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V/0272/2007

Betriebsträgerschaft für die dritte Kindertageseinrichtung im Neubaugebiet Gievenbeck-Südwest

Vorlagen 03.04.2007

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 10.05.2007, TOP 16

Anlagen

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Ansehen

Ergänzungsvorlage V/0272/2007/1 inkl. Anlagen

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Ansehen

Beschlussvorlage

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Ansehen

Anlagen

89 Zeichen

Anlage 1

Anlage 1

Anlage 1

Anlage 2 
Übersichtsplan 
Gievenbeck 
 
 
 
 
 
 
Neue Kita

Ergänzungsvorlage V/0272/2007/1 inkl. Anlagen

75714 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien

| MÜNSTER

Vorlagen-Nr.: |

V/0272/2007/1. Erg.

Öffentliche Beschlussvorlage Auskunft erteilt:
nern Philipp

E-Mail:
PhilippF @stadt-muenster.de

Datum:
25.05.2007

Betrifft

Betriebsträgerschaft für die dritte Kindertageseinrichtung im Neubaugebiet Gievenbeck-Südwest

Beratungsfolge

31.05.2007 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
12.06.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung

13.06.2007 Hauptausschuss Vorberatung
13.06.2007 Rat Entscheidun

Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:

1. Die Stadt Münster überträgt der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael die Betriebs-
trägerschaft für die dritte. Kindertageseinrichtung im Neubaugebiet Gievenbeck-Südwest
(Nördlicher Teil) an der Straße Wickenkamp. Im Gegenzug dafür tritt die Kirchengemeinde
von der Betriebsträgerschaft für die Einrichtung Michael Il, Gescherweg 87, 48161 Münster
zurück.

1.1 Das Konzept der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael zum Betrieb der Kinder-
tageseinrichtung „Wickenkamp“ wird zur Kenntnis genommen (Anlage 1).

2. Die von der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael aufzugebende Einrichtung
„St. Michael II“ am Gescherweg ist weiterhin zur Bedarfsdeckung erforderlich, ins-
besondere für die u3-Betreuung und zur wohnortnahen Versorgung im Rechtsan-
spruchsbereich, und wird befristet, voraussichtlich bis zum 31.12.2012, in bedarfsge-
rechter Gruppenstruktur weitergeführt.

2.1 Die Betriebsträgerschaft wird dem anerkannten Träger der freien Kinder- und Ju-
gendhilfe „OUTLAW - Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH“ ab dem
Zeitpunkt der Aufgabe der Trägerschaft durch die Kirchengemeinde St. Michael (vor-
aussichtlich Ende des Jahres 2007) übertragen (Anlage 2).

2.2 Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael
und „OUTLAW - Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH“ ein bedarfsorien-
tiertes und mit den Eltern abgestimmtes Konzept zu erarbeiten, das den Übergangs-
zeitraum für das restliche Kindergartenjahr bis zum Sommer 2008 gestaltet.

V/0272/2007/1

2.3Die Verwaltung wird ferner beauftragt, ab dem 01.08.2008 die Fortführung der Ein-
richtung am Gescherweg auf der Grundlage des dann gültigen NRW-
Kindergartengesetzes (voraussichtlich das „Kinderbildungsgesetz - KiBiz“) unter
Berücksichtung der u3-Bedarfe in Gievenbeck bedarfsgerecht zu strukturieren.

3. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten sowie der konzeptionellen und
bedarfsplanerischen Ausgestaltung hinsichtlich des Betriebes der Einrichtungen
(inkl. der Nutzung des Gebäudes und der Außenanlagen) sowie zur Regelung der Be-
triebskosten (Trägeranteil — öffentliche Förderung) am
* Wickenkamp - Katholische Kirchengemeinde St. Michael und
«e _Gescherweg - „OUTLAW - Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH“
werden zwischen der Stadt und den vorgesehenen Trägern entsprechende Vereinba-
rungen (Leistungsvereinbarungen und liegenschaftliche Verträge) geschlossen.

“ 4. Zur konkreten Gruppenstruktur und Inbetriebnahme der Einrichtung am Gescherweg
ab dem Zeitpunkt der Aufgabe der Einrichtung durch die katholische Kirchenge-
meinde und dem Beginn der Trägerschaft durch „OUTLAW gGmbH“ (voraussichtlich
Ende des Jahres 2007) wird den parlamentarischen Gremien nach den Sommerferien
2007 eine Beschlussvorlage zur Entscheidung vorgelegt.

Finanzierung des Betriebs der neuen Kindertageseinrichtung am Wickenkamp in Trägerschaft der
Katholischen Kirchengemeinde St. Michael (wie von der BV-West am 26.4.2007 beschlossen).

Il. Kosten/Folgekosten

Es wird zur Kenntnis genommen, dass im Jahr 2007 Betriebskosten in Höhe von 34.000 € entste-
hen werden (Inbetriebnahme der Einrichtung im Spätherbst 2007). Für Folgejahre betragen die
Betriebskosten 415.000 €.

Die Betriebskosten werden um den Trägeranteil von rd. 20 % bzw. mit Inkrafttreten des Kinderbil-
dungsgesetzes (KiBiz) ab dem 01.08.2008 um den zu erwartenden Trägeranteil von bis zu 12 %
gemindert.

Im Jahr 2007 erhält der Träger einen einmaligen städtischen Investitionskostenzuschuss zu den
Kosten für Einrichtungsgegenstände in Höhe von 70.000 € (siehe Ratsvorlage V/0657/2006/1.Erg).

Ill. Finanzierung/Mittelbereitstellung

Die 0. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:

Ausgaben
-Vermögenshaushalt -
Haush.- Bezeichnung Haush.- Betrag Bemerkung
stelle jahr €
4640.940.0700.8 Bauk. und Zusch. u-3- 2007 70.000 €| Gesamtansatz:
Programm 2.048.110 €
Insgesamt: 70.000 €

V/0272/2007/1

Ausgaben
- Verwaltungshaushalt -
Haush.- Bezeichnung Haush.- Betrag Bemerkung
stelle _jahr €
4640.718.0200.9 | Betriebskostenzuschuss an | 2007 21.000 €| Gesamtansatz:
freie Träger 35.327.930 €
4640.718.0500.7” | Maßnahmen i. R. des u3- 2007 13.000 € | Gesamtansatz:
Programms 2.376.270 €
4640.718.0200.9 | Betriebskostenzuschuss an | 2008ff 326.000 €| Gesamtansätz
freie Träger 2008:
36.225.640 €
4640.718.0500.7 | Maßnahmen i. R. des u3- 2008ff | 89.000 €| Gesamtansatz
Programms 2008:
3.068.070 €
Einnahmen

Landeszuschüsse zu den Betriebskosten erhält Münster nur dann, wenn Bedarfsanpassungen an
anderer Stelle vorgenommen werden oder zusätzliche Landesmittel durch Nichtausschöpfung an-
derer Gemeinden frei werden.

Weitere Möglichkeiten werden fortlaufend geprüft und abgestimmt. Im Rahmen von Bedarfsanpas-
sungen und durch Umstrukturierungen durch Ausbau der u3-Betreuung stehen Gruppen zur Kom-
pensierung zur Verfügung. In welchem Umfang diese für die Kita Gievenbeck eingesetzt werden
können, entscheidet letztlich das Land NRW. Die Stadt Münster hat die neue Einrichtung und die
entsprechenden Gruppenverlagerungen dem Land gemeldet. Eine abschließende Entscheidung
steht noch aus.

Die Stadt Münster prüft, ob sich aus der Novellierung des GTK eine zusätzliche Bezuschussung
durch das Land ergeben kann. Ist dies der Fall, wird die Stadt Münster diese Mittel anfordern.

Finanzierung des Weiterbetriebs_ der Kindertageseinrichtung am Gescherweg in Träger-
schaft von „OUTLAW - Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH“

I. Kosten/Folgekosten

Die bisherigen Betriebskosten der Einrichtung „St. Michael Il“ am Gescherweg belaufen
sich auf insgesamt rd. 290.000 € jährlich.

Es wird zur Kenntnis genommen, dass der Jugendhilfeträger „OUTLAW gGmbH“ sich ab
dem 01.08.2008 mit dem für „finanzschwache Träger“ gültigen gesetzlichen Trägeranteil
von 9 % an den Betriebskosten beteiligt.

Für die Übergangszeit vom Zeitpunkt der Betriebsübergabe bis zum Juli 2008 beteiligt sich
der Träger mit 4,5 % an den entsprechend der Gruppenstruktur anfallenden Betriebskosten.

Il. Finanzierung/Mittelbereitstellun

Zusätzliche Mittel sind nicht erforderlich. Die für den Weiterbetrieb der Einrichtung erforder-
lichen Mittel stehen in der Betriebskostenhaushaltsstelle an freie Träger - 4640.718.0200. 9 -
im Rahmen der jährlichen Ansätze zur Verfügung.

Die bisherigen Einnahmen (öffentliche Förderung durch das Land NRW und Elternbeiträge)

sind im Wesentlichen unverändert. Anpassungen ergeben sich in Abhängigkeit der Be-
darfsplanung und der damit bedarfsgerecht vereinbarten konkreten Gruppenstruktur.

V/0272/2007/1

Begründung:
1. Ausgangslage

Die Bezirksvertretung Münster-West hat in ihrer öffentlichen Sitzung am 26.04.2007 der Vorlage in
der ursprünglichen Fassung zugestimmt und zuvor mehrheitlich eine Vertagung abgelehnt.

Der Ausschuss für Kinder Jugendliche und Familien (AKJF) hat in seiner Sitzung am 08.05.2007
die Vorlage beraten und die Beschlussfassung auf die nächste Beratungskette (BV-West 31.5.,
AKJF 12.6. und Rat 13.6.) vertagt. '

Die Verwaltung wurde beauftragt, eine Ergänzungsvorlage vorzulegen, die über die bisherige Vor-
lage hinausgehende Informationen und Regelungsvorschläge umfasst, insbesondere

«e eine veränderte Konzeption für die Trägerschaft der Kita am Wickenkamp und

«  Folgeregelungen für die Fortführung der von der Katholischen Trägerschaft St. Michael aufzu-
„gebenden Einrichtung am Gescherweg.

In dieser Ergänzungsvorlage (E1) zu der 0.g. Vorlage werden ergänzende Beschlüsse im Zusam-
menhang mit der Beratung im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien (AKJF) am

08.05.2007 den parlamentarischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt. Die Änderungsvorschlä-
ge zur ursprünglichen Vorlage (V/0272/2007) sind „fett“ markiert.

2. Künftige Trägerschaften

2.1 Vergabe der Betriebsträgerschaft für die Kita am „Wickenkamp“ an die Katholische Kir-
chengemeinde St. Michael

Die Verwaltung schlägt vor, der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael die Trägerschaft für die
Einrichtung am Wickenkamp zu übertragen.
Grundlage des Entscheidungsvorschlages sind die

«e sozialräumliche Bedarfsplanung sowie ressourcenbezogene und infrastrukturelle Entwick-
lungsperspektiven,

e die mit den Trägern ausführlich geführten Gespräche über die konzeptionellen Vorstellungen
und die Entwicklungsperspektiven (s. dazu auch Anlage 1: „Vorläufige Konzeption für Kinder-
tagesstätte Wickenkamp“ für den Betrieb der neuen Kindertageseinrichtung) und

e die wirtschaftlichen Bedingungen.

Sozialräumliche Bedarfsplanung und Entwicklungsperspektiven

Die Versorgungssituation zum kommenden Kindergartenjahr 2007/2008 sieht wie folgt aus:

e für unter 3-jährige Kinder = 13,7 %
davon 6,9 % in Kindertageseinrichtungen und 6,8 % in Kindertagespflege

«e für 3 bis 6-jährige Kinder = 119,3 %
davon Ganztagplätze = 30,9 %

V/0272/2007/1

Die Bedarfsentwicklung in Gievenbeck ergibt folgendes Bild:
*e beiden unter dreijährigen Kinder sind noch Angebote in allen Wohngebieten erforderlich

e beiden Kindern im Kindergartenalter zeigt sich ein geteiltes Bild:
zum einen bestehen weitere Bedarfe im Baugebiet Gievenbeck-Südwest und
zum anderen gibt es in den übrigen Wohngebieten eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung

Unter der Prämisse, die bestehenden Ressourcen zu nutzen, werden freiwerdende Kapazitäten für
die Entwicklung der u3-Angebote genutzt.

Soweit es die Abdeckung des Rechtsanspruchs der Kindergartenkinder ermöglicht, werden auch
im unmittelbaren Einzugsbereich von Gievenbeck-Südwest erforderliche u3-Angebote ausgebaut.

