2008/0221
Altenhilfeplanung 'Alt werden in Wixhausen'
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1.0 ALLGEMEINES
1.1. Einführung
1.2. Ausgangssituation Der demografische Wandel in Hessen
2.0 ALTENHILFEPLANUNG DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT
2.1. Das Instrument Altenhilfeplanung
2.2. Statistiken Vergleiche zwischen Gesamtstadt, Wixhausen und Arheilgen
2.3. Bürgerumfrage 2006 Bezüge zu Alt werden in Wixhausen.
3.0 WIXHAUSEN
3.1. Historisches
3.2. Statistik
3.3. Entwicklung des Ortsbildes und verkehrstechnische Erschließung
3.4. Ortsnahe Einrichtungen und Versorgungsangebote für Ältere
3.5. Kulturelle und andere Angebote für Ältere
3.6. Sonstiges in Wixhausen
4.0 WOHNEN IM ALTER STATISTIK UND ALLGMEINE INFORMATIONEN
4.1. Wohnformen der über 65- jährigen in Deutschland
4.2. Wohnkonzepte im Alter und Pflegeeinrichtungen
4.2.1. MODELL 1 Selbstbestimmtes Wohnen zuhause -Wohnberatung
4.2.2. MODELL 2 Selbstbestimmtes Wohnen in fremder Umgebung
4.2.3. MODELL 3 Eingeschränktes Wohnen im Heim
5 0. PROJEKT ALT WERDEN IN WIXHAUSEN
5.1. Politischer Auftrag
5.2. Erste Überlegungen und Einschätzungen
5.3. Strategien und Maßnahmen ALTWERDEN IN WIXHAUSEN
5.3.1 Vorgehen in 5 Schritten
5.3.2 Unterstützung durch Sozialdezernat/Sozialverwaltung (1) Moderation der Stadtteilrunde
(2) Fachliche Inputs/Transfer
(3) Bedarfsermittlung
(4) Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
Lokales Bürgerforum bzw. Umsetzung von OWOG-Workshops (siehe Erläuterungen)
Entwicklung von Projekten Älterer Menschen-Zielsetzung Aktivierung Ehrenamt
Veranstaltung eines Aktionstages (Mitmachtag)
(5) Bericht/Dokumentation der Ergebnisse
Erläuterungen zur Beteiligungen von Bürgerinnen und Bürgern (siehe Punkt 4)
5.3.2.1 Die OWOG-Methode
5.3.2.2 Mitgestalten und Mitentscheiden Älterer Menschen in Kommunen
5.3.3 Was muss der Stadtteil einbringen?
ANHANG: QUELLENANGABEN
PROJEKTSKIZZE ALT WERDEN IN WIXHAUSEN
1.0 ALLGEMEINES
1.1. Einführung
Die Kommunalpolitik in Darmstadt steht vor der Herausforderung, die Auswirkungen der älter werdenden Gesellschaft zu steuern und zu gestalten. Ausgehend von dem Bericht zur Altenhilfeplanung der Stadt Darmstadt (2003), der Untersuchung Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen (2006), und der Bürgerumfrage 2006 auf Stadtteilebene, wird nachfolgend für den Stadtteil Wixhausen ein Projekt-Leitfaden entwickelt, der ein breites Vorgehen unter der Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger vorsieht. Dabei ist es notwendig, nicht nur das Thema Wohnen zu untersuchen, sondern auch andere relevante Lebensbereiche einzubeziehen.
1.2. Ausgangssituation - der demografische Wandel in Hessen
Die meisten älteren Menschen wünschen sich, im Alter möglichst selbstständig in der gewohnten Umgebung zu bleiben. Umzug ins Alten- bzw. Pflegeheim bedeutet den Verlust der vertrauten Umgebung und völlige Neuorientierung. Die Zahl der Menschen die heute in Pflegeheimen leben, hat sich seit 1996 fast verdoppelt. Auch in Hessen altert die Gesellschaft in unvorstellbarem Maße. Im Bundesland beträgt die Lebenserwartung 81,1 Jahre bei Frauen und 76,4 Jahre bei den Männern. Die Lebenserwartung nimmt beispielsweise bei den Frauen jedes Jahr um ca. 3 Monate zu. Dieser Alterungsprozess verläuft jedoch unterschiedlich und individuell. In den Städten liegt die Anzahl der Älteren Menschen deutlich höher als in den ländlichen Gebieten. Für das Jahr 2050 wird die Lebenserwartung auf über 92 Jahre bei den Frauen und über 85 Jahre bei den Männer geschätzt. So vollziehen sich die größten Veränderungen im hohen Alter jenseits der 80 Jahren, der sogenannten Hochaltrigkeit. So ist in den letzten 3 Jahrzehnten die Lebenserwartung in dieser Altergruppe bei den Männern um 35 % und bei den Frauen um 40% angestiegen.
In Hessen beträgt die aktuelle Restlebenserwartung der 65 Jährigen Frauen momentan 20,1 Jahre und bei den Männern 16,5 Jahre. Nach aktuellen Sterbetafeln für Deutschland erreichen 66% der Frauen und 46% der Männer das Alter von 80 Jahren. Seit ca. 1970 setzt sich der Rückgang der Sterblichkeit im hohen Alter fort. Mindestens die Hälfte der jetzt lebenden jüngeren Generation, sowohl Männer als auch Frauen, werden das 10. Lebensjahrzehnt erreichen. Wichtig hierbei ist die Unterscheidung in das 3. Alter (ca. 60-80 Jahre) und das 4. Alter (ca. ab 80 Jahre). Mit diesen Entwicklungen muss sich auch Darmstadt auseinandersetzen.
Quelle: Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen, eine Befragung der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Ruprechts-Karl-Universität Heidelberg, September 2006.
