3436/2018
1. Sachstandsbericht zum Pilotprojekt "Stadtteilservice Lindenthal"
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Mitteilung BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle I/02-3/0 Vorlagen-Nummer 3436/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 05.11.2018 1. Sachstandsbericht zum Pilotprojekt "Stadtteilservice Lindenthal" Zum 01.12.2017 ist im Bürgeramt Lindenthal das Pilotprojekt „Stadteilservice Lindenthal“ in Zusam- menarbeit mit der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (KGAB) ins Leben gerufen worden. Nach nun fast einem Jahr hat eine erste Evaluierung des Projektes stattgefunden. Als Anlage ist der erste Sachstandsbericht des Projektes beigefügt.
Erster Sachstandsbericht zum Einsatz der Stadteilkümmerer im Stadtbezirk Lindenthal
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1 1. Sachstandbericht zum Pilotprojekt „Stadtteilservice Lindenthal“ 1. Erläuterung der Aufgaben Seit 01.12.2017 sind im Stadtbezirk Lindenthal drei so genannte „Stadteilkümmerer“ im Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein auf zwei Jahre angelegtes Pilotprojekt zwischen der Stadt Köln und der Kölner Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (KGAB) mit der Bezeichnung „Stadtteilservice Lindenthal“. Die drei Personen wurden von der KGAB über den zweiten Arbeitsmarkt eingestellt. Projektziele sind, diese Personen zum einen wieder langfristig in den Arbeitsmarkt einzubinden und zum anderen das Modell der Stadteilkümmerer bei Erfolg auf alle Kölner Stadtbezirke auszuweiten. Die drei Mitarbeiter sind Beschäftigte der KGAB, die Betreuung und die Einsatzplanung erfolgt durch die Stadt Köln, in diesem Falle durch das Bürgeramt Lindenthal. Der Stadteilservice wird jeweils anlassbezogen an einem klar definierten Ort eingesetzt. Die Einsatzplanung wird bedarfsgerecht gestaltet. Durch die Ausstattung mit Fahrkarten des ÖPNV ist ein flexibler Einsatz im ganzen Stadtbezirk jederzeit möglich. Die Aufgaben der Stadtteilkümmerer sind vielfältig und jeweils von der Situation vor Ort abhängig. So können zum Beispiel Defizite im Stadtbild aufgenommen, fotografiert und dokumentiert werden. Die Stadtteilkümmerer werden zusätzlich eingesetzt, um anlassbezogen für schnelle Abhilfe bei Verunreinigungen im Stadtbild zu sorgen. 2 Des Weiteren können sie bei Bedarf vor Kindertagesstätten und Schulen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen, indem sie als „Schülerlotsen“ fungieren oder Kinder an Ampeln und Fußgängerüberwegen beim Überqueren der Straße begleiten. Nicht nur bei Straßenfesten oder Veranstaltungen im Veedel können sie durch deutlich wahrnehmbare Streifengänge das subjektive Sicherheitsempfinden der Besucherinnen und Besucher erhöhen. Wenn nötig können sie per Mobiltelefon Hilfe von Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt anfordern sowie selbst Erste Hilfe leisten. Streifengänge können auch in Bereichen erfolgen, die im Stadtbezirk als Angsträume bekannt sind oder zum Beispiel durch aktuelle Einbruchsserien auffallen. Auch hier ist der Auftrag, das subjektive Sicherheitsempfinden zu erhöhen, Auffälligkeiten und Defizite im Stadtbild zu dokumentieren und im Zweifel Polizei und Ordnungsamt zu verständigen. Die Stadtteilkümmerer sind nicht befugt hoheitsrechtlich zu handeln, sie handeln also weder polizeilich noch ordnungsrechtlich. 