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Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion (AN/0158/2026) betreffend "Drogenhilfe im Stadtbezirk Köln-Chorweiler"

Beantwortung einer Anfrage (BV) 1361/2026 vom 07.05.2026

Stand: Am 07.05.2026 in der Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 1361/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 07.05.2026 Beantwortung einer schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion (AN/0158/2026) betreffend "Drogenhilfe im Stadtbezirk Köln-Chorweiler" Mit Anfrage AN/0158/2026 stellt die SPD-Fraktion die folgenden Fragen: 1. Wie stellt sich aus Sicht der Verwaltung die aktuelle Situation in Bezug auf offenen Drogen- konsum und drogenbezogene Problemlagen im Stadtbezirk Köln-Chorweiler dar? 2. Bestehende Angebote und Maßnahmen der Drogenhilfe und Prävention a) Welche konkreten Angebote der Drogenhilfe (z. B. Streetwork, aufsuchende Sozialarbeit, Beratungsstellen, Substitutionsangebote) bestehen derzeit im Stadtbezirk Chorweiler? b) Gibt es speziell auf die Situation in Chorweiler zugeschnittene Konzepte oder Maßnahmen zur Drogenhilfe und Prävention? c) Welche Maßnahmen werden aktuell ergriffen, um Kinder und Jugendliche vor Gefährdun- gen durch offenen Drogenkonsum zu schützen? 3. Ausstattung, Wirksamkeit und weitere Planungen a) In welchem Umfang sind die bestehenden Angebote personell und finanziell ausgestattet? b) Wie wird die Wirksamkeit dieser Angebote durch die Verwaltung bewertet? c) Sind zusätzliche oder erweiterte Maßnahmen zur Drogenhilfe, Prävention oder zur Verbesserung der Situation im öffentlichen Raum geplant? d) Falls ja, welche Maßnahmen sind vorgesehen und in welchem zeitlichen Rahmen? e) Falls nein, aus welchen Gründen sind derzeit keine weiteren Maßnahmen geplant? Die Verwaltung teilt dazu folgendes mit: Zu Frage 1 Im Stadtbezirk Chorweiler gibt es wie in den anderen Stadtbezirken auch Menschen, die im öffentlichen Raum Drogen konsumieren, jedoch keine sichtbare offene Drogenszene in dem Ausmaß wie beispielsweise in der Innenstadt Kölns. Streetworker*innen des Jugendamts (für Kinder und Jugendliche) und das „Aufsuchende Suchtclearing“ (ASC) des Gesundheitsamts (für Erwachsene) werden in Köln bezirksübergreifend eingesetzt. Sie nehmen Kontakt mit den Menschen mit Drogengebrauch auf, informieren und vermitteln bei Bedarf in weiterführende Angebote. Zu Frage 2 a und b 2 Im Stadtteil Chorweiler zentral am Pariser Platz gibt es seit dem 01.09.2023 die Suchtbera- tungsstelle Chorweiler des Diakonischen Werks Köln und Region gGmbH mit einem Hilfsan- gebot für Menschen mit einer Gefährdung und Abhängigkeit von legalen und illegalen Drogen. Die Einrichtung der Beratungsstelle basiert auf dem Ratsbeschluss 2360/2017 vom 28.9.2017 (siehe auch Mitteilung vom 08.09.2023, Vorlagen-Nr. 2791/2023). Die Einrichtung ist von Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Vom Pariser Platz aus sind die übri- gen Stadtteile des Bezirks Chorweiler mit ÖPNV gut erreichbar. Neben der klassischen Suchtberatung integriert dieses Angebot Elemente zugehender Sozial- arbeit. So können Hilfesuchende bei Bedarf auch aufgesucht werden, um niedrigschwelligen Zugang zu ermöglichen. Das Konzept der Einrichtung umfasst darüber hinaus den Einsatz von Sprach- und Kulturmittler*innen, um die kultursensible Beratung zu stärken und Men- schen mit internationaler Geschichte den Zugang zum Suchthilfesystem zu erleichtern. Die Einrichtung kooperiert mit dem Therapieverbund Blaues Kreuz und der Drogenhilfe Köln zur Vermittlung von Besucher*innen in ambulante Reha-Angebote und ambulante Nachsorge. In unmittelbarer Nähe der Suchtberatungsstelle befindet sich des Weiteren das Sozialpsychiatri- sche Zentrum ebenfalls in Trägerschaft des Diakonischen Werks. Durch die enge Vernetzung und räumliche Nähe besteht ein niedrigschwelliger Zugang für die Menschen, die mit Doppel- diagnose neben der Suchtproblematik Unterstützung aufgrund ihrer psychischen Beeinträchti- gung benötigen. Darüber hinaus gibt es eine fachbezogene Kooperation der Suchtberatungs- stelle mit „dieKümmerei“, in der Osloer Str. 8, ebenfalls in der Nähe des Pariser Platzes gele- gen. „DieKümmerei“ versteht sich als niedrigschwellige Anlaufstelle für die Bewohner*innen des Sozialraums und verfolgt das Ziel, sektorübergreifend soziale und gesundheitliche Hilfe- leistungen zu koordinieren. Zu Frage 2 c Es gibt bereits ein stadtweites Angebot der Sucht- und Drogenprävention in Köln. Ziel der Prä- ventionsmaßnahmen ist die frühzeitige Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung bei den