0495/2026
Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf e.V."
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Stadt Köln
Amt für Kinder Jugend und Familie
Frau Dagmar Niederlein
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51103 Köln
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Köln, Sept. 2025
Zielsetzungen des Vereins Die jungen Wohngemeinschaften e.V.
Satzungsziel: “Abbau von Vorurteilen gegenüber Kinder und
Jugendlichen in Wohngruppen /Heimen”
Die Umsetzung der Satzungsziele werden durch vier Tätigkeitsfelder
erreicht, die gleichwertig nebeneinander stehen:
A) kulturelle Partizipationsprojekte ( Theater, Filme, Social Media,
Ausstellungen )
D1c jungen Wohn
gemeinschaften e.V.
Fallersir. P5-97
50676 Köln
022129499137
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www. d' w-koe In. d e
B) Rechtsberatung für Kinder und Jugendliche ( z.B. in Kooperation mit
einem Rechtsanwalt oder Träger der Jugendhilfe )
C) Aufklärung in Schulen ( mit Bewohnerinnen aus Wohngruppen und
Pädagogen )
Vertretungsberechtigter
Vorstand
Anco Bruns (Vorsitzende)
Smono Steinke
Rolf Emmerich
D) Schaffung von Nachsorge Angeboten ( z.B. Aufbau eines
Wohnprojektes)
Vereinsregititer
VR 2OSS6
Amtsgericht Köln
Erläuterungen zu A):
Steuornummer
215/5863/2624
Finarzarnl Köln-Mi.le
Seit seiner Gründung in 2021 hat der Verein ein partizipatives
Theaterprojekt in 2021-2022 und zwei partizipative Filmprojekte verbunden
mit Ausstellungen von 2023 - 2025 durchgeführt. Die Sachberichte hierzu
sind dem Anschreiben beigefügt. Die Durchführung dieser Kulturprojekte
erfolgte mit in der Jugendarbeit erfahrenen Theaterpädagogen und
Künstlern und wird in 2025-2026 im dritten Jahr fortgeführt.
Spenden / Bankverbindung
Sparkasse KölnBonn
IBAN: 3277 3705 Q198 1935 944B 17
□ IC: COLSDE33XXX
Geleitet wurden diese Kulturprojekte von der Journalistin Anke Bruns und
dem Kulturmanager Rolf Emmerich, der eine langjährige Erfahrung in
partizipativen, inklusiven Kulturprojekten mitbringt. Die Umsetzung erfolgt
unter Mitwirkung von Vereinsmitgliedern, die in Wohngruppen leben oder
gelebt haben.
Die Jugendlichen und Kinder werden in den Kulturprojekten respektvoll
und auf Augenhöhe eingebunden. Sie gehen mit den Ergebnissen raus an
die Öffentlichkeit, werden sprachfähig und stärken ihr Selbstwertgefühl und
Selbstvertrauen.
Erläuterungen zu B) - D):
Ab 2026 wird der Verein auch weiterhin partizipative Kulturprojekte
umsetzen. Des Weiteren wird er beginnen, natürlich abhängig von
Fördermitteln, die Tätigkeitsfelder B) bis D) anzugehen. Die Umsetzung
dieser Felder erfolgt mit professioneller Unterstützung von Experten, wie
Jugendlichen aus Wohngruppen, Rechtsanwälten,
Pädagogen, Trägern der Jugendhilfe und der Stadt Köln.
Psychologen,
Mit unseren Projekten bauen wir Vorurteile ab und stärken das
Demokratiebewusstsein der Kinder und Jugendlichen in Wohngruppen /
Heimen.
Mit freundlichen Grüßen
■^AnkeBr^TS^
Vorsitzende
Rolf Emrherii
Vorstand /
Simone Steinke
Vorstand
I
(
Die jungen
Wohngemeinschaften e.V.■ w ...... -
Sachbericht zu den Projekten „Simone wächst anders auf*, „LebensTräume“
und der Fachtagung Partizipation (2021-2024)
Theaterprojekt „Simone wächst anders auf“ (2021)
(
Der Verein "Die jungen Wohngemeinschaften - wir wachsen anders auf wurde am
21. März 2021 gegründet. Das Jugendamt der Stadt Düsseldorf hat eine Förderung
für das Theaterprojekt "Simone wächst anders auf am 29. April 2021 für den
Zeitraum 2021-2023 bewilligt. Die Vorbereitungen des Theaterprojekts begannen im
Mai 2021 mit dem Ziel, das Theaterprojekt im Herbst 2021 zu starten. Die
Theaterpädagogin Susanne Galonska und der Regisseur Anas Ouriaghli
übernahmen die Recherche und Erarbeitung des künstlerischen Theaterkonzepts.
Ferner wurden eine Webseite, ein Flyer und eine Pressemitteilung erstellt sowie in
Wohngruppen und Jugendhilfeeinrichtungen im Düsseldorfer und Kölner Raum
geworben.
Die steigenden Covid-19-lnzidenzen ab Oktober/November 2021 führten dazu, dass
nur sehr wenige Jugendliche an der ersten Probe im Oktober 2021 teilgenommen
oder sich für die weiteren Proben angemeldet haben. Deshalb hat der
Vereinsvorstand im November 2021 entschieden, das Theaterprojekt auf 2022 zu
verschieben. Die Theaterpädagogin Susanne Galonska und der Regisseur Anas
Ouriaghli haben für ihre in 2021 geleistete Arbeit entsprechende Honorare erhalten.
Theater- und Musikprojekt „LebensTräume“ (2021-2022)
Ziel des Theater- und Musikprojektes war es, gemeinsam mit Jugendlichen aus der
stationären Jugendhilfe in Köln und Düsseldorf ein Stück zu entwickeln, das sich aus
ihren Erfahrungen und Erlebnissen speist (biographisches Theater). Doch es war von
Beginn an ein großes Problem, Teilnehmerinnen für das Theater- und Musikprojekt
( .LebensTräume“ zu finden. Zunächst hat der Verein Die jungen
Wohngemeinschaften (DjW) verschiedene Träger und Einrichtungen in Düsseldorf
und Köln kontaktiert. Die Diakonie in Michaelshoven hat dem Verein ab Herbst 2021
Probenräume zur Verfügung gestellt. Gleich zu Beginn der Proben machten die
Jugendlichen deutlich, dass sie kein Interesse an einem Stück haben, in dem es
JJ1,nur“ um Jugendliche aus Wohngruppen geht und in dem auch nur Jugendliche aus
Wohngruppen mitmachen.
Kurz nach dem Probenstart wurde das Projekt dann komplett durch die Corona-
Pandemie gestoppt. In dieser Zeit hat der Verein die Kritik der Jugendlichen
aufgegriffen, das Konzept für das Projekt überarbeitet und diverser gestaltet: Weg
vom rein biographischen Theater hin zu einem Stück über Lebensräume und
Lebensträume von unterschiedlichen Jugendlichen. Ziel war nun, dass nicht nur aber
auch Jugendliche aus Wohngruppen in dem Projekt mitmachen.
Die jungen Wohngemeinschaften e.V. # wir wachsen anders auf
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Die jungen
Wohngemeinschaften e.V
Im Frühjahr 2022 hat der Verein erneut stationäre Einrichtungen und Wohngruppen
kontaktiert und für das Projekt geworben. In den Gesprächen wurde oft deutlich,
dass es für die Jugendlichen schwierig ist, regelmäßig an dem Theater- und
Musikprojekt teilzunehmen. Gründe hierfür waren u.a.: eine große Auslastung durch
andere außerschulische Angebote (u.a. Sportvereine und therapeutische Angebote),
Zurückhaltung und Sorge, die eigenen Lebensräume und Lebensträume zu
thematisieren und sie somit sichtbar zu machen, allgemeine Berührungsängste mit
dem unbekannten Medium Theater, eine Verlagerung ihrer Hobbys in den digitalen
Bereich (als Folge der Coronapandemie).
Am Ende ist es dem Verein gelungen, insgesamt 10 Jugendliche in das Projekt
einzubinden: fünf Jugendliche aus Wohngruppen in Köln und Düsseldorf sowie fünf
Jugendliche, die in unterschiedlichen Settings aufwachsen - bei ihren Eltern, bei
einer alleinerziehenden Mutter oder bei der Oma.
( Das Theaterprojekt
Mit dem erneuten Start des Theaterprojekts im Mai 2022 wurde zur Unterstützung
des Regisseurs die Theaterpädagogin Ria Unverzagt mit ins Team geholt. Der
Verein DjW konnte das Jugendzentrum BAUI als Kooperationspartner für das
Theaterprojekt gewinnen. Der BAUI ist ein zentraler Treffpunkt für Jugendliche und
junge Erwachsene aus unterschiedlichen Lebensbereichen in der Kölner Südstadt.
Hierzu zählen Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene aus sehr
unterschiedlichen Familienkonstellationen und unterschiedlichen kulturellen sowie
sozialen Hintergründen. Ein barrierefreier Ort mit einem niederschwelligen Angebot
für Kinder und Jugendliche.
(
Einmal in der Woche probten Regisseur Anas Ouriaghli und Theaterpädagogin Ria
Unverzagt dort mit den Teilnehmerinnen des Theaterprojekts. Bis zu den
Sommerferien 2022 fanden die Proben hauptsächlich im Jugendzentrum „Baui“ statt,
ab August 2022 im nahegelegenen Freien Werkstatt Theater (FWT). Es bildete sich
eine feste Gruppe von sechs bis acht Jugendlichen, die regelmäßig zu den Proben in
das Freie Werkstatt Theater kamen.
Das Theater-Musikprojekt
In dem Projekt entwickelte sich der Wunsch, musikalische Elemente in das Stück mit
hineinzunehmen. Hier sah der Verein eine Möglichkeit, Jugendliche aus
Wohngruppen in Düsseldorf, die nicht regelmäßig zu den Proben nach Köln kommen
konnten, enger einzubinden. Dafür engagierte der Verein die Musikerin und
Musikpädagogin Fanja Raum.
Parallel zum Theaterprojekt entwickelte und komponierte sie ab August 2022 bis
Dezember 2022 mit Jugendlichen der Ferdinand-Schule der Graf Recke Stiftung in
Düsseldorf Musikstücke und Texte im Projekt LebensTräume. In enger Abstimmung
entwickelten Theaterregie und musikalische Leitung eine Gesamtperformance. Die
Musik gab Anlass für neue Spielsituationen und umgekehrt inspirierten die
Die jungen Wohngemeinschaften e.V. # wir wachsen anders auf
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1
Diejungen
Wohngemeinschaftene.V.
Theaterszenen das musikalische Team zu neuen Musikstücken. Die Jugendlichen
konnten über die Werkzeuge und den Schutzraum der Musik ihre Biographie mit
künstlerischen Mitteln verarbeiten und einbringen.
Inhaltliche Umsetzung des Theater- und Musikprojekts
A) Theater: Die Jugendlichen erhielten zu Anfang der zweistündigen Proben ein
regelmäßiges warm up, welches von der Theaterpädagogin Ria Unverzagt geleitet
wurde. Dieses warm up ermöglichte es ihnen, sich mental und körperlich auf die
Proben einzustellen.
In Form von Interviews und theaterpädagogischen Übungen wurden gemeinsam mit
den Jugendlichen Texte entwickelt, aus denen später die Theaterszenen zum Thema
Lebensräume und Lebensträume entstanden sind. Ein wichtiger Bestandteil der
Arbeit war es, den Jugendlichen eine Möglichkeit zu bieten, sich gemeinsam über
ihre unterschiedlichen Lebenskonzepte auszutauschen. Jugendliche mit
Heimerfahrung haben sich während der Proben mit Jugendlichen aus Patchwork-
Familien oder z.B. aus klassischen Familienkonzepten über ihre jeweilige Lebenswelt
ausgetauscht. Die Jugendlichen konnten sich so kennenlernen und Vertrauen
zueinander aufbauen. Die Jugendlichen wurden darin bestärkt, eigenen Ideen und
Spielimpulsen zu vertrauen und sie als Impuls für Theaterszenen zu nehmen. So
konnten sie gemeinsame Spielerfahrungen sammeln, ohne das Gefühl zu haben,
„alleine“ auf der Bühne „ausgestellt“ zu sein. Alle aus der Gruppe waren gleich
gefordert, so dass niemand bevorzugt und benachteiligt werden konnte. Es entstand
ein Theaterensemble, das lustvoll auf eine gemeinsame „Theater- Reise“ aufbrechen
konnte.
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B) Musik: Der Schwerpunkt der wöchentlichen Proben lag auf dem selbständigen
Erfinden eigener Musik und eigener Texte an Instrumenten und am Computer. Mit
Hilfe von Midi-Instrumenten in Computerprogrammen konnten die Jugendlichen auf
Keyboard-Tastaturen Loops einspielen, diese übereinanderschichten und
arrangieren. Am Schluss der Stunde konnte jede*r seine/ihre Musik auf dem Handy
oder auf dem Mp3-Player mit in seine/ihre Wohngruppe nehmen. Viele
Teilnehmerinnen waren überrascht und stolz, dass sie diese Musik selbst gemacht
haben und spielten sie anderen Mitschülerinnen und Lehrpersonen vor.
In der nächsten Arbeitsphase haben sie Songtexte erarbeitet und aufgeführt. So
schrieb ein Jugendlicher mit Autismus einen sehr berührenden Songtext über sich
und seinen Ärger darüber, von anderen unterschätzt und nicht ernst genommen zu
werden.
Die meisten Jugendlichen hatten zunächst den Wunsch, individuell zu arbeiten. Doch
im Verlauf der Proben bildete sich nach und nach eine Band, in der sich alle
gegenseitig halfen und unterstützen.
