissen vermitteln und für die Situation Geflüchteter sensibilisieren, sondern auch zur Reflexion über eigene (altersentsprechende) Handlungsspielräume angeregt haben. So überlegten beispielsweise Grundschüler*innen, wie sie konkret einem geflüchteten Kind das Ankommen in ihrer Schule erleichtern und Ausgrenzung entgegenwirken können, Pädagog*innen tauschten sich zu Best-Practice-Beispielen im Umgang mit traumatisierten geflüchteten Schüler*innen aus. Jeder Workshop für Schüler*innen wurde zuvor mittels eines Fragebogens zur Erhebung der Klassenzusammensetzung und evtl. Vorwissen mit den Lehrkräften vorbereitet und bei Bedarf auch nachbereitet. Neben einem Grundlagen-Workshop bietet Brückenbauer* weiterhin vier Vertiefungs- Workshops für Schüler*innen an: 1. Ankommen in Köln 2. Vorurteile und Diskriminierung 3. Flucht und Partizipation (entwickelt 2021) 4. Grenzen und Menschenrechte (entwickelt 2021) Für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen werden bisher Themen angeboten: • Die Bedeutung von Flucht und Trauma im Kontext Schule • Lebenssituation geflüchteter Schüler*innen in Deutschland • Grundlagen zur asyl- und aufenthaltsrechtlichen Situation von geflüchteten Schüler*innen In der bisherigen Projektlaufzeit wurden - bis auf einige coronabedingt eingeschränkte Zeiten - stets alle geplanten Maßnahmen erfolgreich durchgeführt. Seit 2022 wurden dabei bei der Durchführung der Workshops durchgehend die Speaker*innen aus WE CAN SPEAK mit einbezogen (Vorbereitungstreffen, Ausarbeitung / Zusammenstellung der Methoden und Ablaufpläne, Reflexion). Seite 3 von 10 Kooperation mit dem Bildungsprojekt „WE CAN SPEAK” Das Projektreihe „WE CAN SPEAK“ zielt darauf ab, Vorurteile und strukturelle Benachteiligungen gegenüber Menschen mit Fluchterfahrungen aufzubrechen, indem es Geflüchtete stärkt, Workshops mit Jugendlichen selbst durchzuführen und somit auch Begegnung zu ermöglichen. Hierfür wurden im ersten Halbjahr 2022 15 und im Jahr 2023 8 Geflüchtete zu „Speaker*innen" qualifiziert. Statt nur über Geflüchtete zu sprechen, werden so ihre Perspektiven sichtbar und sie erhalten die Möglichkeit der Mitgestaltung von politischer Bildungsarbeit. Im Rahmen der Kooperation beider Projekte begleiten Speaker*innen die Bildungsreferent*innen bei den Workshops an Kölner Schulen. Die Perspektiven der Speaker*innen auf die Workshopinhalte, die ja auch ihre eigene Biografie betreffen, wurden (insbesondere von den teilnehmenden Schüler*innen) als sehr gewinnbringend wahrgenommen. In den Workshops erhalten die Schüler*innen die Gelegenheit, den Speaker*innen Fragen bezüglich deren eigener (Flucht-)Geschichte zu stellen. Sie erleben so einen sehr direkten und persönlichen Zugang zum Thema Flucht. Kinder und Jugendliche mit eigener Fluchterfahrung erleben Role Models, die ihnen vorleben, wie Engagement und Empowerment miteinander verbunden werden können. Um die Qualität der Workshops stetig zu verbessern – insbesondere in der Zusammenarbeit mit den Speaker*innen – und Methoden und Inhalte zu reflektieren, werden von den Bildungsreferentinnen von Brückenbauer* regelmäßig Fortbildungen besucht. Hierzu zählt 2024 u.a. eine Fortbildung zum Konfliktcoach, um mehr Kompetenz im Umgang mit kontroversen Themen im Bildungskontext aufzubauen. Bedarf an Bildungsarbeit zu den Themen Flucht, Migration und Menschenrechte Mit der Zunahme der nach Deutschland kommenden geflüchteten Menschen in den letzten Jahren hat das Thema Flucht – leider zu häufig in nicht sachlicher Form – an Bedeutung in der öffentlichen und politischen Debatte gewonnen (u.a. bei der Frage nach der Belastung von Kommunen bei der Unterbringung, aber auch bei Verteilungs- fragen bei Zugängen zu Kitaplätzen, Arztterminen etc.). Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. beobachtet dabei eine zunehmend populistische Diskursverschiebung, die Ängste schürt und Bilder produziert, die nicht von Fakten gedeckt sind. Dies wurde auch in den Programmen zur Europawahl und letztlich dem Wahlergebnis deutlich. Umfragen zeigten, dass auch bei den Wählerinnen und Wählern unter 24 Jahren Migration eines der Hauptthemen darstellte, das sie motivierte, Parteien mit einer ablehnenden Haltung Seite 4 von 10 gegenüber der Aufnahme von Geflüchteten zu wählen. Dieser Trend wurde auch bei den Juniorwahlen in Köln festgestellt - auch hier gab es Schulen, an denen die Jugendlichen mit starken Ergebnissen rechtsorientierte Parteien wählten (KstA 21.06.2024, S. 21: Gegen Rechtsruck an den Schulen). Ebenfalls kommt hinzu, dass die Opferberatung Rheinland sowie der Beratungsstelle Backup in ihrem Tätigkeitsbericht 2024 einen weiterhin hohen Anteil rechter Gewalt dokumentieren. "Für das Jahr 2023 registrierten die beiden Beratungsstellen insgesamt 355 rechte, rassistische, antisemitische und andere menschenfeindliche Gewalttaten mit mindestens 452 direkt betroffenen Menschen in NRW, darunter mindestens 17 Kinder und Jugendliche [...] 214 (60,3 Prozent) rassistisch motiviert." Von rassistischer Gewalt sind potenziell auch Geflüchtete betroffen. Dies zeigt auch die Statistik des Bundeskriminalamtes, nach der sich 2023 die Übergriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte mit I 2.378 im Vergleich zu Vorjahr verdoppelt haben. Laut dem aktuellen News Report des Leibnitz-Instituts für Medienforschung Hamburg beziehen 35 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ihre politischen Nachrichten hauptsächlich über soziale Medien wie Instagram, YouTube und TikTok. Für 16 Prozent sind diese Plattformen sogar die einzige Quelle und der Trend nimmt zu. Politik erreicht junge Menschen also immer seltener kuratiert durch Journalist*innen sondern oft zufällig über Algorithmen. Neue Akteure, sogenannte „Politfluencer“, gewinnen an Einfluss, indem sie durch selbst produzierte Inhalte Reichweite aufbauen und Meinungen prägen. Dabei stehen häufig konkrete und emotional aufgeladene Themen wie die Migrationspolitik, die Genderdebatte oder aktuellen Krisen im Vordergrund. Besonders demokratiefeind- liche und rechtsnationale Influencer gewinnen auf diesen Plattformen an Einfluss. Hierauf wollen wir weiterhin reagieren. Umso wichtiger ist eine Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, die dazu beiträgt, Wissen zum Themenkomplex Flucht zu erlangen und damit Diskurse kritisch einordnen zu können, sowie Sensibilität und Empathie für die Situation Geflüchteter zu entwickeln. Wissen kann Vorurteile entkräften und wirkt Diskriminierung entgegen. Die Brückenbauer*-Workshops tragen durch die Wahl der Inhalte und Methoden dazu bei, dass auch Nicht-Betroffenen deutlicher wird, welche Auswirkungen eine Flucht auf Menschen hat und was es bedeutet, Zugang zu Schutz und Teilhabe in der Aufnahmegesellschaft zu erhalten. Gleichzeitig werden auch geflüchtete Kinder und Jugendliche in den Schulklassen empowert. Sie erleben, wie ihre Klassengemeinschaft sich mit den für sie relevanten Themen beschäftigt und Methoden zum Einsatz kommen, die ihre Perspektiven und Anliegen hervorheben. Die Bildungsarbeit des Kölner Flüchtlingsrat richtet sich zudem auch an Pädagog*innen, da eine Sensibilisierung der Lehrkräfte und Schulsozialarbeiten- den für Lebensumstände und Herausforderungen ihrer geflüchteten Schüler*innen dazu beiträgt, dass diese mit ihren besonderen Bedarfen gesehen und besser unterstützt werden