2008/0028
Neugestaltung Friedensplatz
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anlage 1
24773 Zeichen
Neugestaltung Friedensplatz
A
Neugestaltung des Friedensplatzes
im historischen Zentrum von Darmstadt
Stadtplanungsamt Darmstadt
Neugestaltung Friedensplatz
A
Neugestaltung des Friedensplatzes
im historischen Zentrum von Darmstadt
Vorentwurf – Erläuterungsbericht
Auftraggeber:
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtplanungsamt
Bessunger Str.125
64295 Darmstadt
Fon 06151 13 29092
Fax 06151 13 2088
Bearbeitung:
Büro
Werk Stadt
Architekten & Stadtplaner
Magdalenenstr.17 64293 Darmstadt
Fon 06151 74091 Fax 06151 79738
office@werkstadt-architekten.de
Darmstadt September 2007
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Neugestaltung Friedensplatz
A
I n h a l t
1. Die Lage in der Stadt / Der Bestand
2. Geschichte des Friedensplatzes
3. Die allgemeinen Ziele der Neugestaltung
4. Planungen der Vergangenheit
5. Rahmenbedingungen
6. Gestaltungskonzept / Zwei L
ösungsansätze
7. Der Reiter – Die Kunst
8. Weitere Planungsdetails
9. Res ümee
10. Kostensch ätzung
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Neugestaltung Friedensplatz
A
1. Die Lage in der Stadt / Der Bestand
Der Friedensplatz liegt im historischen Zentrum von
Darmstadt auf der Westseite des Schlosses. Im Nor-
den wird er begrenzt durch die Zeughausstraße, auf
der Westseite von einer 3 – 4 geschossigen, teilweise
offenen Randbebauung, im Osten von der Schloss
-
grabenmauer und im Süden vom Ernst-Ludwigs-Platz.
Diese südliche Grenze ist nicht sichtbar, der Friedens-
platz und der Ernst-Ludwigs-Platz bilden zur Zeit eine
stadträumliche Freifläche, die bis zum Weißen Turm
reicht.
Die Frei- und Grünflächenanlage auf dem Friedensplatz
ist im Zusammenhang mit dem Bau der Tiefgarage
in den 60er Jahren entstanden. Sie sieht wie viele
Kübellandschaften auf Tiefgaragen in anderen Städten
aus dieser Zeit aus. Die gesamte Anlage befindet sich
in einem unbefriedigendem gestalterischen und bau-
lichen Zustand. Die Kübellandschaft befindet sich in
Auflösung, die Bepflanzungen haben keine Eigenquali-
täten, sie schaffen ungastliche Räume und verstellen
wichtige Blickbeziehungen zwischen den historischen
Solitären. Der Spielplatz ist nicht mehr als ein großer
Sandkasten mit Wipptier und Rutsche. Durch das
dichte Gehölz kann die Fläche schon lange nicht mehr
als Platz wahrgenommen werden. Was geblieben ist,
ist eine ungepflegte Fläche mit Sträuchern und Gehölz
sowie zwei Durchg
änge auf der Ostseite am Schloss-
graben und auf der Westseite mit der Straßenbahn-
trasse.
Die Notausgänge der Tiefgarage mit diversen Absper-
rungen, obwohl wöchentlich gereinigt, machen einen
unfreundlichen Eindruck.
Der Hauptzugang der Tiefgarage mit Kassenautomat
an der Südseite des Friedensplatzes ist nicht mehr
zeitgemäß und erfüllt ohne Aufzug nicht mehr die
heutigen Anforderungen und Erwartungen der Kund-
schaft. Mit den alten Betonbrüstungen und dichten
Bepflanzungen wird die Bebauung mit den Geschäften
an der Westseite des Platzes optisch und funktional
ins Abseits gestellt.
Friedensplatz heute
Westseite des Friedensplatzes heute
Hauptzugang zur Schlossgarage
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Neugestaltung Friedensplatz
A
2. Geschichte des Platzes
Der ehemalige Paradeplatz existierte bereits im
17./18. Jahrhundert und wurde als Reitbahn, Para-
deplatz und Exerzierplatz genutzt. Beim Bau des
Exerzierhauses / Erweiterung des Zeughauses wurde
der Platz durch die Achse Alexanderstra
ße / Zeugh-
ausstraße in einen Platz vor dem Museum und dem
Paradeplatz geteilt. 1898 wurde das Reiterdenkmal
errichtet. Dadurch entstand eine weitere Teilung mit
der Anlage zum Ernst-Ludwigs-Platz hin orientiert und
einer nördlichen Restfläche mit Bäumen an den Rän-
dern. Mit dem zunehmenden Autoverkehr wurde diese
nördliche Fl
äche zum Parkplatz. Mit dem Bau der
„Mengler–Tiefgarage“ 1967/68 wurde die Platzfläche
neu gestaltet. Die gestaltete Platzfläche und der Park-
platz verschwanden und das Reiterdenkmal wurde an
die heutige Stelle versetzt.
Zur Namensänderung vom Paradeplatz zum Frie-
densplatz gibt es zwei Angaben. Laut Georg Schäfer
„Darmstadts Straßennamen“ existiert eine erste Nen-
nung im Jahre 1958, der Name Friedensplatz ist aber
bereits auf einer Stadtkarte von 1949 zu sehen.