Generalprobe und Aufführung: Theater mit Live Musik in Köln am 7.12.2022
und Filmpremiere in Düsseldorf am 16.12.2022
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Die jungen
Wohngemeinschaften e.V.
Während der Generalprobe Anfang Dezember 2022 in Köln trafen die beiden
Gruppen aus Köln und Düsseldorf zum ersten Mal aufeinander. Die Abläufe waren
bereits während der Proben fest einstudiert worden. Beide Gruppen kannten den
Ablauf. Hierdurch konnten sich die Jugendlichen voll auf ihre jeweiligen geprobten
Szenen und Musikstücke konzentrieren. Beide Gruppen, sowohl die Jugendlichen
aus der Ferdinand-Schule Düsseldorf als auch die Jugendlichen des Theatermoduls,
haben sich während der Generalprobe gegenseitig unterstützt. Sie haben sich
wechselseitig angeregt und inspiriert, was wiederum im Gesamtstück deutlich
spürbar war. Die Verwebung von Musikstücken und Theaterszenen erzeugte im
fertigen Stück verschiedene Rezeptionsebenen, die einander beeinflussten. So
entstand eine große Bandbreite an Emotionen und vielfältige Ausdrucksformen.
Die Theaterpremiere am 7.12.2022 in Köln war ein voller Erfolg. Das Theater im
Bürgerhaus Stollwerck war mit 100 Besucherinnen bis auf den letzten Platz gefüllt.
Zu den Gästen zählten Jugendliche aus unterschiedlichen Kölner
Jugendeinrichtungen, Mitschülerinnen, Lehrerinnen, Eltern, Vertreterinnen aus der
Theater- und Kulturszenen u.a. Die Jugendlichen erhielten viel Applaus. Die
anschließende Premierenfeier gab allen die Möglichkeit, sich auszutauschen und
sich zu vernetzen.
Die Jugendlichen sind in dem Projekt über sich hinausgewachsen und haben ein
starkes Selbstbewusstsein entwickelt. Zugleich haben sie die Besucherinnen des
Stücks inspiriert, über die vielfältigen Lebensräume und Lebensträume
nachzudenken - nicht nur, aber auch über die von sogenannten „Heimkindern“.
Der Verein DjW hat das Theaterstück in Köln mit mehreren Kameras aufgezeichnet
und Interessierte aus Düsseldorf zur Filmpremiere von LebensTräume am
16.12.2022 eingeladen. Der Film wurde auf einer großen Leinwand in der
Kulturkirche der Graf Recke Stiftung in Düsseldorf gezeigt. Eine öffentliche
Veranstaltung mit allen Jugendlichen des Projekts für Wohngruppen, Betreuerinnen,
Lehrerinnen, Mitschülerinnen, Angehörige, Freunde aus der Ferdinandschule u.a..
Auch hier war der Saal mit 100 Gästen gut besucht, darunter sehr viele Kinder und
Jugendliche. Auch hier gab es lang anhaltenden Applaus. In der anschließenden
Diskussion meinten einige Jugendliche, dass sie beim nächsten Mal gerne in so
einem Projekt mitmachen würden. Betreuerinnen aus den Wohngruppen meldeten
wiederum zurück, ihre „Schützlinge“ von einer ganz neuen Seite erlebt zu haben.
Fazit des Theater- und Musikprojekts LebensTräume:
Die Jugendlichen, die aktiv an dem Projekt teilgenommen haben - in Köln und in
Düsseldorf - haben viel für sich und ihren weiteren Lebensweg mitgenommen. Sie
haben gegenseitig viel über sich und die anderen gelernt, Berührungsängste und
Vorurteile abgebaut, neue kreative Ausdrucksmöglichkeiten, gegenseitige
Unterstützung und den Zusammenhalt einer Gruppe erfahren.
Sie haben gespürt, wie schön es sein kann, sich anderen zu zeigen, eigene Hürden
zu überwinden und daran zu wachsen. Die Besucherinnen der Premiere in Köln wie
Die jungen Wohngemeinschaften e.V. # wir wachsen anders auf
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Die jungen
Wo h nge m ei n schaften e.V.
auch der Filmvorführung in Düsseldorf haben auch eine wichtige Botschaft
mitgenommen: Kinder und Jugendliche wachsen heute auf vielfältige Weisen auf -
einige in Wohngruppen, einige bei ihren Eltern, andere in Patchworkfamilien oder bei
der Oma. Und egal, wo und wie ein Kind aufwächst:
Niemand sollte sich mit seiner Geschichte und seinen Träumen verstecken müssen
Fachtag Partizipation (2024)
Nach den Aufführungen unseres Theaterprojektes „LebensTräume“ hatten wir
geplant, verschiedene Akteurinnen aus dem Bereich der stationären Kinder- und
Jugendhilfe (Träger, Fachkräfte und Jugendliche) zur einer kleinen Fachtagung
einzuladen, um gemeinsam zu überlegen, wie es gelingen kann, Kinder und
Jugendliche in Wohngruppen stärker zu motivieren, sich für ihre Themen
einzusetzen.
(
An dem Online-Brainstorming zur Vorbereitung der Fachtagung am 24. August 2023
haben mehrere Jugendliche und Fachkräfte aus Wohngruppen teilgenommen, wie
auch der Careleaver e.V. und auch die Fachstelle „gehört werden“ beim LVR.
Gemeinsam waren wir der Auffassung, dass Kinder und Jugendliche innerhalb der
Einrichtung, in der sie leben, so viel Partizipation wie möglich erleben sollten, um
dann auch außerhalb ihrer Wohngruppen selbstbewusst für ihre Themen und
Anliegen einstehen zu können. Deshalb beschlossen wir, einen Fachtag zum Thema
„Wie kann mehr Partizipation gelingen?“ durchzuführen.
Bei den Vorbereitungen hierzu erfuhren wir dann, dass die Liga der
Wohlfahrtsverbände in Düsseldorf zu genau diesem Thema eine Fachtagung am 24.
Mai 2024 in Düsseldorf plant. Bei der Fachtagung sollte die Frage, wie die
Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Erziehungshilfe ausgebaut werden
kann, im Mittelpunkt stehen. Also genau unser Thema! Wir haben deshalb im
September 2023 Kontakt mit der Liga aufgenommen und bei einem Online-Meeting
im Oktober 2023 vorgeschlagen, die Fachtagung gemeinsam durchzuführen und das
von uns hierfür vorgesehene Geld für unsere Fachtagung in den Fachtag in
Düsseldorf einfließen zu lassen.
Das Angebot stieß auf großes Interesse. Und auch das Jugendamt der Stadt
Düsseldorf war mit diesem Vorgehen einverstanden. Von Oktober 2023 bis Mai 2024
haben wir in ca. 10 Sitzungen mit den Vertreterinnen der Düsseldorfer Liga das
Konzept für die gesamte Tagung mitentwickelt, einen eigenen Workshop für den
Fachtag aufgesetzt und über mehrere Wochen hinweg an der „Düsseldorfer
Erklärung“, die bei dem Fachtag von der Liga und allen Teilnehmerinnen
unterzeichnet werden sollte, mitgearbeitet (u.a. in Zusammenarbeit mit Philipp
Schlichtenbreede vom Jugendamt der Stadt Düsseldorf). Außerdem hat unsere
Vereinsvorsitzende Anke Bruns den Fachtag moderiert.
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IV
Die jungen
Wohngemeinschaften e.V.
Zwei junge Mitglieder unseres Vereins haben in einer Wohngruppe der AWO mit
Jugendlichen Interviews geführt, wo und wie sie beteiligt werden und wo sie sich
mehr Beteiligung wünschen. Aus den Interviews haben wir Kurzfilme für den Fachtag
erstellt und diese dort auch gezeigt. Außerdem haben wir für die Fachtagsteilnehmer
ein Handout entwickelt, wie Jugendliche mit kurzen selbstgemachten Videos ihre
Themen und Anliegen aufnehmen können (siehe Handout).
Die Zusammenarbeit mit der Liga wie auch mit dem Jugendamt der Stadt Düsseldorf
während der Vorbereitung wie auch während des Fachtags war sehr fruchtbar und
auch nachhaltig. Wir stehen weiterhin mit allen Beteiligten in Kontakt.
Anlage zum Abschlussbericht:
- Ausschreibung des Fachtags
- Ergebnis-Protokoll (erstellt von Philipp Schlichtenbrede)
- Düsseldorfer Erklärung
- Handout zum Workshop von „Die jungen Wohngemeinschaften“ beim Fachtag
- Außerdem gibt es einen Kurzfilm zum Fachtag, den Sie sich auf unserer Webseite
anschauen können.https://diejungenwohngemeinschaften.de
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I
Die j ungen
Wohngemeinschaften e.V.
Zwischen und Abschlussbericht Stand: 30. Juli 2024
1. Projekttitel
Vom Schatten ins Licht- eine künstlerische Annäherung an Familie
2. Durchführende Einrichtung
Die jungen Wohngemeinschaften e.V.
3. Berichtszeitraum
August 2023 - Juni 2023
4. Bewilligungsnummer F-23-1-11
(
Die jungen Wohngemeinschaften e.V. # wir wachsen anders auf
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kontakt^diejungenwohngemeinschaften.de
Die jungen
Wohngemeinschaften e.V.
5. Executive Summary (max. 1 Seite) Projektziele und Teilnehmer:
Projektziele und Teilnehmer:
Während des Bewilligungszeitraums führten wir Projekte mit der Wohngruppe Sürther
Feld und der Tagesstrukturierenden Maßnahme (TaM) der Karl Immanuel Küpper
Stiftung durch. Ziel war es, Jugendliche durch kreative Prozesse zu unterstützen, sich
mit der Wohngruppe als Ersatzfamilie sowie mit für sie wichtigen Themen
auseinanderzusetzen. Insgesamt nahmen sieben Jugendliche, die aus
unterschiedlichen Gründen in Wohngruppen leben, am kreativen und künstlerischen
Prozess teil. Die Ergebnisse (Filme, Audiostationen, Fotos und Bilder) wurden in einer
3-tägigen Gemeinschaftsausstellung im Kulturbunker Köln-Mülheim präsentiert.
Wohngruppe Sürther Feld, Diakonie Michaelshoven:
Die Wohngruppe bereitet Jugendliche auf das selbstständige Wohnen vor und fördert
die Beziehung zu ihren Eltern. Das Projekt lief von den Herbstferien bis Ende Januar
und umfasste neun Treffen. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit Themen wie
Erwachsenwerden und Genderidentität. Aufgrund von Terminschwierigkeiten fanden
die Workshop Treffen nur in unregelmäßigen Abständen statt.
Tagesstrukturierende Maßnahme (TaM) der Karl Immanuel Küpper Stiftung:
Diese Maßnahme richtet sich an Jugendliche mit psychischen Erkrankungen. Vier
Jugendliche nahmen daran teil und erarbeiteten von Mitte Januar bis Mitte März
verschiedene Werke. Der Schwerpunkt lag auf der Stärkung der Jugendlichen durch die
gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit ihren Themen. Am Ende fand eine
Vorpremiere in der Karl Immanuel Küpper Stiftung statt, bei der die Filme, Audios und
Bilder intern vor Mitbewohnerinnen und Betreuerinnen präsentiert wurden. Die
Jugendlichen erlebten eine große Anerkennung für ihre Arbeiten.
Ergebnisse:
Die regelmäßigen und intensiven Treffen in der Küpper Stiftung ermöglichten den
Jugendlichen, sich kreativ mit ihrer Lebenssituation auseinanderzusetzen und
Selbstvertrauen zu gewinnen. In diesem Rahmen gab es viele Gespräche zwischen den
Jugendlichen und den Mitarbeiterinnen der tagesstrukturierenden Maßnahme (TaM).
In Michaelshoven verloren die Jugendlichen aufgrund der langen Zeitabstände ein
wenig den Faden zum Projekt. Eine Erkenntnis für zukünftige Projekte ist,
kontinuierliche Treffen zu planen und eventuell die Projektdauer zu verkürzen, um
schnellere Resultate für die Jugendlichen sichtbar zu machen.
Erkenntnisse aus diesen Projekten:
Es ist schwierig, Jugendliche in ihrer Freizeit für ein längerfristiges Projekt zu gewinnen.
Die Unterstützung der Betreuerinnen und der Leitung der Einrichtung ist
entscheidend für den Erfolg. Zudem braucht es Zeit für den Prozess. Unsere ersten
Erfahrungen zeigen, dass ein strukturierter Rahmen, wie eine tagesstrukturierende
Maßnahme, sehr hilfreich ist. Trotz Herausforderungen wie Terminfindung und
geringer Teilnehmerzahl konnten die Jugendlichen durch die Projekte ihr
Selbstvertrauen und ihre Belastungsfähigkeit stärken.
Die jungen Wohngemeinschaften e.V. # wir wachsen anders auf
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Die jungen
Wohngemeinschaften e.V.
6. Beschreibung
Zeitlicher Ablauf des Projekts
Im Bewilligungszeitraum von August 2023 bis Juni 2024 führten wir jeweils ein Projekt
mit der Wohngruppe Sürther Feld von der Diakonie Michaelshoven und der
Tagesstrukturierenden Maßnahme (TaM) der Karl Immanuel Küpper Stiftung durch.
In der Wohngruppe Sürther Feld fand das Projekt zwischen den Herbstferien im
Oktober 2023 und Ende Januar 2024 statt. Insgesamt gab es neun Treffen, die jeweils
drei bis fünf Stunden dauerten.
Bei der Küpper Stiftung lief das Projekt von Mitte Januar bis Mitte März an insgesamt
28 Tagen, jeweils drei bis vier Stunden. Es war in die Tagesstrukturierenden
Maßnahmen der Stiftung eingebunden, wodurch wir nahezu täglich mit den
Teilnehmerinnen arbeiten konnten.
