V/0240/2007
Sachstandsbericht "Adaptive Netzsteuerung Modellachse Albersloher Weg"
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Berichtsvorlage
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V/0240/2007 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Sachstandsbericht "Adaptive Netzsteuerung Modellachse Albersloher Weg" Beratungsfolge 02.05.2007 Ausschuss für Umweltschutz und Bauwesen Bericht 03.05.2007 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht 03.05.2007 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Bericht 08.05.2007 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht Bericht: Mit dieser Berichtsvorlage soll über den aktuellen Sachstand zur Erneuerung des Verkehrsteue- rungssystems informiert werden. Bisherige Beschlüsse Das grundsätzliche Konzept zur Erneuerung des Verkehrsrechners und der Lichtsignalanlagen Albersloher Weg wurde mit der Vorlage 549/2003 beschlossen. Mit den nichtöffentlichen Verga- bevorlagen V/0205/2005 und V/0047/2006 wurden nach EU-weiten Vergabeverfahren die Aufträ- ge für die erste Baustufe durch das Tiefbauamt an die Signalbaufirmen vergeben. Die Ruhr- Universität Bochum wurde mit der nichtöffentlichen Vorlage V/0717/2005 mit der unabhängigen Erfolgskontrolle der neuen Lichtsignalsteuerung und Grünen Wellen beauftragt. Sachstand Mit der Vorlage V/0680/2006 an den ASSWV und den AUB hat die Verwaltung letztmalig im No- vember 2006 über die erfolgte fristgerechte Inbetriebnahme des neuen Verkehrsrechners und der Erneuerung der Lichtsignalanlagen der Modellachse Albersloher Weg berichtet. Mit dieser Be- richtsvorlage wurde auch auf die eingetretene Projektverzögerung bei dem Softwarebaustein „Adaptive Netzsteuerung“ hingewiesen. Mit Bezug auf einen Stufenplan des Lieferanten, der Sie- mens AG, wurde seinerzeit eine Gesamtinbetriebnahme im April 2007 in Aussicht gestellt. Bedingt durch zwischenzeitlich aufgetretene Probleme bei der Videodetektion kann dieser in Aus- sicht gestellte Inbetriebnahmetermin nicht mehr eingehalten werden. Vorlagen-Nr.: V/0240/2007 Auskunft erteilt: Herr Pott Herr Zelke Ruf: 492 61 85 492 69 11 E-Mail: Pott@stadt-muenster.de Zelke@stadt-muenster.de Datum: 26.03.2007 Öffentliche Berichtsvorlage V/0240/2007 2 Videodetektion Im Bereich Gremmendorf (Abschnitt vom Heum annsweg bis zur Heidestraße) wurde mit der Videodetektion eine neue Technik zur Verkehrserfassung eingesetzt. Bisher erfolgte die Ver- kehrserfassung an den Lichtsignalanlagen (LSA) mit Induktionsschleifen, die in die Fahrbahn eingelassen sind und häufig kostenintensive Tiefbauarbeiten erfordern. Weiterhin werden sie bei erforderlichen Fahrbahnerneuerungen häufig zerstört und müssen dann aufwendig ersetzt wer- den. Deshalb hat es bundesweit schon länger Bestrebungen gegeben, eine alternative und kos- tengünstigere Technik zur Verkehrserfassung zu finden. Bei der Videodetektion werden die Ka- meras direkt an den Ampelmasten montiert und über automatische Bildauswertungen werden Autos und Fahrradfahrer erfasst. Zusätzliche Tiefbauarbeiten sind dabei nicht erforderlich. Mit einer Kamera können bei der Videodetektion auch mehrere Fahrspuren und Erfassungspunkte ausgewertet werden. Positive Erfahrungen der namhaften Signalbaufirmen in den letzten Jahren mit dem Einsatz einer Videodetektion in anderen Städten haben dazu geführt, dass diese