3610/2020
Stadtbibliothek Köln Bericht 2020/2021
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2020 / 2021 Hinter uns liegt ein äußerst schwieriges Jahr. Die Bibliothek war erstmals mit allen ihren Einrichtungen geschlossen und wir standen vor ganz besonderen Herausforderungen in einer Ausnahmesituation. Unser Team hat sich dabei äußerst flexibel gezeigt und auch während der Pandemie ein vielfältiges Ange - bot unterbreitet. Die Stadtbibliothek war mit digitalen Angeboten schon lange gut aufgestellt – E-Books, Streaming, Datenbankzugänge, digitale Tageszeitun - gen, E-Learning-Kurse oder Online-Sprachkurse sind schon lange Teile des Port - folios. Das führte dazu, dass während des Lockdowns trotz Schließung mehrere Tausend Neukundinnen und -kunden gewonnen werden konnten und auch die Mitarbeitenden der Stadt Köln im Homeoffice auf die digitalen Fortbildungspro - gramme der Stadtbibliothek zugreifen konnten. In dieser Zeit entstanden zahlreiche neue Angebote – wie Online-Tutorials, ein digitales Kinderprogramm, der virtuelle Leseclub, persönliche Buchtipps oder die Übersetzungen von PR-Material durch das vielsprachige Bibliotheksteam. Facharbeitstrainings, Klassenführungen und Veranstaltungen haben digitale Geschwister bekommen – die hybride Nutzung wird auch künftig forciert. Themen wie Fake News, der Umgang mit dem Klimawandel, die Neuverortung öffentlicher Räume oder Diversity waren und sind wichtige Programmelemente. Während des Teil-Lockdowns von Anfang November bis Mitte Dezember blieben Bibliotheken als Bildungseinrichtungen erfreulicherweise geöffnet – die Zentral - bibliothek seit August auch sonntags. Dies alles beflügelt uns – wir schauen positiv in die Zukunft, führen Bewährtes weiter und planen 2021 zuversichtlich Neues. Ermöglicht wird dies auch durch die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer, Kooperationspartner, Freundeskreise und die vielen ehrenamtliche Kräfte. Ihnen allen gebührt unser ganz herzlicher Dank! Vorwort von Dr. Hannelore Vogt Dr. Hannelore Vogt und das gesamte Bibliotheksteam Redaktion/Layout/Konzeption: Stadtbibliothek Köln Fotos: © Stadtbibliothek Köln, falls nicht anders angegeben Foto auf der Titelseite: © Thomas Boxberger Druck: Druckhaus Süd Medien GmbH, Köln Stand: Januar 2021 Im Text wird wegen der besseren Lesbarkeit an manchen Stellen das generische Maskulinum verwendet. Die Oberbürgermeisterin Stadtbibliothek Die Oberbürgermeisterin © Stadtbibliothek Köln, Natalia Groo Am 16. August 2020, dem ersten Sonntag nach den NRW-Schulferien, war es endlich soweit: Pünktlich um 13 Uhr öffneten sich am Josef- Haubrich-Hof die Türen für die zahlreichen Wartenden. Damit wurde die Stadtbibliothek Köln zur bundesweit ersten Großstadtbibliothek, die auch sonntags und damit sieben Tage in der Woche für ihre Besucherin- nen und Besucher da ist. Ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm, das Medienange- bot, der qualitative Service und die gerade bei Studierenden gefragten Arbeitsplätze sorgen seitdem für ein gut besuchtes Haus. Unterstützt von zusätzlich eingestellten Sonntagshelferinnen und -helfern, die sich nach einer Schulung in das Abenteuer Bibliothek stürzten, ist die Sonn- tagsöffnung ein voller Erfolg für das gesamte System. Den Auftakt zum sonntäglichen Rahmenprogramm machte ein Konzert der Kölner Band StadtRand. Allwöchentlich wird während der Sonntags- öffnung von der italienischen Kaffeebar über Vorlesestunden, Theater, Offen für alle – nun auch sonntags Musik, und Kleinkunst bis hin zu digitalen und interaktiven Mitmach-An- geboten rund um MINT-Themen wie „Smart City – Smart Home“ eine große Bandbreite geboten. Im Corona-Jahr 2020 mussten dafür in der Zentralbibliothek spezielle Raum- und Hygienekonzepte entwickelt und fortlaufend an die jeweils geltenden Bestimmungen angepasst werden. Bis im November schließ- lich gar keine Präsenz-Veranstaltungen mehr stattfinden durften, konn- te durch eine für alle Seiten sichere Auftrittsmöglichkeit – vor Publikum! – immerhin auch ein kleiner, praktischer Beitrag zur Kulturförderung geleistet werden. Überhaupt erst möglich macht die Sonntagsöffnung das NRW-Biblio - theksstärkungsgesetz, das im Oktober 2019 vom Landtag verabschie- det wurde. Nordrhein-Westfalen nimmt hier innerhalb Deutschlands eine Vorreiterrolle unter den Bundesländern ein. Die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek ist zunächst als Pilotprojekt für die Jahre 2020 und 2021 angelegt, das bei Erfolg fortgeführt werden soll. Der Rat der Stadt Köln hat der Bibliothek Sondermittel für diese gesell- schaftlich relevante Aufgabe zur Verfügung gestellt. Zusätzlich fördert das „Ministerium für Kultur und Wissenschaft“ des Landes Nordrhein- Westfalen die sonntäglichen Veranstaltungen und Angebote über das „Programm zur Stärkung der Sonntagsöffnung in Bibliotheken“ (ProSiB) mit einer sechsstelligen Summe. Freitag, 13. März, 17:45 Uhr: Die Anordnung zur sofortigen Schließung der Bibliothek kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Unmit- telbar setzt jedoch konstruktive Betriebsamkeit ein – die Kundinnen und Kunden müssen vor dem besucherstarken Samstag auf allen kommu- nikativen Kanälen informiert werden, smarte EDV-Lösungen zur auto- matischen Leihfristverlängerung während des Lockdowns sind gefragt, Sonderschichten an der Außenrückgabe und im Kundensupport werden organisiert, Plakate