( Durch den Erfolg und das ungewöhnlich hohe Engagement der Jugendlichen in der
Küpper Stiftung entstand der Wunsch, das Projekt zu verlängern. Die
Teilnehmerinnen konnten noch tiefer in das künstlerische Gestalten eintauchen und
in verschiedenen Formen experimentieren.
Teilnehmerinnen
Insgesamt nahmen sieben Jugendliche aktiv an dem Projekt teil.
(
In Michaelshoven zeigten zunächst fünf Jugendliche Interesse: vier aus der
Wohngruppe Sürther Feld und einer aus der Wohngruppe Haus Ruth in
Michaelshoven. Aus zeitlichen Gründen (kurz vor dem Abitur und Ausbildungsbeginn)
sagten zwei der Interessierten jedoch ab. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 14
und 18 Jahre alt, darunter zwei weibliche Jugendliche und ein Transgender-
Jugendlicher, alle deutsche Staatsangehörige. Sie leben aufgrund schwieriger
familiärer Verhältnisse in der Wohngruppe; einer kam aus einer Pflegefamilie. Die
Wohngruppe unterstützt die Jugendlichen bei der Verselbstständigung und der
Verbesserung der Beziehungen zu den Eltern.
In der Tagesstrukturierenden Maßnahme (TaM) der Küpper Stiftung befinden sich
Jugendliche, die aufgrund psychischer Erkrankungen, Belastungsschwierigkeiten
und/oder Schulverweigerung keine öffentlichen Schulen besuchen können und in einer
der Wohngruppen der Stiftung leben. Während des Projekts waren vier Jugendliche in
der TaM, im Alter von 13 bis 18 Jahren. Drei von ihnen leben in der Wohngruppe für
Jugendliche mit psychischen Erkrankungen und eine Jugendliche in einer
Außenwohngruppe der Stiftung. Drei Teilnehmerinnen sind Biodeutsche, eine
Teilnehmerin ist eine Roma mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Akquise der Teilnehmenden
Wir kontaktierten etwa elf verschiedene Jugendhilfeeinrichtungen in Köln, um
geeignete Wohngruppen und Jugendliche für unser Projekt zu finden. Davon zeigten
sieben Einrichtungen grundsätzlich Interesse an einer Zusammenarbeit. In sechs
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Die jungen
Wohngemeinschaften e.V.
Wohngruppen konnten wir das Projekt den Jugendlichen persönlich vorstellen.
Jugendliche der Wohngruppe Sürther Feld in Michaelshoven und der TaM der Karl
Immanuel Küpper Stiftung hatten Interesse, an diesem Projektteilzunehmen.
Die Anzahl der Teilnehmer*innen lag unter unseren Erwartungen. Es stellte sich
heraus, dass viele Jugendliche in ihrer Freizeit nur schwer für ein Film- oder
Kunstprojekt zu motivieren sind. Seit der Pandemie hat sich die Situation noch
verschärft. Projekte für ein oder zwei Tage sind willkommen, aber eine längere
Verpflichtung ist schwierig. Die geringe Beteiligung in der Wohngruppe Sürther Feld lag
an diesen Gründen und war sowohl zeitlich als auch organisatorisch schwierig
umzusetzen.
(
Es ist auch schwierig, Projekte ohne wirkliche Unterstützung und Interesse seitens der
verantwortlichen Erzieher oder Betreuer durchzuführen. Jugendliche verlieren in
langfristigen Projekten oft schnell den roten Faden und damit das Interesse. Um
wirkliche Erkenntnisse oder eine Stärkung der Jugendlichen durch eine
Auseinandersetzung mit Film und Kunst zu erreichen, bedarf es Zeit, Kontinuität und
sichtbare Ergebnisse.
Ganz andere Erfahrungen machten wir, als wir täglich in der TaM der Küpper Stiftung
mit den Jugendlichen über einen längeren Zeitraum arbeiten konnten. Hier
intensivierte sich die Beziehung und damit das Interesse an der Gestaltung der Filme,
Objekte etc. Die niedrige Teilnehmer*innenzahl lag an der Anzahl der Jugendlichen, die
zu der Zeit die TaM besuchten. Eine etwas größere Gruppe wäre sicherlich auch gut
gewesen.
Durchführung:
Welche Arbeitsansätze/Methoden wurden zur Zielerreichung eingesetzt?
(
Wir arbeiten mit der Methode des Participatory Video/Kunst. Das bedeutet, dass alle
Entscheidungen transparent gemacht und, wenn möglich, gemeinsam mit den
Teilnehmenden getroffen werden. Medien wie Film, Audio, Fotografie und Malerei
bieten Jugendlichen ideale Möglichkeiten, sich mit ihrer Lebensrealität
auseinanderzusetzen und diese öffentlich zu machen. Neben Participatory Video
nutzen wir Storytelling, Interviewtechniken, spielerische, ergebnisorientierte Übungen
mit der Kamera, malerische Elemente, dialogische Gruppenarbeit, Konzept- und
Drehbuchentwicklung (u.a. nach der „Joe Blagg-Methode") sowie szenisches Arbeiten
mit theatralischen Elementen.
Die Grundpfeiler unserer Arbeit sind:
Eine Zusammenarbeit mit den Jugendlichen erfolgt partizipativ und auf
„Augenhöhe".
Wir nehmen die Jugendlichen in ihren Anliegen und Themen ernst.
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Die j ungen
Wohngemeinschaften e.V.
Wir nutzen Methoden wie Storytelling, Video/Audio/Foto, um einen Prozess zu
fördern, der zu einer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Lebenswelt führt.
Wir beginnen fast immer bei den Themen, die den Jugendlichen wichtig sind, und
versuchen dann das Feld zu erweitern.
Alle Themen, sei es Genderidentität, Drogen, psychische Erkrankungen etc., führen
immer zum Kern ihrer Lebensrealität. Von dort aus können sie ihre Situation aus
einer erweiterten Perspektive reflektieren.
Der kreative Ansatz ermöglicht es den Jugendlichen, andere Sichtweisen auf ihre
eigene Geschichte zu entwickeln.
Der Gruppenprozess ist genauso wichtig wie die Ergebnisse und deren öffentliche
Präsentation.
Michaelshoven, Sürther Feld
{
Nach einem ersten Vortreffen begann die konkrete Projektarbeit. In der ersten Phase
des Projekts ging es zunächst darum, eine motivierte und stabile Gruppe zu bilden.
Dies ist die Grundvoraussetzung, das Projekt von Anfang bis zum Ende mitzutragen
und aktiv zu gestalten. Dazu gehörte auch, dass sich die Teilnehmenden gegenseitig
und uns kennenlernen. Wir Facilitator sind Teil der Gruppe, gleichzeitig Lehrende und
Lernende. Wir versuchen, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der ein
offener Begegnungsraum entsteht.
in Michaelshoven stiegen wir praktisch ein. Die Jugendlichen erlernten mit
spielerischen, ergebnisorientierten Übungen den Umgang mit der Video- und
Fotokamera. Die kleinen Ergebnisse waren sofort sichtbar und wirkten motivierend.
Die Gruppe entwickelte sich zum Team.
In den folgenden Workshoptagen stand Storytelling im Fokus. Ein wichtiger Baustein
unserer Arbeit, mit dem man sich über persönlich erlebte Geschichten besser
kennenlernt. Besonders wichtig sind dabei die gegenseitigen Interviews, bei denen
jede*r Teilnehmende einmal vor der Kamera sitzt. Alle können Fragen stellen und
hören dem/der Interviewten interessiert und neugierig zu. Das Hauptziel ist es, das
Vertrauen untereinander zu stärken. Gleichzeitig erkennt man Themen, die den jungen
Menschen wichtig sind, und kann sie durch genaueres Nachfragen genauer betrachten.
Auch wir als Facilitator haben uns vor die Kamera gesetzt und uns ehrlich befragen
lassen.
Für die Jugendlichen beider Gruppen war es wichtig und ein besonderer Moment, ein
Interview mit Betreuerinnen oder Sozialarbeiterinnen zu führen. Diese standen den
Jugendlichen Rede und Antwort und sprachen ehrlich über persönliche Dinge.
Ein weiteres Wochenende beschäftigten wir uns mit der Konzeptarbeit für Film, Audio
und/oder andere Projekte. Da sich ein Teilnehmer der Gruppe gerade auf dem Weg
befand, seine Geschlechteridentität von Frau zu Mann zu ändern, stand dieses Thema
im Vordergrund. Was das Outing mit Wohngruppe und Familie zu tun hat, wurde im
Die jungen Wohngemeinschaften e.V. # wir wachsen anders auf
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Die jungen
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Epilog zum Film deutlich. Die Gruppe wollte einen Kurzfilm drehen, in dem die
Geschichte des betroffenen Jugendlichen fast 1:1 erzählt wird. Durch diese Festlegung
und die langen Zeiträume zwischendurch war es uns nicht möglich, noch mehr in eine
künstlerische Ausarbeitung zu gehen. Wir entwickelten in einem gemeinsamen Prozess
das Filmkonzept und suchten die geeigneten Locations aus. An den restlichen
Workshoptagen drehten die Jugendlichen die einzelnen Szenen sowohl in der
Wohngruppe als auch außerhalb, z.B. im Anyway in der Innenstadt von Köln. Leider
konnten wir den Schnitt in diesem Fall nicht mit den Jugendlichen machen, da sie nicht
mehr Zeit in dieses Projekt investieren wollten. Die Teilnehmenden sahen die
Rohfassung des Films und machten Verbesserungsvorschläge. Um das Projekt in
Michaelshoven fertigzustellen, drehten wir noch einen Epilog, der das Thema
Wohngruppe und Familie miteinander verband. Dieser Teil des Projekts war für die
Jugendlichen wichtig, da sie ihre Situation noch einmal anders reflektieren konnten.
Ein Making OF zeigt in groben Schritten den Prozess, den die Teilnehmenden
durchlaufen haben.
(
Vorbereitende Arbeiten:
In der Wohngruppe Sürther Feld stand besonders die Organisation der Treffen im
Vordergrund: die Terminfindung, das Zusammentrommeln der Jugendlichen und die
kontinuierliche Motivation. Die einzelnen Module wurden jeweils vor den Treffen so
vorbereitet, dass sie einerseits die Jugendlichen herausforderten und gleichzeitig die
Motivation hochhielten.
Tagesstrukturlerende Maßnahme (TaM) der Karl Immanuel Küpper Stiftung
Besonders bei diesen hochsensiblen Jugendlichen war es wichtig, einen Raum zu
schaffen, in dem sie uns vertrauen konnten. Jugendliche mit psychischen Belastungen
und Krankheiten brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Mit praktischen Übungen
und Begegnungen auf „Augenhöhe" bildete sich langsam ein sogenanntes Team.
(
In den ersten Treffen ging es um ein gegenseitiges Kennenlernen und Abtasten. Nach
einem ersten Vortreffen und einem vorsichtigen Versuch, das Projekt auszuprobieren,
arbeiteten wir von Anfang an an diesem Beziehungsraum. Ähnlich wie in
Michaelshoven lernten sie in spielerischen Übungen mit Video- und Fotokamera die
Grundlagen des filmischen Arbeitens und begannen, sich als Team wahrzunehmen.
Storytelling-Übungen und gegenseitige Interviews halfen, den Vertrauensraum
aufzubauen.
Ihr Leben dreht sich fast ausschließlich um ihr psychisches Befinden. So war es im
Workshop nur logisch, dass ihre Themen das Leben mit psychischen Erkrankungen, die
Vorurteile, denen sie täglich begegnen, die Schwierigkeiten, den eigenen Druck,
gesellschaftliche Normen zu erfüllen, und gleichzeitig ihre Wünsche nach Normalität
im Zentrum standen und in den Film einflossen. Die Wohngruppe ist für die meisten
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der Teilnehmenden ein sicherer Ort zwischen Psychiatrie und Familie und hilft ihnen,
sich zu stabilisieren.
In dieser Gruppe arbeiteten wir mit vielen unterschiedlichen kreativen
Ausdrucksmitteln: Film, Audio, Malerei, Fotografie. Entstanden sind so zwei Filme, eine
Audiostation und gemalte Bilder sowie ein Making OF.
Ein besonderer Moment, der auch den Ehrgeiz einer Teilnehmerin weckte, war der
Filmschnitt. Mit besonderem Interesse und einer gewissen Leichtigkeit lernte sie die
Grundelemente des Schnitts und konnte den Rohschnitt des ersten Films erstellen. Die
Möglichkeiten des Filmschnitts eröffneten ihr einen neuen Raum des Gestaltens und
einen Perspektivenwechsel auf ihre eigene Situation. Leider wurde sie wieder krank
und fühlte sich nicht in der Lage, am zweiten Film schnitttechnisch teilzuhaben. Auch
in der Gruppe wurden die Rohfassungen gezeigt und Veränderungswünsche
eingebunden.
/
Am Ende des Projekts in der Küpper Stiftung organisierten wir im April 2023 eine
Vorpremiere mit einer anschließenden kleinen Feier. Eine Vorpremiere ist für die
Teilnehmenden immer ein besonderer Moment. Sie zeigen sich öffentlich mit ihren
Gedanken und in ihrer Verletzbarkeit. Es ist schwierig und aufregend, aber ein
vertrauter Rahmen für die Präsentation ist als erster Schritt hilfreich.
Es kamen Jugendliche aus Wohngruppen und Mitarbeitende der Küpper Stiftung, die
von den Ergebnissen sehr berührt waren. Nach der Präsentation der Filme fand ein
Gespräch statt, in dem die teilnehmenden Jugendlichen viel Anerkennung erfuhren.
