4270/2018
AN 1695/2018 Pflegeplätze im Stadtbezirk Nippes
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Beantwortung einer Anfrage (BV)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/503 Vorlagen-Nummer 4270/2018 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 5 (Nippes) 31.01.2019 AN 1695/2018 Pflegeplätze im Stadtbezirk Nippes Die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Nippes fragt mit Schreiben Eingang beim Bezirksbürgermeis- ter am 22.11.2018: Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, zunehmend haben Angehörige von zu pflegenden Personen Probleme damit, einen adäquaten Pfle- geplatz zu finden. Daher fragt die CDU-Fraktion: 1. Wie viele stationäre Pflegeplätze sowie Plätze für Tagespflege gibt es im Bezirk Nippes? 2. Wie hoch ist der Bedarf für Pflegeplätze aktuell und wie wird er für die kommenden Jahre ge- schätzt? 3. Welche Maßnahmen ergreift die Stadt, um den Bedarf zu decken? 4. Sind Planungen für den Bau von weiteren Pflegeheimen bekannt bzw. weist die Stadt dafür Grundstücke aus? Antwort der Verwaltung: Im Stadtbezirk 5/Nippes stehen Stand Dezember 2018 1.116 vollstationäre Dauerpflegeplätze in 17 vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen davon 62 eingestreute Kurzzeitpflegeplätze in 11 vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen 28 Tagespflegeplätze in 2 Tagespflegeeinrichtungen zur Verfügung. Ein Ersatzneubau mit zusätzlichen 32 neuen vollstationären Dauerpflegeplätzen ist in Planung. Weitere Planungen sind derzeit für den Stadtbezirk 5/Nippes nicht bekannt. Veränderungen im gesamtstädtischen Bestand der Kölner vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen haben dazu geführt, dass der rein rechnerische Prognosewert an fehlenden vollstationären Dauer- pflegeplätzen für 2025 aktuell bei rund 1.500 Plätzen für ganz Köln liegt. Durch laufende Umbau- und Anpassungsmaßnahmen der Bestandseinrichtungen an die Vorgaben des Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen (APG NRW) und Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) werden voraussichtlich noch weitere vollstationäre Dauerpflegeplätze wegfallen. Zeitgleich sind nur wenige Plätze im Bauver- fahren. Insgesamt besteht in Köln für viele verschiedene Zielgruppen, wie z.B. Studenten, Familien, Senio- 2 ren, Kinder, Schüler und Geflüchtete ein großer Bedarf an Grundstücken für entsprechende Einrich- tungen und Wohngebäude. Kölner Grundstückspreise und Renditevorstellungen der Investoren von möglichen vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen stehen in Konkurrenz zu der gesetzlich niedrig festgelegten Refinanzierung der Baukosten bzw. Miete/Pacht. Dies ist nach Aussage von potentiellen Investoren ein wesentlicher Grund für die Zurückhaltung bei Neubauplanungen. Die Vergabe von Fördergeldern wurde durch ein EU-Urteil mit Blick auf die freie Marktwirtschaft vor vielen Jahren als nicht rechtskonform eingestuft. Hierdurch fehlt es der Kommune an finanziellen Steuerungsmöglichkeiten für den Bau von vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen. Die Fachverwaltung geht dennoch konkret auf bereits in Köln ansässige Träger und Betreiber von vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen zu, mit dem Ziel, sie für den Bau von neuen vollstationären Dauerpflegeplätzen zu gewinnen. Gleiches gilt für die größeren Wohnungsbauunternehmen in Köln, die die Fachverwaltung bereits kontaktiert hat bzw. sukzessive noch kontaktieren wird. In diesem Zu- sammenhang wird die Fachverwaltung auch prüfen, ob die Angebote von Wohngemeinschaften (am- bulant betreutes Wohnen) und das sogenannte „Service-Wohnen“ ausgebaut werden können. Aufgrund der Entwicklung des gesamtstädtischen Auslastungsmonitorings im ersten Halbjahr 2018 (Anstieg der monatlichen Auslastung auf über 98 %) wird es immer wichtiger, auch unkonventionelle und kreative Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln bzw. zu betrachten, um Köln zu den dringend benö- tigten neuen zusätzlichen vollstationären Dauerpflegeplätzen bzw. -einrichtungen zu verhelfen. Dazu zählt z.B. nach Einschätzung der Fachverwaltung möglicherweise die in der Presse veröffentlichten Absicht des Rewe-Konzerns, in Anbindung an ihre Supermärkte Wohnungen und Pflegeheime zu bauen. Der REWE-Konzern wurde hierzu angeschrieben. Ein weiterer wichtiger Baustein für den Ausbau der pflegerischen Versorgungsstruktur in Köln ist, bei neuen größeren Planungsgebieten Grundstücke für Pflegeangebote ambulant bis vollstationär einzu- planen bzw. vorzusehen. Entsprechende Gespräche mit den zuständigen Ämtern werden derzeit von der Fachverwaltung initiiert. Auch wenn die rein rechnerischen Ergebnisse und Bedarfe an vollstationären Dauerpflegeplätzen die sozialen, gesellschaftlichen, gesetzlichen Einflussfaktoren nicht berücksichtigen, ist es unstrittig, dass perspektivisch neue zusätzliche vollstationäre Dauerpflegeeinrichtungen benötigt werden. Um die Wirkung der vorgenannten Einflussfaktoren besser einschätzen zu können, wird für den nächsten Bericht über die örtliche Planung externe Unterstützung eingeholt, die auch die kleinräumige Betrach- tung vornehmen soll. Vorbereitende Maßnahmen wurden bereits eingeleitet. Darüber hinaus soll der zurzeit steigende Ausbau von Tagespflegeangeboten verstärkt beratend be- gleitet werden.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 4270/2018
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (BV)
- Datum
- 20.12.2018
- Erstellt
- 20.12.2018 07:55