in verschiedenen Sprachen und ein Video in Gebär- densprache mit allen wichtigen Informationen produziert. Für jedes erkannte Problem wird blitzschnell eine Lösung entwickelt, situations- gerecht und unbürokratisch. Jeder hilft jedem und individuelle Proble- me werden gemeinsam aufgefangen. Körperlich wird Abstand gehalten, aber als Team rücken alle zusammen. Die Belohnung ist sehr herzlich. Statt Beschwerden über die kurzfristige Schließung bekommt die Bibliothek von den Kundinnen und Kunden auf allen Kanälen viel Liebe, Dankbarkeit und Motivationsschübe – „Schnelle und einfache Problemlösung“, heißt es bei Facebook, „beste Bibliothek überhaupt“ oder einfach nur „ich werde euch ganz doll vermissen“. Auch die nach der Wiedereröffnung am 27. April für den Bibliotheks - besuch vorgeschriebenen Registrierungs- und Hygienemaßnahmen werden weithin akzeptiert, so dass sich der Betrieb recht schnell wieder normalisiert. Workshops und größere Veranstaltungen werden trotz Einschränkungen mit jeweils angepassten Konzepten auf sichere Wei- se durchgeführt. Die Systemrelevanz der Bibliotheken wird im Herbst deutlich höher bewertet als im Frühjahr und der Bibliotheksbetrieb kann weitergehen, Veranstaltungen werden wenn möglich ins Netz verlagert. Digitale Kompetenzen und ständige Weiterentwicklung sind bei der Stadtbibliothek Köln ein Teil der DNA, dies erweist sich in der Krise als äußerst hilfreich. E-Learning-Angebote, mobiles Arbeiten und die Umstellung der Team- besprechungen auf Videokonferenzen fallen dem Großteil der Mitarbei- tenden leicht, weil neue Medien schon zum Alltag gehören. Doch jetzt heißt es auch die mitzunehmen, die bislang nicht so viel Kontakt damit hatten. Software-Einweisungen, neue Spielregeln, Geräte beschaffen – hier sind wieder Teamgeist und unkonventionelle Lösungen gefragt. Aktiv trotz Pandemie Davon profitierten auch die Bürgerinnen und Bürger: Jede Kölnerin und jeder Kölner konnte während der Schließzeit ohne große Anmel - dungsformalitäten einen kostenlosen Zugang zu den Digitalangeboten bekommen – eine Möglichkeit, von der nahezu 3000 Mal begeistert Gebrauch gemacht wurde. Vor allem die Nutzung der E-Medien und der Film- und Musikstreamingdienste der Bibliothek verdoppelte sich daraufhin innerhalb eines Monats. Das Bibliotheksteam sorgte damit für ein erweitertes Bibliotheksange- bot im Netz und unterstützte damit die Aktion #kölnbleibtzuhause. Für die Neu-Mitglieder wurden kurze Video-Tutorials zu den wichtigsten Digitalangeboten wie Presse, E-Learning, Film- und Musikstreaming erstellt. Besondere Kinderfilm-Kollektionen bei filmfriend und ein vom Team eigens erstelltes Kinderprogramm via Youtube und Instagram mit MINT-Experimenten, Bastel- und Malanleitungen sowie Vorlese- Streams half Eltern, ihren Nachwuchs in der schwierigen Zeit sinnvoll zu beschäftigen. Außerdem konnten Kinder verschiedenen Alters mittels online verfügbar gemachter Vorlagen an dem allseits beliebten Leseclub virtuell teilnehmen. Unter dem Motto „Schon gelesen?“ empfahl das Team Bücher im Bibliotheksblog. Schülerinnen und Schüler vor dem Abitur wurden durch eigens zusam- mengestellte Abiturhilfen unterstützt. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten seit dem Frühjahr digitale Ver- anstaltungsformate wie Online-Seminare, -Lesungen und -Diskussionen über eigens dafür lizenzierte Plattformen. Auch Facharbeits-Methoden- trainings, Lernteams, der Gesprächskreis für Deutschlernende und die internen Quartalstreffen des gesamten Teams fanden sehr bald online statt – in den letzten beiden Monaten des Jahres natürlich ausschließ - lich. Besonders die digitalen Lösungen des Schulservices fanden in der Fachwelt großes Interesse, mehrere Bibliotheken aus anderen Städten hospitierten bei den virtuellen Klassenführungen. Diese den Umständen geschuldete Verlagerung in den digitalen Raum hatte auch ihr Gutes. Es mussten sehr schnell neue Plattformen erprobt und lizenziert und Kompetenzen für den Umgang mit ihnen erwor - ben werden, so dass sie nun routiniert und flexibel eingesetzt werden können. Auch nach dem hoffentlich baldigen Ende der Pandemie wer- den Online-Formate mit Sicherheit das Angebotsportfolio der Bibliothek ergänzen und erweitern. Ein Blick hinter die Kulissen Auch wenn digitale Angebote, MINT und Maker mittlerweile die Biblio- thek bereichern – die meiste Arbeit macht immer noch das, was täglich in großen Mengen bewegt, zurücksortiert und zwischen den 11 Stadt- teilbibliotheken und der Zentralbibliothek transportiert werden muss. Diese Arbeit wird sehr zur Freude des Bibliotheksteams von Kundinnen und Kunden durch ungebrochen hohe Ausleihen, langjährige Mitglied- schaften und täglich zahlreiche Neuanmeldungen honoriert. Das macht sich auch im Miteinander bemerkbar: Ab und zu bringt jemand etwas Süßes vorbei, doch das größte Dankeschön sind anerkennende Worte wie „Super!“, „Großartig“ „Schön, dass es euch gibt“ und die verzück- ten Blicke der Kinder, wenn sie das gesuchte Medium in der Hand halten. 