3 2. Bisherige Aufgabenerfüllung 2.1. Arbeitsweise Nachdem das Pilotprojekt im Stadtbezirk Lindenthal nun seit gut elf Monaten läuft, lässt sich folgender erster Erfahrungs- bzw. Einsatzbericht wiedergeben: Um den gesamten Stadtbezirk Lindenthal ausführlich kennenzulernen und um ein Gefühl für seine Besonderheiten zu bekommen, erfolgte eine einmonatige Einarbeitung im Dezember 2017 durch den bezirklichen Ordnungsdienst. Im Anschluss daran begann ab Januar 2018 der eigenständige und alleinige Einsatz. Um ihre Arbeit zu dokumentieren füllen die Stadtteilkümmerer täglich ein Arbeitsprotokoll aus. Darin ist festgehalten, wann und wo sie welche Aufgabe erfüllt bzw. welche Auffälligkeiten notiert haben. Insgesamt haben die Stadtteilkümmerer seit ihrem Dienstbeginn 678 Vorgänge aufgenommen. (Stand 16.10.2018) Dabei wird in verschiedenen Erledigungskategorien unterschieden: ausgeführt, aufgenommen und weitergeleitet oder entfernt. Unter „ausgeführt“ versteht man die Erledigung der Arbeitsaufträge des Bürgeramtes die dem Stadtteilservice übertragen wurden. Hierbei kann es sich um herangetragenen Hinweise aus der Bürgerschaft, Aufträge aus der Bezirksvertretung, Unterstützungsdienste an Schulen oder die standartmäßigen Kontrollgänge handeln. „Aufgenommen und weitergeleitet“ bedeutet, dass die Kümmerer einen Mangel im öffentlichen Straßenland erkannt, diesen dokumentiert und anschließend an die jeweilige Fachdienststelle, das Bürgeramt selbst oder zum Beispiel die AWB weitergeleitet haben. Die Erledigungskategorie „entfernt“ beinhaltet die sofortige Beseitigung eines Missstands durch den Stadtteilservice selbst. Hierbei kann es sich um Wildplakatierung, kleinere wilde Müllansammlungen oder generell um Unrat im öffentlichen Straßenland handeln. 4 Damit das gesamte Stadtbezirksgebiet systematisch abgedeckt wird, bekommt der Stadtteilservice vom Bürgeramt Dienstpläne an die Hand. Hierbei wird darauf geachtet, dass neben größeren Straßen und Hotspots im Bezirk wie die Aachener Straße, Dürener Straße oder dem Gürtel auch die kleineren Straßen und Wohngebiete abgedeckt werden. Zusätzlich findet wöchentlich ein Treffen im Bürgeramt statt. Hierbei wird der Einsatzplan der Woche durchgesprochen und auf mögliche Änderungen oder Besonderheiten eingegangen. Zudem werden die Auffälligkeiten der vergangenen Woche durchgesprochen. Über ein Smartphone sind die Stadteilkümmerer für das Bürgeramt jederzeit erreichbar. Kurzfristige Aufträge können damit sichergestellt werden. Durch ihre auffällige und einheitliche Dienstkleidung haben sie für die Bürgerinnen und den Bürger im Stadtbezirk einen hohen Wiedererkennungswert. Durch die Kennzeichnung „Stadtteilservice“ auf der Dienstkleidung sind sie auch für Touristen leicht als „Helfer“ zu identifizieren. Durch die Bezeichnung Stadtteilservice wird zudem ein ortsnaher Bezug hergestellt. Dienstplan Stadtteilservice Juni Vormittags Nachmittags 1 Fr Widdersdorf Dürener Str. 2 Sa 3 So 4 Mo Sülzburgstr. Uniklinik 5 Di Schule Aachener Str 6 Mi 9 Uhr Treffen bei Herrn Wagener Klettenberg 7 Do Stadion Junkersdorf 8 Fr Aachener Str. Dürener Str. 9 Sa 10 So 11 Mo Aachener Str. Rhein Center 12 Di 9 Uhr Treffen bei Herrn Wagener Junkersdorf 13 Mi Stadion Berrenrather Str 14 Do Sülzburgstr. Luxemburger Str. 15 Fr Hr. Nelles Alter Militärring Hr. Nelles Alter Militärring 16 Sa 17 So 18 Mo Stadtwald/ Tierpark Klettenberg 19 Di Klettenberg Gürtel 20 Mi Rhein Center Widdersdorf 21 Do 9 Uhr Treffen bei Herrn Wagener 22 Fr Berrenrather Str Junkersdorf 23 Sa 24 So 25 Mo