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0269/2021

Schenkung eines Kunstwerkes der Künstlerin Guan Xiao durch Nadine Zeidler und Amado Kraupa-Tuskany an das Museum Ludwig

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 11.06.2021

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Anlage Schenkung Guan Xiao_Bilder The Documentary Geocentric Puncture 2014_Mit Copyr

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Beschlussvorlage Rat

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Anlage Schenkung Guan Xiao_Bilder The Documentary Geocentric Puncture 2014_Mit Copyr

306 Zeichen

The Documentary: Geocentric Puncture, 2014 
Alle Abbildungen © Guan Xiao und Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler 
 
 
 
© Guan Xiao und Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler

© Guan Xiao und Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler

© Guan Xiao und Galerie Kraupa -Tuskany Zeidler

© Guan Xiao und Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler

Beschlussvorlage Rat

6330 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
VII/4511 
 
Vorlagen-Nummer 
 0269/2021 
Freigabedatum 
11.06.2021  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Schenkung eines Kunstwerkes der Künstlerin Guan Xiao durch Nadine Zeidler und Amado 
Kraupa-Tuskany an das Museum Ludwig 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat nimmt die Schenkung des Kunstwerkes von Guan Xiao an das Museum Ludwig an. 
 
Ausschuss Kunst und Kultur 15.06.2021 
Rat 24.06.2021

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung 
 
Guan Xiao 
*1983 in Chongqing / China; lebt in Bejing / China 
 
The Documentary: Geocentric Puncture, 2014 
Digitalprint auf Vinyl, Wachs, bemaltes Metall, Webcam, Kamerastative, Kameraobjektive 
Gesamtinstallation: 280 cm x 700 cm x 276 cm 
Edition 1/3 (+1 AP) 
EUR 80.000 (ohne VAT) ausweislich eines vorliegenden Wertgutachtens. 
 
Die raumgreifende Installation The Documentary: Geocentric Puncture der chinesischen Künstlerin 
Guan Xiao wird durch farbige Ornamente bestimmt, mit denen große Vinylbögen bedruckt sind. Sie 
hängen von metallenen Halterungen herunter und dienen zugleich als Unterlage für ausgewählte Ob-
jekte. Bei genauerer Betrachtung ist zu erkennen, dass die Ornamente aus eingefärbter Schlangen-
haut gebildet sind. Sie sind digital so bearbeitet, dass ein einheitlicher Eindruck entsteht. Die Gegen-
stände erscheinen vor diesem Hintergrund als sakrale Objekte. Vor dem ersten steht eine Stele aus 
Kameraobjektiven auf einer roten Tonne – eine Anspielung auf Constantin Brâncusis Unendliche 
Säule von 1937/38. Eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt und deren Kopf auf einem 
Stativ befestigt ist, ist um sie geschlungen. Vor dem mittleren Bogen ruht eine Figur auf einer blauen 
Tonne, die den beeindruckenden Steinskulpturen auf den Osterinseln, den sogenannten Moais nach-
gebildet ist. Auf ihrem Kopf ist eine Wachshand befestigt. Sie deutet mit einer zweiten, die an einem 
weiteren Stativ befestigt ist, einen Rahmen an, als sollte ein Bildausschnitt bestimmt werden. Vor dem 
dritten Hintergrund steht eine graue Säule, auf der eine 360°-Überwachungskamera liegt. Auf sie ist 
eine weitere Kamera auf einem Stativ gerichtet. 
 
Die Aufzählung macht deutlich, dass die Gegenstände aus den unterschiedlichsten Kontexten stam-
men. Es sind neueste optische Geräte, Alltagsgegenstände und Plastiken, die das antike Symbol der 
sich selbst verzehrenden Schlange (Ouroboros) und den steinernen Kopf von den Osterinseln zitie-
ren. Die beiden sich gegenseitig filmenden Überwachungskameras bilden das zeitgenössische Pen-
dant zur Schlange, in der Zukünftiges und Vergangenes in der Jetzt-Zeit zusammenfallen. Womöglich 
ist auch der Titel „Geozentrische Wunde“ in diesem Sinne zu verstehen. Ein veraltetes Weltbild, nach 
dem die Sonne um die Erde kreist, lebt im 21. Jahrhundert in der Vorstellung fort, dass der Mensch 
das Zentrum der Welt bildet.  
 