2022 startet die Umsetzungsphase der Generalsanierung der Zentral- bibliothek mit der Herausforderung, das große Haus am Neumarkt technisch und räumlich in die Zukunft zu führen. Gerade die Zentral - bibliothek ist der Ort für eine zeitgemäße, nutzerorientierte Wissens - vermittlung. Gemeinsam mit dem niederländischen Creative Guide Aat Vos, der bereits die Stadtteilbibliothek Kalk zu einem besonderen Platz in einem bunten Stadtteil gemacht hat, soll mit der Neuaus - richtung der Zentralbibliothek die Frage beantwortet werden, wie die Biblio thek als öffentlicher Raum für ein neues soziales Miteinander konzipiert werden kann. Der Weg zur Realisierung eines solchen Ortes ist nicht nur mit der Freiheit des kreativen Denkens und dem Aufbruch zu neuen Ufern gepflastert. Gefragt sind vor allem Durchhaltevermögen, Nervenkraft und das un- bedingte Streben danach, ein Ziel zu erreichen, das sich alle gemeinsam gesetzt haben – ob Architektinnen und Architekten, Gebäudewirtschaft, Bibliothekarinnen und Bibliothekare oder die Gremien der Stadtgesell- schaft: einen ungewöhnlichen und für alle Menschen wichtigen „Dritten Ort“ als Mittelpunkt für die Stadt zu entwickeln. Neuverortung – Stadtgesellschaft im Dialog Die Veranstaltungsreihe NEUVERORTUNG wird sobald wie möglich wieder aufgenommen, wenn die pandemiebedingten Umstände es zulassen. In Kostproben wird dann schon einmal gezeigt, was sich hier entwickelt. Bei der Planung geht es nicht nur um Farb- und Materialkonzepte, Licht- und Raumwirkungen. Ganz banal werden gerade im Detail Zentimeter für Zentimeter dieses großen Hauses durchgeplant – Kabelschächte, Türaufschläge, Barrierefreiheit... – Themen tausendfach. Der kreative Teil der Gestaltung ist dabei schon fast erledigt. Umso mehr wächst die Neugierde, endlich zu sehen, wie diese Vorarbeit Wirklichkeit wird. Bis dahin beschäftigt sich ein Diskurs mit Bürgerinnen und Bürgern, Beteiligten, Interessierten und Fachleuten mit der Frage, warum wir neue soziale Orte brauchen und wie diese beschaffen sein müssen, damit sich die Menschen hier willkommen fühlen. Die Veranstaltungs- reihe „NEUVERORTUNG Wohnen – Arbeiten – anders Leben“ widmet sich diesem Thema und ermöglicht Reflexion und Dialog, auch mit den Kölnerinnen und Kölnern, für die diese Bibliothek neu gedacht wird. © unsplash © unsplash Literarisch unterwegs Das Heinrich-Böll-Archiv und das Literatur-in-Köln-Archiv (LiK) konn - ten trotz der diesjährigen besonderen Bedingungen interessante Buchpräsentationen, Lesungen und Gespräche unter anderem mit Eva Weissweiler, Norbert Hummelt, Bert Brune und Joachim Rönneper ausrichten. Eine Veranstaltung über Heinrich Bölls Verhältnis zu Irland mit Bölls Sohn René wurde erstmals als virtuelles Event übertragen. Neu entwickelt wird gerade die lik.map und ein dazugehöriger Blog. Diese bislang einzigartige und innovative Form bietet einen spannen - den virtuellen und interaktiven Blick auf das literarische Köln. Im Fokus steht die Verortung und Sichtbarmachung von Literatur im urbanen Raum. Die lik.map berücksichtigt sowohl historische als auch zeitge - nössische Landmarken der lokalen Literaturgeschichte. Anfang des Jahres erscheint der sechste Band in der Schriftenreihe „lik“ mit unveröffentlichten Texten von Ulla Hahn. Die Reihe „Literatur-Tandem“ wird das Licht der Welt erblicken. Kooperationen sind mit dem Kölnischen Stadt - museum und anderen Institutionen geplant. Im Rahmen des Gedenkjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ wird es außerdem eine Ausstel- lung über den Kölner Literaturwissenschaftler Hans Mayer geben. Die Stadtteilbibliotheken sind beliebte und bewährte Anlaufstellen im Veedel. Gut vernetzt mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern liegt ihre wesentliche Stärke in der altersspezifischen und vielerorts auch mehrsprachigen Sprach- und Leseförderung: Kindergarten- und Klassenführungen, Lesehunde in Mülheim und Porz, Bücherbabys in Nippes und Haus Balchem, mehrsprachige Vorlese-Angebote in Mülheim und Sülz – in allen Stadtteilen gehören vielfältige Formate zum Standardangebot. Die Bibliotheken im Stadtteil sind den Kundinnen und Kunden vertraut und blicken an manchen Standorten auf eine lange Geschichte zurück. Die Stadtteilbibliothek Neubrück freute sich im Dezember über ihr 50-jähriges Bestehen, Mülheim sogar über 90 Jahre. Das 25-jährige Jubiläum des Fördervereins Haus Balchem e. V. wurde im September mit Jürgen Becker, Gerd Köster, Wilfried Schmickler und Klaus dem Geiger, der sogar mit seinem Orchester aufspielte, auf dem Severins - kirchplatz gefeiert. Mitten im Veedel Das Herz schlägt im Veedel – das zeigt die Begeisterung, mit der neue Angebote und Veränderungen angenommen werden, aber auch die Beständigkeit, mit der die Stadtteilbibliotheken genutzt werden. Dabei beschränkt sich die Treue der Mitglieder nicht nur auf ihre Besuche und die intensive Ausleihe von Medien, sondern lässt sich auch daran ablesen, wie gut Veranstaltungen in den Stadtteilbibliotheken ange - nommen werden: Als besonders schöne und ausgesprochen launiges Event sei hier beispielhaft die Literamus-Karnevalssitzung im Februar in Rodenkirchen mit bekannten Kölner Karnevalisten genannt. Die Stadtteilbibliotheken sind nah – und das nicht nur räumlich: Sie sind auch nah an ihren Besucherinnen und Besuchern und immer bestrebt, sich für und mit den Bürgerinnen und Bürgern zu verändern. Seit Anfang 2020 sind die Stadtteilbibliotheken Nippes und Neubrück Teilnehmende des Qualifizierungsprogramms „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW. Sie haben in diesem Jahr mit Einrichtungen aus neun weiteren Großstädten intensiv an einer Fokussierung ihrer Angebote gearbeitet. Erste Ergebnisse sind zusätzliche Öffnungsstunden am