0589/2018
Der Jahresbericht 2017 des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4520 Vorlagen-Nummer 22.02.2018 0589/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 06.03.2018 Der Jahresbericht 2017 des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln Der 240 Seiten umfassende Jahresbericht 2017 belegt, dass sich das NS-Dokumentationszentrum weiterhin auf Erfolgskurs befindet. Besuchsrekord im 16. Jahr in Folge: Mit 89.212 Besucherinnen und Besuchern wurde eine neue Höchstmarke erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Besuche um etwa 10 Prozent und im Vergleich zum Jahr 2002 (25.754) um das Dreieinhalbfache. Das wichtigste Ereignis für das NS-DOK im Jahr 2017 war der fast einstimmige Beschluss des Rates vom 11. Juli 2017 für den Ausbau und die Erweiterung des NS-Dokumentationszentrums zu einem Haus für Erinnern und Demokratie. Ziel ist es, die Demokratieförderung zu stärken und die Bildungsangebote auszubauen. Um dies zu verwirklichen, steht dem NS-DOK zukünftig auch die dritte und vierte Etage im EL-DE-Haus zur Verfügung. Es ist damit nach vielen Jahrzehnten der alleinige Nutzer des EL-DE-Hauses, das von 1935 bis 1945 Sitz der Kölner Gestapo war. Dies stellt einen wesentlichen Markenstein in der langen Entwicklung des NS-DOK dar. Falls es gelingt, dass die bisherigen Mieter wie vorgesehen bis Ende 2018 ausziehen, sollen die neuen Räume in wesentlichen Teilen bis Ende 2019 fertiggestellt werden. Das Konzept für den Erlebnisort Demokratie ist bereits weitgehend fertiggestellt. Es wurden sieben Sonderausstellungen im NS-DOK sowie die Wanderausstellung „Todesfabrik Auschwitz“ in Lublin und Warschau gezeigt. Mit über 2.200 Führungen war die Museums- bzw. Gedenkstättenpädagogik erfolgreich. Zur be- währten pädagogischen Arbeit zählen auch Workshops, Projektberatung von Schülerinnen und Schülern mit ihren Lehrkräften und die Aus- und Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer sowie Studienreferendarinnen und Studienreferendare. Die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) entwickelte sich in den mittlerweile zehn Jahren ihres Bestehens zu einem kompetenten Ansprechpartner zum Thema Rechtsextre- mismus und findet weit über die Grenzen Kölns hinaus Beachtung. Die starke und wachsende Nachfrage nach den Bildungs- und Beratungsangeboten der ibs zeigt die gesellschaftliche Rele- 2 vanz des Themas. Die Angebote zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Salafismus möchte die ibs zukünftig verstärken. 205 Veranstaltungen wurden durchgeführt, deren Form und Inhalt breit gefächert waren. Die Internetseite und die Facebook-Seite stießen auf großes Interesse. Im Rahmen der finanziel- len Möglichkeiten konnte für Ausstellungen und Veranstaltungen Werbung gemacht werden. Der Audio-Guide in acht Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch und Spanisch) erfreut sich wachsender Beliebtheit. Das ohnehin schon um- fangreiche Angebot von dreieinviertel Stunden wurde auf über fünf Stunden erhöht, um in Vertie- fungsebenen mehrsprachige Übersetzungen zur Dauerausstellung anzubieten. Der Bestand der Bibliothek wuchs auf 23.466 Bände. In der Dokumentation gelingt es mehr und mehr, bei der Bearbeitung der zahlreichen Neuzugänge nicht nur eine knappe Inventarisierung, sondern zeitnah auch eine tiefer gehende Ordnung und Verzeichnung der Bestände vorzunehmen, Findbücher zu erstellen und Bestandsbeschreibungen zu verfassen. Insgesamt umfassten die verschiedenen Dokumentationen zum Jahresende 2017 212.116 Datensätze (202.356 im Jahr 2016). Das NS-DOK erhielt auch 2017 wieder bedeutende Sammlungszugänge. Zum Profil des NS-DOK zählt stets eine intensive Forschungsarbeit. Neben den großen Arbeits- schwerpunkten zur jüdischen Geschichte und zur Zwangsarbeit haben die Projekte zur Geschichte der Jugend im Nationalsozialismus in der letzten Dekade eine enorme Bedeutung erlangt. Seit ei- ner Reihe von Jahren werden die Projekte „Opposition und Widerstand in Köln 1933-1945“ und „Geschichte der Kölner Gestapo“ mit einem erheblichen Aufwand durchgeführt. 2017 war es nach jahrelangen Recherchen möglich, die neue Datenbank „Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ mit deren Grabstätten auf Kölner Friedhöfen auf die Internetseite des NS-DOK einzustellen. Der Jahresbericht wird ab dem 5. März 2018 auf der Internetseite www.nsdok.de eingestellt und die Druckfassung auf der Sitzung des Kulturausschusses verteilt. gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0589/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 22.02.2018
- Erstellt
- 21.02.2018 14:20