3. Die allgemeinen Ziele der Neugestaltung
Wichtigstes Ziel der Neugestaltung ist die Schaffung
eines offenen und freundlichen Platzes im historischen
Umfeld von Darmstadt, der nicht nur zum Überque-
ren, sondern auch zum Verweilen und Ruhen Anreize
geben kann. In der direkten Nachbarschaft des domi
-
nanten Schlosses sollen keine Einbauten oder andere
bauliche Nutzungsangebote den freien Blick, die Sicht-
und Funktionsachsen zwischen Schloss, Landesmuse-
um und Mollerbau verstellen.
Die Gestaltungsvorschläge berücksichtigen diesen
Umstand und bieten verschiedene „Ausbaumodule“
an, die aber alle den Grundgedanken der Offenheit
des Platzes berücksichtigen. Die verschiedenen Vor
-
schlägen bedingen unterschiedliche Ausbaukosten.
Erste Aufgabe bei der Neugestaltung des Platzes wird
die Beseitigung der Betonaufbauten, sowie die Erneu-
erung des Hauptzuganges zur Tiefgarage sein.
Der Friedensplatz 1963
Der Paradeplatz um die Jahrhundertwende 5
Neugestaltung Friedensplatz
A
4. Planungen der Vergangenheit
Für die Fläche des Friedensplatzes wurden in Rahmen
eines konkurrierenden Verfahrens 5 Gestaltungs-
entwürfe ausgearbeitet und zwei zur Überarbeitung
aufgefordert. Das Architekturbüro Schössler wurde im
Ergebnis mit der weiteren Bearbeitung beauftragt.
Der Vorentwurf Schössler sah vor, den Platz einheit-
lich zu pflastern. Material und Verlegeart sollen den
am Marktplatz verwendeten Pflasterungen entspre-
chen. Der Entwurf gliederte die Platzfläche in drei
Räume auf der Westseite des Schlosses und betonte
die Raumachse zum Portal des Landesmuseums.
Der Standort des Reiterdenkmals blieb erhalten. H
ö-
henlage und Höhenverlauf der Platzfläche blieben im
Wesentlichen unverändert. Lediglich ein Baumcareé
in der Mitte des Platzraumes war aus der Platzfläche
herausgehoben. Das Ergebnis wurde nicht zur Ausfüh-
rung beschlossen.
Im Jahre 2006 wurden zu diesem Planungsvorschlag
weitere alternative Gestaltungskonzepte entwickelt,
die sich im wesentlichen in der Gliederung und Größe
der Flächen für die Baumstandorte sowie der daraus
entstehenden Platz- und Sichträume unterschieden.
Nach der Präsentation im Bauausschuss entschied
man sich für die Weiterbearbeitung eines Lösungs-
vorschlags, der auf das Baumcarree und die räum-
liche Unterteilung der Gesamtfläche verzichtete und
den Gesamtraum in der Nähe des Schlosses in den
Mittelpunkt stellte. Lediglich eine Baumreihe auf der
Westseite des Platzes, welche in eine leicht erh
öhte
Terrassenfläche gestellt wird, soll den Platz gliedern
und als Aufenthaltsfläche hervorheben. Auf Grundlage
dieser Vorgabe wurde der vorliegende Vorentwurf in
Auftrag gegeben und ausgearbeitet.
Vorentwurf Büro Schössler 2003 Vorentwurf Büro WerkStadt 2007
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Neugestaltung Friedensplatz
A
5. Rahmenbedingungen
Verschiedene Rahmenbedingungen beeinflussen den
Entwurf im Detail:
– Der Friedensplatz ist eine Fläche auf einer Tiefgara-
ge, bzw. Tunnel. Die Erddeckung ist gering, sodass
im Bereich der Baumpflanzungen Erdaufsch
üttungen
bis zu einer Höhe von 0,60 m notwendig werden.
– Die bestehenden Notausgänge können in ihrer Lage
nicht verändert werden.
– Für den Hauptzugang zur TG wird zur Zeit in Abstim-
mung mit der Stadt Darmstadt ein Entwurf für Trep-
pe und Aufzug vom Betreiber „Q–Park“ entwickelt,
der intgriert werden soll.
– Das Entlüftungskonzept, das zur Zeit innerhalb
des Platzes in den Kübelflächen erfolgt, muss
dem Entwurfsgedanken der freien Fläche angepasst
werden.
– Der Platz hat ein Gefälle in zwei Richtungen, nach
Westen und nach Norden. Dieser Umstand ist bei
der Gestaltung zu berücksichtigen.
– Ein Straßenbahngleis bleibt auf der Nord- und West-
seite erhalten. Die notwendigen Abspannungsmaste
müssen in die Gestaltung der Gesamtanlage inte-
griert werden.
– Das für das Umfeld des Schlosses entwickelte
Beleuchtungskonzept muss abgestimmt und in die
Neuplanung integriert werden.
– Die Raumachse zum Portal des Landesmuseums
muss herausgearbeitet werden.
– Die Durchl
ässigkeit für Fußgänger und Radfahrer in
Ost–Westrichtung muss gesichert bleiben.
– Eine erkennbare Definition der Grenze zwischen
Friedensplatz und Ernst-Ludwigs-Platz ist mit der
Platzgestaltung herauszuarbeiten.