2.0 ALTENHILFEPLANUNG DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT
2.1. Das Instrument Altenhilfeplanung
Die Altenhilfeplanung gibt den Sozialpolitikern konkrete Handlungsempfehlungen. Basis hierfür sind exakt durchgeführte Bestandsaufnahmen- und Analysen der Bedarfe. Zielsetzung dabei ist, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Mit dieser Strategie sollen sozialpolitische Ziele im Bereich der Altenhilfe umgesetzt, gegebenenfalls finanzielle Mittel eingespart und die Haushalte entlastet werden.
Ziel der Altenhilfeplanung ist es außerdem, Defizite festzustellen und entsprechende Empfehlungen zu formulieren, die den Verantwortlichen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Altenhilfe aufzeigen. Anhand verschiedener Analysen hinsichtlich der Dienste und Einrichtungen von Trägern der Altenhilfe können Ergebnisse für die zukünftige Arbeit abgeleitet werden.
Die Umsetzung dieser Ziele kann nur realisiert werden, wenn alle Maßnahmen in eine Altenhilfekonzeption eingebunden und koordiniert werden. Die Basis für die moderne Form der prozessbezogenen Altenhilfeplanung wurde in Darmstadt mit dem Bericht zur Altenhilfeplanung 2003 gelegt. Dieser Bericht trägt den Untertitel, der gleichzeitig Zielsetzung ist Selbstbestimmt Älterwerden in Darmstadt. Die vom Magistrat verabschiedeten Politische Leitlinien der Darmstädter Altenhilfe sind der Maßstab für diese Prozesse. Hierin heißt es u.a. Wir unterstützen das Bestreben älterer Menschen, sich ein aktives und selbstbestimmtes Leben auch mit zunehmendem Alter zu erhalten, durch die Bereitstellung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Hierzu gehört im besonderen Maße die finanzielle Sicherung im Rahmen der haushaltsrechtlichen Möglichkeiten, die Prävention von altersbedingten Risiken sowie die Gesundheitsförderung.
Grundlage auch dieser vorbereitenden Arbeit für die Altenhilfeplanung in Wixhausen ist der Bericht zur Altenhilfeplanung, selbstbestimmt Älterwerden in Darmstadt. Hierbei wird eine Bestandsaufnahme sämtlicher Einrichtungen und Angebote für Ältere Menschen in allen Stadtteilen aufgeführt. Das Expertenteam erteilt verschiedene Empfehlungen, u.a. bezüglich der Entwicklung in den Stadtteilen, der offenen Altenhilfe und Beratung, sowie dem Wohnen und der Pflege im Alter. Die Umsetzung erfolgt durch verschiedene Arbeitsgruppen in den Stadtteilen u.a. unter der Leitung der Fachkonferenz Altenhilfe. Die Umsetzung der abgegebenen Empfehlungen wird durch die Arbeitsgruppe Umsetzung Altenhilfeplanung kontinuierlich begleitet.
2.2 Statistische Angaben zur Situation, Vergleich zwischen Wixhausen und Arheilgen
Darmstadt-Gesamtstadt : Bevöllkerung: 140.108 Einwohner (Stand 2006)
Über 65 Jahre und älter: 25.810 Einwohner (18,4%)
Stadtteilfläche 12.224,5 ha
Gebäude: 22.075
Wohnungen: 76.761
Wixhausen: Bevölkerung: 5.772 Einwohner
Über 65 Jahre und älter: 1.111 Einwohner (19,2%) Stadtteilfäche 2.324,7 ha
Gebäude: 1.310
Wohnungen: 2.774
Arheilgen: Bevölkerung 16.704 Einwohner.
Über 65 Jahre und älter: 3.425 Einwohner (20,5%) Stadtteilfläche 1.126,8 ha
Gebäude: 3.856
Wohnungen: 7.669
Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt, Aktuelle Daten und Veröffentlichungen, Statistik 2007
Ergebnisse und Maßnahmen
Die beiden Stadtteile Arheilgen und Wixhausen sind nur bedingt vergleichbar. Insbesondere die Bevölkerungszahl und die Anbindung an die Darmstädter Innenstadt weisen deutliche Unterschiede auf. Arheilgen liegt näher an der Innenstadt, ist schneller erreichbar und aufgrund seiner Größe mit mehreren Seniorentreffs, Seniorenwohnanlagen ausgestattet. Arheilgen ist insgesamt städtebaulich viel besser entwickelt und mit etlichen Infrastruktureinrichtungen ausgestattet.
Die Befragung Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen hat eine Reihe von Ergebnissen
gebracht. Diese und die Erkenntnisse aus der Altenhilfeplanung werden in Arheilgen von einer Projektgruppe ich werd gern alt in Arheilgen umgesetzt. Unter der Leitung .der Sozialverwaltung sollen mit verschiedenen Gruppen und Organisationen Maßnahmen bearbeitet und durchgesetzt werden, wie beispielsweise ein Konzept für Umfeldverbessung, zusätzliche Sitzbänke und Einkaufshilfen.
2.3. Bürgerumfrage 2006 - Bezüge zu Alt werden in Wixhausen
Der Stadtteil Wixhausen weist hinsichtlich bereitgestellter Versorgungsangebote für die Bevölkerung und insbesondere für ältere Menschen Defizite auf. Die Bürgerumfrage 2006 Darmstadt fragt nach ergab u.a., dass die Menschen in Wixhausen beispielsweise folgende Themen für sehr wichtig bzw. wichtig erachten:
-Verbesserung der Nahversorgung
-Verbesserung der Angebote z.B. für Sportangebote
-Erhöhung der Sicherheit/Verringerung der Kriminalität
-Verringerung des Fluglärms, der Lärmbelästigung allgemein
-Verbesserung des Verkehrsflusse
Hierbei ist insbesondere der Punkt Verbesserung der Nahversorgung für das Leben von älteren Menschen besonders wichtig, auch über seniorengerechte Sportangebote könnte nachgedacht werden. Ziel ist es, eine zukunftsweisende Versorgung für ältere Menschen zu entwickeln und langfristig zu gewährleisten. Unter anderem sollte untersucht werden, wie das vorhandene Angebot sinnvoll ergänzt bzw. von außerhalb zu Verfügung gestellt werden kann.
