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V/0364/2012

Umbenennung des Franz-Ludwig-Wegs in Heinrich-Hemsath-Weg

Vorlagen 07.05.2012

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-Mitte, Sitzung am 22.05.2012, TOP 4.4.1

Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

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Beschlussvorlage

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Anlage-2-Übersichtsplan

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Anlage-1-Bürgerumfrage-Ergebnisse

4166 Zeichen

Anlage 1    
Anlage 1, Seite 1 
 
Bürgerumfrage 2012 „Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen“ - Zusammenfassung der Ergebnisse  
 
 
1. Auftragslage und Zielstellung 
- Beschluss des erweiterten Ältestenrates der Stadt  Münster vom 07.07.2011 
- Grundlage: Ergebnisse der Kommission „Straßenname n“ 
- Gewinnung zusätzlicher Informationen mittels eine r repräsentativen Bürgerumfrage 
parallel zur Informations- und Kommunikationsphase (v. a. Ausstellung „Ehre, wem 
Ehre gebührt?!“ vom 26.01. – 16.03.2012) 
- Leitfrage: „Wie soll sich Münster zu Persönlichke iten stellen, die sie durch 
Straßennamen für ihr Lebenswerk in besonderer Weise geehrt hat, wenn sich diese 
Ehrung aufgrund neuer Forschungsergebnisse als fragwürdig erweist?“ 
 
 
2. Methodik 
- Befragungszeitraum: 25.01. – 15.02.2012 
- Zufallsstichprobe: 5.126 Bürgerinnen und Bürger ( über 18 Jahre, Hauptwohnsitz) 
- Rücklauf: 1.937 Fragebögen (37,8 % Rücklaufquote)  
- Ergebnisse lassen sich grundsätzlich auf Münstera ner Bevölkerung übertragen 
 
 
3. „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher 
Bedeutung durch Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu 
ehren?“ (Frage 1) 
- Ja, auf jeden Fall: 69,7 % 
- Ja, aber nur für Personen mit Bezug zu Münster: 1 7,5 % 
- Nein: 6,5 % 
- Ist mir egal: 4,4 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 0,8 % 
- Ohne Angabe: 1,1 % 
 
 
4. „Nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen ist der damalige 
Reichspräsident Paul von Hindenburg als Stütze des NS-Regimes anzusehen. 
Besteht heute noch ein Anlass, Hindenburg durch die Namensgebung für den 
größten Platz Münsters zu ehren?“ (Frage 2) 
- Ja: 35,0 % 
- Nein: 48,3 % 
- Ist mir egal: 7,3 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 6,6 % 
- Ohne Angabe: 2,8 %

Anlage 1, Seite  2 
2 
5. „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürgerschaft 
und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie 
vorschlagen, wenn sich deren Namensgeber/innen nach neueren 
quellengestützten Forschungsergebnissen als Stützen des NS-Regimes erwiesen 
haben?“ (Frage 3) 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind: 27,6 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen so bleiben wie sie sind; es soll aber jeweils ein 
Zusatzschild mit Erläuterungen zu den Namensgebern angebracht werden: 30,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden ; auf den künftigen 
Straßenschildern soll aber auf die ehemaligen Namen hingewiesen werden: 16,2 % 
- Die Namen der Straßen/Wege sollen geändert werden : 22,6 % 
- Ist mir egal: 0,6 % 
- Weiß nicht/kann ich nicht beurteilen: 1,3 % 
- Ohne Angabe: 1,5 % 
 
 
6. „Fühlen Sie sich zum Thema 'Ehrung von Personen durch 
Straßenbenennungen' ausreichend informiert?“ (Frage 4) 
- Ja: 56,4 % 
- Ja, zum Teil: 30,3 % 
- Nein: 11,4 % 
- Ohne Angabe: 1,9 % 
 
