AN/1287/2022
WDR-Beitrag über Finkenberg; Hier: Äußerungen des Herrn Beigeordneten Dr. Rau
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SPD Anfrage nach § 4
3717 Zeichen
Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 06.07.2022 AN/1287/2022 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Hauptausschuss 11.07.2022 WDR-Beitrag über Finkenberg; Hier: Äußerungen des Herrn Beigeordneten Dr. Rau Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, in der Sitzung des Hauptausschuss am 09.05.2022 hat Herr Joisten mit Bezugnahme auf den WDR-Fernsehbeitrag „Die gescheiterte Wohnvision: Wie ein Stadtteil seinem Schicksal überlassen wird“ um Erläuterung der Aussagen von Herrn Beigeordneten Dr. Rau gebeten. Diese mündliche Anfrage ist mit den schriftlichen Ausführungen in der Niederschrift zur Sit- zung vom 09.05.2022 nur bedingt bis gar nicht beantwortet, insbesondere ist die Antwort nur generalisierend formuliert und nimmt keinen Bezug auf die ausdrücklichen Ausführungen des BG Dr. Rau. Seine Wortbeiträge lauteten ungekürzt in voller Länge: Da, wo eine hohe Nachfrage ist, da haben quasi die Vermietenden auch eine relativ hohe Macht. Das ist quasi eine Gesetzmäßigkeit des Marktes. Und ich sag jetzt mal von mir selber, wenn ich sehr leiden würde, würde ich mir schon auch überlegen, welche anderen Möglichkeiten habe ich. Muss ich in die Millionen Stadt oder kann ich vielleicht auch an den Rand einer Stadt.“ und Ich hoffe, dass das nicht zynisch klingt, ich glaube auch, Menschen, die irgendwie benachtei- ligt sind, sind gut geraten, quasi auch zu eigener Kraft zu finden. Ja, gerade Menschen, die miteinander auf gewisse Weise leiden, sich abgehängt und benachteiligt fühlen, dass die sich treffen, dass sie sich organisieren, dass sie überlegen, wo liegt unsere Stärke, wie wol- len wir denn leben. Das ist etwas Wertvolles und das ist auch -ich sag sogar mal- die Pflicht dieser Menschen. Also, wir leben nicht in einem Staat, wo jeder nur rufen kann: "Staat hilf mir!" Die Antwort der Verwaltung vermittelt den Eindruck, die Äußerungen des Herrn Dr. Rau sei- - 2 - en aus dem Zusammenhang gerissen. In Ansehung des obigen Wortlauts ist das schlechthin nicht zutreffend. Daher bittet die SPD-Fraktion hiermit nochmals die folgenden Fragen unter Bezugnahme auf die ausdrücklichen Formulierungen von Dr. Rau zu beantworten. Zur Hilfestellung der Be- antwortung weist die SPD-Fraktion gerne auf die zu berücksichtigenden Aspekte hin: 1. Wo und in welcher Weise sieht Herr Dr. Rau am Rande der Stadt Köln bessere Le- bensbedingungen für die von ihm als „leidend“ beschriebenen Menschen? 2. Auf Grundlage welcher empirischen Untersuchungen sollen diese Menschen nach Ansicht von Dr. Rau besser aus Köln wegziehen, ohne dass die von ihm verantworte- te Sozialverwaltung für sie nachhaltige Verbesserungen anstrebt? 3. Wie ist die Äußerung von Dr. Rau, dass leidende Menschen die Pflicht haben, „zu überlegen, wie wollen wir denn leben" und " wir leben nicht in einem Staat, wo jeder nur rufen kann: "Staat hilf mir!", vereinbar mit der Unterstützung- und Hilfeleistungs- pflicht der von ihm verantworteten Sozial- und Wohnungsverwaltung? 4. Gibt es empirische Untersuchungen, dass die Bewohner*innen in Finkenberg inaktiv in Bezug auf ihre Lebensumstände sind und stattdessen nur auf staatliche Hilfe po- chen? 5. Mit welchen konkreten Maßnahmen unterstützt die Sozialverwaltung des BG Dr. Rau die Mieterinnen und Mieter bei der Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber den global agierenden Immobilien-Konzernen? Mit freundlichen Grüßen gez. Mike Homann Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungOrte (1)
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Details
- Aktenzeichen
- AN/1287/2022
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 06.07.2022
- Erstellt
- 05.07.2022 13:28