0240/2019
Kulturentwicklungsplanung (KEP)
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Anlage_2_Einzelthemen_KEP
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1 Neben den Leitthemen, die alle Bereiche von Kunst und Kultur gleichermaßen betreffen, werden im Folgenden Lagebeschreibungen und Handlungsempfehlungen für die einzelnen Bereiche von Kunst und Kultur formuliert. Einzel- und Leitthemen überschneiden sich dabei naturgemäß und sind stets zusammen zu denken, weil die formulierten Ziele nur auf diese Weise zu erreichen sind. Die Einzelthemen sind in alphabetischer Reihenfolge notiert. Baukultur In Köln finden sich aus vielen Epochen Gebäude von herausragender Qualität und hohem Wiedererkennungswert. Der rasche Wiederaufbau nach dem Krieg, die autogerechte Stadtgestaltung und ökonomische Zwänge haben aber auch Problemzonen entstehen lassen. Heute, wo die Bevölkerung deutlich wächst und die Neubauaktivität entsprechend erhöht ist, gibt es Chancen, große Bereiche so neu zu gestalten, dass die Stadt insgesamt davon profitiert. Durch den hohen ökonomischen Druck wächst jedoch zugleich das Risiko, dass die Veränderungen in der Stadt nicht immer zum Nutzen der Menschen sind, die in ihr leben. Der Stadtraum und mit ihm im Laufe der Zeit gewachsene Strukturen und einzigartige Ensembles müssen dann vor ökonomischen Interessen in Schutz genommen werden. Der Stadtkonservator hat in den letzten Jahren die Bemühungen des Denkmalschutzes, die Qualitäten des Bestandes an Eigentümer und Öffentlichkeit zu vermitteln, intensiviert. In Zeiten großer Veränderungen ist es im Interesse langfristiger und nachhaltiger Stadtentwicklung zwingend notwendig, besonders sorgfältig zu planen und frühzeitig ein breites Spektrum an Expertisen einzubeziehen. Diese Sorgfalt kann sich etwa darin zeigen, dass die Qualität von Neuplanungen Einfluss auf Grundstücksvergaben hat und auch für große privatfinanzierte Neubauten offene Wettbewerbe stattfinden, um durchgängig besonders gute Architektur zu realisieren. Sie zeigt sich aber auch darin, dass historische Denkmäler oder die Gebäude funktionierender kultureller oder sozialer Institutionen bei Neuplanungen berücksichtigt und erhalten werden. Sorgfalt kann auch an der Ermöglichung künstlerischer Interventionen sichtbar werden, die mit minimalen Mitteln aus einem bloß funktionalen Stadtraum einen wiedererkennbaren, erlebnisintensiven Ort machen. Ein solcher Ort muss nicht unbedingt zu Ende gedacht oder zu Ende geplant sein. Gerade Freiräume, die nicht in allen Dimensionen definiert sind, eröffnen Möglichkeiten für den Diskurs über die Stadt, ihre Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Solche Räume im zeitlichen wie ökonomischen „Dazwischen“ bieten auch Platz für Ungewohntes, Spontanes, indem sie temporär als Orte für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse genutzt werden können. Kunst und Kultur können dazu beitragen, dass die Stadt Köln auch in Zukunft hohen Ansprüchen an Urbanität und Lebensqualität genügt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen sie bei der Stadtentwicklung beteiligt werden und ihre Einrichtungen in Neubaugebieten einen besonderen Schutz erfahren. Kunst und Kultur können Ideen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Stadtentwicklung beisteuern, die ästhetische, baukünstlerische und denkmalpflegerische Fragen berücksichtigt. Die Verstärkung der Präsenz von Kunst, Kultur und Geschichte im Stadtraum und ein baukulturelles Bewusstsein bei städtischen Planungsprozessen sind dabei nicht in erster Linie ein Kostenfaktor, sondern eine nutzbringende Investition. Die Stadt wird lebendiger, lebenswerter und damit auch ökonomisch attraktiver. Eine an kurzfristigen Renditeerwartungen orientierte Praxis, die immer gleiche, standortneutrale Nutzgebäude 2 aneinanderreiht, sei es zu Wohnzwecken oder als Büroflächen, profitiert von der Attraktivität der gewachsenen Stadt, fügt dieser aber keine neuen Qualitäten hinzu. Mittel- und langfristig sorgen solche Gebäude aus Sicht der Stadtgesellschaft für eine Abnahme der Attraktivität und führen damit zugleich zu einem Verlust ökonomischer Werte. Die Planung städtischer Räume braucht einen langen Atem, sie muss in Generationen gemessen werden und darf nicht durch kurzfristige ökonomische Interessen oder Legislaturperioden bestimmt werden. Nur eine Planung auf hohem Niveau führt zu Ergebnissen, die einer dauerhaft positiven Entwicklung der Stadt dienen. Die Förderung der Baukultur und die dafür erforderliche Qualitätssicherung nehmen bereits jetzt in der Arbeit des Baudezernats und der zugehörigen Fachämter einen hohen Stellenwert ein. Gemeinsam mit allen, die am Bauen und Planen in der Stadt beteiligt sind, werden im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung dezernatsübergreifend Leitlinien und Verfahrenskonzepte für eine intensivierte Integration baukultureller und künstlerischer Aspekte in die Stadtentwicklung erarbeitet. 3 Bildende Kunst Der Ruf Kölns als Kunststadt gründet in einer lebendigen und vielfältigen Szene mit über tausend professionellen Künstlerinnen und Künstlern, einem hohen bürgerlichen Engagement in vielen Vereinen und Stiftungen – zum Beispiel im Kölnischen Kunstverein oder in der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig –, einer großen Galerien- und Sammlerszene, der Kunsthochschule für Medien Köln, Kunstverlagen, der artothek, einer breiten Szene in den Bereichen Kunstkritik und -vermittlung, einem überaus vielfältigen Ausstellungsangebot in über 30 freien Kunsträumen und auf Festivals und nicht zuletzt Museen mit hochkarätigen Sammlungen von der Antike bis zur Gegenwart und der Art Cologne als erster Kunstmesse überhaupt und heute noch bedeutendster Deutschlands. In wenigen europäischen Städten findet sich Vergleichbares. Eine so starke Kunstszene strahlt mit ihrer Kreativität auf die gesamte Stadt aus und macht die Kunst zu einem wahrnehmbaren Element des städtischen Lebens. Im Stadtraum kann Kunst aber auch ganz konkret positiv Einfluss nehmen und zu mehr Lebensqualität beitragen. Nirgendwo funktioniert der Dialog zwischen Kunst und Publikum so unmittelbar wie im öffentlichen Raum. Die große Zahl an Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Köln macht die individuelle Künstlerförderung zu einem wichtigen Thema. Künstlerinnen und Künstler aller Generationen leben und arbeiten in Köln, Absolventen und Absolventinnen der Hochschulen starten hier ihre Karriere. Für diese Hauptakteure einer lebendigen Szene sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen oft prekär. Um diesem Missstand zu begegnen, müssen individuelle Fördermaßnahmen wie altersunabhängige Arbeitsstipendien entwickelt werden. Bei allen Projekten, sei es im öffentlichen Raum oder an etablierten Ausstellungsorten, muss eine angemessene Vergütung gezahlt werden, die gewährleistet, dass Künstlerinnen und Künstler nicht die eigene Arbeit subventionieren. Bei der Entscheidung über eine öffentliche Förderung von Projekten ist die Einhaltung einer solchen Vergütungsvorgabe ein Kriterium. Damit die Förderung künstlerischer Projekte nicht an verwaltungstechnisch bedingten Zuständigkeiten scheitert, verpflichtet sich die Verwaltung zu größtmöglicher Flexibilität. Seit dem Abriss der Josef-Haubrich-Kunsthalle im Jahr 2002 fehlt eine Ausstellungshalle, was mit entsprechenden Nachteilen für die Sichtbarkeit der Kölner Kunstszene verbunden ist. Um dieses Defizit auszugleichen, wird in Zusammenarbeit mit dem einzurichtenden Raummanagement ein Konzept entwickelt, wie ein solcher Ort zurückgewonnen werden kann. Ein weiterer Ausstellungsort könnte im Leerraum der U-Bahn-Baustelle Severinstraße entstehen. Innerhalb der Bildenden Kunst hat sich die Fotografie über Jahrzehnte in Köln einen festen Platz erobert, nicht nur in Museen, Galerien und der Messe Photokina, auch auf dem Kunstmarkt und mit einem eigenen großen Festival für Fotografie. Sie ist zudem wie kaum ein anderes Medium in unseren Alltag eingedrungen, und ist unverzichtbare Mittel der Dokumentation, Reflexion und Informationsvermittlung sowie Leitmedium unserer Zeit. Das Bewältigen der allgegenwärtigen Bilderflut hängt davon ab, ob und wie Menschen Bilder wahrnehmen, strukturieren, aus- und bewerten können. Entsprechende Vermittlungs- und Bildungsprogramme sollen solche Fähigkeiten entwickeln helfen. Die bereits im KEP 2009 vorgesehene Dokumentation und Vermittlung der Geschichte der Fotografie in Köln, der 4 Sammlungstätigkeit sowie des vielfältigen Umgangs mit der Fotografie hilft ebenfalls, die Sinne für dieses Medium zu schärfen. Die verstärkte Förderung des Festivals „Photoszene Köln“ wird die Sichtbarkeit des Fotostandorts Köln verbessern. 5 Filmkultur Köln ist eine der wichtigsten Film- und Medienstädte Deutschlands, in der der Film bereits kurz nach seiner Erfindung 1895 präsent war. Im Jahr 1896 gab es die ersten Vorführungen von Werken der Gebrüder Lumière und des ersten in Köln gedrehten Films. Heute bilden mehr als 15 internationale Festivals und Filmpreise, regelmäßige Fachsymposien, thematische Reihen und Werkstattgespräche, hochkarätige nichtkommerzielle Kinoprogramme und Vorführungen international renommierter Filmhochschulen eine starke und ausdifferenzierte filmkulturelle Szene. Zudem ist Köln Heimat zahlreicher Filmkünstlerinnen und -künstler und Standort bedeutender Medienunternehmen wie WDR und RTL, vieler Produktionsgesellschaften sowie Unternehmen angrenzender Filmgewerke und damit auch wichtiger Player innerhalb der deutschen und europäischen Filmwirtschaft. Der Beschäftigung mit Geschichte und Gegenwart des Films kommt in einer weltweit vernetzten, durch Medien bestimmten Welt besondere Bedeutung zu. Entsprechende Kenntnisse sind Grundlage, selbstbestimmt und reflektiert über Film zu sprechen und die Wirkweisen filmischer Mittel zu verstehen. Die Förderung der Filmkultur wird daher vor allem die Präsentation und Vermittlung des Films im Blick haben. Dazu gehört auch die Unterstützung nichtkommerzieller Abspielstätten und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Akteurinnen und Akteure. Mit der Wiedereröffnung des Kölner Filmhauses wird ein Ort geschaffen, an dem die Kölner Filmkultur sichtbar wird. Es soll ein lebendiges Zentrum des Diskurses über Film sein und der Vernetzung der Akteure ebenso dienen wie der Aus- und Weiterbildung, der Vermittlung und der Präsentation von Filmkunst für Filmschaffende und die filminteressierte Öffentlichkeit. Auch darüber hinaus braucht der Film neue Spielmöglichkeiten an ungewöhnlichen, jedoch für ein breites Publikum zugänglichen Orten, wodurch Partizipation, Diversität und interkulturelle Kommunikation in der Fläche der Stadt deutlich gestärkt werden könnten. Ein solcher Ort könnte auch ein Zentrum für Film- und Medienkultur sein. Die Dokumente der Film- und Mediengeschichte Kölns müssen dauerhaft öffentlich zugänglich gemacht und zeitgemäß präsentiert werden. Sie ist wesentlicher Teil der Geschichte einer Stadt, die sich national und international als Medienstandort positioniert. 6 Gedächtnis der Stadt Köln ist eine Stadt mit außergewöhnlich langer und bewegter Geschichte, mit der sich viele Menschen professionell oder aus bloßem Engagement beschäftigen. Neben den städtischen Institutionen, vor allem das Historische Archiv der Stadt Köln, das Kölnische Stadtmuseum, das MiQua, das NS-Dokumentationszentrum, der Stadtkonservator und das Rheinische Bildarchiv, kümmern sich zahlreiche freie Initiativen und Vereine und viele geschichtsinteressierte Bürger um die Erforschung und Vermittlung der kölnischen Geschichte. Viele interessieren sich dabei für die Stadtgeschichte im großen Ganzen, es gibt aber auch zahlreiche spezialisierte Initiativen wie das Centrum Schwule Geschichte, den Frauengeschichtsverein und viele Geschichtsschreiberinnen und Geschichtsschreiber der Veedel. Traditionen wie der Karneval, die Krätzchen und Volkslieder und die Pflege der kölschen Sprache sind lebendig und tragen Geschichte auch in den gegenwärtigen Alltag. Das Gedächtnis der Stadt wurde durch den Einsturz des Historischen Archivs empfindlich getroffen. Der begonnene Neubau und die Digitalisierung der Bestände werden die Nutzungsmöglichkeiten deutlich verbessern, auch wenn die Restaurierung der beschädigten Archivalien noch lange dauern wird. Um historische Bildung und Forschung noch breiter in die interessierte Bürgergesellschaft zu vermitteln, arbeitet das Historische Archiv daran, sich als Bürgerarchiv zu öffnen und verstärkt Partizipation zu ermöglichen. Die Akteurinnen und Akteure der Freien Szene werden dabei als kompetente Partner angesehen und bei der Vermittlung von Geschichte vermehrt eingebunden. Ausstellungen zur Kölner Geschichte werden (wegen des hohen finanziellen und personalen Aufwands allerdings ohne Originalexponate) künftig noch stärker auch in den Veedeln stattfinden und zugleich werden die Träger der Freien Szene dort am zentralen Ausstellungsgeschehen beteiligt. Das Rheinische Bildarchiv liefert mit der fotografischen Dokumentation von Stadtbild, Kulturgütern und wichtigen Ereignissen im städtischen Leben wertvolles Material für das Gedächtnis der Stadt Köln. Diese Bestände werden durch eine verstärkte Digitalisierung und Vernetzung sichtbarer gemacht, sodass durch Onlinezugänge zugleich die Präsenz des reichen kulturellen Erbes der Stadt Köln überregional erhöht wird. Ein einheitliches System zur Erschließung der historischen Spuren im Stadtraum ist ein Desiderat. Selbst im Zentrum, das Jahr für Jahr Millionen Touristen besuchen, gibt es nur wenige Hinweise auf historische Orte und ihren Zusammenhang mit der Stadtgeschichte. Um Geschichte für Einheimische wie Touristen im Alltag erlebbar zu machen, bedarf es eines Leitsystems und entsprechender Inhalte. Es wird ein Konzept entwickelt und umgesetzt, das barrierefrei und sowohl mit wie auch ohne elektronische Hilfsmittel die Geschichte der Stadt Köln zunächst im unmittelbaren Domumfeld und entlang der Via Culturalis und später auch darüber hinaus erläutert und erfahrbar macht. Ein solches historisches Leit- und Informationssystem auf der Höhe der Technik ist zugleich ein wichtiges Marketinginstrument. 7 Literatur Köln ist nach wie vor die wichtigste Literaturstadt in Nordrhein-Westfalen und blickt auf eine bedeutende Vergangenheit zurück, mit Autorinnen und Autoren wie Irmgard Keun, Heinrich Böll, Hilde Domin und Rolf Dieter Brinkmann und mit der von Dieter Wellershoff ins Leben gerufenen „Kölner Schule“. Seit Thomas Kling gilt Köln auch als Stadt der literarischen Avantgarden. Das Fundament des Literaturbetriebs sind die Schreibenden. Das LiK-Archiv (Literatur in Köln) dokumentiert seit Mitte der 70er-Jahre das literarische Leben und Schaffen in Köln. Mit dem städtischen Heinrich-Böll-Preis wird in Köln ein renommierter und gut dotierter Literaturpreis vergeben. Dazu kommen das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln für Autorinnen und Autoren bis 35 Jahre, das Aufenthaltsstipendium für Autoren in Kölns Partnerstadt Istanbul und zwei altersunabhängige städtisch geförderte „Dieter-Wellershoff-Stipendien“ des Literaturhaus Köln. Hierzu wird sich auch ein Förderstipendium für die in Köln sehr ausgereifte Kinder- und Jugendbuchszene gesellen. Das Literaturhaus Köln hat sich zu einem Dreh- und Angelpunkt der literarischen Szene und des literarischen Lebens in Köln entwickelt, von dem zahlreiche Impulse ausgehen. Die Stadtbibliothek bietet zahlreiche Vermittlungsprogramme für Literatur, regelmäßige Ausstellungen zu literarischen Themen und natürlich ein großes Angebot an elektronisch oder konventionell ausleihbaren Medien. Die Kölner sind sehr interessiert an Literatur. Mehr als eine halbe Million Menschen besuchen jedes Jahr Literaturveranstaltungen, am prominentesten vertreten durch die LitCologne, die aber weniger die regionale Literaturszene im Blick hat als die bundesweit und international populären Autorinnen und Autoren. Köln verfügt – auch im bundesweiten Vergleich – über eine sehr gute Buchhandelsszene: interessante Sortimente sowie aktive Buchhändlerinnen und Buchhändler, die Literaturvermittlung mit Leidenschaft betreiben. In Köln, dessen Buchmarkt gegen den Bundestrend wächst, sind namhafte Verlage ansässig. Mit einer Aufstockung der Mittel soll die Kölner Literaturszene stärker gefördert werden, um eine höhere Bekanntheit über die Grenzen Kölns hinaus zu erreichen und dem Nachwuchs bessere Bedingungen bieten zu können. Zwei Schreibstudiengänge, einer an der Universität zu Köln und einer an der Kunsthochschule für Medien, können dazu beitragen genau wie die Entwicklung gezielter Förderwerkzeuge durch die Kulturverwaltung. Auch ein gemeinsames Veranstaltungsformat, die „ Kölner Literaturnacht“, der durch den KEP-Prozess zusammengewachsenen Literaturszene und das zu entwickelnde Kulturmarketing haben das Potenzial, zu einer verbesserten Sichtbarkeit beizutragen. In diesem Zusammenhang wird der „Literaturkalender Köln“ durch Verbindung mit der zu entwickelnden digitalen Kulturplattform gestärkt. Um die Zusammenarbeit der in der Regel unabhängig und unverbunden arbeitenden Autorinnen und Autoren zu fördern, wurde 2017 der „Schreibraum Köln“ eröffnet und 2018 das Netzwerk Literaturszene e.V. gegründet, das viele Literatinnen und Literaten, aber auch Vertreter des Buchmarktes verbindet. Dieses neue Netzwerk, aber auch den Schreibraum in Ergänzung zum Kölner Literaturhaus auszubauen, hat auf jeden Fall einen positiven Effekt auf die Literaturstadt Köln. Zusätzliche Arbeitsstipendien werden die Förderung einheimischer wie auswärtiger Autorinnen und Autoren verbessern und den internationalen Austausch, beispielsweise in Kooperation mit Kölns Partnerstädten, weiterbringen. 8 Museen Köln besitzt mit über 30 Häusern eine Museumslandschaft, die mit ihrer Vielfalt und Qualität in Deutschland herausragend ist und die auch international einen exzellenten Ruf genießt. Die durchweg hochkarätigen Sammlungen und die anspruchsvollen Ausstellungen geben den Besuchern, auch vermittelt durch die Programme des Museumsdienstes, Einblick in die ganze Vielfalt menschlicher Kultur und Geschichte: Sie vertiefen das Wissen über die regionale Geschichte, öffnen den Horizont weit über den Stadtrand hinaus und präsentieren Kultur- und Kunstgeschichte auf internationalem Niveau. Damit ziehen sie neben Kölnerinnen und Kölnern auch ein Publikum aus Europa und der weiteren Welt an. Allein die neun städtischen Museen, darunter das Museum Ludwig als zentrales Haus moderner und zeitgenössischer Kunst, das Wallraf-Richartz-Museum als Schatzhaus klassischer Malerei und das Römisch-Germanische Museum mit seinen Sammlungen zur antiken Geschichte der Stadt, zählen eine Million Gäste jährlich. Die Museen ermöglichen ihren Besuchern mit authentischen Exponaten und wissenschaftlich fundierter Arbeit Information, Bildung und Erlebnis. Sie fördern Aufgeschlossenheit, Toleranz und den gesellschaftlichen Diskurs. Um den Veränderungen in der Gesellschaft Rechnung zu tragen, wollen die Museen neben ihren klassischen Aufgaben des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Präsentierens sich in Zukunft noch stärker als soziale Orte verstehen, als ein Dazwischen neben privaten und öffentlichen Räumen. Das Leitprojekt des Kulturdezernats „Museen, Menschen, Medien – neue Strategien für den Standort Köln“ zielt darauf, durch Weiterentwicklung partizipativer und inklusiver Angebote den Zugang zu den Häusern für möglichst viele interessant oder überhaupt erst möglich zu machen. Dazu werden die Öffnungszeiten flexibilisiert und ausgeweitet und es wird geprüft, wie über Kinder und Jugendliche hinaus, die künftig freien Eintritt auch in Sonderausstellungen haben, für Familien der Besuch der Museen kostenfrei möglich gemacht werden kann. Der Eintritt in die ständigen Sammlungen der Museen wäre idealerweise für alle grundsätzlich kostenfrei. Die Verwaltung legt dar, unter welchen Bedingungen ein vollständiger kostenfreier Eintritt ermöglicht werden kann. Entsprechende Studien und Praxen zeigen, dass dies zur Folge hat, dass vor allem junge Erwachsene häufiger Museen besuchen. Ein Großteil der personalen Vermittlung in den Museen der Stadt Köln erfolgt durch die Arbeit des Museumsdienstes. Etwa 15 Prozent der Besucher nehmen solche Angebote wahr. Durch geeignete Methoden des Audience Development soll mittelfristig ein Anteil von 20 Prozent erreicht werden. Wege dazu sind eine Intensivierung von Kommunikationsmaßnahmen und der verstärkte Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten für migrantische Communitys, inklusive Programme und die Etablierung von Formaten, die ein lebenslanges Lernen ermöglichen. Zunehmend wichtiger ist der Ausbau der medialen Vermittlungsformate. Der Museumsdienst entwickelt ein Konzept für E-Learning-Angebote, Multimedia Guides und andere mobile Anwendungen, die mit der einzurichtenden Kölner Kulturplattform im Netz verbunden werden. Zur Mobilisierung der Bildungsarbeit wird unter dem Label „museum mobil koeln“ ein deutschlandweit einzigartiges „Outreach-Projekt“ etabliert, um museale Themen in Stadtviertel mit erhöhtem Förderbedarf zu bringen. So wird neben dem Fund- auch das „Friendraising“ zu einer übergreifenden Aufgabe, wozu die Öffentlichkeitsarbeit der Museen gestärkt werden muss. 9 Die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek, deren Bestände aktuell auf mehrere Standorte verstreut sind, ist eine der größten ihrer Art weltweit. Mit etwa 500.000 Bänden, zahlreichen digitalen Medien und Künstlerbüchern ermöglicht sie die Orientierung über Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Bestände sollen innenstadtnah an einem Standort versammelt werden, womit auch die Zugänglichkeit verbessert wird. Die Digitalstrategie der Museen sieht vor, die Bestände in einer Online-Collection zielgruppen- und bedarfsgerecht auch außerhalb der Häuser verfügbar zu machen. Dafür fehlt noch eine Plattform, auf der die Digitalisate, die in den einzelnen Institutionen nach jeweils eigener interner Logik produziert werden, zur Verfügung gestellt werden und es muss eine Struktur aufgebaut werden, nach der die einzelnen Inhalte und Systeme miteinander verbunden werden. Daher sind Schnittstellen und miteinander kompatible Content-Management-Systeme einzuführen, die ein zeitgemäßes Management digitaler Inhalte gestatten. Erheblichen Bedarf haben die Museen außerdem bei der Erneuerung der Depots, die aktuell zu klein und auf viele Standorte im Stadtgebiet verteilt sind. Gemeinsam genutzte Zentraldepots wären die bessere Lösung. Auch bei Sonderausstellungen streben die Museen nach mehr Kooperation untereinander. Entsprechend finanziell ausgestattet können sie gemeinsam die Tradition regelmäßiger Großausstellungen aufleben lassen und damit zum Beispiel die Sonderausstellungsfläche im Rautenstrauch-Joest-Museum und Museum Schnütgen am Neumarkt bespielen. Des Weiteren sollen die Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Standorten, mit der Freien Szene, mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen, mit Unternehmen, Verbänden und Vereinen gefestigt und ausgebaut werden. Dabei gilt es auch, neue Themengebiete zu entdecken und für die Museumsarbeit nutzbar zu machen. Ein fruchtbares Beispiel hierfür ist bereits die Zusammenarbeit des Museums für Angewandte Kunst (MAKK) mit der kreativen und freien Szene. 