Sülz Universität 26 Di Luxemburger Str. Stadion 27 Mi 9 Uhr Treffen bei Herrn Wagener Dürener Str. 28 Do Rhein Center Aachener Str 29 Fr Sülzburgstr. Berrenrather Str 30 Sa 5 2.2 konkrete Aufgabenerfüllungen Wie eben erläutert haben die Stadteilkümmerer seit Januar 2018 insgesamt 678 Vorgänge erfasst. Hierbei entfällt der größte Teil, nämlich 380, unter die Kategorie „aufgenommen und weitergeleitet“. Die dabei aufgenommenen Sachverhalte sind ausgesprochen vielfältig. Es handelt sich dabei zum Beispiel um: -illegale Wildplakatierung -Schrottfahrräder -wilde Müllkippen -defekte Gehwegplatten -Wildwuchs von Bäumen und Sträuchern -verdreckte und unleserliche Straßenschilder -Roller und Mofas ohne Versicherungsschutz -defekte Straßenlaternen. Diese Missstände werden, so weit wie möglich, direkt per Smartphone inkl. Foto an die jeweiligen Fachdienststellen bzw. die AWB oder KVB weitergeleitet. Sollte dies im Einzelfall nicht möglich sein, wird eine Fotodokumentation erstellt und der Sachverhalt in einem kurzen Bericht festgehalten. Dieser wird dann über das Bürgeramt an die zuständige Stelle geleitet. Die Beseitigung der Mängel wird durch die Stadtteilkümmerer nachgehalten und die Erledigung nach angemessener Zeit angemahnt. Neben den normalen Diensten im Straßenland finden auch besondere Einsätze im Stadtbezirk statt, welche man in der Statistik unter „durchgeführt“ wiederfindet (116). Darunter fallen zum größten Teil Unterstützungstätigkeiten für Schulhausmeisterinnen und Schulhausmeister und die Sicherung des Schulweges der Gesamtschule Wasseramselweg. 6 Sollten in einem Schulgebäude Arbeiten anfallen, die nicht von einer Schulhausmeisterin oder einem Schulhausmeister allein zu bewältigen sind, können die Kümmerer temporär als Tragehilfe oder Hilfskraft im Allgemeinen wie zu Laubentfernungen eingesetzt werden. An Schulen im Stadtbezirk Lindenthal waren dies 31 Unterstützungseinsätze im laufenden Kalenderjahr. Dies spart Geld für die Sonderbeauftragung von Firmen. Darüber hinaus sind die Stadteilkümmerer dauerhaft seit dem Start der neuen Gesamtschule Wasseramselweg zum Schuljahr 2018/2019 zur Absicherung des Schulweges in den Morgenstunden zwischen der S-Bahn Haltestelle Technologiepark und dem Schulgebäude am Wasseramselweg eingesetzt. Diese Aufgabe ist gerade für die Eltern der Schülerinnen und Schüler von großer Wichtigkeit. Auch für die Schulleitung hat die Absicherung des Schulweges höchste Priorität. Durch die noch nicht existente Buslinie 139 (fährt ab der Fahrplanumstellung im Dezember 2018) und den durch diverse Bauarbeiten noch teils provisorischen Schulweg sind für die Schülerinnen und Schüler einige kleinere Gefahrenstellen auf dem Schulweg zu überwinden. Um trotzdem einen sicheren Weg zu haben sind die Stadteilkümmerer an diesen neuralgischen Punkten präsent. Der Einsatz, der ursprünglich nur bis zu den Herbstferien angedacht war, wird auf Wunsch der Elternschaft und der Schulleitung bis Weihnachten, bis alle Baumaßnahmen zur Sicherung des Schulweges beendet sind, ausgeweitet. Den Beobachtungen, die die Stadteilkümmerer während ihrer Arbeitszeit getätigt haben, ist es unter anderem zu verdanken, dass die LUX Zahl der Beleuchtung der S-Bahn Unterführung „Technologiepark“ deutlich erhöht wurde und das die Bauarbeiten an der Zufahrtsstraße der Schule, erst nachdem die Schülerinnen und Schüler den Unterricht zur ersten Stunde begonnen haben, fortgesetzt werden. 