V/0978/2008
Jahresabschluss 2007 der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH
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Beschlussvorlage
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V/0978/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Jahresabschluss 2007 der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH Beratungsfolge 26.11.2008 Kulturausschuss Vorberatung 04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2007 (Anlagen 1 – 3) werden zur Kenntnis genommen. 2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der Theaterhaus Pumpen- haus gGmbH für das Geschäftsjahr 2007 durch den beauftragten Wirtschaftsprüfer am 30.05.2008 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Theaterhaus Pum- penhaus gGmbH wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen: a) Der Jahresabschluss der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH für das Geschäftsjahr 2007, abschließend in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 148.896,95 € sowie einem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenem Jahresüberschuss von 4.330,61 € wird festgestellt. b) Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2007 Entlastung erteilt. c) Der Jahresüberschuss in Höhe von 4.330,61 € wird auf neue Rechnung vorgetra- gen. Vorlagen-Nr.: V/0978/2008 Auskunft erteilt: Herr Deppe Ruf: 492 20 20 E-Mail: Deppe@stadt-muenster.de Datum: 06.11.2008 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0978/2008 Begründung: Die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Wesentlicher Unternehmensgegenstand ist die Förderung der Kunst und Kultur. Gemäß § 16 Buchstaben e und f des Gesellschaftsvertrages liegt die Zuständigkeit für die im Beschlusstext genannten Punkte bei der Gesellschafterversammlung. Das Geschäftsjahr 2007 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 4.330,61 € ab. Damit hat sich die positive Entwicklung der Vorjahre (2004: + 1,8 T€; 2005: + 3,4 T€; 2006: 5.779,51 €) weiter fortgesetzt. Nichtsdestoweniger weist die Passivseite der Bilanz zum 31.12.2007 einen Ver- lustvortrag von 28 T€ aus. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt damit (nur) rund 27,4 T€. Sei- tens der Stadt Münster als Alleingesellschafterin der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH ist eine fortgesetzte bilanzielle Konsolidierung weiterhin unbedingt erstrebenswert. Der Beirat der Gesellschaft wird in am 02.12.2008 über den Jahresabschluss beraten. Über das Ergebnis wird mündlich berichtet. In Vertretung gez. Bickeböller Stadtkämmerin Anlagen: • Bilanz zum 31.12.2007 • Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. – 31.12.2007 • Lagebericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2007
Anlage: Bilanz zum 31.12.2007
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AKTIVA Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Bilanz zum 31. Dezember 2007 A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Il. Sachanlagen 1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau B. Umlaufvermögen I. Vorräte Waren Il. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. sonstige Vermögensgegenstände Ill. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks C. Rechnungsabgrenzungsposten 31.12.2007 Euro 138,00 41.801,00 0,00 41.801,00 1.221,96 35.203,56 1.450,48 36.654,04 68.475,52 606,43 148.896,95 31.12.2006 Euro 256,00 39.778,00 0,00 39.778,00 3.098,00 61.727,04 3.946,66 65.673,70 97.823,31 3.399,65 210.028,66 A. Eigenkapital l. Gezeichnetes Kapital Il. Kapitalrücklage Ill. Verlustvortrag IV. Jahresüberschuss B. Rückstellungen sonstige Rückstellungen C. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 58.337,18 (Euro 72.216,85) 2. sonstige Verbindlichkeiten - davon aus Steuern Euro 3.258,72 (Euro 899,84) - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit Euro 1.545,04 (Euro 619,88) - davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 14.042,79 (Euro 18.050,44) D. Rechnungsabgrenzungsposten Anlage I PASSIVA 31.12.2007 31.12.2006 Euro Euro 50.000,00 50.000,00 1.129,19 1.129,19 28.032,32- 33.811,83- 4.330,61 5.779,51 30.700,00 52.000,00 58.337,18 72.216,85 14.042,79 18.050,44 72.379,97 90.267,29 18.389,50 44.664,50 148.896,95 210.028,66 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31 1. Umsatzerlöse 2. sonstige betriebliche Erträge 3. Materialaufwand Aufwendungen für bezogene Leistungen 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagever- mögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendun- gen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäfts- betriebs 6. sonstige betriebliche Aufwendungen 7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 9. Jahresüberschuss Anlage Il . Dezember 2007 Geschäftsjahr Vorjahr Euro Euro 155.644,58 168.963,32 505.971,98 556.756,62 154.304,80 232.895,99 107.070,50 100.412,52 30.294,34 33.004,50 137.364,84 133.417,02 23.613,67 18.213,51 344.966,22 337.344,60 2.963,58 1.930,69 4.330,61 5.779,51 4.330,61 5.779,51 Anlage IV, Seite 1 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 2007: Ein positives Geschäftsjahr Ziele und Aufgaben des Theaterhauses Die Aufgabenstellungen für die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH sind 1998 durch einen Ratsbe- schluss klar umrissen worden. Sie lieferten auch die Grundlage für unsere Arbeit im Berichtsjahr 2007. Die Aufgabenstellungen lauten wie folgt: „Mit dem Theaterzentrum soll ein Aufführungs- und Produktionsort, ein Zentrum, geschaffen wer- den, in dem intensiv gearbeitet werden kann und in dem ständig die Auseinandersetzung um die aktuellen künstlerischen Fragen auf der Höhe des nationalen und internationalen Diskurses statt- findet. Die Aufgabenstellung eines solchen Hauses ergibt sich aus den Bereichen des freien Thea- ters, die in Münster bisher kaum oder gar nicht abgedeckt wurden: « qualifiziertes und deutliches Engagement für die besten Produktionen des freien Theaters aus Münster « Präsentation von nationalem und internationalem freien Theater in der Stadt «e Kooperation mit Institutionen anderer Kunstsparten, z.B. Kunstakademie, Musikhochschule, Universität (Münster ist neben Köln und Düsseldorf die einzige Stadt in Nordrhein-Westfalen, in der beide Hochschulen vertreten sind) e Entwicklung interdisziplinärer Programme « Gastgeber für wichtige Künstler und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland « Forum für wissenschaftliche, theaterästhetische und theaterpädagogische Auseinandersetzung « Adresse für qualifizierte Aus- und Fortbildung von Künstlern « Erprobung neuer Arbeitsfelder und -strukturen für Künstler und Künstlerinnen.“ Auch im neunten Geschäftsjahr hat die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH sich diesen Aufgaben erfolgreich gestellt. Das Probezentrum „Hoppengarten“ leistet durch die dort vorgehaltene Infra- struktur für die unabhängig arbeitenden Labels und internationale Kooperationsprojekte unverzicht- bare Dienste. Die beispielhafte Funktion des Probezentrums Hoppengarten haben wir bereits in früheren Lageberichten detailliert ausgeführt. Anlage IV, Seite 2 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 Die Immobilien: Räumliche und technische Situation Das Theatergebäude Die räumliche Situation im Theater an der Gartenstraße 123 ist im Rahmen der Gegebenheiten gut. Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Gebäudemanagement der Stadt Münster ist effektiv. Al- lerdings kam es im Rahmen der Arbeiten zur Fenstersanierung durch einen Lieferantenfehler im März 2007 zu einem Ausfall von neun Spielterminen. Die Aufführungssituation in der Halle (Reduktion von Straßengeräuschen) hat sich durch diese Maßnahme verbessert. Größere Arbeiten, wie der Ausbau des Dachgeschosses, wurden in 2007 neu überprüft und sind mit Unterstützung des Theaterhauses für 2008 geplant. Die neu anstehenden Arbeiten im Hause werden sich auf den Sanitär- und Künstlergarderobenbereich beziehen, wo notwendiger Hand- lungsbedarf besteht, da seit 1984 hier nicht investiert/modernisiert wurde. Seit Jahren unverändert und ohne Aussicht auf Abhilfe ist die unbefriedigende Be- und Entla- dungssituation für das Theater. Dieses Problem existiert nun schon seit 1999 und harrt noch im- mer einer Lösung. Ich möchte allerdings auch in diesem Bericht auf die erhöhte Unfallgefahr hin- weisen, die aus dieser Lage resultiert. Das Probezentrum Hoppengarten Der Probenbetrieb im Hoppengarten läuft im Wesentlichen reibungslos. Allerdings ist der Renovie- rungsstau in diesem Gebäude hoch. Die Renovierung der Gästezimmer wurde in 2007 begonnen und wird in 2008 abgeschlossen. Notwendige Modernisierungen der sanitären Einrichtungen soll- ten vermieterseitig erfolgen. Leider ist es im Frühjahr 2007 wiederholt zu Einbruchsdiebstählen im Hoppengarten gekommen. Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wurden mit dem Vermieter umgesetzt. Ein umfassender Schutz kann allerdings nicht gewährleistet werden. Anlage IV, Seite 3 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 Unser Engagement für „freie darstellende Kunst“ Unestablished since 1985. 2007 gehen wir in das 22ste Jahr. Zweiundzwanzig Jahre Arbeit in ei- nem der ersten „Freien Theater“ Deutschlands, einem Theater, das sich vom studentisch-alter- nativen Theaterexperiment zu einem Produktions- und Aufführungszentrum entwickelt hat, das na- tional und international Beachtung findet. Das Theater im Pumpenhaus hat mit seiner speziellen Ausrichtung das kulturelle Feld der Stadt um eine freie Theaterszene bereichert, die in ihrer Größenordnung in keiner vergleichbaren deutschen Stadt aufzufinden ist. Mit der organisatori- schen und konzeptionellen Neustrukturierung des Pumpenhauses in Form einer städtischen gGmbH, die 1999 realisiert wurde, wird zwei grundlegenden Tatbeständen Rechnung getragen: Dem aktuellen Entwicklungsstand professioneller "freier Arbeit" in der darstellenden Kunst und der gleichzeitigen aktiven Einbindung in die städtische Kulturpolitik. Hier ist das Theater im Pumpen- haus Koproduzent, Ideengeber und Initiator von Projekten mit nationalem und internationalem For- mat. Der Kulturaustausch der Stadt mit den europäischen Nachbarländern läge ohne das Pum- penhaus im Bereich der Darstellenden Kunst weitgehend brach. Im Bereich der „rein“ lokalen Ar- beit kann unsere Zusammenarbeit mit dem Jugendtheater „Cactus“ als Paradebeispiel gelten, ebenso unsere "multikulturelle Arbeit" und die Zusammenarbeit mit „Sycorax‘, dem Theater, des- sen Mitwirkende „Psychiatrie-Erfahrung“ haben. Und selbstredend unsere jahrelange Kooperation mit Thorsten Lensings Theater T1, dem fringe ensemble/phönix 5, RedArt und MaKe. Auswärtsspiele und Heimspiele - Lokale, nationale und internationale Präsenz Beginnen wir mit einigen Auswärtsspielen: Erstmalig wurde eine Pumpenhaus-Koproduktion zu dem wohl weltbekanntesten Theaterfestival, dem Festival d‘ Avignon eingeladen. Raimund Hoghe gastierte mit „36, Avenue Georges Mandel“ vom 17. bis 25. Juli 2007 in Avignon. Und das in einer Reihe mit Ariane Mnouchkine und ihrem Theatre du Soleil und Frank Castorf mit der Volksbühne Berlin. Es war eine von Publikum und Kritik gefeierte Aufführungsserie. Unsere Koproduktion mit dem deutsch/niederländischen Ensemble andcompany & Co mit „Time Repulic" wurde beim Steiri- schen Herbst 2007 uraufgeführt und tourt erfolgreich durch Europa. Und im Dezember des letzten Jahres der Preview unserer Koproduktion mit der russischen Choreographin Olga Pona im Rah- men vom Moskauer Tanzfestival 2007. Die bejubelte Uraufführung fand auf dem internationalen Festival Tanz Bremen 2008 statt, drei Tage vor der Münster-Premiere. Anlage IV, Seite 4 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 