können. Insgesamt konnten dank städtischer Förderung bereits über 2100 Seite 5 von 10 Schüler*innen erreicht werden, die dadurch eine eigene, informierte Haltung zum Thema Flucht entwickeln. Wie wirkt Brückenbauer*? Kinder und Jugendliche Brückenbauer* trägt zur Bildung und Aufklärung bei, indem es den Schüler*innen detaillierte und authentische Informationen über die Ursachen und Auswirkungen von Flucht und Migration vermittelt. Dies hilft ganz konkret, Vorurteile abzubauen und ein besseres Verständnis für komplexe Themen wie Menschenrechte, Flucht- und Migrationsbewegungen, herabsetzende Ideologien sowie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu entwickeln. Durch die direkte Auseinandersetzung mit den persönlichen Erfahrungen der Speaker*innen erleben Schüler*innen die Themen der Brückenbauer*-Workshops auf authentische und lebendige Weise, was die theoretische Wissensvermittlung greifbarer und nachvollziehbarer macht. Die persönlichen Geschichten fördern nicht nur ein tieferes Verständnis, sondern auch ein stärkeres Mitgefühl für die Herausforderungen, denen Geflüchtete gegenüberstehen. Die persönliche Begegnung mit Geflüchteten stärkt auch die soziale Verantwortung der Schüler*innen. Sie werden motiviert, sich sozial zu engagieren und sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Gleichzeitig erkennen sie die globalen Zusammenhänge und die Wichtigkeit von Solidarität und internationalem Schutz. Darüber hinaus fördert das Projekt die demokratische Kompetenz der Schüler*innen. Sie lernen, verschiedene Perspektiven zu schätzen und die Vielfalt menschlicher Erfahrungen zu respektieren, was zu einer positiven Haltung gegenüber kultureller und sozialer Vielfalt führt. Der Austausch mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Erfahrung hilft den Schüler*innen, Fähigkeiten zu entwickeln, um in einer vielfältigen Gesellschaft besser zurechtzukommen und sich hiervon nicht bedroht, sondern im besten Fall bereichert zu fühlen. Schließlich bieten das Engagement der Speaker*innen konkrete Beispiele und Vorbilder. Die Geschichten von der Überwindung von Herausforderungen können gerade ebenfalls von Diskriminierung und Rassismus betroffene Schüler*innen ermutigen, sich selbst aktiv für positive Veränderungen und die eigenen Rechte einzusetzen. Seite 6 von 10 Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen Die Themen Flucht und Migration sind integrale Bestandteile der Kernlehrpläne in Nordrhein-Westfalen. Daher benötigen Lehrkräfte Austausch und Wissen, um diese Themen angemessen zu unterrichten. Zumal aktuelle Bezüge zu Flucht- und Migrationsbewegungen nicht im Lehrplan vorgesehen sind und somit in der Ausbildung nicht präsent sind. Stattdessen wird in dieser i.d.R. ausschließlich auf die Nachkriegszeit Bezug genommen. Besonders angesichts der aktuellen Kriege in der Ukraine, dem Sudan, im Jemen und im Gazastreifen (u.v.m.) oder die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, wird ein Projekt wie Brückenbauer* unverzichtbar. Hinzu kommt die aktuelle politische Debatte, in der der Flüchtlingsschutz seitens Teilen der Politik nahezu vollständig in Frage gestellt oder gar die „Remigration“ aller nicht-weißen Menschen aus Deutschland gefordert wird. In den Workshops haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, über diese globalen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu sprechen und sie abseits von Falschinformationen und rechtspopulistischer Hetze einzuordnen. Lehrkräfte stehen zudem vor der besonderen Herausforderung, wenn im Unterricht Schüler*innen sind, die selbst eine Fluchtgeschichte haben oder noch unter den Folgen ihrer Erlebnisse leiden. In