0237/2019
Stärkung der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
23639 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VII/4520
4520-27-00-04
Vorlagen-Nummer 01.02.2019
0237/2019
Stellungnahme zu einem Antrag nach § 3 der Geschäftsordnung bezüglich
AN/1182/2018
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Schule und Weiterbildung 18.03.2019
Jugendhilfeausschuss 19.03.2019
Ausschuss Kunst und Kultur 26.03.2019
Stärkung der präventiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gegen Antisemitismus,
Rassismus und Diskriminierung
Der Jugendhilfeausschuss auf seiner Sitzung am 13.09.2018 zum Thema „Stärkung der präventiven
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung“ folgen-
den Beschluss gefasst (AN/1182/2018):
„1. Der Jugendhilfeausschuss spricht sich für eine Stärkung und Ausweitung der präventiven kom-
munalen Angebote für Kinder und Jugendliche zur Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus und
Diskriminierung von Minderheiten aus.
2. Die bestehenden Strukturen und Akteure – insbesondere auch das NS-Dokumentationszentrum –
sollen personell und finanziell so gestärkt werden, dass sie ihre Angebote bedarfsgerecht mehr Kin-
dern und Jugendlichen zugänglich machen und auch neue Angebote und Angebotsformen entwickeln
können. Die hierfür erforderlichen Bedarfe sollen von der Verwaltung benannt werden.
3. Insbesondere sollen – auch in enger Zusammenarbeit mit dem Schulamt und der Bezirksregierung
– Maßnahmen ergriffen werden, um Kinder und Jugendliche gegen die Verbreitung von Antisemitis-
mus und Rassismus in sozialen Medien zu sensibilisieren.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, zu den geplanten Maßnahmen und deren Umsetzung auch in den
anderen zuständigen Fachausschüssen wie beispielsweise dem Ausschuss Schule und Weiterbil-
dung und dem Ausschuss Kunst und Kultur zu berichten.“
Die Verwaltung nimmt wie folgt Stellung:
Zu Punkt 1: Stärkung präventiver kommunaler Angebote zur Bekämpfung von Antisemitismus,
Rassismus und Diskriminierung
Antisemitismus ist nicht nur ein Angriff auf Jüdinnen und Juden, sondern auch ein Angriff auf unsere
demokratische, pluralistische und von Vielfalt geprägte Gesellschaft. Die Zunahme antisemitischer
Äußerungen und antisemitisch motivierter Straftaten in der Öffentlichkeit, aber auch in sozialen Netz-
werken, gefährden unser friedliches und partnerschaftliches Zusammenleben. In Köln lebende Jüdin-
nen und Juden fühlen sich zunehmend unsicher und bedroht. Dabei ist Antisemitismus nicht nur in
einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zu finden, sondern tritt in allen Bereichen und in verschiede-
nen politischen und sozialen Milieus zu Tage. Antisemitismus hat viele Facetten: Neben Vorurteilen,
die oft auf jahrhundertealte Stereotype zurückgehen, werden beispielsweise auch unter dem Vorwand
der „Israelkritik“ bestehende Tabus gebrochen und dabei Hemmschwellen für antisemitische Taten
gesenkt.
Gleichermaßen zeigen etliche wissenschaftliche Untersuchungen und Studien auf, dass sich auch die
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rassistische Ablehnung und Abwertung von Geflüchteten, Migrant/innen sowie vermeintlich „Frem-
den“ tief in der Mitte der Gesellschaft verfestigt. Für die von Diskriminierung und Rassismus betroffe-
nen Menschen bedeutet dies die alltägliche Verletzung ihrer Menschenwürde – oder im schlimmsten
Fall ihrer körperlichen Unversehrtheit. Die Berichte der in Köln tätigen Akteure aus der Praxis der An-
tidiskriminierungsarbeit und auch die Zahlen der Beratungsstellen in Köln zeugen von der Dringlich-
keit, diesem Problem zu begegnen.
Ansätze zur Begegnung der komplexen und ineinander greifenden Phänomene müssen auf verschie-
denen Ebenen stattfinden, die ineinandergreifen. Eine ganz wesentliche Antwort ist jedoch die Bil-
dungsarbeit als Daueraufgabe einer Stadtgesellschaft.