6. Gestaltungskonzept
Platzgefälle, Notaufgänge und Gleistrasse
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Neugestaltung Friedensplatz
A
Grundgedanke des Vorentwurfes ist es, einen freien
und offenen innerstädtischen Platz zu schaffen, der
die Sichtachsen und Raumbeziehungen zwischen den
bedeutenden Bauwerken (Schloss, Landesmuseum,
Weiser Turm, Denkmal) erhält, an die historische Be
-
deutung des Platzes erinnert und mit zurückhaltenden
Gestaltungs- und Materialvorschlägen die Aufenthalts-
qualität für Bewohner und Passanten verbessert.
Auf der Westseite begleitet eine Baumreihe den Platz-
raum, fasst ihn und gibt ihm eine charakteristische
Form im Spannungsfeld zwischen Landesmuseum, In-
nenstadt und Schloss, ohne die Gebäudefront auf der
Westseite in den Hintergrund zu rücken. Die Baumrei-
he, die am Zugang der „Palipassage“ über eine Länge
von ca. 12 m unterbrochen ist, wirkt wie ein optischer
Filter vor dem heterogenen westlichen Platzrand. Die
Bäume stehen in einer wassergebundenen Decke, die
etwa 0,60 m gegenüber der restlichen Platzfläche
erhöht ist. Diese geringe Höhe reicht aus, da auf
dieser Seite bereits eine ca. 0,4 m dicke Auflage auf
der Garagendecke besteht. Damit wird die geforderte
Pflanzh
öhe von 1,0 m erreicht. Als Baumart werden
jeweils 5 großkronige Bäume vorgeschlagen, die eine
repräsentative Zeile gegenüber dem großen Baumbe-
stand im Schlossgraben bilden.
Die Baumkronen liegen so hoch, dass ein Durch-
blick vom Platz zur westlichen Häuserfront mit ihren
Geschäften geschaffen werden kann. Nach Osten,
Norden und Süden wird diese erhöhte Fläche mit
durchgehenden Blockstufen eingefasst und bildet den
Übergang zum Platz. Im Verlauf der Stufenanlagen
sind Brüstungs- und Sitzelemente integriert, die zum
Platz hin orientiert sind. Zusätzliche Sitzmöglichkeiten
werden auf der Baumterrasse angeboten.
Auf der Westseite werden die beiden Terrassenfl
ächen
durch ca. 0,6 m hohe Brüstungsmauern, die wieder-
um durch vier großzügige Treppenanlagen gegliedert
werden, eingefasst. Über diese Treppen ist die direkte
Anbindung der Platzrandbebauung optisch und funkti-
onal sichergestellt. Eine Teilnutzung der neu geschaf-
fenen Außenflächen z.B. durch Gastronomie oder eine
integrierte Sandfläche ist denkbar und unterstützt die
Belebung des Platzes.
Auf die Integration eines klassischen Kleinkinderspiel-
platzes (Schaukel, Rutsche etc.) wurde in diesem
städtischen Umfeld bewußt verzichtet und versucht,
die spielerischen Aktivitäten der Kleinen in den Ge-
staltungsentwurf zu integrieren. Mit der Schaffung
eines sicheren und verkehrsfreien Platzes wird die
Grundvoraussetzung geschaffen. Die Integration einer
Sandfläche im oberen Terrain der Baumreihe, dieStu
-
fenlandschaft mit dem Sitzelementen sowie die vor-
geschlagene Wasserlandschaft bieten ausreichende
Anreize, die den Aufenthalt für Kleinkinder abwechs
-
lungsreich und unterhaltsam gestaltet.
Am südlichen Kopfende der Baumreihe wird der neu
gestaltete, voll verglaste Tiefgaragenaufgang mit Kar-
tenautomat und Aufzug in die Gestaltung integriert.
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Neugestaltung Friedensplatz
A
6.1 L ösungsvorschlag A
Durch einen Gestaltungswechsel (Material, Format
und Farbe) wird im großen Platzraum des Frie-
densplatzes eine innerere Platzfläche definiert,
die in ihrer Länge auf die Gesamtlänge der beiden
Baumterrassen reagiert und diese Flächen optisch
zusammenfaßt. Während die äußeren Flächen gemäß
den Beschlüssen der Gremien für das Umfeld des
Schlosses mit Bogenpflaster in rotem Granit gestaltet
werden, hebt sich der „Platz im Platz“ mit einem gro
ß-
formatigen, rechteckigen und farblich abgesetzten
Plattenbelag ab. Auf Einbauten, Installationen und Mö-
blierungen wird bewusst verzichtet. Die Frage, ob ein
Natursteinbelag oder hochwertige Betonplatten mit
Natursteinvorsatz Verwendung finden soll, kann nur
vor dem Hintergrund der Gesamtbaukosten entgültig
entschieden werden.
Mit dem Materialwechsel und der Definition einer
Innenfläche wird nicht nur ein Platz im ansonsten offe-
nen Raumgefüge gebildet, sondern auf der Südseite
auch eine sichtbare Grenze zum Ernst-Ludwig-Platz
geschaffen.
Die Standorte der Beleuchtungsstelen können im
Grundsatz aus dem Beleuchtungskonzept übernom-
men werden und markieren in ihren orthogonalen Aus-
richtungen zusätzlich den inneren Platzbereich.
Auf der Westseite können die Stelen auch gleichzeitig
als Abspannmaste für die Straßenbahnlinie genutzt
werden. Da die Heag-mobilo keine Abspannungen
mehr an Gebäudewänden durchführt (fehlende stati-
sche Nachweise), kann mit dieser Lösung im Bereich
der Schienengeraden auf zusätzliche Abspannmaste
und Ausleger verzichtet werden.