einem informellen Austausch gaben Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen an, in der Arbeit mit geflüchteten Kindern: • mit Schulabsentismus • mangelnder Kenntnis von Anbindungsangeboten für die Kinder und Familien • fehlender Sprachmittlung • mangelnden OGS-Plätzen • zu geringem Kontakt zu den Wohnheimen • emotionaler und psychischer Belastung der Kinder und Jugendlichen • Schwierigkeiten im Übergang zwischen den Schulformen • Fehlendem Bildungsmaterialien • Nicht ausreichender Kenntnisse im Asyl- und Aufenthaltsrecht • Der Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeit Herausgefordert zu sein. Hier vermittelt Brückenbauer* wichtige Informationen, Handlungsoptionen und fördert den kollegialen Ausstausch zur Verbesserung der schulischen Situation für alle Beteiligten. Seite 7 von 10 Projektziele für die Jahre 2025 und 2026 I. Pro Jahr finden 27 Workshops für Schüler*innen an verschiedenen Schulformen und 7 Fortbildungen für Lehrkräfte und Pädagog*innen statt. Grundschulen werden hierbei als Zielgruppe dauerhaft erschlossen Indikatoren: • Anzahl der durchgeführten Workshops und Fortbildungen • Teilnehmerzahlen und -feedback • Erreichung von Zielgruppen-Kriterien (unterschiedliche Schulformen) II. Schüler*innen entwickeln im Rahmen eines Workshops Antworten auf ihre Fragen zum Themenkomplex Flucht und entwickeln eine kritische Haltung zum Flüchtlingsdiskurs. Indikatoren: • Stichprobenartige Dokumentation der Fragen und Antworten der Schüler*innen • Durchführung von Feedback und Reflexionsübungen Ende des Workshops, in denen Schüler*innen ihre Meinungen und Perspektiven äußern und reflektieren, ob sich ihre Wahrnehmung durch den WS verändert hat III. Schüler*innen fühlen sich darin bestärkt, sich für Vielfalt, Akzeptanz und Menschenrechte einzusetzen, und werden motiviert, aktiv gegen Vorurteile, Rassismus und Diskriminierung vorzugehen. Indikatoren: • Selbstberichtete Veränderung der Einstellung und Motivation • Anlaufstellen und Möglichkeiten des eigenen Engagements werden im WS genannt • Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen werden hierzu von den Projektmitarbeitenden bei der Vor- und Nachbereitung der Workshops beraten. IV. Die Synergieeffekte zwischen Workshops und dem Projekt WE CAN SPEAK werden weiterhin genutzt und ausgebaut. Indikatoren: • Anzahl der gemeinsam gegebenen Workshops Seite 8 von 10 • Gemeinsame Teamsitzungen und Austausch • Gemeinsame Einarbeitung und Qualifizierung der WE CAN SPEAK TN V. Die im Projekt erstellten Bildungsmaterialien werden stetig auf unserer Projekt- Website zur Verfügung gestellt und können von Lehrkräften und Pädagog*innen für den eigenen Unterricht genutzt werden. Indikatoren: • Verfügbarkeit und Aktualität der Bildungsmaterialien • Nutzung und Zugriff auf die Materialien VI. Professionalisierung im Bereich Social Media, zur Zielgruppenerschließung und Erweiterung des Adressat*innenkreises zu den Bildungsthemen von Brückenbauer*. Indikatoren: • Zunahme der Follower-Zahlen auf Instagram • Steigerung der Interaktionsrate (Likes, Kommentare, Shares) auf Social- Media-Posts • Veröffentlichung von zielgruppengerechten Content-Formaten (z. B. Videos, Infografiken, Storytelling-Beiträge) Wie erreicht Brückenbauer* die Zielgruppe? Unsere Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche ab der 4. Klasse und pädagogisches Personal an Schulen. Wir erreichen die Gruppen über Informationsschreiben an Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen über unsere Website www.jugend-kfr.de und einer Steigerung von Social Media Aktivitäten auf Instagram unter @jugend_kfr Mit der stetigen Unterstützung des Kommunalen Integrationszentrums