10 Musik Köln weist im Bereich Musik eine in Umfang und Qualität deutschlandweit herausragende Infrastruktur auf. Dazu zählen neben den kommunalen Akteuren Oper, Gürzenich-Orchester und Philharmonie Klangkörper wie die Musikfabrik, Concerto Köln und die Ensembles des WDR, Spielstätten wie der Stadtgarten, das Loft, das Alte Pfandhaus, Institutionen wie die Musikhochschule und das ZAMUS, das Zentrum für Alte Musik, zahlreiche ambitionierte Chöre und Orchester, Verlage, Labels und Festivals und nicht zuletzt eine große, kreative freie Musikszene. Sie alle wirken an einem Konzertkalender mit, der Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart in allen Genres und Stilen auf höchstem künstlerischen Niveau und in großer Vielfalt klingen lässt: Alte Musik, klassische Musik, Neue Musik, elektronische Musik und improvisierte Musik, Jazz, Weltmusik, Film- und Medienmusik sowie Rock- und Popmusik. Besonders profiliert sind die Bereiche Jazz mit dem Europäischen Zentrum für Jazz und Aktuelle Musik im Stadtgarten, Alte Musik mit dem ZAMUS und Neue Musik mit dem Netzwerkbüro ON – Neue Musik Köln. Durch die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft „Globale Musik Köln“ vernetzen sich aktuell die Ensembles des Bereichs Weltmusik. Mit der Oper, dem Gürzenich-Orchester Köln und der Philharmonie gehören städtische Institutionen zu den zentralen Akteuren der Musik in Köln. Das Gürzenich-Orchester, eines der bundesdeutschen Spitzenorchester, erreicht neben den Opernaufführungen mit jährlich 50 Konzerten in der Philharmonie rund 100.000 Zuhörerinnen und Zuhörer. Dazu kommen Gastspiele, Kammermusikreihen und Schulkonzerte sowie erfolgreiche Vermittlungsprogramme besonders für Kinder und ältere Menschen an wechselnden Orten in der Stadt. Durch „Community-Projekte“ will das Orchester künftig gesellschaftliche Fragen mehr ins Zentrum rücken und zugleich neue Zuhörergruppen gewinnen. Die Philharmonie mit ihrer ausgezeichneten Akustik ist eine der bedeutendsten Konzertbühnen Deutschlands, auf der regelmäßig internationale Spitzenensembles aller musikalischen Richtungen spielen. Zugleich ist sie ein wichtiger Ort für Profi- wie Laienensembles aus Köln, die dort teilweise unter vergünstigten Bedingungen auftreten können. Die Philharmonie versteht sich als lebendige, sich entwickelnde Plattform für Musik, die das Publikum in Vermittlungsprogrammen wie PhilharmonieLunch und PhilharmonieVeedel mitnimmt. Das Konzept des Festivals ACHT BRÜCKEN besteht darin, spannende zeitgenössische Musik an spannenden Orten erklingen zu lassen, was nicht zuletzt auch ein Publikum anspricht, das den klassischen Konzertsaal nicht selbstverständlich aufsucht. ACHT BRÜCKEN integriert außerdem gezielt die Akteurinnen und Akteure der lokalen Freien Szene und bietet ihnen eine Plattform im internationalen Kontext. Das Fest für Alte Musik des ZAMUS holt herausragende Musikerinnen und Musiker mit aktuellen Zugängen zu historischer Aufführungspraxis nach Köln, reflektiert zugleich über Themen wie Musiktheorie und Musikkritik und ist im Konzertkalender inzwischen fest etabliert. In Zusammenarbeit mit dem ZAMUS wird die Philharmonie dem Fest für Alte Musik im Frühjahr künftig in jedem Spätsommer ein Barockmusik-Festival an die Seite stellen. 11 Mit dem ZAMUS, dem Ausbau des Stadtgartens, dem Festival ACHT BRÜCKEN und der verbesserten Ausstattung des Gürzenich-Orchesters sind in den vergangenen Jahren wichtige Schritte zur Strukturverbesserung gemacht worden. Noch immer Desiderate sind ein Zentrum für Neue Musik und ein Kammermusiksaal. Es soll geprüft werden, ob diese in Kooperation mit Institutionen, die solche Säle unterhalten, oder im ehemaligen Rautenstrauch-Joest-Museum am Ubierring geschaffen werden können, sobald die schulische Interimsnutzung beendet ist. Wie in den anderen Sparten ist derzeit der Bedarf an geeigneten Probe- und Aufführungsräumen kaum zu decken. Aufgabe des geplanten Raummanagements ist es daher auch, für jede Art von Musik Räume zu erschließen. Die Kölner Musikszene ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und hat den Ruf Kölns als Kreativstadt weiter gestärkt. Dieses Potenzial gilt es weiterzuentwickeln. Eine sich entfaltende Musikszene in einer wachsenden Stadt braucht zusätzliche Mittel und einen Ausbau der Infrastruktur. Dazu gehören auch die Festivals, die zur stärkeren Profilierung eine bessere Finanzausstattung benötigen. Um die Sichtbarkeit der Kölner Musik weiter zu verbessern, wird eine gemeinsame Medienstrategie der Kölner Musikinstitutionen entwickelt und in das Kulturmarketing integriert. Der Ausbau von Partnerschaften, von „Outreach“-Projekten wie „Unterwegskonzerten“ fördert die Begegnung mit neuem Publikum und neuen Szenen und ist im Sinne zeitgemäßen partizipatorischen Handelns unverzichtbar. 12 Pop- und Clubkultur Als eigenständiger kultureller Faktor ist die Popkultur längst in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Pop- und Rockkonzerte sind nach Museums- und Theaterbesuchen die am meisten nachgefragten Kulturaktivitäten der Kölnerinnen und Kölner. Nicht immer wird dies auch so von kulturpolitischen Entscheidungsträgern wahrgenommen. Ein Popmusik-Preis der Stadt Köln wird künftig ein Zeichen der Wertschätzung für diese Kunstsparte sein und die Bedeutung der Popkultur für und in Köln unterstreichen. Künstlerinnen und Künstler, Labels und Stilrichtungen aus Köln gehören zum Kanon der Popkultur. Die zahlreichen Musikclubs und Festivals, Musikmessen und Branchenevents zogen und ziehen auch heute noch Zehntausende von Musikfans in die Stadt. Mit seiner Historie, seiner umfangreichen Clublandschaft, seiner aktuell vielbeachteten Bandszene und mehr als 200 Konzerten und Festivals im Jahr ist die Stadt Köln bereits heute ein bedeutender Popstandort über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Clubs, die oft erste Präsentationsorte für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler sind, wünschen sich eine Aufwertung ihrer Arbeit durch Verwaltung und Politik. Die Spielstätten der Popkultur stehen vor dem Dilemma, dass sie zwar Kulturveranstaltungen ermöglichen, sich aber als privatwirtschaftliche Betriebe im Markt behaupten müssen. Derzeit gelten sie abgabenrechtlich als Gewerbebetriebe und nicht als Orte der Kultur. Ein intensiver und regelmäßiger Austausch über die Bedeutung von Clubs und Konzerthäusern als Kulturstätten und zugleich als Förderinstitutionen von begabten Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern könnte das gegenseitige Verständnis und die Zusammenarbeit verbessern. Mit einer Umbewertung einher geht auch eine Entlastung künstlerisch hochwertiger Festivals und Konzerte von kommunalen Abgaben. In einer wachsenden Stadt tritt, so wie alle Kultursparten, auch die Popkultur gegen kommerzielle Nutzungen von Räumen an. Um den Bedarf an bezahlbaren Probe-, Produktions- und Veranstaltungsräumen zu decken, wünschen sich Künstlerinnen und Künstler Zentren, in denen sämtliche Bedarfe berücksichtigt werden. Hier ist durch das zu etablierende Raummanagement zu prüfen, inwieweit solche Zentren in vorhandenen Immobilien oder im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten geschaffen werden können. Ein Problem, vor allem für elektronisch verstärkte Musik, ist die entstehende Lärmbelastung, die häufig zu Konflikten zwischen Veranstaltern und Anwohnern führt. Die Stadt ist hier als Vermittlerin gefragt. Da die Kultur nicht selten als Motor der Stadtentwicklung funktioniert, indem sie zuvor vernachlässigte Quartiere für ein junges Publikum attraktiv macht, braucht sie Möglichkeiten für unbürokratische Zwischennutzungen und eine hohe Bewertung im Rahmen von Planungsprozessen. Dazu wird ein Konzept entwickelt, das für Konfliktfälle eine vermittelnde Instanz etabliert. 13 Tanz Die freie Tanzszene in Köln ist seit Jahrzehnten überaus lebendig und kreativ und erlebt derzeit einen spürbaren Zuwachs an Künstlerinnen und Künstlern. Mehr als ein Drittel aller Tänzerinnen und Tänzer Nordrhein-Westfalens bilden hier die landesweit stärkste Szene. International tätige Ensembles wie MOUVOIR, Overhead Project oder TanzFuchs Production sind in Köln beheimatet. Dazu kommen wichtige Tanzinstitutionen: Die renommierte Hochschule für Musik und Tanz, deren Absolventinnen und Absolventen nicht selten Köln als Lebens- und Arbeitsort wählen und das Deutsche Tanzarchiv, das als Institution für Wissenschaft und Forschung mit Archiv, Bibliothek und Museum auch für die Tanzvermittlung wichtig ist. Den Tanzstandort Köln stärkt zudem das hier ansässige nrw landesbuero tanz e.V., das wichtige Netzwerkarbeit für die gesamte Szene leistet sowie die internationale tanzmesse nrw und alle zwei Jahre das Festival tanz nrw ausrichtet. Das Kölner Publikum ist tanzbegeistert! An den Bühnen der Stadt Köln haben sich Tanzgastspiele beim Publikum als besonders beliebtes Kulturangebot etabliert. Tanz Köln ermöglicht Aufführungen führender Kompanien und seit der Spielzeit 2017/ 2018 kooperieren die Bühnen Köln und Tanz Köln für die Dauer von drei Jahren mit der internationalen Tanzkompanie BALLET OF DIFFERENCE. Die Bühnen zeigen seit zwei Jahren regelmäßig Produktionen von Kölner Choreografinnen und Choreografen im Staatenhaus. Derzeit gibt es aber keine Tanzkompanie als dritte Sparte der städtischen Bühnen. Mittelfristig soll ein eigenes Ensemble das Angebot der städtischen Bühnen komplettieren und ein Kristallisationspunkt der Kölner Tanzszene werden. Den freien Tanzkompanien Kölns stehen für Aufführungen, Profitrainings und Workshops sich entwickelnde freie Tanzorte zur Verfügung. Die für Köln charakteristische Struktur von dezentralen Produktions- und Spielorten hat sich in den letzten Jahren auch durch die städtische Förderung stabilisiert und mit unterschiedlichen Schwerpunkten ausdifferenziert. Das Spektrum reicht vom Produzentennetzwerk Barnes Crossing mit fünfzehn beteiligten Künstlerinnen und Künstlern über das Netzwerk ZAIK mit dem Schwerpunkt interdisziplinäre Forschung und Nachwuchsbetreuung und den Ehrenfeldstudios mit einem Arbeitsschwerpunkt in den Bereichen Tanzperformance, Medienkunst und neuer Zirkus bis zu der in kurzer Zeit auf über 2000 m² erweiterten TanzFaktur mit ihrem umfangreichen künstlerischen Programm sowie einem Kursangebot für Profis und Laien. Hinzu kommen namhafte Festivals wie tanz.tausch, SoloDuo Festival nrw + friends oder die Sommerakademie. Ein Aufführungsort für Tanz, der professionellen Standards genügt, ist seit langer Zeit ein Desiderat. Dieser Mangel ist angesichts der Bedeutung der Sparte Tanz nicht länger hinnehmbar, denn so lassen sich schon aus Raumgründen oft nur wenige Aufführungstermine realisieren und häufig nur in kleiner Besetzung, weil den Spielorten Flächen für große Produktionen fehlen. Ein Ort, der genug Raum für Zuschauer und Tanzfläche bietet, käme sowohl Kölner Ensembles zugute als auch der Durchführung von Festivals in den verschiedenen Formaten. Außerdem würde eine solche Auftrittsmöglichkeit die Sichtbarkeit und überregionale Konkurrenzfähigkeit der freien Tanzensembles steigern. Es gibt Überlegungen, dass, nach der Rückkehr von Oper und Schauspiel an den Offenbachplatz, das Depot in Mülheim beziehungsweise die Halle 75 in Kalk 14 Auftrittsmöglichkeiten für den Tanz bieten könnten. Dafür gibt es bereits entsprechende Überlegungen und zahlreiche Befürworter. Die Stadt strebt an, bis 2020 ein tragfähiges und breit getragenes Konzept für diese Räumlichkeiten zu erarbeiten und dem Kulturausschuss beziehungsweise dem Bühnenausschuss unter Nennung möglicher Alternativen zur Entscheidung vorzulegen. Bis dahin wird die Zahl der Auftritte für Kölner Tänzerinnen und Tänzer durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Oper und häufigere Gastspiele erhöht und der Gastspielbetrieb externer Compagnien in Köln intensiviert. Insgesamt wird eine Verbesserung der Bedingungen für den Tanz angestrebt. Derzeit gibt es trotz der zunehmenden Zahl an Tänzerinnen und Tänzern einen Rückgang der Zahl der Produktionen wie auch der Aufführungen. Viele Produktionen werden nur wenige Male gezeigt und etwa ein Drittel der Produktionen sind Soloarbeiten, was vermutlich nicht immer allein auf künstlerischen, sondern auch auf ökonomischen Überlegungen fußt. Die meisten Produzentinnen und Produzenten können trotz öffentlicher Förderung ihr ökonomisches Überleben nicht durch ihre künstlerische Tätigkeit sichern, was auch an fehlenden Kofinanzierungen liegt. Die Tanzszene hat im Prozess der Kulturentwicklungsplanung ihre Vernetzung intensiviert. Um auch die Kooperation mit der Stadt und deren Bühnen zu verbessern, wird es künftig regelmäßige Treffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern der Freien Tanzszene, der Bühnen, der Politik und der Verwaltung geben. 15 Theater Mit Oper und Schauspiel unterhält die Stadt Köln große, traditionsreiche Bühnen, deren im Zentrum der Stadt neu gebaute Häuser nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs Zeichen des Aufbruchs waren. Sie arbeiten, der Größe der Stadt angemessen, auf bundesweit konkurrenzfähigem Niveau. Ein besonderes Aushängeschild Kölns ist die dritte städtische Bühne, das Hänneschen-Theater, das als städtisches Puppenspiel die kölsche Kultur und Sprache pflegt. Dazu kommt eine freie Theaterszene, mit mehr als 30 regelmäßig bespielten Häusern, darunter solche mit einem Schwerpunkt auf zeitgenössischer Dramatik wie das Theater der Keller und das Theater im Bauturm und experimentelle Theaterhäuser wie das Freie Werkstatt Theater, die Orangerie und die studiobühneköln. Auf solchen Bühnen, aber zunehmend auch in theaterfremden Räumen und im öffentlichen Raum, sind regelmäßig mehr als 50 professionelle freie Gruppen zu sehen. Der Kölner Theaterkalender verzeichnet jährlich mehr als 200 Premieren. Die Gebäude von Oper und Schauspiel werden nach Jahrzehnten der Nutzung in einem schwierigen Prozess saniert und stehen voraussichtlich erst 2022/23 wieder zur Verfügung. Mit der Außenspielstätte am Offenbachplatz hat das Schauspiel bereits einen kleinen Spielraum am gewohnten Standort zurückgewonnen. Die Auseinandersetzung mit neuen Theatertexten und Gegenwartsdramatik in Ur- und Erstaufführungen nimmt dort unter dem Label BRITNEY einen besonderen Stellenwert ein und spricht ganz bewusst ein junges Publikum an. Bis zur Wiedereröffnung der sanierten und dann barrierefreien Spielstätten am Offenbachplatz arbeiten die rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bühnen im sogenannten Interim, die Oper im StaatenHaus in Deutz, das Schauspiel im Depot (Carlswerk) in Mülheim. Das bringt Herausforderungen mit sich, aber inspiriert auch zu ungewöhnlichen, neuen Arbeitsweisen. Die Oper steht im StaatenHaus vor der Herausforderung, Räume zu bespielen, die nicht für den Theaterbetrieb erdacht sind, wobei vor allem das Fehlen eines Orchestergrabens das Erfinden von neuen, ungewöhnlichen Raumlösungen und Theaterformen fordert. Die neue unkonventionelle Art Musiktheater zu machen, lockt neue Zuschauerschichten aller Altersgruppen an, insbesondere aber junge Leute, die mittlerweile fast ein Viertel der Zuschauerinnen und Zuschauer ausmachen. Das Haus bietet mit „Oper für Jung und Alt“ ein preisgekröntes Programm an. Die Kinderoper Köln zeigt seit mehr als 20 Jahren erstklassige Opernproduktionen mit professionellen Sängern der Oper Köln und dem Gürzenich- Orchester Köln. Die Bandbreite umfasst das gesamte klassische Opernrepertoire und die Aufführungen richten sich je nach Stück und Inszenierungen an Kinder und Jugendliche zwischen drei und an Familien. Mobile Kinderopernproduktionen werden auch in Kindergärten und Kitas gezeigt. Derzeit ist auch die Kinderoper im StaatenHaus untergebracht. Mit der Wiedereröffnung der Bühnen am Offenbachplatz wird die Kölner Kinderoper zu den wenigen Kinderopern weltweit zählen, die über eigene Spielstätten verfügen. Das Schauspiel hat in Mülheim intensiv die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern des bislang fern vom Theater liegenden Stadtteils erprobt: Neben dem klassischen Repertoirebetrieb ist ein breites Spektrum an künstlerischen und diskursiven Formaten entstanden, in denen das Theater gemeinsam mit dem Publikum versucht, den Herausforderungen einer sich ständig verändernden Stadtgesellschaft zu begegnen. Der neue Standort hat für den Stadtteil wie für das Schauspiel positive Entwicklungen gebracht. Daher sollte das Carlswerk in Mülheim auch nach der Rückkehr der Bühnen an den 16 Offenbachplatz ein Standort bleiben. Mit den Formaten „Oldschool“ und „Import Export Kollektiv“ sind Senioren und Jugendliche mit ihren Geschichten auf die Bühne getreten. Das Hänneschen-Theater biete ein Programm, das Tradition und Aktualität verknüpft, von kölsch-historischen Themen wie „Farina – das Wunderwasser von Kölle“ bis zur Kooperation mit den anderen Instituten der Stadt im Rahmen des Offenbach-Jahrs 2019. Von 2021 an wird jedes Jahr ein Festival einen Überblick über die Möglichkeiten und Spielformen des Puppenspiels geben. Die interdisziplinäre Ausrichtung und damit das inklusive Angebot des Hänneschen-Theaters wird intensiviert, indem verstärkt Kinder- und Jugendprojekte in Zusammenarbeit mit anderen städtischen Institutionen wie zum Beispiel dem NS- Dokumentationszentrum angeboten werden. Die freie Theaterszene in Köln verfügt über eine Vielfalt, mit der sich – wenn überhaupt – bundesweit bestenfalls noch Berlin messen kann. Das Ansehen des freien Theaters in Köln ist ausgesprochen gut, wie eine jüngst von der Kulturverwaltung in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage belegt. Mehr als drei Viertel der Kölnerinnen und Kölner kennen die freie Theater- und Tanzszene, mehr als die Hälfte hat bereits Aufführungen besucht, fast ein Drittel geht sogar mehrmals im Jahr ins Theater. Die große Mehrheit sieht in den freien Bühnen und Ensembles ein wichtiges Aushängeschild der Stadt Köln, hält sie für unverzichtbar für die Kultur in der Stadt und betont deren Bedeutung für die Integration der Kulturen. Um die überregionale Wahrnehmung zu steigern, müssen Möglichkeiten zur Entwicklung der künstlerischen Qualität geschaffen werden. Die Theaterszene in Köln besitzt eine langlebige und funktionsfähige Netzwerkstruktur. Viele Sonderprojekte werden direkt von den Theatern oder dem Netzwerk initiiert, zum Beispiel die drei internationalen, städtisch geförderten Theaterfestivals africologne (afritopia e.V.), Urbäng! (Freihandelszone) und theaterszene europa (studiobühneköln) oder die von der Kölner Theaterkonferenz veranstaltete Theaternacht, die bundesweit die erste ihrer Art war. Die Stadt ist beteiligt am Festival IMPULSE und der Reihe west off. In Zeiten des weltweit erstarkenden Nationalismus und einer Verschärfung auch innergesellschaftlicher Konflikte sind Theater wichtige Orte politischer Utopien und bieten die Möglichkeit, über Demokratie, Partizipation, die Organisation menschlichen Zusammenlebens allgemein zu reflektieren. Insgesamt gilt es, dieses Potenzial der Theater als integrative Orte noch stärker zu nutzen. Diese Kraft kann das Theater aber nur entfalten, wenn es ausreichend ausgestattet ist. Dazu müssen Spielstätten und Theatergruppen in ihrem Bestand gesichert und die Förderung dem Bedarf angepasst werden, der derzeit mehr als 100 Prozent über der etatisierten Förderung liegt. Um sowohl das Ziel der Bestandsicherung zu erreichen, als auch Entwicklungschancen für neue Gruppen in Köln zu bieten, werden die Fördermittel von 2020 an sukzessive aufgestockt. Das gilt für jährliche und mehrjährige Förderungen sowie für die institutionelle Förderung der Theaterstrukturen. Dabei ist es ein Ziel, die Ensembles in die Lage zu versetzen, faire Honorare zu zahlen. Die Notwendigkeit einer Erhöhung der städtischen Zuschüsse besteht ebenso für die städtischen Bühnen, die finanziell deutlich schlechter ausgestattet sind als vergleichbare Häuser in anderen Kommunen, wie die Wirtschaftlichkeits- und Organisationsuntersuchung durch die Firma actori gezeigt hat. Darüber hinaus muss künftig ein ausreichender Etat für die Bauunterhaltung eingeplant werden. Alle Häuser und Ensembles wollen ihre Bildungsangebote ausbauen und sich für breite Zuschauergruppen stärker öffnen – besonders für solche, die bislang nicht ins Theater 17 gehen. Deshalb wird ein Schwerpunkt im Kinder- und Jugendtheaterbereich liegen, zum Beispiel im Kölner Künstler Theater und Casamax und darüber hinaus wird das Comedia Theater zu einer Spielstätte für spartenübergreifende Kulturarbeit junger Bürgerinnen und Bürger entwickelt. Auch diese Entscheidung stärkt die freie Theaterszene und befördert die Entwicklung einer modernen, Vielfalt und Diversität lebenden Stadtgesellschaft.