Markttag sowie weitere wichtige Impulse für die Ende 2021 anstehende Sanierung der Stadtteilbibliothek Neubrück, YouTube Videos mit Kreativangeboten produziert vom Team in Nippes oder das dort sehr beliebte Bilderbuch- kino mit Kreativzeit. Aufgrund eines Wasserschadens musste die Stadtteilbibliothek Ehren- feld Ende Oktober bis Mitte Dezember schließen. Der Fußboden wur - de erneuert, Wände und Fensterrahmen gestrichen, Mobiliar ersetzt und anders aufgestellt – eine tolle Überraschung für die Ehrenfelder. Auch in Porz wurde der Selbstbedienungsbereich neu gestaltet. Die Stadtteilbibliothek Porz bietet 2021 digital-mediale Workshops mit Musik, Bewegung und ungewöhnlichen digitalen Instrumenten an. In Chorweiler entsteht eine Saatgutbibliothek – es wird Pflanzensamen zur Mitnahme geben, Medien zu Garten-Themen, aber auch zwei Hochbeete im Innenhof der Stadtteilbibliothek und Workshops für interessierte Hob - bygärtnerinnen und -gärtner. Möglich gemacht hat das neue Angebot der Verein Querwaldein e. V. mit Fördergeldern aus dem Verfügungsfond des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“. © CC0-pixabay.com © Deutsche Telekom Stiftung Alle Eltern von Neugeborenen in Köln erhalten im Rahmen der Initia - tive des Amtes für Kinder, Jugend und Familie einen Gutschein für eine halbjährige kostenfreie Mitgliedschaft in der Stadtbibliothek. Nun gibt es als weiteres Willkommensgeschenk einen Lesekoffer. Er enthält außer allgemeinen Informationen zum Bibliotheksangebot eine Broschüre für die Eltern über das Vorlesen, aber auch ein erstes Bilderbuch und eine kindgerecht gestaltete Leselatte, um die Größe des Nachwuchses feststellen und notieren zu können. Gefördert wird das Projekt gemeinschaftlich durch den Förderverein der Stadtbibliothek und der Sparkasse KölnBonn und zudem durch Mittel der Kulturstiftung des Bundes im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft. Kinder willkommen in der Stadtbibliothek Köln Leseförderung: Junges Buch für die Stadt Rotraut Susanne Berners Märchen-Comics standen im Mittelpunkt der Aktionswoche „Junges Buch für die Stadt“, welche die drei Partner Kölner Stadt-Anzeiger, Junges Literaturhaus Köln und Stadtbibliothek im vierten Jahr gemeinsam organisierten. In diesem Jahr wanderten die Märchen-Comics der Umstände halber ins Netz und wurden in unseren Social-Media-Kanälen zu modernen, lebendigen Bildergeschichten und einem virtuellen Märchen-Bilderbuchkino. Frau Holle schüttelt die Kissen, Hans sucht sein Glück und Rotkäppchen wird vom bösen Wolf verspeist, weil es vom (rechten) Weg abgekom- men ist – so schreiben es die Brüder Grimm. Ein wunderbares Buch für alle, die Märchen kennenlernen wollen, die gerade anfangen, selber zu lesen oder die ganz einfach Comics lieben. Wir freuen uns darauf, Rapunzel und den Froschkönig in vielen Kreativ-Aktionen rund um die Märchen-Comics 2021 im analogen Leben wieder zu treffen. © Stadtbibliothek Köln, Natalia Groo Der digitale Wandel, hier vor allem der Siegeszug des Streamings, erfordert für die Musikbibliothek eine neue Angebotsstrategie. Musik soll erlebbar und die Lust auf Musik durch einen niedrigschwelligen Zugang geweckt werden, mehr Menschen sollen sich für das Musik machen interessieren. Erste Ergebnisse dieses von einem Bibliotheksspezialisten moderierten und von Masterstudierenden der TH Köln begleiteten Prozesses sind bereits umgesetzt. Aktive Teilhabe tritt nun an die Seite der Medien - ausleihe: musizieren, neue Instrumente (wie zum Beispiel e-Drums) ausprobieren, gemeinsam Musik üben oder aufnehmen und neue musikalische Technologien kennen lernen. Das Angebot an entleihbaren Musikinstrumenten ist mit Loop Synthe- sizer, E-Violine, Konzertina und vor allem mit Instrumenten aus anderen Kulturen wie Saz, Daf und Doumbek weiter gewachsen und wird – gerade in Zeiten der Pandemie – rege genutzt. In Workshops wurden Grundlagen der Tontechnik, DJ-ing, Gitarre und Ukulele spielen, Musik- programmierung und Digitalisierung von Schallplatten vermittelt. Musik – neue Strategie, neue Angebote Musik am Sonntag bietet in der Zentralbibliothek ab dem Frühjahr allen Bür- gerinnen und Bürgern eine offene Bühne, die sich einem größeren Publikum vorstellen möchten. Die Kooperation mit der Philharmonie Köln „Impuls plus“ wird einen Konzertbesuch mit vorheriger Werkeinführung in der Biblio- thek ermöglichen. Auch im Rahmen des Festivals Acht Brücken finden Lunch- Veranstaltungen in der Bibliothek statt und verbinden Musik mit der Welt der Comics. Es sind Online-Lernteams zu musikalischen Themen geplant, außer- dem ein Musikpartner-Speed-Dating und ein neues Digitalangebot für Noten. Beethoven am Abend und Offenbach auf dem Smartphone – mit dem umfassenden Streaming-Dienst NAXOS können Mitglieder der Stadt - bibliothek jetzt kostenlos in klassischer Musik, Jazz und Weltmusik schwelgen – ob am heimischen Rechner oder via App. Der führende Streamingservice für klassische Musik, Oper und Tanz medici.tv half sehr vielen Musikinteressierten über die pandemie - bedingten Einschränkungen im Konzertbetrieb hinweg. © CC0-pixabay.com Wir machen MINT Auch wenn die Stadtbibliothek ebenfalls „keinen Planeten B“ hat – Um- welt, Klima, Nachhaltigkeit und Förderung des ökologischen Handelns waren Schwerpunktthemen des diesjährigen MINT-Festivals. Dazu gehörten zum Beispiel Upcycling, Zero Waste durch selbst hergestellte