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0551/2020

Folgen der beiden trockenen und heißen Sommer der Jahre 2018/19 für den Kölner Baumbestand

Mitteilung Ausschuss 06.03.2020

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 12.03.2020, TOP 7.5

Mitteilung Ausschuss

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Mitteilung Ausschuss

7433 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/67/671 
 
Vorlagen-Nummer 06.03.2020 
 0551/2020 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Umwelt und Grün 12.03.2020 
 
Folgen der beiden trockenen und heißen Sommer der Jahre 2018/19 für den Kölner 
Baumbestand 
 
Grundsätzlich muss zwischen Bäumen in Grünanlagen und Straßenbäumen unterschieden werden, 
da die jeweiligen Standorte und somit die Wuchsbedingungen grundverschieden sind. Generell sind 
im Straßenraum die Standortbedingungen für Bäume wesentlich schlechter als in Grünanlagen. Den-
noch sind bei den Kölner Straßenbäumen bisher deutlich weniger trockenheitsbedingte Ausfälle zu 
verzeichnen als bei Bäumen in Grünanlagen. 
Dies ist zum einen dadurch begründet, dass die Artenvielfalt bei Straßenbäumen viel höher ist, zum 
anderen werden häufiger Baumarten verwendet, die wesentlich besser an die durch Wasserknappheit 
geprägten Standorte angepasst sind. In den Grünanlagen sind hingegen die Böden in 2018 derart 
tiefgründig ausgetrocknet, dass sich die an ungestörte Standorte angepassten Baumbestände über 
einen längeren Zeitraum nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgen konnten, und dadurch sehr 
viel anfälliger für Schaderreger wurden.  
 
Straßenbäume: 
Seit 2018 bis Anfang 2020 sind insgesamt 131 Fällungen von Straßenbäumen zu verzeichnen, die in 
einem direkten Zusammenhang mit den beiden Trockenheitsphasen gebracht werden können. Auffäl-
lig ist die hohe Anzahl von insgesamt 53 Birken, das sind 2,6 % des Birkenbestands. Ebenso sind 21 
Fällungen von Rotdornbäumen zu verzeichnen. Diese beiden Baumarten werden in Zukunft nur in 
Ausnahmefällen ersatzgepflanzt. 
Die Stadt Köln nimmt seit einigen Jahren an dem bundesweit durchgeführten GALK-Straßenbaumtest 
teil.(https://www.galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenbaumtest-2).  
Die im Rahmen des Baumtests untersuchten Baumarten/-sorten haben nach einer überschlägigen 
Einschätzung die Trockenphasen gut überstanden. Die Verwaltung wird dem Ausschuss Umwelt und 
Grün in einer der nächsten Sitzungen einen Zwischenbericht zum GALK-Straßenbaumtest vorlegen. 
In 2019 hat die Verwaltung, zusätzlich zu der Vergabe von Wässerungen bei Neupflanzungen, Stra-
ßenbäume in der Trockenphase gewässert. Die Bewässerung von Straßenbäumen beschränkte sich 
auf Jungbäume (ab 4. Standjahr) und auf Bäume an Extremstandorten ohne Bodenanschluss wie 
z.B. in Kübeln oder auf Tiefgaragen. In den ersten drei Standjahren werden die Bäume vom Unter-
nehmen, das sie gepflanzt hat, gewässert. Die Rheinenergie, die Feuerwehr, viele Baumpaten*innen 
und eine große Anzahl von Bürger*innen haben wesentlich zur Bewässerung der Straßenbäume bei-
getragen.  
Aufgrund der Erfahrungen aus den letzten beiden Jahren wird nun dazu übergegangen, auch im vier-
ten und fünften Standjahr die Straßenbäume zu wässern. An Extremstandorten kommen zusätzlich 
Bewässerungssäcke zum Einsatz, die ihre 100 l Befüllung langsam in den Boden einsickern lassen.  
Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass Straßenbäume sich selbst versorgen, sobald 
sie ausreichend tief gewurzelt sind. Bei anhaltender Trockenheit können Bäume mit unterschiedlichen 
Strategien die Transpiration reduzieren. 
Die Verwaltung wird für die Vegetationsperiode 2020 vier Gießarme und Anhänger mit jeweils einem 
2.500 l Tank beschaffen, die an vorhandene Schlepper montiert werden können, um in Trockenzeiten 
die Wässerung der Jungbäume im vierten und fünften Standjahr zu ermöglichen. Ein solches Ge-
spann wurde im vergangenen Sommer angemietet und hat sich im Einsatz bewährt.