Zu Punkt 2: Stärkung bestehender Strukturen zur Entwicklung neuer Angebote
Personelle Stärkung zur Durchführung von Aktivitäten
Die vom Jugendhilfeausschuss in seinem Beschluss vom 13. September 2018 geforderte personelle
Verstärkung um Angebote gegen Antisemitismus und Rassismus bedarfsgerecht mehr Kindern und
Jugendlichen zugänglich zu machen und neue Angebote und Angebotsformen zu entwickeln, ist be-
reits erfolgt. Mit einer Entscheidung im Finanzausschuss vom 8. Oktober 2018 und der Verabschie-
dung des Haushalts vom Rat der Stadt Köln am 8. November 2018 wurden Mittel für eine Stellenzu-
setzung bei der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum
der Stadt Köln bereitgestellt. Diese Stelle ist derzeit im Besetzungsverfahren. Unter dem Motto „[m²]:
Miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus und Rassismus“ werden Aktivitäten
für Jugendliche und Erwachsene konzipiert und umgesetzt, die diese befähigen, antisemitisches, ras-
sistisches und menschenverachtendes Gedankengut zu erkennen und dagegen vorzugehen und da-
zu motivieren, sich für ein demokratisches und von Respekt geprägtes Miteinander zu engagieren.
Damit ist das NS-Dokumentationszentrum als Gedenk-, Forschungs- und Lernort der maßgebliche
Ansprechpartner der Stadt Köln für Bildungsarbeit gegen Antisemitismus und Rassismus und für De-
mokratie.
Ziel: Alle erreichen
Aus pädagogischer Perspektive muss es darum gehen, Menschen für diese Themen zu sensibilisie-
ren, ihnen Hintergründe zu erläutern und mit ihnen herauszuarbeiten, wo Antisemitismus und Ras-
sismus jeweils anfangen, welche Ursachen sie haben und welche Funktionen sie erfüllen, um so ei-
nen Prozess der Selbstreflexion anzustoßen. Dieser Herausforderung muss sich die Kommune an-
nehmen. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dabei die Vielfalt der Stadtge-
sellschaft berücksichtigen und Menschen verschiedener Herkünfte, gesellschaftlicher Positionierun-
gen und mit unterschiedlichen biographischen Hintergründen erreichen.
Ziel: Zugänge erleichtern, Angebote kostenfrei ermöglichen
In Köln besteht ein großer Bedarf, bestehende Angebote auszuweiten, zu verstetigen und sie kontinu-
ierlich (ohne die Beschränkung durch kurzfristige Projekte) umzusetzen. Politische Bildung einer
kommunalen Einrichtung wie dem NS-Dokumentationszentrum soll die Voraussetzungen für die Men-
schenrechtsidee der gleichberechtigten gesellschaftlichen und politischen Teilhabe schaffen. Dafür
müssen unterschiedliche Zugangswege gefunden werden. Die Erfahrungen der Praxis zeigen, dass
eine Grundvoraussetzung der Teilhabe an politischer Bildung ist, dass diese z.B. durch Förderung mit
kommunalen Mitteln, kostenfrei angeboten werden kann.
Schulen als zentraler Präventionsort
Von besonderer Bedeutung sind Angebote für Schulen als zentrale Präventionsorte, in denen Demo-
kratie gelebt und im Alltag verankert werden soll. Das NS-Dokumentationszentrum hat Vorschläge für
Schul-Workshops konzipiert, die in der Regel vier Schulstunden (drei Zeitstunden) umfassen. Sie
sollen für Schulen in Köln kostenfrei sein und vor Ort (nach Fertigstellung des „Haus für Erinnern und
Demokratie“ auch im NS-Dokumentationszentrum) durchgeführt werden. Die einzelnen standardisier-
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ten Formate behandeln die unterschiedlichen Facetten von Antisemitismus und Rassismus und sind
auf die entsprechende Altersgruppe und unterschiedlichen Voraussetzungen der Teilnehmenden
ausgerichtet. Sie ermöglichen grundsätzlich einen einfachen Einstieg ins Thema. Entsprechende In-
halte werden auch in Fortbildungen für Lehrer/innen thematisiert.
Multiplikator/innen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Die Verwaltung schlägt verschiedene Maßnahmen für Kinder und Jugendliche vor. Diese sollen er-
gänzt werden um Angebote für Multiplikator/innen, die mit diesen Zielgruppen arbeiten. Entsprechen-
de Bildungsformate sollen sich grundsätzlich an den Anfragen orientieren und in enger Absprache mit
der jeweiligen Zielgruppe erfolgen. Die Vorschläge des NS-Dokumentationszentrums bieten die Mög-
lichkeit, gleichermaßen in die Breite und/oder in die Tiefe zu gehen. Zu den unterschiedlichen Formen
von Antisemitismus und Rassismus werden entsprechende Module angeboten, die teilweise von der
ibs selbst, teilweise von anderen Trägern bereits erprobt wurden. Zudem werden neue innovative
Formate zur Umsetzung vorgeschlagen. Auch diese Angebote sollen für Institutionen und Organisati-
onen in Köln kostenfrei buchbar sein.