Kosmetika und Reinigungsmittel, Wildkräuter, Green Hightech und der nachhaltige Umgang mit Abwasser und Starkregen in Köln. Die Zentralbibliothek nahm außerdem ein Powerbike in Betrieb, auf dem Besucherinnen und Besucher mit ihrer Muskelkraft völlig klimaneutral ihre mobilen Geräte wie Smartphones oder Tablets aufladen können. Das Bike ist nicht nur emissionsfrei, sondern auch aus nachhaltigen Materialien hergestellt, verfügt über einen bequemen Sitz, natürlich auch über eine Ablagefläche für Lektüre und eine LED-Anzeige, das in Echtzeit die erzeugte Energie kommuniziert. Eine zum MINT-Festival in Kooperation mit den Abfallwirtschafts - betrieben aufgestellte Sammelbox für ausgediente Mobilgeräte hat ihren festen Platz gefunden und wird weiterhin sehr rege genutzt. Die darin enthaltenen wertvollen Rohstoffe werden recyclet und der Erlös dient auch noch einem guten Zweck. © Deutsche Telekom Stiftung © Tomas Rodriguez Die MINTköln stand unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeis - terin Henriette Reker; Ranga Yogheshwar war erneut Botschafter für das Festival und die Ströer Media Deutschland GmbH sponserte wieder die PR. Mit den Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik fördert die MINTköln Bildungschancen und wendet sich an Kinder und Familien, speziell an Schülerinnen und Schüler, aber auch an Erwachsene. Sie bot wie in den Vorjahren während der Herbst ferien über 100 kostenlose Workshops und Informationsveranstaltungen, die schon wenige Tage nach dem Anmeldestart fast alle ausgebucht waren. Highlights waren die spannenden und eindrucksvollen Abende mit der Show des Wissenschaftler-Duos von Methodisch inkorrekt, der Verhaltensbiologin Madlen Ziege, dem Forensiker Mark Benecke und dem Mathe-YouTuber Daniel Jung, der deutlich machte, dass der Weg zur digitalen Lernrevolution gar nicht so schwer ist. Das MINT-Festival konnte auch in diesem Jahr trotz unsicherer Zeiten und schwieriger Rahmenbedingungen sicher durchgeführt werden. Dies war nur möglich durch den Einsatz von vielen helfenden und unter stützenden Händen des Teams und der Kooperationspartner. Der ökologische Schwerpunkt der MINTköln 2020 wird nun ganzjährig verste- tigt – beginnend mit dem Element Luft. Ein interaktives Windkraftmodell wird veranschaulichen, wie durch den Einsatz unterschiedlich geformter Rotor - blätter verschieden starke Luftströme erzeugt und gemessen werden können. Nur für den abschließenden Aktionstag musste ein virtueller Ersatz gefunden werden. Maker-Boxen für die Bibliothek der Dinge MINT-Kompetenzen spielerisch erwerben – das ist das Ziel der in allen Einrichtungen vorhandenen Bibliothek der Dinge. In diesem Jahr wur - den hierfür insgesamt 225 neue Makerboxen angeschafft. Sie ent - halten zu 14 verschiedenen Themen von Robotik über Elektronik bis 3D-Druck alle Materialien (inkl. Zubehör und Anleitungen), um sofort mit dem Experimentieren, Forschen und Tüfteln loszulegen. Wie alles in der Bibliothek der Dinge sind die Makerboxen kostenlos entleihbar. Auch die Gesundheitsbildung kam nicht zu kurz – bereits im Februar informierte Thomke Gerlich eine große Besucherzahl über „Entspann- tes Sehen im Digitalen Zeitalter“. Kurt Huettiner GmbH & Co. KG Als niederschwelliges Kompetenzzentrum sorgt die Stadtbibliothek für eine demokratische digitale Rundumversorgung durch ortsun - abhängig nutzbare digitale Angebote, ausleihbare E-Reader, vor Ort nutzbare PCs, Tablets und Notebooks, Einführungen in neue Techno - logien, weiterführende Workshops und nicht zuletzt durch persönli - che Beratung und Support. Die Digibib des Hochschulbibliothekszentrums NRW ist für Facharbei- ten, Wissenschaft und Hobby ein mächtiges, nunmehr seit 15 Jahren bestehendes Recherchetool. Das neue Release macht es mit seiner stark verbesserten Funktionalität und übersichtlichem Layout nun noch einfacher, die passenden Dokumente zu finden, online abzurufen oder bundesweit aus anderen Bibliotheken zu bestellen. Während der Pandemie ist die Fähigkeit, falsche oder irreführende Informationen entlarven zu können noch wichtiger geworden als schon in den Vorjahren. Die Stadtbibliothek ist hier in verschiedenen Bereichen für unterschiedliche Zielgruppen aktiv. Anfang Mai gab es ein Livestream-Werkstattgespräch zum Thema “Corona-Unsinn im Netz” mit Simon Hurz, Digital-Experte bei der Süddeutschen Zeitung. Sehr viele der zeitweise bis zu 600 Teilnehmenden nutzten auch die ausführliche Fragemöglichkeit via Chat. Die Einschätzung und Bewertung von digitalen und gedruckten Quellen ist ein wichtiger Bestandteil der Methodentrainings für Schulklassen. In diesem Jahr gab außerdem der Jugendbuchautor Manfred Theisen Schülerinnen und Schülern auf lebendige Weise praktisch anwendbare Tipps für den Umgang mit Fake News. Und selbstverständlich beteiligte sich die Stadtbibliothek auch an dem in diesem Jahr digital stattfinden- den Tag der Medienkompetenz NRW und dem bundesweiten Digital - tag in Expertenrunden und mit praktischen Online-Tutorials. Expertise in Medien In einem neuen wissenschaftlich unterstützten Projekt der Deutschen Tele - kom Stiftung werden gegenwärtig Methoden zur Vermittlung von Quellen - kompetenz in der Sekundarstufe 1 erstellt und ab 2021 unter anderem in der Stadtbibliothek Köln erprobt. Ziel ist ein modulartig aufgebautes, altersge - rechtes Angebot für den praktischen Einsatz in Bibliotheken und