Der Altentreff der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist die einzige Anlaufstelle für ältere Menschen in Wixhausen. Diese Einrichtung wird nur eingeschränkt genutzt. Der nahe Darmstädter Stadtteil Arheilgen ist mit Einrichtungen und Angeboten für ältere Menschen gut ausgestattet.
3.0 WIXHAUSEN
3.1 Historisches
Ursprünglich eine eigenständige Gemeinde. Wixhausen wurde 1977 im Zuge der Gebietsreform eingemeindet und ist heute ein Stadtteil von Darmstadt. Wixhausen ist bezüglich der Einwohnerzahl der kleinste Stadtteil Darmstadts, hat aber eine relativ große Stadtteilfläche. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Wixhausen im Jahr 1116, im Besitzverzeichnis des Klosters Eberbach im Rheingau. Die erste Siedlung wurde wahrscheinlich im 8. und 9 Jahrhundert durch die Franken gegründet. Wixhausens Schicksal war stets eng mit dem Arheilgens verknüpft. Beide Dörfer gehörten zur Landgrafschaft der Katzenellenbogener und fielen später durch Erbfolge an das Haus Hessen.
Ähnlich wie Arheilgen litt Wixhausen sehr unter den Verwüstungen des 30 jährigen Krieges, die den bescheidenen bäuerlichen Wohlstand des Ortes zerstörte. Erst im 18. Jahrhundert hatte Wixhausen wieder so viele Einwohner wie vor 1618. Das 19. Jahrhundert bringt die Aufhebung der alten Untertanenverhältnisse, Leibeigenschaften und Frondienste werden abgeschafft, Beschränkungen des Grundeigentums und unfreiwillige Dienstbarkeiten werden aufgehoben. Die Industrialisierung Darmstadts in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Eröffnung der Main-Neckar-Bahn im Jahr 1884 und der eigene Bahnhof waren wesentliche Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges setzt sich diese Entwicklung durch die verkehrsgünstige Lage zu den Wirtschaftszentren des Rhein-Main-Gebiets weiter fort. Die Bevölkerungszahl wuchs auch durch die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen bis zum Jahr 1950 auf 3500 Einwohner. Neue Baugebiete entstanden südöstlich der Bahnlinie und in den Brühlwiesen.
Kurze Zeit zuvor hatte man das neue Bürgerhaus Bürgermeister Pohl-Hause seiner Bestimmung übergeben. In dieser Zeit fand in Hessen die Gebietsreform statt.
Quelle: Auszüge aus: Wissenschaftsstadt Darmstadt Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Statistik und Stadtforschung Statistischer Überblick Stand 2006)
3.2. Statistik
Derzeit wohnen in Wixhausen 1111 Einwohner, die älter als 65 Jahre sind, mit steigender Tendenz.
Der Anteil von Menschen zwischen 65 und 79 beträgt.14,7.%.
Der Anteil von Menschen zwischen 80 und über 90 beträgt.3,7%.
Noch nicht berücksichtigt ist dabei der Anteil ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Der Anteil ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger von Wixhausen ist marginal.
3.3. Entwicklung des Ortsbildes und Verkehrstechnische Erschließung
Der Darmstädter Stadtteil Wixhausen ist mit dem S-Bahnhof und den Buslinien verkehrstechnisch zufriedenstellend erschlossen und an seine Umgebung angebunden. Das Straßenverkehrsnetz ist gut ausgebaut. Autobahnanschlüsse in Richtung Norden (Frankfurt/Kassel) bzw. Richtung Süden (Darmstadt/Heidelberg) sind vorhanden und mit dem PKW gut zu erreichen. Wixhausen setzt sich aus verschiedenen baulichen Entwicklungsstufen zusammen. Es handelt sich um eine ursprünglich dörfliche Struktur mit Erweiterungen durch Neubaugebiete. Der Anteil an selbstgenutztem Wohneigentum ist überdurchschnittlich hoch. Das Ortsbild wird durch die S-Bahn-Trasse und die Unterführung im Bereich Hindemith-, und Bahnhofstrasse bestimmt. Das Ortsgefüge wirkt zerschnitten. Im Ort findet man vor allem den 1-2 geschossigen Haustypus vor, der durch einen seitlichen Anbau - der Eingangsbereich - über ein halbes Geschoss erschlossen wird.
Der gewachsene Ortskern liegt hauptsächlich im Westen. Dieser ist teilweise noch von landwirtschaftlicher Baukultur wie Scheunen und Ställe geprägt. Die vorgefundenen Höfe stehen in Beziehung zu den umliegenden Äcker- und Wiesenflächen. Östlich der Bahntrasse befinden sich ebenfalls Straßenzüge mit gewachsener Bebauung. In diesem Teil des Ortes sind vermehrt Neubaubaugebiete entstanden. Hier haben sich andere Baustrukturen entwickelt, z.B. verdichtete Bauweisen mit optimierter Grundstücksausnutzung usw.
Im Süden, rund um den Kreisel, befinden sich mehrere Hochhäuser, sowie einige Wohn-blöcke aus neuerer Zeit. In den 70er und 80er Jahren wurden in diesem Bereich auch andere Wohnungsneubauten- wie Reihen- und Einzelhäuser errichtet. Die meisten Gebäude sind in gutem Zustand. Sanierungsbedarf besteht in Hinsicht auf energetische und barrierefreie bzw. barrierearme Umbaumaßnahmen.
Das neue Wohngebiet Im Appensee entsteht in ruhiger Ortsrandlage. (Schallschutzmaßnahmen wg. Fluglärm des Frankfurter Flughafens sind für ein ungestörtes Wohnen unerlässlich!)
