Mandari Insight

V/0349/2021

Energie- und Klimabilanz 1990 - 2019

Vorlagen 28.04.2021

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen, Sitzung am 15.06.2021, TOP 6.2

V_0349_2021_Anlage 1_Bericht-Klimabilanz_2019

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

V_0349_2021_Anlage 1_Bericht-Klimabilanz_2019

48311 Zeichen

Seite 2 
 
Einleitung 
Die Stadt Münster ist nach dem Beschluss zum Masterplan „100% Klima-
schutz“, dem Beschluss zum Klimanotstand sowie dem Beschluss zum 
Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 auf dem Weg zur klimaneutralen 
Stadt – möglichst bereits bis 2030. 
Die Erreichung der angestrebten Klimaschutzziele  stellt die Stadt vor eine 
immense Herausforderung und erfordert eine deutliche Intensivierung und Er-
weiterung der bisherigen Klimaschutzaktivitäten aller Akteure – innerhalb und auch außerhalb 
von Münster. Die Anforderungen an die strategischen Weichenstellungen sowie eine Szenari-
enentwicklung sind im „Masterplan 100% Klimaschutz“ ausführlich dargestellt . Bezogen auf 
die neue Zielsetzung der Klimaneutralität 2030 erfolgt bis zum Sommer 2021 eine Überarbei-
tung der Kernelemente des „Masterplan 100% Klimaschutz“, um die enorme Herausforderung 
und die notwendige Intensivierung der Anstrengung aufzuzeigen. 
Grundsätzlich wird es i n den kommenden Jahr en vor allem darum gehen, den Wärme - und 
Strombedarf in der Stadt deutlich zu reduzieren und die Ene rgieeffizienz in der Industrie  und 
im Gewerbe- und Dienstleistungssektor deutlich zu steigern. Zudem gilt es Wege zu finden, 
das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und den Umweltverbund zu stärken, die Altbausanie-
rung voranzutreiben und die erneuerbaren Energien viel stärker auszubauen. Auch eine noch 
stärkere Sensibilisierung der Stadtgesellschaft für die Belange des Klimaschutzes und die Ver-
antwortung für die Klimaneutralität steht auf der Agenda. 
 
Die Energie- und Klimaschutzbilanz der Stadt Münster soll einen Überblick über die Entwick-
lung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen im Stadtgebiet geben. Die Da-
ten, auf die dabei zurückgegriffen wird, stammen aus verschiedenen Quellen der Stadt Müns-
ter und ihrer Tochterunternehmen, insbesondere von der Stadtwerke Münster GmbH, so dass 
die Bilanz möglichst münsterspezifische Aussagen zulässt . Unabhängig von einer guten Da-
tenbasis ist d ie Entwicklung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen aber 
auch von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen außerhalb der 
Stadt überlagert, so dass eine direkt e Überprüfung der Wirksamkeit einzelner Klimaschutz-
maßnahmen mit diesem Instrument nur bedingt möglich ist. 
 
Auch wenn sich im Vergleich zum Jahr 2018 das Ergebnis der CO2-Reduktion in der Gesamt-
bilanz nur minimal verändert hat, soll dennoch in diesem Bericht eine ausführliche, inhaltliche 
Analyse und Bewertung der Entwicklungen erfolgen. Dies erfolgt auch vor dem Hintergrund, 
dass - wie im Bilanzbericht 2018 bereits angekündigt - eine Überarbeitung des Bilanzierungs-
werkzeugs in Zusammenarbeit mit dem IFEU (Institut für Energie- und Umweltforschung, Hei-
delberg) auf Basis der Weiterentwicklung und Aktualisierung des bundesweit gültigen kommu-
nalen Bilanzierungsstandards erfolgte. Parallel hierzu hat in 2020 eine Überarbeitung des Ver-
kehrsmodells der Stadt Münster stattgefunden, dessen Ergebnisse ebenfalls in das überarbei-
tete Bilanzierungswerkzeug mit ei ngeflossen sind. Die bedeutendsten Weiterentwicklungen 
der Systematik sind am Ende des folgenden Methodikkapitels genauer erläutert.

Seite 3 
 
Anmerkungen und Bilanzierungsmethodik 
Die erste Energie- und Klimaschutzbilanz wurde für das Jahr 1990 im Endbericht des Beirates 
für Klima und Energie 1995 veröffentlicht und bis 2010 kontinuierlich in einem 5-Jahreszyklus 
fortgeschrieben. Im Rahmen der Erarbeitung des Klimaschutzkonzeptes 2020 wurde die Sys-
tematik überarbeitet und das Bilanzierungssystem BiCO2 (ifeu GmbH, Heidelberg) eingeführt, 
mit dem seit dem Jahr 2009 eine jährliche Bilanzierung erfolgt. Dazu werden die Endenergie-
verbräuche aller Akteure der Stadt (Verkehr, Haushalte, Kleinverbraucher, Industrie,  etc.) er-
fasst und ausgewertet. 
Der Großteil der Daten zum stationären Endenergieverbrauch (ohne Verkehr) w ird von der 
Stadtwerke Münster GmbH und der münsterNETZ GmbH bereitgestellt. Sie spiegeln den tat-
sächlichen Endenergieverbrauch weitestgehend wider.  Im Bereich der s pezifischen CO 2-
Emissionen werden Vorkette und Äquivalente berücksichtigt und es erfolgt eine Berechnung 
der Strom- und Fernwärmefaktoren in Kraft -Wärme-Kopplungsprozessen nach der Exergie-
methode. Entsprechend dem Territorialprinzip erfolgt eine Berücksich tigung des lokalen 
Strommixes. 
Dem Territorialprinzip entsprechend wird für die Bilanzierung der CO 2-Emissionen und der 
Endenergie für den Bereich Verkehr seit 2019 auch in Teilen der überregionale  Verkehr be-
rücksichtigt, d.h. Bahngüter-, Binnenschifffahrt- und Schienenfernverkehr werden anteilig be-
rücksichtigt. Wichtigste Datengrundlage für den motorisierten Individualverkehr (MIV) bilden 
die Verkehrserhebungen und das Verkehrsmodell der Stadt Münster, welche etwa alle 7 bis 8 
Jahre statistisch erhoben und ermittelt werden. Der LKW-Verkehr wird entsprechend dem Bun-
destrend fortgeschrieben. D ie Werte für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wer-
den aus Fahrgastzahlerhebungen und den Fahrplänen ermittelt, die von der Stadtwerke Müns-
ter GmbH mitgeteilt werden. 
Bei der Energie- und Klimabilanz der Stadt Münster ist zu berücksichtigen, dass die Einfluss-
faktoren auf die Bilanz sehr vielfältig sind und sich deren Auswirkungen teilweise gegenseitig 
überlagern. Zudem gibt es eine Reihe von Faktoren, auf die die Stadt Münster nur einen indi-
rekten oder keinen Einfluss hat . In Abbildung 1 sind exemplarisch einige Faktoren nach der 
Einflussmöglichkeit der Stadt Münster kategorisiert aufgelistet . Rechts sind die Faktoren dar-
gestellt, die die Stadt Münster und ihre Tochterunternehmen durch ihr Handeln direkt beein-
flussen können. Daneben existieren jedoch eine Reihe von nur indirekt zu beeinflussende Fak-
toren wie zum Beispiel das  starke Wachstum der Bevölkerung Münsters  oder übergeordnete 
Faktoren wie die überregionale Gesetzgebung oder die Gesamtkonjunktur, die allesamt einen 
großen Einfluss auf die Entwicklung der Energie- und Klimabilanz haben.

Seite 4 
 
Abbildung 1: Auswahl sich überlagernder Faktoren, die Einfluss auf die Energie - und CO 2-Bilanz in 
Münster haben 
Zur d irekten Quantifizierung einzelner Klimaschutzmaßnahmen ist die Energie - und Klima-
schutzbilanz aufgrund dieser sich überlagernder Faktoren somit nicht geeignet . Aus den Er-
gebnissen der Energie- und Klimaschutzbilanz lassen sich jedoch insgesamt die Richtung der 
allgemeinen Klimaschutzaktivitäten sowie zukünftige Handlungsschwerpunkte und eine Prio-
risierung der Maßnahmen ableiten. 
 
