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V/0978/2008

Jahresabschluss 2007 der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH

Vorlagen 06.11.2008

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Nächste Beratung: Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften, Sitzung am 04.12.2008, TOP 4.1

Beschlussvorlage

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Anlage: Bilanz zum 31.12.2007

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Ansehen

Beschlussvorlage

2811 Zeichen

V/0978/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Finanzen und Beteiligungen 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Jahresabschluss 2007 der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.11.2008 Kulturausschuss Vorberatung 
04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht der Geschäftsführung 
für das Geschäftsjahr 2007 (Anlagen 1 – 3) werden zur Kenntnis genommen. 
 
2. Es wird zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der Theaterhaus Pumpen-
haus gGmbH für das Geschäftsjahr 2007 durch den beauftragten Wirtschaftsprüfer am 
30.05.2008 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 
 
3. Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Theaterhaus Pum-
penhaus gGmbH wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen: 
 
a) Der Jahresabschluss der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH für das Geschäftsjahr 
2007, abschließend 
 
in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit   148.896,95 € 
 
sowie einem in der Gewinn- und Verlustrechnung 
ausgewiesenem Jahresüberschuss von        4.330,61 € 
 
wird festgestellt. 
 
b) Der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2007 Entlastung erteilt. 
 
c) Der Jahresüberschuss in Höhe von 4.330,61 € wird auf neue Rechnung vorgetra-
gen. 
 
 
 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0978/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Deppe 
Ruf: 
492 20 20 
E-Mail: 
Deppe@stadt-muenster.de  
Datum: 
06.11.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0978/2008 
Begründung: 
 
Die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. 
Wesentlicher Unternehmensgegenstand ist die Förderung der Kunst und Kultur. Gemäß § 16 
Buchstaben e und f des Gesellschaftsvertrages liegt die Zuständigkeit für die im Beschlusstext 
genannten Punkte bei der Gesellschafterversammlung. 
 
Das Geschäftsjahr 2007 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 4.330,61 € ab. Damit 
hat sich die positive Entwicklung der Vorjahre (2004: + 1,8 T€; 2005: + 3,4 T€; 2006: 5.779,51 €) 
weiter fortgesetzt. Nichtsdestoweniger weist die Passivseite der Bilanz zum 31.12.2007 einen Ver-
lustvortrag von 28 T€ aus. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt damit (nur) rund 27,4 T€. Sei-
tens der Stadt Münster als Alleingesellschafterin der Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH ist eine 
fortgesetzte bilanzielle Konsolidierung weiterhin unbedingt erstrebenswert. 
 
Der Beirat der Gesellschaft wird in am 02.12.2008 über den Jahresabschluss beraten. Über das 
Ergebnis wird mündlich berichtet.  
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
Bickeböller 
Stadtkämmerin 
 
Anlagen: 
• Bilanz zum 31.12.2007 
• Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. – 31.12.2007 
• Lagebericht der Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2007

Anlage: Bilanz zum 31.12.2007

16946 Zeichen

AKTIVA

Theater im Pumpenhaus gGmbH,
Münster

Bilanz zum 31. Dezember 2007

A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten

Il. Sachanlagen
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
2. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren

Il. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. sonstige Vermögensgegenstände

Ill. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und
Schecks

C. Rechnungsabgrenzungsposten

31.12.2007
Euro

138,00

41.801,00

0,00

41.801,00

1.221,96

35.203,56
1.450,48
36.654,04

68.475,52

606,43

148.896,95

31.12.2006
Euro

256,00

39.778,00

0,00

39.778,00

3.098,00

61.727,04
3.946,66
65.673,70

97.823,31

3.399,65

210.028,66

A. Eigenkapital
l. Gezeichnetes Kapital
Il. Kapitalrücklage
Ill. Verlustvortrag
IV. Jahresüberschuss
B. Rückstellungen
sonstige Rückstellungen
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 58.337,18 (Euro 72.216,85)
2. sonstige Verbindlichkeiten
- davon aus Steuern Euro 3.258,72 (Euro 899,84)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit Euro 1.545,04 (Euro 619,88)

- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr Euro 14.042,79 (Euro 18.050,44)

D. Rechnungsabgrenzungsposten

Anlage I

PASSIVA
31.12.2007 31.12.2006
Euro Euro

50.000,00 50.000,00
1.129,19 1.129,19
28.032,32- 33.811,83-
4.330,61 5.779,51
30.700,00 52.000,00
58.337,18 72.216,85
14.042,79 18.050,44
72.379,97 90.267,29
18.389,50 44.664,50
148.896,95 210.028,66

Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31

1. Umsatzerlöse
2. sonstige betriebliche Erträge

3. Materialaufwand
Aufwendungen für bezogene Leistungen

4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung

5. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagever-
mögens und Sachanlagen sowie auf aktivierte Aufwendun-
gen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäfts-
betriebs

6. sonstige betriebliche Aufwendungen

7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

8. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

9. Jahresüberschuss

Anlage Il

. Dezember 2007
Geschäftsjahr Vorjahr
Euro Euro

155.644,58 168.963,32
505.971,98 556.756,62
154.304,80 232.895,99
107.070,50 100.412,52
30.294,34 33.004,50
137.364,84 133.417,02
23.613,67 18.213,51
344.966,22 337.344,60
2.963,58 1.930,69
4.330,61 5.779,51
4.330,61 5.779,51

Anlage IV, Seite 1
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

2007: Ein positives Geschäftsjahr

Ziele und Aufgaben des Theaterhauses

Die Aufgabenstellungen für die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH sind 1998 durch einen Ratsbe-
schluss klar umrissen worden. Sie lieferten auch die Grundlage für unsere Arbeit im Berichtsjahr

2007. Die Aufgabenstellungen lauten wie folgt:

„Mit dem Theaterzentrum soll ein Aufführungs- und Produktionsort, ein Zentrum, geschaffen wer-
den, in dem intensiv gearbeitet werden kann und in dem ständig die Auseinandersetzung um die
aktuellen künstlerischen Fragen auf der Höhe des nationalen und internationalen Diskurses statt-
findet. Die Aufgabenstellung eines solchen Hauses ergibt sich aus den Bereichen des freien Thea-

ters, die in Münster bisher kaum oder gar nicht abgedeckt wurden:

« qualifiziertes und deutliches Engagement für die besten Produktionen des freien Theaters aus
Münster

« Präsentation von nationalem und internationalem freien Theater in der Stadt

«e Kooperation mit Institutionen anderer Kunstsparten, z.B. Kunstakademie, Musikhochschule,
Universität (Münster ist neben Köln und Düsseldorf die einzige Stadt in Nordrhein-Westfalen, in
der beide Hochschulen vertreten sind)

e Entwicklung interdisziplinärer Programme

« Gastgeber für wichtige Künstler und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland

« Forum für wissenschaftliche, theaterästhetische und theaterpädagogische Auseinandersetzung

« Adresse für qualifizierte Aus- und Fortbildung von Künstlern

« Erprobung neuer Arbeitsfelder und -strukturen für Künstler und Künstlerinnen.“

Auch im neunten Geschäftsjahr hat die Theaterhaus Pumpenhaus gGmbH sich diesen Aufgaben
erfolgreich gestellt. Das Probezentrum „Hoppengarten“ leistet durch die dort vorgehaltene Infra-
struktur für die unabhängig arbeitenden Labels und internationale Kooperationsprojekte unverzicht-
bare Dienste. Die beispielhafte Funktion des Probezentrums Hoppengarten haben wir bereits in

früheren Lageberichten detailliert ausgeführt.

Anlage IV, Seite 2
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

Die Immobilien: Räumliche und technische Situation

Das Theatergebäude

Die räumliche Situation im Theater an der Gartenstraße 123 ist im Rahmen der Gegebenheiten
gut. Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Gebäudemanagement der Stadt Münster ist effektiv. Al-
lerdings kam es im Rahmen der Arbeiten zur Fenstersanierung durch einen Lieferantenfehler im
März 2007 zu einem Ausfall von neun Spielterminen. Die Aufführungssituation in der Halle
(Reduktion von Straßengeräuschen) hat sich durch diese Maßnahme verbessert.

Größere Arbeiten, wie der Ausbau des Dachgeschosses, wurden in 2007 neu überprüft und sind
mit Unterstützung des Theaterhauses für 2008 geplant. Die neu anstehenden Arbeiten im Hause
werden sich auf den Sanitär- und Künstlergarderobenbereich beziehen, wo notwendiger Hand-
lungsbedarf besteht, da seit 1984 hier nicht investiert/modernisiert wurde.