Kin- dern und Jugendlichen und eine gezielte Hinwirkung auf gesundheitsfördernde Verhaltenswei- sen durch Umsetzung entsprechender Präventionsprogramme. Zur Stärkung der Resilienz von Kindern und Jugendlichen und zur Aufklärung über die Gefahren eines Suchtmittel-Kon- sums unterstützt und fördert die Stadt Köln eine Vielzahl von Angeboten im Rahmen ihres ge- setzlichen Auftrags zur präventiven Arbeit im erzieherischen Kinder- und Jugendschutz. Die Angebote und Handlungsfelder auf dem Feld der Suchtprävention setzen an bei Familien, El- tern und Erziehungsberechtigten, im Elementarbereich bei Erzieher*innen als Multiplikator*in- nen, an den Schulen als sozialer Lebensraum, aber auch im außerschulischen Bereich an Ju- gendfreizeiteinrichtungen, an Ausbildungsstätten, oder auch in Form von Fortbildungen für Fachkräfte, Lehrkräfte und für Führungskräfte als Instrument betrieblicher Suchtprävention. Dies gelingt nur durch eine enge Verzahnung der Suchtprävention mit allen Angeboten des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. Unterschiedliche Träger der Suchtprävention in Köln bieten Präventionsmaßnahmen für Schü- ler*innen sowie außerdem Informationsreihen für Eltern und Angehörige an und diese werden gut nachgefragt. Die Maßnahmen sollen Kinder, Jugendliche sowie deren Familien bereits er- reichen, bevor sie konsumbezogene Probleme entwickeln. Darüber hinaus gibt es Beratungsstellen für Jugendliche in der Innenstadt und „Vor Ort“-Nie- derlassungen in Porz und Kalk vom SKM Köln e.V. Hier der Link auf die Suchtpräventionsangebote der geförderten Träger: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/gesundheit/suchthilfe/beratungsstellen-fuer-jugendli- che-bei-suchtproblemen Angebot in Chorweiler: Die Drogenhilfe Köln gGmbH als auch SkF e.V. Köln mit B.I.S.S. bieten in den Schulen und 3 Jugendeinrichtungen dezentral und aufsuchend Workshops und Beratungstage an. Diese fin- den auch in Chorweiler statt. Zu Frage 3 a Der Träger “Diakonisches Werk Köln und Region gGmbH“ hat 2025 kommunale Mittel in Höhe von 245.946,25 € zur Finanzierung für sein Angebot „Suchtberatung Chorweiler“ erhalten. In der Einrichtung sind zwei Fachkräfte der sozialen Arbeit (1,75 VZÄ S12), Sprach- und Kultur- mittler*innen in Russisch und Türkisch (insgesamt 1 VZÄ S3) und eine Verwaltungskraft (9,5 Stunden pro Woche) eingesetzt. In den Sprachen Englisch, Polnisch, Russisch, Ukrainisch und Türkisch können Beratungen und Angebote durchgeführt werden, für weitere Sprachen werden zusätzliche Sprachmittler eingesetzt. Zu Frage 3 b Es gibt eine jährliche Evaluation des Angebots und ein Qualitätsgespräch mit Gesundheits- schwerpunkt findet in der Regel ebenfalls jährlich statt. Auf dieser Grundlage wird das Ange- bot als wirksam bewertet: Im Jahr 2025 konnten insgesamt über 403 Personen durch die Suchtberatungsstelle erreicht werden. Ein hoher Anteil der Ratsuchenden befand sich in sehr komplexer Lebenssituation. Von den Personen, die längerfristig beraten wurden, konnte etwa ein Drittel in Suchtbehandlung oder weiterführende Beratung der Suchthilfe vermittelt werden. Zu Frage 3 c und d Aufgrund der in der Anfrage formulierten Beobachtungen wurde von Seiten des Streetworks und des Aufsuchenden Suchtclearings (ASC) die Situation insbesondere am Pariser Platz und Umgebung genauer in Augenschein genommen. Im öffentlichen Raum konnten seit Anfang des Jahres keine erheblichen Veränderungen beobachtet werden. Ebenso gab es keine ent- sprechenden Rückmeldungen zum Bezirk Chorweiler innerhalb der Netzwerke des Gesund- heitsamts mit den Suchthilfeträgern und der Ordnungspartnerschaft. Um sicherzugehen, dass es sich bei denen in der Anfrage beschriebenen Beobachtungen im öffentlichen Raum nicht um einmalige Vorkommnisse oder saisonale Schwankungen handelt, werden Streetwork und das Aufsuchende Suchtclearing (ASC) die Situation vor Ort weiterhin beobachten. Zur Situation in den Parkhäusern und den Treppenhäusern von Hochhäusern kann keine Aus- kunft erteilt werden, da sich diese im Verantwortungsbereich der Eigentümer*innen und nicht im Zugriff der Verwaltung befinden. Die Situation wird weiterhin beobachtet werden. Die Rückmeldungen des Streetworks und des Aufsuchenden Suchtclearings (ASC) zu Suchthilfebedarfen werden mit der Suchtberatung Chorweiler erörtert werden, um bei Bedarf das Beratungsangebot gezielt weiterentwickeln zu können.

Beratungsverlauf

  1. 07.05.2026

    Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)

    TOP 7.1.7, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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