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Neugestaltung Friedensplatz
A
6.1.1 Alternative
Auf Grundlage des oben beschriebenen Entwurfskon-
zepts wird vorgeschlagen, die „innere Platzfläche“
nicht nur durch einen Materialwechsel, sondern zu-
sätzlich durch teilweises Anheben der Fläche beson-
ders herauszustellen und diesen Ort auch räumlich
hervorzuheben. Der besondere Reiz dieser L
ösung
besteht darin, den nördlichen Bereich gegen das be-
stehende Gefälle fast in die Horizontale zu bringen
und damit hervorzuheben. Die Anhebung um max.
0,3 m im nördlichen Randbereich verläuft im mittleren
Teil des Platzes (Palipassage) gegen 0,0 m, so dass
der niveaugleiche Durchgang von Ost nach West er-
halten bleibt. Mit diesem Vorschlag wird die Fläche
des inneren Platzes nochmals besonders betont, die
ansonsten ebene Fläche erhält zusätzliche Spannung
und wird attraktiv belebt. Die Raumachse zum Landes-
museum wird dadurch noch mehr betont.
Die Visualisierungen zeigen eine Lösung mit einläufi-
gen, offenen TG - Notausgängen und eine Simulation
mit Abdeckplatten, die sich in der Fläche integrieren.
Integrierte Platzfront auf der Westseite Treppenanlage auf der Ostseite der Baumterasse
„Patz im Platz“ ohne Stufen
„Platz im Platz“ mit Stufe n
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Neugestaltung Friedensplatz
A
6.2 L ösungsvorschlag B
Dieser Lösungsvorschlag hat die gleichen Gestal-
tungselemente wie Lösungsvorschlag A (Baumreihe
auf zwei Terrassen, „Platz im Platz“, Materialwechsel,
Stelen). Zur Belebung und auch zur zusätzlichen Iden-
tifikation und Wiedererkennung des Ortes wird bei die-
ser Lösung eine gestalterisch wirksame Wasserinstal-
lation integriert. Mit diesem Element wird nochmals
die Besonderheit des Ortes herausgehoben und die
öffentliche Freifläche um ein belebendes, attraktives
und benutzbares Element bereichert.
Die ca. 330 m2 große Wasserfläche ist auf der nörd-
lichen Platzhälfte in die Fläche eingeschnitten. Es
ist nicht an Brunnenfontänen o.ä. gedacht, sondern
geplant ist eine ruhige Wasserfläche, die sehr flach
mit leichtem Gefälle über dunkle, oberflächenrauhe
Natursteinplatten läuft. Die Struktur der Naturstein-
oberfläche spiegelt sich in der Wasserfläche wider.
Die Wasserfläche ist begehbar und animiert vor allem
die Kinder zum Überqueren und Spielen. Mit dem
bewegenden, aber ruhigen Element des fließenden
Wassers, unterstützt durch die unterschiedliche Far-
bigkeiten und Oberflächenstruktur, wird der Platz zu
einem besonderen Ort, der auch ohne Spielger
äte
und Einbauten zum Verweilen einlädt.
Der Lösungsvorschlag mit einer integrierten Wasser-
fläche ist in beiden unter Lösung A beschriebenen
Alternativen denkbar. Einmal innerhalb der vorhande-
nen, schrägen Fläche entsprechend dem bestehenden
Gefälle (die Fließgeschwindigkeit wird etwas höher
sein) oder mit erhabener innerer Platzfläche und
Stufen (das Wasser kann einen ruhigeren Verlauf neh-
men).
Bei der Lösung mit einer
Wasserlandschaft sind
Absprachen mit dem Be-
treiber
der Tiefgarage
notwendig, da für die Was-
sertechnik die Fläche eines
Stellplatzes benötigt wird.
Bei ersten Gesprächen mit
dem Betreiber wurde eine grundsätzliche Bereitschaft
für diese Gestaltungsidee signalisiert.
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Neugestaltung Friedensplatz
A
Mit Stufen und einem farblich abgesetztem Plattenbe-
lag wird der „Platz im Platz“ deutlich herausgestellt.
Die Straßenbahnschienen werden möglichst unauf-
fällig in das Pflasterbild integriert. Die Wasserfläche
deren Bodenfläche aus gebrochenen Natursteinen
bestehen könnte, hat auch ohne Wasser im Winter
eine gestalterische Qualität, die der besonderen Be-
deutung des Platzes gerecht wird.
Mit dem gegliederten, aber trotzdem offen gestal
-
teten Platz wird eine größtmögliche Offenheit und
Großzügigkeit geschaffen, die keine historischen
Sichtbeziehungen oder bestehende Wegeverbindun
-
gen im Zentrum Darmstadts verbaut.
Über Bauart und Gestaltung der drei Tiefgaragennot-
ausgänge (offen wie heute oder abgedeckt) muss in
den folgenden Planungs- und Entscheidungsetappen
entschieden werden.
Die Wasserfläche ist am Abend beleuchte t
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Neugestaltung Friedensplatz
A
7. Der Reiter – Die Kunst
Bei einer Neugestaltung des
Platzes wird auch das Reiter-
denkmal mit Ludwig IV eine
wichtige Rolle einnehmen, da
der Reiter auch weiterhin der
einzige „Einbau“ bleiben wird.