 
7. Fehlt Ihnen etwas an Informationen zu diesem Thema? (Frage 5) 
- Offene Frage: 512 Nennungen von 422 Befragten, d.  h. 21,8 % der 
Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer haben sich mittels Freitext geäußert 
- Nur ein geringer Teil der Nennungen bezieht sich auf „weitergehenden 
Informationen“: 4,3 % „weitere Informationen fehlen“; 3,1 % „mehr Informationen in 
Medien“ 
- Häufiger wird die Frage der „Kosten“ kritisch angesprochen: 7,6 % „Kosten 
insgesamt“, 7,0 % „Kosten der Umbenennung“  
- Auch machen die Anmerkungen deutlich, dass nicht alle Befragten die neueren 
Forschungen teilen, dass Hindenburg und weitere Namensgeberinnen/-geber als 
Stützen des NS-Regimes anzusehen sind: 8,2 % „Suggestive Fragestellung“,  
5,5 % „Begründung zweifelhaft“ (Hindenburg) bzw. 5,1 % (weitere Namensgeber) 
- Bezogen auf alle Umfrageteilnehmer/innen liegen d iese Antwortanteile bei 2,2 % 
(„Suggestive Fragestellung“), 1,4 % („Begründung Hindenburg zweifelhaft“) und 1,3 
% („Begründung weitere Namensgeber zweifelhaft“) 
- Ebenso werden auch „neue Namensvorschläge“ für de n Hindenburgplatz genannt 
(5,5 % aller Nennungen bzw. 1,4 % bezogen auf alle Umfrageteilnehmerinnen und -
teilnehmer), wobei hier der „Schlossplatz“ (3,7 %) überwiegt; vereinzelt werden 
weitere Namen genannt (z. B. Neuplatz, Friedensplatz)

Beschlussvorlage

16536 Zeichen

V/0364/2012 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Vermessungs- und Katasteramt 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Umbenennung des Franz-Ludwig-Wegs in Heinrich-Hemsath-Weg 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
22.05.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Entsprechend der Empfehlung der Kommission Straßennamen wird der Franz -Ludwig-Weg 
umbenannt. 
2. Der bisherige Franz-Ludwig-Weg erhält den Straßennamen Heinrich-Hemsath-Weg. 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
Es entstehen Kosten für neue Straßennamenschilder. Die Finanzierung ist aus laufenden Mi tteln 
des Tiefbauamtes aus dem Budget „1201-Straßenerhaltung“ sichergestellt.  
 
 
 
Begründung: 
Diese Beschlussvorlage zum Franz -Ludwig-Weg steht im Zusammenhang mit de n stadtweiten 
Diskussionen über NS-belastete Straßennamen. 
Ein Ausgangspunkt der Diskussionen war im Mai 2007 der Antrag der SPD-Fraktion der BV-West 
auf Umbenennung des Carl -Diem-Weges. Ebenfalls im Mai 2007 hat die SPD -Fraktion in der BV -
Mitte um Prüfung der Vorwürfe gegen den Namensgeber des Jöttenweges gebeten sowie einen 
Bericht über die Straßennamen angefordert, deren Namensgeber in d ie Unrecht staten bzw. 
Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus verstrickt waren. Diese Prüfung führte zu einem Auftrag 
an den Historiker Dr. Schmidt, der die Namensgeber der Straßen im Stad tbezirk Mitte a uf deren 
Verstrickung in die Unrechtst aten des NS -Regimes überprüfen sollte. In seinem Gutachten b e-
nannte Dr. Schmidt 29 Personen, die er in 4 Kategorien eingeteilt hatte: 
Kategorie 1: keine Nähe zum NS-Regime 
Kategorie 2: Haltung zum NS-Regime nicht eindeutig 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0364/2012 
Auskunft erteilt: 
Herr Zimmermann 
Ruf: 
492 62 42 
E-Mail: 
ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de  
Datum: 
11.05.2012 
Öffentliche Beschlussvorlage