Seit Jahren unverändert und ohne Aussicht auf Abhilfe ist die unbefriedigende Be- und Entla-
dungssituation für das Theater. Dieses Problem existiert nun schon seit 1999 und harrt noch im-
mer einer Lösung. Ich möchte allerdings auch in diesem Bericht auf die erhöhte Unfallgefahr hin-

weisen, die aus dieser Lage resultiert.

Das Probezentrum Hoppengarten

Der Probenbetrieb im Hoppengarten läuft im Wesentlichen reibungslos. Allerdings ist der Renovie-
rungsstau in diesem Gebäude hoch. Die Renovierung der Gästezimmer wurde in 2007 begonnen
und wird in 2008 abgeschlossen. Notwendige Modernisierungen der sanitären Einrichtungen soll-
ten vermieterseitig erfolgen.

Leider ist es im Frühjahr 2007 wiederholt zu Einbruchsdiebstählen im Hoppengarten gekommen.
Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen wurden mit dem Vermieter umgesetzt. Ein umfassender
Schutz kann allerdings nicht gewährleistet werden.

Anlage IV, Seite 3
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

Unser Engagement für „freie darstellende Kunst“

Unestablished since 1985. 2007 gehen wir in das 22ste Jahr. Zweiundzwanzig Jahre Arbeit in ei-
nem der ersten „Freien Theater“ Deutschlands, einem Theater, das sich vom studentisch-alter-
nativen Theaterexperiment zu einem Produktions- und Aufführungszentrum entwickelt hat, das na-
tional und international Beachtung findet. Das Theater im Pumpenhaus hat mit seiner speziellen
Ausrichtung das kulturelle Feld der Stadt um eine freie Theaterszene bereichert, die in ihrer
Größenordnung in keiner vergleichbaren deutschen Stadt aufzufinden ist. Mit der organisatori-
schen und konzeptionellen Neustrukturierung des Pumpenhauses in Form einer städtischen
gGmbH, die 1999 realisiert wurde, wird zwei grundlegenden Tatbeständen Rechnung getragen:
Dem aktuellen Entwicklungsstand professioneller "freier Arbeit" in der darstellenden Kunst und der
gleichzeitigen aktiven Einbindung in die städtische Kulturpolitik. Hier ist das Theater im Pumpen-
haus Koproduzent, Ideengeber und Initiator von Projekten mit nationalem und internationalem For-
mat. Der Kulturaustausch der Stadt mit den europäischen Nachbarländern läge ohne das Pum-
penhaus im Bereich der Darstellenden Kunst weitgehend brach. Im Bereich der „rein“ lokalen Ar-
beit kann unsere Zusammenarbeit mit dem Jugendtheater „Cactus“ als Paradebeispiel gelten,
ebenso unsere "multikulturelle Arbeit" und die Zusammenarbeit mit „Sycorax‘, dem Theater, des-
sen Mitwirkende „Psychiatrie-Erfahrung“ haben. Und selbstredend unsere jahrelange Kooperation
mit Thorsten Lensings Theater T1, dem fringe ensemble/phönix 5, RedArt und MaKe.

Auswärtsspiele und Heimspiele -

Lokale, nationale und internationale Präsenz

Beginnen wir mit einigen Auswärtsspielen: Erstmalig wurde eine Pumpenhaus-Koproduktion zu
dem wohl weltbekanntesten Theaterfestival, dem Festival d‘ Avignon eingeladen. Raimund Hoghe
gastierte mit „36, Avenue Georges Mandel“ vom 17. bis 25. Juli 2007 in Avignon. Und das in einer
Reihe mit Ariane Mnouchkine und ihrem Theatre du Soleil und Frank Castorf mit der Volksbühne
Berlin. Es war eine von Publikum und Kritik gefeierte Aufführungsserie. Unsere Koproduktion mit
dem deutsch/niederländischen Ensemble andcompany & Co mit „Time Repulic" wurde beim Steiri-
schen Herbst 2007 uraufgeführt und tourt erfolgreich durch Europa. Und im Dezember des letzten
Jahres der Preview unserer Koproduktion mit der russischen Choreographin Olga Pona im Rah-
men vom Moskauer Tanzfestival 2007. Die bejubelte Uraufführung fand auf dem internationalen

Festival Tanz Bremen 2008 statt, drei Tage vor der Münster-Premiere.