 
Methodikhinweise zur weiterentwickelten BISKO-Systematik ab Bilanzjahr 2019 
Die Methodik und Systematik der städtischen Energie - und CO2-Bilanz basiert auf dem vom 
IFEU entwickelten BISKO-Standard (BIlanzierungs-Standard KOmunal). Wie im Einleitungs-
kapitel erläutert wurde dieser Standard in den letzten Jahren weiterentwickelt und die Stadt 
Münster hat im vergangenen Jahr ihr, ebenfalls vom IFEU entwickeltes, Bilanzierungswerk-
zeug dahingehend überarbeitet und angeglichen. 
Die zentralen und wichtigsten Änderungen im Überblick: 
 
Im stationären Bereich 
- Ein Teil dieser Überarbeitung betrifft den bundesweiten Stromfaktor (spezifische CO2-
Emissionen des Energieträgers Strom in g/kWh). Als Vorgriff auf die Überarbeitung 
des gesamten Bilanzierungswerkzeugs, und um aktuelle Entwicklungen auf Bundes-
ebene frühzeitig zu berücksichtigen, wurden bereits im vergangenen Bilanzjahr 2018 
die überarbeiteten Stromfaktoren rückwirkend ab 1990 berücksichtigt. Für 2019 
wurde – wie auch im Vorjahr und vrs. auch in den kommenden Jahren – der Strom-
faktor aus 2018 zu Grunde gelegt (Quelle: Strommaster, IFEU). Der bundesweite 
Stromfaktor wird mit ca. 1,5 Jahren Verzögerung bekanntgegeben, d.h. für 2019 erst 
mitte 2021. 
Der bundesweite Stromfaktor fließt zu ca. 55% in den Münsterstrommix – mit dem die 
Bilanz gerechnet wird – mit ein. 
Übergeordnete 
Faktoren
Landes-, Bundes- und EU-
Recht
Überregionale 
Förderprogramme
Überregionale Konjunktur
Witterung
Technologische Entwicklung
Indirekt zu 
beeinflussende 
Faktoren
Bevölkerungsentwicklung
Entwicklung der Wohnfläche
Lokale Konjunktur
Handlungsentscheidungen 
der Bürger und Akteure
Direkt zu 
beeinflussende 
Faktoren
Klimaschutzaktivitäten der 
Stadt
Stadtwerke Aktivitäten
Energieverbrauch der Stadt

Seite 5 
- Neben dem bundesweiten Stromfaktor wurden auch die spezifischen CO2-Emissio-
nen anderer Energieträger für die Jahre ab 2017 rückwirkend angepasst (Quelle: GE-
MIS 5.0, UBA). Im Wärmebereich (bspw. Heizöl, Erdgas, Pellets) führte dies zu leich-
ten Absenkungen der Faktoren (Größenordnung: < 1%). Im Strombereich führte dies 
zu stärkeren Absenkungen für erneuerbare Energieträger wie Windkraft (von 19 auf 
10 g/kWh und Photovoltaik von 124 auf 40 g/kWh). Die lokal erzeugten Erneuerbaren 
Energien im Strombereich fließen zu knapp 10 % in den Münsterstrommix mit ein. 
 
- Aufgrund der ansteigenden Temperaturen in den letzten Jahren hat sich das langjäh-
rige Temperatur-Mittel im Bereich der Witterungsbereinigung im Vergleich zur vorheri-
gen methodischen Grundlage um ca. 8% erhöht. Dies führt in wärmeren Heizperio-
den zu höheren Endenergieverbräuchen im Bereich der Wärmebereitstellung, welche 
in der Folge wiederum höhere CO2-Emissionen nach sich ziehen. Der neue Wert für 
das langjährige Temperatur-Mittel wurde für die Jahre ab 2017 rückwirkend ange-
passt. 
 
- Ab 2019 konnten erstmalig seit 2015 wieder aktuelle Verbrauchsdaten für den Be-
reich Heizöl ermittelt werden. Nach langjährigen Diskussionen erklärten sich die 
Schornsteinfeger-Innungen bereit die Daten zu den Anlagebeständen wieder bereit-
zustellen. Demnach ist die Anzahl der Ölheizungsanlagen in den vergangenen Jah-
ren stark zurückgegangen. Der damit einhergehende Endenergieverbrauch ist in dem 
Zeitraum um ca. 25% zurückgegangen. Diese Entwicklung schlägt sich 1:1 auch po-
sitiv auf die CO2-Bilanz durch. 
 
Im Bereich Verkehr 
- Die Verkehrsplanung der Stadt Münster hat in den vergangenen 2 Jahren ein neues 
Verkehrsmodell entwickelt. Aus diesem Verkehrsmodell werden insbesondere die 
Fahrzeugkilometer des mobilen Individualverkehrs (MIV) für die Stadt Münster abge-
leitet. Die Daten aus dem neuen Verkehrsmodell werden rückwirkend ab 2017 ange-
wandt. Für den Zeitraum von 2005 bis 2017 werden weiterhin die Daten des vorheri-
gen Models angewandt. Von 1990 bis 2005 gibt es keine plausiblen, belastbaren und 
mit der Methodik kompatiblen Daten, so dass hier eine Trendrückrechnung auf Basis 
der CO2-Emissionen (2005 bis 2017) durchgeführt wurde. Durch die Trendrückrech-
nung liegen die CO2-Emissionen im Ausgangsjahr 1990 höher und verlaufen auch bis 
2019 auf einem höheren Niveau – der Absenkpfad ist insgesamt etwas flacher.

Seite 6 
 
 
 
- Die Mehremissionen resultieren zum Einen durch den neuerlichen Einbezug des 
Schienenpersonenfernverkehrs, des Fernbusverkehrs sowie den Schienen- und Bin-
nenschifffahrt-Gütertransporten - zum Anderen durch die Aktualisierung der bundes-
weiten spezifischen Realverbrauchsfaktoren im Straßenverkehr sowie der spezifi-
schen Treibhausgasfaktoren. Die Verbräuche sind weniger gesunken als ursprünglich 
im vorherigen System in der Trenderwartung angenommen. 
 
Insgesamt und zusammenfassend führt die Aktualisierung der Bilanzierungssystematik  im 
Verkehrsbereich zu einem leichten Anstieg der CO 2-Emissionen im Ausgangsjahr 1990 um 
ca. 3% bzw. 80 kt. Die Reduktion im Bilanzjahr 2019 liegt mit einer Abweich ung von ca. 5 kt 
nach der aktualisierten Systematik nahezu auf dem Wert des Bilanzjahres 2018 aus der vor-
herigen Systematik. 
 
 
 
Darüber hinaus wurde auf Empfehlung des IFEU und gemäß der BISKO-Systematik die Be-
zugsgröße der Bevölkerung angepasst. Bisher wurde die wohnberechtigte Bevölkerung zur-
grunde gelegt, welche jedoch auch die mit Zweitwohnsitz in Münster gemeldeten Einwohner 
mit berücksichtigte (bspw. Studierende). Fortan wird die Bevölkerung am Ort der Hauptwoh-
nung zurgrund gelegt, so dass kommunenübergreifende Doppelungen aufgrund von mehre-
ren Wohnsitzen augeschlossen werden können.