Vernetzung und Kooperation
Schul-Workshops wie auch Fortbildungen für Lehrer/innen sollen in Zusammenarbeit mit der Bezirks-
regierung und dem Amt für Schulentwicklung beworben werden, mit dem Ziel, sie in das schulische
Geschehen zu implementieren. Dabei soll auch die bewährte Kooperation mit Netzwerken wie „Schu-
le ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und der dieses Netzwerk in Köln koordinierenden Regio-
nalbeauftragten des Kommunalen Integrationszentrums zum Tragen kommen.
Um die entsprechenden Vorschläge des NS-Dokumentationszentrums weiterzuentwickeln und umzu-
setzen, wird eine Zusammenarbeit mit städtischen Dienststellen, insbesondere dem Amt für Integrati-
on und Vielfalt, der VHS (Amt für Weiterbildung) und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie oder
weiteren Fachstellen wie der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Köln
angestrebt.
Maßnahmenvorschläge für Kinder und Jugendliche
Geschichtenkoffer
Kindermobil
Dieses Angebot richtet sich speziell an Schülerinnen und Schüler ab acht Jahren, die durch Lektüre,
Schulunterricht oder andere Erfahrungen schon über Informationen über die NS-Zeit verfügen und
nun vor Fragen stehen wie: Wie konnte es zu dem NS-Regime kommen? Warum wurden „die Juden“
verfolgt? Warum haben sich so wenige Menschen gewehrt?
Junges Museum
Interaktive Ausstellung für Kinder und Jugendliche
Das sich in der Entwicklung befindliche „Junge Museum“ im NS-Dokumentationszentrum bietet eine
interaktive, handlungsorientierte sowie stärker exponatbasierte Ausstellung zu Dimensionen von Le-
benswelten von Kindern und Jugendlichen während der NS-Zeit. Das Museum als Verhandlungsort
von Themen wie Verfolgung und Ausgrenzung, aber auch von Anpassen und Mitmachen, wirft dabei
auch aktuelle Fragen zu Diskriminierung auf.
Tristan da Cunha. Abenteuer Demokratie auf einer Insel
Demokratiespiel für Jugendliche
Der sich in der Entwicklung befindliche Erlebnisort, der im Mittelpunkt des „Haus für Erinnern und
Demokratie“ im NS-Dokumentationszentrum stehen wird, soll einen spielerischen, auf Erlebnis und
Erfahrung, nicht primär auf Kognition ausgerichteten Zugang zum Themenfeld Demokratie schaffen.
Das Konzept sieht vor, dass Teilnehmende aktiv in die Aushandlung demokratischer Prozesse einbe-
zogen werden.
Von der Ausgrenzung zum Antisemitismus
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Basis-Workshop für Schulen
Der mehrteilige Workshop beschäftigt sich mit Gruppenbildungsprozessen, Ein- und Ausschlussme-
chanismen und stellt eine Verbindung zu antisemitischen Ereignissen her. Die Teilnehmenden lernen,
diese Prozesse und Mechanismen zu erkennen und zu hinterfragen.
Rassismus und Diskriminierung
Basis-Workshop für Schulen
Der Workshop thematisiert verschiedene Formen und Ebenen von Rassismus und Diskriminierung.
Es werden Handlungsmöglichkeiten für den Alltag erarbeitet.
Kontinuitäten und Brüche
Workshop zu jüdischem Leben in Köln vor und nach 1945
Bei einem Besuch im EL-DE-Haus beschäftigen sich die Teilnehmenden mit jüdischem Leben und
jüdischen Lebensentwürfen vor und nach 1945. Verfolgung und Ermordung werden ebenso themati-
siert wie Neubeginn, Kontinuitäten und Migration.
AnsichtsSachen
Auseinandersetzung mit jüdischen Selbstbeschreibungen und antisemitischen Zuschreibun-
gen
Anhand eines Films lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Selbstbeschreibungen von Jüdinnen
und Juden kennen. Sie arbeiten heraus, welche Vorurteile und Stereotype demgegenüber in den Bil-
dern über „die Juden“ enthalten sind, die von Nichtjüdinnen und -juden formuliert werden, und disku-
tieren deren Funktionen.