Für den Vorschlag, die Betriebsträgerschaft der Kita am Wickenkamp der Katholischen Kirchen-
gemeinde St. Michael zu übertragen, sind die sich ergebenden Entwicklungsperspektiven von er-
heblicher Bedeutung. Der Betrieb der Kindertageseinrichtung am Gescherweg ist voraussichtlich
befristet bis zum 31.12.2012 möglich.

In dem o.g. Zusammenhang ist die Bewerbung der Kirchengemeinde um die Trägerschaft am Wi-
ckenkamp nachvollziehbar, da die Kirchengemeinde entsprechend ihrer Bedeutung für den wach-
senden Stadtteil in Gievenbeck im bisherigen Umfang nachhaltig tätig sein und sich weiterhin en-
gagieren möchte.

Die Aufgabe der Trägerschaft Gescherweg durch die Kirchengemeinde ist darin begründet, dass
die Kirchengemeinde — auch nicht für eine Übergangszeit — die Trägerschaft für eine vierte Einrich-
tung aufrechterhalten kann.

Konzeption für die Kindertageseinrichtung „Wickenkamp“

Das der Ursprungsvorlage beigefügte Konzept der katholischen Kirchengemeinde ist in der parla-
mentarischen Beratung als nicht ausreichend kritisiert worden.

Hierbei handelte es sich jedoch um ein Kurzkonzept des Trägers. In der Ursprungsvorlage
V/0272/2007 wurde darauf hingewiesen, dass es sich bei dem dort beigefügten Konzept nicht um
das bereits fertige Konzept für die neue Einrichtung handelt, da unter anderem noch Fragen offen
waren und sind (z. B. bedarfsgerechte Belegungsstruktur der Einrichtung am Wickenkamp, Eltern-
wünsche und Stadtteilbedarfe).

Maßgebend für den Entscheidungsvorschlag der Verwaltung, die Trägerschaft der Katholischen
Kirchengemeinde St. Michael zu übertragen, waren die geführten Gespräche, in denen es neben
der Grundkonzeption vor allem auch um weitergehende Konzepte ging, wie z. B. Fragen zur EI-
ternarbeit, besondere Förderung von Kindern, integrative Arbeit sowie die Vernetzung im Stadtteil.

Zwischenzeitlich hat der Träger, soweit es mit Blick auf die neue Einrichtung und noch ausstehen-

der Entscheidungen im Zusammenhang mit dieser Vorlage möglich ist, eine „vorläufige Konzeption
für die Kindertagesstätte Wickenkamp“ erarbeitet (s. Anlage 1).

Wirtschaftlichkeit_bei der Auswahl des Träger für die Kindertageseinrichtung_ „Wicken-
kamp“

Neben der Frage der „Geeignetheit“ des Trägers und der Qualität seiner Arbeit ist die Finanzierung
der Betriebskosten von erheblicher Bedeutung:

\V/0272/2007/1

Die katholische Kirchengemeinde hat zugesagt, für die Dauer der Trägerschaft bis zum Inkrafttre-
. ten.des KiBiz am 01.08.2008, Trägeranteile in Höhe von 20. % nach den bisherigen Vereinbarun-
gen für den Kindergarten St. Michael II zu übernehmen. Mit Inkrafttreten des KiBiz beteiligt sich der
Träger dauerhaft mit einem Trägeranteil entsprechend der zu erwartenden Regelungen (12 % It.
Referentenentwurf vom 19.03.2007) an den Betriebskosten für alle Gruppen.

2.2 Folgeregelung für die Fortführung der Einrichtung am Gescherweg - Nachfolge der
Trägerschaft an den Jugendhilfeträger „OUTLAW gGmbH“

Die mit der Bewerbung der katholischen Kirchengemeinde verbundene Aufgabe der Trägerschaft
für die Kindertageseinrichtung am Wickenkamp macht eine bedarfsgerechte und fachlich vertretba-
re Folgeregelung erforderlich.

Auch dabei sind wirtschaftliche Aspekte (Betriebskosten/Trägeranteil) zu berücksichtigen.

Die Verwaltung hat für die Regelung der Nachfolge der Trägerschaft für die Einrichtung der katho-
lischen Kirchengemeinde am Gescherweg (St. Michael Il) Gespräche mit den Bewerbern aus dem
Bewerberkreis „Wickenkamp“ geführt.

Für die Evangelische Lukas-Kirchengemeinde kam die Übernahme der Trägerschaft nicht in Fra-
ge.

Der Kinder- und Jugenchilfeträger „OUTLAW“ gGmbH ist an der Trägerschaft interessiert und hat
eine entsprechende Konzeption vorgelegt (s. Anlage 2).

Für den Betrieb der Einrichtung am Gescherweg übernimmt der Träger bis zum 31.07.2008 einen
Trägeranteil für 4,5 % und ab dem 01.08.2008 — mit Inkrafttreten des neuen Kinderbildungsgeset-
zes (KiBiz) — den gesetzlichen Trägeranteil von 9 % für den gesamten Betriebszeitraum.

Die Verwaltung hält den Träger „OUTLAW gGmbH“ für fachlich gut geeignet, die Trägerschaft zu
übernehmen. Der Träger betreibt bereits mehrere Kindertageseinrichtungen in Deutschland: z. B.
in Berlin, Dresden und Leipzig.

Vorbehaltlich der Zustimmung der parlamentarischen Gremien. zu dieser Vorlage wird mit allen
beteiligten Trägern ein Konzept für die Fortführung erarbeitet.

Dabei ist insbesondere auch die Übergangszeit des Trägerwechsels für das restliche Kindergar-
tenjahr 2007/2008 (bis Juli 2008) von Bedeutung.

Damit die Eltern frühzeitig über mögliche Planungen informiert wurden, hat die Verwaltung mit
Hinweis auf noch ausstehende parlamentarische Entscheidungen erste Gespräche mit dem Rat
der Kindertageseinrichtung St. Michael II (Gescherweg) und den Eltern geführt.

Unmittelbar nach der abschließenden Entscheidung durch den Rat der Stadt Münster über diese
Vorlage werden mit den Eltern der Kita St. Michael Il am Gescherweg weitere Gespräche geführt.
Es ist geplant, dass sich dann auch der neue Träger den Eltern vorstellt und sein Konzept erläu-
tert.

Gemeinsam mit den Eltern und den Trägern „St. Michael“ und „OUTLAW gGmbH“ wird unter Be-
teiligung der Verwaltung der trägerschaftliche Ubergang von der Einrichtung vom Gescherweg
zum Wickenkamp und die Fortführung des Betriebs am Gescherweg abgestimmt.

Dabei geht es um die Klärung, welche Eltern in der Einrichtung verbleiben und welche Eltern wün-
schen, zum Ende des Jahres in die Kindertageseinrichtung am Wickenkamp zu wechseln.

Davon ist es abhängig, in welcher Struktur die Einrichtung am Gescherweg zunächst bis zum

V/0272/2007/1

Sommer 2008 und dann voraussichtlich befristet bis zum 31.12.2012 weitergeführt werden kann
und muss.

3. Weiteres Verfahren

Ziel ist es, am Gescherweg das u3-Angebot deutlich auszubauen, damit bereits kurzfristig entspre-
chende Plätze zur Verfügung stehen.

Es ist vorgesehen, das Kindertagesbetreuungsangebot des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am
Gescherweg (zwei Gruppen) in Abstimmung mit den Beteiligten in einer Gesamtkonzeption für den
„Standort Gescherweg“ einzubeziehen.

Die Verwaltung wird den parlamentarischen Gremien nach den Sommerferien zeitnah über die
Umsetzung der mit dieser Vorlage verbundenen Beschlüsse informieren und -über die konkrete

Gruppenstruktur und Gesamtkonzeption für den „Standort Gescherweg“ eine Beschlussvorlage
erarbeiten und zur Entscheidung vorlegen.

1.V.

gez. °
Dr. Andrea Hanke

Beigeordnete

Anlagen:

1.. Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte „Wickenkamp“
- Katholische Kirchengemeinde St. Michael -

2. Konzeptionelle Grundlagen der OUTLAW gGmbH zur Trägerschaft für die Kinderta-
geseinrichtung „St. Michael II“, Gescherweg 87

V/0272/2007/1

Vorläufige Konzeption
für die

Kindertagesstätte Wickenkamp

Kath. Kirchengemeinde St. Michael
Kita St. Michael II

Enschedeweg 2

48149 Münster

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Gliederung:

1. Gründe für die Bewerbung um die Trägerschaft für die Kita „Am Wickenkamp"
2. Einrichtungsdaten

3. Leitbild

4. Organisation des Kita - Betriebes

10.
11.
12.

a. Öffnungszeiten

b. Personal und Dienstplan

c. Verpflegung/Mittagessen

Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit

. Zielformulierung

. Pädagogischer Ansatz

. Tagesablauf

. Freispiel

. Planung und Dokumentation

Bildungsbereiche

a. Sprachförderung

b. Förderung von 2 Sprachen(bilingual - Deutsch -Englisch)
c. Kreativität

d. Musik und Rhythmik
e. Gesundheit

f. Bewegung

g. Soziokulturelle Erziehung
h

a

b

c

d

e

 eancon

. Medienerziehung und Schriftkultur
i. Mathematisches Verständnis, Forschen und Experimentieren
j. Selbstständigkeitserziehung
Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen
. Integration nach SS 53 SGB XII
. Vorbereitung auf die Schule
. Rückzug und Entspannung
. Gestaltung der Essenssituation
. Präventive Arbeit gegen Gewalt und Missbrauch
Zusammenarbeit mit Eltern
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Vernetzung im Stadtteil
Öffentlichkeitsarbeit
Qualitätsmanagement

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Gründe für die Bewerbung für die Kita Wickenkamp

Das Markusevangelium überliefert das Wort Jesu: „Lasst die Kinder zu mir kom-
men, hindert sie nicht daran!“ (Mk 10,16) Als katholische Kirchengemeinde St. Mi-
chael fühlen wir uns dieser Aufforderung Jesu verpflichtet und bieten in der viel-
fältigen Kindergartenlandschaft Gievenbecks mit den drei Kindergärten St. Michael
I, II und III katholischen und andersgläubigen Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder
Einrichtungen anzuvertrauen, die sich in ihrer pädagogischen Arbeit dem christli-
chen Welt-, Lebens- und Menschenbild verpflichtet wissen. Im Reigen der zahlrei-
chen Anbieter von Kinderbetreuung im Stadtteil Gievenbeck (insgesamt 12 Einrich-
tungen) wollen wir eine christliche, katholisch akzentuierte und deutlich vernehm-
bare Stimme sein. Mit unserem Angebot erfüllen wir als Kirchengemeinde einen von
Gesellschaft, Staat und Kirche geforderten, anerkannten und notwendigen Erzie-
hungs- und Bildungsauftrag.

Die drei Kita's in Trägerschaft der Kirchengemeinde sind dabei in ihrer unter-
schiedlichen pädagogischen Akzentuierung Orte:

= wo gespielt, gelacht, geweint, getobt, gearbeitet, erlebt und gelebt wird,

= wo christliche Werte und Normen vermittelt und Grenzen aufgezeigt werden,

= wo miteinander von und mit Gott gesprochen wird,

= wo Kinder Geborgenheit, Sicherheit, liebevolle Zuwendung, Trost, Freundschaft
und Gemeinschaft erfahren,

= wo Kinder ihre eigenen Ideen umsetzen und Kreativität und Fantasie entwickeln
können,

= wo Kinder entsprechend ihren Fähigkeiten, Begabungen und Schwächen geför-
dert werden,

" wo Kinder Natur erleben und erfahren können und zur Bewahrung der Schöpfung
angeleitet werden.

Als katholische Kirchengemeinde möchten wir auch auf Zukunft hin mit drei Ein-

richtungen unseren Erziehungs- und Bildungsauftrag im Ortsteil Gievenbeck erfül-

len und bewerben uns angesichts der Tatsache, dass das jetzige Gebäude des Kin-

dergartens Michael IT voraussichtlich 2013 abgängig sein wird, für die Träger-

schaft der Kita „Am Wickenkamp".

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Einrichtungsdaten

In der Kita sollen, laut Vorlage des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien,
aufgeteilt in 3 Gruppen 25 Kinder in einer Kindergartengruppe, 20 Kinder in einer
Tagesstättengruppe und bis zu 11 Kindern im Alter von 4 Monaten bis zu 3 Jahren
in einer Kleinkindgruppe betreut werden.

Zu jedem Gruppenraum gehören ein Nebenraum, ein eigener Waschraum/Toiletten
und ein Abstellraum. Die Kleinkindgruppe verfügt zusätzlich noch über einen Pflege-
und einen Schlafraum.