Der Standort dieser Statue ist
somit auch von gro
ßer Bedeu-
tung für die Interpretation und die Gestaltung des
Platzes.
Bei der Bearbeitung und Auseinandersetzung mit dem
Thema „Friedensplatz“ stellt sich die Frage, wie dieser
dominante Reiter in Uniform mit dem Begriff, dem Ort
und der Interpretation des Friedensplatzes vereinbar
ist. Verbleibt der Reiter an der jetzigen Stelle oder
in anderer exponierter Lage, so werden alle anderen
assoziativen Gestaltungsideen, die den Begriff Frieden
in den Mittelpunkt stellen wollen, an dessen Dominanz
gemessen werden müssen.
Der Platz mit „Intasien bei Tag und bei Nacht
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Neugestaltung Friedensplatz
A
Wenn über den Begriff Friedensplatz und über den
Inhalt weiter nachgedacht werden soll, wäre ein sog.
„Eingeladener Wettbewerb“ mit mehreren Künstlern
ein denkbarer Weg zur Findung einer Lösung. Ohne
einem solchen Verfahren vorgreifen zu wollen, wäre
einer informellen Interpretation des Begriffes Frieden
dem räumlich skulpturellen Vorschlag den Vorrang zu
geben.
Der hier beispielhaft gezeigte Vorschlag ist nur eine
Idee, mit dem so gestalteten Platz einen Anlaß zum
Nachdenken und zur Reflexion zu verbinden, der über
den rein ästhetisch stadtgestalterischen Ansatz hin
-
ausgeht. Mit eingelassenen Glasflächen, die mit einer
integrierten Schrift oder Symbolik den Begriff Frieden
assoziieren lassen (bedeutende Namen, Zeittafeln,
Taten etc), kann ein anregendes Denkmuster in den
Bodenbelag aufgenommen werden. Nachts erleuch
-
tet, wird der Platz zusätzlich akzentuiert und erlebba-
rer gemacht.
8. Weitere Planungsdetails
8.1 Entlüftung der Tiefgarage
Bei der bestehenden Gestaltung des Platzes konnten
die notwendigen Entlüftungsöffnungen relativ unauf-
fällig innerhalb der Pflanzungen integriert werden. Bei
einem freien Platz, so wie es die neue Gestaltung vor
-
sieht, sind Einbauten für die Entlüftung (Rohre, Säulen
etc.) nicht wünschenswert. Aus diesem Grund wird
vorgeschlagen, die zwei bestehenden notwendigen
Entlüftungsstränge von der Platzfläche wegzuleiten.
Die südliche Entlüftung könnte durch eine Öffnung in
der nicht einsehbaren seitlichen Schlossgrabenmauer
erfolgen. Das Entlüftungsrohr kann von der Tiefgara
-
ge über die tiefer liegende, unterirdische Kaufhausan-
dienung direkt über die Mauer abgeführt werden. Die
nördliche Entlüftung könnte über die Seitenwand der
TG-Ausfahrt geführt werden. Genaue Untersuchungen
werden in Zusammenarbeit mit Fachingenieuren zur
Zeit durchgeführt.
8.2 Notausgänge der Tiefgarage
Die in unterschiedlicher Laufrichtung in den Platz
mündenden drei Notausgänge der Tiefgarage beein-
trächtigen das neue Erscheinungsbild des Platzes.
Vor allem die beiden auf östlicher Seite liegenden
Aufgänge würden die neu geschaffene Achse und
Sichtbeziehung zwischen Platz und Landesmuseum
erheblich stören.
Eine optimale Lösung wäre die niveaugleiche Ab-
deckung mit dem sich nur im Notfall öffnenden Auf-
gang. Die Machbarkeit und technische Umsetzbarkeit
dieser an anderer Stelle bereits realisierten Lösung
wir zur Zeit geprüft. Sollte eine solche Lösung nicht
zum Tragen kommen (Kosten, Sicherheit), sollte ange-
strebt werden, die beiden erwähnten Ausgänge als
einläufige, in Nordsüdrichtung verlaufende Treppen
auszubilden.
Abgesenkter Ausgang in Konstanz
Einläufiger Aufgang am Karolinenplatz
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Neugestaltung Friedensplatz
A
8.3 Abspannmaste der Straßenbahn
Auch Abspannmaste oder Ausleger der Straßenbahn
sind „Einbauten“, die das Erscheinugsbild des Platzes
beeinflussen. Mit dem mit der Heag-mobilo gemein-
sam entwickelten Lösungsvorschlag, die Abspannun-
gen so oft wie möglich mit den Beleuchtungsstelen
zu kombinieren, werden die technischen Elemente auf
ein Minimum reduziert, ohne dass die Leistungsfähig-
keit eingeschränkt wird.
8.4 Schlossgarageneingang und Kasse
Im Rahmen der Neugestaltung des Friedensplatzes
wird von dem Betreiber der Tiefgarage (Q-Park) der
unansehnliche Haupteingang erneuert. Die diversen
Aufbauten werden abgerissen und durch einen freund-
lichen und hellen Glaspavillon mit zwei Kartenauto
-
maten, Aufzug und Treppe ersetzt. Die Gestaltung
des neuen Einganges wird mit der Stadt Darmstadt
abgestimmt.
8.5 Historische Einfassung Reiterdenkmal
Die noch erhaltenen historischen Einfassungen des
Reiterdenkmals sollen bei der Neugestaltung berück
-
sichtigt und in die Gestaltung integriert werden.
