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Mitteilung über den Verfahrensstand der zweiten Phase des Masterplan Stadtgrün

Mitteilung BV 2665/2024 vom 03.09.2024

Stand: Am 19.09.2024 in der Bezirksvertretung 5 (Nippes) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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  • Anlage 1 - Ergebnisse Zweite Stufe Beteiligungsverfahren

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    MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES Begleitung und Fachliche Auswertung des Beteiligungsverfahrens für den Stadtbezirk Köln-Nippes NIPPES 2 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 3 6 7 8 12 12 12 12 16 1 6 16 20 30 36 36 38 42 54 60 68 78 84 9 6 INHALTSVERZEICHNIS Kontext und Aufgabenstellung Zielsetzung des Verfahrens Masterplan Stadtgrün Köln Stadtbezirk Nippes - Einführung V erortung im städtischen Kontext D ie Stadtteile des Stadtbezirks Grünflächen im Bestand Methodik und Pr ozess Online-Dialog Bürger*innenwerkstatt Clusterbegriffe - Legende der Auswertung Auswertung auf Stadtbezirksebene Übergeordnete Maßnahmen und Ideen Stadtteilübegreifende Konzepte und Planungen Ortsungebundene Maßnahmen und Vorschläge Steckbrief Nippes Steckbrief Riehl Steckbrief Ni ehl Steckbrief Weidenpesch und Mauenheim Steckbrief Bilderstöckchen Steckbrief Lon gerich Abbildungsverzeichnis I mpressum 97 4 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 5 KONTEXT UND AUFGABENSTELLUNG 1 6 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES KONTEXT UND AUFGABENSTELLUNG Mit dem Masterplan Stadtgrün verfolgt die Stadt Köln das Ziel, Defizite in der Grünflä- chenversorgung zu identifizieren und diese anschließend zu beheben, um Naherholung, Artenvielfalt und Klimaschutzfunktionen gesamtstädtisch zu verbessern. Für eine be- darfsorientierte Umsetzung werden die Bürger*innen der jeweiligen Stadtbezirke intensiv in den Entwicklungsprozess miteinbezogen. Hintergrund der Aufgabe Vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt und dem sich wandelnden Klima, steht die Stadt Köln vor der Aufgabe, die grüne Infra- struktur weiter auszubauen und stadtteil- bezogene Handlungsmaßnahmen zu entwi- ckeln. Qualitätsvolle Grünflächenentwicklung leistet dabei im Raum gleich eine Vielzahl von Beiträgen. Zunächst bieten Grünflächen den Bürger*innen Orte für die Naherholung, zur sozialen Interaktion und zur körperlichen Betätigung und steigern somit Wohlbefinden und Lebensqualität. Des Weiteren sind sie von großer Bedeutung für die Erhaltung der Biodiversität: sie dienen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und tragen zum Erhalt der ökologischen Vielfalt bei. Ein Grünraum- konzept kann sicherstellen, dass ökologisch wertvolle Gebiete geschützt und erhalten werden. Darüber hinaus leisten die Flächen auch einen wichtigen Beitrag zur Klimaregu- lierung der Stadt. Grünflächen tragen dazu bei, die Lufttemperatur im Stadtraum zu senken und Luftqualität zu verbessern. Bei Starkregen dienen sie zudem als Retentions- flächen. So wird eine nachhaltige Planung und Entwicklung von Grünflächen, auch ins- besondere in der Bewältigung von Extrem- wetterereignissen, immer wichtiger. Masterplan Stadtgrün Köln Vor dem beschriebenen Hintergrund hat die Stadt Köln den sogenannten Masterplan Stadtgrün in einer ersten Version erarbeitet und im Jahr 2023 beschlossen. Dieser hat zum Ziel, die bestehenden Grüngürtel, Grün- züge und Grünstrukturen in Köln zu schützen und zu erweitern. Damit einher geht das Ziel, das städtische Klima zu verbessern und den Kölner Bürger*innen in allen Stadtbezirken qualitätsvolle Erholungs- und Aufenthalts- möglichkeiten zu bieten. Der Masterplan Stadtgrün beinhaltet zu- nächst eine umfassende Analyse der Grün- und Freiflächen in der Gesamtstadt, um deren Funktionen und ökologische Leistun- gen für das Stadtgebiet insgesamt heraus- zuarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Flächen, die mehrere Funktionen erfüllen und für ein strategisches Grün- und Freiflächen- netz von großer Bedeutung sind. Der Plan berücksichtigt existierende grünplanerische und städtebauliche Rahmenplanungen und wird mit den geltenden rechtlichen Vorgaben abgeglichen, um den Handlungsbedarf zu er- mitteln. Eine Defizitanalyse zeigt hinsichtlich Grünflächen unterversorgte Stadtteile und Stadtbezirke. Aufgrund der Größe der Stadt Köln wird nun im nächsten Schritt die Konkretisierung des Masterplans auf Stadtbezirksebene weiter- geführt, ehe sie dann in der Bearbeitung bis 2027 wieder zu einem gesamtstädtischen Konzept zusammengeführt werden. Um die- ses Konzept bedarfsgenau und handlungs- orientiert anzugehen, ist zur Erarbeitung des Konzeptes eine umfassende Bürgerbeteili- gung vorhergesehen. Bürger*innen können somit konkrete Verbesserungsvorschläge im Hinblick auf die Versorgung mit Grün- und Freiflächen für ihren Stadtbezirk machen und aufzeigen, wo aktuell Mängel bestehen. Bis 2027 erfolgt eine Konkretisierung und Beteili- gung in allen Stadtbezirken. Begonnen wur- de 2023 in Ehrenfeld und Kalk, im Jahr 2024 folgen die Stadtbezirke Nippes und Mülheim. MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 7 Zielsetzung des Verfahrens Ziel des Beteiligungsverfahrens für Köln-Nip- pes ist die gemeinsame Ermittlung und Lo- kalisierung von Defiziten, Potenzialen und Handlungsmöglichkeiten in der Grünflächen- entwicklung. Dabei bilden die Rückmeldungen der Bewohner*innen als Alltags-Expert*innen für ihren Bezirk einen zentralen Baustein. Durch die Beteiligung von Bürger*innen, Vereinen, Institutionen und Unternehmen der Stadtteile im Stadtbezirk Nippes soll eine bedarfs- und handlungsorientierte Umsetzung des Master- plans im weiteren Prozessverlauf gesichert werden. Aufgrund der Größe und Vielfalt des Stadtbezirks, sollen unterschiedliche Tools eingesetzt werden, um unterschiedlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden und vielfältigen Akteursgruppen in den Stadtteilen die Möglichkeit einer aktiven Mitgestaltung an- bieten zu können. Im Beteiligungsprozess für Köln-Nippes hatten die Akteur*innen digital wie analog die Mög- lichkeit, ihre eigenen Anliegen und Vorstellun- gen zur Entwicklung von Grün- und Freiräumen einzubringen. Im Folgenden wird die Vielzahl an Beiträgen in übersichtlicher Form zusam- mengetragen und im Sinne gemeinsamer Aus- sagen zusammengefasst. Die daraus resultie- renden Handlungsempfehlungen fassen dabei die Beiträge der Bürger*innen zusammen, die einer weiteren Verifizierung und Konkretisie- rung im Zuge des weiteren Masterplan-Prozes- ses bedürfen und daher noch keine verbindli- chen Beschlussvorlagen o.Ä. darstellen. Abbildung 1 Luftbild Stadtbezirk Nippes Quelle: stadtland IMPULS 8 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN Abbildung 2 Darstellung des Masterplan Stadtgrün. Quelle: Stadt Köln STADT KÖLN MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 9 Abbildung 3 Dar stellung des Stadtbezirk Nippes im Masterplan Stadtgrün. Quelle: Stadt Köln MASTERPLAN STADTGRÜN AUSZUG STADTBEZIRK NIPPES 10 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 11 STADTBEZIRK NIPPES EINFÜHRUNG 2 12 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STADTBEZIRK NIPPES - EINFÜHRUNG Der Stadtbezirk Köln-Nippes besteht aus sieben Stadtteilen. Diese unterscheiden sich maßgeblich hinsichtlich ihrer Verdichtung, Struktur und Qualität von Grünflächen. Prä- gend für den Stadtbezirk sind teilweise bestehende sowie potenzielle Grünraumverbin- dungen. Darüber hinaus sind stadtteilübergreifende Straßenzüge wie die Niehler und die Neusser Straße in besonderer Weise stadtbildprägend. Verortung im städtischen Kontext Der Stadtbezirk Köln-Nippes liegt am linken Rheinufer nördlich der Innenstadt zwischen dem „altem“ Köln und Chorweiler und er- streckt sich über eine Fläche von circa 31,75 Quadratkilometern. Er grenzt im Süden an den Stadtbezirk Innenstadt, im Westen an den Stadtbezirk Ehrenfeld und im Nord-Wes- ten an den Stadtbezirk Chorweiler. Im Osten wird der Stadtbezirk durch den Rhein be- grenzt und bildet mit dem Niehler Hafen den flächenmäßig größten Hafen Kölns ab, wel- cher als zentraler Logistikstandort im Kölner Norden fungiert. Aufgrund der Nähe zum Rhein siedelten sich im 19. Jahrhundert hier vorwiegend industriell geprägte Unterneh- men an, wie unter anderem das Eisenbahn- ausbesserungswerk, die Ammoniakfabrik Nippes, die Gummiwarenfabrik Clouth und Firmen aus der Gussstahlproduktion. Die Produktion in der Gummifabrik Clouth wurde 2005 stillgelegt. Die Stadtteile des Stadtbezirks Der Stadtbezirk Nippes mit seinen circa 116.755 Einwohner*innen (Stand 2021) glie- dert sich in die Stadtteile Bilderstöckchen, Longerich, Mauenheim, Niehl, Nippes, Riehl und Weidenpesch, die jeweils ihren eigenen Charakter und ihre Besonderheiten haben. Der gleichnamige Stadtteil Nippes ist dabei mit 36.645 (Stand 2021) Einwohner*innen der dichteste im Stadtbezirk Nippes. Hier finden sich zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, gastronomische Angebote und kulturel- le Einrichtungen v.a. entlang der zentralen Verkehrsachse, der Neusser Straße. Der im Osten angrenzende Stadtteil Niehl ist v.a. gewerblich-industriell geprägt, während die Stadtteile Mauenheim, Bilderstöckchen und Riehl vielfältige Wohnquartiere abbilden. In Weidenpesch befindet sich neben qualitati- ven Wohnquartieren ein großes Landschafts- schutzgebiet, ein vielfältiges Sportangebot sowie der Nordfriedhof. In Longerich hin- gegen gibt es eine große Anzahl an Einfami- lienhaussiedlungen mit privaten Gärten, aber auch die Lüttich Kaserne mit umliegenden forst- und landwirtschaftlichen Flächen. Der Stadtbezirk Nippes zeichnet sich darüber hinaus durch eine vielfältige soziale Mischung aus, die sich in einer starken und lebendigen Veedels-Kultur abbildet. Hinzu kommen die Nähe zum Rhein und vielfältige Grünflächen- angebote. Grünflächen im Bestand Der Stadtbezirk Nippes verfügt über eine Vielzahl an Grünflächen, welche jedoch in ihrer Qualität und Erreichbarkeit stark variie- ren. Innerhalb des Stadtbezirks ist ein starkes Gefälle hinsichtlich der Erreichbarkeit und Verfügbarkeit von qualitativen Grünflächen zu erkennen. Hierbei profitiert der Süden des Stadtteil Nippes mit dem Lohsepark und an- grenzenden Parklandschaften von der direk- ten Nähe zum inneren Grüngürtel und somit von der Anbindung an das gesamtstädtische Grünraumnetz. Der Stadtteil weist ansonsten im Verhältnis zu der hohen Besiedlungsdich- te nur wenige qualitätsvolle Grünflächen auf. Das übergeordnete Grünraumnetz setzt sich im Osten in Form einer Nord-Süd-Spange fort mit dem langfristigen Potenzial einer verbesserten Grünraumversorgung für die Stadtteile Nippes, Weidenpesch, Riehl und Niehl. In Verbindung dazu stehen die Grün- räume südlich sowie nördlich des Stadtteils MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 13 Longerich, welche bereits heute durch eine hohe Freiraumqualität bestechen und die entlang der Stadtteile Riehl und Niehl verlau- fende Rheinpromenade mit direktem Zugang zum Rhein. Der Stadtteil Bilderstöckchen ist durch den Bahndamm im Osten vom rest- lichen Stadtbezirk abgekapselt. Er verfügt mit dem Geldernpark sowie dem Blücherpark über eigene Grünraumstrukturen größeren Maßstabs, welche im Westen des Stadtbe- zirks als Nord-Südspange den Stadtbezirk einrahmen. Abbildung 4 Stadtbezirke in Köln Quelle stadtland IMPULS 14 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 15 METHODIK UND PROZESS 3 16 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES METHODIK UND PROZESS Für die Konkretisierung des Masterplans Stadtgrün wurde ein mehrstufiges Beteiligungs- verfahren aufgesetzt, um das Meinungsbild der Bürger*innen im Stadtbezirk Nippes ein- zufangen und diese in den weiteren Prozess einbinden zu können. Dabei wurden in einem ersten Verfahrensschritt eine digitale Beteiligung und anschließend eine analoge Werk- statt mit interaktiven Arbeitsinseln durchgeführt. Im Nachgang zum digitalen und analo- gen Beteiligungsprozess wurden die Rückmeldungen und Anregungen der Bürger*innen handlungsorientiert in Maßnahmenvorschläge und Lösungsansätze auf Stadtteilebene übersetzt. Online-Dialog Zwischen dem 11. April und dem 24. April 2024 wurden Bürger*innen über das On- line-Portal „Meinung für Köln“ der Stadt Köln zur aktuellen Grünstruktur des Stadt- bezirkes Nippes befragt. Dabei wurde dazu aufgerufen, mittels eines kartenbasierten Tools, zu Defiziten und Potenzialen in der Grünraumstruktur Nippes standortbezogen Rückmeldung zu geben. Die Anregungen der Bürger*innen waren für alle einsehbar, sodass diese gegenseitig kommentiert und ergänzt werden konnten. Auf diesem Wege sind circa 700 Rückmeldungen bei der Stadt Köln eingegangen. Diese wurden im Nach- gang sortiert, ausgewertet und in die im Folgenden beschriebenen Clusterbegriffe zusammengefasst. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse für die analoge Beteiligungswerk- statt in einem interaktiven Arbeitsmodell mit Luftbildern der Stadtteile grafisch aufbereitet. Bürger*innenwerkstatt Die zentrale Veranstaltung des Verfahrens stellte eine Beteiligungswerkstatt dar, wel- che am 05. Mai 2024 im Altenberger Hof im Stadtteil Nippes stattfand. Zu Beginn der Werkstatt wurde eine Einführung in den Prozess und den bestehenden Master- plan durch die Stadt Köln gegeben. Darüber hinaus wurde eine Übersicht der Rückmel- dungen und Zwischenergebnisse des On- line-Dialogs vorgestellt. Anschließend hat- ten die Teilnehmer*innen der Werkstatt die Möglichkeit, entlang von drei Arbeitsinseln, die unterschiedliche Bereiche des Stadtbezir- kes abbildeten, ihre Vorstellungen und Ideen einzubringen. Methodisch wurde die Werk- statt durch ein physisches Arbeitsmodell mit Luftbildern des Bezirks im Maßstab 1: 2.500 begleitet, auf dem die Bürger*innen dann interaktiv ihre Anregungen mit Klebezetteln verorten und einbringen konnten. Auf dem Luftbild waren zudem bereits die Anregun- gen und Kommentare aus dem Online-Dia- log lokalisiert. Die analogen Anregungen aus dem Werk- stattverfahren wurden anschließend digitali- siert und zusammen mit den Online-Beiträ- gen in ein digitales Raummodell übersetzt. In der folgenden Auswertung werden auf zwei Betrachtungsebenen die Rückmeldungen des Beteiligungsprozesses aufgeschlüsselt: Zunächst werden die von der Bevölkerung vorgeschlagenen Maßnahmen und Wünsche handlungsorientiert auf der Ebene des Ge- samtbezirkes zusammenfassend dargestellt. Anschließend werden für die einzelnen Stadt- teile Nippes spezifische Handlungsempfeh- lungen beschrieben. Die auf Stadtteilebene benannten möglichen Maßnahmen werden durch Grafiken bzw. typologische Darstellun- gen ergänzt, die einen möglichen Lösungs- ansatz konzeptionell illustrieren und einer späteren, planerischen Konkretisierung ein- zelner Bausteine Orientierung geben können. Die beschriebenen Maßnahmen, die sich in den Steckbriefen finden, spiegeln die Rück- meldungen der Bürger*innen wider. Sie stel- len daher noch keine konkreten Planungen oder Projektbausteine dar, können jedoch dabei helfen, bei späteren Konkretisierungen und Planungen die vor Ort notwendigen und gewünschten Maßnahmen besser zu erken- nen und diese vorzubereiten. MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 17 Abbildung 5 E indrücke der Bürger*innen Werkstatt Quelle stadtland IMPULS Eine erste Orientierungshilfe für die Aus- wahl von möglichen kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen bietet die Kennzeichnung von sogenannten „Quick Wins“. Diese kennzeich- nen mögliche kleinere, gezielte Eingriffe oder ergänzende Maßnahmen in bestehenden Grünflächen oder öffentlichen Räumen (z.B. fehlendes Stadtmobiliar, Pflanzung einzelner Bäume), mit deren Hilfe an bestimmten Stel- len eine kurzfristige Verbesserung der grü- nen Infrastruktur erzielt werden könnte. Die Kennzeichnung solcher „Quick Wins“ kann dazu beitragen, ohne größere Aufwände eine schnellere Umsetzung gezielter Einzelmaß- nahmen zu ermöglichen. 18 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES WERKSTATT MODELL - NIPPES Abbildung 6 Werkstattmodell Quelle: stadtland IMPULS ÜBERSICHT ALLER RÜCKMELDUNGEN MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 19 20 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES CLUSTERBEGRIFFE - LEGENDE DER AUSWERTUNG Um sowohl bei der Auswertung der Online-Beiträge als auch der Werkstatt-Beiträge eine einheitliche Betrachtung und Übersichtlichkeit zu ermöglichen, wurde eine Clusterung in vier Oberkategorien vorgenommen: Mehr Grün, Mehr Vielfalt, Weniger Konflikte und Sofortmaßnahmen. Innerhalb dieser thematischen Cluster wurden zudem noch weitere Unterpunkte und Maßnahmenpakete unterschieden. CLUSTER MEHR GRÜN IN BESTEHENDEN PARKS / GRÜNFLÄCHEN Vorhandene Grünflächen sollen durch mehr Pflanzen und Bäume aufgewer- tet werden, es soll auf Pflege und Instandhaltung Wert gelegt werden AUF ÖFFENTLICHEN FLÄCHEN Auf öffentlichen Potenzialflächen sollen neue Grünflächen errichtet werden AUF PRIVATEN FLÄCHEN / AN UND AUF GEBÄUDEN Private Flächen, insbesondere Fassaden und Dächer, können einen wichtigen Beitrag zur Grünraumstruktur leisten, weswegen Dach- und Fassadenbegrü- nung vielerorts mitgedacht werden sollte und Entsiegelungspotenziale auch auf privaten Flächen eingebunden werden AUF ÖFFENTLICHEN STRASSEN / WEGEN Straßen und Wege sollen begrünt werden, um der Versiegelung entgegenzu- wirken und mehr Qualität für Aufenthalt und Fortbewegung in diesen Räu- men zu erreichen MASSNAHMEN ZUR KLIMAWANDELANPASSUNG Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen im städtischen Raum ange- passte Maßnahmen vollzogen werden, beispielsweise Entsiegelung und die Schaffung von Retentionsflächen MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 21 CLUSTER MEHR VIELFALT ARTENVIELFALT Erhaltung bzw. Schaffung neuer Flächen, die zum Erhalt der Artenvielfalt und Biodiversität dienen und z.B. wichtigen Insekten Lebensraum bieten ESSBARES / ANEIGNUNSGRÜN Erhalt bzw. Schaffung von Flächen, die zur städtischen Lebensmittelproduk- tion im kleineren Maßstab dienen, z.B. Urban-Gardening PLATZGESTALTUNG / QUARTIERSPLATZ / TREFFPUNKT Erhalt, Aufwertung und Schaffung von Quartiersplätzen und Treffpunkten zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und sozialen Interaktion im Stadtteil AKTIVE NUTZUNGEN / SPIEL UND SPORT Aufwertung und Schaffung von Flächen für sportliche und spielerische Aktivi- täten FUSS- UND RADWEG Aufwertung und Schaffung von Fuß- und Radwegen, um Verbindung zwi- schen den Grünflächen sowie deren Zugänglichkeit zu verbessern HUNDEFLÄCHEN Bestehende Hundewiesen sollen in ihrer Nutzung optimiert, und neue Hun- defreilaufzone ausgewiesen und abgegrenzt werden, um Nutzungskonflikte zu vermeiden 22 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES CLUSTERBEGRIFFE - LEGENDE DER AUSWERTUNG CLUSTER WENIGER KONFLIKTE EINSCHRÄNKUNG DER MOBILITÄT / BEWEGUNG Konflikte durch fehlende Wege für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen; verschiedene Verkehrsformen kommen sich in die Quere oder lösen Gefah- rensituationen aus LÄRMVERSCHMUTZUNG DURCH VERKEHR Hohe Lärmbelastung durch Autos, Busse, LKW und Eisenbahn MANGELNDE UNTERHALTUNG / PFLEGE Bestehende Grünflächen werden nicht ausreichend gepflegt bzw. instandge- halten MANGELNDE ZUGÄNGLICHKEIT / ERREICHBARKEIT Grünflächen bleiben versperrt oder es mangelt an ausreichenden Fuß- und Radwegen KONFLIKTE MIT RUHENDEM VERKEHR Parkende Autos bzw. Parkflächen schränken die Nutzung von Grünflächen oder die Nutzung von Fuß- und Radwegen ein MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 23 CLUSTER MASSNAHMEN AUFENTHALTSMÖGLICHKEITEN Hinweis auf die Einrichtung ausreichend qualitativer Sitzmöglichkeiten zum Verweilen TRINKWASSERSPENDER / BRUNNEN Hinweis auf den Bedarf an kostenlosen Trinkwasserspendern an zentralen Orten MÜLLEIMER Hinweis auf mangelnde Sauberkeit und den Bedarf nach funktionalen Müll- eimern BELEUCHTUNG Hinweis auf mangelnde Beleuchtung: Nachts und in den Wintermonaten zu erhöhen, muss für ausreichend Beleuchtung gesorgt sein SONSTIGE AUSSTATTUNGSELEMENTE Einrichtung weiterer Ausstattungselemente, z.B. Beschattungselemente ÖFFENTLICHE TOILETTEN Hinweis auf den Bedarf qualitätsvoller öffentlichen Toiletten 24 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES NUMERISCHE AUSWERTUNG DES VERFAHRENS CLUSTER MEHR GRÜN Bestehende Grün- flächen stärken Bestehende Parks / Grünflächen 63 Neue Grünflächen schaffen Öffentliche Flächen 86 Dächer und Fassaden begrünen Private Flächen / Gebäude 25 Straßen / Wege begrünen Öffentliche Straßen / Wege 129 Klimafolgeanpassung vornehmen Maßnahmen Klimafolgeanpassung 30 MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 25 CLUSTER MEHR VIELFALT Artenvielfalt 49 bestehende Flächen erhalten 4 neue Flächen schaffen Essbares / 2 Bestand pflegen Aneignungsgrün 15 neue Flächen schaffen Platzgestaltung / 27 bestehende Orte aufwerten Quartiersplatz Treffpunkt 22 neuen Orte schaffen Aktive 14 bestehende Orte aufwerten Nutzungen / Spiel und Sport 26 neuen Nutzungen schaffen Fuß- 47 bestehende Wege optimieren und Radwege 17 neue Fuß- und Radwege herstellen Hundeflächen 23 bestehende Flächen optimieren 7 neue Flächen herstellen 26 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES CLUSTER WENIGER KONFLIKTE Einschränkung der Mobilität / Bewegung 144 Lärmverschmutzung durch Verkehr 47 Mangelnde Unterhaltung / Pflege 24 Mangelnde Zugänglichkeit / Erreichbarkeit 38 Konflikte mit ruhendem Verkehr 30 MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 27 CLUSTER MASSNAHMEN Aufenthaltsmöglichkeiten (Bänke,…)  21 Trinkwasserspender/ Trinkwasserbrunnen 9 Mülleimer 17 Öffentliche Toiletten 11 Beleuchtung 10 Sonstige Ausstattungselemente 32 28 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 29 AUSWERTUNG AUF BEZIRKSEBENE 4 30 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES AUSWERTUNG AUF STADTBEZIRKSEBENE Besonderheiten des Stadtbezirks Nippes Der Stadtbezirk Nippes gehört zu den viel- fältigsten und lebendigsten Stadtbezirken der Stadt Köln. Er umfasst die Stadtteile Bilder- stöckchen, Longerich, Mauenheim, Niehl, Nippes, Riehl, Weidenpesch und liegt am linken Rheinufer, nördlich der Innenstadt und grenzt somit an das „alte“ Köln an. Das bis Mitte des 19. Jahrhunderts primär ländliche geprägte Nippes wurde 1888 in die Stadt Köln eingegliedert. Es folgte im Rahmen des strukturellen Wandels der Industrialisierung eine Weiterentwicklung zum Industriestand- ort mit einem Schwerpunkt auf Eisen- und Metallerzeugnisse. Im Norden grenzt der Stadtbezirk Nippes an den äußeren Grüngürtel mit weitläufi- gen Wiesen- und Waldbereichen, im Süden besteht ein direkter Zugang zum inneren Grüngürtel mit einem vielfältigen und quali- tätsvollen Freiraumangebot. Im Osten grenzt der Stadtbezirk an den Rhein. Zum einen profitiert Nippes von der besonderen Quali- tät und Anziehungskraft der weitläufigen Rheinauenlandschaft. Zum anderen ist der Stadtbezirk insbesondere im Stadtteil Niehl durch die Nähe zum Rhein in Teilen industriell geprägt mit einem Industriehafen und meh- reren bedeutenden Industriefirmen wie Ford und andere. Im Westen schließt der Stadt- bezirk Nippes an den Stadtbezirk Ehrenfeld an. Innerhalb des Stadtbezirks befinden sich viele wichtige Sport- und Freizeitflächen, von denen einige gesamtstädtische Bedeutung haben wie die Flora - der Botanische Garten der Stadt Köln, der Kölner Zoo, die Galopp- rennbahn, der Niehler Strand sowie viele Sport- und Spielplätze, die die Lebensqualität im Veedel