Vorbereitende Arbeiten:
(
Die psychisch belastende Situation der Teilnehmer/nnen erforderte eine besondere
Vor- und Nachbereitung der Projekte. Auch wussten wir morgens nie, wie viele der
Teilnehmerinnen tatsächlich anwesend sein würden. Oftmals mussten wir
improvisieren oder geplante Aktivitäten verschieben. Die Postproduktion der
verschiedenen Werke erfolgte hauptsächlich außerhalb der direkten Projektzeit.
Gesamtausstellung vom 6.-8. Juni 2024
Die künstlerischen Ergebnisse aus den Projekten waren in einer
Gemeinschaftsausstellung zwischen dem 6. und 8. Juni im Kulturbunker Köln-Mülheim
zu sehen. Ergänzend zu den Filmen, der Audioinstallation und den Bildern gab es ein
Rahmenprogramm mit Diskussionsrunden über „Wohngruppen als Ersatzfamilien",
eine Filmvorführung von „Wir sind doch keine Heimkinder" von Anke Bruns und eine
Lesung sowie ein Gespräch mit der Schriftstellerin Mirjam Günter.
Die Ausstellung mit dem Rahmenprogramm war gut besucht. Viele Besucher*innen
waren tief berührt von der Offenheit und Ehrlichkeit, mit der sich die Jugendlichen in
den Filmen und Audios präsentierten. Die Gesamtausstellung bot reichlich Raum für
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Diskussionen und trug wesentlich dazu bei, Vorurteile gegenüber „Heime" oder
Wohngruppen abzubauen.
Die filmischen Ergebnisse können unter folgenden Links angesehen werden (zwei Filme
sind passwortgeschützt):
Kleine große Veränderungen (Sürther Feld): Link
Epilog (Sürther Feld): Link (Passwort: michaelshoven)
Making OF (Sürther Feld): Link (Passwort: michaelshoven)
Die Entfaltung (Küpper Stiftung): Link
Assoziationen (Küpper Stiftung): Link
( Making OF (Küpper Stiftung): Link
Inwieweit konnten die Zielsetzungen des Projektes erreicht werden? Welche
Indikatoren belegen diese Einschätzung?
Die Zielsetzung des Projekts war und ist die künstlerische Auseinandersetzung mit den
Themen Wohngruppe als Ersatzfamilie, Vorurteile gegenüber sogenannten
Heimkindern und andere wichtige Themen, die den Jugendlichen in ihrer Situation am
Herzen liegen. Dadurch sollten die Teilnehmenden ein größeres Vertrauen zu sich
selbst gewinnen und gestärkt aus dem Prozess hervorgehen. Ein weiteres Ziel war es,
einen Dialog zwischen den Jugendlichen und den Betreuerinnen sowie, wenn
möglich, auch mit ihren Familienangehörigen zu ermöglichen.
An den künstlerischen Ergebnissen und den Making OFs der beiden
Wohngruppenprojekte kann man ablesen, welche unterstützende Wirkung die
Wohngruppe auf die Entwicklung der einzelnen Jugendlichen hat. Oftmals gestaltet
sich die Beziehung zu den Eltern durch den Puffer der Wohngruppe leichter und kann
zu einer Annäherung an die Familie führen. Leider konnten wir weder zur Vorpremiere
noch zur Ausstellung Eltern der Jugendlichen begrüßen, da die Jugendlichen selbst
entschieden hatten, ihre Eltern nicht einzuladen.
Es ist natürlich schwer zu bemessen, ob durch dieses Projekt eine tatsächliche
Stärkung der Jugendlichen erreicht wurde. Das Feedback der Betreuerinnen der
Einrichtungen, insbesondere der Küpper Stiftung, ist jedoch eindeutig positiv.
Einige Stimmen der Jugendlichen und Betreuerinnen:
Pia: „ ich fand das Filmprojekt sehr schön. Es ist auch was, worüber man richtig stolz
sein kann..."
Pia: Wir wollten mit dem Film zeigen, wie das Leben in einer Wohngruppe ist, auch,
wenn man sich als Trans outet. ..Und dass es bei uns in der Wohngruppe völlig toleriert
wird und keiner blöd angeguckt wird.
Rolf Emmerich
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/
Zwischen und Abschlussbericht Stand: 30. Juli 2025 ( RE )
1. Projekttitel
Vom Schatten ins Licht- eine künstlerische Annäherung an Familie - 2Jahr
2. Durchführende Einrichtung
Die jungen Wohngemeinschaften e.V.
3. Berichtszeitraum
August 2024-Juli 2025
4. Bewilligungsnummer F-24-1-11
(
5. Executive Summary - Projektziele und Teilnehmer
Im Rahmen des geförderten Projekts arbeiteten wir mit drei Einrichtungen der Kinder-
und Jugendhilfe zusammen: der Jugendhilfe St. Josef in Köln-Dünnwald, dem Kinderdorf
St. Heribert in Leichlingen und der Anna-Stiftung in Köln-Vogelsang. Ziel war es - wie
bereits im ersten Projektjahr - Kinder und Jugendliche zu ermutigen, sich kreativ und
künstlerisch mit ihrer Lebensrealität, ihren Erfahrungen in der Jugendhilfe sowie mit
ihrer Rolle in der Einrichtung als Ersatzfamilie auseinanderzusetzen.
Insgesamt nahmen 21 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 16 Jahren teil.
Die Workshops fanden überwiegend in den Schulferien statt. Fehlende Aufnahmen,
Zeichnungen, Sprachaufnahmen etc. wurden an weiteren Tagen gemeinsam realisiert.
Die Postproduktion der Filme, Fotos und Animationen erfolgten durch die künstlerische
Leitung. Die kreativen Ergebnisse umfassten Zeichnungen, Collagen, mehrere Kurzfilme
und Audiogeschichten. Ergänzend dazu wurden mit einigen Teilnehmenden kurze Video-
Clips produziert, die auf einem eigens eingerichteten TikTok-Kanal mit dem Namen
„HeimkindDigga" veröffentlicht wurden. Ziel des Projekts war es, Jugendlichen und
Kindern in stationären Einrichtungen eine digitale Plattform zur Sichtbarmachung ihrer
Perspektiven und Anliegen zu geben.
Oie Projektarbeit in den einzelnen Einrichtungen widmete sich spezifischen
Schwerpunkten:
In der Jugendhilfe St. Josef (Winterferien bis März) beschäftigten sich vier
Jugendliche mit familiären Beziehungen, dem Leben in der Wohngruppe und Fragen
von Selbstwert und Identität.
© 1m Kinderdorf St. Heribert (Osterferien bis Juni) setzten sich 15 Kinder und
Jugendliche mit Vorurteilen gegenüber sogenannten Heimkindern auseinander und
zeigten in künstlerischer Form ihren Alltag im Kinderdorf.
© In der Anna-Stiftung (Osterferien bis Juni) erarbeiteten drei Kinder und Jugendliche -
darunter zwei mit Fluchthintergrund - kreative Arbeiten zu Themen wie Ankommen,
Tagesstrukturen, Elternbeziehungen und emotionaler Selbstregulation. Ein weiteres
Mädchen konnte nur eingeschränkt teilnehmen, da eine elterliche Einwilligung nicht
vorlag.
Die künstlerischen Ergebnisse wurden am 1. und 2. Juli 2025 in den
Ausstellungsräumen der Orangerie Köln präsentiert und durch ein thematisch
passendes Rahmenprogramm begleitet. Besonders bedeutsam war die offene
Gesprächsrunde im Rahmen der Ausstellung, an der sowohl Kinder und Jugendliche
als auch Fachkräfte aus Jugendämtern, Einrichtungen und sozialen Diensten
teilnahmen. Der Austausch fand auf Augenhöhe statt und zeigte eindrucksvoll, wie
sehr kreative Ausdrucksformen das Selbstbewusstsein stärken und jungen Menschen
eine Stimme geben können.
Die Erfahrung, mit ihren künstlerischen Arbeiten gesehen und gehört zu werden,
eröffnete bei vielen Teilnehmenden neue Perspektiven auf sich selbst und ihr
Lebensumfeld.
6. Beschreibung - Zeitlicher Ablauf des Projekts
Das Projekt fand zwischen August 2024 und Juni 2025 statt. Zu Beginn, im August,
wurde mit der Akquise neuer Einrichtungen begonnen. Drei Einrichtungen der
Kinder- und Jugendhilfe erklärten ihr Interesse und beteiligten sich schließlich aktiv:
die Jugendhilfe St. Josef in Köln-Dünnwald, das Kinderdorf St. Heribert in Leichlingen
und die Anna-Stiftung in Köln-Vogelsang. In enger Zusammenarbeit wurden dort
künstlerische Workshops und medienpädagogische Formate durchgeführt.
I
Auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Vorjahr und in Abstimmung mit den
Bereichsleitungen wurden die Hauptarbeitsphasen bewusst in die Schulferien gelegt.
Dieser kompakte Projektzeitraum erwies sich als sinnvoll: Er erleichterte die Planung
für die Teilnehmenden und ermöglichte kontinuierliches Arbeiten. Fehlende Szenen
oder ergänzende Animationen wurden außerhalb der Hauptworkshops in Einzel- oder
Kleingruppenarbeit realisiert.
Die zeitlich gebündelten Workshops führten jedoch zu einem erhöhten Aufwand in
der Postproduktion - insbesondere im Schnitt, in der Animation und Vertonung.
Akquise der Einrichtungen
Ab August 2024 wurden rund acht bis zehn Einrichtungen kontaktiert - darunter auch
solche, die im Vorjahr bereits Interesse gezeigt, aber keine Umsetzung realisiert
hatten. Nach zahlreichen Gesprächen entschieden sich schließlich drei Einrichtungen
für eine Projektteilnahme.
Die Bezirksleiterin der Jugendhilfe St. Josef zeigte sich von der Projektidee begeistert
und unterstützte aktiv die interne Bewerbung. Der Einrichtungsleiter der Anna-
Stiftung hatte bereits im Vorjahr eine Ausstellung besucht und zeigte großes
Interesse. Über einen persönlichen Kontakt zum Verein entstand schließlich auch die
Verbindung zum Kinderdorf St. Heribert in Leichlingen.
Projektorte und Abläufe
Jugendhilfe St. Josef, Köln-Dünnwald
Der erste Workshop fand an drei aufeinanderfolgenden Tagen in der zweiten Hälfte
der Weihnachtsferien statt (jeweils ca. sechs Stunden). In den Wochen danach
wurden an zwei Wochenenden mit einer Teilnehmerin Animationen basierend auf
einem selbst verfassten Text entwickelt. Ein weiteres Wochenende diente der
Überarbeitung und künstlerischen Finalisierung einer im Entwurf bestehenden
Filmidee.
Kinderdorf St. Heribert, Leichlingen
Die Hauptphase des Workshops lag in der ersten Hälfte der Osterferien. Anschließend
wurden zwei zusätzliche Projekttage genutzt, um mit einzelnen Jugendlichen
Audiogeschichten zu produzieren, Kommentartexte zu schreiben und einzusprechen
sowie ergänzende Filmaufnahmen durchzuführen.
Anna-Stiftung, Köln-Vogelsang
Hier fand der Workshop an vier aufeinanderfolgenden Tagen in der zweiten
Osterferienwoche statt. Der kreative Fokus lag auf Collagen, Kurzfilmen und
thematisch orientierten Bildarbeiten.
Teilnehmende
Insgesamt nahmen 21 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 16 Jahren aktiv
teil. Zwei weitere Kinder waren ohne Erlaubnis der Sorgeberechtigten nur im
Hintergrund eingebunden. Von den aktiven Teilnehmenden waren 15 Mädchen und
sechs Jungen. Zehn Kinder stammen aus migrantischen Familien oder sind
unbegleitete minderjährige Geflüchtete (MUA). Viele Teilnehmende haben schwere
traumatische Erfahrungen gemacht.
Gerade bei Kindern zwischen acht und 14 Jahren sind die Möglichkeiten zur
Selbstreflexion begrenzt - umso wichtiger ist ein kreativer Zugang zu ihren Themen.
(
St. Josef Dünnwald
Vier Jugendliche (14-16 Jahre) nahmen teil, zwei davon mit Migrationshintergrund.
Sie leben in getrennten Wohngruppen und kannten sich zuvor kaum. Im Laufe des
Projekts wuchsen sie zu einem Team zusammen.
Kinderdorf St. Heribert
15 Kinder und Jugendliche (8-16 Jahre, drei Jungen, zwölf Mädchen) nahmen aktiv
teil, sechs davon mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Die Kinder leben langfristig
in kleinen Wohneinheiten, wodurch intensive Bindungen entstehen - eine wichtige
Voraussetzung für Stabilität und Vertrauen.
Anna-Stiftung
Drei Kinder und Jugendliche zwischen elf und 16 Jahren nahmen aktiv teil (zwei
Mädchen, ein Junge). Ein weiteres Mädchen konnte ohne Einwilligung der
Sorgeberechtigten nicht gezeigt werden. Die beiden Mädchen sind unbegleitete
minderjährige Geflüchtete und leben als Schwestern zusammen in der Einrichtung.
Methodik
Zum Einsatz kam die Methode des Participatory Video/Kunst. Ziel ist eine möglichst
partizipative Gestaltung: Alle Entscheidungen werden transparent gemacht und -
wenn möglich - gemeinsam mit den Teilnehmenden getroffen. Medien wie Film,
Audio, Fotografie und Malerei dienen als Werkzeuge zur Reflexion und öffentlichen
Darstellung ihrer Lebensrealität.