Mobiles Geschichtslabor
Biographien von Menschen mit Rassismus- und Antisemitismuserfahrungen
Mit Hilfe verschiedener didaktischer Methoden folgen die Teilnehmenden einer Spur, die sie zu einer
Biographie führt. Die Teilnehmenden setzen sich mit der Perspektive von Betroffenen auseinander
und lernen Handlungsmöglichkeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung kennen.
2 Orte, 1 Thema
Zweitägiges Programm der Akademie Vogelsang IP und des NS-Dokumentationszentrums
Köln
Das Angebot in der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang IP und in dem ehemaligen Gestapo-
Hauptquartier in Köln eröffnet Jugendlichen Einblick in vielfältige Facetten der Auseinandersetzung
mit dem Nationalsozialismus. Historische Orte und ihre Geschichte(n), frühere sowie gegenwärtige
Gedenk- und Erinnerungspraktiken werden erforscht, befragt und thematisch verflochten. Eingebun-
den sind aktuelle Erscheinungsformen von Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus
„Ich habe Köln doch so geliebt“
Stadtrallye Antisemitismus
Die Teilnehmenden folgen Spuren jüdischen Lebens und dessen Verfolgung durch die Nationalsozia-
listen in Köln. Sie beschäftigen sich mit Ausschluss, Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevöl-
kerung, aber auch mit Kontinuitäten jüdischer Präsens in Köln nach 1945.
„Jetzt geht’s nach Afrika!“
Stadtrallye zum Thema Kolonialismus
Die Teilnehmenden spüren Spuren aus der Kolonialzeit in der Stadt auf. Sie erfahren Hintergründe
über ein wenig bekanntes und wenig diskutiertes Thema. Sie beschäftigen sich mit den Geschichten
von Kölner Orten, die mit der Kolonialzeit direkt in Verbindung stehen.
„Was geschah?“
Geschichtenwerkstatt zu jüdisch-muslimischen Beziehungsgeschichten
Anhand von drei historischen Ereignissen wird die weit verbreitete These der „ewigen Feindschaft“
zwischen Juden und Muslimen spielerisch irritiert. Die Teilnehmenden lernen Aspekte der Vielfalt und
Ambivalenz im historischen Zusammenleben von Jüdinnen und Juden sowie Musliminnen und Mus-
limen im islamischen Kulturraum kennen.
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Jenseits des Bekannten
Storytelling
Mit Hilfe von Geschichten, die jenseits des als sicher geglaubten Wissens angesiedelt sind, sollen die
Teilnehmenden „irritiert“ werden und gängige Narrative zu jüdische-muslimischem Zusammenleben
gebrochen werden. Durch die Beschäftigung mit gänzlich Unbekanntem (z.B. Erzählungen zur Ret-
tung der Juden/Jüdinnen in Albanien, zur Immigration in die Türkei aus dem Rheinland oder zu jü-
disch-muslimischen Ehen in Israel) wird der Blick geweitet und neue Perspektiven auf jüdisches Le-
ben eröffnet.
Close Up
Jugendliche drehen Filme gegen Antisemitismus und Rassismus
Mit Hilfe von Medienpädagog/innen (bspw. aus dem Jugendfilmclub Köln) drehen Jugendliche Filme
zum Thema Antisemitismus und Rassismus. Die dokumentarischen Videoprojekte sollen den Jugend-
lichen eine Möglichkeit zur breiten medialen Artikulation mittels selbstproduzierter Videos gegenüber
anderen Jugendlichen geben
Ohrenblicke
Radiosendungen und Podcast
Die Teilnehmenden bekommen (bspw. über eine Kooperation mit der Melanchthon-Akademie Köln)
das nötige technische Equipment und journalistische Kompetenz zur Seite gestellt, um ihre eigene
Radiosendung oder einen Podcast gegen Antisemitismus oder Rassismus zu produzieren. Die Bei-
träge können im Bürgerfunk gesendet oder auf einer Website zur Verfügung gestellt werden.
hate speech
Antisemitische und rassistische Hetze in sozialen Netzwerken
Im Workshop setzen sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Erscheinungsformen antisemitischer
und rassistischer Hetze im Netz (Facebook, Twitter und Instagram) auseinander. Dabei wird der Fra-
ge nachgegangen, wie „hate speech“ – hasserfüllte Sprache – in sozialen Netzwerken funktioniert
und welche Ziele sie verfolgt.