Die erfolgreiche Präsenz unserer Koproduktionen im nationalen und internationalen Kontext ist un- denkbar ohne die Homebase Pumpenhaus. Hier finden die Aufführungen unserer Koproduktionen statt, hier werden sie entwickelt, erarbeitet und feingeschliffen. Wir koproduzierten in 2007 mit Theatern und Festivals aus Europa, dem vorderen Orient und Afrika. Den Kern macht allerdings die Achse Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München aus. Dort arbeiten unsere deut- schen Kollegen in ihren Häusern und mit ihren Festivals. Aber der Blickwinkel geht nicht nur nach Außen, wir ernten auch Blicke zurück, erregen Neugierde und manchmal Neid. So mit unserem Jugendtheaterbereich, der von Cactus Junges Theater ge- prägt wird. Das im Herbst des Vorjahres gestartete Cactus-Projekt „SOAP“ entwickelte sich zu ei- nem durchschlagenden Erfolg. Mit der „SOAP“ wurde ein neues Format im Jugendtheaterbereich etabliert, das sich aus dem Stand zu einem Publikumsmagneten entwickelte. Der Erfolg der „SOAP* straft alle Unkenrufe über die „Theatermüdigkeit der Jugend“ Lügen. Es ist ein sehr kraft- volles, spielerisches und intelligentes Format, das junge Zuschauer in das Pumpenhaus lockt, die vorher noch nie ein Theater von Innen gesehen hatten. Die Leistungen des gesamten Soap-Teams können nicht hoch genug eingeschätzt werden und das Soap-Finale im Februar 2007 war schlichtweg ein Hit. Das fringe ensemble/Phönix 5 und Thorsten Lensings Theater T1 waren nicht nur in Münster aktiv sondern deutschlandweit unterwegs, und das mit glänzenden Erfolgen. Der besondere „Programm-Mix“ des Pumpenhauses ist erfolgreich und gibt auch auch „kleinen“ Basement-Pro- duktionen optimalen Raum. Der buchhalterische Unterschied von 30 Zuschauern im Basement oder mehr als 100 auf der „großen“ Bühne steht nicht im Vordergrund der Programmierung, son- dern der der Qualität und der Künstlerförderung. Die Intensität der Kleinformate im Basement wechselt sich ab mit der Dynamik von Großformaten, wie der Uraufführung unserer Koproduktion „Extended Teenage-Era* von Samir Akika, einem außergewöhnlichen Tanzereignis, das Publikum und Kritik zu Begeisterungsstürmen hinriss. Insgesamt fanden im Berichtsjahr 192 Veranstaltungen vor insgesamt 17.311 Zuschauern statt. Dabei war der Bereich Jugendtheater/Jugendtanz Spitzenreiter mit über 60 Veranstaltungen. Anlage IV, Seite 5 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 Veränderte Handlungsspielräume auch in 2007 Es bleibt dabei: Trotz aller regionalen, nationalen und internationalen Vernetzungen war und ist die Stadt Münster - vertreten durch das Kulturamt - unser wichtigster Kooperationspartner. Das be- zieht sich nicht nur auf Projektentwickung und -design, sondern wesentlich auch auf die finanzielle Ausstattung dieser Projekte und Kooperationsmodelle. Erinnert sei hier nur an das von uns entwickelte „Stadtklang-Konzept‘, das als „Sommerspiele“ weitergeführt wurde. Die vielfältigen Tanz- und Theaterfestivals, wie die „Internationalen Tanzwo- chen" und die dichte Abfolge von Niederlande-Festivals. Last but not least das internationale Tanz- und Theaterfestival „Megaherz“, das traditionell unsere Spielzeiten eröffnete. All diese Projekte mit einer Größenordung von 20.000 bis 200.000 Euro konnten nur aufgrund kla- rer Finanzzusagen der Stadt realisiert werden, da sie nicht aus laufenden Eigenmitteln finanziert werden konnten. Diese „Highlights“ bildeten und bilden das internationale Profil des Pumpenhau- ses in der Außenwahrnehmung. Sie waren und sind wesentlich mit dafür verantwortlich, dass die klare lokale Fundierung des Pumpenhauses nicht „provinzialisiert“. Dieses „Standing“ ist aufgrund der negativen finanziellen Handlungsspielräume der Stadt Münster wackelig geworden. Nationale und internationale Koproduktionen können nicht mehr im Umfang vergangener Jahre realisiert werden. Für die