9. Res ümee
Unabhängig von der zu wählenden Alternative haben
alle Vorschläge gleiche Grundaussagen oder Ziele, die
die Gestaltung bestimmen:
Die bestehende räumliche Enge soll durch einen freien
Platz mit nachvollziehbaren Sicht- und Raumbezügen
ersetzt werden. Die Dominanz des historischen Um-
feldes wird herausgestellt und durch die freie Fläche
besonders betont. Eine flächige Bepflanzung wird
ausgeschlossen.
Der Platz soll nicht nur zum Queren und Durchlaufen
dienen, sondern er soll eine eigene Aufenthaltsqualität
besitzen, die zum Verweilen animiert. Dabei soll auch
ein Verweilen ohne Konsum möglich sein. Gastrono-
mien und Cafe’s gibt es ausreichend in der näheren
Nachbarschaft.
Der verkehrsfreie Platz ist besonders für kleine
Kinder geeignet. Es ist nicht notwendig, in dieser
exponierten Lage das Spielen durch Spielgeräte zu
unterstützen. Die sichere Freifläche, die Stufen und
Brüstungen, die wassergebundene Decke mit inte-
grierter Sandfläche und Bäumen und nicht zuletzt die
optionale Wasserfläche bieten genügend Anreize zum
spielen und bewegen.
Neuer Eingang zur „Palipassage“
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Neugestaltung Friedensplatz
A
10.1 Ergänzende Informationen:
1. Die vorliegende Kostenschätzung berücksichtigt
die Arbeiten bis zur Tiefgaragenrohdecke. Der
Abbruch der vorhandenen Elemente und Aufbauten
sind in der Kostenschätzunng eingeflossen. Für
beide Lösungvorschläge A und B haben wir alter-
nativ eine Schätzung mit der Integration einer Was-
ser-/ Brunnenanlage und ohne die Wasseranlage
aufgestellt.
Bei den Lösungen mit Wasser-/ Brunnenanlage,
wird der Kostenanteil dieses Flächenanteils (ca.
335 qm) jeweils bei der Berechnung der inneren
Platzfläche (1.650 qm) abgerechnet.
2. Die bei der Kostenschätzung zugrunde gelegte
Gesamtfläche von 5.700 m2 überlappt auf der Süd-
seite mit ca. 550 m2 die Planungsfläche des Ernst-
Ludwig-Platzes. Auf Grundlage der für diesen Platz
aufgestellten Kostenschätzung (Büro Nieper) sind
hierfür ca. 82.000,00 EU netto (ca. 110.000,00
EU brutto) anzusetzen. Diese Summe kann bei der
Kostenzusammenstellung des Friedensplatzes ab-
gezogen werden, soweit diese Summe Bestandteil
der Kostenzusammenstellung des Projektes „Ernst-
Ludwig-Platz“ ist.
3. Ziel der Planung ist es, einen freien und offenen
Platz zu realisieren. Die vorhandenen offenen Not-
ausgänge mit ihrem Geländer und der Aufbrüstung
stören dieses Erscheinungsbild. Ein Lösungsvor
-
schlag sieht vor, die Öffnung mit einem gepflas-
terten Deckel, der im Notfall hydraulisch von
innen geöffnet wird, zu schließen. Ob eine solche
Lösung, die an anderer Stelle bereits praktiziert
wird, im Bereich des Friedensplatzes umsetzbar
ist, muß noch sicherheitstechnisch (Feuerwehr,
Freihaltung, etc) geklärt werden.
Die Kosten für eine solche Lösung mit zwei abge-
deckten Notausgängen liegen zur Zeit noch nicht
vor und müssten gegebenfalls der vorliegenden
Kostenschätzunng zugerechnet werden.
W e r k S t a d t Architekten + Stadtplaner
Darmstadt September 2007
anlage 2
94 Zeichen
« N LH N \\ BENENNEN (\ = Kl \l as aueh! EN N IL NL \\ yon pasahElnn ‘— m—— = \\\ ATN AN Ba
2008/0028
9930 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
04.09.2008
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat VI Dezernat II
Dezernat III
Dezernat VI
Amt: Stadtplanungsamt
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Beschluss in Ja Nein
öffentl. Sitzung
OBW bei abschl. Beschluss-
fassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
II 61
III 66
VI 20
Stvv.
Vorlage-Nr. 2008/0028
Magistratsbeschluss-Nr.
Betreff: Neugestaltung Friedensplatz
Vorlage vom: 23.07.2008
Beschlussvorschlag:
1. Der vorliegende Vorentwurf des Architekturbüros “ WerkStadt“ für die Neugestaltung des Friedens-
platzes wird zur Kenntnis genommen.
2. Nach Magistratsbeschluss kann die Entwurfs- und Ausführungsplanung für den Lösungsvorschlag
B (siehe Tabelle S. 4) beauftragt werden.
3. Dem in der Begründung dargelegten weiteren Verfahren wird zugestimmt.
4. Die Kostenschätzung wird zur Kenntnis genommen. Über die Bereitstellung der Mittel ist im Zuge
der Haushaltsberatungen 2009 bzw. des Nachtragshaushalts 2008 zu entscheiden.
Anlagen: Erläuterungsbericht
Lageplan
Beschluss des Magistrats vom
2
...