Tech- nik nach einer ersten Einzelanwendung an der LSA Steinfurter Straße/Austermannstraße auch bei der Erneuerung der LSA in Gremmendorf ausgeschrieben wurde. Auf der Modellachse Al- bersloher Weg ist in Münster erstmalig der Einsatz einer adaptiven Netzsteuerung vorgesehen. Dabei ist die exakte Zählung der Verkehrsmengen v on großer Bedeutung. Alle am Projekt Betei- ligten waren davon ausgegangen, dass auch bei der Videodetektion eine exakte Zählung der Verkehrsmengen möglich ist. Es hat sich jedoch völlig unerwartet gezeigt, dass in besonderen Situationen, wie z. B. bei nassen Fahrbahnen und bei Dunkelheit, oder bei tief stehender Sonne, eine genaue Zählung der Verkehrsmengen nicht immer möglich ist. Da diese Erfassungsungenauigkeiten nach Aussage der Lieferfirma kurzfristig nicht beseitigt werden können, hat die Verwaltung ihre Zustimmung dazu erteilt, dass für eine genaue Ver- kehrserfassung vorübergehend, an den mit einer Videodetektion ausgerüsteten LSA, Induktions- schleifen nachgerüstet werden. Die Kosten dafür werden vollständig durch die Siemens AG ge- tragen. Für die Nachrüstung der Schleifen werden ca. 3 Monate benötigt. Mit Nachbesserungen und dem vorübergehenden Parallelbetrieb von Schleifen- und Videodetektion beabsichtigt die Siemens AG die Erfassungsgenauigkeit so weit zu verbessern, dass mittelfristig die Schleifen auf dem Albersloher Weg wieder ersetzt werden können. Dann wird sich auch zeigen, ob die Video- detektion bei zukünftigen Projekten eingesetzt werden kann. Adaptive Netzsteuerung Die bisher eingesetzten verkehrsabhängigen Programme in den Steuergeräten reagieren unter vorgegebenen Rahmenbedingungen auf die Verkehrsströme, die aktuell an den Knotenpunkten ablaufen. Zu bestimmten Tageszeiten wie z. B. Morgenspitze, Tagesverkehr, Nachmittagspitze und Nachtverkehr werden nach festen Zeitvorgaben unterschiedliche verkehrsabhängige Pro- gramme geschaltet. Die Grünzeitenverteilung erfolgt auf der Grundlage von zuvor ermittelten Verkehrsbelastungszahlen für die einzelnen Tageszeiten. Grüne Wellen werden durch fest ein- gestellte Versatzzeiten zwischen den Knotenpunkten gebildet. Bei der adaptiven Netzsteuerung wird vom Verkehrsrechner mit den jeweils aktuell ermittelten Zählwerten ein Verkehrslagebild für einen Straßenzug erzeugt. An Hand von Vergleichswerten wird eine Kurzfristprognose für die nächsten 10 bis 15 Minuten erstellt. In einem Verkehrsmodell werden damit neue Signalisierungsvarianten ber echnet, und als Ergebnis werden neue Rahmen- vorgaben an die Steuergräte gesendet, mit denen die Signalschaltungen an die jeweilige Ver- kehrssituation angepasst werden können. Die adaptive Netzsteuerung kann so fortlaufend flexi- bel auf Änderungen in der Verkehrsbelastung reagieren. Nach Auskunft der Siemens AG hatte es bei der Softwareentwicklung der adaptiven Netzsteue- rung (Herstellername MOTION) im Projekt Münster Verzögerungen gegeben, über die bereits mit der Vorlage V/0680/2006 berichtet wurde. Die Verwaltung hat hierzu intensive Gespräche mit der Siemens AG geführt. Wegen der erheblichen Projektverzögerung von fast einem Jahr hat die Verwaltung die in der Ausschreibung vorgesehene Vertragsstrafe gegenüber der Siemens AG geltend gemacht. V/0240/2007 3 Neuer Terminplan Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Zeitverzögerung von ca. 3 Monaten