Seite 7 
 
1. Entwicklung der Energie- und CO2-Bilanz in Münster 
In diesem Kapitel erfolgt ein Gesamtüberblick über die Entwicklung der Ergebnisse der Ener-
gie- und CO2-Bilanzierung für die Stadt Münster. Dabei bildet das Jahr 1990 das sogenannte 
Basisjahr, auf das sich die selbst gesteckten Energie - und Klimaschutzziele beziehen . Die 
laufend erhobenen Daten lassen sich in die drei Anwendungsbereiche Wärme, Strom und 
Verkehr unterteilen. Die Bewertung der Ergebnisse bezogen auf die Anwendungsbereiche er-
folgt in Kapitel 2. Innerhalb dieser Bereiche können die Endenergieverbräuche nach den un-
terschiedlichen Energieträgern und Nutzergruppen  ausgewiesen werden. In Kapitel 3 erfolgt 
eine Analyse anhand der verschiedenen Sektoren (Private Haushalte, Gewerbe und Sonsti-
ges, Industrie, Verkehr). 
1.1 CO2-Emissionen 
Die jährlichen CO2-Emissionen sind in Münster von 2.618 kt im Jahr 1990 auf 1.891 kt im Jahr 
2019 gesunken. Gegenüber dem Basisjahr 1990 bedeutet dies rein rechnerisch eine Reduzie-
rung um 28 % bzw. 727 kt CO2. Während die CO2-Emissionen in den ersten 15 Jahren bis 
2005 insgesamt nur um rund 2% reduziert worden sind, ist in den Jahren von 2005 bis 2019 
ein deutlicher Rückgang der CO2-Emissionen um insgesamt weitere 26%-Punkte zu verzeich-
nen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung insbesondere auf einen deutlichen Rückgang des 
Wärmeverbrauchs zwischen 2005 und 2010 durch eine Verbesserung des Emissionsfakto rs 
für Strom und Fernwärme als Folge des Neubaus des effizienten Gas - und Dampfturbinen-
kraftwerks (GuD) der Stadtwerke Münster GmbH sowie den Ausbau der erneuerbaren Ener-
gien in Münster und bundesweit. Doch auch nach dem Jahr 2010 konnten die CO2-Emissionen 
vor allem im Bereich Strom kontinuierlich gesenkt werden. 
 
Abbildung 2: Entwicklung der absoluten und prozentualen jährlichen CO2-Emissionen in Münster in 
1.000 t nach Anwendungsbereich. 100% entsprechen den Emissionen im Basisjahr 1990.

Seite 8 
In Anbetracht der Tatsache, dass in Münster insbesondere seit dem Jahr 2010  deutlich mehr 
Menschen leben und damit ein beachtliches Wachstum stattgefunden hat, ist die kontinuierli-
che Senkung der CO2-Emissionen ein umso größerer Erfolg. 
Betrachtet man das Wachstum im Überblick, wird die Dimension deutlich: Seit 1990 ist die 
Einwohnerzahl um knapp 22% auf nunmehr ca. 315.000 Einwohner angestiegen. Im gleichen 
Zeitraum hat die Wohnfläche sogar um 46% zugenommen. In einer kontinuierlich wachsenden 
Stadt wie Münster ist daher der Blick auf die Entwicklung der spezifischen CO2-Emissionen je 
Einwohner hilfreich, um zu einer ganzheitlichen Bewertung zu gelangen. 
Tabelle 1: Allgemeine Zahlen zur Entwicklung der Stadt Münster. Quelle: Informationsmanagement 
und Statistikdienststelle der Stadt Münster. 
 1990 2000 2010 2017 2018 2019 
Bevölkerung am 
Ort der Hauptwoh-
nung 
259.438 265.609 279.803 313.559 314.319 315.293 
Wohngebäude 40.495 45.679 50.611 56.271 56.398 56.716 
Haushalte 122.405 139.060 150.188 168.800 169.031 170.096 
Personen/ Haushalt 2,25 2,01 1,90 1,83 1,84 1,84 
Wohnfläche (m2) 9.385.400 10.743.200 11.484.300 13.488.338 13.551.481 13.679.652 
Anzahl PKWs 101.255 116.815 125.479 141.100 143.295 145.681 
Sozialverspfl. 
Beschäftigte 
115.152 130.175 143.147 168.293 171.236 n.n. 
 
Bezieht man die Entwicklung der CO 2-Emissionen auf die Einwohnerzahlen  (CO2 je Einwoh-
ner), so fällt das Ergebnis mit einem Emissionsrückgang von knapp 41% deutlich stärker aus. 
Aus dieser Perspektive wäre das Ziel von 40% CO 2-Reduzierung (Zielsetzung aus dem Kli-
maschutzkonzept von 2020)  bereits erreicht. Als positiv zu bewerten ist dabei insbesondere 
die Tatsache, dass sich die Entwicklung der CO 2-Emissionen seit 2006 zunehmend von der 
Entwicklung der Einwohneranzahl entkoppelt. Dies ist ein Zeichen für die Wirksamkeit der Kli-
maschutzaktivitäten der Stadt Münster und zeigt die Möglichkeiten weiterer CO2-Reduktionen 
trotz Wachstum auf. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die  CO2-Reduktion ohne das 
starke Wachstum deutlich höher ausgefallen wäre.

Seite 9 
 
Abbildung 3: Entwicklung der gesamten CO2-Emissionen (blau) und der CO2-Emissionen je Einwohner 
(rot) bis 2019 und lineare Fortschreibung bis 2020 
 
Aber auch der Blick auf den Vergleich der Entwicklung der CO 2-Reduktion je Einwohner in 
Münster und auf Bundesebene veranschaulicht den positiven T rend der Stadt insbesondere 
in den letzten zehn Jahren. Zwischen 2005 und 2019 konnten die CO2-Emissionen in Münster 
besonders durch den Rückgang des Wärmeverbrauchs und wie in Kapitel 2 erläutert , durch 
den Neubau des gegenüber dem zuvor kohlebefeuerten Heizkraftwerks effizienteren Gas- und 
Dampfturbinenkraftwerks (GuD) und durch den Ausbau der erneuerbaren Energien entschei-
dend gesenkt werden. Vor allem ab dem Jahr 2005 trägt der Rückgang des Stromverbrauchs 
bei anhaltendem Ausbau der erneuerbaren Energien dazu bei, dass die einwohnerbezogenen 
CO2-Emissionen in Münster stärker sinken als der Bundesdurchschnitt.

Seite 10 
 
Abbildung 4: Entwicklung der spezifischen CO2-Emissionen pro Einwohner in Münster und in Deutsch-
land in t/Einwohner 
 
Insgesamt kann festgehalten werden, dass trotz teilweise ausbleibender unterstützender Maß-
nahmen externer Akteure wie EU, Bund oder Land (bspw. im Bereich der Gesetzgebung) die 
Emissionsreduktion beschleunigt werden konnte. Dennoch ist in den nächsten Jahren eine 
noch intensivere Klimaschutzarbeit aller Akteure notwendig – vor allem vor dem Hintergrund 
der angestrebten Klimaneutralität 2030. 
1.2 Endenergieverbrauch 
Neben der Entwicklung  der CO 2-Emissionen ist die Entwicklung des Endenergieverbrauchs 
das Maß für die Wirksamkeit von Maßnahmen im Bereich der Energieverbrauchsreduktion und 
der Energieeffizienz.  
Der Gesamtendenergieverbrauch in Münster ist von 6.729 GWh im Jahr 1990 trotz steigender 
Einwohnerzahlen um 8% auf 6.210 GWh im Jahr 2019 zurückgegangen. Wie in Abbildung 5 
veranschaulicht, ist der Endenergieverbrauch in Münster zwischen 1990 und 2005 zunächst 
um gut 3% angestiegen, wobei die Entwicklung durch einen deutlichen Anstieg des Stromver-
brauchs (Zuwachs von 40%) bedingt war. Zwischen den Jahren 2005 und 2010 ist der End-
energieverbrauch vor allem bei den privaten Haushalten und in der Industrie rückläufig gewe-
sen. Der leichte Anstieg zwischen den Jahren 2014 und 2016 ist auf einen steigenden Wär-
meverbrauch im Bereich Gewerbe und der Industrie zurückzuführen, wohingegen der Wärme-
bedarf der privaten Haushalte trotz anhaltender Bautätigkeit weiterhin rückläufig ist. 
Etwa seit dem Jahr 2009 entkoppelt sich die Entwicklung des Endenergieverbrauchs von der 
Entwicklung der Einwohnerzahl zunehmend. So wurde der Endenergieverbrauch je Einwohner 
zwischen den Jahren 1990 und 2019 sogar um 24% gesenkt. Die zunehmende Entkopplung

Seite 11 
des Endenergieverbrauchs von der Bevölkerungsentwicklung ist wie auch bei der Entwicklung 
der CO2-Emissionen als Hinweis auf die Wirksamkeit der eingeleiteten Maßnahmen zu werten, 
da der Endenergieverbrauch in Münster ohne das starke Wachstum deutlich stärker gesunken 
wäre. 
 