Begründungsseite zur Vorlage 2008/0028 vom 23.07.2008
Die Neugestaltung des Friedensplatzes erstreckt sich von der Zeughausstraße im Norden bis zur ge-
dachten Verlängerung der nördlichen Gebäudekante Obere Rheinstraße im Süden. Im Westen wird
der Friedensplatz begrenzt von einer 2 – 4 geschossigen, teilweisen offenen Randbebauung und im
Osten von der Schlossgrabenmauer.
Für die Fläche des Friedensplatzes wurden im Jahr 2001 in einem konkurrierenden Verfahren fünf
Gestaltungsentwürfe vorgestellt, zwei Entwürfe wurden im Anschluss (2002) überarbeitet. In der Folge
wurde das Büro Schössler und Partner mit der Erarbeitung des Entwurfes beauftragt.
Die vorgelegte Entwurfsplanung führte zur intensiven Diskussion in den Fachverwaltungen.
Im Jahr 2006 wurde daher beschlossen, die erarbeiteten Gestaltungsentwürfe für die Neugestaltung
des Friedensplatzes zu überdenken und für die Gestaltung dieses wichtigen innerstädtischen Platzes
neue Vorstellungen zu entwickeln.
Das Planungsbüro „WerkStadt“ wurde beauftragt, zu dem bestehenden Planungsvorschlag des Büros
Schössler und Partner alternative Gestaltungskonzepte zu entwickeln. Diese unterscheiden sich im
Wesentlichen in der Gliederung und Größe der Flächen für die Baumstandorte sowie der daraus ent-
stehenden Platz- und Sichträume.
In der Sitzung am 07.11.2006 hat sich der Bauausschuss mit den Gestaltungsvarianten für den Frie-
densplatz befasst. Favorisiert wurde der Lösungsvorschlag, der auf das vom Büro Schössler und
Partner geplante Baum-Carree im Platz verzichtet und lediglich eine Baumreihe auf der Westseite des
Platzes vorsieht. Die Bäume sollen in zwei leicht erhöhte Terrassenflächen gestellt werden, die behin-
dertengerecht über jeweils eine Rampe erreichbar sind.
Anstatt dreier Platzräume mit unterschiedlichem Charakter soll ein großzügiger Platzraum entstehen.
Auf Grundlage dieser Vorgabe wurde vom Büro „WerkStadt“ der vorliegende Vorentwurf ausgearbei-
tet.
Ergänzend zu der Raum begrenzenden Baumreihe auf der Westseite des Platzes wird vorgeschlagen,
durch einen Gestaltungswechsel im großen Platzraum des Friedensplatzes eine neue, innere Platzflä-
che optisch hervorzuheben. Gemäß den Beschlüssen der Gremien soll das Umfeld des Schlosses mit
Bogenpflaster in rotem Granit gestaltet werden, woraus sich nun der „Platz im Platz“ mit einem groß-
formatigen, rechteckigen und farblich abgesetzten Plattenbelag abhebt.
Mit den Terrassenflächen für die Bäume, dem Materialwechsel und der Definition einer Innenfläche
wird nicht nur ein Platz im ansonsten offenen Raumgefüge gebildet, sondern auf der Südseite auch
eine sichtbare Grenze zum Ernst–Ludwig–Platz geschaffen.
Durch die neue Gliederung werden die Räume strukturiert und die Raumachse zum Museumsportal
betont. In der direkten Nachbarschaft des dominanten Schlosses sollen keine Einbauten oder andere
bauliche Nutzungsangebote den freien Blick, die Sicht- und Funktionsachsen zwischen Schloss, Lan-
desmuseum und Staatsarchiv verstellen.
Mit dem nun offen gestalteten Platz wird eine Großzügigkeit geschaffen, die dem wichtigen Ort mitten
in Darmstadt gerecht wird.
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Im Rahmen der Neugestaltung des Friedensplatzes soll von dem Betreiber der Tiefgarage
(Q-Park) der Haupteingang erneuert werden. Dieser beabsichtigt, die diversen Aufbauten durch einen
freundlichen und hellen Glaspavillon mit Automaten und einem Aufzug zu ersetzen.
Die Neugestaltung des Platzes erfordert auch den Umbau der Tiefgaragenentlüftung.
Die vorhandene Entlüftung erfolgt über massive Betonaufbauten, welche in der bestehenden Grün-
gestaltung nicht ins Auge fallen. Mit der geplanten offenen Platzgestaltung sind diese Betonaufbauten
nicht mehr zu vereinbaren.
Untersuchungen, diese Aufbauten zu entfernen, hatten folgendes Ergebnis:
Die obere Tiefgaragen-Ebene kann unterhalb der Platzoberfläche durch die Schlossmauer in den
Schlossgraben entlüftet werden.
Die Entlüftung der unteren Tiefgaragen-Ebene kann im Zusammenhang mit der Neuplanung des Tief-
garagen-Zu-/Ausgangs (Glaspavillon mit Aufzugsanlage) auf der Rückseite integriert werden. Diese
Vorschläge sind in der Entwurfs- und Ausführungsplanung zu bearbeiten.
Der Betreiber der Tiefgarage hat bereits eine grundsätzliche Bereitschaft, den Umbaumaßnahmen im
Bereich Entlüftung zuzustimmen, in Aussicht gestellt. Die Abstimmung mit der TU Darmstadt erfolgt in
der weiteren Planung.
Ferner ist der Umbau der Tiefgaragen-Notausgänge gestalterisch erforderlich.