Anlage_3_Katalog der Entwicklungsideen_KEP
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ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 1 Diese Entwicklungsideen sind während der Diskussionen an den Runden Tischen und während der Arbeitstagung entstanden. Sie sind kein verbindlicher Katalog, widersprechen sich teilweise und sind nur hinsichtlich ihrer grundsätzlichen Machbarkeit überprüft und kommentiert. Es bleibt Verwaltung und Politik vorbehalten, Denkansätze fortzuentwickeln und deren Realisierung zu beschließen. Einige Ideen sind wegen der besseren Übersichtlichkeit an mehreren Stellen genannt. LEITTHEMEN DER KULTURENTWICKLUNGSPLANUNG ALLGEMEIN 1. Vielfalt Erläuterung – Erarbeitung eines Leitbildes für kulturelle Teilhabe und Vielfalt in der Kulturentwicklungsplanung, das die Teilhabe aller an kulturellen Angeboten formuliert und sich orientiert am bestehenden Diversity-Konzept der Stadt – Entwicklung einer Ikonographie als Visualisierung des Leitbildes – Ausbau der Maßnahmen zur Erleichterung des Zugangs zu Kultur für alle Bevölkerungsteile dazu: – Einrichtung von Ankerpunkten für niedrigschwellige Kulturvermittlung in Stadtteilbibliotheken/-zentren – Ausbau von niederschwelligen Angeboten für migrantische Communitys – Entdeckung und Entwicklung lokaler Kulturszenen in den Stadtteilen – Ein Koordinationskreis „Vielfalt“ erarbeitet Handreichungen für Kulturschaffende und Veranstalter Möglich wären beispielsweise analog zu den Bibliotheksausweisen auch Gutscheine für Eintrittskarten in jeder Schultüte, die preisgünstige oderkostenlose Verteilung von Restkarten über die Ankerpunkte oder entsprechende Funktionen einer Webseite/App – Verbesserung der finanziellen und personellen Ausstattung der kulturellen Bildung – Stadtweite Vernetzung der unterschiedlichen Angebote in einer ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 2 neu zu entwickelnden Struktur (in Koordination mit den Maßnahmen der Kultureinrichtungen und dem Koordinationskreis Vielfalt) – Öffnung der städtischen Institutionen als Orte der Begegnung – kostenfreier Eintritt für Kinder und Jugendliche in Sammlungen und Sonderausstellungen (darüber hinaus wird geprüft, wie kostenfreier Eintritt grundsätzlich möglich ist) – Intensivierung von Vermittlungsmaßnahmen der Museen – Intensivierung inklusiver Programme – Entwicklung eines Konzepts für mediale Vermittlungsformate (E-Learning-Angebote, Multimedia Guides) – Intensivierung der Social-Media-Kommunikation Teil des Leitprojekts „Museen, Menschen, Medien“ des Kulturdezernats, ein entsprechender Ratsbeschluss ist bereits gefasst – Etatisierung eines Förderbudgets für freie inklusive Kulturarbeit, das als Inklusionszuschlag abgerufen werden kann – Erhöhung des Förderetats für interkulturelle Projekte im Kulturamt ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 3 ALLGEMEIN 2. Räume/Baukultur Erläuterung – Entwicklung eines integrativen Stadtentwicklungskonzepts, das Projekte auch hinsichtlich ihrer ästhetischen, kulturellen und konservatorischen Aspekte bewertet und wo sinnvoll Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Ziel ist es, die Stadtgestaltung gemeinsam mit Investoren zu entwickeln oder auch in genossenschaftlichen Projekten Kultur betrifft die ganze Stadt – auch der Umgang mit der Gestalt der Stadt sollte das berücksichtigen – Entwicklung eines Konzepts mit Instrumenten der Stadtplanung und der dezernatsübergreifenden Verwaltungsarbeit, das geeignet ist, existierende Kultur- und Kreativräume im Bestand zu sichern und neue wachsen zu lassen. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob der grundsätzliche Förderungsbedarf von Kunst und Kultur teilweise durch das Vorhalten oder den Ankauf von Flächen zur Sicherung eines finanzierbaren Miet- oder Erbpachtzinses befriedigt werden kann und ob Investoren verpflichtet werden können, bei der Entwicklung von großen Planungsgebieten/-projekten Räume für Kultur mit zu planen und zu finanzieren, die anschließend in städtischen Besitz übergehen Sorgt für Reduzierung des Raummangels und bringt Kultur in Neubaugebiete Sitzung des Rates am 06.02.2018 mit Beschlussfassung zu Antrag AN/0149/2019 in mündlich geänderter Fassung „Integration von Kreativräumen und kulturellen Raumbedarfen in die Stadtplanung“: Die Verwaltung wird beauftragt, die Voraussetzungen zu schaffen, um die Sicherung und Integration von Kreativräumen und kulturellen Raumbedarfen im Rahmen einer integrierten Stadtentwicklung voranzutreiben – Etablierung eines dezernatsübergreifenden Raummanagements, das städtische (und später nicht städtische) Räume, die für Kunst und Kultur nutzbar sind, identifiziert und deren Nutzung koordinie rt und verwaltet – Schaffung und Ausweisung von Produktionsräumen in kleinen Einheiten: Atelier-, Probe- und Lagerräume – Identifizierung von Aufführungs- und Produktionsräumen: Sorgt für effiziente Nutzung vorhandener Räume und einen zentralen Ansprechpartner. Bei der Organisation dieser Einrichtung ist noch zu klären, inwieweit Vertreter der Freien Szene beteiligt werden können. Denkbar wäre z. B. eine Mischform aus städtischem und nicht städtischem Personal Der Bedarf an Aufführungsräumen könnte durch Entwicklung ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 4 Kammermusiksaal/Kunsthalle(Maßnahmen bereits vorgesehen im KEP 2009) eines spartenübergreifenden Kulturzentrums (ehem. Rautenstrauch-Joest-Museum?) und zusätzlicher Nutzung bereits vorhandener Räume in Kooperation mit anderen Institutionen (WDR, DLF) befriedigt werden – Entwicklung eines Konzepts für „Künste im öffentlichen Raum“ – Einrichtung eines Fonds, in den ein bestimmter Prozentsatz der Kosten städtischer Baumaßnahmen fließt und aus dem Kunstaktionen und Kunstwerke für den öffentlichen Raum sowie der Erhalt vorhandener Kunstwerke finanziert werden – Erleichterung der Präsenz von Kunst und Kultur in den Veedeln durch veränderte Lärmschutzrichtlinien und Ausnahmeregelungen Muss dezernatsübergreifend sein, um tatsächlich den Zugang zum öffentlichen Raum für Kultur zu erleichtern Der Ausschuss Kunst und Kultur hat im Dezember 2017 die Weiterführung des „StadtLabors für Kunst im öffentlichen Raum“ beschlossen. Dieses Labor soll sich jeweils zeitlich befristet in wechselnden Planquadraten modellhaft mit den Aspekten von Kunst im öffentlichen Raum und deren räumlichen und funktionalen Zusammenhängen befassen. Ziel der Laborarbeit ist die Weiterentwicklung und Durchführung eines Handlungskonzeptes für Kunst im öffentlichen Raum – Bestandsschutz für bestehende kulturelle Orte (bei Neubaumaßnahmen) Vor allem mit Blick auf die erhöhte Bautätigkeit sinnvoll; Einzelfallprüfung; die Integration vorhandener Institutionen und Gebäude verringert möglicherweise die Nutzbarkeit, schafft aber lebendige neue Quartiere ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 5 ALLGEMEIN 3. Marketing Erläuterung – Entwicklung eines Kulturmarketingkonzepts unter Beteiligung einer geeigneten Agentur – Koordinierung mit einem zu entwickelnden Stadtmarketing (Kultur ist ein Standortfaktor) – Entwicklung gemeinsamer Marketingaktivitäten – Koordinierung der Marketingaktivitäten von Institutionen und Freier Szene Sinnvoll auch für das Image der Gesamtstadt. Kultur in Köln wird von außen zu wenig wahrgenommen – Etablierung eines Netzportals zur Information über Kultur auch innerhalb der Stadt (inkl. soziale Medien) – Koordinierung von Aufführungsterminen ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 6 ALLGEMEIN 4. Digitalisierung Erläuterung – Arbeitstagung zu Digitalisierung und Kultur Diskussion über technische Bedarfe und neue künstlerische Möglichkeiten/Entwicklung von neuen Kommunikationsformen mit dem Publikum – Technische Ausstattung im Pool an die veränderten Bedürfnisse anpassen Veränderte Arbeitsweisen brauchen neue Technik – Digitalisierung der Antragsverfahren für Kulturförderung Erleichterung von Antragstellung und Bearbe itung – Recherche und Forschung im Vorfeld künstlerischer Arbeit werden förderfähig, um Experimente mit neuen Techniken zu erleichtern – Etablierung eines Kölner Kulturportals oder einer App, die das digitale Kulturangebot zentral verfügbar macht – Entwicklung eines Verfahrens für die Abgabe nicht verkaufter Karten über ein solches Portal – Ausbau der Online-Collections von Museen und Rheinischem Bildarchiv und der Digitalisierung der Bestände des Historischen Archivs ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 7 ALLGEMEIN 5. Öffentliche Förderung Erläuterung – Der Rat der Stadt Köln nimmt die KEP als grundsätzliche Handlungsempfehlung und strategische Zielausrichtung für die zukünftige Entwicklung der Kunst- und Kulturstadt Köln an und bittet die Verwaltung die KEP, begleitet von einem sogenannten Lenkungskreis, dezernatsübergreifend schrittweise umzusetzen und dafür entsprechende Zeitmaßnahmenpläne mit einer Priorisierung der Maßnahmen zum Beschluss vorzulegen Viele Bedarfe und Ideen können nur in der Kooperation der verschiedenen Dezernate und Ämter befriedigt und umgesetzt werden – Erhöhung des Kulturetats entsprechend dem Wachstum der Bevölkerung und der vermehrten Aufgaben von Kunst und Kultur und deren Vermittlung – Kein Absinken des Etats unter die derzeitige Höhe von 183 Euro je Einwohner – Festschreibung eines prozentualen Anteils der kulturellen Transfermittel für die freie Szene (von der Szene gewünscht sind 10 %) Bereits mit dem vom Rat beschlossenen Leitprojekt des Kulturamtes angestoßen (bis 2021 Anstieg auf sechs Prozent) ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 8 ALLGEMEIN 6. Beteiligung Erläuterung – Aufbau eines Verfahrens zur Verstetigung der Kulturentwicklungsplanung (beinhaltet regelmäßige Treffen, Webseite und Evaluation) – Dauerhafte Einrichtung eines Runden Tischs Partizipation und Teilhabe Sorgt für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der KEP und eine ebensolche Vernetzung – Ausbau der Zusammenarbeit von Freier Szene und städtischen Institutionen in sinnvollen Bereichen (gemeinsame Nutzung von Räumen, gemeinsames Marketing) – Weiterentwicklung des Zwei-Säulen-Modells aus dem KEP 2009 – Stärkung der Selbstorganisationsstruktur zur dauerhaften Vernetzung der Freien Szene (Szenekoordinatoren, Aufgaben: Sprechfähigkeit der Akteure organisieren, Beratung zu Antragsverfahren, Fortbildung) Selbstorganisation ist sinnvoll für die Szene und auch für die Fortführung des Prozesses – Entwicklung eines partizipativen Modells zur stärkeren Beteiligung der Freien Szene im Kulturausschuss – Der Runde Tisch „Partizipation und Teilhabe“ wird weiterhin arbeiten, um dieses wichtige Handlungsfeld kontinuierlich zu entwickeln und einmal jährlich wird es eine Arbeitstagung von Kulturschaffenden, Politik und Verwaltung geben, in deren Rahmen in Workshops der Maßnahmenkatalog fortlaufend überprüft, aktuelle Themen verhandelt und gegebenenfalls neue Maßnahmen erarbeitet werden THEMEN DER STÄDTISCHEN INSTITUTIONEN ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 9 INSTITUTIONEN 1. Museen Erläuterung – Erweiterung und Flexibilisierung der Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, am ersten Donnerstag länger – Freier Eintritt in die Sammlung an einem Tag des Wochenendes – Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche auch in Sonderausstellungen – Verwaltung legt dar, wie ein grundsätzlich freier Eintritt ermöglicht werden kann Um mehr Menschen zu erreichen und explizit auch solche, für die der Eintrittspreis ein Hindernis darstellt – Intensivierung von Marketingmaßnahmen durch die einzelnen Häuser und ein gemeinsames Standortmarketing – Dokumentation, Digitalisierung und Veröffentlichung des Bestands für unterschiedliche Zielgruppen – Etatisierung eines institutsübergreifenden Ausstellungsetats für Kooperationen und Nutzung des Ausstellungsraums im RJM für Großausstellungen Verbessert die Kooperationsmöglichkeiten der Häuser und sorgt für bessere Sichtbarkeit der Kölner Museumslandschaft – Einrichtung von Volontariatsstellen in allen städtischen Museen und den zugehörigen drei Serviceeinrichtungen – Bau eines Zentraldepots für die Kölner Museen – Erweiterung des NS -Dokumentationszentrums Der Rat hat für 2019 die Erweiterung um zwei Etagen des EL -DE -Hauses für die Umsetzung des Konzepts „Haus für Erinnern und Demokratie“ beschlossen. Kölnisches Stadtmuseum – Neubau als Teil der Historischen Mitte Kunst- und Museumsbibliothek – Zusammenführung der Bestände an neuem Standort ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 10 – Anpassung des Medienetats – Katalogisierung und Digitalisierung diverser Einzelbestände Wallraf-Richartz-Museum – Erweiterung durch Neubau Museum Ludwig – Für 2020 geplantes Projekt einer neuen, intensiven Auseinandersetzung mit dem Bestand sowie dessen Neupräsentation – Umsetzung des Lichtkonzepts, Foyerumbau und Sanierung, Klimatisierung Römisch-Germanisches Museum – Sanierung und Neubau (begonnen) Museum für Angewandte Kunst – Neueinrichtung der Sammlung, inklusive Erneuerung der Beleuchtung und Restaurierungen – Verbesserung der Restaurierungskapazität Rautenstrauch-Joest-Museum – Intensivierung der (inter-)nationalen Kollaborationen, Provenienzforschung und Aufarbeitung der kolonialen Strukturen der Sammlung. - Öffnen der Institution und Programmatik hinsichtlich der Abbildung einer multikulturellen Stadtgesellschaft Die Kulturstiftung des Bundes fördert von 2019 bis 2023 die Einrichtung einer befristeten Planstelle und Projektgeldern für ´Diversity´-Bestrebungen . Museum für Ostasiatische Kunst – Verjüngung des Publikums durch gezielte Ansprache über soziale Medien – Dachsanierung ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 11 Rheinisches Bildarchiv – Neudefinition der Aufgaben und der Kooperation mit den städtischen Instituten – Verstärkte Kooperation mit der freien Fotoszene – Entwicklung einer Foto-Präsentationstrategie (analog und digital) – Verstärkung der IT (photo-hub) ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 12 INSTITUTIONEN 2. Bühnen der Stadt Köln Erläuterung – Nach Wiedereröffnung am Offenbachplatz: Erhöhung der Zuschüsse auf das Niveau vergleichbarer Häuser, zugleich Steigerung der Eigenmittel durch Erhöhung der Auslastung Stärkung der Sparte TANZ – Ausbau des Gastspielprogramms – Prüfung einer Nachnutzung des Depots in Mülheim/der Halle Kalk für den Tanz – Intensivierung der Kooperation zwischen Bühnen und Freier Szene – Mittelfristig: Etablierung einer eigenen Tanzkompanie in Köln Intensivierung der Kooperation zwischen Bühnen und freier Szene: siehe Ratsbeschluss vom 24.11.2011 (Vorlage 3570/2011, Nr. 5, Mitnutzung der sanierten Bühnen durch die freie Szene): „5. Mitnutzung der sanierten Bühnen durch die freie Szene Wie in der Ratsvorlage zum Beschluss 01.03.2011 dargestellt, haben die Bühnen der Stadt Köln und die Verwaltung Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Freien Szene über eine Mitnutzung der sanierten Bühnen geführt. …. Damit bestehen für die Mitnutzung der sanierten Gebäude durch die Freie Szene voraussichtlich keine baulichen und technischen Hindernisse. Wie eine Nutzung durch die Freie Szene organisiert und konkret umgesetzt werden kann, wird gemäß Ratsbeschluss zu gegebener Zeit von der Verwaltung erarbeitet und dem Rat zum Beschluss vorgelegt.“ SCHAUSPIEL – Prüfung des Erhalts einer dritten Spielstätte rechtsrheinisch (Depot Mülheim) nach der Rückkehr an den Offenbachplatz HÄNNESCHEN-THEATER – Etablierung eines jährlichen Figurentheaterfestivals ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 13 INSTITUTIONEN 3. Gürzenich-Orchester Erläuterung – Stärkung, Ausbau und Bündelung der Medienstrategie im Rahmen einer Digitalstrategie für die Kölner Musikkultur – Schaffung eines Hauses für Kammermusik Kooperatio nen prüfen, sinnvoll Führung als offenes Haus, das auch von der Freien Szene genutzt werden kann. – Verstärkung der Kooperationen mit freien und institutionellen Partnern (Outreach-Projekte) - Intensivierung der Förderung hochbegabter Musiker/-innen ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 14 INSTITUTIONEN 4. Bibliothek Erläuterung – Verbesserung des Service: Ausweitung der Öffnungszeiten und 24/7-Rückgabemöglichkeit an allen Standorten – Ergänzung und laufende Anpassung des Bestands an digitalen Geräten, Erhöhung des Medienetats – Ausbau der Digitalen Bibliothek . – Neueinrichtung von Zweigstellen in bislang unterversorgten Gebieten und Sanierung der Zweigstellen in Neubrück, Porz, Ehrenfeld, Rodenkirchen, Nippes, Sülz Die bedarfsgerechte Umgestaltung der Stadtteilbibliothek Kalk wurde in 2017 begonnen und inzwischen abgeschlossen – Entwicklung und Etablierung von Integrationsangeboten, die die multikulturelle Zusammensetzung der Stadtgesellschaft spiegeln – Einstellung von Medienpädagogen und Digitalmanagern für die Vermittlung – Etablierung der Stadtteilbibliotheken als Ankerpunkte der Kulturvermittlung ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 15 THEMEN DER FREIEN SZENE Förderung der Freien Kulturszene Erläuterung – Entwicklung einer Förderstruktur, die künstlerischem/ kulturellem Arbeiten entspricht und mit den Antragsfristen von Drittmittelgebern harmonisiert ist – Digitalisierung der Antragsverfahren – Entwicklung eines Konzepts zur Nutzung städtisch geförderter Infrastruktur – Förderung von Recherchen im Vorfeld von künstlerischen Projekten ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 16 FREIE 1. Bildende Kunst Erläuterung – Entwicklung einer Struktur für die Beauftragung von Künstlerinnen und Künstlern im Rahmen von Stadtentwicklung und Stadtgestaltung – Kunst im öffentlichen Raum, Erweiterung der Rolle des Kunstbeirats zu einer Kunstkommission mit eigenem Etat (gespeist aus Anteilen an Baukosten) – Überprüfung der Kategoriengrenzen der Förderung – Festlegung angemessener Honorare in der Förderung und bei Beauftragung durch städtische Institutionen – Schaffung zusätzlicher Atelierräume Vorbehaltlich der Genehmigung der Haushaltssatzung 2019 sind im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises vom 08.10.2018 einmalig investive Mittel für „Neue Atelierflächen und Proberäume in städtischen Immobilien“ vorgesehen – Überarbeitung des Förderkonzepts Ist bereits als Auftrag an die Verwaltung beschlossen und wird umgesetzt – Schaffung einer Ausstellungshalle/ Kunsthalle, die es etablierten Kölner Künstlerinnen und Künstlern ermöglicht, ihre Werke in Köln zu zeigen – Schaffung eines interdisziplinären Produktionsraums, in dem auch Konferenzen und Workshops stattfinden können (Im KEP 2009 waren eine Kunsthalle und eine jährliche Übersichtsschau Kölner Kunst vorgesehen) – Stärkung des Festivals Internationale „Photoszene Köln“ Vorbehaltlich der Genehmigung der Haushaltss atzung 2019 sind ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 17 (bereits vorgesehen im KEP 2009) im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises mit Fortschreibung in der mittelfristigen Finanzplanung Mittel für die „Erhöhung institutioneller Förderung Bildende Kunst (Photoszene Köln) Beiratsentscheidung erwünscht (Beirat zur Mittelvergabe) vorgesehen – Erstellung einer Dokumentation zur fotografischen Entwicklung, zu Sammlertätigkeiten und Fotoarchiven der städtischen und privaten Institutionen (bereits vorgesehen im KEP 2009) – Individuelle, altersunabhängige Förderung von Künstlerinnen und Künstlern z. B. über Stipendien Entspricht der heutigen Arbeitsrealität besser als die Förderung einzelner Projekte – gilt auch für andere Sparten – Vorbehaltlich der Genehmigung der Haushaltssatzung 2019 sind im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises mit Fortschreibung in der mittelfristigen Finanzplanung Mittel für die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern. Bildende Kunst (Stipendien ohne Altersbegrenzung) vorgesehen ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 18 FREIE 2. Filmkultur Erläuterung – Integration eines Bereiches Kölner Filmgeschichte als Teil der Stadtgeschichte im Neubau des Kölnischen Stadtmuseums – Förderung von Abspielstätten für Filme von besonderer Qualität – Weiterentwicklung des Kölner Filmhauses zu einem Zentrum für Filmkultur und -bildung Wird bereits umgesetzt – Schaffung eines Zentrums für Film- und Medienkultur für spartenübergreifende Arbeit (Festivalort) Als Wunsch verständlich, aber angesichts vieler geplanter Kulturneubauten unrealistisch. – Bessere Vernetzung untereinander, Entwicklung einer gemeinsamen Pressearbeit, Sichtbarmachung in Social Media Wird vom Kulturamt und von den Akteuren selbst in einer Arbeitsgruppe bereits betrieben ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 19 FREIE 3. Gedächtnis der Stadt Erläuterung – Schaffung eines Raums für Ausstellungen zur Stadtgeschichte – Etablierung eines dauerhaften Arbeitskreises „Gedächtnis der Stadt“ und einer bei Stadtarchiv oder Historischem Museum angesiedelten Koordinierungsstelle. – Stärkere Vernetzung von Geschichtsinitiativen mit Archiven und historischen Museen Geschichtsinitiativen arbeiten derzeit oft unverbunden. Eine bessere Vernetzung und Hilfe bei der Professionalisierung der Arbeit könnte die Kölner Stadtgeschichte besser sichtbar machen – Entwicklung und Etablierung eines Leitsystems zu historischen Orten im Stadtbild (Führer durch die Stadtgeschichte) – Förderung der Zusammenarbeit zwischen freier Szene und städtischen Archiven und Museen zur dauerhaften Sicherung der Nach- und Vorlässe von Künstlerinnen und Künstlern ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 20 FREIE 4. Literatur Erläuterung – Aufstockung des Förderetats für die Verbesserung der Sichtbarkeit der Literatur und gezielte Nachwuchsförderung Mehr Sichtbarkeit, ja, aber nicht durch mehr Veranstaltungsformate, sondern durch bessere PR- und Kommunikation – Mehr Arbeitsstipendien für Autoren und Autorinnen aus Köln – Neue international ausgerichtete Stipendien mit besonderem Fokus auf den Partnerstädten und exilierten Autorinnen und Autoren (Im KEP 2009 waren Aufenthaltsstipendien für internationale Autorinnen und Autoren und den schriftstellerischen Nachwuchs vorgesehen) Siehe Ratsbeschluss 3981/2017 vom 06.02.2018 zur „Erhöhung der institutionellen Förderung Literaturhaus“ (Verteilung der Leitprojektmittel) für die Stärkung der Förderung von Autorinnen und Autoren durch Arbeitsstipendien. Zudem wird das Literaturhaus drei Arbeitsstipendien einrichten – Erhöhung der Schreibraum-Kapazität und Schaffung einer angemessen dotierten Stelle für die Betreuung Seit 2017 wird mit einem Projektkostenzuschuss die Gründung und auch dauerhafte Unterstützung eines Schreibraums erfolgreich initiiert – Realisierung eines Literaturportals im Netz, das über einen Literaturkalender hinausgeht (Porträts, Essays etc.) Siehe Ratsbeschluss 3981/2017 vom 06.02.2018 zur „Erhöhung der institutionellen Förderung Literaturhaus“ (Verteilung der Leitprojektmittel), in dem die bessere Sichtbarkeit des bereits vorhandenen Literaturkalenders durch intensivere redaktionelle Betreuung durch das Literaturhaus erreicht werden soll – Förderung einer Interessenvertretung „Literaturszene Köln“ – Förderung einer jährlichen Präsentationsplattform lange „Nacht der Literatur“ Vorbehaltlich der Genehmigung der Haushaltssatzung 2019 sind im Rahmen der Verwendung der Kulturförderabgabe 2019 Mittel für „Kölner Literaturnacht – Zuschuss für Verein Literaturszene e.V.