Es liegt im Norden am Grünzug Brühlwiesengraben, zwischen Bürgerzentrum und Frankfurter Landstrasse. Das Baukonzept sieht Ein- und Zweifamilienhäusern vor, Erwerber-Zielgruppe sind Familien mit Kindern. Geplant sind insgesamt 96 Wohneinheiten. An die Gemarkung Wixhausen grenzen die Baulichkeiten der GSI Gesellschaft für Schwerionenforschung. Diese gehören nicht zum Stadtteil, prägen aber das Ortsbild mit ortsuntypischen Forschungs- und Industriebauten
3.4. Ortsnahe Einrichtungen und Versorgungsangebote für Ältere
Die Hauptverkehrsadern von Wixhausen sind folgende Straßen:
Im Osten die Messeler-Park-Strasse, Hindemith- und Schönbergstraße.
Im Westen die Bahnhofstraße und die Falltorstraße.
Ganz in der Nähe des Bahnhofes findet man die Bezirksverwaltung als zentrale Anlauf-
stelle für Wixhäuser Bürgerinnen und Bürger.
Mit folgenden Einrichtungen:
Ortsbeirat, Politische Fraktionen, Bezirksverwalter, Schiedsmann, Ortsgericht, Standes-beamter, Meldewesen, Passwesen, Führerscheine, Versicherungsamt, Sozialwesen, Seniorenbetreuung, Vermietung Bürgermeister-Pohl-Haus, Abfallwirtschaft, Amtshilfe, Ortsbauernverband: Beratung, Sozialverband, VdK: Beratung Vereinvertreter, Info-Austausch In der Schönbergstrasse sind verschiedene Geschäfte und Versorgungseinrichtungen in einer Art Passage zusammengelegt. Dieses Einkaufs- oder Versorgungszentrum könnte durch weitere Angebote ergänzt werden und durch bauliche Umgestaltung an Attraktivität gewinnen. Unter anderem sind hier vorhanden: Boutique, italienisches Restaurant, Apotheke, Arzt, Kiosk mit Lottoannahme, Einkaufsmarkt mit Bäckerei, Getränkemarkt usw.
Weiteres: Ärzte und verschiedene Handwerksbetriebe, Restaurants (Pizzeria und Döner) sind im ganzen Ortsgebiet verstreut. Es gibt einen Schlecker-Markt in der Falltorstrasse.
Die Georg-August-Zinn-Schule ist durch einen modernen Erweiterungsbau ergänzt worden und wird derzeit im Bestand saniert. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein neuer Kindergarten. Ein Jugendzentrum wird 2009 eingerichtet.
Der Seniorentreff der AWO in der Falltorstrasse 58
Der Seniorentreff Wixhausen als AWO-Einrichtung hat eine geringe Besucherfrequenz. (max 40 Personen). Die Einrichtung wird hauptsächlich ehrenamtlich betrieben.
3.5. Kulturelle und andere Angebote für ältere Menschen
Wixhausen zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben aus. Es gibt sportliche und kulturelle Vereine, außerdem die freiwillige Feuerwehr. Die meisten Vereine sind unter der Dachorga-nisation Turn- und Sportgemeinschaft Wixhausen zusammengefasst. Hier werden viele ältere Menschen in das Vereinsleben integriert.
Die wichtigste Einrichtung für das Vereins- und Kulturleben ist das Bürgermeister-Pohl-Haus, das Bürgerzentrum von Wixhausen. Derzeit wird dieses Gebäude vielfältig genutzt z.B.:
als Tagungszentrum, Bürgerhaus, Sporthalle, zu Veranstaltungen von Vereinsfesten, Konzerten, Ausstellungen usw. Außerdem nutzt das Gebäude der Sportverein TSG - mit seiner Abteilung. Turnen-Leichtathletik, für Turnen, Gymnastik, Aerobic usw.
3.6. Sonstiges in Wixhausen
Sonstige Einrichtungen sind:
Das Historische Zentrum inklusive Heimatmuseum und die Stadtbibliothek, die Katholische Kirchengemeinde Heilig Geist, die Hauptstelle der Georg-August -Zinn-Schule sowie die Nebenstelle in der Ostendstrasse, verschiedene Kindertagesstätten, Banken, Läden, Ärzte, der AWO Seniorentreff in der Falltorstrasse. Die Behinderten Einrichtung Aumühle (Tagesstätte).
Vermutete Versorgungslücken (aus dem Bericht zur Altenhilfeplanung der Stadt Darmstadt)
Allgemein für die Gesamtstadt Darmstadt:
Mobile Hilfsdienste, niederschwellige, kostengünstige Angebote wie z.B.
-Kleinreparaturen, Haushaltshilfen, Bring- und Holdienste, Begleitdienste zu Veranstaltungen und Arztbesuchen
-Besuchsdienste außerhalb von Einrichtungen
-Versorgungsmöglichkeiten für demenzkranke, ältere Menschen und Hilfestellungen für deren Angehörige.
-Gesprächskreise für pflegende Angehörige.
-Urlaub für pflegende Angehörige gemeinsam mit den Pflegebedürftigen.
Aufsuchende Beratung und Pflege für MigrantInnen sowie deren Angehörige.
4.0 WOHNEN IM ALTER-STATISTIK + ALLGEMEINE INFORMATIONEN
4.1. Wohnformen der über 65- jährigen in Deutschland
Spektrum an Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen, gegliedert nach Entscheidungs-
situation
1. Normale Privathaushalte 93,1 % (ca. 10,8 Mio.Pers.)
2. Einrichtungen der Altenhilfe (Pflegeheim/Altenwohnheime) 5,3 % (ca. 662.000 Pers.)
3. Spezielle Altenwohnungen
(Betreutes Wohnen, Gemeinschaftliches Wohnen) 1,6 % (ca. 200.000 Pers.)
Bundesdurchschnittlich leben Ältere überwiegend in Privathaushalten. Insgesamt gehen die Bestrebungen dahin, diese Menschen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu belassen und diese entsprechend den Bedürfnissen anzupassen.
Gemäss der vorliegenden Statistik befindet sich nur ein geringer Anteil (7%) der Menschen über 65 teilweise oder dauerhaft in betreuten Wohn- und Pflegeeinrichtungen oder in Altenheimen. Die meisten pflegebedürftigen Menschen werden nach wie vor zuhause betreut.
Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, verschiedene Schriften)
In Wixhausen und seiner unmittelbaren Umgebung besteht im Vergleich zur Gesamtstadt nur ein eingeschränktes Wohn- und Pflegeangebot für ältere Menschen. Der Altenhilfebericht von Darmstadt belegt, dass in den anderen Darmstädter Stadtteilen die wohnort- bzw. quartiernahe Versorgung für Ältere mit angepassten Wohn- und Pflegeeinrichtungen überwiegend in ausreichendem Masse gewährleistet ist.
4.2. Wohnkonzepte im Alter und Pflegeeinrichtungen
4.2.1. MODELL 1: Selbstbestimmt Wohnen zuhause
Wohnberatung: Das Wohnumfeld mit baulichen Mitteln verbessern
Das Fachgebiet Wohnberatung gewinnt an Bedeutung, weil immer mehr Ältere so lange wie möglich zuhause bleiben möchten, Alten- und Pflegeheime können den zukünftigen Bedarf nicht decken. In vielen Städten gibt es bereits Wohnberatungsstellen, die mit entsprechender Fachkompetenz bauliche Veränderungen betreuen und dazu beitragen, dass für Ältere ein menschenwürdiges Leben in ihrer Umgebung möglich ist. Die Rahmenbedingungen in Form von Gesetzen und Normen für barrierefreies Wohnen im Alter werden ständig weiterentwickelt und umgesetzt. Im Vordergrund steht dabei die Erhaltung der selbstbestimmten Lebensführung in einer den jeweiligen Bedürfnissen angepassten Umgebung.
Der Handlungsleitfaden Wohnen im Alter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend empfiehlt den Kommunen, die Beratungsangebote deutlich auszubauen
und zu fördern (z.B. durch Trägerschaft). Spezielle Fachberatungsstellen in Kommunen sollen gezielt Wohnberatung durchzuführen und die Begleitung von Projekten übernehmen. Außerdem tragen diese Maßnahmen dazu bei, alternative bzw. neue Wohnformen zu realisieren und zu moderieren. Langfristig soll die Strategie einen Teil die Kostenlawine im Gesundheitswesen abwenden.
Angepasste Wohnungen
Eine Bestandswohnung wird den Bedürfnissen der Bewohner in vertretbaren Rahmen entsprechend angepasst, wie beispielsweise der Einbau verschiedener unterstützender Vorrichtungen wie Haltegriffe, Aufzug, Einbau eines höheren WC-Sitzes usw.
Komplett neue, barrierefreie Wohnungen können problemlos im Neubaubereich umgesetzt werden. Das Anpassen von Altbauwohnungen erfordert einen höheren baulichen Aufwand. Ergänzend zu den baulichen Maßnahmen können die stationären Pflegedienste mit entsprechender Versorgung vor Ort eingesetzt werden.
Evtl. Kurzpflege (bei Urlaub der Angehörigen, aber Wohnen zuhause) oder andere Dienste sind denkbar.
Barrierefreie Wohnungen
Neue Wohnungen nach DIN 18025 =Standard barrierefreies Bauen für ältere und behinderte
Menschen (siehe Anlage)
Betreutes Wohnen zu Hause
Betreuung in der angestammten Wohnung durch einen ambulanten Dienst, einer Sozial-station oder einem Betreuungsverein.
Inhalt Betreuungsvertrag: Info- und Beratungsleistungen inkl. regelmäßigen Hausbesuchen
Auch: Wohnen plus betreutes Wohnen im Bestand
4.2.2. MODELL 2. Selbstbestimmt Wohnen in fremder Umgebung
Wohnsituation selbstbestimmt verändern, weil es nicht mehr anders geht
Ältere, alleinstehende Menschen können zusammen mit anderen in verschiedenen Gemein-schaftsformen zusammenleben. Gründe hierfür sind u. a.: Der Wunsch, den Kindern nicht zur Last zu fallen oder aufgrund von Alltagseinschränkungen auf gegenseitige Hilfe angewiesen zu sein.
Seniorengerechte Wohnungen
Altenwohnungen
Selbstorganisierte Wohn- und Hausgemeinschaften
Betreutes Wohnen
Spezielle Wohnung in Wohnanlage mit Betreuungsservice. Enthalten: Beratungs- und Informationsleistungen u. Notrufsicherung. Abschluss Miet- und Betreuungsvertrag. Auch Service- Wohnen oder unterstütztes Wohnen.
Betreute Wohngemeinschaften
Wohnstift/Seniorenresidenzen
Ebenfalls Koppelung Wohn und Betreuungsangebot. Bewohner haben eigene, abgeschlossene Wohnungen in Wohnanlagen. Es wird verlangt, neben Betreuungsleistungen weitere Dienst-
leistungen wie die Versorgung mit Mahlzeiten oder Reinigung der Wohnung abzunehmen. Auch Seniorenresidenzen arbeiten so.
Selbstorganisierte Wohn- und Hausgemeinschaften
Verschiedene Gruppen von Älteren, oder Jung und Alt mieten gemeinsam Haus oder Wohnung
Integriertes Wohnen
Altendorf
4.2.3. MODELL 3: eingeschränktes Wohnen im Heim
Ältere Menschen können aus verschiedenen Gründen in eine Lage geraten, in der sie nicht mehr selbstständig alleine in ihrer Wohnung bleiben können. Im städtischen Raum trifft dies häufig auf Alleinstehende zu, die nicht von ihren Angehörigen unterstützt werden. Die Phase in stationären Einrichtungen beginnt dann, wenn weitreichende körperliche und geistige Einschränkung eintreten und die Angehörigen nicht mehr bereit oder in der Lage sind, die älteren Menschen in erforderlichem Maße zu betreuen. Aufgrund der Vielfalt an Wohn- und Pflegemöglichkeiten erfolgt eine Kurzbeschreibung der verschiedenen Arten. Für spezielle Bedürfnisse sind die verschiedensten Kombinationen denkbar.