Anlage IV, Seite 4
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

Die erfolgreiche Präsenz unserer Koproduktionen im nationalen und internationalen Kontext ist un-
denkbar ohne die Homebase Pumpenhaus. Hier finden die Aufführungen unserer Koproduktionen
statt, hier werden sie entwickelt, erarbeitet und feingeschliffen. Wir koproduzierten in 2007 mit
Theatern und Festivals aus Europa, dem vorderen Orient und Afrika. Den Kern macht allerdings
die Achse Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München aus. Dort arbeiten unsere deut-

schen Kollegen in ihren Häusern und mit ihren Festivals.

Aber der Blickwinkel geht nicht nur nach Außen, wir ernten auch Blicke zurück, erregen Neugierde
und manchmal Neid. So mit unserem Jugendtheaterbereich, der von Cactus Junges Theater ge-
prägt wird. Das im Herbst des Vorjahres gestartete Cactus-Projekt „SOAP“ entwickelte sich zu ei-
nem durchschlagenden Erfolg. Mit der „SOAP“ wurde ein neues Format im Jugendtheaterbereich
etabliert, das sich aus dem Stand zu einem Publikumsmagneten entwickelte. Der Erfolg der
„SOAP* straft alle Unkenrufe über die „Theatermüdigkeit der Jugend“ Lügen. Es ist ein sehr kraft-
volles, spielerisches und intelligentes Format, das junge Zuschauer in das Pumpenhaus lockt, die
vorher noch nie ein Theater von Innen gesehen hatten. Die Leistungen des gesamten
Soap-Teams können nicht hoch genug eingeschätzt werden und das Soap-Finale im Februar 2007
war schlichtweg ein Hit.

Das fringe ensemble/Phönix 5 und Thorsten Lensings Theater T1 waren nicht nur in Münster aktiv
sondern deutschlandweit unterwegs, und das mit glänzenden Erfolgen. Der besondere
„Programm-Mix“ des Pumpenhauses ist erfolgreich und gibt auch auch „kleinen“ Basement-Pro-
duktionen optimalen Raum. Der buchhalterische Unterschied von 30 Zuschauern im Basement
oder mehr als 100 auf der „großen“ Bühne steht nicht im Vordergrund der Programmierung, son-
dern der der Qualität und der Künstlerförderung. Die Intensität der Kleinformate im Basement
wechselt sich ab mit der Dynamik von Großformaten, wie der Uraufführung unserer Koproduktion
„Extended Teenage-Era* von Samir Akika, einem außergewöhnlichen Tanzereignis, das Publikum

und Kritik zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Insgesamt fanden im Berichtsjahr 192 Veranstaltungen vor insgesamt 17.311 Zuschauern statt.
Dabei war der Bereich Jugendtheater/Jugendtanz Spitzenreiter mit über 60 Veranstaltungen.

Anlage IV, Seite 5
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

Veränderte Handlungsspielräume auch in 2007

Es bleibt dabei: Trotz aller regionalen, nationalen und internationalen Vernetzungen war und ist die
Stadt Münster - vertreten durch das Kulturamt - unser wichtigster Kooperationspartner. Das be-
zieht sich nicht nur auf Projektentwickung und -design, sondern wesentlich auch auf die finanzielle

Ausstattung dieser Projekte und Kooperationsmodelle.

Erinnert sei hier nur an das von uns entwickelte „Stadtklang-Konzept‘, das als „Sommerspiele“
weitergeführt wurde. Die vielfältigen Tanz- und Theaterfestivals, wie die „Internationalen Tanzwo-
chen" und die dichte Abfolge von Niederlande-Festivals. Last but not least das internationale Tanz-
und Theaterfestival „Megaherz“, das traditionell unsere Spielzeiten eröffnete.

All diese Projekte mit einer Größenordung von 20.000 bis 200.000 Euro konnten nur aufgrund kla-
rer Finanzzusagen der Stadt realisiert werden, da sie nicht aus laufenden Eigenmitteln finanziert
werden konnten. Diese „Highlights“ bildeten und bilden das internationale Profil des Pumpenhau-
ses in der Außenwahrnehmung. Sie waren und sind wesentlich mit dafür verantwortlich, dass die
klare lokale Fundierung des Pumpenhauses nicht „provinzialisiert“. Dieses „Standing“ ist aufgrund
der negativen finanziellen Handlungsspielräume der Stadt Münster wackelig geworden. Nationale
und internationale Koproduktionen können nicht mehr im Umfang vergangener Jahre realisiert
werden. Für die Einladung herausragender internationaler Tanz- und Theatergastspiele stehen nur
noch Schrumpfetats zur Verfügung. Auch in 2007 bedeutete das den Verlust von 10 bis 20 profil-
bildenden Veranstaltungen aufgrund der restriktiven finanziellen Handlungsspielräume des Kultur-

amtes der Stadt Münster.