“ vorgesehen ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 21 – Etablierung von internationalen literarischen Fachkonferenzen in Zusammenarbeit mit den literarischen Szenen der Partnerstädte ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 22 FREIE 5. Musik Erläuterung – Schaffung zusätzlicher Proberäume für Einzelkünstler und Ensembles (vor allem im Bereich Neue Musik wegen komplexer Aufbauten) – Verbesserung der Technikausstattung (teilweise schon umgesetzt im Technikpool) – Schaffung zusätzlicher kleiner bis mittelgroßer Räume mit guter Akustik, darunter ein Kammermusiksaal (bereits vorgesehen im KEP 2009) Entweder durch Neubau oder Ausbau bestehender Räumlichkeiten Kammermusiksaal wird auch vom Gürzenich-Orchester gewünscht – Bauliche Erweiterung des Stadtgartens um einen Konzertsaal mit ca. 400 Plätzen für Musiker und Ensembles aller Stilrichtungen (Elektronische Musik, Neue Musik, Weltmusik, Alte Musik und Jazz) – Schaffung eines Proberaumzentrums für Ensembles der Neuen Musik nach Vorbild des ZAMUS mit eigenem Instrumenten- und Technikpool, Büro- und Proberäumen und einem elektronischen Studio. Prüfauftrag Alte Feuerwache (bereits vorgesehen im KEP 2009) Vorbehaltlich der Genehmi gung der Haushaltssatzung 2019 werden im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises Mittel für „Neue Atelierflächen und Proberäume in städtischen Immobilien“ vorgesehen. – Infrastruktur sichern und ausbauen: ZAMUS, Neue Musik, Stadtgarten, Loft Siehe Ratsbeschluss 1847/2016 vom 30.06.2016 zur „Erhöhung der institutionellen Förderung der Initiative Kölner Jazz Haus e.V.“ für den Ausbau und Betrieb des Stadtgartens als Europäisches Zentrum für Jazz und aktuelle Musik Mit Beschluss des Ausschusses Kunst und Kultur wurde gemäß Antrag AN/0421/2018 aus Mitteln des Leitprojektes die institutionelle Förderung des Netzwerks ON für Proberäume für Neue Musik erhöht. Darüber hinaus erhält der 2ndFloor e.V. – das ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 23 Loft eine allgemeine Erhöhung der institutionellen Förderung – Erarbeitung eines Konzepts zur Mitbenutzung des Kleinen Hauses am Offenbachplatz durch freie Musikensembles für Konzerte und zeitgenössisches Musiktheater Wie Maßnahme unter „Bühnen der Stadt Köln“: Intensivierung der Kooperation zwischen Bühnen und Freier Szene: siehe Ratsbeschluss vom 24.11.2011 (Vorlage 3570/2011, Nr. 5, Mitnutzung der sanierten Bühnen durch die freie Szene) – Studie zum Stand der Musik in Köln, Dokumentation der Szene z. B. Weltmusik – Stärkung des Festivals ACHT BRÜCKEN Verstetigung und Abschaffung der regelmäßigen Antragstellung ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 24 FREIE 6. Pop-/ Clubkultur Erläuterung – Entwicklung und Finanzierung eines national bedeutenden Pop- Preises – Änderung der Klassifizierung der Clubs von „Gewerbebetrieb“ zu „Kulturstätte“ – Entsprechende Förderung/Entlastung von Abgaben – Einrichtung einer vermittelnden Instanz in Sachen Lärmschutz Bestandteil der übergreifenden Themen, gilt auch für andere Sparten Vorbehaltlich der Genehmigung der Haushaltssatzung 2019 werden im Rahmen des politischen Veränderungsnachweises Mittel für den „Lärmschutzfond für freie Kulturinstitutionen/ Musikclubs“ vorgesehen – Imagekampagne für den Popkulturstandort Köln Hohe Außenwirkung und Identitätsstiftung ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 25 FREIE 7. Theater Erläuterung – Grundfinanzierung sichern, Bedarf liegt deutlich über der Förderung – Ausbau der mehrjährigen Förderung für freie Gruppen – Förderung orientieren an Honorarempfehlung des Bundesverbandes Wird bereits durch mehrjährige Förderinstrumente flankiert – Schaffung zusätzlicher Proben- und Produktionsstätten, Lagerräume – Entwicklung eines Konzepts für die Nutzung von geförderter Theaterinfrastruktur durch freie Ensembles – Schaffung eines neuen Produktionszentrums Ist innerhalb der Szene umstritten – Ausbau und Sicherung der Comedia zu einem Zentrum für Kinder- und Jugendkultur (bereits vorgesehen im KEP 2009) Siehe Ratsbeschluss vom 27.09.2018 zu Vorlage 2670/2018 mit der das Comedia Theater in der Vondelstraße 4–8 (Kinderkulturhaus) ab 2019 zu einem „Zentrum der Kultur für junge Bürgerinnen und Bürger in Köln und NRW“ entwickelt werden soll – Etablierung eines Kinder- und Jugendtheaterfestivals (bereits vorgesehen im KEP 2009) ANHANG Kulturentwicklungsplanung für die Stadt Köln – Entwicklungsideen der Runden Tische Stand: 0 4.12.2018 Seite 26 FREIE 8. Tanz Erläuterung – Schaffung eines Aufführungsraums für freie und städtische Tanzproduktionen – Prüfung der Nachnutzung des Depots in Mülheim/der Halle Kalk als Haus für den Tanz (im KEP 2009 war bereits ein Tanzhaus vorgesehen) Siehe auch „Städtische Bühnen“ – Etablierung einer städtischen Tanzcompagnie als dritte Sparte der Städtischen Bühnen – Erstellung und Umsetzung eines Konzepts für die Intensivierung der Auftritte heimischer Ensembles bei den Städtischen Bühnen Kommentar KULTURAMT: Sinnvoll, sofern damit an die Verstetigung und Ausweitung der aktuell neu existierenden Kooperation für Großproduktionen mit der Oper gedacht ist (Uraufführungen) – Verbesserte Förderung der Gastspiele der Freien Szene außerhalb Kölns
Anlage_4_Synopse _KEP
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1 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Baukultur In Köln finden sich aus vielen Epochen Gebäude von herausragender Qualität und hohem Wiedererkennungswert. Der rasche Wiederaufbau nach dem Krieg, die autogerechte Stadtgestaltung und ökonomische Zwänge haben aber auch Problemzonen entstehen lassen. Heute, wo die Bevölkerung deutlich wächst und die Neubauaktivität entsprechend erhöht ist, gibt es Chancen, große Bereiche so neu zu gestalten, dass die Stadt insgesamt davon profitiert. Durch den hohen ökonomischen Druck wächst jedoch zugleich das Risiko, dass die Veränderungen in der Stadt nicht immer zum Nutzen der Menschen sind, die in ihr leben. Der Stadtraum und mit ihm im Laufe der Zeit gewachsene Strukturen und einzigartige Ensembles müssen dann vor ökonomischen Interessen in Schutz genommen werden. Der Stadtkonservator hat in den letzten Jahren die Bemühungen des Denkmalschutzes, die Qualitäten des Bestandes an Eigentümer und Öffentlichkeit zu vermitteln, intensiviert. In Zeiten großer Veränderungen ist es im Baukultur In Köln finden sich aus vielen Epochen Gebäude von herausragender Qualität und hohem Wiedererkennungswert. Der rasche Wiederaufbau nach dem Krieg, die autogerechte Stadtgestaltung und ökonomische Zwänge haben aber auch Problemzonen entstehen lassen. Heute, wo die Bevölkerung deutlich wächst und die Neubauaktivität entsprechend erhöht ist, gibt es Chancen, große Bereiche so neu zu gestalten, dass die Stadt insgesamt davon profitiert. Durch den hohen ökonomischen Druck wächst jedoch zugleich das Risiko, dass die Veränderungen in der Stadt nicht immer zum Nutzen der Menschen sind, die in ihr leben. Der Stadtraum und mit ihm im Laufe der Zeit gewachsene Strukturen und einzigartige Ensembles müssen dann vor ökonomischen Interessen in Schutz genommen werden. Der Stadtkonservator hat in den letzten Jahren die Bemühungen des Denkmalschutzes, die Qualitäten des Bestandes an Eigentümer und Öffentlichkeit zu vermitteln, intensiviert. In Zeiten großer Veränderungen ist es im Baukultur In Köln finden sich aus vielen Epochen Gebäude von herausragender Qualität und hohem Wiedererkennungswert. Der rasche Wiederaufbau nach dem Krieg, die autogerechte Stadtgestaltung und ökonomische Zwänge haben aber auch Problemzonen entstehen lassen. Heute, wo die Bevölkerung deutlich wächst und die Neubauaktivität entsprechend erhöht ist, gibt es Chancen, große Bereiche so neu zu gestalten, dass die Stadt insgesamt davon profitiert. Durch den hohen ökonomischen Druck wächst jedoch zugleich das Risiko, dass die Veränderungen in der Stadt nicht immer zum Nutzen der Menschen sind, die in ihr leben. Der Stadtraum und mit ihm im Laufe der Zeit gewachsene Strukturen und einzigartige Ensembles müssen dann vor ökonomischen Interessen in Schutz genommen werden. Der Stadtkonservator hat in den letzten Jahren die Bemühungen des Denkmalschutzes, die Qualitäten des Bestandes an Eigentümer und Öffentlichkeit zu vermitteln, intensiviert. In Zeiten großer Veränderungen ist es im 2 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Interesse langfristiger und nachhaltiger Stadtentwicklung zwingend notwendig, besonders sorgfältig zu planen und frühzeitig ein breites Spektrum an Expertisen einzubeziehen. Diese Sorgfalt kann sich etwa darin zeigen, dass die Qualität von Neuplanungen Einfluss auf Grundstücksvergaben hat und auch für große privatfinanzierte Neubauten offene Wettbewerbe stattfinden, um durchgängig besonders gute Architektur zu realisieren. Sie zeigt sich aber auch darin, dass historische Denkmäler oder die Gebäude funktionierender kultureller oder sozialer Institutionen bei Neuplanungen berücksichtigt und erhalten werden. Sorgfalt kann auch an der Ermöglichung künstlerischer Interventionen sichtbar werden, die mit minimalen Mitteln aus einem bloß funktionalen Stadtraum einen wiedererkennbaren, erlebnisintensiven Ort machen. Ein solcher Ort muss nicht unbedingt zu Ende gedacht oder zu Ende geplant sein. Gerade Freiräume, die nicht in allen Dimensionen definiert sind, eröffnen Möglichkeiten für den Diskurs über die Stadt, ihre Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Solche Räume im zeitlichen wie ökonomischen „Dazwischen“ bieten auch Interesse langfristiger und nachhaltiger Stadtentwicklung zwingend notwendig, besonders sorgfältig zu planen und frühzeitig ein breites Spektrum an Expertisen einzubeziehen. Diese Sorgfalt kann sich etwa darin zeigen, dass die Qualität von Neuplanungen Einfluss auf Grundstücksvergaben hat und auch für große privatfinanzierte Neubauten offene Wettbewerbe stattfinden, um durchgängig besonders gute Architektur zu realisieren. Sie zeigt sich aber auch darin, dass historische Denkmäler oder die Gebäude funktionierender kultureller oder sozialer Institutionen bei Neuplanungen berücksichtigt und erhalten werden. Sorgfalt kann auch an der Ermöglichung künstlerischer Interventionen sichtbar werden, die mit minimalen Mitteln aus einem bloß funktionalen Stadtraum einen wiedererkennbaren, erlebnisintensiven Ort machen. Ein solcher Ort muss nicht unbedingt zu Ende gedacht oder zu Ende geplant sein. Gerade Freiräume, die nicht in allen Dimensionen definiert sind, eröffnen Möglichkeiten für den Diskurs über die Stadt, ihre Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Solche Räume im zeitlichen wie ökonomischen „Dazwischen“ bieten auch Interesse langfristiger und nachhaltiger Stadtentwicklung zwingend notwendig, besonders sorgfältig zu planen und frühzeitig ein breites Spektrum an Expertisen einzubeziehen. Diese Sorgfalt kann sich etwa darin zeigen, dass die Qualität von Neuplanungen Einfluss auf Grundstücksvergaben hat und auch für große privatfinanzierte Neubauten offene Wettbewerbe stattfinden, um durchgängig besonders gute Architektur zu realisieren. Sie zeigt sich aber auch darin, dass historische Denkmäler oder die Gebäude funktionierender kultureller oder sozialer Institutionen bei Neuplanungen berücksichtigt und erhalten werden. Sorgfalt kann auch an der Ermöglichung künstlerischer Interventionen sichtbar werden, die mit minimalen Mitteln aus einem bloß funktionalen Stadtraum einen wiedererkennbaren, erlebnisintensiven Ort machen. Ein solcher Ort muss nicht unbedingt zu Ende gedacht oder zu Ende geplant sein. Gerade Freiräume, die nicht in allen Dimensionen definiert sind, eröffnen Möglichkeiten für den Diskurs über die Stadt, ihre Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Solche Räume im zeitlichen wie ökonomischen „Dazwischen“ bieten auch 3 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Platz für Ungewohntes, Spontanes, indem sie temporär als Orte für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse genutzt werden können. Kunst und Kultur können dazu beitragen, dass die Stadt Köln auch in Zukunft hohen Ansprüchen an Urbanität und Lebensqualität genügt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen sie bei der Stadtentwicklung beteiligt werden und ihre Einrichtungen in Neubaugebieten einen besonderen Schutz erfahren. Kunst und Kultur können Ideen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Stadtentwicklung beisteuern, die ästhetische, baukünstlerische und denkmalpflegerische Fragen berücksichtigt. Die Verstärkung der Präsenz von Kunst, Kultur und Geschichte im Stadtraum und ein baukulturelles Bewusstsein bei städtischen Planungsprozessen sind dabei nicht in erster Linie ein Kostenfaktor, sondern eine nutzbringende Investition. Die Stadt wird lebendiger, lebenswerter und damit auch ökonomisch attraktiver. Eine an kurzfristigen Renditeerwartungen orientierte Praxis, die immer gleiche, standortneutrale Nutzgebäude aneinanderreiht, sei es zu Wohnzwecken oder als Büroflächen, profitiert von der Attraktivität Platz für Ungewohntes, Spontanes, indem sie temporär als Orte für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse genutzt werden können. Kunst und Kultur können dazu beitragen, dass die Stadt Köln auch in Zukunft hohen Ansprüchen an Urbanität und Lebensqualität genügt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen sie bei der Stadtentwicklung beteiligt werden und ihre Einrichtungen in Neubaugebieten einen besonderen Schutz erfahren. Kunst und Kultur können Ideen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Stadtentwicklung beisteuern, die ästhetische, baukünstlerische und denkmalpflegerische Fragen berücksichtigt. Die Verstärkung der Präsenz von Kunst, Kultur und Geschichte im Stadtraum und ein baukulturelles Bewusstsein bei städtischen Planungsprozessen sind dabei nicht in erster Linie ein Kostenfaktor, sondern eine nutzbringende Investition. Die Stadt wird lebendiger, lebenswerter und damit auch ökonomisch attraktiver. Eine an kurzfristigen Renditeerwartungen orientierte Praxis, die immer gleiche, standortneutrale Nutzgebäude aneinanderreiht, sei es zu Wohnzwecken oder als Büroflächen, profitiert von der Attraktivität Platz für Ungewohntes, Spontanes, indem sie temporär als Orte für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse genutzt werden können. Kunst und Kultur können dazu beitragen, dass die Stadt Köln auch in Zukunft hohen Ansprüchen an Urbanität und Lebensqualität genügt. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen sie bei der Stadtentwicklung beteiligt werden und ihre Einrichtungen in Neubaugebieten einen besonderen Schutz erfahren. Kunst und Kultur können Ideen für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Stadtentwicklung beisteuern, die ästhetische, baukünstlerische und denkmalpflegerische Fragen berücksichtigt. Die Verstärkung der Präsenz von Kunst, Kultur und Geschichte im Stadtraum und ein baukulturelles Bewusstsein bei städtischen Planungsprozessen sind dabei nicht in erster Linie ein Kostenfaktor, sondern eine nutzbringende Investition. Die Stadt wird lebendiger, lebenswerter und damit auch ökonomisch attraktiver. Eine an kurzfristigen Renditeerwartungen orientierte Praxis, die immer gleiche, standortneutrale Nutzgebäude aneinanderreiht, sei es zu Wohnzwecken oder als Büroflächen, profitiert von der Attraktivität 4 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss der gewachsenen Stadt, fügt dieser aber keine neuen Qualitäten hinzu. Mittel- und langfristig sorgen solche Gebäude aus Sicht der Stadtgesellschaft für eine Abnahme der Attraktivität und führen damit zugleich zu einem Verlust ökonomischer Werte. Die Planung städtischer Räume braucht einen langen Atem, sie muss in Generationen gemessen werden und darf nicht durch kurzfristige ökonomische Interessen oder Legislaturperioden bestimmt werden. Nur eine Planung auf hohem Niveau führt zu Ergebnissen, die einer dauerhaft positiven Entwicklung der Stadt dienen. Gemeinsam mit allen, die am Bauen und Planen in der Stadt beteiligt sind, werden im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung dezernatsübergreifend Leitlinien und Verfahrenskonzepte für eine intensivierte Integration baukultureller und künstlerischer Aspekte in die Stadtentwicklung erarbeitet. der gewachsenen Stadt, fügt dieser aber keine neuen Qualitäten hinzu. Mittel- und langfristig sorgen solche Gebäude aus Sicht der Stadtgesellschaft für eine Abnahme der Attraktivität und führen damit zugleich zu einem Verlust ökonomischer Werte. Die Planung städtischer Räume braucht einen langen Atem, sie muss in Generationen gemessen werden und darf nicht durch kurzfristige ökonomische Interessen oder Legislaturperioden bestimmt werden. Nur eine Planung auf hohem Niveau führt zu Ergebnissen, die einer dauerhaft positiven Entwicklung der Stadt dienen. Gemeinsam mit allen, die am Bauen und Planen in der Stadt beteiligt sind, werden im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung dezernatsübergreifend Leitlinien und Verfahrenskonzepte für eine intensivierte Integration baukultureller und künstlerischer Aspekte in die Stadtentwicklung erarbeitet. der gewachsenen Stadt, fügt dieser aber keine neuen Qualitäten hinzu. Mittel- und langfristig sorgen solche Gebäude aus Sicht der Stadtgesellschaft für eine Abnahme der Attraktivität und führen damit zugleich zu einem Verlust ökonomischer Werte. Die Planung städtischer Räume braucht einen langen Atem, sie muss in Generationen gemessen werden und darf nicht durch kurzfristige ökonomische Interessen oder Legislaturperioden bestimmt werden. Nur eine Planung auf hohem Niveau führt zu Ergebnissen, die einer dauerhaft positiven Entwicklung der Stadt dienen. Die Förderung der Baukultur und die dafür erforderliche Qualitätssicherung nehmen bereits jetzt in der Arbeit des Baudezernats und der zugehörigen Fachämter einen hohen Stellenwert ein. Gemeinsam mit allen, die am Bauen und Planen in der Stadt beteiligt sind, werden im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung dezernatsübergreifend Leitlinien und Verfahrenskonzepte für eine intensivierte Integration baukultureller und künstlerischer Aspekte in die Stadtentwicklung erarbeitet. Bildende Kunst Bildende Kunst Bildende Kunst 5 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Der Ruf Kölns als Kunststadt gründet in einer lebendigen und vielfältigen Szene mit über tausend professionellen Künstlerinnen und Künstlern, einem hohen bürgerlichen Engagement in vielen Vereinen und Stiftungen – zum Beispiel im Kölnischen Kunstverein oder in der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig –, einer großen Galerien- und Sammlerszene, der Kunsthochschule für Medien Köln, Kunstverlagen, der artothek, einer breiten Szene in den Bereichen Kunstkritik und -vermittlung, einem überaus vielfältigen Ausstellungsangebot in über 30 freien Kunsträumen und auf Festivals und nicht zuletzt Museen mit hochkarätigen Sammlungen von der Antike bis zur Gegenwart und der Art Cologne als erster Kunstmesse überhaupt und heute noch bedeutendster Deutschlands. In wenigen europäischen Städten findet sich Vergleichbares. Eine so starke Kunstszene strahlt mit ihrer Kreativität auf die gesamte Stadt aus und macht die Kunst zu einem wahrnehmbaren Element des