Alten- und Pflegeheime
Betreute Wohngemeinschaften
KDA- Hausgemeinschaften (Wohngruppen-orientierte Betreuungsform, die vom Kuratorium Deutsche Altershilfe als Alternative zum traditionellen Pflegeheim entwickelt wurde)
Quelle: Neue Wohnformen im Alter-Begriffsklärung (aus Leben und Wohnen im Alter Bertelsmann Band 1) Weiter S. 17 Band1
5.0 PROJEKTALT WERDEN IN WIXHAUSEN
5.1. Politischer Auftrag
Am 8. November 2006 verabschiedete der Ortsbeirat Wixhausen bezüglich des Themas Altwerden in Wixhausen einen Antrag an den Magistrat den Bedarf für ein seniorengerechtes Wohnen in Wixhausen zu ermitteln und ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten und vorzulegen. Diesem Antrag wurde in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 7. Dezember 2008 einstimmig entsprochen.
Hierbei soll neben der Ermittlung des Grundbedarfs für seniorengerechte Wohnungen mit baulicher Barrierefreiheit auch die mögliche Erfordernis für Service- bzw. wahlweise Betreuungs- und Pflegemöglichkeiten berücksichtigt werden, als Voraussetzung dafür, älteren Menschen ein möglichst langes, selbstständiges Wohnen in ihrem gewohnten und vertrauten Umfeld inmitten der Gesellschaft zu ermöglichen. Am 12.März 2008 einigten sich der Ortsbeirat und der Bezirksverwalter, das Thema weiter zügig voranzubringen.
5.2. Erste Überlegungen und Einschätzungen
Die Empfehlungen der Planungsgruppe im Bericht zu Altenhilfeplanung (2003) weisen u.a.
darauf hin, dass die Förderung altergerechten Wohnens im Stadtteil und die Entwicklung und Verknüpfung neuer Wohn- und Versorgungskonzepte besonders in den Blick zu
nehmen sind. Der Bedarf nach den o.g. Wohnformen in Darmstadt ist jedoch seither weder qualitativ noch quantitativ erfasst worden. Dies betrifft ebenso den Stadtteil Wixhausen. Qualitativ betrachtet, lässt die allgemeine Nachfrage nach alternativen und selbstständigen Wohnformen im Alter in Darmstadt die Vermutung zu, dass es auch in Wixhausen zumindest zukünftig einen entsprechenden bzw. steigenden Bedarf geben wird.
Die meisten älteren Menschen leben in Privathaushalten und werden von ihren Angehörigen sowie Nachbarn/Bekannten etc. oder möglicherweise auch von ambulanten Pflegediensten versorgt. Im Bedarfsfall nehmen diese Menschen auch die Angebote verschiedener Wohn- und Pflegeeinrichtungen aus der Umgebung wahr. (z.B. das Pflegeheim in Arheilgen)
Eine weitere mögliche Maßnahme ist der Einsatz einer mobilen Fach-Wohnberatung vor Ort. Diese könnte die verschiedenen Umbaumaßnahmen begleiten und Fördermittelberatungen durchführen.
Die Kombination aus Selbstversorger-Wohnungen und Wohnungen mit ambulanter Pflege stellen eine weitere Möglichkeit dar, Bedarfe zu decken. (wie z.B. in Kranichstein oder
Heppenheim) Hierbei gilt es kritisch zu prüfen, inwieweit solche Konzepte am Standort Wixhausen langfristig wirtschaftlich tragfähig sind.
5.3. Strategien und Maßnahmen ALTWERDEN IN WIXHAUSEN
5.3.1. Vorgehen in 5 Schritten
1.Aktivierung des Stadtteils mithilfe des Ortsbeirats
2. Stadtteilrunde bzw. Etablierung einer Steuerungsgruppe Altwerden in Wixhausen
3. Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger
4. Dokumentation der Ergebnisse an: Magistrat/Sozialdezernat, Sozialverwaltung, Fachkonferenz Altenhilfe
5. Beschlüsse, Umsetzung
5.3.2. Unterstützung durch Sozialdezernat/Sozialverwaltung
(1) Moderation der Stadtteilrunde
(2) Fachliche Inputs/Transfer
(3) Bedarfsermittlung
(4) Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern
- Lokales Bürgerforum bzw. Umsetzung von OWOG-Workshops (siehe Erläuterungen)
- Entwicklung von Projekten Älterer Menschen-Zielsetzung Aktivierung Ehrenamt
- Veranstaltung eines Aktionstages (Mitmachtag)
(5) Bericht/Dokumentation der Ergebnisse
Erläuterungen zur Beteiligungen von Bürgerinnen und Bürgern
5.3.2.1 Die OWOG-Methode
Die aus den Niederlanden kommenden OWOG-Workshops,(frei übersetzt Über das Wohnen Älterer sprechen) bieten eine Methode an, Wohnen und Leben im Alter selbstbestimmt zu entwickeln.
Ziele der OWOG-Methode
das Bewusstsein über die Bedeutung des Wohnens im Alter fördern
Raum geben, sich über die jeweiligen Wohnwünsche und Bedarfslagen (wie möchte ich leben, wie möchte ich versorgt werden, was kann /möchte ich tun, wenn ich älter bin) bewusst zu werden.
Selbsthilfepotenziale zu entdecken und zu unterstützen.
Angestrebt wird dabei nicht, die Wohnsituation durch Patentrezepte wie Umzug oder Neubau zu verändern. Es kann auch deutlich werden, dass z.B. etwas in der Wohnung oder im Wohnumfeld verändert werden sollte (Wohnanpassung, Infrastruktur oder/und nachbarschaftliche Hilfe usw.) damit selbstbestimmtes und weitgehend selbständiges Wohnen im Alter möglich ist.
Das Wesentliche an OWOG ist, dass die Menschen selbst bestimmen, was sie wollen und dass sie versuchen, es zu realisieren. Unterstützt sie, statt ihnen zu sagen, was sie tun sollen. (Auszüge aus: OWOG-Faltblatt 94)
Die OWOG-Methode in 4 Schritten
Einführung
Workshop : Visionen entwickeln wie möchte ich wohnen??