Weitere eingesetzte Methoden:
• Storytelling
Interviewtechniken
• Spielerische Kamera Übungen
( Malerische und theatrale Elemente
• Konzept- und Drehbuchentwicklung (u.a. nach der „Joe Blagg-Methode")
• Dialogische Gruppenarbeit
Grundprinzipien unserer Arbeit:
• Partizipation auf Augenhöhe
• Ernstnehmen der Themen der Jugendlichen
• Start bei ihren eigenen Fragestellungen und Lebensrealitäten
• Förderung kreativer Ausdrucksformen zur Selbstreflexion
• Fokus auf Gruppenprozesse und gemeinschaftliche Erlebnisse
Erstmals wurden alle Workshops in die Ferien gelegt. Anders als erwartet meldeten
sich vor allem jüngere Kinder - die Jüngste war acht Jahre alt. Mit dieser Altersgruppe
lag der Fokus stärker auf dem Hier-und-Jetzt-Erleben. Oft schwingen zentrale Themen
und Anliegen der Kinder leise zwischen den Zeilen mit: Verlust von Heimat und
Familie, Umgang mit Gefühlen oder Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Kreative Zugänge
helfen, diese Themen sichtbar und fühlbar zu machen.
Praxisbeispiele aus den Einrichtungen
St. Josef Dünnwald
In einem Vortreffen wurden Themen und Interessen besprochen. Der Workshop
begann mit vertrauensbildenden Übungen rund um die Kamera. Ziel war es, sich
spielerisch kennenzulernen und sich der eigenen Stärken und Ressourcen bewusst zu
werden. In gegenseitigen längeren Interviews reflektierten die Jugendlichen intensiv
ihre Lebensrealität und Themen, die ihnen wichtig sind.
Ein eindrückliches Beispiel: Eine Jugendliche brachte einen selbst verfassten Text mit
dem Titel „Systemsprenger" mit. In poetischer Form verarbeitete sie ihre
Erfahrungen von Missbrauch und Vernachlässigung. Aus dem Text entstand in einem
weiteren kreativen Prozess eine digitale Bilderfolge, die später zu einer Bewegtbild-
Animation umgesetzt wurde.
Ein anderer Teilnehmer beschäftigte sich mit seiner Wohngruppe, Schulproblemen,
familiären Sehnsüchten und der Hoffnung, wieder bei einem Elternteil leben zu
können.
(
Kinderdorf St. Heribert
Der Workshop war mit acht angemeldeten Kindern geplant - tatsächlich erschienen
16. Die Altersspanne (8-16 Jahre) stellte eine Herausforderung dar. Thematischer
Anker war das Leben im Kinderdorf. Die Kinder entwickelten die Idee eines
Wunschkinderdorfs unter dem Motto: „Eine für alle - alle für eine*".
In Kleingruppen entstanden Filmszenen, ein Poetry Slam, Zeichnungen und
Audiogeschichten. Zum Beispiel wurde etwa der Kinderratthematisiert, in dem die
Kinder demokratisch ihre Themen diskutieren und gemeinsam Entscheidungen
treffen. Diese werden dann der Leitung und/oder den Erzieherinnen vorgeschlagen.
Anna-Stiftung Köln-Vogelsang
Vier Kinder und Jugendliche nahmen teil. Besonders auffällig war der kreative
Ideenreichtum eines elfjährigen Jungen, der durch wechselnde Impulse spontan neue
Projekte entwickelte.
(
Eine der Jugendlichen reflektierte ihr Ankommen in Deutschland mit einer Collage
und einem selbstgeschriebenen Text. Ihre Schwester beschäftigte sich mit dem
Umgang mit ihren Gefühlen. In einer spontanen Malaktion gestaltete der Junge auf
einer Tapetenrolle seinen Tagesablauf- emotionaler Fokus war ein Telefontermin
mit der Mutter. Gerade durch kreative Mittel kann man häufig die Zwischentöne der
Gefühle fühlbar und sichtbar machen.
So entstanden mit den Kindern und Jugendlichen aus spontanen Aktionen drei Filme,
zum Teil mit Animationen.
Social Media
Im Herbst 2024 hat der Verein „Die jungen Wohngemeinschaften" eine Social Media
Expertin engagiert und gemeinsam mit ihr den TikTok-Kanal HeimkindDigga eröffnet.
Ziel dieses Kanals ist es, jungen Menschen auch nach Ablauf der dreijährigen
Förderphase ein Forum zu bieten, wo sie sich über die „Wohngruppe als
Ersatzfamilie" austauschen können. Geplant war, dass die Workshop-
Teilnehmer:innen aus der zweiten Projektphase die TikTok-Videos erstellen. Dies war
jedoch nur selten möglich. Mal wollten die Jugendlichen selbst nicht öffentlich
sichtbar sein, mal durften sie es nicht.
1
Deshalb hat der Verein parallel zu den Workshops ein eigenes Social Media Team
aufgebaut, bestehend aus Social Media Expertinnen und Jugendlichen aus
Wohngruppen. Sie haben wöchentliche Clips für den TikTok-Kanal produziert. Dafür
haben sie u.a. aus den Videos der ersten und zweiten Projektphase geeignete Clips
ausgewählt, diese TikTok gerecht aufgearbeitet und gepostet. Zudem haben sie
eigene Reels für den Kanal HeimkindDigga erstellt. Die Social Media Gruppe hat in
dieser Projektphase in den Reels verschiedene Formate und Inhalte getestet, um
daraus Erkenntnisse für den Ausbau des Kanals zu gewinnen.
Denn der Social Media Teil soll in der dritten Projektphase (2025/26) deutlich im
Mittelpunkt stehen. Mit einem neuen Konzept, das an die konkreten Erfahrungen aus
der zweiten Projektphase 2024/25 anknüpft.
/
Neben der Erstellung von Clips hat das Social Media Team seit Ende 2024 auch das
Community-Management aufgebaut und steht regelmäßig in Kontakt mit
Jugendlichen und Pädagog:innen aus anderen Wohngruppen, die auf TikTok aktiv
sind.
Ausstellung
Die künstlerischen Ergebnisse der Projektarbeit wurden in einer gemeinsamen
Ausstellung vom 1. bis 2. Juli in der Orangerie präsentiert. Wie bereits im Vorjahr
wurden die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen durch eindrucksvolle Schwarz-
Weiß-Porträts vorgestellt. Ihre Filme, eine Audioinstallation, Zeichnungen und
Malereien konnten die Besucher*innen, in den atmosphärischen Kellerräumen der
Orangerie erleben.
I Besonders erfreulich war, dass in diesem Jahr fast alle Kinder und Jugendlichen selbst
an der Ausstellung teilnahmen und so ihre Werke in einem öffentlichen Rahmen
erleben konnten.
Ein Höhepunkt war die moderierte Gesprächsrunde, bei der Jugendliche, Fachkräfte
der Jugendhilfe, Mitarbeiter/nnen des Jugendamts sowie Besucherinnen miteinander
ins Gespräch kamen. In einer respektvollen und offenen Atmosphäre entstand ein
lebendiger Austausch auf Augenhöhe, der neue Perspektiven eröffnete und Raum für
Verständnis und Nachfragen bot.
Am zweiten Ausstellungstag bereicherte ein Improvisationstheater das Programm. In
einem partizipativen Format setzten sich die Darstellenden kreativ mit dem Thema
„Wohngruppe als Ersatzfamilie" auseinander - nah an den Erfahrungen und Themen
der jungen Projektteilnehmenden.
Trotz sommerlicher Hitze war die Ausstellung - insbesondere am ersten Tag - sehr
gut besucht. Auch in diesem Jahr wurde deutlich: Die künstlerischen Ergebnisse
berühren, machen Lebensrealitäten sichtbar und schaffen einen Raum für Dialog. Die
Ausstellung war erneut ein voller Erfolg.
Die filmischen Ergebnisse können unter folgenden Links angesehen werden (zwei
Filme sind passwortgeschützt):
Filme des Kinderdorfs St. Heribert https://vimeo.com/1092696130
PW: DJW i
Filme Jugendhilfe St. Josef in Dünnwald https://vimeo.com/1092697205
l
Filme der Jugendhilfe Anna-Stiftung https://vimeo.com/1092695425
PW: DJW
HeimkindDigga: https://www.tiktok.eom/@heimkinddigga
I
Inwieweit konnten die Zielsetzungen des Projektes erreicht werden? Welche
Indikatoren belegen diese Einschätzung?
Die Zielsetzung des Projekts war und ist die künstlerische Auseinandersetzung mit
den Themen Wohngruppe als Ersatzfamilie, Vorurteile gegenüber sogenannten
Heimkindern und andere wichtige Themen, die den Jugendlichen in ihrer Situation
am Herzen liegen. Dadurch sollten die Teilnehmenden ein größeres Vertrauen zu sich
selbst gewinnen und gestärkt aus dem Prozess hervorgehen. Ein weiteres Ziel war es,
einen Dialog zwischen den Jugendlichen und den Betreuerinnen sowie, wenn
möglich, auch mit ihren Familienangehörigen zu ermöglichen.
(
An den künstlerischen Ergebnissen und den Making OFs der drei Wohngruppen- und
Kinderdorfprojekte kann man ablesen, welche unterstützende Wirkung die
Wohngruppe auf die Entwicklung der einzelnen Jugendlichen hat. Oftmals gestaltet
sich die Beziehung zu den Eltern durch den Puffer der Wohngruppe leichter und kann
zu einer Annäherung an die Familie führen.
Ob das Projekt zu einer nachhaltigen Stärkung der Jugendlichen geführt hat, lässt sich
naturgemäß schwer messen. Das Feedback der betreuenden Fachkräfte aus den
Einrichtungen fällt jedoch durchweg positiv aus.
Gleichzeitig zeigt sich, wie herausfordernd es ist, Kinder und Jugendliche über einen
längeren Zeitraum hinweg für das Projekt zu begeistern und kontinuierlich
einzubinden. Diese fehlende Verbindlichkeit erschwert eine vertiefte
Auseinandersetzung mit persönlichen Themen und begrenzt die nachhaltige Wirkung
der pädagogisch-künstlerischen Arbeit. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit würde
intensivere Prozesse ermöglichen und Veränderungspotenziale besser freisetzen -
was unter den gegebenen Bedingungen jedoch nur eingeschränkt möglich war.
Trotz dieser Herausforderungen wurde bei der Gesprächsrunde im Rahmen der
Ausstellung deutlich: Die Jugendlichen sind - gestärkt durch die Anerkennung ihrer
künstlerischen Beiträge - durchaus in der Lage, für sich selbst und ihre Anliegen
einzustehen. Dieses öffentliche Sichtbarwerden war für viele ein wichtiger und
bestärkender Moment.
Wie viele Mitarbeitende sind/waren im Projekt eingesetzt und wie ist deren Qualifika-
tion/Hintergrund?
1.
2.
3.
4.
Anke Bruns, Vorsitzende des Vereins Die jungen Wohngemeinschaften e.V.,
Journalistin, Social Media Expertin
Rolf Emmerich, Projektleiter, Kulturmanager
Künstlerische Leitung: Lisa Glahn
Dokumentarfilmemacherin, seit fast 20 Jahren Facilitatorin und Trainerin für
partizipative Film- und Kunstprojekte, www.myview-video.de und
www.lisaglahn.de
Emma Hoppe, Projektassistentin, Studentin für Heilpädagogik. Jahrespraktikum in
einer stationären Einrichtung mit Menschen mit Autismus, Expertin für Social
Media
5.
6.
7.
8.
9.
Lisa Zidek, Bewohnerin einer Wohngruppe der Diakonie in Michaelshoven
Simone Steinke, Auszubildende, ehemalige Bewohnerin einer Wohngruppe
Luna Banditt, Psychologie-Studentin
Jörg Jung, Kunsthistoriker, Ausstellungskurator
Jan van Putten, Techniker
10. Raphael Spiegel, Administration
Finanzen
(
Wofür wurden die von der Stiftung zur Verfügung gestellten Mittel verwendet?
Für das Projekt "Aus dem Schatten ins Licht - eine künstlerische Annäherung an die
Familie"
- Wurden Umwidmungen vorgenommen? Wenn ja, aus welchen Gründen?
- Haben sich die Gesamtkosten reduziert oder erhöht?
Sind Deckungsmittel hinzugekommen oder weggefallen? Wenn ja, aus welchen
Gründen und mit welchen Auswirkungen.
- Detaillierte Angaben und Nachweise über die zahlenmäßigen Verwendungen
sind im Zwischen- bzw. dem endgültigen Verwendungsnachweis aufzuführen,
(siehe hierzu separates Merkblatt Zwischennachweis und Endgültiger Ver
wendungsnachweis)
- unabhängig von Berichten und Verwendungsnachweisen sind grundle
gende Veränderungen in der Gesamtfinanzierung unverzüglich der Stif
tung mitzuteilen, (siehe hierzu auch die Ausführungen im Bewilligungsbe
scheid)
Öffentlichkeitsarbeit
Aktivitäten und Resonanz: Sofern es Publikationen, Werbemittel, Pressemitteilungen,
Presseartikel, Bilddokumentationen oder andere Veröffentlichungen auch
Pressemitteilungen und Veranstaltungen zum Projekt gibt, sind Beispielexemplare,
Presseartikel etc. beizufügen.
( DJW-koeln.de
HeimkindDigga: https://www.tiktok.eom/@heimkinddigga
DJW-Koeln.de
Flyer zum Projekt
Zeitungsartikel Ankündigung
(
einzustehen. Dieses öffentliche Sichtbarwerden war für viele ein wichtiger und
bestärkender Moment.
Wie viele Mitarbeitende sind/waren im Projekt eingesetzt und wie ist deren Qualifika-
tion/Hintergrund?
1.
2.
3.
4.