städtischen Lebens. Im Stadtraum kann Kunst aber auch ganz konkret positiv Einfluss nehmen und zu mehr Lebensqualität beitragen. Nirgendwo Der Ruf Kölns als Kunststadt gründet in einer lebendigen und vielfältigen Szene mit über tausend professionellen Künstlerinnen und Künstlern, einem hohen bürgerlichen Engagement in vielen Vereinen und Stiftungen – zum Beispiel im Kölnischen Kunstverein oder in der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig –, einer großen Galerien- und Sammlerszene, der Kunsthochschule für Medien Köln, Kunstverlagen, der artothek, einer breiten Szene in den Bereichen Kunstkritik und -vermittlung, einem überaus vielfältigen Ausstellungsangebot in über 30 freien Kunsträumen und auf Festivals und nicht zuletzt Museen mit hochkarätigen Sammlungen von der Antike bis zur Gegenwart und der Art Cologne als erster Kunstmesse überhaupt und heute noch bedeutendster Deutschlands. In wenigen europäischen Städten findet sich Vergleichbares. Eine so starke Kunstszene strahlt mit ihrer Kreativität auf die gesamte Stadt aus und macht die Kunst zu einem wahrnehmbaren Element des städtischen Lebens. Im Stadtraum kann Kunst aber auch ganz konkret positiv Einfluss nehmen und zu mehr Lebensqualität beitragen. Nirgendwo Der Ruf Kölns als Kunststadt gründet in einer lebendigen und vielfältigen Szene mit über tausend professionellen Künstlerinnen und Künstlern, einem hohen bürgerlichen Engagement in vielen Vereinen und Stiftungen – zum Beispiel im Kölnischen Kunstverein oder in der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig –, einer großen Galerien- und Sammlerszene, der Kunsthochschule für Medien Köln, Kunstverlagen, der artothek, einer breiten Szene in den Bereichen Kunstkritik und -vermittlung, einem überaus vielfältigen Ausstellungsangebot in über 30 freien Kunsträumen und auf Festivals und nicht zuletzt Museen mit hochkarätigen Sammlungen von der Antike bis zur Gegenwart und der Art Cologne als erster Kunstmesse überhaupt und heute noch bedeutendster Deutschlands. In wenigen europäischen Städten findet sich Vergleichbares. Eine so starke Kunstszene strahlt mit ihrer Kreativität auf die gesamte Stadt aus und macht die Kunst zu einem wahrnehmbaren Element des städtischen Lebens. Im Stadtraum kann Kunst aber auch ganz konkret positiv Einfluss nehmen und zu mehr Lebensqualität beitragen. Nirgendwo 6 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss funktioniert der Dialog zwischen Kunst und Publikum so unmittelbar wie im öffentlichen Raum. Die große Zahl an Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Köln macht die individuelle Künstlerförderung zu einem wichtigen Thema. Künstlerinnen und Künstler aller Generationen leben und arbeiten in Köln, Absolventen und Absolventinnen der Hochschulen starten hier ihre Karriere. Für diese Hauptakteure einer lebendigen Szene sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen oft prekär. Um diesem Missstand zu begegnen, müssen individuelle Fördermaßnahmen wie altersunabhängige Arbeitsstipendien entwickelt werden. Bei allen Projekten, sei es im öffentlichen Raum oder an etablierten Ausstellungsorten, muss eine angemessene Vergütung gezahlt werden, die gewährleistet, dass Künstlerinnen und Künstler nicht die eigene Arbeit subventionieren. Bei der Entscheidung über eine öffentliche Förderung von Projekten ist die Einhaltung einer solchen Vergütungsvorgabe ein Kriterium. Damit die Förderung künstlerischer Projekte nicht an verwaltungstechnisch bedingten Zuständigkeiten scheitert, verpflichtet sich die Verwaltung zu größtmöglicher Flexibilität. funktioniert der Dialog zwischen Kunst und Publikum so unmittelbar wie im öffentlichen Raum. Die große Zahl an Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Köln macht die individuelle Künstlerförderung zu einem wichtigen Thema. Künstlerinnen und Künstler aller Generationen leben und arbeiten in Köln, Absolventen und Absolventinnen der Hochschulen starten hier ihre Karriere. Für diese Hauptakteure einer lebendigen Szene sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen oft prekär. Um diesem Missstand zu begegnen, müssen individuelle Fördermaßnahmen wie altersunabhängige Arbeitsstipendien entwickelt werden. Bei allen Projekten, sei es im öffentlichen Raum oder an etablierten Ausstellungsorten, muss eine angemessene Vergütung gezahlt werden, die gewährleistet, dass Künstlerinnen und Künstler nicht die eigene Arbeit subventionieren. Bei der Entscheidung über eine öffentliche Förderung von Projekten ist die Einhaltung einer solchen Vergütungsvorgabe ein Kriterium. Damit die Förderung künstlerischer Projekte nicht an verwaltungstechnisch bedingten Zuständigkeiten scheitert, strebt die Verwaltung größtmögliche Flexibilität an. funktioniert der Dialog zwischen Kunst und Publikum so unmittelbar wie im öffentlichen Raum. Die große Zahl an Bildenden Künstlerinnen und Künstlern in Köln macht die individuelle Künstlerförderung zu einem wichtigen Thema. Künstlerinnen und Künstler aller Generationen leben und arbeiten in Köln, Absolventen und Absolventinnen der Hochschulen starten hier ihre Karriere. Für diese Hauptakteure einer lebendigen Szene sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen oft prekär. Um diesem Missstand zu begegnen, müssen individuelle Fördermaßnahmen wie altersunabhängige Arbeitsstipendien entwickelt werden. Bei allen Projekten, sei es im öffentlichen Raum oder an etablierten Ausstellungsorten, muss eine angemessene Vergütung gezahlt werden, die gewährleistet, dass Künstlerinnen und Künstler nicht die eigene Arbeit subventionieren. Bei der Entscheidung über eine öffentliche Förderung von Projekten ist die Einhaltung einer solchen Vergütungsvorgabe ein Kriterium. Damit die Förderung künstlerischer Projekte nicht an verwaltungstechnisch bedingten Zuständigkeiten scheitert, verpflichtet sich die Verwaltung zu größtmöglicher Flexibilität. 7 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Seit dem Abriss der Josef-Haubrich-Kunsthalle im Jahr 2002 fehlt eine Ausstellungshalle, was mit entsprechenden Nachteilen für die Sichtbarkeit der Kölner Kunstszene verbunden ist. Um dieses Defizit auszugleichen, wird in Zusammenarbeit mit dem einzurichtenden Raummanagement ein Konzept entwickelt, wie ein solcher Ort zurückgewonnen werden kann. Ein weiterer Ausstellungsort könnte im Leerraum der U-Bahn-Baustelle Severinstraße entstehen. Innerhalb der Bildenden Kunst hat sich die Fotografie über Jahrzehnte in Köln einen festen Platz erobert, nicht nur in Museen, Galerien und der Messe Photokina, auch auf dem Kunstmarkt und mit einem eigenen großen Festival für Fotografie. Sie ist zudem wie kaum ein anderes Medium in unseren Alltag eingedrungen, und ist unverzichtbare Mittel der Dokumentation, Reflexion und Informationsvermittlung sowie Leitmedium unserer Zeit. Das Bewältigen der allgegenwärtigen Bilderflut hängt davon ab, ob und wie Menschen Bilder wahrnehmen, strukturieren, aus- und bewerten können. Entsprechende Vermittlungs- und Bildungsprogramme sollen solche Fähigkeiten Seit dem Abriss der Josef-Haubrich-Kunsthalle im Jahr 2002 fehlt eine Ausstellungshalle, was mit entsprechenden Nachteilen für die Sichtbarkeit der Kölner Kunstszene verbunden ist. Um dieses Defizit auszugleichen, wird in Zusammenarbeit mit dem einzurichtenden Raummanagement ein Konzept entwickelt, wie ein solcher Ort zurückgewonnen werden kann. Ein weiterer Ausstellungsort könnte im Leerraum der U-Bahn-Baustelle Severinstraße entstehen. Innerhalb der Bildenden Kunst hat sich die Fotografie über Jahrzehnte in Köln einen festen Platz erobert, nicht nur in Museen, Galerien und der Messe Photokina, auch auf dem Kunstmarkt und mit einem eigenen großen Festival für Fotografie. Sie ist zudem wie kaum ein anderes Medium in unseren Alltag eingedrungen, und ist unverzichtbare Mittel der Dokumentation, Reflexion und Informationsvermittlung sowie Leitmedium unserer Zeit. Das Bewältigen der allgegenwärtigen Bilderflut hängt davon ab, ob und wie Menschen Bilder wahrnehmen, strukturieren, aus- und bewerten können. Entsprechende Vermittlungs- und Bildungsprogramme sollen solche Fähigkeiten (Zustimmung der OBin) Seit dem Abriss der Josef-Haubrich-Kunsthalle im Jahr 2002 fehlt eine Ausstellungshalle, was mit entsprechenden Nachteilen für die Sichtbarkeit der Kölner Kunstszene verbunden ist. Um dieses Defizit auszugleichen, wird in Zusammenarbeit mit dem einzurichtenden Raummanagement ein Konzept entwickelt, wie ein solcher Ort zurückgewonnen werden kann. Ein weiterer Ausstellungsort könnte im Leerraum der U-Bahn-Baustelle Severinstraße entstehen. Innerhalb der Bildenden Kunst hat sich die Fotografie über Jahrzehnte in Köln einen festen Platz erobert, nicht nur in Museen, Galerien und der Messe Photokina, auch auf dem Kunstmarkt und mit einem eigenen großen Festival für Fotografie. Sie ist zudem wie kaum ein anderes Medium in unseren Alltag eingedrungen, und ist unverzichtbare Mittel der Dokumentation, Reflexion und Informationsvermittlung sowie Leitmedium unserer Zeit. Das Bewältigen der allgegenwärtigen Bilderflut hängt davon ab, ob und wie Menschen Bilder wahrnehmen, strukturieren, aus- und bewerten können. Entsprechende Vermittlungs- und 8 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss entwickeln helfen. Die bereits im KEP 2009 vorgesehene Dokumentation und Vermittlung der Geschichte der Fotografie in Köln, der Sammlungstätigkeit sowie des vielfältigen Umgangs mit der Fotografie hilft ebenfalls, die Sinne für dieses Medium zu schärfen. Die verstärkte Förderung des Festivals „Photoszene Köln“ wird die Sichtbarkeit des Fotostandorts Köln verbessern. entwickeln helfen. Die bereits im KEP 2009 vorgesehene Dokumentation und Vermittlung der Geschichte der Fotografie in Köln, der Sammlungstätigkeit sowie des vielfältigen Umgangs mit der Fotografie hilft ebenfalls, die Sinne für dieses Medium zu schärfen. Die verstärkte Förderung des Festivals „Photoszene Köln“ wird die Sichtbarkeit des Fotostandorts Köln verbessern. Bildungsprogramme sollen solche Fähigkeiten entwickeln helfen. Die bereits im KEP 2009 vorgesehene Dokumentation und Vermittlung der Geschichte der Fotografie in Köln, der Sammlungstätigkeit sowie des vielfältigen Umgangs mit der Fotografie hilft ebenfalls, die Sinne für dieses Medium zu schärfen. Die verstärkte Förderung des Festivals „Photoszene Köln“ wird die Sichtbarkeit des Fotostandorts Köln verbessern. Pop- und Clubkultur Als eigenständiger kultureller Faktor ist die Popkultur längst in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Pop- und Rockkonzerte sind nach Museums- und Theaterbesuchen die am meisten nachgefragten Kulturaktivitäten der Kölnerinnen und Kölner. Nicht immer wird dies auch so von kulturpolitischen Entscheidungsträgern wahrgenommen. Ein Popmusik-Preis der Stadt Köln wird künftig ein Zeichen der Wertschätzung für diese Kunstsparte sein und die Bedeutung der Popkultur für und in Köln unterstreichen. Pop- und Clubkultur Als eigenständiger kultureller Faktor ist die Popkultur längst in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Pop- und Rockkonzerte sind nach Museums- und Theaterbesuchen die am meisten nachgefragten Kulturaktivitäten der Kölnerinnen und Kölner. Nicht immer wird dies auch so von kulturpolitischen Entscheidungsträgern wahrgenommen. Ein Popmusik-Preis der Stadt Köln wird künftig ein Zeichen der Wertschätzung für diese Kunstsparte sein und die Bedeutung der Popkultur für und in Köln unterstreichen. Pop- und Clubkultur Als eigenständiger kultureller Faktor ist die Popkultur längst in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen. Pop- und Rockkonzerte sind nach Museums- und Theaterbesuchen die am meisten nachgefragten Kulturaktivitäten der Kölnerinnen und Kölner. Nicht immer wird dies auch so von kulturpolitischen Entscheidungsträgern wahrgenommen. Ein Popmusik-Preis der Stadt Köln wird künftig ein Zeichen der Wertschätzung für diese Kunstsparte sein und die Bedeutung der Popkultur für und in Köln unterstreichen. 9 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Künstlerinnen und Künstler, Labels und Stilrichtungen aus Köln gehören zum Kanon der Popkultur. Die zahlreichen Musikclubs und Festivals, Musikmessen und Branchenevents zogen und ziehen auch heute noch Zehntausende von Musikfans in die Stadt. Mit seiner Historie, seiner umfangreichen Clublandschaft, seiner aktuell vielbeachteten Bandszene und mehr als 200 Konzerten und Festivals im Jahr ist die Stadt Köln bereits heute ein bedeutender Popstandort über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Clubs, die oft erste Präsentationsorte für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler sind, wünschen sich eine Aufwertung ihrer Arbeit durch Verwaltung und Politik. Die Spielstätten der Popkultur stehen vor dem Dilemma, dass sie zwar Kulturveranstaltungen ermöglichen, sich aber als privatwirtschaftliche Betriebe im Markt behaupten müssen. Derzeit gelten sie abgabenrechtlich als Gewerbebetriebe und nicht als Orte der Kultur. Ein intensiver und regelmäßiger Austausch über die Bedeutung von Clubs und Konzerthäusern als Kulturstätten und zugleich als Förderinstitutionen von begabten Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern könnte das gegenseitige Verständnis und die Künstlerinnen und Künstler, Labels und Stilrichtungen aus Köln gehören zum Kanon der Popkultur. Die zahlreichen Musikclubs und Festivals, Musikmessen und Branchenevents zogen und ziehen auch heute noch Zehntausende von Musikfans in die Stadt. Mit seiner Historie, seiner umfangreichen Clublandschaft, seiner aktuell vielbeachteten Bandszene und mehr als 200 Konzerten und Festivals im Jahr ist die Stadt Köln bereits heute ein bedeutender Popstandort über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Clubs, die oft erste Präsentationsorte für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler sind, wünschen sich eine Aufwertung ihrer Arbeit durch Verwaltung und Politik. Die Spielstätten der Popkultur stehen vor dem Dilemma, dass sie zwar Kulturveranstaltungen ermöglichen, sich aber als privatwirtschaftliche Betriebe im Markt behaupten müssen. Derzeit gelten sie abgabenrechtlich als Gewerbebetriebe und nicht als Orte der Kultur. Ein intensiver und regelmäßiger Austausch über die Bedeutung von Clubs und Konzerthäusern als Kulturstätten und zugleich als Förderinstitutionen von begabten Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern könnte das gegenseitige Verständnis und die Künstlerinnen und Künstler, Labels und Stilrichtungen aus Köln gehören zum Kanon der Popkultur. Die zahlreichen Musikclubs und Festivals, Musikmessen und Branchenevents zogen und ziehen auch heute noch Zehntausende von Musikfans in die Stadt. Mit seiner Historie, seiner umfangreichen Clublandschaft, seiner aktuell vielbeachteten Bandszene und mehr als 200 Konzerten und Festivals im Jahr ist die Stadt Köln bereits heute ein bedeutender Popstandort über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die Clubs, die oft erste Präsentationsorte für Nachwuchskünstlerinnen und -künstler sind, wünschen sich eine Aufwertung ihrer Arbeit durch Verwaltung und Politik. Die Spielstätten der Popkultur stehen vor dem Dilemma, dass sie zwar Kulturveranstaltungen ermöglichen, sich aber als privatwirtschaftliche Betriebe im Markt behaupten müssen. Derzeit gelten sie abgabenrechtlich als Gewerbebetriebe und nicht als Orte der Kultur. Ein intensiver und regelmäßiger Austausch über die Bedeutung von Clubs und Konzerthäusern als Kulturstätten und zugleich als Förderinstitutionen von begabten Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern könnte das gegenseitige Verständnis und die 10 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Zusammenarbeit verbessern. Mit einer Umbewertung einher geht auch eine Entlastung künstlerisch hochwertiger Festivals und Konzerte von kommunalen Abgaben. In einer wachsenden Stadt tritt, so wie alle Kultursparten, auch die Popkultur gegen kommerzielle Nutzungen von Räumen an. Um den Bedarf an bezahlbaren Probe-, Produktions- und Veranstaltungsräumen zu decken, wünschen sich Künstlerinnen und Künstler Zentren, in denen sämtliche Bedarfe berücksichtigt werden. Hier ist durch das zu etablierende Raummanagement zu prüfen, inwieweit solche Zentren in vorhandenen Immobilien oder im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten geschaffen werden können. Ein Problem, vor allem für elektronisch verstärkte Musik, ist die entstehende Lärmbelastung, die häufig zu Konflikten zwischen Veranstaltern und Anwohnern führt. Die Stadt ist hier als Vermittlerin gefragt. Da die Popkultur nicht selten als Motor der Stadtentwicklung funktioniert, indem sie zuvor vernachlässigte Quartiere für ein junges Publikum attraktiv macht, braucht die Popkultur Möglichkeiten für unbürokratische Zusammenarbeit verbessern. Mit einer Umbewertung einher geht auch eine Entlastung künstlerisch hochwertiger Festivals und Konzerte von kommunalen Abgaben. In einer wachsenden Stadt tritt, so wie alle Kultursparten, auch die Popkultur gegen kommerzielle Nutzungen von Räumen an. Um den Bedarf an bezahlbaren Probe-, Produktions- und Veranstaltungsräumen zu decken, wünschen sich Künstlerinnen und Künstler Zentren, in denen sämtliche Bedarfe berücksichtigt werden. Hier ist durch das zu etablierende Raummanagement zu prüfen, inwieweit solche Zentren in vorhandenen Immobilien oder im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten geschaffen werden können. Ein Problem, vor allem für elektronisch verstärkte Musik, ist die entstehende Lärmbelastung, die häufig zu Konflikten zwischen Veranstaltern und Anwohnern führt. Die Stadt ist hier als Vermittlerin gefragt. Da die Popkultur nicht selten als Motor der Stadtentwicklung funktioniert, indem sie zuvor vernachlässigte Quartiere für ein junges Publikum attraktiv macht, braucht die Popkultur Möglichkeiten für unbürokratische Zusammenarbeit verbessern. Mit einer Umbewertung einher geht auch eine Entlastung künstlerisch hochwertiger Festivals und Konzerte von kommunalen Abgaben. In einer wachsenden Stadt tritt, so wie alle Kultursparten, auch die Popkultur gegen kommerzielle Nutzungen von Räumen an. Um den Bedarf an bezahlbaren Probe-, Produktions- und Veranstaltungsräumen zu decken, wünschen sich Künstlerinnen und Künstler Zentren, in denen sämtliche Bedarfe berücksichtigt werden. Hier ist durch das zu etablierende Raummanagement zu prüfen, inwieweit solche Zentren in vorhandenen Immobilien oder im Rahmen von Stadtentwicklungsprojekten geschaffen werden können. Ein Problem, vor allem für elektronisch verstärkte Musik, ist die entstehende Lärmbelastung, die häufig zu Konflikten zwischen Veranstaltern und Anwohnern führt. Die Stadt ist hier als Vermittlerin gefragt. Da die Kultur nicht selten als Motor der Stadtentwicklung funktioniert, indem sie zuvor vernachlässigte Quartiere für ein junges Publikum attraktiv macht, braucht sie Möglichkeiten für unbürokratische 11 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Zwischennutzungen und eine höhere Bewertung im Rahmen von Planungsprozessen. Dazu wird ein Konzept entwickelt, das für Konfliktfälle eine vermittelnde Instanz etabliert. Zwischennutzungen und eine höhere Bewertung im Rahmen von Planungsprozessen. Dazu wird ein Konzept entwickelt, das für Konfliktfälle eine vermittelnde Instanz etabliert. Zwischennutzungen und eine hohe Bewertung im Rahmen von Planungsprozessen. Dazu wird ein Konzept entwickelt, das für Konfliktfälle eine vermittelnde Instanz etabliert. (1) RAUMMANAGEMENT Mit dem Bekenntnis zur Kultur geht die Verpflichtung einher, ihr Raum zu geben, was in einer wachsenden Großstadt zunehmend schwierig wird. Die Stadt Köln installiert daher ein zentrales Raummanagement, um verstärkt initiativ zu werden für die Schaffung und den Erhalt von Räumen. Städtische und private Räume, die für kulturelle Nutzungen geeignet sind, werden in einer Datenbank erfasst, Zwischennutzungen vermittelt und neue Räume für Kunst und Kultur identifiziert. Darüber hinaus wird die Stadt ihre planerische Hoheit nutzen, um dem weiteren Verlust von kulturell genutzten Räumen entgegenzuwirken. (1) RAUMMANAGEMENT Mit dem Bekenntnis zur Kultur wird angestrebt, ihr Raum zu geben, was in einer wachsenden Großstadt zunehmend schwierig wird. Die Stadt Köln installiert daher ein zentrales Raummanagement, um verstärkt initiativ zu werden für die Schaffung und den Erhalt von Räumen. Städtische und private Räume, die für kulturelle Nutzungen geeignet sind, werden in einer Datenbank erfasst, Zwischennutzungen vermittelt und neue Räume für Kunst und Kultur identifiziert. Darüber hinaus wird die Stadt ihre planerische Hoheit nutzen, um dem weiteren Verlust von kulturell genutzten Räumen entgegenzuwirken. (1) RAUMMANAGEMENT In einer wachsenden Großstadt geraten Kunst und Kultur immer stärker in Konkurrenz zu anderen Nutzungen. Die Stadt Köln bekennt sich zur Kultur und will ihr künftig mehr Raum geben. Dazu installiert sie unter anderem ein zentrales Raummanagement, um verstärkt initiativ zu werden für die Schaffung und den Erhalt von Räumen. Städtische und private Räume, die für kulturelle Nutzungen geeignet sind, werden in einer Datenbank erfasst, Zwischennutzungen vermittelt und neue Räume für Kunst und Kultur identifiziert. Darüber hinaus wird die Stadt ihre planerische Hoheit nutzen, um dem weiteren Verlust von kulturell genutzten Räumen entgegenzuwirken. 