Zum Raumausstattungsprogramm gehören ebenfalls ein Mehrzweckraum, Personal-
und Wirtschaftsräume, wie auch ein auf die unterschiedlichen Altersstufen abge-
stimmtes Außengelände.

Leitbild

Gemäß den unter Punkt 1 formulierten Grundsätzen möchten wir im täglichen Mit-
einander den christlichen Glauben in seiner katholischen Akzentuierung gemeinsam
leben. Die Geschichte Jesu, sein Leben und Wirken, soll auf kindgerechte Art und
Weise vermittelt werden.

Die Kinder verbringen den größten Teil des Tages in unserer Einrichtung. Die Erzie-
herinnen sind in dieser Zeit wichtige Bezugspersonen, die sie spielerisch in ihrer
Entwicklung begleiten und fördern. Eine vertraute, liebevolle Atmosphäre, wieder-
kehrende Rituale, ein regelmäßiger Austausch und Absprachen zur Entwicklung und
Förderung der Kinder unter den Erzieherinnen, schaffen einen sicheren Rahmen
zum Lernen. Die Bedürfnisse jeden einzelnen Kindes sind dabei Orientierungshilfen.
Die Individualität des Kindes steht im Vordergrund. Jedes Kita - Kind erfährt, dass
es als Persönlichkeit ernst genommen und das seiner Lebenswelt Aufmerksamkeit
entgegengebracht wird.

Die Sicherheit der Zugehörigkeit zu einer festen Gruppe bietet allen Kindern die
entsprechende Basis. Pädagogische Arbeit in gruppenübergreifenden Kleingruppen
kann ebenso Bestandteil des Vormittags sein.

Nachmittagsangebote werden grundsätzlich gruppenübergreifend durchgeführt,
damit die Kinder viele soziale Kontakte in der Kita knüpfen können.

Die Kindertageseinrichtung hat zum Ziel, in jedem Kind die Entwicklung der emotio-
nalen, körperlichen, schöpferischen, geistigen und sozialen Fähigkeiten zu wecken
und zu fördern. Vielfältige Angebote in den Bereichen musikalische Früherziehung,
Bewegungserziehung, Umwelt- und Sachbegegnung, bildnerisches Gestalten und
Spracherziehung geben den Kindern die Möglichkeit, zahlreiche Erfahrungen im Ki-
ta-Alltag zu sammeln. Kinder sind neugierige Menschen, die erfahren wollen, was sie
können und schaffen, die ausprobieren möchten, wie ihre Welt funktioniert. Mit ih-
rer anerkennenden und entwicklungsbegleitenden Haltung werden die Erzieherinnen
jedes Kind individuell wahrnehmen und fördern können.

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Um die Qualität der Arbeit zu sichern, wird das gesamte Team regelmäßig an Fort-
und Weiterbildungen teilnehmen. Im anschließenden, gemeinsamen Austausch wer-
den die neu gewonnenen Inhalte und Erkenntnisse diskutiert und für die Arbeit in
der Kita zugeschnitten und angepasst.

Öffnungszeiten / Personal und Dienstplan / Verpflegung

e Öffnungszeiten

Die Kindertageseinrichtung wird von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr von montags bis frei-
tags geöffnet haben.

Sollten längere Öffnungszeiten von einigen z.B. berufstätigen Eltern benötigt wer-
den, kann nach Prüfung der personellen Ressourcen, in Absprache mit Träger und
Elternrat neu geplant werden. Sollten überlange Öffnungszeiten erforderlich sein,
wird mit den Ansprechpartnern der Tagesbetreuung für den Stadtteil Gievenbeck
Kontakt aufgenommen und eine Regelung gefunden werden können. Zur grundsätzli-
chen Regelung der Öffnungszeiten werden jährliche Elternbefragungen durchge-
führt, um aktuell und bedarfsgerecht reagieren zu können.

«e Personal / Dienstplan

Wie in der Ausschreibung zur Errichtung der Kita vorgesehen ist, wird innerhalb
der Personalzuweisung auch eine Fachkraft Englisch als Muttersprache sprechen
werden, in der deutschen Sprache jedoch ebenso sicher und korrekt agieren kön-
nen.

Alle pädagogischen Fachkräfte der Kita werden im Schichtdienst arbeiten. Die An-
wesenheit der Fachkräfte wird in den Kernzeiten von 9.00-15.30 Uhr gegeben sein.
Die wöchentlich stattfindende Dienstbesprechung wird außerhalb der Öffnungszei-
ten liegen. Gruppenabsprachen unter den Fachkräften werden innerhalb der
Dienstzeit organisiert.

Die Kosten der hauswirtschaftlichen Hilfskraft zur Zubereitung der Mahlzeiten
werden entsprechend anteilig umgelegt. (siehe Mittagessen)

« Verpflegung /Mittagessen

Die neue Kita wird unter der Trägerschaft der Kath. Pfarrgemeinde St. Michael ein
Mittagessen anbieten. Ein Teil der Speisen wird frisch zubereitet und mit Tief-
kühlkost ergänzt. Dies gilt insbesondere unter ernährungs- und entwicklungsphysio-
logischen Aspekten für alle Kinder, auch für die Kinder unter einem Jahr. Die Er-
fahrungen aus der eigenen Kita Michael III werden hier mit einfließen.

Ebenso wird die Zubereitung und Gestaltung des Frühstücks in der Kita neu abge-
sprochen. Geplant ist ein Frühstückscaf&, an dem alle Kinder teilnehmen, auch die
Kindergartenkinder. Zudem wird in allen Gruppen ganztägig frisches Obst und Ge-

-5-

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

müse zur Verfügung stehen. Die hier zu leistenden Stunden bzw. Kosten für eine
hauswirtschaftliche Hilfskraft werden auf die teilnehmenden Kinder umgelegt. Kin-
dergartenkinder werden anteilig berechnet (analog Kita Michael IIT).

Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit

« Zielformulierung

Die Kita versteht sich als familienergänzende Einrichtung und pflegt aus diesem

Grund einen engen Austausch mit den Eltern / Erziehungsberechtigten der Kinder.

Familien und Kinder sollen sich wohl fühlen und ihren Bedürfnissen entsprechend

begleitet werden.

Grundsätze sind hier:

" die Kinder an den christlichen Glauben in seiner katholischen Akzentuierung he-
ranführen

"» Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Konfessionen, Religionen und Kultu-
ren vermitteln

"= aktiv mit anderen Religionen in den Dialog treten

"= den Kindern zur größtmöglichen Selbständigkeit und Eigenaktivität verhelfen

" die Lernfreude der Kinder anregen und stärken

" das Selbstbewusstsein der Kinder stärken

" das Sozialverhalten der Kinder fördern

" das selbstverständliche Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderungen
leben und fördern

" die Kinder zu kritikfähigen Menschen erziehen und ihre Persönlichkeit stärken

"= die motorischen Fähigkeiten ausbilden

" die schöpferischen Kräfte eines jeden Kindes wecken

= die Sprachentwicklung der Kinder begleiten und anregen

= den Kindern elementare Kenntnisse ihrer Umwelt durch ein breites Angebot von
Erfahrungsmöglichkeiten vermitteln

" den Eltern in pädagogischen Fragen zur Seite stehen und sie zu stärken

"= Beratungsangebote für Eltern und ihre Kinder vermitteln

Diese vielfältigen Ziele erreichen wir im täglichen Miteinander, Schritt für Schritt.

e Pädagogischer Ansatz

In der Einrichtung wird nach dem situationsorientierten Ansatz gearbeitet, d.h. die
päd. Arbeit richtet sich nach der jeweiligen Lebenssituationen der Kinder und ihrer
Familien. Durch die pädagogischen Angebote wird der Erfahrungs- und Erlebnisho-
rizonte der Kinder erweitert, alltägliche Situationen werden aufgegriffen und in
die jeweilige praktische Gruppenarbeit einfließen.

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Die Fachkräfte geben jedem Kind den größtmöglichen Freiraum zur individuellen
Entwicklung im Rahmen seiner Fähigkeiten. Wertschätzung, Anerkennung und Ach-
tung jeder kleinen Persönlichkeit ist selbstverständliche Haltung jeder pädagogi-
schen Fachkraft.

Unterschiedliche Möglichkeiten zum Lernen in der Kita bieten:
" Projektwochen zu aktuellen Themen
"= Das Leben im Jahres-, Fest- und Kirchenkreis

" Kinderkonferenzen, in denen die Vorschläge der Kinder für die Umsetzung neuer
Ideen gesammelt werden

» Regelmäßige Bibelgespräche mit Pfarrer Dr. Dierkes und den Wackelzahnkin-
dern.

Die pädagogische Arbeit am Vormittag orientiert sich größtenteils an den Bedürf-
nissen der jeweiligen Gruppenkinder und bietet feste Bezugs- und Orientierungs-
punkte, wie z.B. Gesprächs-, Sing- und Spielkreise, Turnen, Kochen etc. Die Nach-
mittagsarbeit ist eine Fortführung der pädagogischen Arbeit vom Vormittag und
beinhaltet zudem besondere Wünsche und Interessen der Kinder und Eltern.

« Tagesablauf

In der Kindertagesstätte soll es Kindern gut gehen, daher ist es wichtig, dass die
Kinder jeden Tag gerne kommen. Damit dies gelingt, bietet der Tagesablauf immer
wiederkehrende Elemente zur Sicherheit und Orientierung. Der Tagesablauf soll
auf die Kinder zugeschnitten sein und beinhaltet viele erlebnisreiche und gemein-
schaftliche Aktivitäten zur Entwicklung, Förderung und Bildung der Kinder.

Beispiel für einen zukünftigen Tagesablauf:

7.30 Uhr - 09.00 Uhr: Bringzeit

7.30 Uhr - 10.00 Uhr: Frühstückscafe

Freispielzeit und thematische Aktivitäten in Kleingruppen

9.00 Uhr: Morgenkreis / Begrüßungskreis mit Vorstellen des Tagesprogramms

ab 9.15 Uhr: geplante Aktivitäten in Groß - und Kleingruppen thematisch aufberei-
tet für unterschiedliche Bildungsbereiche, auch Bewegungserziehung

ab 11.00 Uhr: gemeinsame Gesprächskreise, weiterführende Aktivitäten und/oder
Spiel im Außengelände

evtl. erstes Mittagessen für jüngere Kinder

evtl. erste Ruhephase für jüngere Kinder

ca. 12.00 Uhr: Abschlusskreis und 1. Abholzeit

12.40 Uhr: Mittagessen für Kita -Kinder anschließend

bis 14.00 Uhr: Mittagsruhe

ab 14.00 Uhr: Abholzeit für Kinder der Blocköffnungszeit

und Rückkehr der Kiga-Kinder für den Nachmittag

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

14.00 Uhr - 16.15 Uhr: Weiterführung der Vormittagsarbeit für die Kiga-Kinder
am Nachmittag
16.15 Uhr - 16.30 Uhr: Abholzeit für alle Kinder

« Freispiel

Das Freispiel der Kinder nimmt einen besonderen Stellenwert ein. Das bedeutet,
dass den Kindern Freiräume gelassen werden, ihr Spiel, den Spielort, die Dauer des
Spiels und den Spielpartner selbst wählen können. Die Kinder haben die Chance
freiwillig, selbstständig und so lange sie möchten, alleine oder mit anderen Kindern
einer Tätigkeit nachzugehen. So wählen sie nach ihren Bedürfnissen aus, welche
Spielmöglichkeiten sie wahrnehmen möchten. Die Erzieherin beobachtet das Spiel-
geschehen und entscheidet, ob es notwendig ist, mitzuspielen, anzuleiten oder hel-
fend einzugreifen. Dabei steht die Selbständigkeit der Kinder im Vordergrund, d.h.
es wird nur dann unterstützt, wenn es nötig ist. Dadurch wird die Eigenständigkeit
der Kinder gefördert. Kinder brauchen Zeit und Raum, um anregende und neue Er-
fahrungen mit sich und ihrer Umwelt zu machen. Im Freispiel können Kinder direkt
„Lernen“. Sie verarbeiten Konflikte und geben Hoffnungen und Wünschen Ausdruck.
So kann sich die individuelle Persönlichkeit eines jeden Kindes entfalten. Je vielsei-
tiger das Angebot der Spiele ist und die Umgebung der Kinder gestaltet wird, umso
mehr Seiten der Persönlichkeit werden angesprochen und weiterentwickelt.

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

« Planung und Dokumentation

Die Entwicklung jedes einzelnen Kindes wird während der gesamten Kindergarten-
zeit von uns schriftlich festgehalten. Dazu erstellen wir nach gezielten Beobach-
tungen Lerngeschichten (nach Margret Carr). Zweimal im Jahr findet ein Eltern-
sprechtag statt, um die Entwicklung der Kinder anhand der Dokumentation den EI-
tern vorzustellen. Die Elterngespräche werden ebenfalls dokumentiert, unter-
schrieben und den Eltern mitgegeben. Die Dokumentation der kindlichen Entwick-
lung und Förderung während der gesamten Kita - Zeit wird den Eltern im letzten
Kindergartenjahr ausgehändigt.

