A-R/0012/2007
Älter werden in Münster
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Originalantrag
8077 Zeichen
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
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Antrag der CDU-Fraktion Nr.: A-R/0012/2007
an den Rat der Stadt Münster
20. März 2007
Älter werden in Münster
Leitantrag zur Sozialpolitik für Seniorinnen und Senioren
Der Rat beauftragt die Verwaltung, zeitnah ein erweitertes Gesamtkonzept zu entwickeln,
dass der sich verändernden demographischen Entwicklung Rechnung trägt. Hierbei sind
insbesondere nachstehende Aspekte zu berücksichtigen:
• Selbstbestimmung und Selbständigkeit unterstützen
Die Lebensbedingungen müssen in den Stadtteilen so gestaltet werden, dass sie
den Bedürfnissen älterer Menschen entsprechen und dem Entstehen besonderer
Hilfebedürftigkeit entgegenwirken. Die Menschen können umso besser länger
selbständig leben, wenn die Bedingungen darauf eingestellt werden. Dazu
gehören geeignete Wohnungen, Einkaufen, Dienstleistungen, ÖPNV,
Begegnungszentren etc.
• Angebote der offenen sozialen „Altenarbeit“ neu ausrichten
Bestehende Begegnungs- und Kommunikationsangebote sollten einen stärkeren
intergenerativen Charakter erhalten (Mehrgenerationenhäuser), neben
Angeboten der Selbsthilfe sollten sie auch Beratung und Information über
individuelle Lebenshilfen vorhalten, zu Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen
anregen sowie Tätigkeitsfelder für ehrenamtliches Engagement bieten.
• Infrastruktur für Hilfe und Pflege sichern - ambulant vor stationär
Dreiviertel der Menschen unserer Stadt möchten im Alter - gegebenenfalls mit
Unterstützung - in ihrer bisherigen Wohnung leben. Der Umzug in eine stationäre
Einrichtung wird nur für den Fall besonderer Hilfebedürftigkeit in Erwägung
gezogen.
Die bisherige Hilfestruktur ist in den letzten Jahren von einem Ausbau der
stationären Angebote geprägt gewesen. Die Versorgung mit stationären
Pflegeplätzen in Münster ist auf die nächste Zukunft hin ausreichend.
Der weitere Ausbau der Hilfestruktur ist daher stärker auf das Ziel ambulant vor
stationär auszurichten. Dazu gehört neben den Angeboten der ambulanten
Pflege auch die Weiterentwicklung der haushaltsnahen Dienstleistungen zur
Unterstützung der Selbständigkeit im Alter.
Das Zusammenwirken von verschiedenen Diensten und Dienstleistungen muss
im Einzelfall mit dieser Zielsetzung optimiert werden. Gerade für allein lebende
Menschen sollte das Case Management als Hilfe für den Einzelnen erprobt
werden.
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
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• Kommunale Handlungsfähigkeit erhalten
In ihrer Berichtsvorlage 713/2006 zur Haushaltskonsolidierung 2007 – 2010
konstatiert die Verwaltung, dass die Kosten pro Platz in der stationären Pflege im
Vergleich zu den Vergleichsstädten hoch sind und stellt den generellen Umstand,
dass der Umfang der Hilfe zur Pflege reduzierungsbedürftig ist, nicht in Frage.
Die Verwaltung sollte möglichst bis Ende 2007 aufzeigen, wie Kosten im Bereich
der Leistungen zur Pflege eingespart werden können ohne das die Versorgung
der Menschen in Umfang und Qualität eingeschränkt wird.
Ansatzpunkte bieten sich zum Beispiel im Rahmen der Begutachtungen zur
Feststellung der Heimbedürftigkeit durch die Hinzuziehung von Pflegefachkräften
(ergänzend zu den städtischen Sozialarbeitern) einschließlich der Erprobung
eines Case Managements. Weitere Potenziale könnten in der Verbesserung der
Verfahren vom Übergang aus dem Krankenhaus zurück in die eigene Wohnung
und in der Reduzierung der Heimaufnahmen bei sogenannten Pflegestufe 0
Fällen liegen. Auch Kostenvergleiche zwischen stationären und ambulanten
Angeboten einschließlich ambulant betriebener Hausgemeinschaften können
Hinweise für Kostensenkungen geben, andererseits dem Wunsch nach einem
selbständigen und selbstbestimmten Leben im Alter entsprechen.