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V/0364/2012 
Kategorie 3: Aktive Stützen des NS-Regimes 
Kategorie 4: Beteiligung an Kriegsverbrechen oder Unrechtstaten 
Während in der Kategorie 4 keine Namensgeber auf Münsters Straßenschildern vorha nden sind, 
sind es in der Kategorie 3 nach dem Gutachten Schmidt 7 Personen (Franz Ludwig, Ludwig Hum-
borg, Karl Wilh. Jötten, Hans Pfitzner, Alfred Stühmer, Karl Wagenfeld und Agnes Miegel), d avon 
liegt jedoch die Agnes -Miegel-Straße im Stadtbezirk Ost. Ein weiterer Prüfauftrag des Oberbü r-
germeisters an das Stadtarchiv zu den Straßennamen im übrigen Stadtgebiet ergab drei weitere 
Namensgeber in der Kategorie 3 aus dem Stadtbezirk Münster -Ost. Darüber hinaus hatte der 
Ratsantrag der SPD-Fraktion vom Januar 2008 zur Umbenennung des Hindenburgplatzes die D e-
batte um Straßennamen sehr stark in die Öffentlichkeit getragen.  
Nach der Kommunalwahl 2009 hat der erweiterte Ältestenrat des Rates beschlossen, eine Kom-
mission unter der Leitung des Oberbürgermeisters einzusetzen, der alle im Rat vertretenen Partei-
en und die Historiker Prof. Dr. Thamer und Prof. Dr. Kenkmann angehören sollten.  
Diese Kommission sollte über die zehn Personen der Kategorie 3 (dazu Diem und Hinde nburg) 
also über zwölf Namensgeber beraten. Im Vordergrund des Prüfauftrags stand nicht die Bewertung 
der gesamten Lebensleistung dieser Personen, sondern ob und inwieweit die Namensgeber das 
NS-Regime gestützt ha ben. Außer der Beratung über historische Fakten  sollte die Kommission 
den entscheidungsbefugten Gremien (Rat und Bezirksvertretungen) ihre Empfehlung mitteilen, ob 
die Ehrung durch den Straßennamen nach wie vor angemessen sei und eine Umbenennung stat t-
finden solle oder nicht. 
Nach Abschluss der Kommissionsarbeit hat der erweiterte Ältestenrat die Ergebnisse und Empfeh-
lungen der Kommission am 07.07.2011 entgegengenommen und die Verwaltung beauftragt, diese 
Ergebnisse in einer breit angelegten Informations- und Kommunikationsphase zu veröffentlichen. 
Zusätzlich sollte die Verwaltung eine repräsentative Bürgerumfrage zur Frage der „Ehrung“, die mit 
der Benennung einer Straße nach einem Namensgeber verbunden ist, durchführen. Diese Bürge-
rumfrage sollte eine zusätzliche Informationsquelle für die Diskussion in den Gremien bilden, diese 
aber nicht binden. 
Die Informations- und Kommunikationsphase hatte zum Ziel, über die Ergebnisse der Kommission 
zu informieren. Insb esondere sollte die auf neuen Erkenntnissen der historischen Forschung b a-
sierende Einschätzung der Kommission zu den Namensgebern vermittelt werden, da diese E r-
kenntnisse vermutlich in weiten Teilen der Bürgerschaft nicht bekannt sind.  
Im Vordergrund der Information sollte daher nicht die gesamte Lebensleistung der Namensgeber 
stehen, sondern sollten insbesondere die neuen historischen Fakten stehen, nach denen die N a-
mensgeber nach heutiger Bewertung nicht mehr als Vorbilder dienen können und eine Ehrung 
nicht verdient haben. 
Die Information der Öffentlichkeit erfolgte unter dem Motto „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ 
- mit einer neuen Internetseite auf der Homepage der Stadt unter 
www.muenster.de/stadt/strassennamen, freigeschaltet seit 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Widerstände im Münsterland“ in der Bürgerhalle des Rathauses vom 
19.11. - 21.12.2011 
- mit der Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt ?!“ in der Bürgerhalle des Rathauses vom 
26.01. - 16.03.2012 
- mit einer Eröffnungsveranstaltung zur Ausstellung „Ehre, wem Ehre gebührt?!“ am 
25.01.2012 im Rathaus-Festsaal

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V/0364/2012 
- mit zwei Informationsveranstaltungen in den Stadtbezirken Ost und Mitte am 26.01.2012 
und 09.02.2012 
- mit einer Podiumsdiskussion „Ehre, wem Ehre gebührt?! - Geschichte und Verantwortung 
in einer demokratischen Gesellschaft“ mit prominenten Podiumsteilnehmern am 
29.02.2012 im Rathaus-Festsaal 
Ergebnisse der Bürgerumfrage 
Die repräsentative Bürgerumfrage wurde vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrs-
planung in der Zeit vom 25.01. - 15.02.2012 durchgeführt. Es wurde unter anderem die Frage g e-
stellt: „Sind Sie generell dafür, Personen mit besonderer zeitgeschichtlicher Bedeutung durch B e-
nennung von Straßen, Wegen und Plätzen in Münster zu ehren?“ Knapp 70 Prozent der Antworten 
lauteten „Ja“.  
Auf die weitere Frage „Es gibt - neben dem Hindenburgplatz - noch weitere Anträge aus Bürge r-
schaft und Politik zur Umbenennung von Straßen und Wegen: Was würden Sie vorschlagen, wenn 
sich deren Namensgeber/innen nach neueren quellengestützten Forschungsergebnissen als Stü t-
zen des NS -Regimes erwiesen haben?“  sprachen sich knapp 40 Prozent der Befragten für eine 
Umbenennung aus.  
Die einzelnen Umfrageergebnisse sind in Anlage 1 beigefügt.  
Empfehlung der Kommission Straßennamen zum Franz-Ludwig-Weg 
Die Kommission hat in ihrer abschließenden 4. Sitzung am 15. Juni 2011 zusammengefasst fo l-
gende Empfehlungen abgegeben: 
"Die Kommission empfiehlt einstimmig die Umbenennung des Franz-Ludwig-Weges. Aus-
schlaggebend für diese Empfehlung ist, dass der Musiker und Komponist Franz Ludwig mit 
zwischen 1933 und 1945 komponierten Werken den Nationalsozialismus verherrlichte und die-
se im Rahmen von nationalsozialistischen Inszenierungen aufgeführt wurden." 
 