Workshop: Präsentation von Wohnkonzepten
Besichtigung eines entsprechenden Modellprojektes,
Erkenntnisse durch OWOG
Die OWOG-Methode haben wir auch in Darmstadt schon mit Erfolg erprobt. Sie bietet eine gute Möglichkeit der Beteiligung von BürgerInnen an den Prozessen der Altenhilfeplanung. Deshalb wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt für den Prozess in Wixhausen die OWOG-Methode einsetzen.
5.3.2.2 Mitgestalten und Mitentscheiden Älterer Menschen in Kommunen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird sich mit dem Projekt Alt werden in Wixhausen um die Teilnahme am Programm Alter schafft Neues des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFFSJ) bewerben, da die Ziele des Programms genau auf das Projekt passen und zudem noch finanzielle Ressourcen für den Prozess akquiriert werden können.
Der Prozess von Bedarfermittlung, Mitgestalten und Mitentscheiden fördert so das BMFFSJ - die Identifikation mit der Kommune, den Zusammenhalt in Nachbarschaft, Viertel, Quartier und Kiez, sowie die Vernetzung unterschiedlicher Träger Angebote und Dienstleistungen zu Angebotsstrukturen, die Haupt- und Ehrenamtliche gleichberechtigt einbeziehen. So wird die Basis für eine aktive Bürgergesellschaft und eine zukunftsfähige Kommune geschaffen. Damit ältere Menschen mitgestalten und mitentscheiden können, brauchen sie Informationen, Transparenz sowie offene Kommunikationsstrukturen, die dialogorientiert, bürgernah und barrierefrei sind. Das wollen wir mit dem Prozess der Altenhilfeplanung in Wixhausen erreichen.
Die Organisation eines Mitmach- und Aktionstages ist ein Instrument, um diese Ziele zu erreichen.
5.3.3 Was muss der Stadtteil einbringen?
Raum für Treffen
Arbeitsgruppen bilden
Netzwerke entwickeln bzw. aktivieren
Projekte gemeinsam tragen und vertreten
Darmstadt, den 7. März 2008
Ko-Mo QUELLEN UND LITERATURANGABEN
-Wissenschaftsstadt Darmstadt (Hg.) Bericht zur Altenhilfeplanung-Selbstbestimmt Älterwerden in Darmstadt , Darmstadt 2003
-Wissenschaftsstadt Darmstadt und Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg,
Selbstbestimmt Älterwerden in Arheilgen Befragung und Abschlussbericht, Sept. 2006
Wissenschaftsstdt Darmstadt, Statistik 2006 Aktuelle Daten und Veröffentlichungen bis einschließlich Dezember 2006
-Bertelsmann Stiftung Kuratorium Deutsche Altenhilfe, Leben und Wohnen im Alter Bände 1-5, Bertelsmann Stiftung- Güterloh/Köln 2004
-Bertelsmann Stiftung und Kuratorium Deutsche Altenhilfe Köln 2005 Leben und Wohnen im Alter, Werkstatt-Wettbewerb Quartier, Gemeinschaftsprojekt der Bertelsmann Stiftung und des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe Köln 2005
-Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) (Hg.) Vers.Schriften
z.B. Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in Privathaushalten.
Ergebnis der Studie MuG III.
z.B. : Zweiter Altenbericht der Bundesregierung Wohnen im Alter. Bonn: Eigen-Verlag
z.B. : Dritter Bericht zu Lage der älteren Generation: Bonn Eigen-Verlag
z.B.: Vierter Bericht zur Lage der älteren Generation, Risiken, Lebensqualität und Versorgung Hochaltriger- unter besonderer Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen
Bonn: Eigenverlag
-Stadt Stuttgart, Referat Soziales, Jugend, Gesundheit, Älter werden in Stuttgart:
Strukturen, Entwicklung, Perspektiven (Altenhilfeplanung 2005-2010)
-Hessische Fachstelle für Wohnberatung, Übersicht der Kontakte und Schulungen der HFW zum Aufbau von Wohnberatungsstellen als vernetzte Dienstleistungen
-Modus Institut für Wirtschafts- u. Sozialforschung Altenhilfeplanung in Bamberg, Bausteine
1- 15, aus dem Internet
Strukturatlas der Wissenschaftsstadt Darmstadt von 2005
Wohnen im Alter, Bewährte Wege- Neue Herausforderungen, Ein Handlungsleitfaden für Kommunen, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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2008/0221
6828 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
13.05.2008
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V
Amt: Sozialverwaltung
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Nichtöffentlich:
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2008/0221
Magistratsbeschluss-Nr.
Betreff: Altenhilfep lanung "Alt werden in Wixhausen"
Vorlage vom: 07.05.2008
Beschlussvorschlag:
1. Es wird eine prozessbezogene Altenhilfeplanung in Wixhausen durchgeführt. Die Steuerung des
Projektes liegt im Sozialdezernat. Das Projekt läuft unter der Bezeichnung „Alt
werden in Wixhausen“.
2. Die beigefügte Projektskizze wird zur Kenntnis genommen.
3. Das Projekt wird als Antrag für das Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend „Alter schafft Neues - Aktiv im Alter - Wie wollen wir morgen leben?“
eingereicht.
Anlagen: Anlage Projektskizze AHPL Wixhausen
Datenschutzrelevante Anlage:
Beschluss des Magistrats vom
2
...
Begründung zur Magistratsvorlage vom 07.05.2008
Am 8. November 2006 verabschiedete der Ortsbeirat Wixhausen bezüglich des Themas „Altwerden
in Wixhausen“ einen Antrag an den Magistrat „ den Bedarf für ein seniorengerechtes Wohnen in
Wixhausen zu ermitteln und ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten und vorzulegen“. Diesem
Antrag wurde in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 7. Dezember 2007 einstimmig
entsprochen.