2 – Räume: Köln schafft Platz für Kunst und Kultur Kultur braucht Räume. Besonders in Großstädten wie Köln wird es für Kunst und 2 – Räume: Köln schafft Platz für Kunst und Kultur Kultur braucht Räume. Besonders in Großstädten wie Köln wird es für Kunst und 2 – Räume: Köln schafft Platz für Kunst und Kultur Kultur braucht Räume. Besonders in Großstädten wie Köln wird es für Kunst und 12 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Kultur zunehmend schwieriger, Produktions- und Aufführungsräume zu finden, aber auch sich einen Zugang zum öffentlichen Raum zu erschließen, um dort künstlerisch aktiv zu werden. Die Freiräume werden weniger, was auch daran liegt, dass zuvor öffentliche Räume in Privatbesitz übergehen. Dort ist es nicht mehr die Kommune, die über die Nutzung und den Zugang entscheidet, sondern es sind private Eigentümer. Die Stadt Köln und die städtischen Gesellschaften verpflichten sich, künftig in besonderer Weise darauf zu achten, dass für Kunst und Kultur Räume erhalten bleiben und neu eröffnet werden. Um die Gestaltungshoheit der Kommune im Stadtraum zu sichern und gegen die Kommerzialisierung zu behaupten, erwirbt die Stadt Grundstücke für kulturelle Nutzungen in Entwicklungsbereichen und verzichtet weitmöglichst auf den Verkauf von Flächen. Dies dient nicht allein der Förderung von Kunst und Kultur, sondern auch dazu, in einer wachsenden Metropole einer vielfältigen Bürgerschaft den Zugang zu nichtkommerziellen kulturellen Angeboten im Stadtraum zu ermöglichen. Kultur zunehmend schwieriger, Produktions- und Aufführungsräume zu finden, aber auch sich einen Zugang zum öffentlichen Raum zu erschließen, um dort künstlerisch aktiv zu werden. Die Freiräume werden weniger, was auch daran liegt, dass zuvor öffentliche Räume in Privatbesitz übergehen. Dort ist es nicht mehr die Kommune, die über die Nutzung und den Zugang entscheidet, sondern es sind private Eigentümer. Die Stadt Köln und die städtischen Gesellschaften streben an, künftig in besonderer Weise darauf zu achten, dass für Kunst und Kultur Räume erhalten bleiben und neu eröffnet werden. Um die Gestaltungshoheit der Kommune im Stadtraum zu sichern und gegen die Kommerzialisierung zu behaupten, erwirbt die Stadt Grundstücke für kulturelle Nutzungen in Entwicklungsbereichen und verzichtet weitmöglichst auf den Verkauf von Flächen. Dies dient nicht allein der Förderung von Kunst und Kultur, sondern auch dazu, in einer wachsenden Metropole einer vielfältigen Bürgerschaft den Zugang zu nichtkommerziellen kulturellen Angeboten im Stadtraum zu ermöglichen. Kultur zunehmend schwieriger, Produktions- und Aufführungsräume zu finden, aber auch sich einen Zugang zum öffentlichen Raum zu erschließen, um dort künstlerisch aktiv zu werden. Die Freiräume werden weniger, was auch daran liegt, dass zuvor öffentliche Räume in Privatbesitz übergehen. Dort ist es nicht mehr die Kommune, die über die Nutzung und den Zugang entscheidet, sondern es sind private Eigentümer. Die Stadt Köln und die städtischen Gesellschaften werden künftig in besonderer Weise darauf achten, dass für Kunst und Kultur Räume erhalten bleiben und neu eröffnet werden. Um die Gestaltungshoheit der Kommune im Stadtraum zu sichern und gegen die Kommerzialisierung zu behaupten, plant die Stadt mindestens Teilgrundstücke großer Entwicklungsbereiche im eigenen Besitz zu halten oder sie erwirbt dort im Rahmen ihrer infrastrukturellen Verpflichtungen (z.B. Schule und Kita) nach Möglichkeit auch Grundstücke für kulturelle Nutzungen. Das dient nicht allein der Förderung von Kunst und Kultur, sondern auch dazu, in einer wachsenden Metropole einer vielfältigen Bürgerschaft den Zugang zu nichtkommerziellen kulturellen Angeboten im Stadtraum zu ermöglichen. 13 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Köln plant Stadtentwicklung mit Kunst und Kultur Um kreative Räume in der gesamten Stadt für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen, muss die Förderung von Kunst und Kultur bei der Stadtentwicklung grundsätzlich mitgedacht und strukturell integriert werden. Dazu bedarf es eines Konzepts mit Instrumenten der Stadtplanung und der dezernatsübergreifenden Verwaltungsarbeit, das geeignet ist, existierende Kultur- und Kreativräume im Bestand zu sichern und neue entstehen zu lassen. Dabei müssen die Probleme von Nutzungskonkurrenzen auf innerstädtischen Flächen und des Immissionsschutzes sowie der Subventionsbedarf von Kunst- und Kulturflächen Berücksichtigung finden. Zu prüfen wäre, ob der grundsätzliche Förderungsbedarf von Kunst und Kultur mindestens teilweise durch das Vorhalten oder den Ankauf von städtischen Flächen zur Sicherung eines finanzierbaren Mietzinses befriedigt werden kann. Im Rahmen städtischer Entwicklungs- und Planungsprozesse sollen außerdem regelmäßig Künstlerinnen und Künstler Köln plant Stadtentwicklung mit Kunst und Kultur Um kreative Räume in der gesamten Stadt für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen, muss die Förderung von Kunst und Kultur bei der Stadtentwicklung grundsätzlich mitgedacht und strukturell integriert werden. Dazu bedarf es eines Konzepts mit Instrumenten der Stadtplanung und der dezernatsübergreifenden Verwaltungsarbeit, das geeignet ist, existierende Kultur- und Kreativräume im Bestand zu sichern und neue entstehen zu lassen. Dabei müssen die Probleme von Nutzungskonkurrenzen auf innerstädtischen Flächen und des Immissionsschutzes sowie der Subventionsbedarf von Kunst- und Kulturflächen Berücksichtigung finden. Zu prüfen wäre, ob der grundsätzliche Förderungsbedarf von Kunst und Kultur mindestens teilweise durch das Vorhalten oder den Ankauf von städtischen Flächen zur Sicherung eines finanzierbaren Mietzinses befriedigt werden kann. Im Rahmen städtischer Entwicklungs- und Planungsprozesse sollen außerdem regelmäßig Künstlerinnen und Künstler Köln plant Stadtentwicklung mit Kunst und Kultur Um kreative Räume in der gesamten Stadt für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen, muss die Förderung von Kunst und Kultur bei der Stadtentwicklung grundsätzlich mitgedacht und strukturell integriert werden. Dazu bedarf es eines Konzepts mit Instrumenten der Stadtplanung und der dezernatsübergreifenden Verwaltungsarbeit, das geeignet ist, existierende Kultur- und Kreativräume im Bestand zu sichern und neue entstehen zu lassen. Dabei müssen die Probleme von Nutzungskonkurrenzen auf innerstädtischen Flächen und des Immissionsschutzes sowie der Subventionsbedarf von Kunst- und Kulturflächen Berücksichtigung finden. Zu prüfen wäre, ob der grundsätzliche Förderungsbedarf von Kunst und Kultur mindestens teilweise durch das Vorhalten oder den Ankauf von städtischen Flächen zur Sicherung eines finanzierbaren Mietzinses befriedigt werden kann. Im Rahmen städtischer Entwicklungs- und Planungsprozesse sollen außerdem regelmäßig Künstlerinnen und Künstler 14 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss beauftragt werden, für diese Prozesse künstlerische Konzepte zu entwickeln. Mit deren Hilfe soll einerseits ein anderer Blick auf die Stadtentwicklung gewonnen, andererseits sollen aber auch planungsbegleitende Kunstprojekte und stadtplanerische Detaillösungen erarbeitet werden. Solche Beteiligungen werden selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Planungs- und Baupraxis und von Beginn an in die entsprechenden Abläufe integriert. Beispielhaft sollen künstlerische Konzepte für eine innovative Stadtplanung bei der Entwicklung von Gebieten wie der Parkstadt Süd, dem Deutzer Hafen, Mülheim und den Hallen Kalk erprobt werden. Im Rahmen großer städtebaulicher Entwicklungsprojekte werden Investoren verpflichtet, stets auch Raum für Kultur vorzusehen, der in städtischen Besitz übergeht. Die Stadt garantiert dort durch reduzierten Miet-, Erbpacht- oder Grundstückszins, dass diese Räume für Kulturschaffende erschwinglich bleiben. Dies gewährleistet zugleich, dass in Neubaugebieten den kulturellen Bedürfnissen zukünftiger Bewohnerinnen und Bewohner niederschwellig Rechnung getragen wird. Ein beauftragt werden, für diese Prozesse künstlerische Konzepte zu entwickeln. Mit deren Hilfe soll einerseits ein anderer Blick auf die Stadtentwicklung gewonnen, andererseits sollen aber auch planungsbegleitende Kunstprojekte und stadtplanerische Detaillösungen erarbeitet werden. Solche Beteiligungen werden selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Planungs- und Baupraxis und von Beginn an in die entsprechenden Abläufe integriert. Beispielhaft sollen künstlerische Konzepte für eine innovative Stadtplanung bei der Entwicklung von Gebieten wie der Parkstadt Süd, dem Deutzer Hafen, Mülheim und den Hallen Kalk erprobt werden. Im Rahmen großer städtebaulicher Entwicklungsprojekte wird angestrebt Investoren dazu aufzufordern, stets auch Raum für Kultur vorzusehen, der in städtischen Besitz übergeht. Die Stadt garantiert dort durch reduzierten Miet-, Erbpacht- oder Grundstückszins, dass diese Räume für Kulturschaffende erschwinglich bleiben. Dies gewährleistet zugleich, dass in Neubaugebieten den kulturellen Bedürfnissen zukünftiger Bewohnerinnen und Bewohner niederschwellig Rechnung getragen wird. Ein beauftragt werden, für diese Prozesse künstlerische Konzepte zu entwickeln. Mit deren Hilfe soll einerseits ein anderer Blick auf die Stadtentwicklung gewonnen, andererseits sollen aber auch planungsbegleitende Kunstprojekte und stadtplanerische Detaillösungen erarbeitet werden. Solche Beteiligungen werden selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Planungs- und Baupraxis und von Beginn an in die entsprechenden Abläufe integriert. Beispielhaft sollen künstlerische Konzepte für eine innovative Stadtplanung bei der Entwicklung von Gebieten wie der Parkstadt Süd, dem Deutzer Hafen, Mülheim und den Hallen Kalk erprobt werden. Im Rahmen großer städtebaulicher Entwicklungsprojekte sollen Investoren stets auch Raum für Kultur vorsehen, der in städtischen Besitz übergeht: Diese Räume sollen durch reduzierten Miet-, Erbpacht- oder Grundstückszins für Kulturschaffende erschwinglich bleiben. Dies gewährleistet zugleich, dass in Neubaugebieten den kulturellen Bedürfnissen zukünftiger Bewohnerinnen und Bewohner niederschwellig Rechnung getragen wird. Ein solches Projekt ist im Stadtteil Ehrenfeld 15 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss solches Projekt ist im Stadtteil Ehrenfeld bereits mit dem Kölner Künstler Theater gelungen, das mitten in einem Neubaugebiet mit vielen Familien Theater vor allem für Kinder und Jugendliche macht. Auch im Stadtteil Sülz konnte mit dem von Gottfried Böhm entworfenen Schiff der ehemaligen Kirche St. Elisabeth im neuen Wohngebiet „anton&elisabeth“ ein Versammlungsort gewonnen werden. Für den Erhalt historischer Gebäude, die für Kulturzwecke genutzt werden, sollten Fördermittel vorgesehen werden. Da neue Quartiere auch vom bereits Vorhandenen profitieren sollen, gibt es für bestehende Kulturinstitutionen künftig einen Bestandsschutz, der die Verdrängung oder gar Zerstörung gewachsener Kultur verhindert. Wo das möglich ist, werden kulturell genutzte Gebäude in Neuplanungen integriert, auch wenn das für Investoren zu einem Verlust an nutzbarer Fläche oder an Gestaltungsfreiheit führen könnte. Dadurch werden nicht nur Kulturräume bewahrt, sondern auch interessantere städtebauliche und architektonische Lösungen provoziert. Wo der Erhalt nicht möglich ist, etwa weil dringend benötigte Funktionen sonst nicht realisierbar solches Projekt ist im Stadtteil Ehrenfeld bereits mit dem Kölner Künstler Theater gelungen, das mitten in einem Neubaugebiet mit vielen Familien Theater vor allem für Kinder und Jugendliche macht. Auch im Stadtteil Sülz konnte mit dem von Gottfried Böhm entworfenen Schiff der ehemaligen Kirche St. Elisabeth im neuen Wohngebiet „anton&elisabeth“ ein Versammlungsort gewonnen werden. Für den Erhalt historischer Gebäude, die für Kulturzwecke genutzt werden, sollten Fördermittel vorgesehen werden. Da neue Quartiere auch vom bereits Vorhandenen profitieren sollen, gibt es für bestehende Kulturinstitutionen künftig einen Bestandsschutz, der die Verdrängung oder gar Zerstörung gewachsener Kultur verhindert. Wo das möglich ist, werden kulturell genutzte Gebäude in Neuplanungen integriert, auch wenn das für Investoren zu einem Verlust an nutzbarer Fläche oder an Gestaltungsfreiheit führen könnte. Dadurch werden nicht nur Kulturräume bewahrt, sondern auch interessantere städtebauliche und architektonische Lösungen provoziert. Wo der Erhalt nicht möglich ist, etwa weil dringend benötigte Funktionen sonst nicht realisierbar bereits mit dem Kölner Künstler Theater gelungen, das mitten in einem Neubaugebiet mit vielen Familien Theater vor allem für Kinder und Jugendliche macht. Auch im Stadtteil Sülz konnte mit dem von Gottfried Böhm entworfenen Schiff der ehemaligen Kirche St. Elisabeth im neuen Wohngebiet „anton&elisabeth“ ein Versammlungsort gewonnen werden. Für den Erhalt historischer Gebäude, die für Kulturzwecke genutzt werden, sollten Fördermittel vorgesehen werden. Da neue Quartiere auch vom bereits Vorhandenen profitieren sollen, gibt es für bestehende Kulturinstitutionen künftig einen Bestandsschutz, der die Verdrängung oder gar Zerstörung gewachsener Kultur verhindert. Wo das möglich ist, werden kulturell genutzte Gebäude in Neuplanungen integriert, auch wenn das für Investoren zu einem Verlust an nutzbarer Fläche oder an Gestaltungsfreiheit führen könnte. Dadurch werden nicht nur Kulturräume bewahrt, sondern auch interessantere städtebauliche und architektonische Lösungen provoziert. Wo der Erhalt nicht möglich ist, etwa weil dringend benötigte Funktionen sonst nicht realisierbar wären, müssen im Rahmen der Neuplanung 16 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss wären, müssen im Rahmen der Neuplanung bezahlbare Ersatzräume geschaffen werden. Notwendige und gewünschte Neubaumaßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass Kulturräume verschwinden. wären, müssen im Rahmen der Neuplanung bezahlbare Ersatzräume geschaffen werden. Notwendige und gewünschte Neubaumaßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass Kulturräume verschwinden. bezahlbare Ersatzräume geschaffen werden. Notwendige und gewünschte Neubaumaßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass Kulturräume verschwinden. 5 – Öffentliche Förderung: Köln gibt mehr Geld für mehr Kultur aus Die Zukunftsfähigkeit einer Stadt zeigt sich auch in der kontinuierlichen Investition in Kunst und Kultur. Die Künste und die kulturelle Bildung verdienen und brauchen Unterstützung, die unabhängig ist von Erwägungen der Wirtschaftlichkeit. Die Stadt Köln fördert Kunst und Kultur auf vielen Gebieten und die Mittel dafür sollen signifikant erhöht werden. Denn Köln wächst und die Stadt will ihr Wachstum mit Kunst und Kultur gestalten und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen integrieren. Die Ziele sind ein größeres Kulturangebot und die Umsetzung des Anspruchs, für alle den Zugang zu Kunst und Kultur möglich zu machen. Die Förderung ist daher völlig unabhängig von ihren Effekten für das Marketing und auf die Wirtschaft, gleichwohl nützt sie auch diesen. Studien zur 5 – Öffentliche Förderung: Köln gibt mehr Geld für mehr Kultur aus Die Zukunftsfähigkeit einer Stadt zeigt sich auch in der kontinuierlichen Investition in Kunst und Kultur. Die Künste und die kulturelle Bildung verdienen und brauchen Unterstützung, die unabhängig ist von Erwägungen der Wirtschaftlichkeit. Die Stadt Köln fördert Kunst und Kultur auf vielen Gebieten und die Mittel dafür sollen signifikant erhöht werden. Denn Köln wächst und die Stadt will ihr Wachstum mit Kunst und Kultur gestalten und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen integrieren. Die Ziele sind ein größeres Kulturangebot und die Umsetzung des Anspruchs, für alle den Zugang zu Kunst und Kultur möglich zu machen. Die Förderung ist daher völlig unabhängig von ihren Effekten für das Marketing und auf die Wirtschaft, gleichwohl nützt sie auch diesen. Studien zur 5 – Öffentliche Förderung: Köln gibt mehr Geld für mehr Kultur aus Die Zukunftsfähigkeit einer Stadt zeigt sich auch in der kontinuierlichen Investition in Kunst und Kultur. Die Künste und die kulturelle Bildung verdienen und brauchen Unterstützung, die unabhängig ist von Erwägungen der Wirtschaftlichkeit. Die Stadt Köln fördert Kunst und Kultur auf vielen Gebieten und die Mittel dafür sollen signifikant erhöht werden. Denn Köln wächst und die Stadt will ihr Wachstum mit Kunst und Kultur gestalten und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen integrieren. Die Ziele sind ein größeres Kulturangebot und die Umsetzung des Anspruchs, für alle den Zugang zu Kunst und Kultur möglich zu machen. Die Förderung ist daher völlig unabhängig von ihren Effekten für das Marketing und auf die Wirtschaft, gleichwohl nützt sie auch diesen. Studien zur 17 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss Umwegrentabilität zeigen, dass, nimmt man alle Effekte zusammen, in Kultur investierte Mittel zu mehr als 100 Prozent in die Stadt zurückfließen. In Zeiten guter Konjunktur und einer wachsenden Bevölkerung müssen die Kulturausgaben der Stadt mindestens analog zum Gesamthaushalt steigen. Die derzeitige Höhe der Gesamtausgaben je Einwohner von 183 Euro/jährlich soll künftig nicht mehr unterschritten werden. Mit der Umsetzung der Einzelmaßnahmen der Kulturentwicklungsplanung wird 2020 begonnen und entsprechend der von Politik und Verwaltung vorzunehmenden Priorisierung werden zusätzliche Mittel in den Haushalt eingestellt. Von dieser Erhöhung der Fördermittel sollen städtische Institutionen und die Freie Szene gleichermaßen profitieren. Zudem sollen, wo möglich, Mittel von Bund, Land oder entsprechenden Stiftungen gewonnen werden. Die Freie Szene, die bei relativ geringem Mitteleinsatz ein vergleichsweise umfangreiches kulturelles Programm realisiert, ist im KEP 2009 bundesweit erstmalig als zweite Säule neben den städtischen Institutionen anerkannt worden. Politik und Verwaltung, die mehrfach zusätzliche Fördermaßnahmen initiiert haben, Umwegrentabilität zeigen, dass, nimmt man alle Effekte zusammen, in Kultur investierte Mittel zu mehr als 100 Prozent in die Stadt zurückfließen. In Zeiten guter Konjunktur und einer wachsenden Bevölkerung müssen die Kulturausgaben der Stadt mindestens analog zum Gesamthaushalt steigen. Es wird angestrebt werden die derzeitige Höhe der Gesamtausgaben je Einwohner von 183 Euro/jährlich zukünftig nicht mehr zu unterschreiten. Mit der Umsetzung der Einzelmaßnahmen der Kulturentwicklungsplanung wird 2020 begonnen und entsprechend der von Politik und Verwaltung vorzunehmenden Priorisierung werden zusätzliche Mittel in den Haushalt eingestellt. Von dieser Erhöhung der Fördermittel sollen städtische Institutionen und die Freie Szene gleichermaßen profitieren. Zudem sollen, wo möglich, Mittel von Bund, Land oder entsprechenden Stiftungen gewonnen werden. Die Freie Szene, die bei relativ geringem Mitteleinsatz ein vergleichsweise umfangreiches kulturelles Programm realisiert, ist im KEP 2009 bundesweit erstmalig als zweite Säule neben den städtischen Institutionen anerkannt worden. Politik und Verwaltung, die mehrfach Umwegrentabilität zeigen, dass, nimmt man alle Effekte zusammen, in Kultur investierte Mittel zu mehr als 100 Prozent in die Stadt zurückfließen. In Zeiten guter Konjunktur und einer wachsenden Bevölkerung müssen die Kulturausgaben der Stadt mindestens analog zum Gesamthaushalt steigen. Die derzeitige Höhe der Ausgaben für Kultur je Einwohner von 183 Euro/jährlich ohne investive Mittel, soll künftig nicht mehr unterschritten werden. Mit der Umsetzung der Einzelmaßnahmen der Kulturentwicklungsplanung wird 2020 begonnen und entsprechend der von Politik und Verwaltung vorzunehmenden Priorisierung werden zusätzliche Mittel in den Haushalt eingestellt. Von dieser Erhöhung der Fördermittel sollen städtische Institutionen und die Freie Szene gleichermaßen profitieren. Zudem sollen, wo möglich, Mittel von Bund, Land oder entsprechenden Stiftungen gewonnen werden. Die Freie Szene, die bei relativ geringem Mitteleinsatz ein vergleichsweise umfangreiches kulturelles Programm realisiert, ist im KEP 2009 bundesweit erstmalig als zweite Säule neben den städtischen Institutionen anerkannt worden. Politik und Verwaltung, die mehrfach zusätzliche Fördermaßnahmen initiiert haben, 18 Textentwurf Lenkungskreis Text nach Änderungswünschen des VV Kompromiss sind sich der Bedeutung der Freien Szene bewusst. Künftig soll ihr ein steigender Anteil an den Kulturausgaben zufließen. Für eine Berechnungsgrundlage der Verknüpfung wird bis zum Jahr 2020 ein Modell entwickelt. zusätzliche Fördermaßnahmen initiiert haben, sind sich der Bedeutung der Freien Szene bewusst. Künftig soll ihr ein steigender Anteil an den Kulturausgaben zufließen. Für eine Berechnungsgrundlage der Verknüpfung wird bis zum Jahr 2020 ein Modell entwickelt. sind sich der Bedeutung der Freien Szene bewusst. Künftig soll ihr ein steigender Anteil an den Kulturausgaben zufließen. Für eine Berechnungsgrundlage der Verknüpfung wird bis zum Jahr 2020 ein Modell entwickelt.