Im Rahmen des Vorentwurfs wurde der Vorschlag diskutiert, die drei Notausgänge mit einer hydrau-
lisch betriebenen Abdeckung zu versehen, so dass bei der Neugestaltung des Platzes keine uner-
wünschten "Aufbauten" das Gesamtbild stören. Die Feuerwehr lehnt diese Lösung aus verschiedenen
Gründen ab (z. B. Freihaltung des Deckels ist nicht gewährleistet, technische Instandhaltung nicht
gesichert etc.). Zudem würden sich die Kosten auf ca. 50.000,-€ pro Ausgang belaufen.
Nachdem diese, im Erläuterungsbericht vorgeschlagene Lösung sich als nicht realisierbar erwiesen
hat, wird als Alternative vorgeschlagen, die beiden östlichen Aufgänge als einläufige, in Nord-Süd-
Richtung verlaufende Treppen auszubilden, um die Achse zwischen Platz und Landesmuseum so
wenig wie möglich optisch zu stören. Der Vorschlag ist in der weiteren Planung zu überprüfen und mit
dem Betreiber der Garage abzustimmen.
Um den Aufenthalt für Kleinkinder und für Familien auch nach Abräumen des vorhandenen Spielplat-
zes attraktiv zu gestalten, ist vorgesehen, auf den Baumterrassenflächen Sandflächen und einige
Spielgeräte zu integrieren und somit auch weiterhin einen Spielbereich anzubieten. Außerdem kann
die Stufenlandschaft mit den Sitzelementen bei Kindern für einen abwechslungsreichen und unterhalt-
samen Aufenthalt sorgen.
Davon unabhängig ist die Möglichkeit einer erweiterten Nutzung des Schlossgrabens als Spielbereich
zu untersuchen.
Die Gestaltungsvorschläge bieten verschiedene „Ausbaumodule“, wie das teilweise Anheben der in-
neren Platzfläche oder die Installation einer Wasserfläche an, die entsprechend unterschiedliche Aus-
baukosten bedingen.
Die verschiedenen „Ausbaumodule“ sind in der Anlage, dem Erläuterungsbericht dargestellt.
Bei der Neugestaltung des Platzes muss auch über den Standort des Reiterdenkmals neu entschie-
den werden. Der endgültige Standort des Reiterdenkmals soll im Rahmen der Entwurfsplanung fest-
gelegt werden.
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Nachdem die Haltestelle auf dem Ernst-Ludwig-Platz verlegt wurde, muss in der weiteren Planung
auch über einen neuen Standort der Stele Brandnacht nachgedacht werden.
Kosten
Die Kostenschätzung wurde mit den unterschiedlichen „Ausbauvarianten“ durchgearbeitet.
(Kosten gem. Kostenschätzung des Büros WerkStadt vom Juli 2007 bzw. Mai 2008)
Maßnahme Fläche Baukosten netto Summe brutto
1 Lösungsvorschlag A
Innere Platzfläche mit Natur-
steinplatten; ohne
Wasserfläche
5.700 qm 1.100.000,00€ 1.502.000,00 €
2 Lösungsvorschlag A1
Innere Platzfläche mit Natur-
steinplatten; mit
Wasserfläche
5.700 qm
(davon 335 qm
Wasserfläche)
1.225.100,00€ 1.673.500,00 €
3 Lösungsvorschlag B
Innere Platzfläche mit Beton-
werkstein mit Natursteinvor-
satz ohne Wasserfläche
5.700 qm
943.800,00€ 1.289.200,00 €
4 Lösungsvorschlag B1
Innere Platzfläche mit Beton-
werkstein mit Natursteinvor-
satz mit Wasserfläche
5.700 qm
(davon 335 qm
Wasserfläche)
1.056.750,00€ 1.498.300,00 €
Die Kostenschätzung beinhaltet die Arbeiten bis zur Oberkante der Tiefgaragenrohdecke. Der Ab-
bruch und Umbau der vorhandenen Elemente und Aufbauten ist in die Kostenschätzung eingeflossen.
Weiteres Verfahren
Nach Magistratsbeschluss ist beabsichtigt, die Entwurfs- und Ausführungsplanung für den ausgewähl-
ten Lösungsvorschlag B zu beauftragen.
Die notwendigen Planungsmittel stehen auf der Kostenstelle 066-100-1000 unter der Investitions-
nummer 08066-6115 „Ernst-Ludwig-Platz/ Friedensplatz“ zur Verfügung.
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Die Entwurfsplanung wird Grundlage einer Bauvorlage, welche dem Magistrat zur Beschlussfassung
vorgelegt wird.
Darmstadt, 23.07.2008
61.3 mi, NST 2590
Der Dezernent II Der Dezernent III Der Dezernent VI
Wolfgang Glenz Klaus Feuchtinger Dipl.-Ing Dieter Wenzel
Bürgermeister Stadtrat Stadtrat
Anlagen:
• Erläuterungsbericht
• Lageplan
Zu den Sitzungen wird ausgelegt:
• Erläuterungsbericht
• Lageplan
Beratungsverlauf (5)
Orte (8)
- Zeughausstraße
- Bessunger Straße
- Friedensplatz 1963
- Schlossgraben
- Ernst-Ludwigs-Platz
- Marktplatz
- Rheinstraße
- Karolinenplatz 14
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2008/0028
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 14.01.2008
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00