Abbildung 5: Entwicklung des Endenergieverbrauchs (blau) und des Endenergieverbrauchs je Ein-
wohner (rot) im Vergleich zum Referenzjahr 1990 
 
2. Energie- und CO2-Bilanz nach Anwendungsbereichen 
Die Entwicklungen der Energie- und CO2-Bilanz lassen sich nach den drei Anwendungsberei-
chen Wärme, Strom und Verkehr aufgeteilt darstellen und ermöglichen so eine detaillierte Be-
trachtung der Veränderungen und Einflussfaktoren auf die CO 2-Bilanz in Münster. Im An-
schluss daran erfolgt in Kapitel 3 eine Betrachtung der CO2-Emissions- und Endenergiever-
brauchsentwicklung nach Sektoren (Haushalte, Gewerbe, Industrie, Verkehr). 
Einen wichtigen Einfluss auf die CO 2-Bilanz hat neben dem tatsächlichen Endenergieeinsatz 
auch die Entwicklung der Emissionsfaktoren für die unterschiedlichen Energieträger. Abbil-
dung 6 macht die Auswirkungen unterschiedlicher Emissionsfaktoren auf die CO2-Bilanz deut-
lich. Der Bereich Wärme trägt im Jahr 201 9 aufgrund der niedr igeren Emissionsfaktoren zu 
37% zu den CO 2-Emissionen bei, ist jedoch für 50% des Endenergieverbrauchs verantwort-
lich. Der Bereich Strom ist mit 32% Anteil an der CO2-Bilanz ähnlich bedeutend wie der Wär-
meverbrauch, macht aufgrund der höheren Emissionsfaktoren für Strom jedoch nur 20% des 
Endenergieverbrauchs aus. Lediglich der Verkehrsbereich trägt sowohl zu etwa 30% zum En-
denergieverbrauch als auch zu den CO2-Emissionen bei. 
 
-30%
-25%
-20%
-15%
-10%
-5%
0%
5%
1990 1995 2000 2005 2010 2015
Endenergieverbrauch -8%
Endenergieverbrauch je EW -24%
Stadt Münster 2021
Zunehmende Entkopplung des End-
energieverbrauchs von der Bevölke-
rungsentwicklung als Indiz für die 
Wirksamkeit ergriffener Maßnah-
men.

Seite 12 
 
Abbildung 6: Struktur des Endenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen in Münster in kt/a und % 
nach Anwendungsbereichen in 2019 
 
Die Emissionsfaktoren für Erdgas und Heizöl sind bundesweit und damit auch in Münster na-
hezu konstant geblieben. Lediglich durch den Einsatz von regenerativ erzeugtem Biomethan, 
das ins Erdgasnetz eingespeist wird, konnte in den letzten drei Jahren eine geringfügige Ver-
besserung des bundesweiten Emissionsfaktors für Erdgas verzeichnet werden. 
Größere Veränderungen der Emissionsfaktoren haben in Münster in den vergangenen Jahren 
nur bei Strom und Fernwärme stattgefunden: 
Der lokale Emissionsfaktor für Strom konnte durch den Neubau des GuD-Heizkraftwerkes der 
Stadtwerke Münster GmbH im Jahr 2005 und der damit verbundenen Verdopplung der lokalen 
Stromerzeugung zusammen mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien von 854 g/kWh im 
Jahr 1990 auf 474 g/kWh im Jahr 2019  verbessert werden . Der lokale Emissionsfaktor für 
Strom setzt sich dabei zusammen aus dem auf dem Stadtgebiet erzeugten und aus dem im-
portieren Strom, für den der bundesweite Emissionsfaktor für Strom angesetzt wird. Der bun-
desweite Emissionsfaktor für Strom ist seit 1990 von 872 g/kWh auf 544 g/kWh im Jahr 2018 
deutlich gesunken (Wert für 2019 steht erst im Frühjahr 2021 zur Verfügung). 
Der Neubau des GuD-Heizkraftwerks der Stadtwerke Münster GmbH hatte auch einen erheb-
lichen Einfluss auf den Emissionsfaktor für die örtliche Fernwärme. Durch den Umbau des 
zuvor kohlebefeuerten Heizkraftwerks zum effizienteren und gasbetriebenen GuD-Heizkraft-
werk ist zwischen dem Jahr 1990 und dem Jahr 2019  der Emissionsfaktor für Fernwärme in 
Münster von 266 g/kWh auf 125 g/kWh reduziert worden. 
 
In Abbildung 7 wird die Entwicklung der CO2-Reduktion nach Anwendungsbereichen (Wärme, 
Strom, Verkehr) unterteilt betrachtet. Es zeigt sich, dass die CO2-Reduktion zunächst im Be-
reich Wärme sehr ausgeprägt war und in den vergangenen zehn Jahren auch in den Bereichen 
Strom und Verkehr zugenommen hat. Die CO2-Einsparungen im Bereich Wärme gehen durch 
das städtische Wachstum und immer größer werdende Wohnungsflächen in den letzten Jah-
ren wieder verloren. Positiv ist hingegen der starke Rückgang der CO2-Emissionen im Bereich

Seite 13 
Strom. Im Folgenden Abschnitt werden die Entwicklungen der CO2-Emissionen und des End-
energieverbrauchs nach den Anwendungsbereichen Wärme, Strom und Verkehr gesondert 
betrachtet. 
Der Peak im Strombereich in 2005 hängt mit einem in diesem Zeitraum stark angestiegenem 
Endenergieverbrauch an Strom und einem nur leicht gesunkenem Stromfaktor zusammen. 
 
Abbildung 7: Entwicklung der CO2-Emissionsreduktionvon 2000 bis 2019 aufgeteilt nach Anwen-
dungsbereichen in Münster im Vergleich zum Basisjahr 1990 
2.1 Der Bereich Wärme 
Im Bereich Wärme sind  die Emissionen trotz eines erheblichen Zuwachses der Anzahl der 
Wohngebäude (+ 40%) als auch der Wohnfläche (+46 %) in den vergangenen 29 Jahren in 
Münster um 37% verringert worden. Ausschlaggebend ist hier einerseits die gezielte Ausrich-
tung der lokalen Klimaschutzaktivitäten auf das strategisch wichtige Handlungsfeld Bauen und 
Sanieren und andererseits die Verbesserung des spezifischen Emissionsfaktors für die Bereit-
stellung der Fernwärme in Münster, durch die Ablösung des kohlebefeuerten  Heizkraftwerks 
den Neubau des GuD-Heizkraftwerkes im Jahr 2005 zu zurechnen. Auch der vermehrte Ein-
satz von Blockheizkraftwerken (BHKW) in Münster mit mehr als 50 Anlagen spielt eine wichtige 
Rolle. Zudem ist der Wärmeverbrauch insbesondere zwischen den Ja hren 2000 und 2010 
durch Sanierung des Gebäudebestands und höherer Dämmstandards im Neubaubereich 
deutlich zurückgegangen. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Heizölanlagen stark rückläufig 
ist (vgl. Methodikhinweise im Anfangskapitel). 
Insgesamt ist der Endenergieeinsatz im Bereich Wärme  (witterungsbereinigt) von 1990 bis 
2019 um 16% reduziert worden. Dabei sind in Münster der Erdgasabsatz bis  ins Jahr 2000 
und der Fernwärmeabsatz bis 2005 kontinuierlich angestiegen  und schwanken seitdem auf 
relativ konstantem Niveau. Im Gewerbesektor sind bspw. die Erdgasabsätze gesunken und im

Seite 14 
Industriesektor in ähnlicher Größenordnung gestiegen. Diese Entwicklungen dürften auf kon-
junkturelle Effekte zurückzuführen sein. Insgesamt ist der Erdgasabsatz im Vergleich zum Jahr 
1990 um 1% gesenkt worden, während die Fernwärme trotz ei nes Rückgangs seit 2005 mit 
einer Zunahme von 22% im Vergleich zum Basisjahr 1990 doch deutlich ausgeweitet worden 
ist. Verdrängt wurde vor allem  Heizstrom und Heizöl, deren Verbrauch um 83% bzw. 57% 
reduziert worden ist.  
 
 
Abbildung 8: Entwicklung des Wärmeenergieverbrauchs (MWh) und wärmebedingten CO2-Emissio-
nen (1.000 t) von 1990 bis 2019 in Münster nach Energieträgern. 
 