Wenn die Eltern es wünschen, können sie diesen Bericht zur Schulanmeldung mit-
nehmen und vorlegen.

Bildungsbereiche

«e Sprachförderung

Die Sprache ist häufig das Aushängeschild und der Maßstab für das Entwicklungs-
niveau des Kindes. Durch Sprache und Sprechen stellt das Kind Beziehungen zu an-
deren her. Es kann Wünsche und Bedürfnisse mitteilen und Dinge erfragen.

Ein gutes Sprachverständnis und die sprachliche Kommunikation sind also für unser
Leben sehr wichtig.

Zu unseren Aufgaben gehört es, Sprachaktivitäten anzuregen, anzuleiten, zu för-
dern und auszugestalten. Sprache ist deshalb eines der wichtigsten Medien in unse-
rer Einrichtung.

Wir sind uns unserer Vorbildfunktion sehr bewusst und begleiten unsere Aktivitä-
ten und Handlungen stets mit klarer und deutlicher Sprache.

Durch die Teilnahme am Qualitätsmanagement der Stadt Münster (Quams) haben
wir im Bereich der Sprachförderung bei der Evaluation von 7 möglichen Punkten
schon 5,5 Punkte erreicht.

Seit einem Jahr haben wir in unserer Einrichtung am Gescherweg eine Sprachför-
dergruppe. Hier treffen sich morgens 2 Kleingruppen mit Kindern mit Migrations-
vorgeschichte, um ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache zu vertiefen. Die Er-
folge sind so positiv, dass wir dieses Angebot auf jeden Fall mit übernehmen möch-
ten.

e Förderung von 2 Sprachen (bilingual - Deutsch, Englisch)
In der neuen Kindertageseinrichtung soll das Konzept des Aufwachsens mit 2 Spra-
chen (Deutsch und Englisch) verwirklicht werden.

Die jeweiligen Sprachfördereinheiten in den Kindergruppen und im pädagogischen
Alltag werden aus diesem Grunde neu strukturiert werden müssen.

Sicher ist, dass die gute sprachliche Entwicklung der Kinder in ihrer Muttersprache
die Basis für das Erlernen der Zweitsprache sein wird. Zudem sollten Absprachen

-9-

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

mit den Eltern getroffen werden, in welcher Weise sie mit diesem Angebot inner-
familiär weiterarbeiten möchten. Wichtig ist, dass die Muttersprache der Kinder
sauber und korrekt gesprochen werden muss, damit die Zweitsprache im Kern nicht
verunsichert. Es gehört ein großes Maß an Wissen, Einfühlungsvermögen und indivi-
dueller Absprachen zur Erledigung dieser Aufgabe dazu. Die entsprechende päda-
gogische Fachkraft wird zur Erledigung ihrer Aufgaben ein adäquates Profil haben
müssen.

« Kreativität

Die Kinder werden ihrer Entwicklung zum bildnerischen Gestalten unterstützt. Die
Erzieherinnen beobachten, begleiten und regen die Kinder an durch Impulse, vorbe-
reitete Räume und eine Vielfalt an Materialien. Neue Ideen und Lernschritte
schließen sich an. Materialien werden großzügig und übersichtlich geordnet und für
die Kinder jederzeit erreichbar bereitgestellt. Die Kinder werden zudem zu sach-
gerechtem Umgang mit unterschiedlichen Materialien angeleitet. In diesem Bereich
werden explizit die Feinmotorik, Rücksichtnahme, Selbstverständnis, Teilen, Mei-
nungsbildung, Interpretieren und Kommunizieren geübt.

e Musik und Rhythmus

Kinder wollen und sollen singen. Die ganzheitliche Ausdrucksform ist bedeutsam für
die Entwicklung von Sprache, für den Aufbau der Stimm- Melodie, für das Ge-
dächtnis, für die Emotionalität u.v.m., letztlich also Ausdruck der Persönlichkeit.
Allerdings besitzen Kinder sehr unterschiedliche musikalische Vorerfahrungen.
Beim Spielen, Malen oder im Rollenspiel erfinden Kinder spontan Lieder. Spieleri-
sche Aktionen, wie z.B. beim Spiel mit Autos oder in der Puppenecke, werden mit
„Lautmalereien" unterstützt.

Die musikalischen Angebote sind ein fester Bestandteil unserer Arbeit. Im Stuhl-
kreis, bei Festen, in Gottesdiensten oder zu Geburtstagen werden z.B. die unter-
schiedlichsten Lieder gesungen und zum Teil mit Klanginstrumenten untermalt.
Singspiele begleiten die Kinder während ihrer Zeit in der Kita. Durch die jährlich
wiederkehrenden Anlässe werden die Lieder ständig geübt, neue Lieder gelernt, und
so wird ein kleiner musikalischer Fundus gelegt.

Musik ist aber auch Bewegung und umfasst eine breite Spanne zwischen spontanen
Bewegungsausdrücken und festgelegten, rhythmischen Strukturen. Gefühle und
Stimmungen können hier sehr deutlich zum Ausdruck gebracht werden.

Das gleichzeitige Singen und pantomimische Darstellen erfordert vom Kind eine
starke körperliche Aufmerksamkeit und Konzentration. Durch viele Bewegungslie-
der wird die Koordination von Körperbewegungen geübt. Die Grobmotorik sowie
Raum- und Gruppenwahrnehmung werden bei gemeinschaftlicher rhythmischer Be-
wegung angesprochen.

-10 -

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

«e Gesundheit

Hygiene- und Gesundheitserziehung sind fest im täglichen Leben der Kinder veran-
kert. Deshalb geschehen sie täglich und überall, sowohl in der Familie als auch in
der Kindertageseinrichtung. Hier haben wir die Möglichkeit, mit hygienefördernden
Ritualen die Gesundheitserziehung der Kinder zu unterstützen .Durch vielfältige
Möglichkeiten können wir die Kinder an gesundheits- und hygienebewußtes Verhal-
ten heran führen:

= Hygienemaßnahmen vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen

= Zähne putzen nach dem Essen

= Tragen von Kleidung, die den Witterungsverhältnissen entspricht

= Erlernen von Ritualen: Naseputzen, Handvorhaltung beim Husten

"= Einüben von Selbständigkeit beim Toilettengang

«e Bewegung

Als Grundvoraussetzung für eine optimale Sprachentwicklung betrachtet man die
ausgereifte Motorik, welche Bestandteil der Bewegungserziehung ist.

Mit der Bewegungserziehung möchten wir die Förderung der Grobmotorik errei-
chen. Dazu bieten unsere Turnangebote sowie unser Außenspielgelände die Möglich-
keit. Die Kinder sollen aber auch lernen, mit ihrem Bewegungsdrang richtig umzuge-
hen, für gewisse Zeit still zu sein oder sich auf Stille-Übungen einzulassen. Auch
die eigene Körperwahrnehmung soll geschult werden.

« Soziokulturelle Erziehung

Die Lebenssituation der Kinder hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Me-
dien bestimmen unser Zeitalter; eine hohe Verkehrsdichte und das Wohnen auf be-
engtem Raum lassen den Kindern wenige Spielräume. Die Erzieher richten ihre
Aufmerksamkeit auf das soziale Umfeld, indem die Kinder leben:

"» den Stadtteil

"» die Familienstrukturen

" das Herkunftsland

" die Wohnsituation

All diese Faktoren werden in die Planung des Kita - Alltags mit einfließen. Den Kin-
dern wird Raum geboten, damit sie sich innerhalb der Einrichtung unter optimalen
Bedingungen ihre Welt ein Stück zugänglicher zu machen können. Die individuellen
Unterschiede der Kinder stehen dabei im Vordergrund und dienen als Basis der pä-
dagogischen Arbeit.

-1-

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

« Medienerziehung und Schriftkultur

In unserer Einrichtung am Gescherweg wurde vor fast zwei Jahren „Literacy" als
Projekt in das pädagogische Programm aufgenommen. Übersetzt bedeutet es „Lese-
und Schreibkompetenz, Buch- und Schriftkultur". Das Kind wird schon von klein an
mit der gesprochenen und geschriebenen Sprache vertraut. Lange vor Schuleintritt
interessieren sich Kinder für Buchstaben und Wörter. Jedes Kind beginnt irgend-
wann seinen Namen zu schreiben, es erkennt das „P* für Parkplatz oder das „Mc D"
für ein begehrtes Mittagsessen. Kinder verstehen, dass diese Zeichen eine beson-
dere Bedeutung haben und dass der Erwachsene sich dadurch ein großes Stück
Welt erschließt. Möglichst frühe Erfahrungen in diesen Bereichen erweitern die
Lernchancen und wirken sich sprachfördernd aus. Schon vor der Kita - Zeit begeis-
tern sich die Kinder für Lieder, Reime, Abzählverse, Geschichten usw. „Literacy"
knüpft an dieses Interesse an und nutzt es. Tägliche Kreisspiele, Lieder, Finger-
spiele, kleine Texte, Geschichten, Gedichte, Bilderbücher. Wortspiele, rhythmische
Spiele usw. fördern Sprachverständnis, Wortschatz, Grammatik, Satzstellung, Ar-
tikulation, Sinnverständnis von Wort und Satz usw.

Durch eine intensive Sprachförderung entwickeln sich spezifische Vorläuferfertig-
keiten für den Schrifterwerb und die Kommunikationsfähigkeit, wie z.B. die phono-
logische Bewusstheit (Silben klatschen, Reime erkennen, Anlaute hören, Worten-
dungen zu differenzieren, Unterschiede in fast gleich aussehenden Schriftbildern
zu erkennen). Im Vordergrund steht jederzeit die Förderung des kindlichen Inte-
resses an Schrift und Sprache. Auch in diesem Bereich ermöglichen die Materialien
ein ganzheitliches Lernen.

Das Team der Kita St. Michael IT bezieht seit vielen Jahren auch andere Medien in
die pädagogische Arbeit mit ein. Es steht für die Kinder eine Kinderbibliothek zur
Verfügung. Ebenso werden mehrere Computer alters- und entwicklungsangemessen
von den Kindern genutzt. Die erarbeiteten Regeln zur Nutzung dieser Medien sind
Kindern und Eltern bekannt. Die positiven Erfahrungen im frühzeitigen, und ver-
nünftigen Umgang mit diesen Medien haben überzeugt. Diese Angebote werden si-
cherlich auch in die neue Kita übernommen und weiterentwickelt.

«e Mathematisches Verständnis, Forschen und Experimentieren
Der Grundstein für mathematisches Verständnis wird bereits im frühen Kindesal-
ter gelegt. Hier geht es nicht ausschließlich um die Entwicklung des Zahlenbegriffs
oder das reine Rechnen. Einige der Ziele sind das spielerische Kennenlernen von ge-
ometrischen Formen, Vergleichen, Ordnen nach Größe oder Material, Wiegen und
Messen. Des Weiteren soll das Interesse an mathematischen Inhalten durch prak-
tische Aktivitäten geweckt werden (Numeracy).
Einige Beispiele:

" Gebrauch von Zahlwörtern durch Abzählreime, Fingerspiele, Würfel- und Gesell-
 schaftsspielen
= Zahlenlieder, -bücher und -geschichten

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Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

" Zuordnen von Objekten (Blätter, Muscheln...)

=» mit geschriebenen Zahlen vertraut werden

" sprachliche Ausdrucksfähigkeit erweitern

= Gegensätze erkennen und benennen wie: hoch - tief, mehr - weniger, krumm -
gerade, lang - kurz, groß - klein

" unterschiedliche geometrische Formen erkennen und benennen wie: Kreis, Vier-
eck, Dreieck etc.

«e Selbständigkeitserziehung

Der Drang, selbständig zu werden und die eigenen Kräfte zu erproben, ist bei je-
dem gesunden Kind vorhanden. Gerade im Kleinkindalter schwankt das Kind ständig
zwischen dem Bedürfnis, beim Erwachsenen Schutz, Hilfe und Trost zu suchen und
dem Bestreben, selbständig zu sein. Die Erzieherinnen ermutigen und unterstützen
die Initiative und das Selbständigkeitsstreben der Kinder von Anfang an. Schon die
Kleinen lernen durch kleine Aufgaben und Vorbild, Verantwortung zu übernehmen.
Jedes Kind hat z.B.: seinen Platz in der Garderobe, wo es seine mitgebrachten Sa-
chen aufbewahren kann. Dadurch lernt es auf eigene Sachen zu achten und den
Platz und Gegenstände anderer zu respektieren.