Den Wegfall dieser kommunalen Mittel können wir nicht kompensieren. Erschwerend kommt hin-
zu, dass die Akquiese von Drittmitteln zu einem Ding der Unmöglichkeit wird, da Eigenmittel nur in
zu geringem Umfang eingebracht werden können.

Anlage IV, Seite 6
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

Gleichzeitig ist festzustellen, dass die europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010 die Finanzströme
des Landes und landesnaher Stiftungen an sich zieht. Beispielhaft sei hier nur angeführt, dass das
Theaterzwang Festival in Dortmund, das bislang mit rd. 200.000 Euro gefördert wird, in 2010 mit
einer Fördersumme von 1,4 Millionen Euro rechnen kann. Bedrohlich wird in diesem Zusammen-
hang der Paradigmenwechsel in der Förderpolitik der Kunststiftung NRW, die ab 2007 „kleine“
Projekte kaum mehr fördert. Für uns und unsere Kooperationspartner bedeutet der Wegfall dieser
Förderung in Höhe von 30 - 50 TSD Euro pro Projekt einen eklatanten Einbruch bei der Produk-

tionsfinanzierung, der lokal nicht aufzufangen ist.

Die immer enger werdenden Handlungsspielräume treffen nicht nur das Theater als Institution,
vielmehr sind die produzierenden Labels in vielerlei Hinsicht die Hauptleidtragenden. Kooperations-
mittel aus anderen Städten können nur noch schwerlich akquiriert werden, garantierte Abnahmen

von Koproduktionen zur Refinanzierung gestalten sich komplizierter als in den Vorjahren.

Wie bereits im Vorjahr dargestellt: Wir sind mit einer Addition von Problemfeldern konfrontiert, die

die Arbeit für den Bereich der „freien darstellenden Kunst“ massiv erschwert.

Die finanzielle Grundausstattung der Gesellschaft mit städtischen und Landesmitteln hat sich seit
der Gründung 1999 um fast 15% verschlechtert. Das resultiert aus Preissteigerungsraten, der
Mehrwertsteuererhöhung, der Kürzung des Bundeszuschusses für unsere zwei ZDLer Stellen und
der 3 prozentigen Kürzung des städtischen Zuschusses aus dem Haushaltsjahr 2002. Mit internen
personellen Umstrukturierungen konnten wir diese finanziellen Verschlechterungen auffangen, oh-
ne unser Arbeitsprofil zu kompromittieren. Wir sind bereits seit einigen Jahren an einem Punkt an-
gelangt, wo die internen Optimierungs- und Einsparmöglichkeiten gänzlich ausgeschöpft sind.

Anlage IV, Seite 7
Theater im Pumpenhaus gGmbH, Münster

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2007

Perspektiven

Die finanziellen Handlungsspielräume der Gesellschaft sind stark reduziert. Interne Einsparres-
sourcen sind bereits bis an die Grenzen der Belastbarkeit ausgeschöpft. Ein dem Aufgabenprofil
des Theaters angemessener Gesamtetat ist nur durch stabile öffentliche Mittel sicherzustellen.
Sollte dies nicht möglich sein, so müssen konzeptionelle, strukturelle und personelle Veränderun-
gen durchgeführt werden, die dann allerdings den Kern der künstlerischen Arbeit des Theaters und
der produzierenden Theaterlabels treffen. Wir sind aber trotz der eingeschränkten Handlungsspiel-
räume gebremst optimistisch, da wir im künstlerischen Bereich überzeugende Resultate abliefern.

Wir machen letztlich das, was wir wollen: Gutes Theater.

Letzte Meldung

Pina Bausch, die große Dame des deutschen Tanztheaters, hat Samir Akikas „Extended Teenage

Era“ auf ihr Tanzfestival 2008 nach Wuppertal eingeladen. Chapeau Samir!

Münster, im Mai 2008

gez. Ludger Schnieder
-Geschäftsführer-

Beratungsverlauf (2)

26.11.2008 Kulturausschuss
TOP 4 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
04.12.2008 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
TOP 4.1 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Gartenstraße 123
  • Hoppengarten

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0978/2008
Typ
Vorlagen
Datum
06.11.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37