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0978/2022

Beschluss über die Anbringung einer Gedenktafel zur Erinnerung an den rechtsterroristischen Anschlag in der Probsteigasse

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 12.04.2022

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 20.06.2022, TOP 10.31

Anlage 1, Auszug BV 1 Innenstadt vom 02.06.2022

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Ansehen

Beschlussvorlage Rat

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Ansehen

Anlage 1, Auszug BV 1 Innenstadt vom 02.06.2022

2881 Zeichen

Anlage 1 
 
 
Geschäftsführung  
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 
Frau Brohl 
Telefon:  (0221) 221-91709  
E-Mail:  Andrea.brohl@stadt-koeln.de 
Datum: 03.06.2022 
Auszug 
aus dem Entwurf der Niederschrift der 13. Sitzung der 
Bezirksvertretung Innenstadt  vom 02.06.2022  
öffentlich 
3.2 Beschluss über die Anbringung einer Gedenktafel zur Erinnerung an 
den rechtsterroristischen Anschlag in der Probsteigasse  
hier: erneute Zustimmung zu dem geänderten Text 
0978/2022 
 
Herr Leitner, CDU, beantragt die Aufnahme der Hausnummer in der Probsteigasse in 
den Text der Gedenktafel. 
 
Ergänzter Beschluss: 
Der Rat 
 
beschließt die Anbringung einer Gedenktafel mit folgendem mit der Opferfamilie abgestimm-
ten Text zur Erinnerung an den rechtsterroristischen Anschlag in der Probsteigasse für 
10.000 Euro und beauftragt die Verwaltung, dort die Gedenktafel anzubringen: 
 
„So viele Leben, die zerstört w urden. Wofür? Was hat es euch gebracht? Wir hinge-
gen können uns mit Stolz hinstellen und sagen, dass w ir trotz allem, w as ihr uns an-
getan habt, w eitergemacht haben. Wir übernehmen Verantw ortung für unser Leben.“ 
Eine Überlebende des NSU-Anschlags in der Kölner Probsteigasse 
 
Zur Erinnerung an den NSU-Anschlag in der Probsteigasse am 19. Januar 2001  
Den Opfern rassistischer Gew alt gew idmet 
 
Am 19. Januar 2001 explodierte hier im Geschäft einer iranischstämmigen Familie 
eine Bombe. Die damals 19-jährige Tochter überlebte den Anschlag nur schw erver-
letzt. Das Geschäft w urde völlig zerstört. Der Anschlag w ar Teil der Mord- und An-
schlagsserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“, der aus rassistischer Motiva-
tion deutschlandw eit Bombenanschläge verübte und Menschen mit internationaler 
Familiengeschichte  ermordete. Mindestens zehn Menschen fielen diesem neonazisti-
schem Netzw erk in den Jahren von 2000 bis 2007 zum Opfer.

Der Anschlag in der Probsteigasse, Hausnummer XX, 2001 w ar das erste von zw ei 
NSU-Attentaten in Köln. Am 9. Juni 2004 verübte der NSU einen Nagelbombenan-
schlag in der Kölner Keupstraße. Ein rassistischer Hintergrund w urde damals ausge-
schlossen. Stattdessen w urde bei den polizeilichen Ermittlungen zur Mord- und An-
schlagsserie des NSU vornehmlich im Umfeld der Betroffenen ermittelt. So w urden 
die Opfer in der öffentlichen Wahrnehmung zu Tätern. Erst mit der Selbstenttarnung 
des NSU im Jahr 2011 w urden die Mordopfer, die Überlebenden der Anschläge und 
ihr Umfeld als Opfer rassistischer Gew alt anerkannt.  
Wir sind bestürzt und beschämt, dass w ir diese terroristischen Gew alttaten über 
Jahre nicht als das erkannt haben, w as sie w aren: Morde und Mordversuche aus ras-
sistischer Ideologie!  
Wir stehen ein für eine gleichberechtigte, solidarische Gesellschaft – gegen Rassis-
mus und Diskriminierung.  
Der Rat der Stadt Köln 
 
 
Abstimmungsergebnis: 
 
Einstimmig zugestimmt.