Betrachtet man die seit 1990 an haltenden Trends, so stellt die Entwicklung des Endenergie-
verbrauchs und der CO 2-Emissionen im Bereich Wärme einen Erfolg für die Stadt dar. Bei 
wachsenden Einwohnerzahlen (+ 22%) ist ein Zuwachs von gut 16.000 Wohngebäuden 
(+40%) und einer Wohnfläche von 4,3 Mio. qm (+46%) zu verzeichnen, wodurch die Zahl der 
Personen pro Wohnung von 2, 12 auf 1,85 sank und die Anzahl der Haushalte um 39% zu-
nahm. Trotz die ser Zuwächse ist der Endenergieeinsatz für Heizzwecke in Münster - wie in 
Abbildung 8  dargestellt – insgesamt gesunken. Damit wird deutlich,  dass die Erfolge einer 
konsequenten Klimaschutzpolitik mit der Umsetzung energieeffizienter Neubauten sowie um-
fangreicher Energiespar - und Sanierungsmaßnahmen (Förderprogramm Altbausanierung, 
Kampagnen zur Gebäudesanierung und Heizanlagenerneuerung, Netzw erke mit Energiebe-
ratern und Handwerkern, etc.) in Münster ihre Wirkung zeigen  und zur Reduktion beitragen . 
Das steigende Bewusstsein in der Bevölkerung sowie die stetig steigenden Anforderungen an 
die Sanierung von Gebäuden durch den Bund beeinflussen die lokalen Aktivitäten positiv und 
flankieren diese Entwicklung. 
  
0
200
400
600
800
1.000
1.200
0
500.000
1.000.000
1.500.000
2.000.000
2.500.000
3.000.000
3.500.000
1990 1995 2000 2005 2010 2015 2016 2017 2018 2019
1.000 tMWh
Erdgas Fernwärme
Heizöl Heizstrom
CO2-Emissionen Stadt Münster 2021

Seite 15 
 
2.2 Der Bereich Strom 
Der Stromverbrauch hat im Jahr 2019 mit insgesamt 1. 298GWh einen Anteil von 2 1% am 
gesamten Endenergieverbrauch und trägt zu etwa 36% zu den CO2-Emissionen in Münster 
bei. Bei Betrachtung der Entwicklung des Stromverbrauchs (Abbildung 9) wird deutlich, dass 
dieser in nur 15 Jahren zwischen 1995 und 2010 um mehr als ein Drittel angestiegen ist. Dieser 
deutliche Zuwachs ist insbesondere mit dem Einzug der EDV-Technik zu begründen. Überla-
gert wurde diese Entwicklung zudem durch den Trend zu mehr Singlehaushalten, was neben 
dem reinen Anstieg der Einwohnerzahl ebenfalls zu einem stetig zunehmenden Stromver-
brauch geführt hat. 
 
Abbildung 9: Entwicklung des Stromverbrauchs und der CO2-Emissionen für Strom in Münster 
 
Ab dem Jahr 2010 ist ein Rückgang des Stromverbrauchs in Münster zu erkennen, der einer-
seits auf eine Sättigung der Geräteausstattung in den privaten Haushalten und im Gewerbe 
zurückzuführen ist und andererseits durch bundes- und EU-weite Maßnahmen wie z.B. regu-
latorische Vorgaben zur Energieeffizienz von Neugeräten und durch den Anstieg der Strom-
preise zu begründen ist. Aber auch kommunale Klimaschutzmaßnahmen wie beispielsweise 
die Mitmachkampagne „Unser Klima 2030“ , das Unternehmernetzwerk „Münsters Allianz für 
Klimaschutz“, eine intensive Stromsparberatung und die d auerhafte Energieberatung unter-
stützen Verhaltensänderungen. 
Bei den CO 2-Emissionen im Bereich Strom ist seit dem Jahr 2005 ein kontinuierlicher Rück-
gang zu verzeichnen. Bis zum Jahr 201 9 konnten die CO2-Emissionen im Vergleich zum Ba-
sisjahr 1990 bereits um 28 % reduziert werden. Dies ist durch den Ausbau der erneuerbaren 
Energien und der Kraftwärmekopplung in Münster und bundesweit begründet. Während bis in 
das Jahr 2000 der Emissionsfaktor für den lokalen Strommix in Münster wie auch der des 
0
200
400
600
800
1.000
1.200
0
200.000
400.000
600.000
800.000
1.000.000
1.200.000
1.400.000
1.600.000
1990 1995 2000 2005 2010 2015 2016 2017 2018 2019
1.000 tMWh
Stromverbrauch CO2-Emissionen Stadt Münster 2021

Seite 16 
Bundesstrommixes leicht gesunken sind, ist ab 2005 in beiden Fällen eine deutliche Reduzie-
rung zu verzeichnen. Hier wirkt sich d er Neubau des GuD-Heizkraftwerkes mit einer Verbes-
serung des lokalen Emissionsfaktors von 750 g/kWh in 2000, auf 576 g/kWh im Jahr 2010 und 
mittlerweile 474 g/kWh in 2019 deutlich aus. Aber auch der Bundesstrommix erfährt auf Grund 
des steigenden Einsatzes erneuerbarer Energien eine stetige Verbesserung. Er sank von 872 
g/kWh in 1990 auf 544 g/kWh in 2018. 
2.3 Der Bereich Verkehr 
Die Treibhausgasemissionen des Verkehrs in Mü nster beliefen sich 1990 auf 661 .000 t CO 2 
und konnten bis zum Jahr 2019 um 12% auf 583.000 t reduziert werden. 
 
Abbildung 10: Vergleich der CO2-Emissionen für Verkehr 1990 und 2019 
 
Die Entwicklung des Energieverbrauches und der CO2-Emissionen im Bereich Verkehr verläuft 
weitgehend parallel, da nur im geringen Umfang Kraftstoff durch Biodiesel und Bioethanol er-
setzt wurde, und auch Strom eine noch untergeordnete Rolle spielt, und somit die spezifischen 
Emissionen des Energieträgermix nahezu gleich geblieben sind . Die leichten Einsparungen 
haben überwiegend im motorisierte n Individualverkehr (MIV) statt gefunden, indem u.a. eine 
kontinuierliche Verbesserung der Fahrzeugflotte mit geringeren Spritverbräuchen  eingesetzt 
hat – auch wenn im Rahmen der Überarbeitung des städtischen Bilanzierungstools festgestellt 
wurde, dass diese Reduktionen in Wirklichkeit geringer ausgefallen sind als ursprünglich an-
genommen wurde. Im Bereich Verkehr ist insgesamt ein leichter Anstieg der Nutzung von Bus 
und Bahn zu verzeichnen. Bei den MIV -Fahrten ist auffällig, da ss in den letzten Jahren  der 
Binnenverkehr abgenommen wohingegen der Regionalverkehr zugenommen hat. Zusammen 
mit den sinkenden spezifischen Verbräuchen der PKW sind so die Emissionen des Verkehrs 
zwischen 1990 und 2019 um 12% leicht aber kontinuierlich reduziert worden.

Seite 17 
Auffällig ist insbesondere die CO2- und Endenergieverbrauchsreduktion zwischen den Jahren 
2010 und 2015. Der deutliche Sprung der Einsparungen zwischen den Jahren 2010 und 2015 
ist eine Folge der Datenerhebung im Jahr 2013, die turnusmäßig alle sieben Jahre erfolgt und 
bereits 2005 zu einer Verbesserung geführt hat. Gemäß den statistischen Erhebungen ist der 
langfristige Trend zu einer nachhaltigen Mobilität in Münster nicht nur durch den charakteristi-
schen Modal Split im Umweltverbund zu erkennen, sondern auch an der seit 2005 leicht ge-
sunkenen PKW-Dichte. Der Wert lag 2019 bei 467  PKW pro 1.000 Einwohnern  in Münster. 
Der Bundeswert lag 2019 mit 569 PKW pro 1.000 Einwohner deutlich höher.  Bis 2013 ist ein 
konsistenter Rückgang des PKW -Anteils, bei konsistenter Zunahme der Anteile von Fahrrad 
und ÖPNV zu verzeichnen. Seitdem ist eine Stabilisierung auf hohem Niveau eingetreten – 
trotz stark wachsender Einwohnerzahlen. 
 