• Entscheidungshilfen für Investoren und Betreiber
Die Versorgung mit stationären Pflegeplätzen unter Berücksichtigung der
vorliegenden Planungen ist in Münster derzeit ausreichend. Mit der
bevorstehenden Reform der Pflegeversicherung wird die ambulante Versorgung
von Pflegebedürftigen ein größeres Gewicht erhalten. Die Verwaltung sollte
hierauf in Gesprächen mit Investoren und Betreibern hinweisen und die mit
neuen stationären Einrichtungen verbundenen wirtschaftlichen Risiken aufzeigen.
• Steuerung der Hilfen für ältere Menschen verbessern
Begutachtungen zur Heimbedürftigkeit sowie im B ereich der ambulanten
Pflege, die Betreuungsstelle, das Projekt Mensch zu Mensch, die Pflegeberatung
usw. sind derzeit in unterschiedlichen Verwaltungsbereichen angesiedelt. Zur
Optimierung der Steuerungsmöglichkeiten prüft die Verwaltung, inwieweit eine
Bündelung der Kompetenzen im Bereich der Sozialverwaltung zur
Effizienzsteigerung sinnvoll ist.
Begründung:
Die demographische Entwicklung der Stadt Münster wird in den kommenden Jahren durch
eine älter werdende Bevölkerung geprägt. Bereits heute sind 21,5% der Bevölkerung älter
als 60 Jahre. Die Gruppe der Menschen die älter als 70 Jahre ist, wird sich bis zum Jahr
2015 um ca. 17,1 % oder 5504 Personen auf dann 37.710 Personen erhöhen, davon
werden dann ungefähr 14.500 Personen älter als 80 Jahre sein.
Die Gruppe der Seniorinnen und Senioren in Münster stellt keine homogene Gruppe dar.
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern beträgt heute 78 Jahre und bei Frauen
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83,2 Jahre. Nach Eintritt des Rentenalters schließen sich die dritte und vierte Lebensphase
(bis 80 und über 80 Jahre) an. Die jüngere Gruppe der Senioren ist mobil und aktiv und
wichtiger Bestandteil der ehrenamtlichen Arbeit unserer Stadt. Mit zunehmendem Alter tritt
ein Bedarf für Hilfen zum selbständigen Wohnen oder auch bei Pflegebedürftigkeit ein. Die
Zahl der Haushalte, in denen ältere Menschen allein leben, wird ebenfalls zunehmen;
häufiger als noch heute werden diese Menschen über keinen familiären Hintergrund
verfügen. Soweit sie auf Hilfen angewiesen sein werden, stehen Angehörige, die die Hilfen
aufeinander abstimmen und organisieren könnten, nicht zur Verfügung.
Das Älterwerden der Menschen ist ein Geschenk für die Gesellschaft wie für den Einzelnen
und bietet eine große Chance für ein stärkeres Miteinander der Generationen. Die älteren
Menschen verfügen über Kompetenzen und Ressourcen, die für die nachfolgenden
Generationen unverzichtbar sind. Die kommunale Politik muss dem Zusammenleben der
Generationen einen Rahmen geben und die bestehende Infrastruktur dieser Entwicklung
anpassen. Hierzu ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Vertretungen der Senioren,
den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, den Kirchen und Religionsgemeinschaften, den
gewerblichen Anbietern, der Verwaltung und den politischen Entscheidungsträgern
erforderlich.
Politik für Seniorinnen und Senioren ist kein isoliertes Aufgabenfeld der Sozialpolitik. Es ist
daher erforderlich, dass Verwaltung und Rat ressortübergreifend auf die dargestellten
Entwicklungen reagieren.
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Heinz-Georg Buddenb äumer
Elfriede Dalla Riva-Hanning
Edgar Dr üge
Dr. Dietmar Erber
Markus Funk
Magdalene Gefroi
Richard M. Halberstadt
Eleonore Heyne
Christoph Jahn
Horst Kisnat
Rolf Klein
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Franz-Pius Graf von Merveldt
Dieter Maager
Josef Messing
Ursula M öllers
Andreas Nicklas
Robert Otte
Karin Reismann
Josef Rickfelder
Ursula Schaffstein
Günter Schulze Blasum
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Mauritzstraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0012/2007
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 21.03.2007
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37