Die im Folgenden angeführte Begründung für die Umbenennung ist dem vom Stadtarchiv aufberei-
teten Internetangebot „Ehre wem Ehre gebührt!?“ entnommen. 
Franz-Ludwig-Weg 
Der Franz-Ludwig-Weg wurde 1974 benannt nach dem Musiker und Komponisten Franz Lu dwig 
* 07.07.1889 in Graslitz/Nordböhmen † 15.06.1955 in Münster. 
Franz Ludwig und der Nationalsozialismus 
Politische Mitgliedschaften 
Seit 1921 war Franz Ludwig im überparteilichen Verein für das Deutschtum im Ausland (ab 1933 
"Volksbund für das Deutschtum im Ausland"; VDA) aktiv, seit 1933 als Bezirksverbandsleiter, sp ä-
ter als Kreisverbandsleiter, ab 1934 zudem als Gauverbandsredner. 1943 endete seine Mitglie d-
schaft. Der VDA wurde nach 1933 schrittweise gleichgeschaltet.

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V/0364/2012 
Komposition nationalsozialistischer Werke 
Franz Ludwig komponierte zwischen 1933 und 1945 eine ganze Reihe von Werken, die Adolf Hi t-
ler und die nationalsozialistische Ideologie verherrlichten. Unter diesen Stücken befinden sich u n-
ter anderem die Parteitagsmusik " Der Tag von Nürnberg " (1934), die Kantate "An den Führer"  
(vermutlich 1939) sowie die Kampflieder "Marschierer des Sieges" und "Soldaten im Braunhemd" 
(1940). Etwa die Hälfte der Kompositionen Ludwigs aus der Zeit von 1933 bis 1945 weist eine e n-
ge Verbindung zur nationalsozialistischen Ideologie auf.  
Es kam zu zahlreichen öffentlichen Inszenierungen und Aufführungen im Rundfunk. Die Ka ntate 
"An den Führer" wurde nach einer Inszenierung in Hagen 1940 gefeiert als "Werk, aus dem Vereh-
rung und Liebe für den Führer sprechen"  und ein "wahrhaft volkstümliches und deutsch gesinntes 
Werk".  
Auszüge aus dem Text der Kantate "An den Führer" bestätigen dies: "Führe uns!/ In deinen Hä n-
den/ liegt das Schicksal von Millionen,/die in deinem Herzen wohnen,/ denen du ein Gla ube bist./ 
Gott hat dir die Kraft gegeben ,/ einzig deinem Volk zu leben,/ das für dich der Pul sschlag ist./ Wir 
wollen mit ihm durchs Feuer gehen/ als Deutschlands würdige Erben,/ so wie wir mit ihm zu leben 
verstehen,/ verstehen wir auch, mit ihm zu sterben!" 
"Verfehlt wäre es, die unter nationa listischen bzw. nationalsozialistischen Vorzeichen entstand e-
nen Kompositionen Ludwigs im Gesamtwerk der Jahre 1933 –1945 als Randerscheinungen zu 
bezeichnen. Denn allein ihre Anzahl, aber auch die Belege ihrer öffentlichen Aufführung lassen sie 
keineswegs nur als 'Gelegenheitswerke' erscheinen." (Sandberger 1990, S. 82.) 
Aktive Werbung 
Ludwig warb aktiv und intensiv um die Gunst führender NS -Politiker. So lud er sowohl Joseph 
Goebbels als auch Hermann Göring zur Prämiere seines " Lambertusspiels" ein. In sein en Formu-
lierungen und Werken passte Ludwig sich den nationalsozialistischen Kunstvorstellungen an. 
In einem Brief an Joseph Goebbels vom 12. Januar 1934 pries Ludwig zur Uraufführung sein 
"Lambertusspiel" an: "Aus der Fülle alten deutschen Brauchtums und a us einem fast verscholl e-
nen völkischen Liederschatz schöpfend glauben Komponist und Dichter des Lambertusspiel in 
dreijähriger Arbeit ein echtes Volksspiel geschaffen und der Selbstbesinnung zu deutschem W e-
sen in der Kunst einen Antrieb gegeben zu haben." 
Weiter schrieb er zum Lambertusspiel: "Ein Volksgut, das rund 60 Jahre Liberalismus, Materiali s-
mus und Snobismus überlebt hat, ohne bis in die Wurzel zerfressen und verfault zu sein, ist wah r-
lich ein wunderbares und dauerhaftes Ding. Wohl keinen hätte es sehr gewundert, wenn unter den 
Schlammströmen der demokratischen Zivilisation auch der alte Lambertusbrauch erstickt wäre." 
Ehrenamtliche Unterstützung der NS-Kulturpolitik 
Ludwig unterstützte die nationalsozialistische Kulturpolitik, in dem er sich ehrenam tlich in ihren 
Institutionen engagierte. Unter anderem war er ehrenamtlicher Musikfachberater der Gaule itung 
Westfalen Nord, womit er ein wichtiges Bindeglied zur Reichsmusikkammer darstellte. Außerdem 
war Ludwig ehrenamtlicher Kreischorleiter für das Gauk ulturamt Westfalen-Nord und Landesleiter 
des Reichsmusikkammer-Gaues 29.  
Darüber hinaus betätigte sich Ludwig als einer von drei verantwortlichen Juroren des für alle Chöre 
verpflichtenden "Wertungssingens" in Telgte, bei dem neben eigenen Stücken auch Pf lichtchöre 
gesungen werden mussten, die ganz dem Geist der NS-Kulturpolitik entsprachen.