 
Abbildung 11: Modal-Split von 1982 bis 2019 (Quelle: Amt für Mobilität und Tiefbau)

Seite 18 
 
Tabelle 2: Endenergieverbrauch und CO2-Emissionen für Verkehr (* geänderte Systematik ab 2005); 
neues Verkehrsmodell in 2020 sowie Trendrückrechnung für die Jahre von 1990 bis 2005 (vgl. Metho-
dikhinweise eingangs des Berichts) 
 
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass trotz stetig gestiegener Einwohnerzahlen 
(+22%) und einem damit verbundenen Zuwachs bei der Anzahl der PKW (+27%) die Emissi-
onen dennoch abgenommen haben. Langfristig entfalten die kommunalen Konzepte wie z.B. 
das Zentrenkonzept, das Radverkehrskonzept 2025, das Einzelhandelskonzept, die Innenent-
wicklung vor Außenentwicklung, die Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes und 
eine intensive Öffentlichkeitsarbeit ihre positive Wirkung. 
  
Endenergie (in GWh)
MIV ÖPNV GV 
Straße
ÖPFV 
(Schiene/Bus)
GV 
(Schiene/Schiff
)
Gesamt in % ggü. 
1990
1990 n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. 2.080 0%
1995 n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. 2.039 -2%
2000 n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. 1.998 -4%
2005 1.276 60 575 8 38 1.957 -6%
2010 1.268 61 598 8 35 1.969 -5%
2015 1.135 63 624 7 30 1.859 -11%
2016 1.139 65 630 8 30 1.871 -10%
2017 1.217 63 538 7 30 1.856 -11%
2018 1.211 66 537 8 28 1.850 -11%
2019 1.203 65 534 7 30 1.839 -12%
CO2-Emissionen (in Tonnen)
1990 n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. 660.749 0%
1995 n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. 649.867 -2%
2000 n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. 638.984 -3%
2005 403.600 24.697 179.095 5.732 14.977 628.102 -5%
2010 393.599 23.341 187.418 4.783 13.543 622.685 -6%
2015 359.101 23.519 197.294 4.131 12.091 596.135 -10%
2016 359.852 23.778 198.730 4.377 12.236 598.973 -9%
2017 385.095 22.823 169.774 4.106 11.869 593.668 -10%
2018 381.286 23.464 168.884 4.127 11.165 588.926 -11%
2019 376.172 23.172 167.644 3.996 11.543 582.527 -12%

Seite 19 
 
3. Endenergie und CO2-Emissionen nach Sektoren 
In den folgenden Abbildungen sind die Aufteilung der CO2-Emissionen nach Verbrauchssektor 
und nach Energieträgern und anschließend analog dazu der Endenergieverbrauch nach Sek-
toren und Energieträgern dargestellt.  
 
Abbildung 12: CO2-Emissionen 2019 nach Verbrauchssektoren und Energieträgern in Münster in t/a 
 
In allen vier Sektoren ist seit 1990 eine deutliche CO2-Reduktion erzielt worden. Am höchsten 
sind sie in den Privaten Haushalten ( -35%) ausgefallen, gleichauf mit dem Se ktor Gewerbe 
und Sonstiges (-35%) und gefolgt von der Industrie (-23%). Im Verkehr konnten die Emissio-
nen im gleichen Zeitraum um (-12%) gesenkt werden. 
Die privaten Haushalte weisen beim Endenergieverbrauch einen Anteil von 29% und bei den 
CO2-Emissionen einen Anteil von 28% auf. Dominiert wird der Sektor durch den hohen Anteil 
am Erdgaseinsatz, gefolgt von Heizöl und Strom. Die Fernwärme spielt bislang bei der Wär-
meversorgung der privaten Haushalte nur eine untergeordnete Rolle. Hierbei ist zu beachten, 
dass sich der Fernwärmeverbrauch der größeren Wohnungsbaugesellschaften im gewerbli-
chen Sektor wiederfin det. Der Stromeinsatz ist mit 17 % aus Sicht der sektoralen Treibhaus-
gasemissionen trotzdem nicht zu vernachlässigen, da hier durch den charak teristisch hohen 
Emissionsfaktor eine größere Bedeutung für die CO2-Emissionen resultiert (33% der Emissio-
nen der privaten Haushalte). 
Handlungsschwerpunkte sind in diesem Sektor nach wie vor die energetische Sanierung von 
Bestandsgebäuden zur Reduzierung des Wärmeeinsatzes für fossile Energieträger sowie der 
Ausbau des Fernwärmeeinsat zes bei den privaten Haushalten  im Fernwärmeeinzugsgebiet 
und der vermehrte Einsatz erneuerbare Energien zur Wärme - und Stromerzeugung. Zudem 
spielen in den kommenden Jahren e nergieeffiziente Neubauten eine entscheidende Rolle 
beim Endenergieverbrauch, da ansonsten der geplante Zubau von rund 2.000 Wohneinheiten 
jährlich zu einem massiven Anstieg des Endenergieverbrauchs führen wird. Ein weiterer wich-

Seite 20 
tiger Bereich sind die Stromanwendungen, die über Maßnahmen wie die kommunale Mitmach-
kampagne „Unser Klima 2030“  beeinflusst werden können, indem einfache Handlungsemp-
fehlungen zu Verhaltensänderungen im A lltag und einem bewussteren Umgang mit Energie 
führen, unterstützt durch die gezielte Beratung, Information und Sensibilisierung der Bürger in 
der Energie- und Umweltberatung und auf weiteren Fachveranstaltungen. 
 
 
Abbildung 13: Endenergieverbrauch 2019 nach Verbrauchssektoren und Energieträgern in Münster in 
GWh 
 
Im Sektor Gewerbe und Sonstiges, der mit 30% am Endenergieverbrauch und 29% bei den 
CO2-Emissionen in etwa in der gleichen Größenordnung wie die privaten Haushalte liegt, weist 
jedoch eine unterschiedliche Charakteristik des Energieeinsatzes und damit der anteiligen 
Emissionen auf. Hier dominiert neben dem Stromeinsatz die Fernwärme deutlich vor dem Erd-
gaseinsatz die Endenergieverbrauchsstruktur. Aufgrund der guten Emissionsfakto ren für die 
Fernwärme wird bei der Darstellung der CO 2-Emissionen der Handlungsschwerpunkt im Be-
reich Strom für den Gewerbesektor schnell ersichtlich. Der Stromverbrauch macht im Sektor 
Gewerbe und Sonstiges 39% des Endenergieeinsatzes und sogar 62% der CO2-Emissionen 
aus. Bedingt ist diese Struktur durch den hohen Anteil an Dienstleistungsunternehme n in 
Münster, die sowohl einen hohen Raumwärmebedarf haben als auch mit der stetig zunehmen-
den IT-Ausstattung einen hohen Stromverbrauch aufweisen. 
Um diesem Anstieg zu begegnen und im gewerblichen Bereich gezielt Energieverbrauchsre-
duzierungen zu erreichen, wurde 2011 „Münsters Allianz für Klimaschutz – ein Netzwerk für 
Unternehmen“ gegründet. Akteure aus Wirtschaft, Institutionen und Verbänden sitzen dabei 
an einem Tisch. In speziellen Arbeitskreisen entwickeln sie mit Unterstützung externer Exper-
tinnen und Experten neue Ideen und Projekte für den Klimaschutz in ihren Betrieben. Mittler-
weile nehmen schon mehr als 100 Unternehmen daran teil. Darüber hinaus werden kleine und 
mittelständische Unternehmen, die aufgrund einer stärkeren Fixierung auf das Alltagsgeschäft, 
sich häufig nicht so umfassend mit den Themen Energieeffizienz und Klimaschutz beschäfti-