Anlage_1_Querschnittsthemen_KEP
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1 Das Ziel: Köln stärkt Kunst und Kultur für eine lebendige und vielfältige Gesellschaft Köln ist eine starke Kulturstadt, deren größte Stärke in der Vielfalt liegt. Die Szenen von Musik, Theater, Bildender Kunst, Literatur, Film und Stadtgeschichte sind breit aufgestellt und erreichen in der Spitze ein international konkurrenzfähiges Niveau. Vielfalt und Unterschiedlichkeit sind die prägenden Eindrücke. Für Köln gilt in ganz besonderer Weise, dass Kunst und Kultur das „Herz“ der Stadt bilden. Sie sind der Puls einer lebendigen städtischen Gesellschaft. Mit dieser Kulturentwicklungsplanung sollen die Künste um ihrer selbst willen gestärkt werden. Deren Autonomie und Zweckfreiheit sind elementar und zugleich sind sie zu fördern in der Überzeugung, dass eine lebendige und diskursfreudige Kunstszene das Zusammenleben der Menschen in der Stadt positiv beeinflusst. Die Förderung von Kunst und Kultur ist in besonderer Weise geboten, weil ein weiteres Auseinanderstreben der gesellschaftlichen Gruppen verhindert werden soll. Denn Kunst und Kultur bilden auch den Raum, in dem gesellschaftliche Konflikte verhandelt werden, in dem die Diskurse geführt werden darüber, was diese Gesellschaft ausmacht oder ausmachen sollte. Schon im Kulturentwicklungsplan des Jahres 2009 (KEP 2009) war die Ermöglichung kultureller Vielfalt ein wichtiges Handlungsfeld. Inzwischen hat die Stadt Köln mit ihrem Diversity-Konzept die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen zum Ziel städtischen Handelns erklärt. Diese Kulturentwicklungsplanung macht die Vielfalt der Gesellschaft zu einem Leitthema. Die Förderung von Kunst und Kultur muss stets den Anspruch haben, dass über die traditionellen Zielgruppen hinaus allen der Zugang ermöglicht wird. Deshalb ist die Öffnung der Kulturräume für alle Bürgerinnen und Bürger ein zentrales Ziel dieser Planung. Die Kölner Kulturinstitutionen verstehen sich als offene Räume gesellschaftlicher Begegnung und Reflexion. Eine intensive und dauerhafte Vernetzung von Angeboten, die Teilhabe gewährleisten, und die fortlaufende Entwicklung von entsprechenden Maßnahmen unterstützen dieses Bekenntnis, ebenso die Öffnung von Räumen in der Stadt für Kunst und Kultur. In einer wachsenden Stadt nimmt die Konkurrenz um Flächen zu. Damit Kunst und Kultur weiterhin präsent und niedrigschwellig zugänglich bleiben, müssen bestehende kulturelle Räume gesichert und neue erschlossen werden. Viele haben an dieser Planung mitgearbeitet, die unter Einbeziehung von Kulturszene und Stadtgesellschaft ständig weiterentwickelt werden soll. Die Zahl der Künstlerinnen und Künstler in der Stadt ist groß, und auch die Zahl derjenigen, die Kultur möglich machen, vermitteln oder organisieren. Hinzu kommen die Initiativen, die die Kultur und Geschichte der Stadt erforschen und dokumentieren, für Kunst und Kultur Mittel sammeln und aufwenden und die Künste in vielfältiger Weise unterstützen. Sie alle haben durch Gespräche, die Mitarbeit an den Runden Tischen oder einfach durch ihr sichtbares Engagement Anteil an dieser Planung und natürlich sind sie es, die das kulturelle und künstlerische Geschehen in der Stadt erst möglich machen. Um die Texte knapp und lesbar zu halten, werden im Folgenden nur wenige von ihnen erwähnt. Die kurzen Übersichten über die einzelnen Bereiche von Kunst und Kultur müssen auf beispielhafte Nennungen einzelner Akteure beschränkt bleiben. Ein Anhang gibt einen umfangreicheren Überblick über die Menschen, die in Köln für Kunst und Kultur arbeiten. Aus Gründen der Lesbarkeit wird eine gemäßigt geschlechtergerechte Sprache verwendet. Es versteht sich, dass stets alle gemeint sind. 2 Diese Kulturentwicklungsplanung stärkt Kunst und Kultur in Köln insgesamt, indem sie die Bedingungen, unter denen Kunst entsteht, sowohl in der Breite als auch in der Spitze verbessert. Grundlage dafür ist die Stärkung von Strukturen, mit denen die Kulturakteure vernetzt, die Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung organisiert und die Beteiligung vieler ermöglicht wird. Das gilt sowohl für den Zugang zu Kunst und Kultur als auch für die Befähigung dazu, selbst künstlerisch aktiv zu werden. Eine wachsende Stadt braucht eine wachsende Kulturlandschaft und das soll auch über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar werden. Drei Projekte sollen den Anfang machen. (1) RAUMMANAGEMENT In einer wachsenden Großstadt geraten Kunst und Kultur immer stärker in Konkurrenz zu anderen Nutzungen. Die Stadt Köln bekennt sich zur Kultur und will ihr künftig mehr Raum geben. Dazu installiert sie unter anderem ein zentrales Raummanagement, um verstärkt initiativ zu werden für die Schaffung und den Erhalt von Räumen. Städtische und private Räume, die für kulturelle Nutzungen geeignet sind, werden in einer Datenbank erfasst, Zwischennutzungen vermittelt und neue Räume für Kunst und Kultur identifiziert. Darüber hinaus wird die Stadt ihre planerische Hoheit nutzen, um dem weiteren Verlust von kulturell genutzten Räumen entgegenzuwirken. (2) KULTURMARKETING Ein professionelles Kulturmarketing wird künftig die ganze Vielfalt städtischer und freier Kulturangebote über die Stadtgrenzen hinaus, aber auch innerhalb Kölns kommunizieren. Entsprechende Maßnahmen sollen verantwortungsvoll und intelligent für die Kölner Kultur werben und Kultur zugleich als harten Standortfaktor für das Stadtmarketing nutzen. (3) PREIS FÜR POPMUSIK Erstmals 2019 lobt die Stadt Köln einen Preis für herausragende Leistungen in der Popmusik aus. Dieser Preis soll eine Anerkennung populärer Musik sein, die in Köln eine lange Tradition besitzt und bedeutende Künstlerinnen und Künstler hervorgebracht hat. Er ist mit € 15.000 dotiert. 3 Die Leitthemen: Vielfalt, Räume, Marketing, Digitalisierung, Förderung, Beteiligung 1 – Vielfalt: Köln fördert Kultur für alle in einer Stadt für alle Köln hat 2007 als erste deutsche Stadt die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet und 2016 ein Diversity-Konzept mit Leitlinien für eine barrierefreie Stadtverwaltung beschlossen. Zugrunde liegt dem der Gedanke, dass Kreativität als innovative Kraft am besten in einem Klima gedeiht, das vielfältigsten Talenten gegenüber offen ist und sie wertschätzt. Eine demokratische, pluralistische Gesellschaft braucht den Austausch von unterschiedlichen Sichtweisen, diversen Kulturen und künstlerischen Produktionen. Kunst und Kultur sind Räume, in denen sich gesellschaftliche Gruppen begegnen, in denen die Spannung der Differenz nicht Ursache von Konflikten, sondern Antrieb zu Kreativität ist. Daher muss jeder und jede die Möglichkeit haben, aktiv und passiv an Kunst und Kultur teilzuhaben und die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensweisen sollte auch in Kunstproduktion und kulturellem Angebot sichtbar werden. Diese Kulturentwicklungsplanung zielt darauf, diesen Anspruch zu verwirklichen. Die städtischen Kulturinstitutionen werden nach dem Vorbild der Stadtbibliothek über ihre bisherigen Aufgaben hinaus zu Orten, die Bürgerinnen und Bürger voraussetzungslos willkommen heißen und mit ihnen in den Dialog treten. Damit schaffen sie ganz bewusst eine Alternative zur zunehmenden Kommerzialisierung auch des öffentlichen Raums: Hier muss niemand etwas kaufen, um sich aufhalten oder setzen zu dürfen. Dazu werden die Öffnungszeiten der Museen ausgeweitet und flexibilisiert. Kinder und Jugendliche können auch Sonderausstellungen kostenfrei besuchen. Die Verwaltung legt dar, unter welchen Bedingungen ein vollständiger kostenfreier Eintritt ermöglicht werden kann. Kulturelle Bildung Kulturelle Bildung hat in Köln eine lange Tradition. Sie ist heute mehr denn je unverzichtbarer Bestandteil jeglicher Bildungsförderung für Jung und Alt. Eine offene und lebendige Begegnung aller Gesellschaftsgruppen mit der Kunst bedarf der Vermittlung, die dazu beiträgt, dem manchmal Fremden oder Verstörenden der Kunst selbstbewusst gegenüberzutreten und damit auch Unbekanntem im Alltag. Kulturelle Bildung ist zu verstehen als lebenslanges Lernen, als „Werkstatt für Entwicklung und für Wissen“ sowie als „Ort von Diversity und Vielfalt“. Sie weckt Neugier auf das Andere, fördert den Respekt voreinander und vor anderen kulturellen Traditionen und stärkt so auch die eigene Identität. Das setzt voraus, dass sich die Institutionen öffnen für neue Ansätze und so den Weg bereiten für eine neue Perspektive von Teilhabe und Partizipation junger und älterer Menschen. Die Stadtbibliothek geht schon seit Jahren einen konsequenten Weg der Öffnung ihrer Häuser. Dazu gehören auf praktischer Ebene die Ausweitung der Öffnungszeiten, die voraussetzungslose Bereitstellung von Arbeitsplätzen und Kommunikationsräumen und eine Gestaltung der Bibliotheksräume, die nicht nur „Wohnzimmer“ genannt wird, sondern sich auch einladend als Treffpunkt anbietet. Auf inhaltlicher Ebene setzt sich diese Öffnung fort mit Angeboten zu verschiedensten Themen und in vielen unterschiedlichen Formaten von Ausstellungen und der Sammlung von Geschichten Geflüchteter bis zur Organisation von Lernteams und einem MINT-Festival mit über 100 Workshops. 4 Ein zukünftiges Handlungskonzept für die kulturelle Bildung muss die Arbeit der unterschiedlichen Bereiche und Institutionen wie Kultureinrichtungen, Schulen und die Kinder- und Jugendbildung stärker miteinander verbinden und gemeinsame Strategien entwickeln. Die grundlegenden Ziele des KEP 2009 zur kulturellen Bildung haben dabei weiterhin Gültigkeit. So soll das Gesamtkonzept mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendbildung weiterentwickelt und für die Umsetzung mit einem auskömmlichen Etat (ohne die zusätzlich anzustrebenden Landesmittel) ausgestattet werden. Inhaltliche Schwerpunkte sollen die Heranführung an Kunst und die ihr innewohnende Komplexität, die Vermittlung von Analyse- und Reflexionswerkzeugen und die Bestärkung der Einzelnen im unbefangenen Zugang sein. Das Konzept soll den Anspruch haben, alle Teile der Bevölkerung zu erreichen und sie in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt am kulturellen Leben teilzuhaben. Damit die Umsetzung möglichst breit in der Verwaltung verankert ist und systematisch verfolgt und reflektiert wird, soll die Verwaltung einen Strukturvorschlag entwickeln, wie die Zusammenarbeit von Kultur, Schule und Kinder- und Jugendbildung sichergestellt werden kann, und diesen den entsprechenden Ausschüssen zur Beratung vorlegen. In einem einmal jährlich stattfindenden öffentlichen Diskurs „Kulturelle Bildung in Köln – Ergebnisse und Entwicklungen“ soll zudem ein Austausch über die Umsetzung des Konzeptes stattfinden. Die verschiedenen bereits bestehenden Aktivitäten kultureller Vermittlung werden durch einen Koordinationskreis „Vielfalt“ vernetzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Der Koordinationskreis versammelt Vertreterinnen und Vertreter der Stabsstelle „Diversity“ und der Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung“ der Stadt Köln, des Museumsdienstes, der Stadtbibliothek, des Kulturamtes und der Akteure des „Runden Tischs für Inklusion und Kultur“. Gemeinsam mit ihm wird ein Leitbild für kulturelle Vielfalt entwickelt, das sich am städtischen Diversity-Konzept orientiert und für alle Kulturakteure – städtische wie freie – Handreichungen der Kunst- und Kulturarbeit bereitstellt. Die lokalen Kulturszenen in den Veedeln werden mithilfe eines Kulturnetzwerks mit der Kulturverwaltung verbunden. Das Netzwerk wird unter Beteiligung der Veedelsmanagements und Schulen aufgebaut und an die Stadtteilbibliotheken angeschlossen. Es soll städtische und freie Kulturangebote vermitteln und ein Kulturbegleiternetzwerk aufbauen, dessen Expertinnen und Experten kulturelle Teilhabe praktisch unterstützen und zugleich Künstlerinnen und Künstler bei der Erarbeitung von Programmen und bei deren Vermittlung beraten. Das neu eingerichtete Referat für kulturelle Teilhabe im Kulturamt entwickelt unter Beteiligung der Künstlerinnen und Künstler ein „Förderkonzept kulturelle Teilhabe“, in dem Ziele, Schwerpunkte und Instrumente der Förderung entsprechender Projekte in der freien Kunstproduktion und -vermittlung festgelegt werden. 5 2 – Räume: Köln schafft Platz für Kunst und Kultur Kultur braucht Räume. Besonders in Großstädten wie Köln wird es für Kunst und Kultur zunehmend schwieriger, Produktions- und Aufführungsräume zu finden, aber auch sich einen Zugang zum öffentlichen Raum zu erschließen, um dort künstlerisch aktiv zu werden. Die Freiräume werden weniger, was auch daran liegt, dass zuvor öffentliche Räume in Privatbesitz übergehen. Dort ist es nicht mehr die Kommune, die über die Nutzung und den Zugang entscheidet, sondern es sind private Eigentümer. Die Stadt Köln und die städtischen Gesellschaften werden künftig in besonderer Weise darauf achten, dass für Kunst und Kultur Räume erhalten bleiben und neu eröffnet werden. Um die Gestaltungshoheit der Kommune im Stadtraum zu sichern und gegen die Kommerzialisierung zu behaupten, plant die Stadt mindestens Teilgrundstücke großer Entwicklungsbereiche im eigenen Besitz zu halten oder sie erwirbt dort im Rahmen ihrer infrastrukturellen Verpflichtungen (z.B. Schule und Kita) nach Möglichkeit auch Grundstücke für kulturelle Nutzungen. Das dient nicht allein der Förderung von Kunst und Kultur, sondern auch dazu, in einer wachsenden Metropole einer vielfältigen Bürgerschaft den Zugang zu nichtkommerziellen kulturellen Angeboten im Stadtraum zu ermöglichen. Köln plant Stadtentwicklung mit Kunst und Kultur Um kreative Räume in der gesamten Stadt für Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen, muss die Förderung von Kunst und Kultur bei der Stadtentwicklung grundsätzlich mitgedacht und strukturell integriert werden. Dazu bedarf es eines Konzepts mit Instrumenten der Stadtplanung und der dezernatsübergreifenden Verwaltungsarbeit, das geeignet ist, existierende Kultur- und Kreativräume im Bestand zu sichern und neue entstehen zu lassen. Dabei müssen die Probleme von Nutzungskonkurrenzen auf innerstädtischen Flächen und des Immissionsschutzes sowie der Subventionsbedarf von Kunst- und Kulturflächen Berücksichtigung finden. Zu prüfen wäre, ob der grundsätzliche Förderungsbedarf von Kunst und Kultur mindestens teilweise durch das Vorhalten oder den Ankauf von städtischen Flächen zur Sicherung eines finanzierbaren Mietzinses befriedigt werden kann. Im Rahmen städtischer Entwicklungs- und Planungsprozesse sollen außerdem regelmäßig Künstlerinnen und Künstler beauftragt werden, für diese Prozesse künstlerische Konzepte zu entwickeln. Mit deren Hilfe soll einerseits ein anderer Blick auf die Stadtentwicklung gewonnen, andererseits sollen aber auch planungsbegleitende Kunstprojekte und stadtplanerische Detaillösungen erarbeitet werden. Solche Beteiligungen werden selbstverständlicher Bestandteil der städtischen Planungs- und Baupraxis und von Beginn an in die entsprechenden Abläufe integriert. Beispielhaft sollen künstlerische Konzepte für eine innovative Stadtplanung bei der Entwicklung von Gebieten wie der Parkstadt Süd, dem Deutzer Hafen, Mülheim und den Hallen Kalk erprobt werden. Im Rahmen großer städtebaulicher Entwicklungsprojekte sollen Investoren stets auch Raum für Kultur vorsehen, der in städtischen Besitz übergeht: Diese Räume sollen durch reduzierten Miet-, Erbpacht- oder Grundstückszins für Kulturschaffende erschwinglich bleiben. Dies gewährleistet zugleich, dass in Neubaugebieten den kulturellen Bedürfnissen zukünftiger Bewohnerinnen und Bewohner niederschwellig Rechnung getragen wird. Ein solches Projekt ist im Stadtteil Ehrenfeld bereits mit dem Kölner Künstler Theater gelungen, das mitten in einem Neubaugebiet mit vielen Familien Theater vor allem für Kinder und Jugendliche macht. Auch im Stadtteil Sülz konnte mit dem von Gottfried Böhm entworfenen Schiff der ehemaligen Kirche St. Elisabeth im neuen 6 Wohngebiet „anton&elisabeth“ ein Versammlungsort gewonnen werden. Für den Erhalt historischer Gebäude, die für Kulturzwecke genutzt werden, sollten Fördermittel vorgesehen werden. Da neue Quartiere auch vom bereits Vorhandenen profitieren sollen, gibt es für bestehende Kulturinstitutionen künftig einen Bestandsschutz, der die Verdrängung oder gar Zerstörung gewachsener Kultur verhindert. Wo das möglich ist, werden kulturell genutzte Gebäude in Neuplanungen integriert, auch wenn das für Investoren zu einem Verlust an nutzbarer Fläche oder an Gestaltungsfreiheit führen könnte. Dadurch werden nicht nur Kulturräume bewahrt, sondern auch interessantere städtebauliche und architektonische Lösungen provoziert. Wo der Erhalt nicht möglich ist, etwa weil dringend benötigte Funktionen sonst nicht realisierbar wären, müssen im Rahmen der Neuplanung bezahlbare Ersatzräume geschaffen werden. Notwendige und gewünschte Neubaumaßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass Kulturräume verschwinden. Köln holt die Künste in den öffentlichen Raum In Köln ist die Kunst öffentlich. Über 1000 Kunstwerke beleben den Stadtraum, Konzerte, Performances und temporäre Installationen finden regelmäßig auf Straßen und Plätzen statt. Die „Künste im öffentlichen Raum“ erfüllen viele Funktionen, die Präsenz der Künste dort ist aber gleichzeitig Ausweis sorgfältigen und intelligenten Umgangs mit dem eigenen Stadtraum. Sie inspirieren und machen Identifikation mit der eigenen Stadt möglich, sie irritieren und sorgen für Punkte des Anstoßes. Damit sind sie geeignet, Kunst auf leichte und selbstverständliche Weise in den Alltag einzubringen und barrierefrei zu vermitteln. Sie helfen dabei, Orte unverwechselbar und interessant zu machen und wirken damit der Austauschbarkeit einer kommerzialisierten, international standardisierten Außenraumgestaltung entgegen. Die „Künste im öffentlichen Raum“ müssen daher im Planungshandeln systematisch Berücksichtigung finden und ihre öffentliche Wahrnehmung sollte im Rahmen von Vermittlungsarbeit gefördert werden. Kunst soll künftig noch stärker in den öffentlichen Raum treten und Künstlerinnen und Künstler sollen an der Stadtentwicklung und -gestaltung mitwirken. Für die oben erwähnte Beauftragung von Künstlerinnen und Künstlern im Rahmen der Stadtplanung, bei Neubaumaßnahmen und zur Gestaltung des öffentlichen Raums wird die Stadt Köln in Zusammenarbeit mit ihnen ein Modell entwickeln, nach dem bei Baumaßnahmen ein bestimmter Prozentsatz der Baukosten für die Kunst zur Verfügung gestellt wird. Dafür wirbt sie auch bei privaten Bauherren. Mit diesem Geld soll nicht allein „Kunst am Bau“ möglich gemacht werden. Die denkbaren künstlerischen Interven- tionen sind vielfältig und können dauerhaft oder temporär sein. Sie sollen Anregung zur Auseinan- dersetzung bieten und die Qualität von Gebäuden und die des Umfelds nachhaltig verbessern. Auf dieser Grundlage wird die Verwaltung in direkter Kooperation mit einem Beirat für Kunst im öf- fentlichen Raum oder dem existierenden Kunstbeirat tätig, um Projekte im Stadtraum oder auch Workshops zur künstlerischen Intervention in städtischen Gebieten zu ermöglichen. Dabei ist selbstverständlich, dass Kunst nicht als wohltuendes Heftpflaster auf den Wunden der Stadt miss- verstanden werden darf, sondern dass sie eigenständig sein muss, irritierend und widerständig sein kann. Alle Ämter, die an Genehmigungen für kulturelle Projekte im öffentlichen Raum beteiligt sind, prüfen deren Realisierungsmöglichkeit in dem Bewusstsein, dass Kunst und Kultur gewünscht und gebraucht werden. 7 Köln erschließt die Räume der Stadt für Kunst und Kultur Der Raummangel ist ein zentrales Thema der Kölner Kunst- und Kulturszene. Gebraucht werden zum einen Arbeitsräume: Ateliers, Produktions- und Schreibräume, Probe- und Lagerräume, vor allem solche, in denen Künstlerinnen und Künstler ihre oft kompliziert aufgebauten Anlagen für längere Zeit stehen lassen können. Zum anderen gibt es zu wenige Räume, in denen künstlerische Produktionen öffentlich präsentiert werden können: Es fehlen Konzertsäle, vor allem mittelgroße, multifunktional nutzbare, außerdem mangelt es an Ausstellungsräumen und einem adäquaten Ort für den Tanz. Auch mit Blick auf die aktuell noch nicht abgeschlossenen und teils schwierigen Neubau- und Sanierungsprojekte, sollen für die Befriedigung dieses Raumbedarfs zunächst bestehende Kapazitäten ermittelt und genutzt werden. Der Bedarf nach einem Kammermusiksaal könnte zum Beispiel auch durch Kooperationen gedeckt werden. Viele Institutionen verfügen über akustisch hervorragende Räume zum Teil in bester Innenstadtlage. Um vorhandene Räume für die Kultur nutzbar zu machen, wird ein Raummanagement mit folgenden Aufgaben gegründet: 1. Das Erstellen und die Pflege eines auf bestehenden Verzeichnissen aufbauenden Katasters städtischer Räume, die für Kunst und Kultur grundsätzlich nutzbar sind. In einem zweiten Schritt sollte das Raumkataster um Räume in Privatbesitz ergänzt werden. 