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In Bewerbungen, die Ludwig in den Jahren 1933 bis 1945 schrieb, listete er stets seine ehrenam t-
lichen Positionen auf und betonte so sein Engagement für das nationalsoz ialistische Regime. In 
einem Brief an den Präsidenten der Reichsmusikkammer beschwerte sich Ludwig 1937, dass die – 
nun hauptamtliche – Stelle des Landesleiters der Reichsmusikkammer -Gaues 29 nicht mit ihm, 
sondern mit einem anderer Bewerber besetzt wurde.  Auch hier hob Ludwig sein Engagement für 
die nationalsozialistische "Bewegung" hervor, die er sogar schon vor aktiv 1933 unterstützt habe: 
"Ich habe mich [...] schon vor dem Umbruch für die Bewegung eingesetzt, indem ich in dem 
Saale des damals einzigen nationalsozialistischen Gasthofes in Münster, dem Löwenhof, einen 
großen Klavierzyklus mit sämtlichen Klavierwerken Wolfgang Amadeus Mozarts 1932 veran-
staltet habe." 
Franz Ludwig nach 1945 
Der Entnazifizierungsausschuss in Münster, der sich 1949 mit dem Kom ponisten befasste, stufte 
ihn als „Entlasteten“ ein, mit der Begründung, er habe sich nicht in der Partei betätigt. In der Wi s-
senschaft und der regionalen Presse wurde die nationalsozialistische Vergangenheit Ludwigs ve r-
drängt. 
Es gibt Hinweise darauf, dass es zu keinem grundlegenden Bruch in der politischen Überze ugung 
Ludwigs kam. Ende der 1940er Jahre komponierte er den Chorsatz " An Deutschland" auf einen 
Text von Wilhelm Pleyer, dessen Refrain "Deutschland, Deutschland über alles, über alles sei g e-
liebt..." eindeutige Assoziationen mit der ersten Strophe des "Deutschlandliedes" hervorruft. 
Zur Person Franz Ludwig 
Lebenslauf 
 
1907–1911: Studium der Musik und Musikwissenschaft an der deutschen Universität in 
Prag und am Königlichen Konservatorium in Leipzig 
Ab 1913: "Fürstlicher Hofpianist" in Sondershausen 
1916-1918: Kriegsdienst 
1919: Ruf nach Münster. Versuch, mit seiner Beteiligung eine Musikhochschule aufzuba u-
en, scheitert 
1920: Gründung eines privaten Klavierseminars "Ludwigbund" 
1934: Uraufführung seines Hauptwerkes, des Oratoriums "Lambertusspiel" 
Bis 1939: Selbstständiger Musiklehrer und Chordirigent, Veröffentlichung zahlreicher Bücher 
zur Musikgeschichte sowie Kompositionen 
1939-1943: Tätigkeit als "Hilfslehrer im Kriegseinsatz", Musikunterricht a n Schulen in 
Münster 
1943–1945: Hilfslehrer in seiner böhmischen Heimat (Kaaden, Treplitz) 
Nach 1945: Rückkehr nach Münster, Fortsetzung seiner Tätigkeit als Lehrer, Dirigent und 
Komponist

