V/0331/2016
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0005/2016 "Prioritäten setzen, Beschäftigte entlasten"
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Antrag an den Rat Nr. A-R-0005-2016
3923 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0005/2016
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Prioritäten setzen,
Beschäftigte entlasten
Antrag zur sofortigen Beschlussfassung
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Der Rat spricht sich dafür aus, die Umsetzung von Ratsbeschlüssen, welche nicht
der Unterbringung und Integration Geflüchteter, der Bildung und Betreuung von
Kindern und Jugendlichen, der Integration in den Arbeitsmarkt oder der Siche-
rung gegen unmittelbare soziale Notlagen und der Schaffung zusätzlichen
Wohnraums in der Stadt gelten, solange aufzuschieben, bis sich die aufgrund des
starken Zuzugs Geflüchteter gestiegene Arbeitsbelastung für die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter merklich reduziert hat. Der Rat erklärt seine Bereitschaft, auch bei
der Bearbeitung politischer Arbeitsaufträge Verzögerungen und bei bisherigen
Standards der Leistungserbringung Abweichungen zu akzeptieren.
2. Der Rat begrüßt die verwaltungsintern bereits laufenden Maßnahmen zur Unter-
stützung derjenigen Ämter, die mit der Unterbringung und Integration Geflüchte-
ter befasst sind (vorrangige Stellenbesetzung, zeitlich befristete Personalverlage-
rungen innerhalb der Verwaltung, Beschäftigung von Pensionären, u.a.)
3. Die Verwaltung wird gebeten, den zuständigen Gremien in geeigneter Weise mit-
zuteilen, bei welchen Vorhaben und Aufgaben sich zeitliche Verzögerungen
durch die unter 1. und 2. ermöglichte Prioritätensetzung ergeben.
Begründung:
Die anhaltend steigende Zahl Geflüchteter, die nach Münster kommen und unterge-
bracht und durch integrative Maßnahmen versorgt werden müssen, führt in einigen
städtischen Ämtern zu einer stark steigenden Arbeitsbelastung. Die Bewältigung der
wachsenden Fallzahlen und Aufgaben ist mit den vorhandenen personellen Kapazitäten
kaum zu leisten. Dass die Versorgung der Geflüchteten in Unterkünften und die Bereit-
02.02.2016
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stellung geeigneter Integrationsmaßnahmen in Münster seit Monaten ohne größere
Schwierigkeiten ermöglicht werden können, ist vor allem auf das außergewöhnliche En-
gagement der städtischen Beschäftigten zurückzuführen. Den Mitarbeiterinnen und Mit-
arbeitern, die weit über das dienstlich vorgeschriebene Maß hinaus Kraft und Freizeit der
Erledigung und Erfüllung dieser Aufgaben widmen, gebühren Dank und die Anerken-
nung des Rates und der gesamten Stadtgesellschaft.
Nach Monaten überdurchschnittlicher Arbeitsbelastung drohen die Belastungsgrenzen
bei vielen Beschäftigten erreicht zu werden. Dies zu vermeiden, ist nur durch eine klare
Prioritätensetzung bei der Erledigung der anstehenden Aufgaben und Arbeitsaufträge in
der Verwaltung möglich. Die Umsetzung vom Rat beschlossener Projekte und Maßnah-
men muss sich ebenfalls einer solchen Prioritätensetzung unterordnen. Neben der Un-
terbringung und Integration Geflüchteter sind die Bildung und Betreuung von Kindern
und Jugendlichen, die Integration in den Arbeitsmarkt und die Schaffung zusätzlichen
Wohnraums in der Stadt aktuell die drängendsten kommunalen Aufgaben. Ihre Erledi-
gung muss daher auch angesichts der wachsenden Aufgaben im Zusammenhang mit
dem anhaltend starken Zuzug Geflüchteter gesichert sein. Darüber hinaus gehende Auf-
gaben können aktuell nicht mit derselben Priorität erledigt werden. Diesem Umstand
trägt dieser Ratsbeschluss Rechnung.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldma nn
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäg er
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koc h
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Ste ltig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Sey fferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Olberg
Maria Winkel
Beschlussvorlage
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V/0331/2016
DER OBERBÜRGERMEISTER
Personal- und Organisationsamt
Betrifft
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0005/2016 "Prioritäten setzen, Beschäftigte
entlasten"
Beratungsfolge
03.05.2016 Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung
und E-Government Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E -Government nimmt zur
Kenntnis, dass große Teile der Verwaltung durch die Anforderungen in Folge des starken Z u-
zugs von Flüchtlingen und der Dynamik d er Stadtentwicklung („Wachsende Stadt“) besond eren
Belastungen ausgesetzt sind. Diese Entwicklung beeinflusst die Arbeitsprioritäten der Mitarbeite-
rinnen und Mitarbeiter in einer Dimension, die zukünftig auch die verwaltungsseitige Umsetzung
bereits getroffener politischer Beschlüsse beeinflussen kann.