fördern. Auch der Nordfriedhof gehört zum Stadtbezirk Nippes, der einen der größten Friedhöfe in Köln darstellt. Eine weitere Besonderheit ist das rund 21 Hektar große Naturschutzgebiet „Am Ginsterpfad“ im Stadtteil Weidenpesch, das in Innenstadt- nähe ein wichtiger Rückzugsort für Flora und Fauna darstellt. Im nördlichen Teil des Stadtbezirks befindet sich zudem eine große forst- und landwirtschaftliche Fläche, die den Übergang zum äußeren Grüngürtel der Stadt Köln bildet. Akteur*innen im Stadtbezirk Der vielfältige und lebendige Stadtbezirk Nip- pes verfügt über ein ausgeprägtes bürger- schaftliches Engagement, das sich in einer Vielzahl von Vereinen und Initiativen wider- spiegelt. Einige dieser Akteursgruppen en- gagieren sich explizit für den Erhalt und den Ausbau qualitätsvoller Grün- und Freiräume in den Stadtteilen. Wir empfehlen, den weite- ren Planungs- und Umsetzungsprozess des Masterplans Stadtgrün in enger Kooperation mit diesen Vereinen und Initiativen durchzu- führen, die zu wichtigen Partner*innen bei der Mitgestaltung und Übernahme von Ver- antwortung grüner Infrastrukturen vor Ort werden können. Wesentliche Aufgaben der Grün- und Freiraumversorgung für den Gesamtbezirk Mit Blick auf die Grün- und Freiraumversor- gung des Gesamtbezirks Nippes wurden im Rahmen der Bürger*innenbeteiligung eini- ge wichtige, übergeordnete Aufgaben und Herausforderungen benannt, die neben der qualitätsvollen Aufwertung von Einzelstand- orten und Bereichen innerhalb der Stadtteile eine besondere Rolle spielen. Ein übergeordnetes Kernanliegen vieler Bür- ger*innen ist die bessere Verknüpfung und Zugänglichkeit vorhandener Grünstruktu- ren mit dem Ziel, ein zusammenhängendes Grün- und Freiraumnetz für den Stadtbezirk und darüber hinaus zu etablieren. Insbeson- dere in Nord-Süd-Richtung zwischen dem äußeren und inneren Grüngürtel – aber auch in West-Ost-Richtung in Richtung Rhein gilt es, neue Grünzüge zu etablieren, die die einzelnen Stadtteile besser miteinander ver- knüpfen und die Erreichbarkeit vielfältiger Freiraumangebote verbessern. Manchmal MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 31 bedarf es nur kleinerer Maßnahmen oder Verbesserungen, um vorhandene Grünräu- me besser zu erschließen und miteinander zu verbinden. So wurden seitens der Bürger*in- nen viele Hinweise gegeben für sogenannte „Quick Wins“ durch einfache Maßnahmen (z.B. Streichung eines Parkplatzes, um Stra- ßenquerung zwischen Nordpark/Klein-Gar- tenanlage und Johannes-Giesberts-Park zu erleichtern). Auch eine stärkere Öffnung vorhandener Grünflächen wie Friedhöfe und Kleingartenanlagen (Weiterentwicklung zu öffentlichen Kleingartenparks) kann bei der Vernetzung bestehender Grünräume unter- stützend wirken. Neben der Herstellung zusammenhängender Grünräume liegt aus Sicht vieler Bürger*in- nen eine weitere, übergeordnete Aufgabe in der qualitätsvollen Weiterentwicklung zen- traler Verkehrsachsen (z.B. Neusser Straße, Niehler Straße) von reinen Straßenräumen hin zu vielfältig nutzbaren Stadträumen im „menschlichen Maßstab“. Dieses Anliegen spiegelt sich in vielfältigen Vorschlägen zur Aufwertung der heutigen Straßenräume auf Stadtteilebene wider: mehr Raum und Auf- enthaltsqualität für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen durch veränderte Stra- ßenquerschnitte, Baumpflanzungen etc.. Auf diese Weise können die heutigen „Durch- fahrtsstraßen“ wieder zu wichtigen Lebens- räumen und Verbindungen innerhalb des Stadtbezirks und darüber hinaus werden. Abbildung 7 Eindrück der Bürger*innen Werkstatt Quelle Stadtland IMPULS 32 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES WERKSTATT MODELL - NIPPES DIGITALISIERUNG ALLER RÜCKMELDUNGEN MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 33 Abbildung 8 Digitalisierung des Werkstatt Modells Quelle: Stadtland IMPULS 36 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES ÜBERGEORDNETE MASSNAHMEN UND IDEEN Stadtteilübegreifende Konzepte und Planungen Grünzug Nippes Für den Stadtbezirk Nippes existieren heu- te bereits einige Konzepte und Planungen für neue stadtteilübergreifende Grünräume. Hierbei ist u.a. die bestehende Planung für einen neuen Grünzug entlang der Hochbahn in West-Ost-Richtung zu nennen, die in den nächsten Jahren realisiert werden soll. Hierbei soll stadtteilübergreifend die ehe- malige Vorhaltefläche der Stadtautobahn „Niehler Gürtel“zwischen Merheimer Straße und Amsterdamer Straße zu einer zusammen- hängenden Parklandschaft weiterentwickelt werden. Im Juni 2024 erhielt die Stadt Köln die bewilligung der Fördermittel. Hier können inmitten dicht besiedelter Siedlungsstruktu- ren vielfältige, städtische Freiraumnutzungen einer multifunktionalen Grünen Infrastruktur realisiert und miteiinander verknüpft werden: Von attraktiven Spiel- und Sportflächen, über Naherholungsräume für jung und alt, ökolo- gisch wertvolle Stadtnatur bis hin zu Maßnah- men der Klimawandelanpassung (Retentions- flächen). Einige Bürger*innen wünschen sich hierbei eine enge Kooperation mit angrenzen- den Schulen und weiteren sozialen Einrich- tungen im Sinne außerschulischer Lern- und Erfahrungsräume. Abbildung 10 Teilabschnitte des Grünzug Nippes. Quelle: Stadt Köln MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 37 Ausbau eines stadtteilübergreifenden Rad- und Fußwegenetzes Den Stadtteilen des Stadtbezirks Nippes fehlt es an stadtteilübergreifenden Wegenetzen, welchen die Durchwegung innerhalb des Stadtbezirks erleichtern. Durch die Entwicklung eines zusammenhän- genden Frei-und Grünraumnetzes können auch Fuß- und Radwege hoher Qualität herge- stellt werden und damit der Stadtbezirk siche- rer und erlebbarer gestaltet werden. Durch den Aufbau eines solchen Wegekonzep- tes könnten die stark frequentierten Hauptver- kehrsstraßen entlastet und Verbindungen in Nord-Süd sowie in Ost-West-Richtung qualita- tiv aufgewertet werden. Eine Synchronisation und Potenzialanalyse wäre im Kontext eine möglichen MIV-Grundnetzes zu denken. Da- rüber hinaus sind verkehrstechnische Anpas- sungen im Kontext von verkehrsplanerischen Richtlinien zu denken, welche teils bereits einen Paradigmenwechsel anstreben. 38 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES Ortsungebundene Maßnahmen und Vorschläge Im Zuge des Beteiligungsprozesses wurden neben ortsspezifischen Hinweisen auch eine Reihe übergeordneter Maßnahmen und Strategien beschrieben, die aus Sicht der Bürger- schaft ortsunabhängig zum Einsatz kommen könnten und unabhängig von Einzelstandor- ten für den gesamten Stadtbezirk sinnvoll wären. Dac h-, Fassaden- und Hofbegrünung Dach- und Fassadenbegrünungen bieten so- wohl Umwelt- als auch Energievorteile, indem sie die Luftqualität verbessern, die städtische Hitze reduzieren und den Energiebedarf für Hei- zung und Kühlung senken. Nicht zuletzt fördern Begrünungsmaßnahmen die Biodiversität und verbessern nebenbei das Stadtbild. Begrünte Höfe und Vorgärten mit Bäumen und Schatten bieten darüber hinaus wertvollen Rückzugs- raum für Menschen. Pflanzen und Tiere in der Stadt (Stadtnatur). Vor dem Hintergrund des Klimawandels und immer heißerer Tempera- turen in der Stadt sind Konzepte gefragt, wie kühle Schattenräume als „Oasen“ in der Stadt- landschaft allen Bewohner*innen (unabhängig von eigenen Höfen oder Gärten) zugänglich gemacht werden können. Einige Bürger*innen haben darüber hinaus Bedarf an fachlicher Bera- tung und Begleitung. Vi ele Bürger*innen haben eine verbessertes (Regen)Wassermanagement im Stadtbezirk vorgschlagen. Die bei Starkregenereignissen anfallenden, größeren Wassermengen können durch Retentionsflächen auf begrünten Dächern und Freiflächen zurückgehalten, in Zisternen gespeichert und bei Bedarf wieder zur Bewäs- serung freigegeben werden. Auch sind Filter- systeme denkbar, die das anfallende Regen- wasser, bevor es in das Grundwasser oder in Gewässer gelangt, reinigen und wieder vor Ort zur Verfügung stellen. Zudem können offene Wasserflächen und begrünte Retentionsflächen die Aufenthaltsqualität in den Quartieren ver- bessern und das Mikroklima verbessern. Regenwassermanagement MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 39 Viele der gewünschten, neuen räumlichen Qua- litäten hängen davon ab, inwiefern es gelingt, durch eine Neuorganisation von Parkplatzflä- chen neuen Freiraum zu gewinnen. Ein überge- ordnetes Mobilitätskonzept in Verbindung mit einem Parkraummanagement auf Stadtteil-/ Stadtbezirksebene kann dazu beitragen, not- wendige Parkplätze zu bündeln und flächenspa- render zu organisieren. Der wiedergewonnene Freiraum kann durch Multikodierung und fle- xible Raumangebote vielfältige Nutzungen und Mehrwerte vor Ort ermöglichen: Entsiegelung von Oberflächen, Begrünung durch Baumpflan- zungen, multifunktional nutzbare Stadträume, Fläche für Stadtnatur. Eine stadtteilübergrei- fende Potenzialflächenanalyse könnte dazu beitragen, Flächen mit hohem Entsiegelungs- potenzial zu identifizieren und eine effektive wie nachhaltige Nutzung vorhandener Ressourcen unterstützen. Neue Freiräume durch übergeordnetes Park- raummanagement – Entsiegelung von Stell- plätzen und Multikodierung von Flächen Viele Akteur*innen wie Bewohnergruppen, Ver- eine, Initiativen oder Schulen haben im Rahmen der Beteiligung ihre Bereitschaft ihre Bereit- schaft signalisiert, bei der Herstellung qualitäts- voller Grün- und Freiräume aktiv mitzuwirken und vor Ort Verantwortung zu übernehmen. Neben Patenschaften für Baumbeete, „pocket parks“ sind auch temporäre, mobile Infrastruk- turen wie urban-gardening-Module, vielfältig nutzbares Stadtmobiliar, „Wanderwälder“ etc. vorstellbar, die ein verändertes Bewusstsein für ungenutzte Flächen sowie für neue Stadt- und Landschaftsraum-Qualitäten schaffen. Maßnah- men dieser Art fördern nachhaltige, kooperative Stadtentwicklung, bieten Flexibilität für kurzfristige Grünflächeninitiativen und eröffnen die Möglich- keit, langfristige Projekte vorzubereiten und zu testen. Kooperation mit Akteursgruppen und Initiativen vor Ort 40 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 41 5 AUSWERTUNG AUF STADTTEILEBENE 42 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF NIPPES Mögliche Maßnahmen für den Stadtteil Nippes Der Stadtteil Nippes ist in besonderer Weise durch eine hohe Dichte und lebendige Viel- falt von Nutzungen geprägt. Die Bürger*innen wünschen sich für Nippes eine qualitäts- volle Fortentwicklung vorhandener Verkehrsachsen von Straßenräumen zu lebendigen Stadträumen hoher Aufenthaltsqualität, die der Vielfalt und Lebendigkeit des Veedels gerecht wird. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen verfügt Nippes zwar über eine Viel- zahl vorhandener Grünflächen und Freiräume. Eine gute Zugänglichkeit in alle Richtungen sowie eine Verbindung der Grünräume zu einem zusammenhängenden Freiraumnetz fehlt jedoch bislang. Besondere bestehende Grün- und Freiraumstrukturen Der Stadtteil Nippes zeichnet sich bereits durch eine vielseitige Wohn- und Nutzungs- struktur aus, die eine Reihe unterschied- licher qualitätsvoller Grünflächen integriert. Wichtige Naherholungsflächen stellen dabei der Lohsepark, der Johannes-Giesberts-Park und das Nippeser Tälchen dar, die es in ihrer Bestandsqualität zu schützen gilt. Zukünf- tig können diese jedoch insbesondere mit Blick auf Artenvielfaltsflächen noch weiter- entwickelt und durch Freiraumangebote für alle Nutzer*innengruppen ergänzt werden. Auch bestehen bereits eine Vielzahl an Quar- tiersplätzen, die jedoch durch zusätzliche Begrünung und Ausstattungselemente in ihrer Qualität gesteigert werden können. Die zentralen Verkehrsachsen, der Niehler Straße und der Neusser Straße, bieten ein vielsei- tiges Nutzungsangebot. Bezüglich Aufent- haltsqualität für Fußgänger und Radfahrer, Abbildung 11 Eindrücke aus dem Stadtteil Nippes Quelle Apple Karten MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 43 und Querungsmöglichkeiten der Straßenräu- me gibt es jedoch aus Sicht der Bürger*innen jedoch großen Handlungsbedarf. Aufgaben und Handlungsempfehlungen Als lebendiger Stadtteil mit einer hohen Nut- zungsvielfalt können die zentralen Straßen- räume noch mehr zu echten Stadträumen werden. Neue Straßenquerschnitten können die Aufenthalts- und Durchwegungsqualität steigern, vor allem attraktiver für Fußgän- ger*innen und Radfahrer*innen gestalten. Quartiersplätze sollten im Stadtteil mög- lichst multifunktional und zielgruppengerecht ausgestattet werden. Die gewünschte Band- breite reicht dabei von schattenspendenden Baumpflanzungen über Sitzmöglichkeiten bis hin zu flexiblen Spiel- und Sportangeboten. Darüber hinaus können Entsiegelungsmaß- nahmen, z.B. durch die Neuorganisation von Parkplätzen, und Retentionspotenziale aktiviert werden, um eine klimatische Ver- besserung des Stadtteils zu unterstützen. Die Grünflächen im Quartier bringen bereits heute eine hohe Qualität mit, können aber im Sinne ein größeren zusammenhängenden Grünstruktur weitergedacht und vernetzt werden. Stellenweise bietet sich die Stei- gerung der Nutzungsvielfalt innerhalb der Grünflächen an, um für die vielseitigen Nut- zergruppen und eine stärkere Artenvielfalt entsprechende Angebote vorzuhalten. Abbildung 12 Verortung des Stadtteils Nippes im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 44 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VERORTUNG DER VORSCHLÄGE Abbildung 13 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Nippes. Quelle: Stadtland IMPULS MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 45 46 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 47 48 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF NIPPES Zentrale Orte mit Handlungsschwerpunkten Neusser Straße (1) Die Neusser Straße verbindet die Kölner In- nenstadt mit den Stadtteilen des Stadtbezirks Nippes. Sie durchzieht ganz Nippes in Nord- Süd-Richtung und stellt die wichtigste Ver- kehrsachse und Einkaufsstraße des Stadtteils dar. Noch mehr als die Niehler Straße nimmt die Aufenthaltsqualität des Straßenraums in Richtung Norden stetig ab. Durch die vielfältige Nutzung bietet die Neusser Straße ein großes Potenzial zur Umgestaltung. Auch hier stellen sich die Bürger*innen einen qualitativen Stadt- raum vor und nicht einen Straßenraum, der von PKWs beherrscht wird. In Abstimmung mit der Verkehrsplanung, bietet sich eine Verkehrsberu- higung an. Gleichzeitig sollte das Radwegenetz weiter für eine sichere Teilnahme am Straßen- verkehr ausgebaut werden. In Abstimmung mit der Verkehrsplanung der Stadt wünscht sich die Bevölkerung hier zusätzlich bessere und sichere Querungsmöglichkeiten. VOM STRASSENRAUM ZUM STADTRAUM Die Niehler Straße stellt innerhalb des Stadt- bezirks eine wichtige Nord-Südverbindung dar, die von Nippes nach Niehl verläuft. Zukünftig bietet sie das Potenzial einer umfassenden Umgestaltung. Bislang dominierte der MIV die Straßenraumgestaltung, die nach Vorstellung der Bürger*innen zukünftig zu einem qualitäts- vollen Stadtraum fortentwickelt werden sollte. In Abstimmung mit der Verkehrsplanung der Stadt wünschen sich die Bürger*innen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der damit einhergehenden Gefährdung von Sicherheit für Fußgänger*innen und Radfahrende eine ent- sprechende Verkehrsberuhigung und Entschleu- nigung des Straßenraums. Im gleichen Zuge sollte das Parkplatzangebot neu sortiert und nach Möglichkeit zentral gebündelt werden, um nutzbaren Freiraum zu gewinnen. Außerdem kann eine verbesserte Infrastruktur für Fahr- radfahrer*innen und Fußgänger*innen inklusive Begrünung die Aufenthalts- und Durchfahrts- qualität der Niehler Straße deutlich erhöhen. Niehler Straße (2) MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 49 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Die Kempener Straße ist heute durch hohe Nutzungskonflikt verschiedener Verkehrsteil- nehmer*innen sowie nur teilweise ausgebau- te Fuß- und Radwege charakterisiert. Diese könnten qualifiziert werden und die Kempe- ner Straße zu einem vielseitig genutzt Stadt- raum fortentwickelt werden. Im Rahmen des „Tages des guten Lebens“ wurde die Kempe- ner Straße 2023 bereits temporär für einen Tag zum lebendigen Stadtraum umgenutzt. Durch temporäre und mobiles Stadtmöbel und Begrünungselemente könnte die Auf- enthaltsqualität kurzfristig gesteigert wer- den. Kempener Straße (3) Durch die Reduktion des Straßenquer- schnitts von vier auf zwei Spuren bestünde die Chance, die Merheimerstraße zu einem qualitätsvollen Stadtraum hoher Aufenthalts- qualität weiterzuentwickeln. Durch ergänzen- de Baumplanzungen als Allee könnte zudem eine qualitative Wegeverbindung zwischen Nippes und Mauenheim entstehen. Merheimer Straße (4) Die Schillstraße verläuft entlang des Schill- platzes und beeinflusst die Aufenthaltsquali- tät und Sicherheit des Platzes. Die Bürger*in- nen sehen auf dieser Straße das Potenzial, eine Spielstraße zu gestalten. Dies würde den Schillplatz in seiner Aufenthaltsqualität aufwerten und einen qualitätsvollen Treff- punkt fürs Quartier schaffen. Schillplatz / Schillstraße (5) 50 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES Viele Bürger*innen wünschen sich eine Auf- wertung des Dreiecksplatzes am Nippes Tower an der Stadtbahnhaltestelle Florast- raße. Während auf der gegenüberliegenden Seite der Neusserstraße mit dem „Em Golde Kappes“-Biergarten bereits eine gewisse stadträumliche Qualität existiert, fehlt es im Bereich der Unterführung des Nippes Tower gänzlich an Aufenthaltsqualität. Eine Entsie- gelung des Platzes in Verbindung mit Baum- pflanzungen könnte bereits zu einer erheb- lichen Aufwertung des Bereiches führen. Dreiecksplatz am Nippes Tower / Florastr. (6) VIELSEITIG GESTALTETE QUARTIERSPLÄTZE Viele der Bewohner*innen des in den letzten Jahren neu entstandenen Clouth-Quartiers wünschen eine qualitätsvolle Weiterentwick- lung des öffentlichen Raums, damit dieser vielfältigen Nutzungsansprüchen gerecht werden kann. Dies gilt insbesondere für den in erster Linie auf den MIV ausgelegten Straßenraum (fehlende Stadtraumquali- tät) aber auch für den zentral gelegenen Luftschiffplatz. Im Rahmen dessen wurde im Modul 1 des sog. „LebeVeedel-Konzep- tes“ eine intensivere Begrünung des Luft- schiffplatzes gefordert. Die Bürgerinitiative „LebeVeedel“ setzt sich darüber hinaus für ein grüneres Clouth Quartier ein. Der neu errichtete Quartiersplatz bietet aus Sicht der Bürgerschaft große Potenziale für ergänzen- de Bepflanzungen mit schattenspendenden Bäumen und eine Förderung der Biodiversi- tät auf bestehenden Wiesenflächen. Luftschiffplatz (Clouth-Quartier) (7) MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 51 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Schon heute übernimmt der Wilhelmplatz die Funktion eines vielfältigen Markplatzes fü r den Stadtteil (Wochenmarkt, Flohmärkte, kulturelle Veranstaltungen). Die Bürger*innen wünschen sich zur Steigerung der Aufent- haltsqualität in Teilen eine Entsiegelung des Platzes und mehr Baumpflanzungen und mobiles Grün, um auch außerhalb der Markt- zeiten den Platz vielfältig nutzen zu können, ohne die Multifunktionalität und Flexibilität des Platzes zu gefährden. Wilhelmsplatz (8) Der Quartiersplatz in der Turmstraße, der gleichzeitig vom Bürgerzentrum Nippes ge- nutzt wird, bietet sich für eine Entsiegelung und Aufwertung des Vorplatzes an, um einen qualitativen Aufenthaltsort im Quartier zu schaffen Kurzfristig kann dies durch zu- sätzliche Bänke und punktuelle Begrünung ermöglicht werden. Quartiersplatz Turmstr. (Bürgerzentrum) (9) Die bestehende Parkplatzfläche an der Niehler Straße / Ecke Wilhelmsstraße bietet derzeit ausschließlich Raum für Car-Sharing- Angebote und Stellplätze für den MIV der Nachbarschaft. Diese teils unorganisierten Stellplätze gilt es zu komprimieren und neu zu organisieren. Durch ein kluges Flächen- management können eine Teilentsiegelung der Fläche erzielt und somit neue Aufent- haltsbereiche geschaffen werden. Neugestaltung Parkplatz Niehler Str. (10) Im Bereich der Kleingartenanlagen im Sech- zigviertel könnte die Durchwegung und Zu- gänglichkeit langfristig für Bewohner:innen des Stadtteils verbessert werden. Die Nut- zung durch Fußgänger*innen und Fahrrad- fahrer*innen würde eine Anbindung an die Innenstadt Kölns langfristig verbessern. Kleingartenanlage Sechzig-Viertel / Flora e.V. (11) DURCHLÄSSIGKEIT VON KLEINGÄRTEN 52 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VIELFÄLTIG NUTZBARE GRÜNFLÄCHEN UND VERNETZUNG VON GRÜNRÄUMEN Das Nippes Tälchen stellt bereits heute durch seine besondere Topographie und der vor- handenen Grünstruktur eine der wertvollsten und intensivsten genutzten Grünflächen des Stadtteils dar. Seitens der Bürger*innen wird großes Potenzial gesehen ausgehend vom Kernbereich die vorhandenen Grünraumqua- litäten zu weiter stärken und fortzuführen (z.B. Förderung von Biodiversität). Dies gilt insbesondere in Richtung Norden mit einer Fortführung des Grünraums durch den avi- sierten Grünzug entlang der Hochbahn. Nippeser Tälchen (mit angrenzenden Grünflächen) (11) Der Lohsepark liegt im Süden von Nippes angrenzend zur Innenstadt und ist für die Bürger*innen bereits heute eine vielfältig ge- nutzte, wertvolle Grünfläche. Der Park bietet, über die bestehende Qualität hinaus, ein gro- ßes Potenzial für mehr Artenvielfaltsflächen und zusätzliche Baumpflanzungen. Des Weiteren bietet die Fläche des ehemaligen Getränkemarkts Potenzialraum für ergänzen- de, gemeinschaftliche Projekte wie beispiels- weise Urban Gardening. Lohsepark (innerer Grüngürtel Nord) (13) Die Parkfläche des Nordparks liegt zwischen der Niehler und der Amsterdamer Straße und ist für die umliegenden Bewohner*innen schon heute eine wichtige, multifunktional genutzte Grünfläche und Wegeverbindung. Die Grünfläche weist ein besonderes Poten- zial für eine verstärkte Förderung der Arten- vielfalt in der Stadt auf. In dem Zuge wird auch ein behutsames Pflegekonzept für die Grünfläche gewünscht. Ein überarbeitetes Wegekonzept könnte dazu beitragen, eine bessere Durchwegung des Parks unter Be- rücksichtigung des Artenschutzes sicherzu- stellen. Nordpark (14) MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 53 Quick Wins: Kleinere, potenzielle und gezielte Maßnahmen zur Qualifizierung bestehender (grün) Strukturen Bereits heute besteht die Möglichkeit, über eine Durchwegung der südlich angrenzenden Kleingartenanlage vom Nordpark fußläufig in den Johannes-Giesberts-Park zu kommen. Durch Aufwertung dieser Wegebeziehung und v.a. eine verbesserte Querung der Xan- tener Straße (Wegnahme eines Parkplat- zes) kann mit einfachen Mitteln diese wichti- ge Grünraumverbindung gestärkt werden. Der Johannes-Giesberts-Park ist bereits heute eine wichtige Grünfläche des Stadtteils Nippes und grenzt an das Clouth Quartier. Hier werden seitens der Bürger*innen v.a. Verbesserungen der Wegverbindungen so- wie eine bessere Anbindung an umliegende Quartiere vorgeschlagen. Zudem wünscht sich die Bevölkerung eine Verbesserung der Biodiversität und Steigerung der Nutzungs- vielfalt. Im Frühjahr 2023 hat ein separates Beteiligungsverfahren stattgefunden. Johannes-Giesberts-Park (15) Die entlang der Stadtteile Nippes, Weiden- pesch sowie Niehl und Riehl verlaufende Hochbahntrasse soll langfristig zu einem qualitativen Grünraum weiterentwickelt wer- den, welcher die Anbindung der Stadtteile an den Rhein und die Rheinauen verbessert. Im Zuge dessen besteht die Chance neue Formen des wohnraumnahen Grünraums zu schaffen. Das Teilstück zwischen Niehler Gürtel und Amsterdamer Straße soll im Zuge dessen entsiegelt