Schulen. Produzieren statt Konsumieren KAS Kooperation In Kooperation mit der Stadtbibliothek Köln konnte die Kaiserin- Augusta- Schule ein 3D-gedrucktes Modell einer Wespe mit elektro - nischer Sensorik erstellen. Für den Korpus aus biokompatiblem PLA- Kunststoff stand das Team der Stadtbibliothek den jungen Schülerinnen und Schülern sowie dem begleitenden Lehrer mit Rat und Tat zur Seite. Umso mehr erfreute es alle Beteiligten, dass die Schule mit dem Modell auf dem ersten Platz des „DIGIYOU“-Wettbewerbs landete. DIY-Masken Ein Mund-Nasen-Schutz war zu Beginn der Pandemie schwer zu be - kommen, auch die anfangs zugelassenen Visiere gab es nicht. Dank der Nähmaschinen und des 3D-Druckers im Makerspace war es aber für engagierte Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Haus kein Problem, direkt selbst in die Produktion einzusteigen und das Team zu versorgen. Wer möchte, kann mittlerweile auch zu Hause ins Nähaben- teuer starten – es stehen vier entleihbare Nähmaschinen für die Biblio- theksmitglieder zur Ausleihe bereit! Makerspace-Workshops Trotz aller Pandemie-Einschränkungen konnten auch im Makerspace wieder einige spannende Workshops stattfinden. Von der Software Sonic Pi über Einführungen in die Overlock-Nähmaschine bis hin zum Handlettering standen kreative Themen auf dem Programm. Die Work- shops richten sich an Selbermacher und Menschen, die neugierig sind, Neues kennenzulernen und gemeinsam aktiv zu werden. Technologischer Fortschritt – wir sind dabei! High-Tech in der Blindenhörbibliothek E-Payment und Online-Anmeldung Ein wegen sicherheits- und verwaltungstechnischer Fragen komplexer, aber unbedingt wünschenswerter Service konnte nun in enger Kooperation mit dem Amt für Informationsverarbeitung kunden - freundlich umgesetzt werden: Vormerk- und Nutzungsentgelte können ab sofort online aus dem Bibliothekskonto heraus per PayPal, giropay oder Kreditkarte beglichen werden. Damit kann demnächst auch Neumitgliedern eine Online-Anmeldung ermöglicht werden, so dass diese sofort das digitale Medienangebot nutzen können, ohne vorher persönlich die Bibliothek aufzusuchen. Netzausbau In enger Kooperation mit der NetCologne konnte die Geschwindigkeit für die Datennetze um den Faktor 5 erhöht und das WLAN-Angebot sukzessive optimiert werden. Auf diese Weise wurden neben der Sicherung des Systembetriebes insbesondere die technischen Voraus- setzungen für die zukunftsweisende und serviceorientierte Entwick - lung digitaler Kultur- und Bildungsangebote sichergestellt. Ausleihe mobiler Endgeräte vor Ort Ein niederschwelliger digitaler Zugang für alle erhöht die Chancen - gerechtigkeit. Kundinnen und Kunden können demnächst auch in einigen Stadtteilbibliotheken mobile Tablet-Computer nutzen. Ermöglicht wird dies durch das Angebot weiterer Selbstbedienungs- Ladeschränke , die mit dem Bibliotheksausweis mittels kontaktloser RFID-Technik geöffnet werden können. Generationswechsel: NAO ist ein humanoider Roboter, der für Programmier- workshops genutzt wird, aber auch Auskunft über das Wetter in Köln oder die Verkehrslage am Neumarkt gibt und Tai-Chi vorführt. Ein vergleichbarer Roboter ist schon länger in der Bibliothek im Einsatz, doch der Nachfolger hat deutlich mehr Potenzial. Deshalb führte die Stadtbibliothek nun einen Genera- tionswechsel durch. Der „alte“ NAO übergab seinen Platz und all sein Wissen an seinen Nachfolger und verabschiedete sich in den verdienten Ruhestand. Neben Daisy-Abspielgeräten können blinde und sehbehinderte Men - schen in der Blindenhörbibliothek jetzt auch das sprechende Farb - erkennungsgerät CareTec Colorino kennenlernen oder auf Wunsch intensiv zuhause ausprobieren. Das Gerät informiert über 150 ver - schiedene Farbnuancen und hilft damit zum Beispiel bei der Auswahl von Kleidung oder ähnlichem. Ab 2021 bietet die Bibliothek blinden und sehbehinderten Menschen ein praktisches, mobiles, sprachgesteuertes Hilfsmittel an: die OrCam MyReader 2.0. Diese relativ neue Sehhilfe reagiert auf Fingerzeig, er - kennt alle Texte automatisch und liest sie laut vor – ob aus Büchern oder Zeitungen, von Bildschirmen, Straßenschildern oder Plakaten. Das kleine Gerät besteht aus einem Minicomputer und wird magne - tisch am Brillengestell befestigt. Bildungspartnerplakette NRW Seit 15 Jahren beteiligt sich die Stadtbibliothek Köln an der Initiative „Bildungspartner NRW – Bibliothek und Schule“ und kooperiert inzwi- schen mit über 40 Partnerschulen aller Schulformen. Das didaktische Angebot reicht von der Bibliotheksrallye in der ersten Klasse über viel- fältige Leseförderaktionen bis hin zum Recherchetraining für die Fach- arbeit in der Oberstufe. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums dieser Partnerschaft wurde die Stadtbibliothek Köln nun dafür ausgezeichnet – gemeinsam mit LVR-Direktorin Ulrike Lubek überreichte NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer der Bibliotheksdirektorin die erste Bildungspartnerplakette. Social-Media-Studio – Youtuben in der Bibliothek „Bibliotheken mit ihren vielfältigen und zeitgemäßen Angeboten sind wichtige Partner der Schulen im digitalen Wandel. Lesen ist eine Schlüsselkompetenz, und bei Kindern Freude am Lesen zu wecken bleibt auch in einer digitalisier - ten Wissensgesellschaft unsere Aufgabe. Lesen und der Umgang mit Literatur – ob als Buch oder als e-book – hat entscheidenden Einfluss auf erfolgreiche Bildungsbiografien sowie auf die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben und den selbstbestimmten Umgang mit Medien aller Art.