Beschlussvorlage Rat

4722 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VII/4520 
 
Vorlagen-Nummer 
 0978/2022 
Freigabedatum 
 05.04.2022 
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Beschluss über die Anbringung einer Gedenktafel zur Erinnerung an den rechtsterroristischen 
Anschlag in der Probsteigasse 
hier: erneute Zustimmung zu dem geänderten Text 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Der Rat 
 
beschließt die Anbringung einer Gedenktafel mit folgendem mit der Opferfamilie abgestimmten Text 
zur Erinnerung an den rechtsterroristischen Anschlag in der Probsteigasse für 10.000 Euro und be-
auftragt die Verwaltung, dort die Gedenktafel anzubringen: 
 
„So viele Leben, die zerstört wurden. Wofür? Was hat es euch gebracht? Wir hingegen können uns 
mit Stolz hinstellen und sagen, dass wir trotz allem, was ihr uns angetan habt, weitergemacht haben. 
Wir übernehmen Verantwortung für unser Leben.“ 
Eine Überlebende des NSU-Anschlags in der Kölner Probsteigasse 
 
Zur Erinnerung an den NSU-Anschlag in der Probsteigasse am 19. Januar 2001  
Den Opfern rassistischer Gewalt gewidmet 
 
Am 19. Januar 2001 explodierte hier im Geschäft einer iranischstämmigen Familie eine Bombe. Die 
damals 19-jährige Tochter überlebte den Anschlag nur schwerverletzt. Das Geschäft wurde völlig 
zerstört. Der Anschlag war Teil der Mord- und Anschlagsserie des „Nationalsozialistischen Unter-
grunds“, der aus rassistischer Motivation deutschlandweit Bombenanschläge verübte und Menschen 
mit internationaler Familiengeschichte ermordete. Mindestens zehn Menschen fielen diesem neona-
zistischem Netzwerk in den Jahren von 2000 bis 2007 zum Opfer. 
Der Anschlag in der Probsteigasse 2001 war das erste von zwei NSU-Attentaten in Köln. Am 9. Juni 
2004 verübte der NSU einen Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße. Ein rassistischer Hin-
tergrund wurde damals ausgeschlossen. Stattdessen wurde bei den polizeilichen Ermittlungen zur 
Mord- und Anschlagsserie des NSU vornehmlich im Umfeld der Betroffenen ermittelt. So wurden die 
Opfer in der öffentlichen Wahrnehmung zu Tätern. Erst mit der Selbstenttarnung des NSU im Jahr 
2011 wurden die Mordopfer, die Überlebenden der Anschläge und ihr Umfeld als Opfer rassistischer 
Gewalt anerkannt.  
Wir sind bestürzt und beschämt, dass wir diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das 
erkannt haben, was sie waren: Morde und Mordversuche aus rassistischer Ideologie!  
Integrationsrat 10.05.2022 
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 02.06.2022 
Rat 20.06.2022

2 
Wir stehen ein für eine gleichberechtigte, solidarische Gesellschaft – gegen Rassismus und Diskrimi-
nierung. 
Der Rat der Stadt Köln

3 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen   10.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme        € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung 
Mit dem Beschluss vom 9.11.2021 hat der Rat der Stadt Köln die Verwaltung beauftragt, eine Ge-
denktafel zur Erinnerung an den 2001 verübten Anschlag in der Probsteigasse anzubringen. Damit 
hat der Rat auch dem in der Beschlussvorlage formulierten Text für die Gedenktafel zugestimmt.  
In der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt vom 28.10.2021 ist der Beschluss wie folgt ergänzt 
worden: „Der Text für die Gedenktafel ist mit der Opferfamilie und der Zivilgesellschaft abzustim-
men und der Bezirksvertretung Innenstadt zur Beschlussfassung vorzulegen.“  
 
Diesem Auftrag ist die Verwaltung nachgekommen und hat den Text mit der Opferfamilie und der 
Zivilgesellschaft nochmals abgestimmt und überarbeitet. Die leichten Veränderungen bedürfen einer 
erneuten Zustimmung der Bezirksvertretung Innenstadt sowie des Rates der Stadt Köln.  
 
Die Gedenktafel soll an dem Haus in der Probsteigasse, wo der Anschlag verübt wurde, angebracht 
werden. Die Zustimmung des Eigentümers liegt vor. Die Erstellung der Tafel erfolgt über eine be-
schränkte Ausschreibung. Die Opferfamilie, das Bürgeramt Innenstadt wie auch die Zivilgesellschaft 
sind in den weiteren Prozess eingebunden.

Beratungsverlauf (3)

10.05.2022 Integrationsrat
TOP 8.2 Vorberatung (Fachausschuss) Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung
02.06.2022 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt)
TOP 3.2 Anhörung (BV) Entscheidung

Beschluss: geändert beschlossen

Zur Sitzung
20.06.2022 Rat
TOP 10.31 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
0978/2022
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
12.04.2022
Erstellt
21.03.2022 12:29