Einige kleine Beispiele:

" sich alleine an- und ausziehen

" Schuhe binden

"= Hände waschen

" Toilettengang

" alle hauswirtschaftlichen Tätigkeiten.

Umgang mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen

e Integration nach SS 53 SGB XII

In der Kita St. Michael II am Gescherweg arbeitet das Team seit vielen Jahren
integrativ. In einzelnen Gruppen wurden behinderte oder von Behinderung bedrohte
Kinder betreut.

Die Kinder bekommen zusätzlich zur regulären päd. Arbeit besondere Unterstüt-
zung durch eine integrativ arbeitende Fachkraft. Voraussetzung für die Bewilligung
der zusätzlichen Fachkraft ist die Anerkennung des Kindes zum o. a. Personenkreis.
Integrationsarbeit kann in der Kita gesondert angeordnete Therapien nicht erset-
zen, deshalb ist die Zusammenarbeit mit den Eltern und den entsprechenden The-
rapeuten von großer Wichtigkeit. Die Kinder sollen nach ihren Möglichkeiten Förde-
rung erfahren, um evtl. auftretende Einschränkungen im täglichen Leben zu meis-
tern.

-13 -

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

In Kleingruppen wird in besonderem Maße auf die Bedürfnisse dieser Kindern ein-
gegangen. Mit kleinen Schritten sollen sie auf spielerische Art gefördert werden,
unter anderem in der Wahrnehmung, der Grob- und Feinmotorik, der Sprachent-
wicklung, im Sozialverhalten und in lebenspraktischen Fertigkeiten je nach individu-
eller Bedarfslage und vorliegendem Untersuchungsergebnis der Fachleute.

Integrative Arbeit ist für alle Kinder der Kita eine Bereicherung. Die sozialen Kom-
petenzen und insbesondere Toleranz werden durch die Unterschiedlichkeiten ge-
stärkt. Alle Kinder werden ermutigt, sich mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten aus-
einander zu setzen.

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern und entsprechenden Thera-
peuten und ein stetigen Austausch über Entwicklung und Förderung des Kindes ist
Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen der Integration.

« Vorbereitung auf die Schule

Mit dem letzten Kita - Jahr beginnt eine besondere Zeit für jedes Kind. Einmal in
der Woche am Nachmittag treffen sich alle Vorschulkinder der Einrichtung zur
„Wackelzahngruppe".

Ein gesondertes Programm wird von den pädagogischen Fachkräften für Vorschul-
kinder ausgearbeitet. Es soll den Kindern in erster Linie Spaß und Freude bringen,
aber auch die verschiedenen Bildungsbereiche noch einmal intensiv ansprechen.
Das Ziel ist, die Kinder im sozialen, motorischen, kognitiven und sprachlichen Be-
reich zu fördern. Dieses wird über eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten er-
reicht. Exkursionen außerhalb der Kita sind in diesem Jahr Schwerpunkt der Wa-
ckelzahngruppe. Die Vorschul-Kinder erforschen ihre weitere Umwelt, z.B. durch
einen Besuch bei der Feuerwehr, in der Unfallchirurgie oder einer Confisserie. Die
Kinder werden dort selbst aktiv und lernen verschiedene Berufe kennen etc.

Auch in der Kindertageseinrichtung kommt keine Langeweile auf. Jedes Kind gestal-
tet sich im Laufe des Jahres ein eigenes Bilderbuch, wodurch die Feinmotorik, die
Konzentration und die Ausdauer noch einmal zusätzlich gefordert werden. Um das
Selbstbewusstsein der Kinder zu steigern, werden z.B. kleine Theaterstücke und
Lieder einstudiert, die zu besonderen Anlässen aufgeführt werden.

Kinder lernen vor allem durch Beobachten, Experimentieren, Nachahmen und Spie-
len. Dies geschieht mit allen Sinnen. Also ist es Aufgabe der Fachkräfte den zu-
künftigen Schulkindern diese Sinneserfahrungen zu ermöglichen und mit ihnen auf-
zuarbeiten.

Einen hohen Stellenwert in unserer Vorschularbeit nehmen das Bielefelder Scree-
ning und das Würzburger Trainingsprogramm ein. Mit dem Bielefelder Screening
(BISC) haben wir die Möglichkeit, Kinder spielerisch zu testen, um herauszufinden,
ob diese eine Lese- Rechtschreibschwäche entwickeln könnten. Die Kinder, die uns
beim Test auffallen, werden anschließend durch das Würzburger Trainingspro-
gramm speziell gefördert.

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Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Es ist selbstverständlich, dass auch ein Training zur Begehung des zukünftigen
Schulweges eingebunden wird.

«e Rückzug und Entspannung

In der Kita sollen alle Kinder die Möglichkeit erfahren, sich nach getaner Arbeit zu
Entspannen, um für den nächsten Schritt wieder Kräfte zu sammeln. Dies gilt ins-
besondere für die Kinder bis zum 3. Lebensjahr. Der Schlafraum für diese Kinder
wird mit größter Sorgfalt ausgestaltet. Es ist nicht zuletzt empfehlenswert, be-
kannte Gegenstände oder ein T-Shirt der Mutter mit in das Bett des Kindes zu le-
gen.

Im Vormittagsbereich wird besonders auf den Wechsel von Spannung und Entspan-
nung geachtet. So haben jüngere Kinder die Gelegenheit, sich auch während des
Vormittages auszuruhen, zu schlafen, gerade wenn sie schon in den frühen Morgen-
stunden ihre Kita - Zeit beginnen. Für die älteren Kinder wird nach dem Mittages-
sen eine Ausruhphase angeboten. Der Mittagsschlaf gehört in dieser Einrichtung
zum Tagesablauf. Ältere Kinder haben in dieser Zeit die Gelegenheit, sich ruhig,
unter Begleitung einer Erzieherin, zu beschäftigen (vorlesen, Geschichten hören,
ruhige Spiele etc.). Grundlage sind immer die Tagesform und die individuellen Be-
dürfnisse eines jeden Kindes.

«e Gestaltung der Essenssituation

Grundsätzlich wird in kleinen Gruppen mit einer Fachkraft gegessen. Die Mahlzei-
ten werden -von der zeitlichen Einteilung her- dem Alter der Kinder angepasst. Es
wird voraussichtlich unterschiedliche Essenszeiten geben. Die genaue Festlegung
wird erst einige Monate nach Inbetriebnahme der Kita erfolgen können.

Für die allgemeine Frühstückszeit wird ein Kindercafe eingerichtet, das von einer
Fachkraft begleitet und geleitet wird. Die Teilnahme der Kinder und der Verzehr
der Speisen wird dokumentiert, so dass Gruppenfachkräfte und Eltern jederzeit
über die Essensgewohnheiten und- mengen der Kinder informiert sind.

« Präventive Arbeit gegen Gewalt und Missbrauch

Seit 3 Jahren wird mit Unterstützung des DoJo Teams in der Einrichtung am Ge-
scherweg präventive Arbeit zum Thema „Kinder stark machen“ durchgeführt. Mit
diesem Programm werden die Selbstbehauptung und der Selbstschutz der Kinder
geschult.

Inhalte dieses Projektes sind:

"= Deutliches NEIN-sagen

= Sensibilisierung für Gefahrensituationen

" Verhalten bei Bedrohung (sich wehren können).

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Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Als Methoden werden hier erlebnispädagogische Übungen, Wahrnehmungsschulun-
gen und Reaktionsspiele eingesetzt.

Drei Mitarbeiter werden demnächst an einer Fortbildung zum Rendsburger Eltern-
training teilnehmen. Das Training ist ein Angebot für Kita - Eltern zur Stärkung
der Erziehungskompetenz.

Zusammenarbeit mit Eltern

In der neuen Kita ist die Gründung einer Elternrates bzw. die Konstituierung eines
Rates der Kindertageseinrichtung selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit den
Eltern hat sich in der bisher bestehen Einrichtung bewährt. Mit tatkräftiger Hilfe
der Eltern sind nicht nur Feste und Feiern gestaltet worden, sondern das gesamte
Außengelände wurde gemeinsam geplant, abgestimmt und umgestaltet. Vom Team
und von den Eltern wurde vor vielen Jahren ein Förderverein ins Leben gerufen, der
aktiv an der Gestaltung der Arbeit in der Kita teilnimmt. Diese guten Erfahrungen
dienen als Grundlage für die neu zu konzipierende Zusammenarbeit von Eltern,
Fachkräften und nicht zuletzt dem Träger.

Einige Beispiele für Formen der Zusammenarbeit, die weitergeführt werden:

" regelmäßige Elternsprechtage

" Hospitationen im Alltag

"= Hausbesuche

"= Elternabende zu pädagogischen Themen

" Eingewöhnungszeit für Eltern und Kinder

" Infoabende für neue Eltern

"= Tür- und Angelgespräche.

In einer Kita, in der unter Dreijährige betreut werden, kommt der Eingewöhnungs-
zeit dieser Kinder ein besonderer Stellenwert zu. In enger Zusammenarbeit mit
den Eltern wird die Zeit von der ersten Kontaktaufnahme des Kindes zu seiner neu-
en Bezugsperson, der zuständigen Erzieherin, bis zum ersten Tag, den das Kind al-
lein in der Kita verbringt, kleinschrittig abgesprochen. Nur so kann ein guter Start
in die nächsten Jahre gelingen. Die Eingewöhnungszeit eines Kleinkindes kann bis zu
4 Wochen dauern. Diesen Zeitrahmen müssen Eltern bei der Anmeldung ihres Kin-
des mit berücksichtigen.

Pflegemittel und Wechselwäsche sollte von allen Eltern in ausreichender Menge zur
Verfügung gestellt werden.

Besonderheiten in der Ernährung oder bei der Pflege eines Kindes sollten die Eltern
im Aufnahmegespräch an die Pädagogen weitergeben, damit keine Unsicherheiten
im Alltag auftreten.

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Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

In der alltäglichen Arbeit einer Kita, die sich als familienergänzende Einrichtung
versteht, werden immer wieder Fragestellungen auftreten, die vor Ort nicht gelöst
werden können, sondern der Mithilfe von Fachleuten bedürfen. Erziehungsprakti-
sche Fragen zu unterschiedlichen Problemen in einzelnen Familien, mit Kita - Kin-
dern und Geschwistern können hier aufgearbeitet werden.

Die unterschiedlichen Betreuungsformen von Kindern in der neuen Kita, die beson-
dere Aufmerksamkeit, die in der Arbeit mit jungen Kindern geboten ist und die Er-
fahrung aus dem schon bestehenden Kindergarten zeigen auf, dass eine enge Zu-
sammenarbeit sowohl mit Kinderärzten als auch mit dem KSD erforderlich ist. Die
Gesundheitserziehung und in diesem Zusammenhang auch die Vorsorgeuntersuchun-
gen bekommen hier einen anderen Stellenwert. Je früher Handycaps oder drohende
Fehlentwicklungen erkannt werden, umso eher hat ein Kind die Chance, durch ge-
zielte Förderung dem etwas entgegen zu setzen. Der fachkundige Rat oder die klä-
rende Diagnostik eines Arztes, Psychologen, Sozialarbeiters, einer Hebamme
oder anderer Praktiker und Experten ist zunehmend gefragt. Da in der Erzie-
hungsarbeit einer Kita mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft angestrebt
wird, ist der Austausch unter allen, am Erziehungsprozess Beteiligten von großer
Wichtigkeit. Darum sollten die bisher aufgebauten Kontakte und Notwendigkeiten
weiterhin genutzt und nach individuellem Bedarf ausgebaut werden (siehe auch
Schaubild unter Punkt 10).

Eine besondere Verbindung besteht zu den Tagesmüttern im Stadtteil. Sollte eine
Tagesmutter ein Kind betreuen, das demnächst die Kita besucht, werden Besuchs-
termine vereinbart, um den Übergang von der Tagesmutter zur Kita rücksichtsvoll
zu gestalten. Diese bewährte Praxis wird sicherlich auch für die neue Kita über-
nommen.

-17-

Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

10. Vernetzung im Stadtteil

Durch unsere langjährige Arbeit als Kindertageseinrichtung am Gescherweg sind
wir im Stadtteil sehr gut vernetzt. Dem Schaubild sind alle Einrichtungen im Stadt-
teil zu entnehmen, mit denen wir in Kontakt stehen oder eine enge Zusammenarbeit
pflegen.

11. Öffentlichkeitsarbeit

Durch das erhöhte Angebot an Kindertageseinrichtungen im Stadtteil Gievenbeck
ist es besonders wichtig, das Profil der neuen Einrichtung für die Öffentlichkeit
transparent zu machen.