Anke Bruns, Vorsitzende des Vereins Die jungen Wohngemeinschaften e.V,
Journalistin, Social Media Expertin
Rolf Emmerich, Projektleiter, Kulturmanager
Künstlerische Leitung: Lisa Glahn
Dokumentarfilmemacherin, seit fast 20 Jahren Facilitatorin und Trainerin für
partizipative Film- und Kunstprojekte. www.myview-video.de und
www.lisaglahn.de
Emma Hoppe, Projektassistentin, Studentin für Heilpädagogik. Jahrespraktikum in
einer stationären Einrichtung mit Menschen mit Autismus, Expertin für Social
Media
5.
6.
7.
8.
9.
Lisa Zidek, Bewohnerin einer Wohngruppe der Diakonie in Michaelshoven
Simone Steinke, Auszubildende, ehemalige Bewohnerin einer Wohngruppe
Luna Banditt, Psychologie-Studentin
Jörg Jung, Kunsthistoriker, Ausstellungskurator
Jan van Putten, Techniker
10. Raphael Spiegel, Administration
Finanzen
( Wofür wurden die von der Stiftung zur Verfügung gestellten Mittel verwendet?
Für das Projekt "Aus dem Schatten ins Licht - eine künstlerische Annäherung an die
Familie"
- Wurden Umwidmungen vorgenommen? Wenn ja, aus welchen Gründen?
Um den aktuellen Interessen der Jugendlichen im Projekt nachzukommen, wurde bei
der Umsetzung etwas mehr Budget für Honorare in Social Media (insbesondere Tik
Tok ) und die Webseite ausgegeben.
Bei den Sachkosten konnten die Kosten für die visuelle Ausstellung verringert werden,
weil im Veranstaltungsort "Orangerie" Logistik, Technik und Materialien vorhanden
waren.
- Haben sich die Gesamtkosten reduziert oder erhöht? Nein!
Sind Deckungsmittel hinzugekommen oder weggefallen? Wenn ja, aus welchen
Gründen und mit welchen Auswirkungen. Nein!
- Detaillierte Angaben und Nachweise über die zahlenmäßigen Verwendungen
sind im Zwischen- bzw. dem endgültigen Verwendungsnachweis aufzuführen.
(siehe hierzu separates Merkblatt Zwischennachweis und Endgültiger Ver
wendungsnachweis)
- unabhängig von Berichten und Verwendungsnachweisen sind grundle
gende Veränderungen in der Gesamtfinanzierung unverzüglich der Stif-
tung mitzuteilen, (siehe hierzu Ausführungen im Bewilligungsbescheid )
(
Keine!
Öffentlichkeitsarbeit
Aktivitäten und Resonanz: Sofern es Publikationen, Werbemittel, Pressemitteilungen,
Presseartikel, Bilddokumentationen oder andere Veröffentlichungen auch
Pressemitteilungen und Veranstaltungen zum Projekt gibt, sind Beispielexemplare,
Presseartikel etc. beizufügen.
HeimkindDigga: https://www.ti ktok.com/taheimkinddigga
DJW-Koeln.de
Flyer zum Projekt
Zeitungsartikel Ankündigung
Anl._1_DjW_Satzung
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Satzung Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf §1 Name, Sitz, Geschäftsjahr Der Verein führt den Namen „Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf. Er soll in das Vereinsregister eingetragen werden und trägt dann den Zusatz „e.V.“ Der Sitz des Vereins ist in der Follerstraße 95, 50676 Köln. i §2 Geschäftsjahr Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. i I I §3 Zweck 1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts § 52 Absatz 2 der Abgabenordnung. 2. Zweck des Vereins ist die Sichtbarmachung der besonderen Situation der aktuell in Deutschland lebenden ca. 100.000 Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe. Insgesamt gelten ca. 1,7 Mio. Menschen als aktuell oder in der Vergangenheit betroffen. Viele von Ihnen trauen sich nicht darüber zu sprechen. Sogenannte Heimkinder sind schnell „Außenseiter“. Sie werden seit Jahrzehnten stigmatisiert und mit Vorurteilen konfrontiert. Der Verein möchte dieses Tabu brechen und Vorurteile abbauen. Der Verein will für ein besseres Verständnis in der Öffentlichkeit gegenüber den besonderen Problemen sogenannter Heimkinder werben, Vorurteile ihnen gegenüber abbauen helfen und zu deren selbstverständlichen Teilhabe der betroffenen jungen Menschen in allen Lebensbereichen beitragen. Hierzu strebt der Verein eine enge Zusammenarbeit mit allen öffentlichen und privaten, konfessionellen und wissenschaftlichen Organisationen ähnlicher Zielsetzung an. 3. Der Satzungszweck wird besonders verwirklicht durch: - Förderung aller Maßnahmen, die wirksame Hilfe auch in Einzelfällen darstellen und die dazu beitragen, Vorurteile gegen sogenannte Heimkinder abzubauen und entsprechende Tabus zu brechen; - Aufbau und Pflege einer Internetplattform mit dem Ziel, Informations- und Austauschmöglichkeiten für Betroffene und Öffentlichkeit zu schaffen unter Einbindung der Internetseite ; www.wir-sind-doch-keine- Heimkinder.de - Regelmäßige Durchführung öffentlicher Veranstaltungen, die der Aufklärung bzw. dem Abbau von Vorurteilen dienen; - Platzierung des Themas in der medialen Öffentlichkeit; - Unterstützung von Trägern u.a. bei der Durchführung von Veranstaltungen; - Kontinuierlicher Aufbau eines Unterstützerkreises und Anwerben neuer Mitglieder; - Beratung und Unterstützung entsprechender Institutionen wie z.B. Schulen und stationäre Einrichtungen der Erziehungshilfe, die sich ebenfalls engagieren, Vorurteile gegen sogenannte Heimkinder abzubauen sowie von Betroffenen oder deren Angehörigen. f 4. Der Verein will für ein besseres Verständnis in der Öffentlichkeit gegenüber den besonderen Problemen sogenannter Heimkinder werben und zu deren selbstverständlicher Teilhabe in allen Lebensbereichen beitragen. 5. Der Verein legt Wert auf enge Zusammenarbeit mit allen öffentlichen und privaten, konfessionellen und wissenschaftlichen Organisationen ähnlicher Zielsetzung. §4 Selbstlose Tätigkeit Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt keine eigenwirtschaftliche Zwecke. §5 Mittelverwendung Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Die Vereins- und Organämter werden grundsätzlich ehrenamtlich, ausgeübt. Der Vorstand kann bei Bedarf und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der Haushaltslage beschließen, dass Vereins- und Organämter oder einzelne Tätigkeiten entgeltlich auf der Grundlage eines Dienstvertrages oder gegen Zahlung einer pauschalisierten Aufwandsentschädigung ausgeübt werden. Der Vorstand kann bei Bedarf unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Haushaltslage Aufträge über Tätigkeiten für den Verein gegen eine angemessene Vergütung oder gegen Zahlung einer pauschalierten Aufwandsentschädigung an Dritte vergeben. §6 Verbot von Begünstigungen Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden. §7 Erwerb der Mitgliedschaft 1. Vereinsmitglieder können natürliche Personen ab 14 Jahre oder juristische Personen werden. 2. Der Aufnahmeantrag ist schriftlich zu stellen. Über den Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand. 3. Gegen die Ablehnung, die keiner Begründung bedarf, steht dem/der Bewerber/in die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, welche dann endgültig entscheidet. §8 Beendigung der Mitgliedschaft 1. Die Mitgliedschaft endet durch Austritt, Ausschluss, Tod oder Auflösung der juristischen Person. 2. Der Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber einem vertretungsberechtigten Vorstandsmitglied. Die schriftliche Austrittserklärung muss mit einer Frist von drei Monaten jeweils zum Ende des Geschäftsjahres gegenüber dem Vorstand erklärt werden. 3. Ein Ausschluss kann nur aus wichtigen Gründen erfolgen. Wichtige Gründe sind insbesondere ein die Vereinsziele schädigendes Verhalten, die Verletzung satzungsmäßiger Pflichten oder Beitragsrückstände von mindestens einem Jahr. Über den Ausschluss entscheidet der Vorstand. Gegen den Ausschluss steht dem Mitglied die Berufung an die Mitgliederversammlung zu, die schriftlich binnen eines Monats an den Vorstand zu richten ist. Die Mitgliederversammlung entscheidet über den Ausschluss endgültig. §9 Beiträge Von den Mitgliedern werden Beiträge erhoben. Die Höhe der Beiträge und deren Fälligkeit bestimmt die Mitgliederversammlung. §10 Organe des Vereins Organe des Vereins sind: - die Mitgliederversammlung; - der Vorstand §11 1. 2. 3. Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung ist das oberste Vereinsorgan. Zu ihren Aufgaben gehören insbesondere die Wahl und Abwahl des Vorstandes, Entlastung des Vorstands, Entgegennahme der Berichte des Vorstandes, Wahl der Kassenprüfern*innen, Wahl von Ehrenvorsitzenden und Ehrenmitgliedern, Festsetzung von Beiträgen und deren Fälligkeit, Beschlussfassung über die Änderung der Satzung, Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins, Entscheidung über Aufnahme und Ausschluss von Mitgliedern in Berufungsfällen sowie weitere Aufgaben, soweit sich diese aus der Satzung oder nach dem Gesetz ergeben. Mindestens einmal in jedem Geschäftsjahr findet eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Der Vorstand ist zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verpflichtet, wenn mindestens ein Drittel der Mitglieder dies schriftlich unter Angabe von Gründen verlangt. 4. Die Mitgliederversammlung wird vom Vorstand unter Einhaltung einer Frist von einem Monat schriftlich unter Angabe der Tagesordnung einberufen. Die Frist beginnt mit dem auf die Absendung des Einladungsschreibens folgenden Tag. Das Einladungsscheiben gilt als den Mitgliedern zugegangen, wenn es an die letzte dem Verein bekannt gegebene Anschrift gerichtet war. 5. Die Tagesordnung ist zu ergänzen, wenn dies ein Mitglied bis spätestens eine Woche vor dem angesetzten Termin schriftlich beantragt. Die Ergänzung ist zu Beginn der Versammlung bekanntzu machen. 6. Anträge über die Abwahl des Vorstandes, über die Änderung der Satzung und über die Auflösung des Vereins, die den Mitgliedern nicht bereits mit der Einladung zur Mitgliederversammlung zugegangen sind, können erst auf der nächsten Mitgliederversammlung beschlossen werden. 7. Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder beschlussfähig. 8. Die Mitgliederversammlung wird von einem Vorstandsmitglied geleitet. Zu Beginn der Mitgliederversammlung ist ein/e Schriftführerin zu wählen. Jedes Mitglied hat eine Stimme. Das Stimmrecht kann nur persönlich oder für ein Mitglied unter Vorlage einer schriftlichen Vollmacht ausgeübt werden. Alle Mitglieder haben Rede-, Antrags-, und Stimmrecht. Mitglieder ab 18 Jahren haben das passive Wahlrecht. Bei Abstimmungen entscheidet die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Satzungsänderungen und die Auflösung des Vereins können nur mit einer Mehrheit von 2/3 der anwesenden Mitglieder beschlossen werden. Stimmenthaltungen und ungültige Stimmen bleiben außer Betracht. 9. Über die Beschlüsse der Mitgliederversammlung ist ein Protokoll anzufertigen, das vom/von der Versammlungsleiterin und der/dem Schriftführerin zu unterzeichnen ist. §12 Vorstand 1. Der Vorstand im Sinn des § 26 BGB besteht aus der/dem 1. und 2. Vorsitzenden, der/dem Schatzmeisterin. Mindestens ein Vorstandsmitglied sollte eine/ein Jugendvertreterin sein. Die Vorstandsmitglieder vertreten den Verein gerichtlich und außergerichtlich. 2. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von zwei Jahren gewählt. Vorstandsmitglieder können nur Mitglieder des Vereins werden. Wiederwahl ist zulässig. Der Vorstand bleibt solange im Amt, bis ein neuer Vorstand gewählt ist. Bei Beendigung der Mitgliedschaft im Verein endet auch das Amt als Vorstand. 3. Der Vorstand gibt sich eine Geschäftsordnung und kann Aufgaben der Vereinsführung auf eine/n Geschäftsführerin übertragen. § 13 Kassenprüfung Die Mitgliederversammlung wählt für die Dauer von einem Jahr eine/n Kassenprüfer’in. Diese/r darf nicht Mitglied des Vorstands sein. Wiederwahl ist zulässig. §14 Auflösung des Vereins Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zweckes fällt das Vermögen an den Careleaver e.V. mit der Maßgabe, es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden. Düsseldorf, den 25. März 2021 I
Anl._4_DjW_Gewaltschutzkonzept