und zu einer zusammen- hängenden Parklandschaft weiterentwickelt werden. Ein separates Beteiligungsverfahren fand im Jahr 2021/2022 statt. Grünzug entlang der Hochbahn (16) 54 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF RIEHL Mögliche Maßnahmen für den Stadtteil Riehl Der Stadtteil Riehl zeichnet sich bereits heute durch ein hohes Maß an qualitätsvollen Grün- und Freiraumangeboten aus. Diese Angebote gilt es in ihrer Qualität zu bewahren und durch ergänzende Grünmaßnahmen anzureichern. Besondere bestehende Grün- und Freiraumstrukturen Der Stadtteil Riehl besticht durch die direkte Nähe zum inneren Grüngürtel sowie durch seine Nähe zum Rhein und den Rheinauen. Hinzu kommen die Flora als städtischer Bo- tanischer Garten und der Kölner Zoo, die mit ihrer besonderen Freiraumqualität und den einzigartigen Nutzungsangeboten nicht nur für die angrenzende Nachbarschaft, sondern auch über den Stadtteil hinaus besondere Anziehungskraft entfalten. Die Siedlungs- strukturen des Stadtteil Riehl sind geprägt durch gründerzeitliche Blockrandbebauung und ein hohes Maß an wohnraumnahen Grün- und Aufenthaltsflächen. Der Stadtteil grenzt in Osten an den Rhein und schafft mit den Rheinauen ein wichtigen Baustein der Grünraumversorgung im Stadtteil. Darüber hinaus sind die Flora mit dem botanischen Garten zu benennen. Abbildung 14 Eindrücke aus dem Stadtteil Riehl Quelle Apple Karten MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 55 Aufgaben und Handlungsempfehlungen Während die Siedlungsstrukturen bereits über einen guten Zugang zu öffentlichen bzw. halböffentlichen Grünstrukturen ver- fügen, gilt es insbesondere die Verknüpfung der vorhandenen Grünräume sowie deren Durchwegung auf Stadtteilebene und darü- ber hinaus zu verbessern (Stichwort: Grün- zug Nippes). Darüber hinaus erfordern die Riehler Heimstätten ein angepasstes Nut- zungsangebot für Senior*innen und beson- ders kurze Wege und Zugänge zu qualitati- ven Grün- und Freiraumangeboten. Abbildung 15 Verortung des Stadtteils Riehl im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 56 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VERORTUNG DER VORSCHLÄGE Abbildung 16 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Riehl. Quelle: Stadtland IMPULS MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 57 58 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF RIEHL Zentrale Orte mit Handlungsschwerpunkten Die Stammheimer Straße im Stadtteil Riehl ist ein Straßenraum, der vom ruhenden Verkehr dominiert wird, Konflikte mit Fuß- gängern hervorruft und den Bewohner*innen wenig Aufenthaltsqualität verschafft. Ziel ist eine qualitative Weiterentwicklung des monofunktionalen Straßenraums zum Stadt- raum mit Aufenthaltsqualität sowie die Kom- primierung und Rücknahme des ruhenden Verkehrs. Darüber hinaus ist eine partielle Begrünung des Straßenraums gewünscht. Qualifizierung der Stammheimer Str. (1) VOM STRASSENRAUM ZUM STADTRAUM Di e bestehenden Grünflächen an der Ecke Rieh- ler Tal – Stammheimerstraße bleiben mit einer kleinen Rasenfläche, einem Baum und zwei Bänken deutlich hinter ihren Möglichkeiten zu- rück. Ergänzende Bepflanzungen und attrak- tive Aufenthaltsmöglichkeiten könnten den Platz zu einem qualitätsvollen Quartierspark für Mensch und Natur in der Stadt aufwerten. Grünfläche Riehler Tal / Stammheimer Str. (2) VIELFÄLTIG NUTZBARE GRÜNFLÄCHE Di e Barbarastraße liegt zwischen Amsterdamer Straße und Boltensternstraße, und grenzt an den Blumengroßhandel und das Bundesverwal- tungsamt Köln. Hier fordern die Bürger*innen eine Entsiegelung und Bündelung der Flächen des ruhenden Verkehrs, um das Grün- und Freiflächenangebot entlang der Straße zu erwei- tern. Parkplatzfläche an d. Barbarastraße (3) VIELSEITIG GESTALTETER QUARTIERSPLATZ MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 59 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Das Riehler Plätzchen befindet sich direkt vor dem Nebeneingang des Zoos und inte- griert derzeit eine kleine Grünfläche sowie eine große Parkplatzfläche. An diesem Ort besteht ein großes Potenzial für einen quali- tätsvollen Quartiersplatz mit einem vielfälti- gen Nutzungsangebot. Hierfür sollten nach Vorstellung der Bürger*innen die vorhandene Parkplatzfläche entsiegelt und die Grünfläche aufgewertet werden sowie ergänzende Auf- enthaltsmöglichkeiten geschaffen werden. Im Zuge einer Bündelung des ruhendne Ver- kehrs ist eine entsprechende Bedarfsunter- suchung und ein Angebot für alternative Parkmöglichkeiten des Besucher*innenver- kehrs, durchzuführen. Platz am Zoo / Riehler Platz (4) Die Ottfried-Preußler-Grundschule liegt an der Garthestraße zentral im Stadtteil Riehl. Der Schulhof der Schule ist stark versiegelt und bietet wenig Hitzeschutz. Vor diesem Hintergrund benötigt der Schulhof eine Ent- siegelung und verstärkte Begrünung. Schulhof Ottfried-Preußler-Grundschule (5) Im Bereich der Kleingartenanlagen am Niehler Gürtel fehlt es an öffentlichen We- gestrukturen, die für alle zugänglich sind. So sollte die vorhandene Durchwegung der Kleingartenanlage in das übergeordnete We- genetz des Stadtteils eingebunden werden und somit zu einem zusammenhängenden Grün- und Freiraumnetz, welches durch die Bürger*innen erlebbar ist, weiterentwickelt werden. Zugänglichkeit Kleingartenanlage am Niehler Gürtel (6) DURCHLÄSSIGKEIT VON KLEINGÄRTEN 60 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF NIEHL Mögliche Maßnahmen für den Stadtteil Niehl Kernthemen der Öffentlichkeitsbeteiligung waren im Stadtteil Niehl zuvorderst der Um- gang mit stark industriellen und gewerblich geprägten Flächen aus Perspektive des Grün- und Landschaftsraumes. Hierzu gehört neben einer landschaftlichen Aufwertung dieses Bereichs insbesondere eine verbesserte Durchwegung und Erlebbarkeit der Industrie- landschaft. Besondere bestehende Grün- und Freiraumstrukturen Der Stadtteil Niehl ist vorwiegend von groß- maßstäblichen industriellen und gewerb- lichen Nutzungen geprägt. Darunter zählen unter anderem die Ford-Werke sowie der Niehler Hafen. Insbesondere die Ford-Werke stellen dabei eine Zäsur entlang der Rhein- promenade dar, an die im Süden der Niehler Strand angrenzt. Dieser stellt mit seiner abwechslungsreichen Rheinauenlandschaft (Stichwort „Stadt-Natur“) und vielfältigen Nutzungsstruktur schon heute einen be- sonders attraktiven Naherholungsraum von hoher stadtteil- sowie stadtbezirksübergrei- fenden Anziehungskraft dar. Die Siedlungsbereiche von Niehl verfügen über einen geringen Anteil an wohnraum- nahen Grün- und Freiflächen, und sind zu- dem durch hohe Lärmemissionen belastet. Gemeinschaftliche öffentliche Räume in den Siedlungsbereichen sind nur geringfügig vor- handen und konzentrieren sich derzeit vor allem auf den Stadtteil Weidenpesch. Abbildung 17 Eindrücke aus dem Stadtteil Niehl Quelle Apple Karten MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 61 Aufgaben und Handlungsempfehlungen Im Stadtteil Niehl sind neben dem Aufbau von gemeinschaftlichen Quartiersplätzen insbesondere die verbesserte Zugänglichkeit und das Nebeneinander von Industrie und Grünstrukturen als übergeordnete Themen zu benennen. Hierbei geht es nicht nur um eine stärkere Durchgrünung der Industrie- und Gewerbestrukturen, sondern auch um eine an die Nutzungsstrukturen angepasste Wegeführung in Verbindung mit der Insze- nierung/Sichtbarmachung der aktiven „In- dustrielandschaft“. Ergänzendes Straßenbe- gleitgrün sowie die vertikale Begrünung von Industrie- und Gewerbehallen kann dabei zu einer Verbesserung des Stadtklimas beitra- gen. Insbesondere das ehemalige Esso-Ge- lände im Norden Niehls bietet das Potenzial einer neuen qualitativen Grünverbindung, welche das Nebeneinander von Produktion und Grünraum erlebbar gestaltet und den Lückenschluss des äußeren Grüngürtels an den Rhein ermöglicht. Darüber hinaus ist in Niehl die Anbindung an die rechtsrheinischen Stadtteile Kölns von besonderer Bedeutung, die durch einen Brü- ckenschlag über den Rhein (Fußgänger- und Fahrradbrücke) erfolgen und einen zusam- menhängenden Grünraum etablieren könnte. Abbildung 18 Verortung des Stadtteils Niehl im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 62 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VERORTUNG DER VORSCHLÄGE Abbildung 19 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Niehl. Quelle: Stadtland IMPULS MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 63 64 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF NIEHL Zentrale Orte mit Handlungsschwerpunkten Die Emdener Straße verläuft entlang der Ford-Werke und der angrenzenden Gewerbe- flächen. In ihrer Hauptfunktion als klassische, gewerblich genutzte Erschließungsstraße weist sie aktuell keinerlei Aufenthaltsqualität und nur einen geringen Anteil an Grünstruk- turen auf. Ergänzendes, straßenbegleitendes Grün könnte den Straßenzug aufwerten, die Außenwirkung des Industrieareals ver- bessern und eine qualitative übergeordnete Verbindung für Fuß- und Radfahrer*innen herstellen. Emdener Straße (1) GRÜNRAUMVERBINDUNGEN IM STADTRAUM Das Gewerbegebiet Niehl weist eine dichte Versieglung und wenig Grünflächen auf. Über eine Konzentration und Teilentsiegelung vor- handener Parkplatzflächen könnte mehr Platz für Freiraum und Grün im Quartier gewon- nen werden. Überdies könnte durch Dach- und Fassadenbegrünung eine Aktivierung von klimaaktiven Flächen im Gewerbegebiet erfolgen. Gewerbegebiet Niehl (2) Das ehemalige Esso-Gelände im Industriege- biet von Niehl ist eine Brachfläche, die der- zeit nicht vollständig genutzt wird. Aufgrund dessen könnte hier eine Grünvernetzung und Verbesserung der Zugänglichkeit zum Rhein in der Ost-West-Achse geschaffen werden. Ebenso kann eine Anreicherung von Grünflä- chen auch durch temporäre Bepflanzungen ermöglicht werden. Zusätzlich kann die In- dustrie durch grüne Wegeführungen erlebbar gestaltet werden. Die entwickelten Biotope im Bereich des Golfplatzes sollten in jedem Fall erhalten bleiben und geschützt werden. Ehemalige Esso-Gelände und Umgebung (3) MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 65 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Eine Anbindung an den rechtsrheinischen Stadtteil und deren Grünflächen ist bisher nicht vorhanden. Mit einem „Brückenschlag“ über den Rhein (Fußgänger- und Fahrrad- brücke) könnte der Stadtteil Niehl mit seinen Naherholungsflächen an den rechtsrheini- schen Stadtteil Mülheim und dessen Nut- zungsangebote angebunden werden. Als Alternative zu einer baulichen Fuß- und Rad- wegbrücke, wäre eine Fährüberfahrt für Fuß- gänger*innen und Radfahrer*innen denkbar. Eine solche Verlängerung des Äußeren Grün- gürtels über den Rhein wurde im Rahmen eines integrierten Stadtentwicklungskonzep- tes (ISEK) bereits konzeptionell angedacht. Anbindung an die rechtsrheinischen Stadtteile (4) Das Niehler Ei und seine Umgebung ist eine Grünfläche umgeben von Straßen. Hier liegt das Potenzial in einer Verbesserung der An- bindung an das bestehende Fuß- und Rad- wegenetz, sowie im Schutz und der Erweite- rung der bestehenden Stadtnatur. Außerdem wäre eine Einbindung des Gewerbeparks in ein übergeordnetes Grünraumnetz (Grüner Campus Kantine) wünschenswert. Niehler Ei und Umgebung (5) VOM STRASSENRAUM ZUM STADTRAUM Die Sebastianstraße ist der nördliche Auslauf der Niehler Str. und verläuft bis zum Rhein. Aufgrund ihrer Nähe und direkten Anbindung zum Rhein besitzt sie großes Potenzial zu einem qualitätsvollen Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität zu werden. Dies kann unter anderem die Ergänzung von Straßen- begleitgrün sowie die Schaffung von quali- tätsvollen Quartiersplätzen beinhalten. Qualifizierung Sebastianstraße (6) 66 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VIELSEITIG GESTALTETE QUARTIERSPLÄTZE