Seite 21 
gen können, im Rahmen der „Startberatung Energieeffizienz“ und der darin enthaltenen kos-
tenlosen Energieberatung animiert und dabei unterstützt , Maßnahmen zur Steigerung der 
Energieeffizienz im Unternehmen umzusetzen. 
Der Stromverbrauch im Bereich Gewerbe und Sonstiges konnte in den vergangenen Jahren 
aufgrund der Bemühungen im Bereich Energie und Klimaschutz und steigender Energieeffizi-
enz konstant reduziert werden. Auch die Wärmeverbräuche verzeichnen eine leichtere aber 
konstante Reduktion. 
Der Sektor Industrie nimmt mit jeweils 11% am Endenergieeinsatz und der CO2-Emissionen 
eine untergeordnete Rolle in Münster ein, was auch die Struktur der Stadt Münster als Dienst-
leistungszentrum widerspiegelt . Der Erdgaseinsatz liegt mit 7 0% am Endenergieverbrauch 
deutlich vor dem Stromeinsatz mit 29 %, wobei Heizöl und Fernwärme zu vernachlässigen 
sind. Bei den CO2-Emissionen gleicht sich das Verhältnis von Strom zu Erdgas (44% zu 56%) 
auf Grund des höheren Emissionsfaktors für Strom annähernd aus. 
Der Verkehrssektor stellt mit 30% am Endenergieverbrauch sowie 31% bei den CO2-Emissi-
onen einen bedeutenden Bereich dar, in dem auf Grund des guten Standards in Münster  im 
Umweltverbund (ÖPNV und Radverkehr) weitere Reduzierungen durch eine deutliche Intensi-
vierung der Aktivitäten zur Eindämmung des mobilen Individualverkehres bei gleichzeitiger 
Elektrifizierung des verbleibenden Anteils erreicht werden können. 
 
4. Erneuerbare Energien 
Der Einsatz erneuerbarer Energien spielt in Münster bislang sowohl für den Wärme- als auch 
für den Strombereich noch eine zu geringe, wenn auch wachsende Rolle und muss zur Errei-
chung der Klimaschutzziele intensiviert werden. Die Entwicklun gen der letzten Jahre weisen 
auf einen positiven Trend insbesondere im Bereich erneuerbarer Strom hin. Der Bereich er-
neuerbare Wärme ist jedoch im Hinblick auf das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 in 
den kommenden Jahren schwerpunktmäßig zu betr achten, da dieser aufgrund komplexerer 
Anforderungen, deutlich langsamer wächst.  
Der Anteil der Erneuerbaren Energien am gesamten Endenergieverbrauch beträgt im Jahr 
2019 in Münster knapp 7 % und ist damit vom angestrebten  Ziel „20% erneuerbare Energien 
bis 2020“ noch weit entfernt.

Seite 22 
 
Abbildung 14: Entwicklung des Anteils der Erneuerbaren Energien in Münster am Endenergiever-
brauch von 1990 bis 2019 
 
Erneuerbare Wärmeerzeugung 
Durch intensive Förderung der erneuerbaren Energien sowie einer verstärkten Öffentlichkeits-
arbeit sowohl im kommunalen Bereich als auch bundesweit konnte der Anteil der erneuerbaren 
Wärme seit 1990 auf 107 GWh/a im Jahr 2019 gesteigert werden und deckt damit nun 3,5% 
des Wärmebedarfs in Münster ab.

Seite 23 
 
Abbildung 15: Anteil der erneuerbaren Wärmequellen 2019 in Münster (3,5% am Wärmeverbrauch) 
Den mit Abstand größten Anteil an erneuerbarer Wärme liefern die Biogasanlagen, die meist 
kombiniert Strom und Wärme bereitstellen. Der Ausbau der Biogasanlagen ist seit 2014 jedoch 
durch die Absenkung der Förderung zum Erliegen gekommen. Der Ausbau der Solarthermie 
begann bereits in den Jahren ab 1995, hat aber nach einem Schub zwischen den Jahren 2005 
und 2013 in den letzten Jahren deutlich an Dynamik eingebüßt. Grund sind auch hier die ver-
schlechterten Fördermodalitäten des Bundes. Die Solarkollektorfläche hat sich nichtdestotrotz 
von 8.300 qm in 2005 auf knapp 24.000 qm in 2019 erhöht. Seit etwa 10 Jahren findet zudem 
ein vermehrter Zubau von Wärmepumpen statt, sodass die Umweltwärme mittlerweile 18% 
der erneuerbaren Wärme ausmacht. Der Großteil dieser Wärmepumpen nutzt die Erdwärme, 
jedoch ist von einem weiteren Anteil von Luft-Wasser-Wärmepumpen auszugehen, die jedoch 
statistisch nicht erfasst sind. 
Tabelle 2: Entwicklung der erneuerbaren Wärmeerzeugung seit 1990 in MWh/a 
Jahr Solar-ther-
mie 
Wärme-pum-
pen Pellets Stückholz Biogas-anla-
gen 
Klär- / De-
poniegas 
Bio-me-
than 
1990 25 43 0 0 0 0 0 
1995 349 195 0 0 0 0 0 
2000 1.852 348 13 0 0 15.000 0 
2005 4.111 500 488 495 1.238 15.000 0 
2010 8.827 8.278 2.713 2.370 14.649 15.000 0 
2015 10.670 14.890 3.813 3.810 37.829 2.330 21.963 
2016 10.945 15.617 3.950 4.034 37.829 1.890 31.864 
2017 11.079 16.492 4.075 4.079 37.829 1.798 19.457 
2018 11.218 17.532 4.213 4.168 37.829 8.044 26.793 
2019 11.397 18.732 4.275 4.642 37.829 7.740 22.673

Seite 24 
 
Erneuerbare Stromerzeugung 
Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch liegt  2019 bei 14,7% und 
ist damit im Vergleich zum Vorjahr vor allem durch den Ausbau der Photovoltaik gestiegen. 
Insgesamt wurden 2019 über 180 GWh an fossilen Energieträgern und mehr als 105.000 t CO2 
pro Jahr im Stromsektor durch den Einsatz erneuerbarer Energien vermieden. 
Die Solarstromnutzung hat in den Jahren von 2007 bis 2013 durch die starke Preisdegression 
bei den Anlagenkosten, verbunden mit den gesetzlich geregelten Einspeisevergütungen einen 
Schub erfahren. Nach einem deutlichen Rückgang des Photovoltaikzubaus zwischen den Jah-
ren 2013 und 2016 ist seit dem Jahr 2017 erneut ein ansteigender Zubau zu verzeichnen, der 
durch den anhaltenden Preisverfall der Photovoltaikkomponenten und städtischer Aktivitäten 
wie bspw. das Förderprogramm für Photovolt aikanlagen und Batteriespeicher zu begründen 
ist. Bis Ende 2020 wurden über das Förderprogramm mehr als 400 Photovoltaikanlagen mit 
einer Leistung von insgesamt rund 2.800 kWp gefördert. 
 
Momentan befinden sich 28 WKA mit einer Gesamtleistung von 47,9 MW auf dem Stadtgebiet. 
Diese Anlagen erzeugen regenerativen Strom in einer Größenordnung von gut 60.000 MWh. 
Damit steuern sie den größten Anteil zur regenerativen Gesamtstromerzeugung bei und sind 
damit ein zentraler und wichtiger Energieträger für den kommunalen Klimaschutz. Leider wird 
ein weiterer Zubau durch gesetzliche Regelungen  auf Bundes- und Landesebene, wie bspw. 
den Abstandsregelungen, nahezu unmöglich gemacht. 
 
Auch die landwirtschaftliche Biomassenutzung in Blockheizkraftwerken (BHKW) hat aufgrund 
der guten Förderbedingungen des Bundes seit 2005 erheblich zugenommen und nimmt mit 
fast 45.000 MWh/a einen höheren Anteil als die Photovoltaik ein. Seit dem Jahr 2014 stagniert 
der Ausbau jedoch. Durch den Rückbau der Bioabfallvergärungsanlage für Bioab fälle (BVA) 
am Entsorgungszentrum Münster (EZM), die durch eine biologische Behandlungsstufe ersetzt 
wurde, ist der Anteil der Strom - und auch der Wärmeerzeugung aus Klär -/ und Deponiegas 
bei einem insgesamt geringen Anteil seit 2015 deutlich zurückgegangen.

Seite 25 
 
Abbildung 16: Entwicklung der Erneuerbaren Stromerzeugung nach Technologie in Münster in GWh. In 
Prozent Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch (blaue Linie).