In Guan Xiaos Zusammenstellung werden also technische Errungenschaften und archaische Motive 
gleichgesetzt. Das Vergangene wird als Gegenwärtiges und das Gegenwärtige als Archaisches prä-
sentiert. Der kritische Topos der archaischen Moderne beschäftigte vor etwa hundert Jahren viele 
europäische Kulturwissenschaftler*innen und Philosoph*innen wie zum Beispiel Aby Warburg und 
Georges Bataille. Die Kritik war gegen den Fortschrittsglauben gerichtet, nach dem es eine lineare 
Entwicklungslinie vom primitiven Aberglauben zur rationalen Vernunft und Technik gibt.  
 
Heute ist es das Internet, das Guan Xiao bewegt, in ihrem vielschichtigen und multimedialen Werk

3 
immer wieder die Pole des Vergangenen und Zukünftigem auszuloten. Die Künstlerin betont die Ver-
fügbarkeit von unterschiedlichsten Materialien im Internet, die von jeglichem Kontext befreit, zeitlos 
scheinen. Wie die Schlange, die sich selbst frisst, absorbiert das Internet die Welt. Daher ist auch die 
Bestimmung von Identitäten im Internetzeitalter nach Guan Xiao überflüssig. Die Künstlerin interes-
siert sich vielmehr dafür, wie sich Identitäten ständig transformieren. Dementsprechend verschmilzt 
sie die verschiedenen Elemente in ihrer Installation zu einem neuen hybriden Gesamtkunstwerk. 
 
Die Schenkung der großen Installation stärkt den Sammlungsbestand von Werken ostasiatischer 
Künstler*innen im Museum Ludwig, auf dem seit einigen Jahren ein besonderer Fokus des Hauses 
liegt. Das Interesse liegt in der Geschichte der Institution, bzw. in der Geschichte der Sammlung 
Ludwig begründet, aus der zum Beispiel ein Teil seit 1996 im „Ludwig Museum für Internationale 
Kunst“ im Chinesischen Nationalmuseum in Peking (NAMOC) beheimatet ist. Ursprünglich gehen 
auch die ersten Erwerbungen von Werken ostasiatischer Künstler*innen auf Peter und Irene Ludwigs 
Engagement zurück, lange bevor beispielsweise die chinesische Gegenwartskunst weltweit wahrge-
nommen wurde. Derzeit sind zum Beispiel Werke von Huang Yong Ping, Fang Lijun und Cai Guo-
Qiang in der Sammlung ausgestellt. Mit der raumgreifenden Installation der Künstlerin Guan Xiao 
kann dieser Sammlungsbestand an die Gegenwart angeschlossen werden.   
 
Nadine Zeidler und Amadeo Kraupa-Tuskany fühlen sich der Stadt Köln und dem Museum Ludwig als 
einem der wichtigsten Museen moderner und zeitgenössischer Kunst schon lange verbunden. Insbe-
sondere ihre Wertschätzung der Arbeit des Direktors Yilmaz Dziewior haben sie nun veranlasst, dem 
Museum Ludwig The Documentary: Geocentric Puncture zu schenken. 
 
Mit der Annahme der Schenkung ist die Ausstellung einer Spendenbescheinigung verbunden. Mit der 
Schenkung sind keine Auflagen verbunden. 
 
Die Bildrechte liegen bei der Künstlerin sowie bei der Galerie Kraupa-Tuskany Zeidler Berlin. Sie sind 
der Stadt Köln für die Veröffentlichung im Rahmen der Ratsvorlage im öffentlichen Teil sowie der da-
mit zusammenhängenden Pressearbeit eingeräumt.  
 
Begründung der Dringlichkeit  
Die verwaltungsinterne Abstimmung war sehr zeitaufwändig, wodurch es schon einmal zu einer Ver-
schiebung in die nächste Ratssitzung kam. Nun drängt die Schenkende auf eine kurzfristige Umset-
zung der Schenkung. 
 
Anlage 
Bilder des Kunstwerkes

Beratungsverlauf (2)

15.06.2021 Ausschuss Kunst und Kultur
TOP 6.1 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
24.06.2021 Rat
TOP 2.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0269/2021
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
11.06.2021
Erstellt
25.01.2021 13:38