Der Platz an der Ecke Boltener Straße - Nieh ler Damm liegt in unmittelbarer Nähe zum Niehler Hafen und ist stark von Lärm und mangelnder Pflege geprägt. Hier soll- ten Maßnahmen zum Lärmschutz (Niehler Hafen, Einflugschneise des Flughafen Köln- Bonn und gewerblich genutzt Bahntrassen) sowie für eine verbesserte Sauberkeit des Platzes (Mülleimer etc.) durchgeführt wer- den. Platz Ecke Boltensternstraße / Niehler Damm (7) Der bestehende Quartiersplatz an der Nes- selrodestraße / Ecke Niehler Str. weist derzeit einen hohen Versiegelungsgrad und geringe Aufenthaltsqualität auf. Perspektivisch könn- te hier ein wohnraumnaher Quartiersplatz für die angrenzende Nachbarschaft entstehen. Zuvorderst gilt es hierbei die stark versiegel- ten Flächen zu entsiegeln und durch nach- trägliche Begrünung die Aufenthaltsqualität zu steigern. Platz Nesselrodestraße / Ecke Niehler Str. (8) MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 67 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung BLAU-GRÜNE INFRASTRUKTUR Rheinpark Niehl / Niehler Strand (9) Der Rheinpark Niehl mit dem Niehler Strand ist b ereits heute eine wichtige Grün- und Aufenthaltsfläche für den ganzen Stadtbezirk Nippes. Daher sind die Pflege und Instand- haltung dieser Flächen besonders wichtig. Nach Vorstellung vieler Bürger*innen sollten in diesem Bereich mehr Mülleimer und öf- fentliche Toiletten aufgestellt werden, um die Sauberkeit des Standortes sicherzustellen. Die Straße „Am Molenkopf“ sollte darüber hinaus durch Infrastrukturen für Fahrer*innen des Logistikverkehrs ergänzt werden (öffentliche Toiletten, Mülleimer etc), um somit einer Ver- unreinigung des Stadtraums zu vermeiden. Darüber hinaus gilt es die bestehende Stadt- natur in diesem Bereich in ihrer Qualität zu schützen und Artenvielfalt zu fördern. Die Zu- gänglichkeit zu angrenzenden Siedlungsberei- chen sollte verbessert und so gelenkt werden, dass vorhandene ökologische und landschaft- liche Qualitäten nicht gefährdet werden. 68 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF WEIDENPESCH UND MAUENHEIM Mögliche Maßnahmen für die Stadtteile Weidenpesch und Mauenheim Die Stadtteile Mauenheim und Weidenpesch profitieren bereits heute von nahegelegenen Grünflächen und Naherholungspotenzialen. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel, in diesen Stadtteilen eine integrierte Betrachtung der Grünflächen voranzutreiben, die diese in ein zusammenhängendes Grünnetz einbettet sowie innerhalb der Quartiere attraktive Frei- raumangebote schafft. Besondere bestehende Grün- und Freiraumstrukturen Die Stadtteile Mauenheim und Weidenpesch zeichnen sich durch unterschiedliche Grün- flächen aus. Der Nordfriedhof stellt für viele Menschen neben seiner Friedhofsfunktion auch einen zentralen Naherholungsraum bei- spielsweise für Spaziergänge im Grünen dar, der zukünftig mit Artenvielfaltsflächen weiter angereichert werden könnte. Darüber hinaus stellt die Galopprennbahn einen wichtigen Ort dar, der als vielseitig genutzter Raum unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Die zentrale Wiesenfläche könnte zukünftig ihr Potenzial noch weiter ausnutzen und mit ihren bestehenden Wasserflächen noch stär- ker zur Verbesserung der klimatischen Bedin- gungen im Stadtteil beitragen. Die Neusser Straße als zentrale Achse im Stadtteil verfügt heute nur an wenigen Stellen über echte Stadtraumqualität. So könnte der Straßen- querschnitt könnte insbesondere mit Blick auf den Radverkehr und Fußgänger*innen verbessert werden, um für alle Verkehrsteil- nehmer*innen einen sicheren und vielfältig nutzbaren Raum zu ermöglichen. Abbildung 20 Eindrücke aus dem Stadtteil Weidenpesch Quelle A pple Karten MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 69 Aufgaben und Handlungsempfehlungen Die Stadtteile Mauenheim und Weidenpesch profitieren bereits heute von unterschied- lichen Grünflächen. Diese Angebote gilt es jedoch besser zu erschließen und im Sinne eines zusammenhängenden Netzes mitein- ander zu verknüpfen, das von einem entspre- chenden Wegekonzept begleitet wird. Dabei ist eine Vernetzung über den Stadtteil hinaus sowie der Anschluss an größere städtische Grünstrukturen vorstellbar. Darüber hinaus besteht innerhalb der Stadtteile ein großes Potenzial in der Gestaltung von neuen Quar- tierstreffpunkten sowie in der Aktivierung von Brachflächen und damit verbundenen Grünflächenpotenzialen. Auch die bestehen- den Wasserflächen bieten das Potenzial Teil einer zusammenhängenden, blau-grünen Infrastruktur zu werden, die die Klimaan- passung der Stadtteile unterstützt. Darü- ber hinaus wünscht sich die Bürgerschaft ein Konzept zur verbesserten Erschließung von privaten Grünflächen, die insbesondere Innenhöfe aktiviert und für Nachbarschaften zugänglich macht. Abbildung 21 Verortung des Stadtteils Weidenpesch im Stadtbezirk. Qu elle Stadtland IMPULS 70 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VERORTUNG DER VORSCHLÄGE Abbildung 22 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Weidenpesch. Quelle: Stadtland IMPULS MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 71 72 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 73 74 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF WEIDENPESCH UND MAUENHEIM Zentrale Orte mit Handlungsschwerpunkten BLAU-GRÜNE-INFRASTRUKTUR Die Teichlandschaft am Ginsterpfad im Stadtteil Weidenpesch ist bereits heute eine qualitätsvol- le Stadtnaturfläche, die allerdings nur schlecht zugänglich ist. Die Bürger*innen wünschen sich ein Wegekonzept, das unter Berücksichtigung ökologischer Qualitäten den Grünraum besser zugänglich und erlebbar macht. Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und kann entsprechend der Schutzziele nicht für den Be- suchsverkehrs geöffnet werden. Teichlandschaft (1) Der Nordfriedhof ist einer der größten Friedhöfe in Köln. Die Zugänge zum Friedhof sind derzeit limitiert. Die Bürgerschaft wünscht sich vor die- sem Hintergrund insbesondere im nördlichen Teil eine verbesserte Zugänglichkeit, um eine übergeordnete Wegverbindung zwischen dem Heckpfad in Richtung Pallenbergstraße möglich zu machen. Durch seine Funktion als Ort der Ruhe und Besinnung kann der Friedhof zudem als ruhiger Naherholungsort für den Stadtbezirk fungieren. Zusätzlich hat der nördliche Teil des Friedhofs durch seine qualitätsvollen Grünflä- chen das besondere Potenzial, zu einem „Hot- spot“ für mehr Stadtnatur und Artenvielfalt zu werden. Nordfriedhof (2) ZUGÄNGLICHE NAHERHOLUNG Die Pallenbergstraße grenzt an den Nord- friedhof und an die Jesuitenstraße. Hier befindet sich ein ehemaliger Quartierstreff- punkt, der gestalterisch aufgewertet und reaktiviert werden könnte. Der sich dort be- findende Leerstand mit großer Außenanlage bietet besonderes Potenzial für eine Umge- staltung zu einem multifunktionalen, leben- digen Quartiersplatz. Darüber hinaus könnte der reaktivierte Quartiersplatz mit den Grün- flächen am Pallenbergheim durch Straßenbe- gleitgrün verbunden und als zusammenhän- gender Freiraum erweitert werden. Pallenbergstr. / Pallenbergheim (3) VIELSEITIG GESTALTETER QUARTIERSPLATZ MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 75 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Der Platz am Tetzerkamp befindet sich zwi- schen Jesuitengasse und Neusser Straße, weist derzeit eine hohe Konkurrenz verschiedener Verkehrsteilnehmer*innen und eine geringe Aufenthaltsqualität auf. Durch eine Neugestal- tung des Platzes in Verbindung mit der Her- stellung von Verweilmöglichkeiten, mehr Grün und einem Trinkwasserangebot könnte hier ein Quartierstreffpunkt entwickelt werden. Platz am Tetzerkamp (5) Zugang zur Kleingartensiedlung verbessern (6) DURCHLÄSSIGKEIT VON KLEINGÄRTEN Im Norden von Mauenheim liegen einige Klein- gärten, die an den Nordfriedhof angrenzen. Um die Radwegverbindungen im Stadtbezirk zu ver- bessern, und gleichzeitig qualitätsvolle wie si- chere Wegverbindungen zu erhalten, wäre eine verbesserte Zugänglichkeit der Kleingärten notwendig. Hierüber könnte auch ein durch- gängiges Grünraumnetz vom Nippeser Tälchen bis zum Nordfriedhof geschaffen werden. Grünflächen - Schlesischer Platz (7) Die bestehenden Grünflächen am Schlesischen Platz liegen im Rennbahn-Viertel des Stadtteils Weidenpesch und weisen bisher keine gute Zu- gänglichkeit auf. Es besteht das Potenzial, die privaten Grünflächen besser zu vernetzen und für das Quartier zugänglich zu machen. Nach Vorstellung der Bürgerschaft könnte dies durch ein Innenhof-Konzept verwirklicht werden. VERNETZUNG VON GRÜNFLÄCHEN 76 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES Galopprennbahn und Umgebung (8) Die Galopprennbahn befindet sich im Osten von Weidenpesch. Durch ihre Größe, ihre ein- zigartige Struktur in Verbindung mit einem be- sonderen Schutzstatus als Denkmal stellt dieser Bereich bereits heute eine bedeutende Fläche für den Stadtbezirk Nippes dar. Neben der Nut- zung als Pferderennbahn bietet die Fläche das Potenzial für weitere vielfältige Nutzungen und eine verstärkte Förderung des innerstädtischen Artenschutzes. Wünschenswert wäre eine multifunktionale Mehrfachnutzung, ohne die Nutzungsanforderungen der Pferderennbahn zu behindern. Darüber hinaus ist eine öffentli- che Durchwegung sowohl in Nord-Süd als auch in Ost-West-Richtung anzustreben und bietet die Chance einen qualitativen Knotenpunkt für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zu sein. Grünverbindung nach Longerich (9) Nach Vorstellung der Bürgerschaft sollte die verbesserte Grünverbindung von Weiden- pesch über Nippes bis in die Kölner Innenstadt geschaffen werden in Verbindung mit einem sicheren und qualitätsvollen Radweg. Hierfür könnte zwischen der Neusser Straße und dem Simonskaul, entlang der Bahnschienen eine entsprechende Grünachse hergestellt werden. JugendzentrumWC „Grüner Hof“ (10) GEMEINSCHAFTLICHES GRÜN Der Grüne Hof befindet sich im Nordosten von Mauenheim und beschreibt eine Grünfläche, die bislang hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Neben einer verbesserten Zugänglichkeit und Anbindung des Freiraums schlagen die Bür- ger*innen eine qualitätsvolle Fortentwicklung zum Quartiersplatz sowie die Stärkung des vor- handenen Baumbestandes in Verbindung mit einer Förderung der Artenvielfalt vor. Die Fläche befindet sich im Eigentum der GAG. Simonkaul bis Merheimer Straße (11) VOM STRASSENRAUM ZUM STADTRAUM Der Teilabschnitt im Bereich Simonkaul über Jesuitengassen bis zur Merheimer Straße bietet das Potenzial durch ergänzende Straßenbäume qualifiziert zu werden. Darüber hinaus könnte durch Umwidmung zur Fahrradstraße der Nut- zungskonflikt zwischen verschiedenen Ver- kehrsteilnehmer*innen gelöst werden. MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 77 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Neusser Str. (Weidenpesch) (12) Die Neusser Straße ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen im Stadtteil Weiden- pesch und bietet zukünftig das Potenzial für eine umfassende Umgestaltung. Der bisher vom Pkw dominierte Straßenraum könnte nach Vorstellung der Bürger*innen zu einem qualitätsvollen Stadtraum fortentwickelt werden. Neben einer Steigerung der Aufent- haltsqualität entlang der Straße geht es v.a. um den Ausbau einer qualitätsvollen Rad- infrastruktur sowie um ergänzende Baum- pflanzungen und Begrünungsmaßnahmen. Scheibenstr. zwischen Kleingärten und Sportanlage (13) Die Scheibenstraße verläuft oberhalb der Galopprennbahn und unterhalb einer Kleingär- tensiedlung. Derzeit ist der Straßenraum noch in erster Linie auf den MIV ausgerichtet und durch diesen geprägt. Einige der Bürger*innen wünschen sich in diesem Bereich eine Ver- besserung der Aufenthaltsqualität für Fuß- gänger*innen und Radfahrer*innen sowie eine Umgestaltung der heutigen Parkplatzflächen zu multifunktional nutzbaren Flächen. Erste Maßnahmen können hierbei ergänzendes Stadtmobiliar oder punktuelle Begrünungs- elemente darstellen. Friedrich-Karl-Straße (14) Die Friedrich-Karl-Straße liegt im Südosten des Stadtteils Weidenpesch und verläuft östlich weiter bis nach Niehl. An der Straße befinden sich viele Grünflächen, die Potenzial für eine verstärkte Nutzungsvielfalt (auch als Hunde- wiese) bieten. Die bestehenden Quartiersplät- ze entlang der Straße könnten mit einfachen Mitteln gestalterisch aufgewertet und die Aufenthaltsqualität für Bewohner*innen ver- bessert werden. Des Weiteren wünscht sich die Bürgerschaft in diesem Bereich eine ver- besserte Aufenthaltsqualität für Fußgänger*in- nen und Radfahrer*innen. Im Rahmen einer Verkehrsstudie ist zu prüfen, ob der Straßen- querschnitt der Friedrich-Karl-Straße südlich der Galopprennbahn verringert werden kann. Dies bietet die Chance den Straßenraum nach- träglich zu begrünen und zu einer Ost-West- Verbindung zwischen Nippes, Weidenpesch und Niehl auszubauen. 