Seite 26 
 
Zusammenfassung und Ausblick auf Klimaschutz 2030 
Zwischen den Jahren 1990 und 2019 konnten die CO2-Emissionen in Münster trotz des star-
ken Wachstums der Stadt rechnerisch um 28% reduziert werden. Die CO2-Emissionen je Ein-
wohner sind im gleichen Zeitraum mit knapp 41% deutlich stärker gesunken. Das angestrebte 
Zwischenziel von 40% CO2-Reduzierung bis 2020 ist somit–bezogen auf die einwohnerbezo-
genen Emissionen –erreicht worden. 
Die Erreichung des angestrebten Klimaschutzzieles bereits bis 2030 klimaneutral zu werden  
stellt die Stadt vor eine immense Herausforderung und erfordert eine deutliche Steigerung der 
bisherigen Aktivitäten aller Akteure. Der Masterplan 100% Klimaschutz, und auch das Hand-
lungsprogramm Klimaschutz 2030, bilden die inhaltliche Grundlage für die städtischen Aktivi-
täten gleichwohl der Masterplan bis zum Sommer 2021 auf die neue Zielsetzung hingehend 
weiterentwickelt wird. Insbesondere das dynamische Wachstum der Stadt und ihrer Bevölke-
rung machen eine zusätzliche Kraftanstrengung der Stadtgesellschaft notwendig. 
Handlungsschwerpunkte der zukünftigen Klimaschutzarbeit im Bereich der Privaten Haushalte 
bleiben die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden zu r Reduzierung des Wärmebe-
darfs aus fossilen Energieträgern. Dabei bildet der Ausbau des Fernwärmeanteils bei den pri-
vaten Haushalten und der vermehrte Einsatz  dezentraler Anlagen von erneuerbare Energien 
zur Wärme- und Stromerzeugung einen zentralen Ansatz. Zudem spielen in den kommenden 
Jahren energieeffiziente Neubauten eine entscheidende Rolle, da ansonsten der geplante Zu-
bau von rund 2.000 Wohneinheiten jährlich zu einem massiven Anstieg des Endenergiever-
brauchs führen wird. Ein weiterer wichtiger Bereich sind die Stromanwendungen  und beson-
ders das allgemeine Konsumverhalten.  Über Maßnahmen wie die städtische Mitmachkam-
pagne „Unser Klima 2030“ und Projekte wie das „Reallabor für klimaschonende Entscheidun-
gen“ können klimaschonende Verhaltensweisen initiiert und begleitet werden. Unterstützt 
durch die gezielte Beratung der Bürger schaft in der Energie - und Umweltberatung und auf 
Fachveranstaltungen können einfache Handlungsempfehlungen zu Verhaltensänderungen im 
Alltag führen. 
Um dem Anstieg des Strom- und Wärmebedarfs im Sektor Gewerbe und gezielte Energiever-
brauchsreduzierungen zu erreichen, wurde 2011 „Münsters Allianz für Klimaschutz – das Netz-
werk der Unternehmen“ gegründet. Mittlerweile nehmen schon mehr als 100 Unternehmen 
daran teil. Darüber hinaus werden kleine und mittelständische Unternehmen, die sich bislang 
noch nicht eingehend mit den Themen Energieverbrauch und Klimaschu tz beschäftigen im 
Rahmen der „Startberatung Energieeffizienz“ animiert und dabei unterstützt, Maßnahmen zur 
Steigerung der Energieeffizienz im Unternehmen umzusetzen. 
Die Zielerreichung der Klimaneutralität 2030 wird durch die Fortsetzung und Verstärkung der 
bereits laufenden Maßnahmen alleine nicht gelingen. Daher werden im Rahmen der Anpas-
sung des Masterplan 100% Klimaschutz im Sommer 2021 weitere konkrete Maßnahmen und 
Aktivitäten aufgezeigt, mit denen in Münster der Weg zur Klimaneutralität bestritten werden 
kann.

Anlage A

920 Zeichen

Anlage A zur V/0349/2021 
Kurzüberblick 
Bericht zur städtischen CO2- und Energiebilanz 1990 – 2019. 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Bezugsrahmen ist die städtische Zielsetzung zur Klimaneutralität 2030. 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 1401 Übergreifender Umweltschutz, Klima, Immission, Bo-
den, Abfall 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja  Nein x  
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja  Nein x  
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja  Nein x  
Keine Aufwendungen und keine finanziellen Auswirkungen. 
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
x vollständig 
freiwillig 
Ggrundlage: Ratsbeschluss zur Klimaneutralität V/0770/2019 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Der kommunale Klimaschutz ist ein grundsätzliches Querschnittsthema.

Berichtsvorlage

3150 Zeichen

V/0349/2021 
V/0349/2021 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Energie- und Klimabilanz 1990 - 2019 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   11.05.2021 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Einbringung 
   15.06.2021 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Die Stadt Münster veröffentlicht im Jahresrhythmus eine städtische Energie - und Klimabilanz. Der 
Großteil der Daten w ird von der Stadtwerke Münster GmbH und der münsterNETZ GmbH bereitge-
stellt. Sie spiegeln den tatsächlichen Endenergieverbrauch weitestgehe nd wider. Darüber hinaus flie-
ßen verschiedene Daten aus der stadtweiten Statistik sowie bundesweite Kennwerte (insbesondere 
der bundesweite Stromfaktor) in die Bilanz mit ein. Die Daten liegen in ihrer Gesamtheit erst gegen 
Ende des Folgejahres des jeweili gen Berichtsjahrs vor, so dass eine Veröffentlichung grundsätzlich 
mit einem entsprechenden zeitlichen Verzug verbunden ist. In diesem Jahr führte darüber hinaus die 
Einbindung des neuen städtischen Verkehrsmodells in das städtische Bilanzierungswerkzeug, sowie 
die grundsätzliche Aktualisierung des Bilanzierungswerkzeugs (vgl. Erläuterungen im Bericht Anlage 
1) zu einem erheblichen Mehraufwand in der Bearbeitung und zu einem zeitlichen Verzug. 
 
Die Bilanz soll einen Überblick über die Entwicklung des Energi everbrauchs und der Treibhaus-
gasemissionen im Stadtgebiet geben  und aufgrund der guten Datenbasis auch möglichst münster-
spezifische Aussagen zulassen . Unabhängig davon ist d ie Entwicklung des Energieverbrauchs und 
der Treibhausgasemissionen aber auch von p olitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ent-
wicklungen außerhalb der Stadt überlagert, so dass eine direkte Überprüfung der Wirksamkeit einzel-
ner städtischer Klimaschutzmaßnahmen mit dem Instrument der Bilanz nur bedingt möglich ist. 
 
 
Als zentrales Ergebnis der Bilanz ist eine Reduktion von 28% bis 2019 im Vergleich zum Basisjahr 
1990 zu verzeichnen. In allen Sektoren ist ein Trend zur Reduzierung der CO2-Emissionen in Münster 
seit 1990 erkennbar, der sich besonders deutlich bei den privaten Haushalten und im Gewerbe dar-
stellt. Hierzu trugen auch die vielfältigen Klimaschutzmaßnahmen und Aktivitäten der Stadt Münster 
bei. 
 
Dennoch: Die Zielerreichung der Klimaneutralität 2030 wird durch die Fortsetzung und Verstärkung 
der bereits laufend en Maßnahmen alleine nicht gelingen. Daher werden im Rahmen der Anpassung 
Amt für Grünflächen, Umwelt 
und Nachhaltigkeit 
 
28.04.2021 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Herr Schütte 
Telefon: 492-6851 
SchuetteJ@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0349/2021 
des Masterplans 100% Klimaschutz im Sommer 2021 weitere konkrete Maßnahmen und Aktivitäten 
aufgezeigt, mit denen in Münster der Weg zur Klimaneutralität bestritten werden kann.  
 
Eine ausführliche und umfassende Analyse der Entwicklungen zu den Energieverbräuchen und CO 2-
Emissionen können dem als Anlage beigefügten Bericht zur städtischen Energie - und Klimabilanz 
entnommen werden. 
 
 
 
 
 
 
i.V. 
 
 
gez. 
Matthias Peck 
Stadtrat 
 
 
Anlage 1: Energie- und Klimabilanz der Stadt Münster 1990 - 2019

Beratungsverlauf (1)

15.06.2021 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 6.2 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0349/2021
Typ
Vorlagen
Datum
28.04.2021
Erstellt
28.04.2021 14:02