Hierbei soll neben der Ermittlung des Grundbedarfs für seniorengerechte Wohnungen mit baulicher
Barrierefreiheit auch die mögliche Erfordernis für Service- bzw. wahlweise Betreuungs- und
Pflegemöglichkeiten berücksichtigt werden, als Voraussetzung dafür, älteren Menschen ein möglichst
langes, selbstständiges Wohnen in ihrem gewohnten und vertrauten Umfeld inmitten der Gesellschaft
zu ermöglichen.
Nachdem es im Laufe des Jahres 2007 gelungen war, das Beratungs- und ServiceZentrum für Ältere
und Menschen mit Behinderung (BuS) personell zumindest befristet aufzustocken, wurde ein Konzept
für die Durchführung einer prozessbezogenen Altenhilfeplanung erarbeitet, das durch den
Sozialdezernenten und die Sozialverwaltung am 7.11.2007 dem Ortsbeirat in Wixhausen vorgestellt
wurde. Der Sozialdezernent hat dieses Konzept dann in einem Schreiben vom 22. 11. 2007 nochmals
dargelegt und präzisiert, mit der Bitte um Zustimmung zu dem Konzept. Am 12.3.2008 erläuterte die
Sozialverwaltung erneut dem Ortsbeirat die Vorstellungen zur Altenhilfeplanung. Daraufhin äußerte
sich der Ortsbeirat in einem Schreiben an den Sozialdezernenten positiv über die beabsichtigte
Planung.
Da eine formelle Entscheidung für die Umsetzung des Projekts in Wixhausen noch nicht getroffen
wurde, nutzte das Beratungs- und Servicezentrum für Ältere und Menschen mit Behinderung (BuS)
die Zeit und entwickelte auf Basis des Berichtes zur Altenhilfeplanung (2003) und in Anlehnung an die
Untersuchung „Selbstbestimmt Älter werden in Arheilgen“ eine Projekt-Skizze mit dem Titel
„Altwerden in Wixhausen“ (siehe Anlage).
Diese Projektskizze enthält
• eine allgemeine Einführung ins Thema (Abschnitt 1 und 2)
• eine erste Analyse der Situation bezüglich altersgerechtem Wohnen und Leben im Stadtteil
Wixhausen (Abschnitt 3)
• Allgemeine Hintergrund-Informationen zu verschiedenen Wohnformen im Alter
(Abschnitt 4)
• und den Vorschlag der Sozialverwaltung zur Umsetzung des Projekts „Alt Werden in
Wixhausen“. Dabei stehen insbesondere die Entwicklung und Etablierung partizipativer
Strukturen für ältere Menschen im Stadtteil im Mittelpunkt der Betrachtung. (Abschnitt 5)
Dabei ist zu betonen, dass es hierbei nicht
um einen fertigen „Maßnahmekatalog“ geht, der womöglich
die Planung ersetzen kann, der komplett zum Einsatz kommt oder aus dem man nur auswählen
müsse. Vielmehr wird das Spektrum möglicher Themen und Maßnahmen aufgezeigt, wie es aus
Praxis und Fachliteratur bekannt ist.
Da zur Ermittlung des Bedarfs für partizipative Projekte im Bereich der Perspektiven für ältere
Menschen ein aktuelles Programm der Bundesregierung besteht, wird
die Wissenschaftsstadt Darmstadt diese Chance nutzen und beantragt die Teilnahme am
Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Aktiv im Alter“.
Folgende Punkte sind in diesem Programm von besonderer Bedeutung:
1. Bedarfsermittlung der kommunalen Lage älterer Menschen .z. B. mittels einer
exemplarischen Befragung bzw. entsprechender Workshops zur Bestimmung entsprechender
Bedarfslagen und Wünsche.
2. Veranstaltung eines lokalen Bürgerforums: Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern bzw.
aller relevanten Vereine, Verbände und Organisationen in Wixhausen zur Entwicklung neuer
Partizipationsformen älterer Menschen in der Kommune zum Thema Wohnen im Alter.
3
...
3. Entwicklung von Projekten mit älteren Menschen, die den Prinzipien des freiwilligen
Engagements folgen. Die Projekte sollen ältere Menschen befähigen diese selbst zu
entwickeln und durchzuführen. Dabei können Arbeitsgruppen mit verschiedenen
Schwerpunkten gebildet werden (z. B. Wohnen, Nachbarschaftshilfen,
generationenübergreifende Angebote usw.)
4. Durchführung eines programmspezifischen Aktionstages (Mitmachtag) vor
Ort.
5. Weitere mögliche Perspektiven
• Der Einsatz von Fach-Wohnberatung vor-Ort-, in Anlehnung an den „Wohnen im
Alter“-Handlungsleitfaden für Kommunen, (Hrsg. Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend) sodass Bewohnerinnen und Bewohner auch bei
Beeinträchtigungen im Alter im gewohnten Umfeld möglichst lange selbstständig
leben können.
• Der mögliche Einsatz gezielter Fachberatung zur Realisierung alternativer
Wohnformen. Fachkundige Moderation der Planungsprozesse kann die Etablierung
neuer, erforderlicher Wohnformen wesentlich fördern und unterstützen.
Das Projekt „Alt Werden in Wixhausen“ passt aus Sicht der Altenhilfeplanung exakt zum Profil des
Bundesprogrammes. Zusätzliche finanzielle Mittel muss die Wissenschaftsstadt Darmstadt dafür nicht
aufbringen, sie muss die Ressourcen einsetzen, die bisher für das Projekt in Wixhausen vorgesehen
waren.
Mit der vorliegenden Projektskizze wird eine Strategie vorgestellt, die für die Umsetzung eines
Konzeptes „Wohnen im Alter“ zu gegebener Zeit, wenn die personellen Ressourcen dafür wieder frei
sind, auch im Stadtteil Eberstadt eingesetzt werden kann.
Darmstadt, 07.05.2008
Mo-ko
Dezernat V
Jochen Partsch
Stadtrat
Anlage
Projektskizze „Altwerden in Wixhausen“
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2008/0221
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 07.05.2008
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00