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Für die Bevölkerung besteht die Möglichkeit, eine Patenschaft für den Baum „vor der Haustür“ zu 
übernehmen. Ein Angebot, das bereits von mehr als 1000 Kölnerinnen und Kölnern angenommen 
wurde. Darüber hinaus wird die RheinEnergie erneut Standrohre für die mobile Wasserentnahme zu 
Verfügung stellen, die von Baumpaten/innen und Gießinitiativen über das Amt für Landschaftspflege 
und Grünflächen bezogen werden können. Hier besteht in diesem Jahr auch erstmals das Angebot 
für Baumpaten/innen, Bewässerungssäcke zu leihen, um „ihre“ Bäume in trockenen Zeiten zu unter-
stützen. 
  
Bäume in Grünanlagen: 
Bei Bäumen in Grünanlagen sind vor allem indirekte Trockenschäden festzustellen. Das bedeutet, 
dass die Bäume aufgrund der Stresssituation durch Wassermangel durch verschiedene Schadorga-
nismen geschädigt wurden und hierdurch abstarben. 
Die Rußrindenkrankheit, die vornehmlich den Bergahorn befällt, führt flächendeckend zum raschen 
Absterben und anschließendem Auseinanderbrechen der Bäume. Am stärksten betroffen von diesem 
Pilz-Erreger sind zumeist Bäume an Standorten mit hohem Konkurrenzdruck und schlechter Wasser-
versorgung wie z.B. an Böschungen im Verkehrsbegleitgrün oder sandige/kiesige Standorte wie z.B. 
am Fühlinger See. Die massenhaft gebildeten Sporen des Pilzes können durch Einatmen Lungenirri-
tationen hervorrufen. Diese Gefahr besteht realistisch jedoch nur bei der Bearbeitung von befallenem 
Holz, nicht etwa beim bloßen Aufenthalt in dessen Nähe. Hier stellt die verminderte Bruchsicherheit 
des Holzes die größere Gefährdung dar.  
Die Rotbuchenbestände leiden vielerorts an einem Krankheitskomplex zu dessen Symptomen ab-
sterbende Äste und Kronenpartien gehören. Initiiert durch anhaltenden Trockenstress treten pilzlich 
bedingte großflächige Rindennekrosen auf. Ebenso steigt die Anfälligkeit der Bäume für Insektenbe-
fall, insbesondere durch Buchenprachtkäfer und Bunter Buchenborkenkäfer. Zudem erfolgt eine rasch 
voranschreitende Moderfäule durch Pilze wie die Pfennigkohlenkruste, wodurch plötzlich ausbre-
chende Kronenteile auch zu einer Gefährdung der Verkehrssicherheit führen. Die Buchenkomplex-
krankheit ist im letzten Jahr insbesondere in den waldartigen Beständen des Stadtwaldes und des 
Äußeren Grüngürtels aufgetreten. In der Folge waren zum Teil großflächige Fällungen erforderlich. 
Um die zum Teil durch eine Hauptbaumart geprägten Bestände künftig stabiler aufzubauen, wird von 
Seiten der Verwaltung die Entwicklung eines Laubmischwaldes angestrebt. Somit wird die Verwen-
dung von Nebenbaumarten zunehmen, welche eine höhere Trockenheitstoleranz als die Buche ha-
ben. Aus dem heimischen Baumartenspektrum werden z.B. Feld-Ahorn, Winter-Linde und Wild-
Kirsche, sowie Flatter-Ulme eingebracht, sofern Naturverjüngung nicht ausreichend vorhanden ist.  
Speziell in den geschwächten Buchenbeständen des Äußeren Grüngürtels ist aus ökologischen Ge-
sichtspunkten vorgesehen, möglichst viele abgestorbene, geschwächte oder eingekürzte Bäume im 
Bestand stehen zu lassen, soweit es die Verkehrssicherheit zulässt. Dadurch wird das Waldgefüge so 
lange wie möglich erhalten und im Schutz der Bäume kann sich Naturverjüngung entwickeln.  
Der Eichenprozessionsspinner tritt flächendeckend in Köln auf, in Grünanlagen und Verkehrsbegleit-
flächen mit Eichenbestand sowie an Straßenbäumen.  
Die Nester des Eichenprozessionsspinners an freistehenden Einzelbäumen und an Gehölzrändern 
wurden nach Erkennung vollständig mechanisch beseitigt, d.h. über mehrere Wochen durch externe 
Firmen sukzessive abgesaugt. Die Nester weiter im Waldbestand wurden nicht beseitigt. Bislang be-
laufen sich die Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr auf Information, Absperrungen und die mechani-
sche Entfernung der Larvenprozessionen und deren Nestern. 
 
 
gez. Greitemann

Beratungsverlauf (1)

12.03.2020 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
0551/2020
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
06.03.2020
Erstellt
17.02.2020 14:40