“ Ministerin Yvonne Gebauer Influencerinnen und Influencer wie Mai Thi Nguyen-Kim oder Rezo haben die Medienlandschaft nachhaltig verändert. Nicht nur prägen ihre Beiträge die öffentlichen Diskurse, auch die Grenzen zwischen Konsum und Produktion verschwimmen zusehends. Die Stadtbibliothek Köln begleitet diesen Wandel und weiht im nächs- ten Jahr ein aus Mitteln des Kulturentwicklungsplans (KEP) finanziertes Angebot ein: Im komplett ausgestatteten Social-Media-Studio kön - nen Bibliotheks-Mitglieder hochwertige Videos und Podcasts erstel - len – kostenlos und unkompliziert, im schicken Ambiente. Hochauf - lösende Kameras, erstklassige Mikrofone, variable Beleuchtung und ergonomische Steuerelemente sorgen für professionelle Qualität. Das Hightech-Studio ist dabei so konzipiert, dass Aufnahmen mit mög - lichst wenig Aufwand verbunden sind. Zusätzlich wird es Workshops rund um die Nutzung des Social-Media-Studios geben. Die Stadtbibliothek bleibt so ihrer Makerspace-Logik treu: Kostspielige Technologien werden in einem nicht-kommerziellen Rahmen angebo- ten – um Menschen zu ermächtigen, sich selbst zu verwirklichen. © LVR International vernetzt Kooperationen leben von direkten Treffen und partnerschaftlichem Aus- tausch. Dies war in diesem Jahr naturgemäß schwieriger als sonst. Mittels Webkonferenzen, Online-Seminaren und Videostreams war die Stadt- bibliothek dennoch bei einer Vielzahl von Fachveranstaltungen sowie bei nationalen und internationalen Tagungen und Events vertreten. Dazu gehörten zum Beispiel Präsentationen und Workshops bei der Tagung Occupy Library, bei Generation Code – born at the library des Europäischen Parlaments, bei der European Code Week, beim Experten hearing des Projekts Digital SkillUp der European DIGITAL SME Alliance, bei der Tagung der International Association of Music Libraries IAML, bei den Aktionstagen Nachhaltigkeit, am Tag der Bibliotheken, bei der virtuellen Kunst-Aktion Earth Speakr, beim bundesweiten Bibliotheksleitertag und bei der kontinuierlich fortschreitenden Arbeit im EU-Projekt Learning Circles in Libraries. Auch in international besetz- ten Buchprojekten war die Stadtbibliothek mit Beiträgen beteiligt und konnte so weltweit ihre Aktivitäten vorstellen. Im gerade neu startenden EU-Projekt NEWCOMER wird unter der Leitung der Initiative Public Libraries 2030 und der Koninklijke Bibliotheek Netherlands zusammen mit dem renommierten Bibliothekswissenschaftler David Lankes sowie mit DOKK1 Aarhus und weiteren namhaften europäischen Bibliothe - ken an einer Vision für die strategische Weiterentwicklung und globale Ver - netzung von Bibliotheken gearbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt ist der Best-Practice-Austausch in den Bereichen Lebenslangen Lernens und digitaler sowie sozialer Inklusion. Das ehrenamtliche Team des sprachraums wurde für sein besonderes En - gagement bei der Arbeit mit geflüchteten Menschen, Migrantinnen und Migranten mit der Ehrenamtsurkunde der Stadt ausgezeichnet – eine sehr erfreuliche und verdiente Würdigung. Ausgezeichnet – auch als Event- und Drehort Die eigene Medienkompetenz schnell und unkompliziert zu über - prüfen und mit passenden Weiterbildungsangeboten zu verbessern – das ermöglicht der neue #DigitalCheckNRW. Der Chef der Staatskanz- lei und für Medien zuständige Staatssekretär Nathanael Liminski hat am 27. Februar 2020 den #Digital-CheckNRW in der Stadtteilbiblio - thek Köln-Kalk freigeschaltet. Der Ort für das Launch-Event war vom Land NRW bewusst gewählt – Stadtbibliotheken sind Kompetenzzentren mit niederschwelligen Workshops und persönlicher Beratung für den digitalen Alltag und un- terstützen die digitale Teilhabe für alle. Auch für weitere Anlässe waren die Stadtteilbibliotheken als Location sehr gefragt. In Kalk wurde ein Video über die Verleihung des Deut - schen Lesepreises an Annette Frier gedreht. Die Telekom-Stiftung nutzte Rodenkirchen für einen Fototermin zur Bebilderung ihrer Pro - jekte und zeigt damit, wie wichtig die Arbeit von Bibliotheken ist. Gaming und VR Kuti hat den Charme einer klassischen Spielekonsole, aber in einem völlig anderen Gewand – nämlich in Würfelform. Er ist einfach, robust und völlig leicht zu bedienen und zu finden in der Kinderbibliothek am Neumarkt. Auch ohne einen dezidiert dafür angelegten Raum können Escape Games gespielt werden. Das Gaming-Team entwickelte verschiede - ne Rätselspiele, die über Instagram, Twitter, Facebook und den Blog angeboten wurden. Im Sommer folgte ein Escape Room-Spiel, das gleich die ganze Zentralbibliothek als Setting nutzte. Gaming geht nicht nur im Sitzen! Beim RingFit Adventure war in der Stadtteilbibliothek Nippes voller Körpereinsatz gefragt. In diesem bewegungsgesteuerten Abenteuerspiel werden die Gegner mit tat - sächlich ausgeführten Fitness-Übungen besiegt – ein interessanter neuer Ansatz, Sport und Spiel zu kombinieren. Virtuelle Welten gehören seit 2015 zum festen Repertoire der Stadt - bibliothek. Mit VR-Brillen zum Ausleihen, einer VR-Station mit Oculus Vielfalt verstehen – Diversity-Schulungen Die diversitätsorientierte Sensibilisierung der Mitarbeitenden ist ein essentieller Ansatzpunkt für den Entwicklungsprozess im Rahmen des Programms 360°. Zusammen mit der Berliner Diversity-Beratungs - organisation „Eine Welt der Vielfalt e. V.