2. Die Verwaltung wird beauftragt , den Rat und die übrigen politischen Gremien frühzeitig da rüber
zu informieren, wenn Beschlüsse und/oder angekündigte Arbeiten nicht oder nicht in dem erwar-
teten Umfang bzw. der erwarteten zeitlichen Abfolge erledigt werden können.
3. Der Antrag der SPD -Fraktion an den Rat Nr. A -R/0005/2016 "Prioritäten setzen, Beschäftigte
entlasten" (s. Anlage) ist damit erledigt.
II. Finanzierung/Mittelbereitstellung
Es wird zur Kenntnis genommen, dass für die Umsetzung des oben angeführten Beschlusses ke ine
zusätzlichen Aufwendungen entstehen werden.
Vorlagen-Nr.:
V/0331/2016
Auskunft erteilt:
Herr Etienne
Ruf:
492-1114
E-Mail:
Etienne@stadt-muenster.de
Datum:
21.04.2016
Öffentliche Beschlussvorlage
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V/0331/2016
Begründung:
In weiten Teilen der Stadtverwaltung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Anforderungen in
Folge des starken Zuzugs von Flüchtlingen besonderen Belastungen ausgesetzt. Unmittelbar betro f-
fen sind vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes, des Amtes für Kinder, J u-
gendliche und Familien, des Amtes für Schule und Weiterbildung und des Amtes für Rechts- und Aus-
länderangelegenheiten. Mittelbar bzw. teilweise sind vor allem die Mitarbeiteri nnen und Mitarbeiter
des Amtes für Immobilienmanagement, des Bauordnungsamtes, des Jobcenters, des Amtes für
Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, des Amtes für Bürger- und Ratsservice, der citeq, , des Am-
tes für Gesundheit, Veterinär - und Lebensmittelüberwachung, des Amtes für Wohnungswesen und
Quartiersentwicklung und des Personal- und Organisationsamtes betroffen.
Es ist zur Zeit noc h nicht sicher zu prognostizieren, ob sich die erheblichen Zuzüge von Flüchtli ngen
aus der zweiten Jahreshälfte 2015 in den kommenden Monaten fortsetzen werden. Als sicher ist j e-
doch anzusehen, dass der bereits erfolgte Zuzug nachhaltige Folgeaufgaben in d en genannten Äm-
tern und Einrichtungen (z.B. Integration von Kindern und Jugendlichen in Kitas und Schulen) begrü n-
det.
Ebenso sicher erscheint eine Aufgabenausweitung und damit steigende Arbeitsbelastung in nah ezu
allen Bereichen durch die dynamische Stadt entwicklung („Wachsende Stadt“) mit dem prognostizie r-
ten Bevölkerungszuwachs und den daraus resultierenden Bedarfen z. B. bei den Infrastru kturthemen
Wohnen, Kinderbetreuung und Schule.
Wenngleich die Verwaltung bereits im Rahmen ihrer haushaltsrech tlichen Möglichkeiten u.a. mit vo r-
gezogenen Stellenbesetzungen und erheblichen überplanmäßigen Personaleinsätzen reagiert hat,
sind in Teilen der Verwaltung die Belastungsgrenzen erreicht.
Der Oberbürgermeister und die Verwaltung sind gehalten, die Besc hlüsse der politischen Gremien
zeitnah umzusetzen (siehe u. a. § 62 Gemeindeordnung NRW). Die Umsetzung hat im Rahmen der
finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Möglichkeiten zu erfolgen.
Die Verwaltung wird sowohl bezogen auf bereits erfolg te als auch auf noch ausstehende B eschlüsse
politischer Gremien im Einzelfall prüfen, welche Entscheidungen geeignet sind, die Mita rbeiterinnen
und Mitarbeiter in den besonders belasteten Verwaltungsbereiche zu entlasten und dringend benöti g-
te Arbeitskapazitäten freizusetzen. Diese Prüfung wird nur sukzessive erfolgen können; ein vollstä n-
diger Überblick über in diesem Sinne in Frage kommende Beschlüsse kann nicht gegeben werden.
In Vertretung
gez.
Wolfgang Heuer
Stadtrat
1 Anlage
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Bahnhofstraße 9
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0331/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 21.04.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37