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Ehrungen 
 
1942: Musikpreis der Stadt Bocholt für "Variationen über Robert Schürmanns Krieglied für 
großes Orchester" 
1974: Straßenbenennung 
Weitergehende Informationen 
Weitere Dokumente, Quellen- und Publikationsangaben finden sich auf der Internetseite  
www.muenster.de/stadt/strassennamen/ 
Fazit 
Aufgrund der einstimmigen Empfehlung der Kommission schlägt die Verwaltung die Umbenennung 
des Franz-Ludwig-Weges vor. Von der Umbenennung sind 43 gemeldete Einwohner und Einwo h-
nerinnen unter 18 Hausnummern betroffen.  
Anträge oder Anregungen nach § 24 Gemeindeordnung zur Umbenenn ung des Franz -Ludwig-
Wegs liegen nicht vor. 
Neuer Straßenname Heinrich-Hemsath-Weg 
Entsprechend einem Vorschlag aus der Bezirksvertretung Mitte und einem Antrag der SPD -
Ratsfraktion vom Januar 1983 schlägt die Verwaltung vor, den bisherigen Franz -Ludwig-Weg in 
Heinrich-Hemsath-Weg umzubenennen. 
Heinrich Hemsath, *24.11.1902 in Münster †14.04.1978, gelernter Schlossermeister und lang-
jähriger Politiker.  
Hemsath stammte aus einer Arbeiterfamilie in Münster, Ewaldistraße. Er lernte das Schlosse r-
handwerk und wurde Schlossermeister. Als Zwanzigjähriger schloss er sich der SPD an. Sp ä-
ter besuchte der die Arbeiterakademie in Frankfurt, anschließend die Staatsschule für Wir t-
schaft und Verwaltung in Düsseldorf. Hemsath kehrte nach Münster zurück und war von 1928 
bis 1933 Stadtverordneter der SPD, gleichzeitig auch Bezirksleiter des Deutschen Gewer k-
schaftsbundes. Während der NS -Zeit wurde er zwei Mal von der Gestapo verhaftet. Polit ische 
Betätigung wurde ihm verboten. Nach seiner Haftentlassung arbeitete er als Brauere iarbeiter 
bis zum Ende der NS-Zeit. Direkt nach dem Zusammenbruch stellte er sich für kommunale und 
politische Aufgaben zur Verfügung und war ab Mai 1945 Leiter des Wohlfahrts -, Jugend- und 
Wohnungsamtes der Stadt Münster. Am 15. Januar 1946 bis 1958 war H einrich Hemsath 
Hauptamtlicher 1. Beigeordneter und als Stadtrat auch Stellvertreter des Stadtdirektors.  
Hemsath war Mitglied des Landtags Nordrhein Westfalen von 1950 bis 1959 und ab 1956 A r-
beits- und Sozialminister in der Regierung von Ministerpräsident  Fritz Steinhoff.  Ab 1958 war 
er elf Jahre lang Minister für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen in Hessen . Auch 
nach seiner aktiven Zeit als Politiker blieb Hemsath engagiert als Vorsitzender der Stiftung für 
das behinderte Kind in Bonn. Die Stad t Münster ehrte ihn 1972 mit der Paulus -Plakette. Hein-
rich Hemsath starb am 14.04.1978.

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V/0364/2012 
 
In Vertretung 
 
 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
Anlagen: 
1  Ergebnis der Bürgerumfrage 
2  Übersichtsplan

Anlage-2-Übersichtsplan

66 Zeichen

a
Lu
g-
e
Fr
nz-
dwi
W
g
elc s a eM hers tr ß
Anlage 2
V/0364/2012

Beratungsverlauf (1)

22.05.2012 Bezirksvertretung Münster-Mitte
TOP 4.4.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Ewaldistraße
  • Heinrich-Hemsath-Weg
  • Schlossplatz
  • Agnes-Miegel-Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0364/2012
Typ
Vorlagen
Datum
07.05.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37