Dieses geschieht auf vielfältige Weise:

= aktive Teilnahme des Teams an allen Veranstaltungen der Pfarrgemeinde
" Gestaltung eines Kinder- oder Familiengottesdienstes in der Pfarrkirche
" Presseberichte über Projekte oder besondere Aktivitäten

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Vorläufige Konzeption für die Kindertagesstätte Wickenkamp

12.

"= Feste und Feiern mit allen Bezugspersonen der Kinder

" der jährlich stattfindende St. Martinsumzug, der nicht nur bei den Kindergar-
tenfamilien aus St. Michael II eine liebgewordenen Tradition ist, sondern zum
Stadtteil dazu gehört

= Mitarbeit in verschiedenen Gremien des Stadtteils

= aktive Teilnahme an Festen und Feiern im Stadtteil

= Erstellung einer eigenen Kindergartenzeitung, in der (unter anderem) wichtige
Informationen und Termine nicht nur aus der Kita, sondern auch aus dem ganzen
Stadtteil zu erfahren sind

" einmal im Jahr ein Tag der offenen Tür.

Qualitätsmanagement

Seit Januar 2006 nehmen wir am Qualitätsmanagement der Stadt Münster
(Quams) teil. Dies ist ein anerkanntes System für Qualitätsmanagement, Qualitäts-
feststellung, Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung unter Federführung von
PädQUIS / Berlin.

Durch die Motivation jeder Mitarbeiterin steigern wir unsere Kreativität und unse-
ren Mut, Neues auszuprobieren. Basis dafür ist die regelmäßige Weiterbildung je-
der Mitarbeiterin. So stellen wir sicher, dass wir nicht stehen bleiben, sondern uns
pädagogisch und fachlich weiterentwickeln. Ausdauer und Ehrgeiz der bisherigen
Mitarbeiterinnen des Teams der Kita St. Michael II tragen maßgeblich dazu bei,
die Qualitätsentwicklung in unserer Einrichtung voranzutreiben. Dabei helfen uns
auch die regelmäßig stattfindenden Meinungsumfragen bei den Eltern. Durch die
Offenheit, die uns die Eltern entgegenbringen, können wir auf Wünsche, Anregun-
gen und auch Kritik reagieren und für unsere Arbeit umsetzen.

Qualität heißt für uns, zum Wohle der Kinder Erziehung, Bildung und Betreuung zu
verbinden und gemeinsam mit Eltern, Erziehungsberechtigten, Träger, dem „Amt
für Kinder, Jugendliche und Familien“ und der Caritas die pädagogische Arbeit zu
reflektieren und weiterzuentwickeln.

-19 -

Konzeptionelle Grundlagen der
OUTLAW gGmbH zur Trägerschaft für die Kindertageseinrichtung
St. Michael Il

Gescherweg 87
48161 Münster

Wir finden den Weg, Gemeinsam.

law

Gesellschäft für kinder- und Jugendhilfe gGmbH

Inhaltsverzeichnis

Trägerschaft der OUTLAW gGmbH für die Kindertageseinrichtung
St. Michael Il, Gescherweg 87, 48161 Münster

onzeptionelle Grundlagen der Kindertageseinrichtung am Gescherweg
Sozialräumliche Integration

Lebenswelt- und situationsorientierte Ausrichtung der Arbeit
Zusammenarbeit mit Eltern

Fremdsprachen in der Kindertageseinrichtung (Englisch/Niederländisch)

nhalte eines pädagogischen Gesamtkonzepts

Die OUTLAW gGmbH

Zusammenfassung

Seite

P+rRrWwN

01

1. Trägerschaft der OUTLAW gGmbH für die Kindertageseinrichtung St. Michael Il, Gescherweg 87

Mit der Übernahme der Trägerschaft des Kindergartens St. Michael Il werden die im Kindergartenjahr
2007/2008 bestehenden Gruppenstrukturen aufrechterhalten und die Arbeit des bisherigen Trägers
fortgeführt. Unser primäres Ziel ist, den Kindem und Eltern einen möglichst reibungslosen
Trägerwechsel zu gewährleisten.

Mit der geplanten Einführung des KiBiz zum Kindergartenjahr 2008/2009 ist es unser Ziel, neue
Angebotsformen und erweiterte Betreuungszeiten zu schaffen. Diese Zielsetzung ergibt sich aus der
Reform des GTK (vgl. Konsenspapier vom 26.02.2007)" und den konzeptionellen Grundlagen der
OUTLAW gGmbH. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sind wir gern
bereit, die Neuregelungen des KiBiz für die Kindertageseinrichtung am Gescherwesg bedarfsorientiert
umzusetzen. Dies gilt in besonderer Weise für die Entwicklung neuer Gruppenstrukturen und
flexiolerer Öffnungszeiten.

Hierbei setzen wir vor allem auf eine enge Verzahnung der Kindertageseinrichtung mit anderen
Einrichtungen und Diensten in Münster, so. z.B. mit der städtischen Beratungsstelle für
Kindertagespflege und dem Verein Münsteraner Tageseltern, um Betreuungsformen und -zeiten zu
erweitern. Darüber hinaus ist eine intensive Zusammenarbeit mit den Grundschulen (Michaelschule,
Mosaikschule und Wartburgschule in Gievenbeck) insbesondere im Hinblick auf die Sprachförderung
geplant. Zur Sicherung und Optimierung der Betreuungsqualität sind wir an einer Beteiligung am
Qualitätsmanagementsystem Münster für Kindertageseinrichtungen (QUAMS) interessiert und nutzen
gern die Ergebnisse für unsere Arbeit.

9. Konzeptionelle Grundlagen der OUTLAW-Kindertageseinrichtung am Gescherweg 87
Konzeptionsentwicklung verstehen wir vor allem als einen Kommunikations- und Reflexionsprozess, an
dem alle Mitarbeiter/-innen der Einrichtung und möglichst auch Elternvertreter beteilist sind, Vor
diesem Hintergrund werden nachfolgend die konzeptionellen Grundlagen vorgestellt. Die eigentliche
Konzeptionsentwicklung kann erst mit der Übernahme der Trägerschaft beginnen und wird in ein
pädagosgisches Gesamtkonzept münden. Unsere konzeptionellen Grundlagen für den Betrieb einer
Kindertageseinrichtung lassen sich in folgenden handlungsleitenden Grundsätzen und Orientierungen
zusammenfassen:

Toleranz
Wir haben Respekt vor unterschiedlichen Lebensentwürfen. Wir geben keine Biographien vor,
sondern unterstützen Menschen dabei, in unserer Gesellschaft ihren Weg zu finden.

Integration

Wir wollen Ausgrenzungen aufgrund des Andersseins verhindern und akzeptieren unterschiedliche
Lebensentwürfe. Integration ist eine Daueraufgabe aller Mitglieder einer modemen Gesellschaft, die
sich immer weiter differenziert und der es an Gemeinsamkeiten mangelt.

Solidarität

Wir setzen uns auf allen Ebenen für die Schwächeren in dieser Gesellschaft ein. Die Qualität der
Gesellschaft bemisst sich nicht zuletzt daran, wie mit den Schwächeren - dazu gehören auch die
Kinder — umgegangen wird.

1 Konsenspapier über Eckpunkte der zukünftigen Finanzierungsstruktur der Tageseinrichtungen für Kinder und der
Förderung der Kindertagespflege vom 26.02.2007.
2

2.1. Sozialräumliche Integration

Unsere Arbeit orientiert sich an den konkreten sozialräumlichen Bedingungen und Möglichkeiten in
Münster-Gievenbeck. Sozialraumorientierung bedeutet vor allem die Zusammenarbeit mit Eltem,
weiteren Bezugspersonen der Kinder sowie insbesondere mit Einrichtungen und Diensten aus dem
Stadtteil. Die Ressourcen des Stadtteils zu nutzen, ist ein wesentlicher Baustein für die Arbeit der
Kindertageseinrichtung am Gescherwes.

Wichtige Ansatzpunkte für die Einbindung in den Sozialraum sind:

«e Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Trägern der öffentlichen und freien Kinder- und
Jugendhilfe und in diesem Bereich ehrenamtlich tätigen Vereinen im Sinne einer Vernetzung von
Angeboten (Sportverein, Frühförderstelle, Jugendamt, aktive Mitarbeit in bestehenden
Arbeitskreisen, Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und anderen Fachkräften im medizinischen
und pädagogischen Bereich, wie z.B. Logopäden und Ergotherapeuten).

e Inhaltliche Abstimmung der Arbeit mit den Grundschulen im Einzugsbereich.

e Wahrnehmung der Erfahrungs- und Lemmöglichkeiten für die Kinder in der unmittelbaren
Nachbarschaft der Einrichtung.

e Kontakt zu Einrichtungen der Altenhilfe.

e Fachliche Auseinandersetzung mit Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung (Hochschulen,
Fachschulen, Fortbildunssinstitute etc.).

Die Bildung und Erziehung wird konkret sozialräumlich umgesetzt, d.h. oberstes Prinzip bei der
Entwicklung von Angeboten ist die Einbeziehung der Möglichkeiten, die im Stadtteil zur Verfügung
stehen. Dies setzt eine angemessene Vernetzung mit den Einrichtungen vor Ort voraus.

2.2. Lebenswelt- und situationsorientierte Ausrichtung der Arbeit

Um die Kinder zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu erziehen,
bieten wir entsprechende Lern- und. Erfahrungsmöglichkeiten. Diese sind an den Bedürfnissen der
Kinder orientiert. Kinder zeigen eine große Bereitschaft, sich mit einem Thema, einer Situation zu
befassen, wenn sie davon betroffen sind. Das ist ein zentraler Ausgangspunkt für ein
situationsorientiertes Arbeiten. Kindheit heute bedeutet oftmals eingeschränkte Spiel- und
Erfahrungsmöglichkeiten. Daher bieten wir den Kindern möglichst großzügige Spiel- und
Erprobungsräume — sowohl innerhalb des Hauses als auch außerhalb.

Wir legen großen Wert darauf, den Kindern Erlebnisse in der Natur zu verschaffen und ihnen die
Gelegenheit zu geben, diese mit allen. Sinnen zu erfassen. Den Kindern wird ein Lern- und
Erprobunssfeld unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen aktuellen Lebenssituationen geboten.
Wesentliche Aufgabe der Fachkräfte ist es in diesem Zusammenhang, Lernschritte und Erfahrungen
gemeinsam mit den Kindern zu reflektieren und somit die Auseinandersetzung, das Nachdenken und
die Ausdrucksfähigkeit der Kinder nachhaltig anzuregen.

Gezielte Angebote, Projekte, Freispiel und Außenaktivitäten werden dabei gleichermaßen
berücksichtigt. Durch einen freundlich-respektvoll-interessierten Umgang mit den Kindern sind die
Mitarbeiterinnen in der Lage, Themen und Fragestellungen der Kinder in Erfahrung zu bringen. Dies stellt
eine wesentliche Grundlagen für die Planung der Arbeit dar. Den schulpflichtigen Kindern werden im
letzten Jahr vor der Einschulung zusätzliche spezielle Angebote gemacht, die sie auf ihre
Grundschulzeit vorbereiten.

Ziel unserer Arbeit ist es, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, sich entsprechend ihrer individuellen
Fähigkeiten und Fertigkeiten mit der Umwelt auseinander zu setzen und den Alltag in der Einrichtung
zunehmend mitzugestalten. Gruppenübergreifende und ergänzende Angebote sind hierbei ein
wichtiger Bestandteil. Um allen Kindern mit ihren individuellen Begabungen und Interessen einen Raum

3

für ihre Weiterentwicklung zu bieten, wird in der Angebotsgestaltung, neben der Förderung der
Motorik, Sprache, musikalischen Früherziehung, die Kreativitätspädagogik einen hohen Stellenwert
einnehmen.

Nach dem lebensweltbezogenen Ansatz arbeiten heißt, dass die Mitarbeiter/-innen und Kinder (Eltern
können und sollen sich ebenfalls beteiligen) über einen längeren Zeitraum unter einem bestimmten
Thema bzw. an einem bestimmten Projekt arbeiten. Veränderte Einflüsse bestimmen die Projekte, so
dass keinesfalls starr, sondern flexibel auf unerwartete Ereignisse und Anregungen der Kinder reagiert
werden kann. So ist neben angeleiteten Beschäftigungen und Lernübungen viel Raum für erfahrungs-
und handlungsorientiertes Lernen an und in realen Lebenssituationen.