78 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF BILDERSTÖCKCHEN Mögliche Maßnahmen für den Stadtteil Bilderstöckchen Bilderstöckchen liegt als Stadtteil relativ isoliert innerhalb der räumlichen Klammer zwi- schen der A57 und Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gleisinfrastruktur. Vor diesem Hin- tergrund wird im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung vor allem der Wunsch nach einer besseren Öffnung und Anbindung des Stadtteils hin zu den umliegenden Stadtteilen er- kennbar sowie das Potenzial einer verbesserten Nord-Süd-Verbindung zwischen äußerem Grüngürtel und Innenstadt. Besondere bestehende Grün- und Freiraumstrukturen Bilderstöckchen ist im Vergleich zum Stadt- teil Nippes mit weniger öffentlichen Grün- flächen ausgestattet und zeichnet sich vermehrt durch private Wohnquartiere mit eigenen Gärten aus. Einer der zentralen Er- holungsflächen in Bilderstöckchen ist der Blücherpark mit einer Vielzahl an Freizeit- möglichkeiten wie Joggingstrecken, Spazier- wege, Spielplätze und einer größeren Was- serfläche mit Bootsverleih. Darüber hinaus zeichnet sich der Stadtteil durch großflächige Kleingartenanlagen aus, die sich rund um den Blücherpark angliedern. Für eine bessere Erschließung der Grünflächen im Norden bis hin zum äußeren Grüngürtel, wünscht sich die Bevölkerung eine verbesserte Anbindung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen. Die zentralen Verkehrsachsen sind an einigen Stellen noch nicht für alle Verkehrsteilneh- mer*innen in ausreichender Qualität vorhan- den und fehlende Querungsmöglichkeiten insbesondere zwischen Longericher Straße und Etzelstraße stellen aktuell größere He- rausforderungen dar. Aufwertungsmaß- Abbildung 23 Eindrücke aus dem Stadtteil Bilderstöckchen Quelle Apple Karten MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 79 Abbildung 24 Verortung des Stadtteils Bilderstöckchen im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS nahmen in diesem Bereich würden n icht nur die Aufenthaltsqualität verbessern, sondern auch die Anbindung an umliegende Stadttei- le verbessern und damit die Lebensqualität vieler Bewohner*innen (auch anderer Stadt- teile) steigern. Aufgaben und Handlungsempfehlungen Um der zwischen zwei zentralen Verkehrs- infrastrukturen „eingezwängten“, isolier- ten Lage des Stadtteils Bilderstöckchen entgegenzuwirken, stehen besonders die Herstellung von neuen Verbindungen und die Gestaltung verbesserter Querungs- möglichkeiten im Fokus. Auch die bewusste Weiterentwicklung von Straßenräumen zu qualitätsvollen Stadträumen, die allen Ver- kehrsteilnehmer*innen eine sichere Nutzung ermöglichen, ist ein zentrales Thema für Bilderstöckchen. Darüber hinaus könnte eine stärkere Eingrünung des Stadtteils entlang der Infrastrukturachsen zu einer Verbesse- rung der Artenvielfalt sowie der Aufenthalts- qualität führen. Punktelle grüne Platzgestal- tungen könnten darüber hinaus zu neuen attraktiven Treffpunkten beitragen, die für die Bewohner*innen des Stadtteils vielseitig nutzbar sein sollten und klimatische Ver- besserungen mit sich bringen. Dies steht in einem engen Zusammenhang mit einer Neu- organisation des ruhenden Verkehrs (Bünde- lung bzw. vertikale Unterbringung vorhande- ner Parkplätze). 80 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VERORTUNG DER VORSCHLÄGE Abbildung 25 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Bilderstöckchen. Quelle: Stadtland IMPULS MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 81 82 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF BILDERSTÖCKCHEN Zentrale Orte mit Handlungsschwerpunkten GRÜNFLÄCHEN MIT NUTZUNGSVIELFALT Der Bahndamm in Bilderstöckchen ist in erster Linie durch das aktive Gleisbett geprägt und stellt derzeit eine wenig qualitätvolle Fläche im Stadtbezirk dar. Aus Sicht einiger Bürger*innen bietet der Bereich jedoch zukünftig das Potenzi- al zu einer umfassenden grünen Umgestaltung. So könnte das bestehende Grün nachverdichtet werden, in Verbindung mit einer stärkeren Ein- grünung der bestehenden Gleisinfrastruktur. Zusätzlich könnte der nördliche Teil des Bahn- damms durch einen Lärmschutzwall ergänzt werden, sodass die negative Wirkung der Bahn- trasse reduziert wird in Verbindung mit einer Stärkung der Artenvielfalt und Aufenthaltsquali- tät durch mehr Grün im Stadtteil. Bahndamm Bilderstöckchen (1) Der B ahndamm in Bilderstöckchen ist in erster Linie durch das aktive Gleisbett geprägt und stellt derzeit eine wenig qualitätvolle Fläche im Stadtbezirk dar. Aus Sicht einiger Bürger*innen bietet der Bereich jedoch zukünftig das Potenzi- al zu einer umfassenden grünen Umgestaltung. So könnte das bestehende Grün nachverdichtet werden, in Verbindung mit einer stärkeren Ein- grünung der bestehenden Gleisinfrastruktur. Zusätzlich könnte der nördliche Teil des Bahn- damms durch einen Lärmschutzwall ergänzt werden, sodass die negative Wirkung der Bahn- trasse reduziert wird in Verbindung mit einer Stärkung der Artenvielfalt und Aufenthaltsquali- tät durch mehr Grün im Stadtteil. Ausgleichsfläche DB (Longericher Str.) (2) Ent lang der Escher Straße sollte nach Vorstel- lung der Bürger*innen eine sichere Rad- und Fußwege-Verbindung in Nord-Süd-Richtung hergestellt werden. Hierüber könnte für den Stadtteil eine direkte Verbindung bis zum nörd- lich gelegenen, äußeren Grüngürtel als attrak- tiver Naherholungsraum sowie eine bessere Anbindung an die Innenstadt erfolgen. Radiale Verbindungen entlang der Escher Str. (3) GRÜNACHSEN SCHAFFEN MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 83 VIELSEITIG GESTALTETER QUARTIERSPLATZ Der großflächige Parkplatz an der Kreuzung der Nievenheimer Straße zur Escher Straße stellt eine der größten versiegelten Flächen im Stadt- teil dar und könnte zu einem vielseitigen Platz umgestaltet werden. So besteht das Potenzial, vorhandene Parkplatzflächen vertikaler und damit platzsparender zu organisieren. Hierüber könnte neuer Freiraum für Entsiegelung und eine multifunktionale Platzgestaltung gewon- nen werden. Zudem könnte entlang der Escher Straße die Wegeverbindung aufgewertet wer- den, um den Platz besser zu erschließen. Parkplatz Nievenheimerstr. / Escherstr. (4) VOM STRASSENRAUM ZUM STADTRAUM Die Unterführung, die die Longericher Straße mit der Etzelstraße verbindet, wird aktuell als Angstraum wahrgenommen. Durch eine bes- sere Beleuchtung der Straße und Erhöhung der Durchgangsqualität könnte eine Aufwertung erfolgen, die eine sichere und bessere Verbin- dung zwischen den Stadtteilen möglich macht. Seitens der Bürger*innen wird hierbei eine Tren- nung der Verkehrsstränge vorgeschlagen, in- dem ÖPNV sowie MIV den Straßenraum nutzen und dieser um einen qualitätsvollen Radweg er- weitert wird, während die Fußwegeverbindung über eine Fußgängerbrücke hergestellt werden könnte. Darüber könnte gleichzeitig eine Ver- bindung zum Nordfriedhof und zu den Grünflä- chen an der Heinrich-Pesch-Straße hergestellt werden. Gleisunterführung Longericher Str. / Etzelstr. (5) Die Liebigstraße befindet sich im Süden von Bilderstöckchen und stellt die Verbindung zum benachbarten Stadtbezirk Ehrenfeld dar. Hier wünschen sich einige der Bürger*innen eine qualitative Aufwertung des Straßenraums durch Straßenbäume sowie eine qualitätsvolle Wegeführung für Fuß und Rad, um die stadtbe- zirksüberreifende Verbindung zu verbessern.Im Zuge der Entwicklung des Liebigquartiers wird einen Umgestaltung angestrebt. Liebigstraße (6) 84 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF LONGERICH Mögliche Maßnahmen für den Stadtteil Longerich Für den Stadtteil Longerich wurden seitens der Bürger*innen insbesondere der Schutz und die Fortentwicklung bereits bestehender Freiraumqualitäten als wesentliche Auf- gabe beschrieben. Hinzu kommen die Fortentwicklung und Qualifizierung bestehender öffentlicher Räume zu nachbarschaftlichen Raumfolgen hoher Aufenthaltsqualität. Besondere bestehende Grün- und Freiraumstrukturen Der Stadtteil Longerich zeichnet sich durch eine aufgelockerte Bebauungsstruktur mit einem hohen Anteil an privaten Grünflächen aus. Von hoher öffentlicher Freiraum- und Aufenthaltsqualität mit hohem Freizeitwert ist insbesondere der übergeordnete Grün- zug, welcher den Stadtteil durchläuft und diesen an den äußeren Grüngürtel sowie an den Stadtteil Weidenpesch anbindet. Darü- ber hinaus verfügt Longerich über eine gute infrastrukturelle Anbindung und mit dem be- nachbarten Fühlinger See (Stadtbezirk Chor- weiler) über ein attraktives, wohnraumnahes Naherholungsgebiet. Neben den primär privaten und halböffent- lichen Grünflächen, verfügt der Stadtteil auch über einige zentrale, öffentliche Plät- ze, die teilweise intensivtemporär genutzt werden (insbes. Wochenmarkt). Meist sind diese Plätze jedoch stark versiegelt, werden stark vom ruhenden Verkehr dominiert und verfügen über eine nur geringe Aufenthalts- qualität. Die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs spiegelt sich auch in der einseitigen Profilierung der Straßenräume wi- Abbildung 26 Eindrücke aus dem Stadtteil Longerich Quelle Apple Karten MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 85 der, die in ihrem Charakter als reine Verkehrs- räume fungieren und von Anwohner*innen kaum als Lebensraum genutzt werden. Aufgaben und Handlungsempfehlungen Die Aufgaben und Handlungsbereiche für den Stadtteil Longerich lassen sich in zwei wesentliche Themenfelder kategorisieren: Zum einen gilt es die bestehenden Frei- und Grünraumstrukturen in ihren spezifischen Charakterzügen und Qualitäten zu schützen und zu bewahren. Zu diesen Charakteristi- ken zählen unter anderem landwirtschaftlich genutzte Flächen an den Stadtbezirksgren- zen sowie bestehende Streuobstwiesen und Artenvielfaltsflächen. Eine Steigerung der Biodiversität wäre in einzelnen Bereichen denkbar. Darüber hinaus besteht eine wesentliche Aufgabe des Stadtteils der Ausbau gemein- schaftlich nutzbarer, öffentlicher Räume zur Stärkung des nachbarschaftlichen Gefüges. Hierüber gilt es bereits bestehende Freiraum- qualitäten zu stärken, in ihren Angeboten zu ergänzen und über verbesserte Wegefüh- rung sowie den Abbau infrastruktureller Bar- rieren, besser zugänglich zu machen. Die den stadtteildurchlaufende Longericher Straße gilt es als städtebauliche Achse zu qualifizie- ren. Durch ergänzendes Straßenbegleitgrün und eine Neuprofilierung des Straßenquer- schnitts gilt es den MIV-dominierten Straßen- raum zu einem qualitätsvollen Stadtraum mit Aufenthaltsqualität fortzuentwickeln. Abbildung 27 Verortung des Stadtteils Longerich im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 86 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES VERORTUNG DER VORSCHLÄGE Abbildung 29 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Longerich. Quelle: Stadtland IMPULS MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 87 88 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 89 90 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES STECKBRIEF LONGERICH Zentrale Orte mit Handlungsschwerpunkten Die landschaftlich geprägten Grünflächen im Norden von Longerich sind wertvolle Stadtna- tur und Naherholungsflächen mit hohem Mehr- wert für die Biodiversität und die Bürger*innen des Stadtteils. Sie sollen in ihrem Charakter erhalten bleiben bei gleichzeitig partieller An- reicherung der Flächen durch weitere Grün- strukturen und Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt. Als bereits umgesetztes positives Beispiel kann hierbei die Streuobstwiese sowie das angelegte Amphiebiengewässer nördlich des Bergheimer Weges benannt werden. Auch eine Erweiterung vorhandener Anbauflächen ist im Zuge dessen denkbar. Die Erarbeitung eines stadtteilinternen sowie stadtteilübergreifenden Wegekonzeptes für Fuß- und Radfahrer*innen könnte zu einer verbesserten Erlebbarkeit der Flächen und Anbindung an den Stadtbezirk Chorweiler und Stadtteil Weidenpesch beitra- gen. Äußerer Grüngürtel Nord / Bergheimer Dreieck (1) VIELFÄLTIG NUTZBARE GRÜNFLÄCHEN UND VERNETZUNG VON GRÜNRÄUMEN Der vorhandene Grünzug in Longerich wird durch die Johannes-Rings-Straße durchschnit- ten, die derzeit eine nur schwer zu überwinden- de Barriere darstellt. Hier gilt es unter Berück- sichtigung schutzwürdiger Flora und Fauna eine verbesserte Zugänglichkeit des Grünzuges in Verbindung mit einem behutsamen Wegekon- zept zu schaffen. Grünzug Longerrich (An der Johannes-Rings-Str.)