V/0575/2011
Straßenbenennung Karl-Meyer-Weg
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über-Karl-Meyer
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Benennung eines Weges in Münster Handorf nach einem verdienten Bürger. Karl Meyer Weg Stand: 04.04.2011 Soziales und politisches Arrangement von Karl Meyer. Soziales: Karl Meyer, geb. am 03.02.1907, war 1932 Mitbegründer der Initiative unter dem Namen „Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde“. Sitz dieser aktiven Gruppe war Emmendingen im Schwarzwald. Man hatte sich zur Aufgabe gestellt, die Kinderbetreuung in Form von Zeltlagern durchzuführen, hierbei galt es in erster Linie, Kinder aus ärmeren sozialen Schichten nicht nur ein kostenloses Ferienlager zu ermöglichen, sondern auch bedürftige Kinder zu kleiden und zu beköstigen. Hierzu, so erzählte Karl Meyer, wurde sogar schon eine Nähmaschine, damals etwas ganz neues, angeschafft. Karl Meyer und seiner Ehefrau gelang es oftmals nur unter sehr schwierigen Bedingungen, diese Betreuung der Zeltlager zu organisieren. Es fehlte einfach alles und Geld war nicht zur Verfügung. Im Jahre 1934 wurden alle Aktivitäten durch die Nationalsozialisten gestoppt und die Arbeitsgemeinschaft der der Kinderfreunde verboten. Karl Meyer siedelte danach 1934 nach Münster über und übernahm eine Landwirtschaft in Handorf. Nach Kriegsende ergaben sich erste Kontakte Minna Sattler aus Dortmund und es wurden unter dieser Zusammenarbeit die ersten Kindererholungsmaßnahmen auf dem Bauernhof organisiert. Es waren ausschließlich unterernährte Kinder, die aus den Bereichen Ruhrgebiet, Sauerland aber auch aus Berlin sich für einen Monat auf einem Bauernhof in Handorf erholen durften. Gleichzeitig sammelte Karl Meyer eine Gruppe interessierter Mitbürger aus Handorf um sich, die sich um die sozialen Belange der Kinder bemühten. Es wurde Kleidung genäht und gestrickt, die an bedürftige Kinder verteilt wurde, doch auch selbst gebasteltes Spielzeug kam vor allem in der Weihnachtszeit bei den Kindern gut an. Aus dieser ersten Betreuungsgruppe entstand somit 1946 ein erster Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt in Handorf, dessen Vorsitzender Karl Meyer wurde. Aus diesen Kontakten zur Arbeiterwohlfahrt entwickelten sich organisierte Jugendzeltlager, die von der AWO und den Falken gemeinsam getragen wurden. So war es keine Seltenheit, dass in den Sommermonaten bis zu 800 Ferienkinder in dem Zeltlager von Bauer Meyer betreut wurden. Als 1963 die gesamte Fläche des Hofes zum Truppenübungsgelände erklärt wurde, mussten die Zeltlager eingestellt werden. Diese Situation ergab auch, dass die Aufgaben des damaligen Ortsvereins nicht mehr gefragt waren und der Ortsverein seine Aktivitäten einstellte. Doch Karl Meyer ließ dieses nicht ruhen, inzwischen auf einem anderen Bauernhof umgesiedelt, gründete er erneut im Jahre 1971 zusammen mit 7 weiteren Gleichgesinnten den heutigen AWO Ortsverein Handorf. Auch hier war Karl Meyer für weitere 5 Jahre aktives Vorstandsmitglied. Der Ortsverein hatte im Jahre 1985 seinen Höhepunkt mit 180 Mitgliedern und betreute ehrenamtlich eine eigene Begegnungsstätte. Aufgrund seiner sozialen Tätigkeiten wurde Karl Meyer am 25.01.86 für sein Lebenswerk mit der höchsten Auszeichnung die die Arbeiterwohlfahrt vergeben kann, mit der Marie- Juchacz - Plakette ausgezeichnet.! Politik: Karl Meyer trat 1922 im Alter von 15 Jahren in die SPD ein. Als alter Sozialdemokrat hat er 1933 in öffentlichem Gespräch gewarnt: „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg und Blut wird in den Gossen fließen.“ Die Äußerung brachte ihm eine lange Jahre währende Verfolgung durch die Nationalsozialisten ein, denen er nur unter größten Schwierigkeiten entwischen konnte. So wie damals vertrat er bis zu seinem Tode stets seine Meinung nur seinem Gewissen verantwortlich zu sein.? Zu seinen Verdiensten zählte neben der erfolgreichen Vereinsarbeit u.a. die Errichtung eines Ehrenmals für ca. 150 verstorbene russische Kriegsgefangene in Dorbaum.’ Die politischen Aktivitäten sind wie folgt angegeben. Gründung des SPD Ortsvereines Handorf 1946 Stellvertretender Bürgermeister der früheren Gemeinde Handorf von 1956 - 1961 Stellvertretender Amtsbürgermeister des früheren Amtes St. Mauritz von 1956 - 1969 Ratsmitglied der früheren Gemeinde Handorf von 28.11.1952 - 31.12.1974 Mitglied der Amtsvertretung des früheren Amtes St. Mauritz von 1961 - 1974 Mitglied des Kreistages des früheren Kreises Münster von 1956 - 1974 Mitglied im Kreisbezirksgemeindetag von 1964 - 1969 Mitglied im Nordrhein — Westfälischen Städte und Gemeindebund von 1964 - 1974 Inhaber des Bundesverdienstkreuzes am Bande, verliehen am 28.04.1975 Anlässlich seines 65. Geburtstages im Jahre 1972 feierte Karl Meyer mit seiner Ehefrau Anna zusammen die fünfzigjährige Parteimitgliedschaft. Laudatoren waren damals Bürgermeister Reuter, SPD - Unterbezirks Parteisekreter F. Emons und Bruno Krause vom Kreisverband. Karl Meyer verstarb am 10. November 1997 * Überliefert von Günter Illhardt ? Neue Westfälische ? Heimatverein Handorf e.V. Seite 179 ....nicht nur große Kaffeekannen