Maskenbuch
Medienpädagogisches Planspiel zur Funktionsweise von social media
Das medienpädagogische Planspiel „Maskenbuch“ bildet vereinfacht die Kommunikation in sozialen
Netzwerken ab. Durch das Nachspielen von Chats und Vernetzung wird Verständnis für Mechanis-
men erreicht, wie im Internet Hass und Hetze gedeihen können.
EXIT: Entkomme der Verschwörung!
Workshop Verschwörungsideologien
In einem den EXIT-Spielen nachempfundenen Spiel versuchen die Teilnehmenden, einer Verschwö-
rung zu entkommen. Wirk- und Funktionsweisen von Verschwörungsideologien werden so verständ-
lich und nachvollziehbar gemacht und können diskutiert werden.
„Irgendjemand wird ja wohl dahinter stecken!“
Workshop zu Verschwörungsideologien
Die Teilnehmenden lernen, dass die Welt kompliziert und oft unüberschaubar ist. Sie erhalten Einbli-
cke in Dynamiken und Wirkungsweisen von Verschwörungstheorien. Sie setzen sich mit Quellen und
Zugängen zu Informationen und Wissen auseinander und schlagen die Brücke zu antisemitischen
Verschwörungsideologien.
Maßnahmenvorschläge für Jugendliche und Erwachsene
Am Ort des Geschehens
Exkursionen
Die Exkursionen zu historischen Orten (bspw. Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) als Tagesfahrt
oder Berlin (Holocaustmahnmal oder Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, mehrtägige Fahrt) sollen
das (historische) Wissen vertiefen und erweitern. Ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein, das durch
Multiperspektivität und grundlegende historische Kenntnisse über die Entwicklung der deutschen und
europäischen Geschichte geprägt ist, trägt dazu bei, Ideologien der Ungleichwertigkeit in Frage zu
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stellen. Jede Exkursion beinhaltet eine Vorbereitung im NS-Dokumentationszentrum in Köln.
Miteinander
Begegnungsprojekte
Kooperation mit den Gemeindezentren Chorweiler und Porz der Synagogen-Gemeinde Köln. Besuch
des Gemeindezentrums und Austausch mit Gemeindemitgliedern und/oder Jugendgruppen. Aus-
tausch zu Themen Religion, Leben als Jude/Jüdin in Deutschland, Diskriminierung und Ausgrenzung.
Widersprüche aushalten
Planspiel zur Staatsgründung Israels
Mit Hilfe dieses Planspiels wird die Gründung des Staates Israels nachgespielt. Dazu werden die un-
terschiedlichen Perspektiven der beteiligten Akteure eingenommen.
„1948 Jüdischer Traum, arabisches Trauma. Wie Israel entstand“
Film-Workshop
Der Film beschreibt die Erfahrungen von fünf Personen zur Zeit der Staatsgründung Israels. Anhand
dieser Biographien erhält man ein differenziertes Bild der damaligen Ereignisse und kann mithilfe der
jeweiligen Perspektive Motive, Ängste und Wünsche der Beteiligten besser verstehen lernen.
Nicht im Bilde?
Workshop zu Multikulturalismus in Israel
Durch die Arbeit mit Bildern lernen die Teilnehmenden, die Vielfalt der israelischen Gesellschaft jen-
seits bekannter Klischees und Stereotype kennen.
Maßnahmenvorschläge für Multiplikator/innen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
#FirstAidAgainstHate
Lehrerfortbildung zu antisemitischer und rassistischer Hetze in sozialen Netzwerken
Durch diese Fortbildung wird das Wissen der Teilnehmenden über Antisemitismus und Social Media
ausgebaut, Kommunikationsstrategien im Netz werden kennengelernt und Handlungskompetenzen
erweitert.
„Das wird man ja wohl sagen dürfen?“
Argumentationstraining Antisemitismus
Die Teilnehmenden erweitern ihr Wissen über Antisemitismus, sie lernen Kommunikationsstrategien
kennen und erlangen weitere Handlungskompetenzen. Die erlernten Strategien werden ausprobiert
und trainiert.
„Alles nur Spaß?“
Antisemitismus in der Jugendkultur am Beispiel HipHop
Die Teilnehmenden sollen ein besseres Verständnis jugendkultureller „Codes“ erlangen und Ideen
bekommen, wie sie antisemitische und rassistische Inhalte in Liedern im Unterricht thematisieren und
problematisieren können. Es wird praxisorientiert mit einzelnen Liedern gearbeitet.