“ wurden in einer Schulungs - reihe 30 Mitarbeitende aus allen Arbeitsbereichen der Bibliothek zu Diversity-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren geschult. Im Fokus der Trainings standen die Auseinandersetzung mit der eigenen Wahr- nehmung und den eigenen Werten und Verhaltensweisen sowie die Schärfung des Bewusstseins für Diskriminierungsmechanismen, strukturelle Ausschlüsse und die Entstehung und Wirkung von Vorur - teilen auf individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Ebene. Ergänzt wurde dies durch mehrere kompakte Online-Einführungen für alle. So konnte das gesamte Team seine Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt erweitern und nachhaltig etablieren. Quest und HTC Vive in der Zentralbibliothek und sieben kabellosen Brillen in den Stadtteilbibliotheken wurde das Angebot nun deutlich erweitert. Das Gaming-Angebot wächst stetig weiter! Die Konsolen Playstation 4 und Xbox One werden ab November 2020 von der jeweils nächsten Generation abgelöst, sehr bald werden auch entleihbare Spiele für Playstation 5 und Xbox Series X in der Stadtbibliothek zu finden sein. Im kommenden Jahr soll das VR- Ausleihangebot mit neuen, technisch höherwertigen Brillen ausgebaut werden. Im nächsten Jahr wird unterstützend ein Diversity-Steuerungskreis gebildet, um im Bibliotheksalltag Vielfalt als Querschnittsthema gemeinsam und nachhaltig weiterzuentwickeln. „Die Diversity-Schulung hat mich dazu gebracht, noch einmal über eigene Vorurteile und Vorannahmen nachzudenken. Was hat mich geprägt? Wo stehe ich in der Gesellschaft? Wie schaue ich auf die Welt? Manche meiner Privilegien waren mir vor der Schulung nicht bewusst. Wo wäre ich heute ohne sie gehabt zu haben?“ (Schulungsteilnehmerin)Kübra Gümüşay © Paula Winkler Ein Teilaspekt von Diversity ist, dass Menschen als Individuen unsicht - bar werden, wenn sie immer nur als Teil einer Gruppe gesehen wer - den. Sprache prägt jedoch unser Denken und unsere Politik. Kübra Gümüşay zeigte dies eindrucksvoll im Gespräch mit Yalda Zarbakhch in einer Online-Veranstaltung mit über 350 Teilnehmenden. Die Ausleihrenner 2020 Belletristik Jussi Adler-Olsen: Opfer 2117 Sachbuch Dorothee Bastian: Bergisches Land – Wanderungen für die Seele. 20 Wohlfühlwege Kinderbuch Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 14 – Voll daneben Hörbuch Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse Film Spider Man: Far from Home Kinderfilm Die Unglaublichen 2 Musik-CD Megahits 2020 – die Erste Programme und Veranstaltungen Veranstaltungen 1.642 mit 18.000 Besuchern Seit der Sonntagsöffnung am 16.08.2020 wird zusätzlich ein breit ge - fächertes Programm geboten: von der italienischen Kaffeebar, einem Bühnen programm bis hin zu digitalen und interaktiven Workshops rund um MINT-Themen. Social Media Twitter 5.400 Follower*innen (300 neue) Facebook 5.900 Follower*innen (400 neue) Instagram 3.500 Follower*innen (1.100 neue) Team Stellen 161 Auszubildende 12 Ehrenamtliche 198 Veröffentlichung in Medien Die Stadtbibliothek war in der Berichterstattung zahlreicher lokaler Me- dien vertreten. Auch überregionale Medien berichteten über die Arbeit der Bibliothek. Zahlen, Daten, Fakten Das Bibliothekssystem Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek, Musikbibliothek, Makerspace, MINTspace, sprachraum, Heinrich-Böll-Archiv, Literatur-in-Köln-Archiv (LiK), Blindenhörbibliothek, Bibliothek Germania Judaica e.V. Stadtteilbibliotheken 11 Stadtteilbibliotheken (Schließzeit in Ehrenfeld und Porz wegen Renovierung) Bücherbus 19 Haltestellen minibibs Wasserturm in Kalk, Bücherbüdchen in Chorweiler Besucher 1,85 Millionen virtuelle Besucher 2,8 Millionen Trotz der Schließzeiten und Zugangsbeschränkungen durch die Pandemie konnten unter Einhaltung strengster Sicherheitsvorkehrungen etwa 76 % der üblichen Besucherinnen und Besucher erreicht werden. Das MINT-Festival war mit über 100 Programmen, Workshops und Hygienekonzept größtenteils vor Ort möglich; zudem viele weitere Veranstaltung in physischen oder digitalen Formaten. Die digitalen Angebote wurden 2020 besonders stark genutzt und noch erheblich weiter ausgebaut. Im Kontext der beiden Lockdowns konnten so trotz Schließung zahlreiche Neukunden gewonnen werden. Seit August 2020 ist die Zentralbibliothek mit hoher Akzeptanz auch sonntags – 7 Tage in der Woche – geöffnet. TigerBooks die Kinderbuch-App Als Bibliotheksmitglied kostenlos nutzen! Fotos: © Tiger Media Deutschland GmbH, Hamburg Die Oberbürgermeisterin
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/43 Vorlagen-Nummer 08.01.2021 3610/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Kunst und Kultur 26.01.2021 Stadtbibliothek Köln Bericht 2020/2021 Der Ausschuss Kunst und Kultur soll über die wesentlichen Planungen für 2021 und die Aktivitäten der Stadtbibliothek Köln aus dem Jahr 2020 informiert werden. Der Bericht 2020/2021 wird den Mitgliedern des Ausschusses für Kunst und Kultur als Infobroschüre über den Postverteiler sowie in der Sitzung zur Verfügung gestellt. Die Direktorin wird dem Ausschuss einen kompakten Überblick – vor allem über die laufenden Pla- nungen - geben. Gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3610/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 08.01.2021
- Erstellt
- 11.12.2020 18:07