2. Das Entwickeln und Installieren eines Zwischennutzungsmanagements, das leerstehende Räume und Brachen identifiziert, sie auf Möglichkeiten der Nutzbarmachung für Kunst und Kultur prüft und bei Zwischennutzungen zwischen Eigentümern und Kulturschaffenden vermittelt (geprüft werden soll, ob das Raummanagement ggf. sogar als vertrauenswürdiger Zwischenmieter für private Immobilienbesitzer fungieren kann) 3. Das Identifizieren neuer für Kunst und Kultur nutzbarer Räume. Dieses Raummanagement soll eine zentrale Koordinationsstelle in der Zusammenarbeit von Verwaltung und Kulturschaffenden sein. Um eine Organisationsform zu finden, wird die freie Szene in die dezernatsübergreifende Konzeptionierung eingebunden. Ergebnis soll sein, dass Verwaltung und Kunst- und Kulturschaffende auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Solche Konzepte haben sich bereits am Beispiel „Ebertplatz“ bewährt, wo ein Konzeptionierungsteam in Arbeitsgemeinschaften mit freien Kulturakteuren und -akteurinnen kooperiert und die Verwaltung dezernatsübergreifend die Umsetzung gemanagt hat. 8 3 – Marketing: Köln bringt Kunst und Kultur in die Öffentlichkeit Die Kölner Museen, die Oper, die Philharmonie, das Gürzenich-Orchester und das Schauspiel müssen europaweit keinen Vergleich mit Institutionen anderer Kommunen scheuen. Auch die Freie Szene, etwa die Theater und die Tanzkompanien, arbeitet auf professionellem Niveau und Festivals wie ACHT BRÜCKEN, das Kölner Fest für Alte Musik und die c/o-Pop wecken auf ihren Gebieten überregional Aufmerksamkeit. Ein professionelles Kulturmarketing soll diese Stärken künftig besser kommunizieren. Da Kunst und Kultur harte Standortfaktoren sind, nützt dies nicht allein der Kunst, sondern stärkt als zentrales Element eines zu konzeptionierenden Stadtmarketings auch die Stadt Köln und den Standort insgesamt. In Zusammenarbeit mit einer Agentur wird daher vom Kulturdezernat ein Kulturmarketingkonzept entwickelt. Über dieses Konzept tritt das Dezernat mit den städtischen Institutionen, der Politik und der Freien Szene in einen Dialog. Es soll städtische und freie Kulturangebote gleichermaßen unterstützen und für diese über die Stadtgrenzen hinaus, aber auch innerhalb Kölns werben. Ziel ist es, die Kultur nicht allein als Werbeinstrument zu nutzen, sondern durch ein gemeinsames Auftreten von dem Facettenreichtum der Kölner Kultur zu profitieren, etwa durch abgestimmte Aktionen oder einen Touristenpass, der Kölnbesucherinnen und -besuchern zu einem Pauschalpreis Zugang zu möglichst vielen Museen, vergünstigten Eintritt bei Aufführungen aller Art und Fahrten im öffentlichen Nahverkehr erlaubt. In diesem Zusammenhang soll auch überlegt werden, ob ein Internetportal die Veranstaltungen publik machen und qualitativ anspruchsvolle Rezensionen veröffentlichen kann. 9 4 – Digitalisierung : Köln nutzt die neuen Möglichkeiten Mit der Digitalisierung befinden wir uns mitten in einem kulturellen Wandel mit weitreichenden Veränderungen für die Formen und Medien der Kommunikation, der Organisation aber auch für die Arbeitsweisen der verschiedenen Künste und für deren Rezeption. Die Künste sind bei der Bewältigung dieses epochalen Umbruchs nicht allein Gegenstand von Veränderungen, sondern zugleich ein wichtiger Reflexionsraum. Die Kulturentwicklungsplanung reagiert auf die gleichermaßen technischen wie künstlerischen Folgen der Digitalisierung, indem sie die Förderung anpasst, zu der künftig neben der Bereitstellung technischer Ausstattungen auch die von Ausspielwegen und digitalen Plattformen gehört. Zugleich wird ein Fördermodell entwickelt, das Künstlerinnen und Künstler mehr Experimentieren ermöglicht. So sollen die Risiken bei der Erkundung der neuen Freiräume abgefedert werden, indem Recherche und Forschung vor Beginn der künstlerischen Produktion förderfähig werden. Wegen der großen Bedeutung dieses Wandels werden der Bedarf der Künstlerinnen und Künstler und die Möglichkeiten digitaler Kommunikation über Kunst und Kultur Gegenstand der ersten Arbeitstagung im Rahmen der fortgesetzten Kulturentwicklungsplanung sein. Hier sollen Erfahrungen über die Veränderung künstlerischer Arbeit durch die Digitalisierung ausgetauscht und entsprechende Ideen für Förderung, Vermittlung und kulturelle Bildung entwickelt werden. Die Digitalisierung bietet die Chance, Kunst und Kultur einem breiten Publikum leicht zugänglich zu machen. Der Museumsdienst entwickelt dafür ein Konzept, das E-Learning-Angebote, Multimedia Guides und andere mobile Anwendungen umfasst. Ein damit verbundenes Kölner Kulturportal im Netz oder eine entsprechende App wären geeignet, ein breites Spektrum digitaler künstlerischer Produktionen zu präsentieren. Zugleich könnte ein solches Portal leichten Zugang zu klassischen Kulturereignissen wie Theateraufführungen, Performances, Ausstellungen und Konzerten vermitteln, indem es per Streaming die Säle öffnet. Durch personalisierte Zugänge könnten nicht verkaufte Karten für die Bühnen und die Philharmonie registrierten Nutzern vergünstigt oder kostenfrei angeboten werden. Die städtischen Institutionen wie das Historische Archiv, das Rheinische Bildarchiv und die Museen arbeiten daran, ihre Bestände digital zu erfassen und auf entsprechenden Portalen zugänglich zu machen. Digitalisierung ist aktuell auch eines der Leitthemen der städtischen Verwaltungsreform. Ein Pilotprojekt ist die Digitalisierung des Förderprozesses im Kulturamt. Die Ziele sind eine verbesserte Transparenz von Entscheidungsprozessen sowie eine schnellere Kommunikation mit den beantragenden Kulturschaffenden. Ergebnis soll sein, dass die Abwicklung der Förderung für die Kulturschaffenden und für die Verwaltung einfacher wird. 10 5 – Öffentliche Förderung: Köln gibt mehr Geld für mehr Kultur aus Die Zukunftsfähigkeit einer Stadt zeigt sich auch in der kontinuierlichen Investition in Kunst und Kultur. Die Künste und die kulturelle Bildung verdienen und brauchen Unterstützung, die unabhängig ist von Erwägungen der Wirtschaftlichkeit. Die Stadt Köln fördert Kunst und Kultur auf vielen Gebieten und die Mittel dafür sollen signifikant erhöht werden. Denn Köln wächst und die Stadt will ihr Wachstum mit Kunst und Kultur gestalten und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen integrieren. Die Ziele sind ein größeres Kulturangebot und die Umsetzung des Anspruchs, für alle den Zugang zu Kunst und Kultur möglich zu machen. Die Förderung ist daher völlig unabhängig von ihren Effekten für das Marketing und auf die Wirtschaft, gleichwohl nützt sie auch diesen. Studien zur Umwegrentabilität zeigen, dass, nimmt man alle Effekte zusammen, in Kultur investierte Mittel zu mehr als 100 Prozent in die Stadt zurückfließen. In Zeiten guter Konjunktur und einer wachsenden Bevölkerung müssen die Kulturausgaben der Stadt mindestens analog zum Gesamthaushalt steigen. Die derzeitige Höhe der Ausgaben für Kultur je Einwohner von 183 Euro/jährlich ohne investive Mittel, soll künftig nicht mehr unterschritten werden. Mit der Umsetzung der Einzelmaßnahmen der Kulturentwicklungsplanung wird 2020 begonnen und entsprechend der von Politik und Verwaltung vorzunehmenden Priorisierung werden zusätzliche Mittel in den Haushalt 2020/2021 eingestellt. Von dieser Erhöhung der Fördermittel sollen städtische Institutionen und die Freie Szene gleichermaßen profitieren. Zudem sollen, wo möglich, Mittel von Bund, Land oder entsprechenden Stiftungen gewonnen werden. Die Freie Szene, die bei relativ geringem Mitteleinsatz ein vergleichsweise umfangreiches kulturelles Programm realisiert, ist im KEP 2009 bundesweit erstmalig als zweite Säule neben den städtischen Institutionen anerkannt worden. Politik und Verwaltung, die mehrfach zusätzliche Fördermaßnahmen initiiert haben, sind sich der Bedeutung der Freien Szene bewusst. Künftig soll ihr ein steigender Anteil an den Kulturausgaben zufließen. Für eine Berechnungsgrundlage der Verknüpfung wird bis zum Jahr 2020 ein Modell entwickelt. 11 6 – Beteiligung: Köln führt die Kulturentwicklungsplanung als partizipativen Prozess fort An dieser Kulturentwicklungsplanung haben viele mitgewirkt. Sie ist das Ergebnis eines nicht immer leichten und keineswegs reibungsfreien Prozesses, in dem die Freie Szene und die städtischen Kulturinstitutionen Maximen und Instrumente der Kulturförderung diskutiert haben. An 26 Runden Tischen in zwei Prozessphasen und während einer Arbeitstagung zu übergreifenden Themen wurden Bedarfe und Probleme beschrieben, aber auch Ideen geboren und konkrete Verfahren entwickelt, die künftig eine noch geeignetere Unterstützung künstlerischer und kultureller Arbeit in Köln möglich machen. Im Gesamtverfahren haben über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Expertise und ihr Engagement eingebracht. Dabei wurden auch grundsätzliche Fragen der Funktionen von Kunst in der Gesellschaft erörtert. Die Ergebnisse dieses partizipativen Prozesses sind Grundlage der Beschlüsse des Lenkungskreises. Der Begriff „Kulturentwicklungsplanung“ drückt aus, dass die Planung über die Konzeptionierungsphase, die mit dem Beschluss durch den Rat der Stadt Köln endet, fortgeführt wird. Die Grundsätze und Instrumente der Kulturförderung werden ebenfalls in einem partizipativen Verfahren unter Beteiligung der Kulturakteurinnen und -akteure und unter Leitung des Lenkungskreises ständig überprüft und veränderten Bedingungen angepasst. Um dessen Arbeit eine noch breitere Grundlage zu geben, wird der Lenkungskreis um bis zu drei Sprecherinnen bzw. Sprecher der städtischen Kulturinstitutionen erweitert. Außerdem wird das System der Szeneberichte im Kulturausschuss weiterentwickelt. Die ehrenamtliche Arbeit der Kunstschaffenden war im Prozess der Kulturentwicklungsplanung von großem Nutzen. Inwieweit die gewünschte zukünftige Beteiligung ehrenamtlich geleistet wer- den kann und soll, bleibt einer weiteren internen und öffentlichen Diskussion vorbehalten. Die Kul- turnetzwerke, die sich während der Arbeit verdichtet und ausgeweitet haben, sollen Unterstüt- zung erfahren, um die Binnenstrukturen in den einzelnen Bereichen von Kunst und Kultur zu stär- ken. Bei Bedarf werden externe Fachleute bei deren Organisation helfen.
Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/VII Vorlagen-Nummer 0240/2019 Freigabedatum 20.03.2019 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Kulturentwicklungsplanung (KEP) Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: 1. Der Rat beschließt die Kulturentwicklungsplanung (Anlagen) als kulturpolitische Handlungsmaxime der Stadt Köln. 2. Der Rat beauftragt die Verwaltung, die in der Kulturentwicklungsplanung beschri e- benen Entwicklungsideen/Maßnahmen zu prüfen und unter dem Vorbehalt der haus- haltrechtlichen Möglichkeiten umzusetzen, beginnend mit dem Haushaltsjahr 2020. Dazu wird eine Prioritätenliste erarbeitet und zur Abstimmung vorgelegt. 3. Jede umzusetzende Entwicklungsidee/Maßnahme bedarf eines gesonderten Rats- beschlusses. 4. Die Kulturentwicklungsplanung ist hinsichtlich ihrer Zielsetzung und ihrer Entwick- lungsideen/Maßnahmen jährlich zu überprüfen. Die Verwaltung wird beauftragt, die Ergebnisse der Überprüfung und eine daraus resultierende Fortschreibung der Kul- turentwicklungsplanung dem Rat in Form eines Berichtes zum 30.6. eines jeden Jah- res, beginnend 2020, vorzulegen. 5. Die Kulturentwicklungsplanung wird in einem kontinuierlichen partizipativen Prozess fortgeführt. Ausschuss Kunst und Kultur 26.03.2019 Finanzausschuss 01.04.2019 Rat 04.04.2019 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 200.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Begründung Köln ist eine Kulturmetropole von europäischer Strahlkraft. Die vorgelegte Kulturentwicklungsplanung (KEP) der Stadt Köln dient als planerische Basis und setzt nicht nur inhaltlich, sondern auch hinsicht- lich des Verfahrens deutschlandweit Maßstäbe. Köln ist eine der ersten Städte Deutschlands, die ihre KEP als einen partizipativen und demokratischen Prozess verstanden hat, der die Kunst- und Kultur- schaffenden der Stadt in die Planung einbindet. Bereits 2009 wurde der erste Kulturentwicklungsplan für Köln beschlossen, um die Bedingungen für Kunst und Kultur auf allen Ebenen zu verbessern. Die KEP ist ein wesentliches kulturpolitisches Steuerungsinstrument, das sich für die Kunst- und Kul- turstadt Köln bewährt hat. Sie zeigt Bedarfe, Potenziale sowie Grundsätze einer zukünftigen Kulturpo- litik für Köln auf und entwickelt Perspektiven und Ziele. Gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Kulturinstitutionen, der freien Szene, der För- dervereine und -institutionen des Kulturbereichs, der Politik und der Verwaltung soll diese Planung für Köln kontinuierlich weiterentwickelt werden. Deshalb ist die KEP als nachhaltiger Prozess geplant. Für das Image der Stadt ist entscheidend, was Köln aus dieser Planung umsetzen kann. Sie definiert Handlungsfelder und -maximen und enthält im Katalog der Entwicklungsideen operative Maßnahmen, mit denen die Kultur der Stadt gestärkt und die Leistungsfähigkeit der Kulturakteure gehoben werden kann. Die Umsetzung der in der KEP genannten Entwicklungsideen steht unter dem Vorbehalt der haus- haltsrechtlichen Möglichkeiten der jeweiligen Haushaltsjahre, sie ist keine Generalermächtigung für die Verwaltung. Für jede umzusetzende neue Einzelmaßnahme ist auf der Grundlage präziser Kos- tenermittlungen und der gegebenen Haushaltssituation ein gesonderter Ratsbeschluss herbeizufüh- ren. Die in der KEP genannten Ziele, Handlungsempfehlungen und Entwicklungsideen sind nicht auf Dau- er festgeschrieben. Sie müssen sich den lokalen kulturellen Entwicklungen und Schwerpunkten an- passen. Die Evaluierung geschieht in Form von jährlichen Kulturberichten, die jedes Jahr ab 2020 3 vorgelegt werden. Die neue KEP zeichnet sich durch eine Handlungsstrategie aus, die Planung, Steuerung, Evaluation, Kontrolle und stetige Aktualisierung beinhaltet. Inhaltlich wird die Planung von den Kulturakteuren aus Institutionen und Freier Szene unter Leitung des Lenkungskreises mitgestaltet. Somit versteht sich die KEP als ein partizipativer, nachhaltiger Prozess, deren Maßnahmen permanent fortgeführt werden. Um diese Art der Planung zu ermögli- chen, gilt es, eine entsprechende Infrastruktur zu schaffen. Eine wachsende Stadt braucht eine wachsende Kulturlandschaft, die über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar werden soll. Drei Projekte sollen in 2019 umgesetzt werden: 1) Raummanagement Die Stadt Köln installiert ein zentrales Raummanagement, um verstärkt initiativ zu werden für die Schaffung und den Erhalt von Räumen, die für kulturelle Nutzungen geeignet sind. Dafür ist ein Be- trag von 50.000 € vorgesehen. 2) Kulturmarketing Ein professionelles Kulturmarketing wird künftig die ganze Vielfalt städtischer und freier Kulturangebo- te über die Stadtgrenzen hinaus, aber auch innerhalb Kölns kommunizieren. Dafür ist ein Betrag von 120.000 € vorgesehen. 3) Preis für Popmusik Erstmals 2019 lobt die Stadt Köln einen Preis für herausragende Leistungen in der Popmusik aus. Für die Auslobung ist inklusive des Preisgeldes in Höhe von 15.000 € ein Betrag von insgesamt 30.000 € vorgesehen. Entwicklungsprozess: 2015 wurden die ersten Schritte in Richtung Fortentwicklung unternommen. Der Ausschuss Kunst und Kultur beauftragte die Verwaltung mit der Einrichtung eines Lenkungskreises, um die KEP in Köln mit einem Planungshorizont bis zum Jahre 2021 weiterzuentwickeln. Der Lenkungskreis setzt sich aus den kulturpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Parteien, deren Vertreterinnen und Ver- tretern sowie der Vorsitzenden/ dem Vorsitzenden des Kulturausschusses, Vertreterinnen und Vertre- tern der Verwaltung, des Kölner Kulturrats und des KulturNetzKöln zusammen. Mit einer Auftaktveranstaltung gab Frau Oberbürgermeisterin Reker am 2. Juni 2016 persönlich den Startschuss für die Fortschreibung der KEP. Im Frühjahr und Herbst 2017 wurden in zwei Staffeln insgesamt 26 Runde Tische zu verschiedenen Sparten und Querschnittsthemen durchgeführt. Zu diesen Veranstaltungen waren die Akteure der Freien Szene und der städtischen Institute eingeladen ihre Wünsche, Impulse und Bedarfe vorzubringen und zu diskutieren. Die Veranstaltungen wurden von unabhängigen Moderatoren geleitet und durch Protokolle, Audioaufzeichnung sowie Fotos, die auf der Webseite der Stadt Köln öffentlich gemacht wurden, dokumentiert. Die erste Staffel verstand sich vor allem als Angebot, den Akteuren der Kulturszene die Möglichkeit zu geben, Bedarfe, Visionen und Wünsche zu formulieren. In der zweiten Staffel wurden die vorge- tragenen Anliegen und Wünsche konkretisiert. Zu diesem Zweck formulierte der Lenkungskreis für die zweite Staffel neun Leitfragen, anhand derer die Moderatoren die Diskussionen führten. Ende 2017 wurde eine Arbeitsgruppe unter der Moderation von Dr. Jörg Biesler gebildet, an der die Kulturdezernentin der Stadt Köln, Mitarbeitende des Kulturdezernates, des Kulturamtes, Vertreterin- nen und Vertreter des KulturNetzKöln sowie des Kölner Kulturrates teilnahmen. Zwischen Januar und März 2018 traf sich die Arbeitsgruppe mehrmals, um die Protokolle aus den Runden Tischen und die Statements der städtischen Institute auszuwerten, einen Entwicklungsideen-Katalog zu erstellen und Texte zu den einzelnen Sparten und zu Querschnittsthemen zu formulieren. Am 22. Juni 2018 fand eine Arbeitstagung statt, zu der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Run- den Tische eingeladen waren den bisherigen Prozess zu reflektieren. In vier Workshops, die von ex- ternen Moderatoren geleitet wurden, wurden Ideen zu den Themen Diversity, Marketing, Räume und Nachhaltigkeit diskutiert und weiterentwickelt. Im Anschluss an diese Tagung wurde der vorläufige 4 Entwicklungsideenkatalog auf der Webseite veröffentlicht. Die oben genannte Arbeitsgruppe ergänzte die bis dahin vorliegenden, kollektiv verfassten Texte und den Katalog um die Ergebnisse dieser Arbeitstagung, um sie am 25. September 2018 dem Len- kungskreis vorzustellen und danach abschließend zu formulieren. Am 8. Januar 2019 wurde die KEP im Verwaltungsvorstand vorgestellt. Der Beschluss des Verwal- tungsvorstandes lautete, die verwendete Formulierung „verpflichtet sich“ durch „strebt an“ zu erset- zen. Da diese Formulierung nach Auffassung des Lenkungskreises die Verbindlichkeit der KEP erheblich tangierte, fand am 18. Februar 2019 ein Gespräch zwischen den Mitgliedern des Lenkungskreises und der Oberbürgermeisterin statt. Im Ergebnis einigte man sich auf die vorgeschlagenen alternativen Formulierungen des Moderators, Herr Dr. Biesler, und stimmte diese anschließend im verwaltungsin- ternen Mitzeichnungsverfahren ab. Die geänderten Passagen sind in der Synopse (Anlage 4) deutlich gemacht. Finanzen: Die Finanzmittel für die drei Pilotprojekte wurden zum Haushaltsplan 2019 im Teilergebnisplan 0416- Kulturförderung, Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen in Höhe von 200.000 € eingestellt. Die Mittel stellen sicher, dass die Pilotprojekte Popmusikpreis, Kulturmarketing sowie der Installierung eines Raummanagements auskömmlich finanziert sind. Ausblick: Zur Fertigstellung der Kulturentwicklungsplanung ist im 2. Quartal 2019 eine Abschlusspräsentation in Form einer öffentlichen Veranstaltung geplant. Mithilfe einer Agentur wird ein ästhetisch ansprechen- des Druckwerk erstellt; eine ständig zu aktualisierende externe Webseite wird den KEP nachhaltig begleiten und die Umsetzung sukzessive dokumentieren. Um eine nachhaltige Kulturentwicklungs- planung in einem weiterhin partizipativen Verfahren zu organisieren und durchzuführen, wird künftig die Kontinuität der vorhandenen personellen Ressource notwendig sein. Die Dokumentation des gesamten Prozesses sowie die ersten Ergebnisse finden Sie unter https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/kultur/fortfuehrung-der-kulturentwicklungsplanung-fuer- koeln Begründung der Dringlichkeit: Bei der Beauftragung durch den Ausschuss für Kunst und Kultur wurde die Verwaltung zur Fortfüh- rung der KEP mit einem Planungshorizont bis zum Jahre 2021 aufgefordert. Die KEP sollte nach dem Willen aller Beteiligten im 4. Quartal 2018 fertiggestellt und dem Rat als Beschlussvorlage vorgelegt werden. Abstimmungs- und Harmonisierungsnotwendigkeiten im partizipativen Verfahren bei den Textarbeiten verzögerten die Fertigstellung. Um die priorisierten Planungsideen noch in 2019 zu rea- lisieren beziehungsweise auf den Weg zu bringen, ist eine Ratsentscheidung am 04.04.2019 notwen- dig. Anlagen Anlage 1: Querschnittsthemen Anlage 2: Einzelthemen Anlage 3: Katalog der Entwicklungsideen Anlage 4: Synopse
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ungeändert empfohlen
Zur SitzungBeschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (8)
- Vondelstraße 4
- Offenbachplatz
- Ebertplatz
- Ubierring
- Severinstraße
- Auf der Höhe
- Markt
- Neumarkt
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Details
- Aktenzeichen
- 0240/2019
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 20.03.2019
- Erstellt
- 17.01.2019 14:51