werden unsere Angebote zusätzlich beworben und ganz gezielt an die Schulen im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ geschickt. Seite 9 von 10 Warum benötigt Brückenbauer* eine kommunale Förderung? Das Bildungsprojekt Brückenbauer* ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Kölner Bildungslandschaft geworden. Unsere Mitarbeitenden haben Expertise zu Asyl- und Aufenthaltsrecht, zur Lebenssituation geflüchteter Menschen, zu migrationspolitischen Entwicklungen und weltweiten Fluchtbewegungen, zu globalen Krisen und Konflikten, zu Antirassismusarbeit sowie diversitätssensibler Pädagogik. Die Projektmitarbeiter*innen tragen durch ihre Bildungs- und Beratungsarbeit zu einem friedlicheren, diversitätssen- sibleren und humaneren Schulklima bei. Es entlastet, unterstützt und berät Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter*innen. Eine Kommune wie Köln mit einer überaus heterogenen Bevölkerung benötigt stabile und gewachsene Bildungsprojekte, um Diskriminierung und Rassismus in der eigenen Stadt aktiv entgegenzutreten und ihrem Selbstverständnis Ausdruck zu verleihen. Vielfalt ist ein Teil des Kölner Stadtbildes und muss auch in der politischen Bildungsarbeit immer wieder aufs Neue etabliert und vermittelt werden. Hierzu leistet Brückenbauer* mit seinem Schwerpunktthema Flucht einen besonderen Beitrag. Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle Am Ende jedes Workshops haben die Schüler*innen die Gelegenheit, Feedback und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Dieses Feedback wird von den Bildungsreferent*innen systematisch schriftlich erfasst und anschließend ausgewertet. Um die Qualität der Workshops kontinuierlich hoch zu halten, werden nach jeder Veranstaltung Fragebögen an die Lehrkräfte verteilt. Diese ermöglichen es, das Feedback unmittelbar in die Weiterentwicklung der Inhalte und Methodik einfließen zu lassen. Darüber hinaus werden die spezifischen Bedarfe der Lehrkräfte und Schulsozialarbeitenden regelmäßig während der Fortbildungen erhoben. Diese Bedarfsanalysen dienen als Grundlage, um neue, praxisnahe Inhalte zu entwickeln und gezielte, bedarfsgerechte Fortbildungen anzubieten. Zusätzlich wird der Dialog mit den Schulen und dem kommunalen Integrationszentrum regelmäßig gepflegt, sowie sich verändernde gesellschaftliche Debatten und Rechtsänderungen im Themengebiet berücksichtigt, um die Relevanz und Aktualität der Angebote sicherzustellen. Seite 10 von 10 Projektträger Der Kölner Flüchtlingsrat e.V. wurde 1984 gegründet und feierte in diesem Jahr sein 40jähriges erfolgreiches Bestehen. Von Anfang an setzt er sich für demokratische Werte, Menschenrechte und Völkerverständigung ein. Sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene ist er Initiator und Mitwirkender von städtischen und zivilen Strukturen zur Verbesserung der Lage Geflüchteter und leitet somit u.a. die Ombudsstelle für Geflüchtete (https://www.ombudsstelle.koeln/). Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, zunächst mit Fokus auf Geflüchtete, und seit 2017 im schulischen und außerschulischem Bildungskontext, ist ebenfalls langjähriger Bestandteil unserer Arbeit. Mit dem eigenen Arbeitsbereich "Jugend & Bildung" fand eine zunehmende Professionalisierung statt und die Mitarbeitenden besitzen durch ihre Ausbildung und Erfahrung einen hohen Grad an Kompetenz im Arbeitsfeld.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum behandelt
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum behandelt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2391/2024
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 12.12.2024
- Erstellt
- 02.08.2024 11:36