für die Nachrüstung der Schleifen für die vorübergehende Verkehrserfassung im Gremmendorfer Bereich wurde mit allen Projektbeteiligten ein neuer Terminplan erstellt. Dieser sieht die Neuversorgung aller Lichtsignalanlagen mit Programmen für die Netzsteuerung in den folgenden Wochen vor. In diesem Zusammenhang wird die von Bürgern und der Politik häufig angeregte längere Grünzeit für Rechtsabbieger in den Heumannnsweg an der LSA Albers- loher Weg/Heumannsweg, und an der LSA Albersloher Weg/Gremmendorfer Weg eine verlän- gerte Grünzeit im stadtauswärtigen Linksabbieger in den Gremmdorfer Weg realisiert. Durch die laufenden Straßenbauarbeiten im Bereich der WLE-Brücke und dem Ratio-Markt ist die Modelachse bis zum Abschluss der Bauarbeiten vorrausichtlich bis im Spätherbst 2007 noch in zwei Abschnitte getrennt. Der neue Zeitplan greift diese zwei Abschnitte auf und sieht eine erste Inbetriebnahme der adaptiven Netzsteuerung MOTION im südlichen Abschnitt (Martin- Luther-King-Weg bis Angelsachsenweg) im Mai vo r. Im nördlichen Abschnitt (Hansaring bis B51) soll sie im Juli in Betrieb gehen. Abgesehen vom Baustellenbereich bei Ratio sieht der Termin- plan eine Gesamtinbetriebnahme der adaptiven Netzsteuerung bis Ende August vor. Anschließend sind die beauftragten Nachhermessungen durch die Ruhr-Universität Bochum vor- gesehen. Über die Ergebnisse der unabhängigen Erfolgskontrolle zur Modellachse wird die Ver- waltung dann voraussichtlich Anfang 2008 berichten. Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten im Bereich Ratio (voraussichtlich im Spätherbst 2007) werden dann auch die bisherigen provisorischen Baustellensignalisierungen durch neue LSA ersetzt werden, die an den Verkehrsrechner angeschlossen werden. Dann wird die adaptive Netzsteuerung zum ersten mal auf der gesamten Modellachse zum Einsatz kommen. Zusammenfassung Terminplan Mai 2007 Inbetriebnahme adaptive Netzsteuerung im südlichen Abschnitt Juli 2007 Inbetriebnahme adaptive Netzsteuerung im nördlichen Abschnitt Ende August 2007 Fertigstellung adaptive Netzsteuerung im südl. und nördl. Abschnitt Spätherbst 2007 Verkehrsfreigabe nach Ausbau im Bereich Ratio/Loddenheide und Einbindung der drei LSA in die adaptive Netzsteuerung Weitere Baustufen Als nächste Achse ist entsprechend der Vorlage 549/2003 die Erneuerung der Signalsteuerun- gen und der Signaltechnik auf dem Straßenzug Steinfurter Straße – Weseler Straße geplant. Mit dem Ziel diese ca. 15 bis 20 Jahre alte Technik schnellstmöglich zu ersetzen, beabsichtigt die Verwaltung noch im Frühjahr den Baubeschluss für diese zweite Baustufe einzuholen. Bezüglich der erforderlichen Planungsleistungen ist beabsichtigt zunächst die Inbetriebnahme der adapti- ven Netzsteuerung im südlichen Abschnitt der Modellachse Albersloher Weg im Mai abzuwarten, damit diese ersten Erfahrungen bei den Angebotsanfragen bereits berücksichtigt werden können. I.V Schultheiß.
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (11)
- Heidestraße
- Steinfurter Straße
- Weseler Straße
- Albersloher Weg
- Angelsachsenweg
- Hansaring
- Austermannstraße
- Gremmendorfer Weg
- Martin-Luther-King-Weg
- Heumannsweg
- Loddenheide
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0240/2007
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 29.03.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37