Weiter denken
Jährliche Fachtagung für Pädagog/innen
Die Tagungsreihe soll aktuelle Diskussionen aufnehmen und Analysen beleuchten. Teilnehmende
sollen ihr Wissen erweitern und verschiedene Ansätze kennen lernen. Sie sollen, die Möglichkeit ha-
ben, drängende Fragen jenseits der Erfordernisse des Arbeitsalltags vertieft zu diskutieren. Durch
verstetigten Austausch und Vernetzung für Akteure aus Wissenschaft und (pädagogische) Praxis wird
der Transfer beider Bereiche gefördert.
was tun? – was tun!
Vierteljährliche Praxistreffen zur antisemitismus- und rassismuskritischen Bildungsarbeit in
Köln
Regelmäßige Treffen stärken die Zusammenarbeit und den Austausch der beteiligten Akteure. Dabei
können neue Ansätze in der Bildungsarbeit kennengelernt, Herausforderungen und Probleme disku-
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tiert werden. Eine dauerhafte Auseinandersetzung mit dem Thema wird gefördert.
Gut informiert
Newsletter zur antisemitismus- und rassismuskritischen Bildungsarbeit
Der Newsletter soll die Ergebnisse der Praxistreffen aufbereiten und für ein interessiertes Publikum
zugänglich machen. Zudem sollen Hinweise auf Projekte gegeben, neue Veröffentlichungen zum
Thema vorgestellt sowie auf Ausstellungen und Veranstaltungen im Rheinland verwiesen werden.
Der Newsletter kann auch über aktuelle Ereignisse und Diskussionen berichten bzw. diese Gescheh-
nisse kommentieren. Dabei sollen unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen.
Gut gerüstet…
Methodenkoffer zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der Bildungsarbeit
Der Methodenkoffer beinhaltet Methoden für die Bildungsarbeit, wie sie im Methodenhandbuch der
ibs und der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische zusammengefasst sind. Er zeigt Möglich-
keiten auf, die verschiedenen Facetten und die Komplexität des Themas Antisemitismus für die politi-
sche Bildung darstellbar zu machen. Die im Methodenkoffer enthaltenen Materialien können als
Handwerkszeug für die eigene pädagogische Praxis genutzt werden.
Um die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen und das Ziel eines kostenfreien Angebots zu er-
reichen und damit Zugangswege zu verschiedenen Gruppen zu ermöglichen, sind ab 2020 jährlich
50.000;- Euro in den Haushalt des NS-Dokumentationszentrums einzustellen. Im Jahr 2019 sollen die
Maßnahmen in die Phase der Aufstellung und Erprobung gehen. Die entstehenden Kosten sollen aus
den Haushaltsmitteln gedeckt werden.
Maßnahme Geschätzte Kosten
Vorträge, Seminare und Fortbildungen zu
Antisemitismus und Rassismus
Durchgeführt über Stellenzusetzung bei der
ibs. Die Personalkosten sind in den Haushalt
eingestellt.
Durchführung von Workshops an Schulen
durch freie Mitarbeiter/innen
13.000,- €
Qualifizierung von Teamenden und Multipli-
kator/innen
4.000,- €
Stadtrallyes
3.000,- €
Entwicklung und Erstellung pädagogischer
Materialien (die z.B. Schulen kostenfrei zur
Verfügung gestellt werden)
5.000,- €
Exkursionen
7.000,- €
Sachkosten zur Durchführung der weiteren
pädagogischen Angebote (Materialien etc.)
5.000,- €
Newsletter (Honorare für Redaktion, Layout
etc.)
2.500,- €
4 Praxistreffen
500,- €
Durchführung einer jährlichen Fachtagung
sowie weiterer Fachseminare
10.000,- €
Gesamt jährlich 50.000,- €
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Zu Punkt 3: Antisemitismus und Social Media
Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram, YouTube sowie Blogs und anderen Web-
seiten haben für die Verbreitung antisemitischer und rassistischer Hetze eine enorme Bedeutung. Als
selbstverständlicher Teil jugendlicher und erwachsener Lebenswelten müssen sie in der Bildungsar-
beit aufgenommen werden. Entsprechende Formate finden sich in den unter Pt. 2 aufgeführten Maß-
nahmenvorschlägen.
Zu Punkt 4: Berichte zu geplanten Maßnahmen
Die Verwaltung wird zu den geplanten Maßnahmen und deren Umsetzung den Jugendhilfeausschuss
wie auch die anderen zuständigen Fachausschüsse informieren.
gez. Laugwitz-Aulbach
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0237/2019
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 01.02.2019
- Erstellt
- 17.01.2019 14:17