7 Ein weiterer regelmäßiger Dienst umfasst den Kontrollgang rund ums Rhein-Energie Stadion am ersten Werktag nach einer Veranstaltung. Dadurch können auf unbürokratischem Wege größere Müllansammlungen direkt per Foto mit Standort an die AWB oder das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen übermittelt werden. Gerade der Bereich der Aachner Straße vom Stadion bis Maarweg und der Bereich Junkerdorfer Straße vom Stadion bis Militärring stehen hierbei im Fokus. Ein weiterer großer Aufgabenteil, der aktuell nach der Umstrukturierung des bezirklichen Ordnungsdienstes (BOD) zum 01.05.2018 weggefallen ist, ist die Nachkontrolle von bereits gekennzeichneten Schrottfahrrädern. Hier wurden seitens der Stadtteilkümmerer im Zeitraum Februar bis Mai 2018 über 800 Nachkontrollen im Stadtbezirk durchgeführt. Diese Form der Unterstützung könnte zukünftig dem Ordnungsamt in vielen Bereichen dienlich sein. 8 Unter die dritte Kategorie „entfernt“ (150) fallen Missstände im Straßenland, die von den Stadteilkümmerern unmittelbar und vor Ort beseitigt werden können. Sie sind im täglichen Rundgang mit Utensilien wie u.a. Müllzange, Müllbeutel, Spachtel oder Handschuhen ausgestattet. Plakatierungen an Straßenlaternen oder Ampeln, zerbrochene Glasflaschen, Verunreinigungen wie Spritzen oder ähnliches auf Spielplätzen, in Parks oder im öffentlichen Straßenland werden entfernt. Sollte dabei ein Hinweis auf den Verursacher gegeben sein wird dieser dokumentiert und an die zuständige Fachstelle weitergeleitet. 3. Erstes Fazit Nach einem knappen Jahr lässt sich sagen, dass der Einsatz des Stadteilservices Lindenthal für den Stadtbezirk ein voller Erfolg und eine Aufwertung bedeutet. Dies lässt sich zum einen an Zahlen, aber auch, und dies ist der weitaus wichtigere Punkt, an positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung belegen. Durch die zielgerichtete Steuerung und den präzisen Einsatz lassen sich Missstände im Stadtbezirk aufdecken und schneller beseitigen. Durch die reine Präsenz auf den Straßen entsteht ein subjektives Sicherheitsgefühl für die Bürgerinnen und Bürger. Die Bürgerinnen und Bürger haben zudem wieder mehr Ansprechpartner vor Ort. Dies ist gerade für den älteren Teil der Gesellschaft von hoher Bedeutung. 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Einzelne Aufgaben durchgeführt aufgenommen und weitergeleitet entfernt 9 „Zum Start des Projektes hatte ich die drei Herren gebeten „meine Augen“ im Stadtbezirk auf den Straßen, Wegen und Plätzen zu sein und alles was auffällt zu melden. Die Stadteilkümmerer führen diesen Wunsch mit viel Engagement und Herzblut zur vollsten Zufriedenheit aus. Die Perspektive im Sinne der Fördermaßnahme eine Integration in den 1. Arbeitsmarkt zu ermöglichen wird deutlich entwickelt. Ein „win win“-Projekt für die Beschäftigten der KGAB und den Stadtbezirk Lindenthal“. Zitat: Ulrike Willms, Bürgeramtsleiterin Lindenthal Nach diesen Erkenntnissen ist die Ausdehnung des Projektes „Stadtteilkümmerer“ für die übrigen Stadtbezirke uneingeschränkt zu empfehlen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (12)
- Aachener Straße
- Dürener Straße 2
- Sülzburgstraße
- Luxemburger Straße 15
- Wasseramselweg
- Maarweg
- Alter Militärring 16
- Straße 15
- Stadtwald
- Straße 28
- Straße 2
- Straße 9
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Details
- Aktenzeichen
- 3436/2018
- Typ
- Mitteilung BV
- Datum
- 19.10.2018
- Erstellt
- 19.10.2018 09:23