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Die jungenWohngemeineihaliene.V.-rellers t ¥£-?"• 5C57c Köln Gewaltschutzkonzept des Vereins “Die jungen Wohngemeinschaften -wir wachsen anders auf e.V.” die jungen wohn gemein schaden ( t 1. Grundlagen / Rahmenbedingungen Eine der zentralen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe gemäß SGB VIII ist es, junge Menschen vor Gefährdungen für ihr Wohl zu schützen Im Sinne des § 79a SGB VIII, des § 11 Landeskinderschutzgesetz NRW und den Vorschriften des KKG, besteht dieses innerhalb des Vereines abgestimmte Konzept zu Maßnahmen bei Kindeswohlgefährdung: 2. Ziele Grundlegender Wert pädagogischer Arbeit ist die gemeinsame Überzeugung, dass wir verpflichtet sind, den Umgang einander erlebbar zu machen und jede und jeden vor Grenzüberschreitungen zu bewahren, insbesondere die Würde der anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Gleichzeitig kann davon ausgegangen werden, dass überall dort, wo Menschen Zusammenleben und zusammenarbeiten, es zu unachtsamen Grenzverletzungen, zu Grenzüberschreitungen und Übergriffen mit psychischer und seelischer Gewalt kommen kann. 3. Gewaltbegriff, Beispiele Die Erscheinungsformen, die Wahrnehmung und die Akteure von Gewalt sind nicht immer eindeutig. Daher bezieht sich auf jegliche Form von Gewaltausübung (körperlich, psychisch, sexualisiert, strukturell) und betrifft die unterschiedlichen Konstellationen., Körperliche Gewalt: Festhalten, Schütteln, Schlagen, Entzug körperlicher Hilfsmittel (Gehhilfe) der Medikamentenvergabe (nicht indizierte oder nicht ärztlich verordnete Medikamentenvergabe) Sexueller Missbrauch: Missachtung der Intimsphäre, nicht einvernehmlicher körperlicher Kontakt, sexualisierte Sprache Psychische/emotionale Gewalt: Beleidigen, Demütigen, Manipulation, Beschimpfen Die jungen Wohn- g am ein schaf tön a.V. F:>llerst.r. 95—97 50676 Köln 022129499137 k or :a k d j w- koc I n .d c www.d' w-k&ö In. d & V e r tret un g erec hUg t er Vorstand Anto Bruns (Vorsitzende) S mono Steinke Rolt Emmerich Verein®istar 20Ö86 Amtsgericht Köln Steuernummar 215/5863/2624 Finarzai'ri Köln-Mi. le Spenden / Bankverbindung Sparkasse KölnBonn IBAN: 777 3705 0198 1935 9448 17 QIC: COLSDE33XXX Strukturelle Gewalt: Inadäquate Betreuungskonzepte, Regeln, fehlende Information,Partizipationsmöglichkeit Vernachlässigung: Unterlassen von notwendigen Hilfen im Alltag, ignorieren Gewaltausübung gegen Betreuungspersonal: Bei den uns anvertrauten Kindern kann es aufgrund des Krankheitsbildes oder einer individuellen Situation zu aggressivem oder gewalttätigem Verhalten gegenüber den Mitarbeitenden kommen. Die Erfahrung zeigt, dass die Weitung des Blickwinkels auf alle Gewaltformen und auf den Kontext aller an der professionellen Interaktion Beteiligten die komplexe Realität in sozialen Einrichtungen und Diensten gut abbildet. MitarbeiterZ-innen als Diese Betrachtungsweise ermöglicht es, sowohl 4. Intervention a. Bei Hinweisen auf mögliche Kindeswohlgefährdung sorgt die/der verantwortliche Mitarbeiter/in des Vereins dafür, dass die insoweit erfahrene Fachkraft umgehend über die Situation informiert wird. Diese bezieht gegebenenfalls den Vorstand oder weitere Stellen ein. ( b. Innerhalb des Vereins sind mehrere nach § 8aZ§ 8b SGB VIII und § 4 Abs. 2 KKG insoweit Fachkräfte, deren Beratung bei Bedarf in Anspruch genommen werden kann, tätig. c. Entsprechend den mit den Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt) getroffenen Vereinbarungen und auf der Grundlage des § 4 Abs. 3 KKG informieren wir umfassend und umgehend das zuständige Jugendamt sowie ggfs. den Leistungsträger und stimmen das weitere Vorgehen der Beratung und ggfs. Hilfestellung mit diesen ab. Darüber hinaus besteht ein abgestimmtes Krisenmanagement in dem zeitnah über krisenhafte Entwicklungen und akute Krisen informiert wird. Die Mitarbeitenden des Vereins leiten gegebenenfalls unter Beteiligung weiterer Fachkräfte geeignete Maßnahmen ein, um Lösungsmöglichkeiten zu ermitteln. Gewaltvorfälle sind trotz präventiver Maßnahmen nicht immer ( auszuschließen.Kompetentes Handeln in der Situation, sowie eine professionelle Bearbeitung des Vorfalls und Transparenz werden durch folgende Maßnahmen ermöglicht: Verdachtsmomente: Dokumentationsbögen und Checklisten sind wichtige Hilfsmittel bei der Dokumentation im Verdachtsfall und werden verpflichtend eingesetzt. Die entsprechenden Schritte zur Informationspflicht sind beschrieben und kommuniziert. In der Kommunikation mit betroffenen Personen steht der Schutz der betroffenen Person im Bagatellisierungen sind zu vermeiden. Vordergrund. Vorverurteilungen oder Klärung im Rahmen einer kollegialen Beratung, Information der Leitung und der insoweit erfahrenen Fachkraft nach § 8 a / § 8 b SGB VIII bzw. des KKG Nutzung der Dokumentationsbögen und Einhaltung der festgelegten Prozessschritte. Mit der gebotenen Sensibilität und Diskretion Informationen sammeln und auf Datenschutz achten. Objektive Fakten sorgfältig dokumentieren und Aufzeichnungen sammeln. Wer hat was wann beobachtet oder gesagt? Handelt es sich um Vermutungen, Beobachtungen oder eigene Erlebnisse? Vermutungen werden anhand von Fakten begründet oder entkräftet. Geht es um vernachlässigte Betreuungsqualität, fehlende Wahrung von Grenzen oder unangemessene Nähe bzw. Distanz? Liegt ein Fehlverhalten mit oder ohne strafrechtliche Relevanz vor? 1
Anl._2_DjW_Selbstdarstellung_Ursprung
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Dit jungeftWohn^öm^intühiiliefi^.v.-röllefs •„ V; ■?" ■ 5C57c Köln Ursprung Anlass Als Filmemacherin und Journalistin hat Anke Bruns von der Graf Recke Stiftung im Jahre 2015 den Auftrag erhalten, Kinder und Jugendliche, die in der stationären Erziehungshilfe leben, zu begleiten, wie sie einen Kinder- und Jugendrat aufbauen und entsprechende Aktivitäten organisieren. Im Mittelpunkt dieses Auftrages stand dabei die Erkenntnis, dass Partizipation im Sinne des § 8 SGB VIII zwar ein gefordertes Konzept als Teil der Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII darstellt, deren Umsetzung in der Lebenswelt der jungen Menschen innerhalb der stationären Jugendhilfe jedoch schwierig umzusetzen ist. die jungen wohn gemein schaben fl Mehrere sich gegenseitig verstärkende Faktoren sind dafür u.a. ursächlich zu sehen: Tradierte Vorstellungen der Rolle des pädagogischen Fachpersonals orientiert an Fürsorge Prinzipien und weniger an Vorleben. Zeitlich eng getakteter Schichtdienst, der Partizipation zum Randthema werden lässt. Dio jungen Wohn gemeinschaften e.V. Fpllijrsi/. 95—97 50676 Köln 022129499137 k or :a k r@ d j w- koc I n .d c ww w. d' w-koe In. d & Wohngruppen, in denen Kinder und Jugendliche häufig wechseln und dadurch Beziehungs- und Gruppenarbeit beeinträchtigt wird. Kinder und Jugendliche, die bis zur Aufnahme in Milieus aufgewachsen sind, die wenig partizipationsfördernd wirken. Vertretungsberechtigter Vorstand Ar.ko Bruns (Vorsi:zcndol S'mono Steinke Rolt Emmö'ich Auf diesen Erkenntnissen und Grundlagen sollte der Film in der dezentral organisierten stationären Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtung gute Beispiele für gelingende Beteiligungskonzepte vorstellen, zum Nachahmen motivieren und Kinder und Jugendliche ermutigen, sich aktiver einzubringen. Vereinsreg ister VR 2ÖÖ86 Armsgcricl": Köln Die Umsetzung Ausgehend von der Studie des Landschaftsverbandes Rheinland aus dem Jahre 2008 mit dem Ergebnis und Auftrag, sich der Geschichte und dem Schicksal ehemaliger Heimkinder zu stellen, organisierte auch die Graf Recke Stiftung eine Anlaufstelle für ehemalige (Heim)- Bewohnerinnen und Bewohner. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die damaligen Heimeinrichtungen für ein Ordnungsdenken standen, das Jugendliche als Störfaktoren wahrnahm und äußerst repressive Seiten hatte. Obwohl rechtliche Regelungen ausdrücklich auf Erziehung abzielten, behielt die damalige Heimerziehung in der Praxis einen stark diskriminierenden und strafenden Charakter. Stausrnummer 215/5863/2624 FinOr'7ai'4 Kfilri-Mi. le Spenden / Bankverbindung Sparkasse KölnBonn IBAN: 0777 3705 0198 1935 944B 17 □ IC: QOLSDE33XXX Der Film ... die Idee Hieraus entstand die Idee, ehemalige und aktuelle „Heimkinder“ zusammenzubringen und die Entwicklung der stationären Jugendhilfe aufzuzeigen. Dabei wurde deutlich, dass sich Gefühle von Scham und Ohnmacht über die Jahrzehnte erhalten haben. Dies wurde in dem Film „Wir sind doch keine Heimkinder“, der ebenfalls von Anke Bruns produziert wurde, als zentrales Thema übernommen und war anschließend die Gründungsidee für die gleichnamige Initiative der Graf Recke Stiftung. ( Auf der entsprechenden Internetseite wurden sowohl der Film in unterschiedlichen Schnittlängen als auch weiterführendes Unterrichtsmaterial eingestellt. Diese Medien dienen als Unterrichts- und Ausbildungsmaterialien an allgemeinbildenden wie auch an Hochschulen und Berufskollegs. In der Zusammenschau der Entwicklungen wurde deutlich, dass die Förderung der Partizipation ein wesentlicher Garant für die Verhinderung von diskriminierenden und strafenden Erziehungsmethoden sein kann. Weiterentwicklung Um eine von der Graf Recke Stiftung unabhängige Entfaltung zu ermöglichen, wurde von Anke Bruns, Simone Steinke und Rolf Emmerich der Verein „Die jungen Wohngemeinschaften# wir wachsen anders auf“ im Jahre 2021 gegründet. Dieser Verein hat dann auch den Film und die Initiative der Graf Recke Stiftung übernommen und sich deren Weiterentwicklung zum Ziel gemacht. I Anlass für unsere Aktivität In der Gesellschaft halten sich hartnäckig die Vorurteile, mit denen schon die Heimkinder in den sechziger Jahren konfrontiert wurden. Kinder und Jugendliche aus Wohngruppen sind angeblich anstrengend, schwer erziehbar oder auch potentiell kriminell. „Von Ihnen hält man sich besser fern. „ Die Folgen sind fatal: Kinder und Jugendliche in den heutigen Wohngruppen schämen sich zum Teil dafür, dass sie in Einrichtungen der Erziehungshilfe leben. Sie verschweigen diesen Teil ihres Lebens oft und verstecken so sich und ihre Identität. Gleiches gilt auch für ehemalige Heimkinder. Auch sie schämen sich teilweise noch nach Jahrzehnten dafür, dass sie früher im Heim gelebt haben. Auch sie verschweigen dies. Vor dem gesetzlichen Hintergrund und Auftrag der §§ 1, 2, 3 SGB VIII ist es nach unserer Auffassung dringend erforderlich, die weiter bestehenden Vorurteile durch Aufklärung auszuräumen und die Kinder und Jugendlichen zugleich zu befähigen, offen über ihren Alltag in den Wohngruppen zu sprechen. Schutz und Prävention Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Schutz vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt (vergleiche auch Art. 34 UN-BRK, §1631 Abs. 2 BGB). Sie haben den Anspruch darauf, dass alle an ihrer Erziehung, Betreuung und Förderung Beteiligten zusammenarbeiten. Das Kindeswohl ist dabei das handlungsleitende Prinzip (vergleiche auch Art. 3, 6,19 und 36 UN-BRK). Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, in Obhut genommen zu werden und den Anspruch, dass unverzüglich eine Person ihres Vertrauens benachrichtigt wird (Paragraph 42 SGB VIII). Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine bestmögliche Gesundheitsversorgung und Prävention (vergleiche Art. 24 und 33 UN- BRK), einschließlich des Rechts auf eine freie Wahl von Ärzten/innen. Gleichberechtigung Mädchen und Jungen haben das Recht auf Gleichberechtigung. Diskriminierung von Mädchen oder Jungen wegen ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer kulturellen und sexuellen Orientierung und ihrer körperlichen sowie seelischen Beeinträchtigung ist verboten (vergleiche Art. 2,23 UN-BRK sowie die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen) ( Beschwerde Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Beschwerde. Die Einrichtung, in der sie leben, hat die Pflicht, geeignete Beschwerdeverfahren zu entwickeln und anzuwenden. (§ 45 SGB VIII) Wird der Beschwerde in der Einrichtung intern nicht abgeholfen, haben Kinder und Jugendliche das Recht, sich an ihr Jugendamt und/oder an die für die Aufsicht zuständige Stelle zu wenden. Kinder und Jugendliche haben das Recht, dass ihnen die entsprechenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in der Einrichtung, bei ihrem Jugendamt und in der für die Aufsicht zuständige Stelle bekannt gegeben werden. Umsetzung in der Praxis Vor diesem praktischen und rechtlichen Hintergrund werben wir auf vielfältige Weise für ein besseres Verständnis gegenüber den besonderen Problemen sogenannter Heimkinder. Wir arbeiten gemeinsam in einem Netzwerk daran, die benannten Vorurteile abzubauen und zur selbstverständlichen Teilhabe der Kinder und Jugendlichen in allen Lebensbereichen beizutragen. Der Verein arbeitet mit allen öffentlichen und privaten, konfessionellen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Organisationen ähnlicher Zielsetzung zusammen, wie auch mit Trägern aus dem Bereich der Erziehungshilfe, Jugendlichen, Jugendverwaltungen, Kultureinrichtungen und Stiftungen. ( Die Vereinsmitglieder fördern alle Maßnahmen, die wirksame Hilfen auch in Einzelfällen beinhalten und dazu beitragen, Vorurteile gegenüber so genannten Heimkindern abzubauen und entsprechende Tabus zu brechen. Der Verein, “Die jungen Wohngemeinschaften e.V.” setzt