Beschlussvorlage
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V/0575/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Vermessungs- und Katasteramt Betrifft Straßenbenennung Karl-Meyer-Weg Beratungsfolge 08.09.2011 Bezirksvertretung Münster-Ost Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Innerhalb des Bebauungsplans Nr. 492 Handor f – Drei Eichen / Dorbaumstraße / Lüt- zowstraße erhält der in Ost-West-Richt ung verlaufende Rad- un d Fußweg den Stra- ßennamen Karl-Meyer-Weg. 2. Der Antrag der SPD-Fraktion in der Be zirksvertretung Münster-Ost vom 05.05.2011, lfd. Nr. A-O/0006/2011 ist damit erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: Mit dem Antrag der SPD-Frakt ion wird die Verwaltung beauftragt, einen Weg oder eine Straße in Handorf für die Benennung nach Karl Meyer vorzuschlagen. Karl Meyer wurde am 03.02.1907 geboren. Von 1956 bis 1961 gehörte er dem Rat der früheren Gemeinde Handorf an und war fünf Jahre lang stellvertretender Bürgermeister. Er war Mitglied der Amtsvertretung des früher en Amtes St. Mauritz und dessen stellvertre- tender Amtsbürgermeister von 1956 bis 1969. Von 1956 bis 1974 gehörte er dem Kreistag des früheren Kreises Münster an und von 1964 bi s 1974 vertrat er die Gemeinde im nord- rhein-westfälischen Städte- und Gemeindebund. Für sein vielfältiges ehrenamtliches En- gagement wurde Karl Meyer mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und mit der Marie- Vorlagen-Nr.: V/0575/2011 Auskunft erteilt: Herr Zimmermann Ruf: 492 62 42 E-Mail: ZimmermannBernhard@stadt-muenster.de Datum: 08.08.2011 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0575/2011 Juchacz-Plakette der Arbeiterwohlfahrt ausgez eichnet. Karl Meyer starb am 10.11.1997. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Lauheide. Der zur Benennung vorgeschlagene Rad- und Fußweg verläuft von der Lützowstraße zur Dorbaumstraße und kreuzt den Franz-Reuter-Weg wie im Übersichtsplan dargestellt. An dem Weg befinden sich keine Adressen. In Vertretung Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: Antrag Nr. A-O/0006/2011 Informationen der SPD zu Karl Meyer Übersichtsplan
Antrag-0006-2011
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A-0/0006/2011 SPD-Fraktion Bezirksvertretung Münster-Ost Antrag: Namensgebung für einen Weg oder eine Straße in Karl-Meyer-Weg/Straße Die Verwaltung wird beauftragt, einen Weg oder eine Straße in Handorf mit dem Namen „Karl Meyer“ zu benennen. Idealerweise ist dieser Weg in der Nähe einer Jugendeinrichtung bzw. von Sportplätzen auszuweisen. Der Handorfer Bürger Karl Meyer wurde am 28.04.1975 für seine Verdienste um die Jugendarbeit in Münster-Ost sowie für seine langjährige gestaltende kommunalpolitische Arbeit in verschiedenen Gremien des damaligen Kreises Münster mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Zur Begründung: Karl Meyer wurde am 03.02.1907 geboren, trat im Alter von 15 Jahren in die SPD ein und hat als Sozialdemokrat öffentlich vor Adolf Hitler gewarnt. Nach dem Krieg gründete er 1946 den AWO-Ortsverein Handorf. Besonders eingesetzt hat er sich in diesen Jahren für Kinder aus dem Ruhrgebiet, Sauerland und auch Berlin, die auf einem Hof in Dorbaum ein Sommerferienlager besuchen konnten. Hier kümmerte er sich mit großer Hilfe aus der Bevölkerung um die Belange der ihm anvertrauten Jugendlichen. Während seines langjährigen politischen und gesellschaftlichen Wirkens in Münster-Ost war er stellvertr. Bürgermeister und stellvertr. Amtsbürgermeister in Handorf und St. Mauritz, Mitglied des Gemeinderates in Handorf und Mitglied des Kreistages Münster. Für sein Wirken erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Marie-Juchacz- Plakette der Arbeiterwohlfahrt. Er starb am 10. November 1997. Dem Antrag ist eine umfangreiche Dokumentation über Karl Meyer beigefügt. Anlage Dokumentation über Karl Meyer ür die Fraktion (. YA on Jörg Koltermann Marion Mix ( aM oO Renate Schmitz Ludger Steinmann R. Shuch Ludger Steinmann, Willingrott 67, 48157 Münster Tel.: 0251/234656 eMail: udger.steinmann@arcor.de
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (6)
- Dorbaumstraße
- Lützowstraße
- Karl-Meyer-Weg
- Franz-Reuter-Weg
- Willingrott 67
- Drei Eichen
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0575/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.08.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37