2.3. Zusammenarbeit mit Eltern

Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Familien, arbeiten mit den Eltem zusammen und
entsprechen nach Möglichkeit den Wünschen hinsichtlich der Gestaltung des Angebotes. Wir arbeiten
mit den Eltern als Basis für gemeinsames Überlegen und pädagogisches Handeln zum Wohle der
Kinder zusammen. Die Mitwirkung der Eltern ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal für die
pädagogische Arbeit der Einrichtung. Unsere Kindertageseinrichtung ist damit ein Betreuungsort, der
nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern dient. Eltern sollen in ihrer Erziehungstätigkeit entlastet
und unterstützt werden, sie sollen in Erziehungsfragen beraten werden, sie sollen nicht alleine gelassen
werden in schwierigen Situationen, die zum Beispiel durch Krankheit der Kinder, ungewöhnliche
Arbeitszeiten oder prekäre familiäre Situationen verursacht sind.

Die Kindertageseinrichtung begleitet, unterstützt und ergänzt die Erziehung der Kinder in der Familie.
Deshalb ist es wichtig, jedes Kind und seine Lebenssituation zu kennen und individuell zu
berücksichtigen. Dafür sind neben kurzen Elterngesprächen („Tür-und-Angel-Gespräche“) regelmäßige
Eltemgespräche eine gute Möglichkeit.

Im Elternrat haben die Eltern ihre Vertretung. Es sollen Impulse ausgehen und in die Einrichtung wirken.
In gemeinsamen Aushandlungsprozessen zwischen den Mitarbeiterinnen und der engagierten
Elternschaft im Stadtteil gilt es diese individuellen Ressourcen einzubinden und einzufordern. Die Eltern
werden motiviert, das Leben in „ihrer Kindertageseinrichtung“ mitzugestalten.

2.4. Fremdsprachen in der Kindertageseinrichtung (Englisch/Niederländisch)

Wie alles Lernen so fällt auch das Lemen einer Fremdsprache Kinder leicht. Da Kinder im Alter
zwischen 3 und 6 Jahren noch sehr stark ihre eigene Muttersprache lernen und gleichzeitig besonders
offen für das Erlernen einer Fremdsprache sind, bietet sich ein früher Lermbeginn an. In dieser Phase
lässt sich das Wissen in spielerischen Zusammenhängen, über Geschichten, Märchen oder
„interessante“ Themen oder Alltagssituationen, welche die Neugier wecken, vermitteln. Um Begriffe,
Farben, Zahlen und Ähnliches zu erlernen, werden für die Mädchen und Jungen typische
Kinderbücher genutzt. In Analogie dazu kann der Bereich des „Begriffe-Lernens' über Bilder integriert
und thematisch geordnet werden. Das Lernen soll kontinuierlichNangfristig stattfinden (über ca. 2,5
Jahre) und möglichst von einer/einem 'native-speaker' vermittelt werden. Dazu werden sich auch die
Inhalte kontinuierlich weiterentwickeln, damit die Kinder stets etwas Neues entdecken. Die Nähe zur
Hugo de Groot-Schule kann ggf. genutzt werden, um neben der englischen Sprache auch
niederländische Sprachkenntnisse zu vermitteln.

3. Inhalte eines pädagogischen Gesamtkonzepts

Ein pädagogisches Gesamtkonzept der OUTLAW gGmbH wird Aussagen zu den spezifischen
Bedingungen der Einrichtung beinhalten. Zu berücksichtigen sind hierbei folgende Bereiche:

Erziehung

Wir gewährleisten eine ganzheitliche Erziehung, die soziale, individuelle, kulturelle und ökologische
Aspekte berücksichtigt. Jedes Kind hat ein Recht auf einen eigenen Lebensentwurf und gleichzeitig
auch das Recht, zur Gesellschaft dazuzugehören. Dabei gilt es immer wieder, die Balance herzustellen.
Wir fördern die Kinder darin, Verantwortung und Verantwortlichkeiten zu übernehmen,
Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit (weiter) zu entwickeln und Grenzen herauszufinden.

Bildung

Unsere Kindertagesstätten sind Orte der Bildung. Bildung stellt die grundlegende Chance für Zukunfts-
und Lebensgestaltung dar. Die erfolgreiche Entwicklung von Kindern gelingt nur im Spannungsfeld von
Erziehung und Bildung. Wir verstehen Bildung als sozialen Prozess, dem das Bild eines kompetenten
Kindes zugrunde liegt, das seine Lern- und Lebensumwelt aktiv gestaltet. Das Kind mit seinen
Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit seiner Neugier, seiner Lernbereitschaft und seinem Lemwillen steht
dabei als handelndes, selbstoestimmtes Individuum im Mittelpunkt. Unterstützt wird dies durch die
Einbeziehung der Eltern in diesen Prozess und die damit eingegangene Erziehungspartnerschaft.

Ressourcenorientierung

Wir zeigen den Kindern und ihren Familien Möglichkeiten auf, ihre vorhandenen Ressourcen zu
erweitern, auszuprobieren und neue Erfahrungen zu machen. Dabei erleben die Kinder, dass sie
anerkannt werden, dass sie wichtig sind, so wie sie sind — und nicht erst, wenn sie sich im Sinne der
Erwachsenen verändert haben. Ein wichtiger Schritt zur Selbstkompetenz besteht darin, die Kinder
dahingehend zu fördern, dass sie sowohl das „Ich“ im Sinne einer eigenständigen, individuellen und
unverkennbaren Persönlichkeit als auch das „Wir“ erfahren und weiterentwickeln, dass sie als Teil von
Gruppe kennzeichnet und prägt.

Integration

Im Alltag der Kindertageseinrichtung begegnen sich Kinder unterschiedlichen Alters und Geschlechts,
behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder sowie unterschiedlicher Kulturen, Religionen,
sozialer Herkunft, Hautfaroen und Nationalitäten. Unsere Kindertageseinrichtung ist ein idealer Ort, um
Kindern erleobar zu zeigen, dass Menschen von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, von ihren
Fähigkeiten und auch von ihren Einschränkungen her unterschiedlich sind. Die Akzeptanz dessen ergibt
sich aber nicht von alleine, sondern ist im Alltag immer wieder herzustellen. Integration ist in unserem
Verständnis eine Querschnittaufgabe, die sich in den anderen Bereichen, sei es Eltemarbeit oder
Geschlechterorientierung, immer wieder aufs Neue stellt.

Geschlechterbezogener Ansatz

Wir akzeptieren, dass Männer und Frauen unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse haben.
Wir kümmern uns um Mädchen und Jungen. Um beiden Geschlechtern gerecht zu werden, geben wir
den spezifischen Themen von Mädchen und Jungen Raum. Wir stehen ein für die Förderung der
Gleichstellung von Mädchen und Jungen. Zur Umsetzung dieser Orientierung streben wir einen
deutlich höheren Anteil von männlichen Fachkräften an.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten orientieren sich grundsätzlich am Bedarf. So sind Eitem in der Regel nicht
gezwungen, sich um weitere Betreuungsmöglichkeiten kümmern zu müssen. Nach Möglichkeit wird
die Einrichtung ganzjährig geöffnet sein, so dass auch während der Ferienzeiten keine
Betreuungsschwierigkeiten entstehen. Die Neuregelungen, die sich aus der Reform des GTK ergeben,

5

werden bedarfsorientiert in Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien
umgesetzt. Die tägliche Anwesenheitsdauer darf dabei aber die individuelle Belastunssfähiskeit des
einzelnen Kindes nicht übersteigen.

Essen

Eine wichtige, oft unterschätzte Bedeutung kommt dem Essen zu. Deshalb soll das gemeinsame
Mittagessen vor Ort durch eine Hauswirtschaftskraft zubereitet werden. Kulturelle, ethnische und
gesundheitliche Aspekte sind bei der Zubereitung der Mahlzeiten zu berücksichtigen. Die Kinder sind
altersentsprechend in Abläufe und Prozesse (Erstellung Speiseplan, Einkaufen, Tisch decken etc.)
einzubeziehen und zu beteiligen.

Personal/Fachliche Qualifikation/rachberatung
Die vielfältigen Aufgaben in der Gesamteinrichtung, aber auch in ihren Teilbereichen verlangen ein
hohes Maß an Professionalität und Flexibilität der Mitarbeiter/-innen. Notwendig sind

e  Profilbildung der Einrichtung und die damit einhergehende Konzeptionsarbeit;

«e Teamentwicklung;

e Qualitätsentwicklung und Evaluation der eigenen pädagogischen Arbeit durch geeignete
Dokumentation und externe Begleitung.

Die in den gesetzlichen Vorgaben genannten Instrumente Fachberatung und Fort- und Weiterbildung
werden für die Qualifizierung auch in diesen Bereichen genutzt. Die Fachberatung wird bei
Übernahme der Trägerschaft durch die OUTLAW gGmbH von einer für diese Aufgabe geeigneten
Person aus dem Leitungsteam der Projektleitung Region West übernommen. Kenntnisse in der
Begleitung komplexer Einrichtungen, in der Anleitung und Kontrolle der hier arbeitenden
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Kompetenz in pädagogischen und
entwicklungspsychologischen Themen und in Fragen der stadtteil- und gemeinwesenorientierten
Arbeit sind dabei grundlegend.

4. Die OUTLAW gGmbH

Die OUTLAW gGmbH — das sind bundesweit mehr als 90 Teams und Einrichtungen, in denen über
1.500 Kinder und Jugendliche mit ihren Familien Unterstützung und Beratung erfahren. Wir bieten
flexible und innovative Hilfe an, die Kindern, Jugendlichen und Familien gerecht wird - konfessionell
und weltanschaulich unabhängig. OUTLAW ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband.

Begonnen hat alles 1987 mit dem Zweimastschoner 'Outlaw- unserem Namensgeber - auf dem als
besonders schwierig geltende Jugendliche betreut wurden, und zwei Wohngruppen im Raum
Greven. Bis heute hat sich daraus ein breites Angebotsspektrum entwickelt. OUTLAW ist dezentral
organisiert — mit Betriebsteilen in mittlerweile elf Bundesländern. Ob Jugendhilfe in Flexi-WG®s,
Erziehungsstellen und Standprojekten oder ambulante Betreuung, ob Kindertagesstätten, Jugend- und
Stadtteilzentren, Schulverweigerungsprojekte, Horte oder ein Second-Hand-laden für sozial
schwache Familien — immer ist das Ziel der Angebote, den Menschen dort, wo sie leben, so viele
Chancen wie möglich zu eröffnen. OUTLAW berücksichtigt verschiedene Lebensphasen - vom
Kleinkind über Jugendliche bis hin zur Familie.

Nicht nur der Einzelne, sondem die gesamte Familie muss eine neue gemeinsame Perspektive
entwickeln. Darauf zielen unsere gesamten Beratungs- und Betreuungsangebote.

5. Zusammenfassung

Die OUTLAW sGmbH verfügt über einen breiten Erfahrungshintergrund im Bereich einer innovativen
Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Entwicklung neuer und flexibler Angebote der
Kindertagesbetreuung. In Trägerschaft der OUTLAW gGmbH befinden sich neun Kindertagesstätten in
Berlin, Dresden und Leipzig. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit Kindertageseinrichtungen im
Rahmen anderer Angebote. Die dezentrale Struktur des Trägers ermöglicht es, die gewonnenen
Erfahrungen mit den jeweils spezifischen lokalen und sozialräumlichen Strukturen und den dortigen
Lebensbedingungen zu verbinden. In diesem Prozess hat sich besonders in den letzten Jahren der
Bereich der Kindertageseinrichtungen bei der OUTLAW gGmbH entwickelt. Die konzeptionellen
Grundlagen in Verbindung mit einer sozialräumlichen Orientierung tragen dazu bei, dass sich
Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien verbessern können. In diesem Prozess wird
eine Kindertageseinrichtung nicht nur als Ort für eine gute und sinnvolle pädagogische Betreuung von
indern erlebt, sondern auch als ein Ort, an dem die Eltern Unterstützung und Entlastung finden.

Für die Bürgerinnen und Bürger in Gievenbeck bietet die OUTLAW gGmbH eine weltanschaulich und
onfessionell unabhängige Alternative der Kindertagesbetreuung, die sich an zuvor beschriebenen
Werten und konzeptionellen Grundlagen orientiert, und ist somit eine sinnvolle Ergänzung zu den
bestehenden Einrichtungen und Trägern.

OUTLAW gGmbH

Region West

Münsterstr. 105

48268 Greven

Tel.: 0 25 71/95 39 0

Fax: 0 25 71/95 39 39
http://Awvww.outlaw-jugendhilfe.de
e-mail: info@outlaw-jugendhilfe.de

Wir finden den Weg. Gemeinsam.

stlaw

Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe gGmbH

Beschlussvorlage

10414 Zeichen

V/0272/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Betriebsträgerschaft für die dritte Kindertageseinrichtung im  Neubaugebiet Gievenbeck-Südwest 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.04.2007 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 
08.05.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 
10.05.2007 Hauptausschuss Vorberatung 
10.05.2007 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Stadt Münster überträgt der katholischen Kirchengemeinde St. Michael die Betriebsträ-
gerschaft für die dritte Kindertageseinrichtung im Neubaugebiet Gievenbeck-Südwest 
(Nördlicher Teil) an der Strasse Wickenkamp. Im Gegenzug dafür tritt die Kirchengemeinde 
von der Betriebsträgerschaft für die Einrichtung Michael II, Gescherweg 87, 48161 Münster 
zurück.  
 
2. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien wird beauftragt, für die Einrichtung am Ge-
scherweg 87 ein Konzept für eine bedarfsgerechte Gruppenstruktur sowie darauf aufbau-
end einen Vorschlag zur Nachfolge in die Trägerschaft zu erarbeiten und diesen im Rah-
men einer weiteren Vorlage zeitnah den Gremien zur Entscheidung vorzulegen. Bis zur In-
betriebnahme der neuen Einrichtung wird eine Fortführung durch einen neuen Träger si-
chergestellt. 
 
3. Zur Regelung der gegenseitigen Rechte und Pflichten zum Betrieb der Einrichtung, zur 
Nutzung des Gebäudes und der Außenanlagen sowie zur Regelung der Betriebkosten 
(Trägeranteil) wird zwischen der Stadt und dem Träger eine vertragliche Vereinbarung ge-
schlossen. 
 
4. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien wird beauftragt, die Gesamtkonzeption mit 
Blick auf die im Stadtteil geltenden Rahmenbedingungen (hier u. a. organisatorische, sozi-
alräumliche, planerische, demografische und pädagogische Aspekte) mit dem Träger ab-
zustimmen. 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0272/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Braun, Herr Philipp 
Ruf: 
492 51 03 
E-Mail: 
BraunO@stadt-muenster.de  
Datum: 
03.04.2007 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0272/2007 
 
II. Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass im Jahr 2007 Betriebskosten in Höhe von 34.000 € entste-
hen werden (Inbetriebnahme der Einrichtung im Spätherbst 2007). Für Folgejahre betragen die 
Betriebskosten 415.000 €.  
 
Die Betriebskosten werden um den Trägeranteil von rd. 20% bzw. mit Inkrafttreten des Kinderbil-
dungsgesetzes (KiBiz) ab dem 01.08.2008 um den zu erwartenden Trägeranteil von bis zu 12% 
gemindert.   
 
Im Jahr 2007 erhält der Träger einen einmaligen städtischen Investitionskostenzuschuss zu den 
Kosten für Einrichtungsgegenstände in Höhe von 70.000 € (siehe Ratsvorlage V/0657/2006/1.Erg). 
 
 
III. Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: 
 
Ausgaben 
-Vermögenshaushalt - 
Haush.- 
stelle 
Bezeichnung Haush.-
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkung 
4640.940.0700.8 Bauk. und Zusch. u-3-
Programm 
2007 70.000 € Gesamtansatz:
2.048.110 € 
 
Insgesamt: 70.000 €  
 
Ausgaben 
- Verwaltungshaushalt - 
 
Haush.- 
stelle 
Bezeichnung Haush.-
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkung 
4640.718.0200.9 Betriebskostenzuschuss an 
freie Träger 
2007 21.000 € Gesamtansatz:
35.327.930 € 
4640.718.0500.7 Maßnahmen i. R. des u3-
Programms 
2007 13.000 € Gesamtansatz:
2.376.270 € 
4640.718.0200.9 Betriebskostenzuschuss an 
freie Träger 
2008ff 326.000 € 
 
Gesamtansatz 
2008: 
36.225.640 € 
4640.718.0500.7 Maßnahmen i. R. des u3-
Programms 
2008ff 89.000 € Gesamtansatz 
2008: 
3.068.070 € 
 
 
Einnahmen 
 
Landeszuschüsse zu den Betriebskosten erhält Münster nur dann, wenn Bedarfsanpassungen an 
anderer Stelle vorgenommen werden oder zusätzliche Landesmittel durch Nichtausschöpfung an-
derer Gemeinden frei werden.  
Weitere Möglichkeiten werden fortlaufend geprüft und abgestimmt. Im Rahmen von Bedarfsanpas-
sungen und durch Umstrukturierungen durch Ausbau der u3-Betreuung stehen Gruppen zur Kom-
pensierung zur Verfügung. In welchem Umfang diese für die Kita Gievenbeck eingesetzt werden 
können, entscheidet letztlich das Land NRW. Die Stadt Münster hat die neue Einrichtung und die 
entsprechenden Gruppenverlagerungen dem Land gemeldet. Eine abschließende Entscheidung 
steht noch aus.

- 3 - 
V/0272/2007 
 
Die Stadt Münster prüft, ob sich aus der Nove llierung des GTK eine zusätzliche Bezuschussung 
durch das Land ergeben kann. Ist dies der Fall, wird die Stadt Münster diese Mittel anfordern. 
 
 
Begründung: 
 
1. Ausgangslage 
 
Der Rat hat in seiner Sitzung am 27.09.2006 mit der Vorlage V/0657/2006/1.Erg beschlossen, das 
die LEG für die Stadt Münster im Entwicklungs bereich Gievenbeck-Südwest (Nördlicher Teil), an 
der Strasse Wickenkamp eine dritte Kindertageseinrichtung errichtet. Des Weiteren hat der Rat 
dem Raumprogramm für eine drei-gruppige Kindertageseinrichtung mit einer Kindergarten-
Regelgruppe mit 25 Plätzen, einer Tagesstättengruppe mit 20 Plätzen und einer Kleinkindgruppe 
mit 11 Plätzen für Kinder unter drei Jahren zugestimmt. 
In der Sitzung am 13.02.2007 (Vorlage Nr. V/1042/2006) hat der Rat seine Zustimmung zur Pla-
nung erteilt und den Baubeschluss für die Kindertageseinrichtung gefasst, die voraussichtlich im 
Spätherbst 2007 fertig gestellt sein wird und ihren Betrieb aufnehmen soll. 
 
Im Sinne des Subsidiaritätsprinzips gem. § 4 SG B VIII hat der Rat beschlossen, die Trägerschaft 
für diese neue Kindertageseinrichtung vorrangig einem geeigneten Träger der freien Jugendhilfe 
zu übertragen, wenn dieser dabei einen angemessenen Eigenanteil beisteuert. 
 
2. Auswahl des Trägers  
 
Die vor Ort tätigen Träger sowie die zentralen Verwaltungseinrichtungen der in Münster tätigen 
Träger von Kindertageseinrichtungen wurden über die Planungen der Stadt Münster zum Neubau 
dieser Kindertageseinrichtung informiert und gebeten, soweit vorhanden, ihr Interesse an einer 
Übernahme der Trägerschaft mitzuteilen. Auch wurden die Planungen durch Pressemitteilungen 
bekannt gemacht. 
 
Die folgenden drei Träger haben ihre Bereitschaft zur Übernahme der Betriebsträgerschaft für die 
Kindertageseinrichtungen verbindlich erklärt. 
 
• Evangelische Lukas-Kirchengemeinde, An der Apostelkirche 1-3, 48143 Münster 
• Outlaw - Gesellschaft für Jugendhilfe gGmbH, Münsterstraße 105, 48268 Greven und 
• Katholische Kirchengemeinde St. Michael, Enschedeweg 2, 48149 Münster 
 
Hinsichtlich der Organisation des Betriebes der Kindertageseinrichtung und der pädagogischen 
Konzeption sind alle drei Bewerber geeignet, die Trägerschaft zu übernehmen. Hinsichtlich der 
finanziellen Beteiligung an den Betriebskosten liegen jedoch unterschiedliche Angebote der inte-
ressierten Träger vor.  
 
3. Zusammenfassende Bewertung und Entscheidung 
 
3.1  Vorschlag 
 
Die Verwaltung schlägt vor, der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael die Betriebsträger-
schaft über die Kindertageseinrichtung an der Straße Wickenkamp zu übertragen. 
 
Die Katholische Kirchengemeinde hat zugesagt, für die Dauer der Trägerschaft bis zum Inkrafttre-
ten des KiBiz am 01.08.2008, Trägeranteile nach den bisherigen Vereinbarungen für den Kinder-
garten Michael II zu übernehmen (20% für 2 Gruppen). Mit Inkrafttreten des KiBiz beteiligt sich der 
Träger mit einem Trägeranteil entsprechend der zu erwartenden Regelungen (12 % lt. Referenten-
entwurf vom 19.03.2007) an den Betriebskosten für alle Gruppen.

- 4 - 
V/0272/2007 
Hinsichtlich der Mietkosten verbleibt es bei der bisherigen Regelung; d. h. der Träger erhält einen 
freiwilligen Zuschuss in Höhe der vom Träger zu leistenden Mietkosten. Zur Finanzierung dieser 
Kosten können gegebenenfalls auch Mittel herangezogen werden, die vom Land zusätzlich zur 
Verfügung gestellt werden. Näheres hierzu ist in der vertraglichen Vereinbarung zwischen der 
Stadt Münster und dem Träger zu regeln (siehe Ziffer 3 der Sachentscheidung.). 
 
Der Betrieb der Kindertageseinrichtung in Gievenbeck knüpft an die in Gievenbeck bestehenden 
kirchengemeindlichen Beziehungen an und wird in ihrer Stadtteilorientierung für ganz Gievenbeck 
von Bedeutung sein. Darüber hinaus ergeben sich durch die Nähe der neuen Einrichtung zu einer 
zweiten Einrichtung in Trägerschaft der Gemeinde (St. Michael III, Gronowskistraße 70) Synergie-
effekte. Hinsichtlich der pädagogischen Arbeit wird die Kindertageseinrichtung eingebunden in 
Fachberatung der katholischen Kindertageseinrichtungen. 
 
Die Katholische Kirchengemeinde St. Michael tritt mit Übernahme der Trägerschaft für die Einrich-
tung am Wickenkamp von der Betriebsträgerschaft für die Einrichtung Michael II, Gescherweg 87, 
48161 Münster zurück. 
 
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien entwickelt unter Berücksichtigung der Prognosen für 
den Wohnbereich ein Konzept für die bedarfsgerechte Fortführung der Einrichtung am Gescher-
weg 87 und zur Nachfolge in der Trägerschaft. Die Bedarfssituation der sich am Gescherweg e-
benfalls noch befindlichen DRK-Einrichtung wird dabei mitberücksichtigt. Darüber hinaus werden in 
diesem Zusammenhang auch die Bedarfe des Wohnbereichs im u3-Bereich Beachtung finden. 
Das Konzept wird den Gremien kurzfristig zur Entscheidung vorgelegt. Die Verwaltung befindet 
sich bereits in Verhandlungen mit einem potentiellen Träger. 
 
3.2 Alternativen 
 
Die beiden anderen Interessenten sind ebenfalls geeignet, die Kindertageseinrichtung zu betrei-
ben. Ihre Angebote bleiben hinsichtlich der finanziellen Eigenanteile jedoch deutlich hinter den 
Angebot der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael zurück. Eine zukünftige Finanzierung der 
Gruppen in Höhe von 12 % ab 01.08.2008 entspricht den zukünftigen landesseitigen Gesetzesvor-
gaben und liegt weit über den Angeboten der anderen Träger. 
 
Darüber hinaus ergeben sich durch die Nähe der Einrichtung zur bestehenden Einrichtung St. Mi-
chael III Synergieeffekte, die sich in einer anderen Trägerkonstellation so nicht ergeben würden.   
 
4. Überlassung des Gebäudes einschließlich Außenanlagen  
 
Nach der Fertigstellung wird das Gebäude von der Stadt Münster einschließlich aller Einrichtungs-
gegenstände und der Außenanlagen zum Betrieb der Kindertageseinrichtung an die katholischen 
Kirchengemeinde St. Michael vermietet. Da sich das Land nicht an den Bau- und Einrichtungskos-
ten beteiligt hat, kann eine Miete verlangt werden. Die Finanzierung ergibt sich aus Nr. 3.1 dieser 
Vorlage.   
I.V. 
 
 
Dr. Hanke 
 
Anlagen: 
• Inhaltliches Konzept 
• Übersichtsplan

Beratungsverlauf (4)

26.04.2007 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 6.8 Anhörung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
08.05.2007 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 14 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: vertagt

Zur Sitzung
10.05.2007 Hauptausschuss
TOP 16 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung
10.05.2007 Rat
TOP 16 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung

Orte (6)

  • Münsterstraße 105
  • Gronowskistraße 70
  • Gescherweg 87
  • Wickenkamp 14
  • Enschedeweg 2
  • An der Apostelkirche 1

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
V/0272/2007
Typ
Vorlagen
Datum
03.04.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37