immer wieder Impulse in die Trägerlandschaft hinein, um auch die Fachkräfte dort für das Thema zu sensibilisieren und unterstützt sie dabei, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen in den Wohngruppen an dem Thema zu arbeiten. Denn erst die Reflektionen über die eigene Situation fördert ihre Fähigkeit, die eigene Sprachlosigkeit zu überwinden und offen über die Lebensumstände in ihrem Alltag zu sprechen. Dadurch können sie selbst mit dazu beitragen, die seit Jahrzehnten vorherrschenden Vorurteile gegenüber so genannten Heimkindern auszuräumen und sich in der Folge auch für ihre Rechte einzusetzen. Zudem werden so ideale Voraussetzungen für die Kinder und Jugendlichen geschaffen, sich aktiv an Initiativen der Träger der stationären Jugendhilfe zu beteiligen und sich im Falle des Falles auch deutlich gegen Gewalt und Missbrauch in ihrem direkten Umfeld zu positionieren. I , Dabei leistet unser Verein, wie weiter unten beschrieben, auch in Kooperation mit der Liga Düsseldorf einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Selbstwirksamkeit junger Menschen in der stationären Erziehungshilfe. Der Verein informiert auf der Internetseite www.die jungen Wohngemeinschaften laufend über die aktuellen Vereinsaktivitäten und pflegt zudem die Internetseite der Initiative, www.wir sind doch keine Heimkinder.de weiterhin. ( Der gleichnamige Film wie auch umfangreiches Unterrichtsmaterial zu der Thematik wird kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ein Angebot, das viele Schulen und Weiterbildungseinrichtungen nutzen. Projekte und Kooperationen. Kurz nach der Vereinsgründung hat der DJW e.V. sein erstes Kulturprojekt umgesetzt mit dem Titel „Lebensträume“ - ein Inklusives Theater-, Musikprojekt für Jugendliche zwischen zwölf und 22 Jahren, die in unterschiedlichen aufwachsen. Familienkonstellationen oder in Wohngruppen Die Teilnehmerinnen kamen aus Düsseldorf und Köln. Sie haben sich in dem Projekt auf kreative und spielerische Art damit auseinandergesetzt, wo sie leben, wie sie leben und wie sie in Zukunft leben möchten. Ziel war es, das Leben in einer Wohngruppe selbstverständlich neben andere Lebensformen zu stellen, in denen Kinder und Jugendliche aufwachsen. Finanziert wurde das Projekt Lebensräume, unter anderem vom Jugendamt der Stadt Düsseldorf, von der Graf Recke Stiftung und von der Hans Günther Adelsstiftung. Kooperationspartner waren das Kölner Jugendzentrum Baui, das freie Werkstatt Theater und die Ferdinand Schule aus Düsseldorf. ( Verschiedene Medien haben über das Projekt berichtet. Im Dezember 2022 gab es zwei Aufführungen: jeweils in Köln und in Düsseldorf. Im Anschluss an die beiden sehr gut besuchten Veranstaltungen haben die Theatermacherinnen und die Vereinsmitglieder intensiv mit dem Publikum diskutiert. Parallel zu diesem Projekt haben Jugendliche und junge Erwachsene aus Wohngruppen eine Social Media Strategie für den Verein entwickelt und einen Instagram Kanal aufgebaut. Dieser Kanal wird jetzt im zweiten Projekt weiterentwickelt. Das zweite Kulturprojekt mit dem Titel "Vom Schatten ins Licht" startete im Sommer 2023 und Sommer 2024.. Die Kölner Filmemacherin und Künstlerin Lisa Glahn arbeitet darin mit Jugendlichen aus verschiedenen Wohngruppen aus Köln und dem Umland. In dem Kunst Video Sound Projekt geben die Jugendlichen einen Einblick in ihren Alltag und greifen Fragestellungen auf, die sie besonders bewegen. Unterstützt durch Social Media Aktivtivitäten der Jugendlichen auf Instagram und TikTok. Gefördert wird das Projekt von der RheinenergieStiftung Familie, der Kämpgen Stiftung, der Hans Günther Adels Stiftung und der Marga und Walter Boll Stiftung. Das Projekt ist insgesamt auf drei Jahre bis Mitte 2026 angelegt. Im Juni 2024 wurden die ersten Ergebnisse im Kulturbunker in Köln Mülheim gezeigt. Während der Ausstellungstage wurden begleitende Informations- und Diskussionsveranstaltungen durchgeführt, die alle sehr gut besucht waren. Am 24. Mai 2024 hat der Verein gemeinsam mit der Liga der inWohlfahrtsverbände Düsseldorf eine Fachtagung zum Thema ( Partizipation in der stationären Erziehungshilfe durchgeführt. Der Vorstand vom Verein Die jungen Wohngemeinschaften gestaltete dabei gemeinsam mit Vertreterinnen der Liga das Programm und war aktiv an der Erstellung der gemeinsamen Erklärung der Liga zum Ausbau von Partizipationsstrukturen in Düsseldorfer Einrichtungen beteiligt. Weiterhin waren zwei junge Mitglieder unseres Vereins an der Durchführung von Workshops im Rahmen der Fachtagung aktiv. Das Thema war: Wo wünschen sich Jugendliche in ihren Einrichtungen mehr Beteiligung und wo /wie ist das möglich? Die Idee dabei ist, die Jugendlichen zu ermutigen, selbstbewusst für ihre Interessen einzustehen und diese sowohl innerhalb wie auch außerhalb der stationären Erziehungshilfe zu artikulieren.Am 6. September 2024 hat sich der Verein und seine Projekte anlässlich der Hundertjahrfeier der Diakonie in Köln mit einer Präsentation aus dem laufemnden Projekt vorgestellt und mit dem Fachpublikum diskutiert. Aktuell kooperiert der Verein mit dem Kinder und Jugenddorf Sankt Heribert in Leichlingen mit dem Ziel, ein weiteres Filmprojekt in Zusammenarbeit mit dem dortigen Kinder- und Jugendrat zu entwickeln. In naher Zukunft wird der Verein aktiv mit Schulen Kontakt aufnehmen und ihnen anbieten, gemeinsam mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen aus der Erziehungshilfe Unterrichtseinheiten durchzuführen und unabhängig davon seine Social Media Aktivitäten intensivieren. ( Zudem erarbeitet der Verein ein Unterstützungsangebot für Careleaver. Die Erfahrung zeigt, dass junge Erwachsene, die die stationäre Erziehungshilfe verlassen, bei der Wohnungs - und Jobsuche auf zahlreiche Hürden treffen. Ein Grund dafür ist, dass sie auch hier auf ihrem Weg immer wieder mit den bereits erwähnten Vorurteilen konfrontiert werden. Wenn dann noch Auseinandersetzungen mit den Eltern oder Behörden zum Beispiel über die finanzielle Unterstützung dazukommen, verfestigen sich schnell wieder Krisen. Hier möchte der Verein ein Beratungsnetzwerk aufbauen, Einzelfallhilfen leisten und durch seine Vermittlungsarbeit für ein besseres vorurteilsfreies Verständnis sorgen.
Beschlussvorlage Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle IV/510/62 Vorlagen-Nummer 0495/2026 Freigabedatum 26.02.2026 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII; hier: "Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf e.V." Beschlussorgan Jugendhilfeausschuss Gremium Datum Beschluss: Der Jugendhilfeausschuss – Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie - beschließt, den Trä- ger „Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf e.V.“, Geschäftsanschrift: Follerstr. 95-97, 50676 Köln, als Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 Abs. 2 SGB VIII anzuerkennen. Jugendhilfeausschuss 05.05.2026 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: „Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf e.V.“ (DjW), Geschäftsanschrift: Follerstr. 95-97, 50676 Köln, wurde am 25.03.2021 gegründet und mit Sitz in Köln am 27.08.2021 beim Amtsgericht Köln unter VR-Nr. 20886 eingetragen. Der Verein beantragt die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Im Zuge der Anerkennungsprüfung wurde der Verein am 14.11.2025 im Rahmen eines Vor- Ort-Besuchs aufgesucht. Es fand ein ausführliches Gespräch mit dem Vorstand statt; die ein- gereichten Unterlagen wurden dabei eingehend gesichtet. Tätigkeitsprofil und Zuordnung zur Jugendhilfe Die Satzung (§ 3) ordnet die Tätigkeit des Vereins eindeutig dem Gebiet der Jugendhilfe zu. Zweck ist die Sichtbarmachung und Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in stationären Erziehungshilfen, die Aufklärung über deren Lebensrealität sowie der Abbau von Vorurteilen gegenüber sogenannten „Heimkindern“. Dies erfolgt insbe- sondere durch - die Förderung von Projekten, die jungen Menschen in Wohngruppen eine Stimme ge- ben und ihre Selbstwirksamkeit stärken, - Kooperationen mit Trägern der stationären Jugendhilfe, Schulen und Jugendämtern, - kulturelle, medienpädagogische und partizipative Angebote sowie - Beratung und Unterstützung von Einrichtungen mit entsprechender Zielsetzung. Diese Ziele entsprechen inhaltlich und formal den Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe ge- mäß § 1 SGB VIII: Sie fördern junge Menschen in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten und tragen zur Verbesserung ihrer Lebensbedin- gungen bei. Mit dem Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) hat der Gesetzgeber die Bedeutung von Beteiligung, Beschwerdemöglichkeiten und Selbstvertretung junger Menschen nochmals aus- drücklich hervorgehoben und normativ gestärkt. Vor diesem Hintergrund fügt sich das Profil des Vereins, der Partizipation und Empowerment von Kindern und Jugendlichen in der statio- nären Erziehungshilfe in den Mittelpunkt stellt, in besonderer Weise in die aktuelle fachliche und rechtliche Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe ein. Nachweis praktischer Umsetzung Die Umsetzung erfolgt seit mehreren Jahren durch konkret geförderte Vorhaben, u. a.: - „Simone wächst anders auf“ (theaterpädagogisches Projekt, 2021–2023), - „LebensTräume“ (Theater- und Musikprojekt mit Jugendlichen aus stationären Wohn- gruppen, 2022), - Fachtagung „Partizipation in der Erziehungshilfe“ (in Kooperation mit der Liga der Wohlfahrtsverbände Düsseldorf, 2024), - „Vom Schatten ins Licht“ (künstlerisches Beteiligungsprojekt in Einrichtungen der Ju- gendhilfe, 2023–2025), - „HeimkindDigga“ (digitale Beteiligungsplattform zur Selbstrepräsentation junger Men- schen in stationären Hilfen). 3 Diese Angebote fördern Teilhabe, Partizipation und Selbstvertretung und sind damit nachprüf- bar dem Feld der Jugendhilfe zuzuordnen. Kooperation und Vernetzung Die nachhaltige Einbindung in die Jugendhilfestrukturen zeigt sich in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit u. a. mit: - Jugendamt der Stadt Düsseldorf, - Liga der Wohlfahrtsverbände Düsseldorf, - Graf Recke Stiftung, - Diakonie Michaelshoven, - Kinderdorf St. Heribert, Leichlingen, - Jugendhilfe St. Josef, Köln-Dünnwald. Diese Kooperationen belegen die Bereitschaft und Fähigkeit zum Zusammenwirken gemäß § 4 Abs. 1 SGB VIII. Einordnung des Leistungsspektrums Der Verein agiert im Bereich der Jugendbildung, Prävention und Partizipationsförderung. Er ist bisher nicht als Leistungserbringer der Einzelfallhilfe (Erziehungshilfe/Eingliederungshilfe) im Sinne der §§ 27 ff. bzw. 35a SGB VIII tätig. Der Verein wurde vom Finanzamt Köln – Mitte als gemeinnützig anerkannt. Ein Freistellungs- bescheid zur Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer vom 15.11.2024 liegt vor. Den Vereinsvorstand bilden: - Anke Bruns, - Rolf Emmerich. - Simone Steinke. Der Verwaltung liegen keine Erkenntnisse über die handlungsbevollmächtigten Personen vor, die einer Anerkennung des DjW als Träger der freien Jugendhilfe entgegenstehen. „Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf e.V.“ leistet einen nicht unwe- sentlichen qualitativen Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Jugendhilfe im Sinne des § 1 SGB VIII. Er trägt maßgeblich zur Förderung von Partizipation, Selbstwirksamkeit und gesell- schaftlicher Integration junger Menschen in stationären Hilfekontexten bei und greift damit zentrale Anliegen des KJSG zur Stärkung der Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten junger Menschen auf. Die personellen, fachlichen und organisatorischen Voraussetzungen sowie die dokumentierte Kooperation mit öffentlichen und freien Trägern sind gegeben und rechtfertigen die Anerken- nung nach § 75 SGB VIII – unter der klaren fachlichen Zuordnung zum Bereich Jugendbil- dung/Prävention und der Feststellung, dass der Verein derzeit keine Einzelfallhilfe im Sinne der Leistungsparagraphen erbringt. „Die jungen Wohngemeinschaften # wir wachsen anders auf e.V.“ ist nachweislich seit mehr als drei Jahren auf dem Gebiet der Jugendhilfe tätig und erfüllt sämtliche Voraussetzungen zur Anerkennung gemäß § 75 SGB VIII. Der Verein ist gemäß § 75 Absatz 2 SGB VIII als Träger der freien Jugendhilfe anzuerkennen. Anlagen: Die Satzung, die Selbstdarstellung, die Zielsetzung und das Kinderschutzkonzept sind als An- lagen 1-4 in Session unter Nr. 0495/2026 hinterlegt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0495/2026
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 26.02.2026
- Erstellt
- 20.02.2026 12:55