Einladung herausragender internationaler Tanz- und Theatergastspiele stehen nur noch Schrumpfetats zur Verfügung. Auch in 2007 bedeutete das den Verlust von 10 bis 20 profil- bildenden Veranstaltungen aufgrund der restriktiven finanziellen Handlungsspielräume des Kultur- amtes der Stadt Münster. Den Wegfall dieser kommunalen Mittel können wir nicht kompensieren. Erschwerend kommt hin- zu, dass die Akquiese von Drittmitteln zu einem Ding der Unmöglichkeit wird, da Eigenmittel nur in zu geringem Umfang eingebracht werden können. Anlage IV, Seite 6 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 Gleichzeitig ist festzustellen, dass die europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010 die Finanzströme des Landes und landesnaher Stiftungen an sich zieht. Beispielhaft sei hier nur angeführt, dass das Theaterzwang Festival in Dortmund, das bislang mit rd. 200.000 Euro gefördert wird, in 2010 mit einer Fördersumme von 1,4 Millionen Euro rechnen kann. Bedrohlich wird in diesem Zusammen- hang der Paradigmenwechsel in der Förderpolitik der Kunststiftung NRW, die ab 2007 „kleine“ Projekte kaum mehr fördert. Für uns und unsere Kooperationspartner bedeutet der Wegfall dieser Förderung in Höhe von 30 - 50 TSD Euro pro Projekt einen eklatanten Einbruch bei der Produk- tionsfinanzierung, der lokal nicht aufzufangen ist. Die immer enger werdenden Handlungsspielräume treffen nicht nur das Theater als Institution, vielmehr sind die produzierenden Labels in vielerlei Hinsicht die Hauptleidtragenden. Kooperations- mittel aus anderen Städten können nur noch schwerlich akquiriert werden, garantierte Abnahmen von Koproduktionen zur Refinanzierung gestalten sich komplizierter als in den Vorjahren. Wie bereits im Vorjahr dargestellt: Wir sind mit einer Addition von Problemfeldern konfrontiert, die die Arbeit für den Bereich der „freien darstellenden Kunst“ massiv erschwert. Die finanzielle Grundausstattung der Gesellschaft mit städtischen und Landesmitteln hat sich seit der Gründung 1999 um fast 15% verschlechtert. Das resultiert aus Preissteigerungsraten, der Mehrwertsteuererhöhung, der Kürzung des Bundeszuschusses für unsere zwei ZDLer Stellen und der 3 prozentigen Kürzung des städtischen Zuschusses aus dem Haushaltsjahr 2002. Mit internen personellen Umstrukturierungen konnten wir diese finanziellen Verschlechterungen auffangen, oh- ne unser Arbeitsprofil zu kompromittieren. Wir sind bereits seit einigen Jahren an einem Punkt an- gelangt, wo die internen Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten gänzlich ausgeschöpft sind. Anlage IV, Seite 7 Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007 Perspektiven Die finanziellen Handlungsspielräume der Gesellschaft sind stark reduziert. Interne Einsparres- sourcen sind bereits bis an die Grenzen der Belastbarkeit ausgeschöpft. Ein dem Aufgabenprofil des Theaters angemessener Gesamtetat ist nur durch stabile öffentliche Mittel sicherzustellen. Sollte dies nicht möglich sein, so müssen konzeptionelle, strukturelle und personelle Veränderun- gen durchgeführt werden, die dann allerdings den Kern der künstlerischen Arbeit des Theaters und der produzierenden Theaterlabels treffen. Wir sind aber trotz der eingeschränkten Handlungsspiel- räume gebremst optimistisch, da wir im künstlerischen Bereich überzeugende Resultate abliefern. Wir machen letztlich das, was wir wollen: Gutes Theater. Letzte Meldung Pina Bausch, die große Dame des deutschen Tanztheaters, hat Samir Akikas „Extended Teenage Era“ auf ihr Tanzfestival 2008 nach Wuppertal eingeladen. Chapeau Samir! Münster, im Mai 2008 gez. Ludger Schnieder -Geschäftsführer-
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Gartenstraße 123
- Hoppengarten
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0978/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.11.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37