(2) ZUGÄNGLICHE NAHERHOLUNG MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 91 Quick Wins: kleinere, potenzielle Maßnahmen zur qualitativen Aufwertung Die Wilhelm-Sollmann-Straße und die Longeri- cher Straße fungieren als Haupterschließungs- straßen im Stadtteil. Der Straßenraum wird derzeit insbesondere vom motorisierten Indivi- dualverkehr (MIV) dominiert und weist nur eine geringe Aufenthaltsqualität für Fußgänger*in- nen auf. Kleinteilige Flächen entlang der Straßen könnten nach Vorstellung der Bürger*innen zu qualitätsvollen Aufenthaltsmöglichkeiten im Sinne kleiner Straßenplätze und „Pocket parks“ aufgewertet werden. Im Zuge dessen wäre die Ergänzung von Straßenbegleitgrün und die Reduktion des Straßenquerschnitts in Verbin- dung mit Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung von Vorteil. Zudem bietet sich an, die Anbin- dung des Stadtteils durch ein übergeordnetes (Rad)Wegenetz inklusive einer Begrünung mit Straßenbäumen zu verbessern (z.B. Heckweg / Heimersdorferstr.). Wilhelm-Sohlmann-Str. und Longericher Str. (3) VOM STRASSENRAUM ZUM STADTRAUM Der bestehende Quartiersplatz an der Meer- feldstraße besticht durch kleinteilige Gebäude- typen mit gastronomischen Angeboten. Der vorgelagerte Platz ist derzeit stark versiegelt und von nur geringer Aufenthaltsqualität. Durch eine gestalterische Aufwertung des Platzes könnte dieser als Stadtteil-Treffpunkt gestärkt werden. Dies könnte u.a. die Ergänzung durch Stadtmobiliar und eine Teilentsieglung der Fläche umfassen. Die bestehenden Grünstruk- turen gilt es zu erhalten und durch zusätzliche Baumpflanzungen zu ergänzen. Quartiersplatz an der Meerfeldstraße (4) VIELSEITIG GESTALTETER QUARTIERSPLATZ 92 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES Der Longericher Marktplatz ist abseits der Marktzeiten vom ruhenden Verkehr dominiert. Eine Neuordnung und Komprimierung der Stell- plätze sowie eine teilweise Entsiegelung des Platzes könnte den Raum aufwerten und zu einem qualitätsvollen Treffpunkt für die Nach- barschaft fortentwickeln, ohne die Nutzung als Marktplatz zu gefährden. In Verbindung mit dem benachbarten Quartiersplatz an der Meer- felderstraße kann auf diese Weise eine neue Mitte für Longerich mit hoher Aufenthaltsquali- tät geschaffen werden. Marktplatz und angrenzender Quartiersplatz (3) Der Altonaer Platz fungiert derzeit als Parkplatz- fläche für die angrenzende Wohnbebauung. Durch eine Bündelung des ruhenden Verkehrs und eine Teilentsiegelung der Fläche besteht die Chance, einen attraktiven Quartiersplatz für die Nachbarschaft herzustellen. In Verbindung mit dem angrenzenden Spielplatz kann hier ein vielfältiges Nutzungsangebot für mehrere Altersgruppen geschaffen werden. Der bereits vorhandene Baumbestand ist im Zuge dessen zu schützen und zu erweitern. Altonaer Platz (6) MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 93 Die ehemalige Mülldeponie in Longerich verfügt über das besondere Potenzial, zu einer quali- tätsvollen und artenreichen Freiraumstruktur weiterentwickelt zu werden. Im Zuge dessen kann die Fläche an bestehende Wegeführungen angebunden und der Raum als Naturerlebnis- raum gestaltet werden. Die Fläche befindet sich derzeit bereits in einem Sanierungs- sowie Re- naturierungsprozess Ehemalige Mülldeponie in Longerich (7) NEUE GRÜNRAUMVERBINDUNG IM STADTRAUM 94 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 95 6 ANLAGE PROJEKT 96 | MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1 Luftbild Stadtbezirk Nippes Quelle: stadtland IMPULS 7 Abbildung 2 Darstellung des Masterplan Stadtgrün. Quelle: Stadt Köln 8 Abbildung 3 Darstellung des Stadtbezirk Nippes im Masterplan Stadtgrün. Quelle: Stadt Köln 9 Abbildung 4 Stadtbezirke in Köln Quelle stadtland IMPULS 13 Abbildung 5 Eindrücke der Bürger*innen W erkstatt Quelle stadtland IMPULS 17 Abbildung 6 Werkstattmodell Quelle: stadtland IMPULS 19 Abbildung 7 Eindrück der Bürger*innen Werkstatt Quelle Stadtland IMPULS 31 Abbildung 8 Digitalisierung des Werkstatt Modells Quelle: Stadtland IMPULS 33 Abbildung 9 Stadtteil Köln-Nippes Quelle Stadtland IMPULS 34 Abbildung 10 Grafische Zusammenfassung. Quelle Stadtland IMPULS 35 Abbildung 11 Teilabschnitte des Grünzug Nippes. Quelle: Stadt Köln 36 Abbildung 12 Eindrücke aus dem Stadtteil Nippes Quelle Apple Karten 42 Abbildung 13 Verortung des Stadtteils Nippes im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 43 Abbildung 14 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Nippes. Quelle: Stadtland IMPULS 44 Abbildung 15 Zusammenfassung der Ergebnisse. Teilbereich Nippes. Quelle: Stadtland IMPULS 47 Abbildung 16 Eindrücke aus dem Stadtteil Riehl Quelle Apple Karten 54 Abbildung 17 Verortung des Stadtteils Riehl im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 55 Abbildung 18 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Riehl. Quelle: Stadtland IMPULS 56 Abbildung 19 Zusammenfassung der Ergebnisse. Teilbereich Riehl. Quelle: Stadtland IMPULS 57 Abbildung 20 Eindrücke aus dem Stadtteil Niehl Quelle Apple Karten 60 Abbildung 21 Verortung des Stadtteils Niehl im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 61 Abbildung 22 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilber eich Niehl. Quelle: Stadtland IMPULS 62 Abbildung 23 Zusammenfassung der Ergebnisse. Teilbereich Niehl. Quelle: Stadtland IMPULS 63 Abbildung 24 Eindrücke aus dem Stadtteil Weidenpesch Quelle Apple Karten 68 Abbildung 25 Verortung des Stadtteils Weidenpesch im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 69 Abbildung 26 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilber eich Weidenpesch. Quelle: Stadtland IMPULS 70 Abbildung 27 Zusammenfassung der Ergebnisse. Teilbereich Weidenpesch. Quelle: Stadtland IMPULS 72 Abbildung 28 Eindrücke aus dem Stadtteil Bilderstöckchen Quelle Apple Karten 78 Abbildung 29 Veror tung des Stadtteils Bilderstöckchen im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 79 Abbildung 30 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Bilderstöckchen. Quelle: Stadtland IMPULS 80 Abbildung 31 Zusammenfassung der Ergebnisse. Teilbereich Bilderstöckchen. Quelle: Stadtland IMPULS 81 Abbildung 32 Eindrücke aus dem Stadtteil Longerich Quelle Apple Karten 84 Abbildung 33 Verortung des Stadtteils Longerich im Stadtbezirk. Quelle Stadtland IMPULS 85 Abbildung 34 Digitalisierung der Ergebnisse. Teilbereich Longerich. Quelle: Stadtland IMPULS 86 Abbildung 35 Zusammenfassung der Ergebnisse. Teilbereich Longerich. Quelle: Stadtland IMPULS 89 MASTERPLAN STADTGRÜN KÖLN-NIPPES | 97 IMPRESSUM PROJEKTVERANTWORTLICHE Stadt Köln Amt für Landschaftspflege und Grünflächen Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln Christoph Hölzer Abteilungsleitung Grün-und Landschaftsplanung E-Mail: christoph.hoelzer@stadt-koeln.de Benjamin Luchterhandt Grünplanung und Projektsteuerung - Strategische Grünentwicklung E-Mail: benjamin.luchterhandt@stadt-koeln.de PROJEKTBEGLEITUNG stadtland IMPULS- Büro für Stadtplanung und strategische Projektentwicklung, Dr. Wolfgang Wackerl Komödienstraße 11 50667 Köln Tel.: +49 221 888 9999 5 E-Mail: info@stadtland-impuls.de stadtland-impuls.de Dr. Wolfgang Wackerl, Sebastian Pilz, Chiara Steinert, Leif Ströher , Michelle Smuda, Tobias Ehrlich, Martin Hennessy, Karim Haisel Karten, Skizzen, Grafik, Schemata, Fotos und Layout sofern nicht anders angegeben: Karim Haisel, Martin Hennessy, Tobias Ehrlich, Michelle Smuda, Leif Ströher , Chiara Steinert, Sebas- tian Pilz, Dr. Wolfgang Wackerl, stadtland IMPULS - Büro für Stadtplanung und strategische Projektentwicklung LIZENZ CC BY-NC-ND Diese Arbeit ist unt er der CREATIVE-COMMONS-LIZENZ veröffentlicht- Sie beinhaltet, dass bei Verwendung von Auszügen der Autor genannt werden muss und keine Bearbeitung oder kommerzielle Nutzung gestattet sind. Köln, Juni 2024
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    Dezernat, Dienststelle VIII/67/671/2 Vorlagen-Nummer 2665/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 5 (Nippes) 19.09.2024 Mitteilung über den Verfahrensstand der zweiten Phase des Masterplan Stadtgrün im Stadtbezirk Nippes Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat auf Grundlage des Ratsbeschlusses vom 23.3.2023 zum Masterplan Stadtgrün (Vorlage 2279/2022) umgehend die zweite Bearbei- tungsphase auf der Ebene der Stadtbezirke begonnen. Ab Juni 2023 wurden für den Stadtbe- zirk Kalk und Ehrenfeld eine zweistufige Öffentlichkeitsbeteiligung zum Masterplan Stadtgrün – Programm Stadtgrün durchgeführt. In 2024 wurde im ersten Halbjahr die Bearbeitung des Stadtbezirkes Nippes durchgeführt. Die erste Stufe bestand aus einem Onlinedialog auf dem Portal ‚Meinung für Köln‘. Die zweite Stufe aus einer Bürger*innen Werkstatt, die am 4.5.2024 im Bürgerzentrum Altenberger Hof in Nippes stattgefunden hat. Die zweite Stufe wurde durch ein externes Büro begleitet und ausgewertet. Die Ergebnisse dieses Beteiligungsverfahrens liegen nun vor. Aktuell wird die Bearbeitung im Stadtbezirk Mülheim fortgesetzt. In den kommenden drei Jahren werden die übrigen Stadtbezirke bearbeitet und in 2027 wird der Beteiligungsprozess abgeschlossen. Anschließend werden alle Ergebnisse aus den Stadt- bezirken zu einem Gesamtbericht – Masterplan Stadtgrün- Programm Stadtgrün zusammen- gefasst und die daraus abgeleiteten Maßnahmen im Sinne der Weiterentwicklung der grünen Infrastruktur in Köln bestimmt. Das Ergebnis wird abschließend dem Rat der Stadt Köln zum Beschluss vorgelegt. Im Rah- men der Beteiligung im Stadtbezirk wurden darüber hinaus viele kleinere Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge vorgebracht, die auch ohne großen Planungsvorlauf oder umfas- sende Finanzierungen umsetzbar sind. Gerne steht die Verwaltung der Bezirksvertretung Nip- pes für ein Fachgespräch zur Erläuterung des vorliegenden Berichts zur Verfügung. Anlage: Ergebnisse zweite Stufe Beteiligungsverfahren

Beratungsverlauf

  1. 19.09.2024

    Bezirksvertretung 5 (Nippes)

    TOP 10.2.23, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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