0239/2023
"Köln: jetzt mit mehr W-Lan – bessere digitale Teilhabe – mehr Klimaschutz" Stellungnahme zu dem Antrag der Fraktion "Die FRAKTION" betreffend den TOP 6.1 der Sitzung des Digitalisierungsausschusses vom 23.01.2023
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Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)
4732 Zeichen
Dezernat, Dienststelle IX/12 Vorlagen-Nummer 20.01.2023 0239/2023 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Digitalisierungsausschuss 23.01.2023 "Köln: jetzt mit mehr W-Lan – bessere digitale Teilhabe – mehr Klimaschutz" Stellungnahme zu dem Antrag der Fraktion "Die FRAKTION" betreffend den TOP 6.1 der Sitzung des Digitalisierungsausschusses vom 23.01.2023 Die Verwaltung teilt zu den Antragspunkten nachfolgenden Sachstand mit: Das öffentliche WLAN-Netz unter dem Namen „Hotspot.Koeln“ dient grundsätzlich zur Erhö- hung der Aufenthaltsqualität und Attraktivität stark besuchter Orte in der Innenstadt und in den Veedeln. Außerhalb der Innenstadt sind über 150 Standorte verfügbar, verteilt auf alle Kölner Stadtbezirke. Das öffentliche WLAN-Netz ist insgesamt an rund 500 Standorten verfügbar und wurde in den letzten Jahren auf öffentliche Plätze und Gebäude aller Stadtbezirke ausgewei- tet, sodass jeweils mindestens 10 WLAN -Standorte in den einzelnen Bezirken existieren. Er- schlossen sind u.a. Jugendzentren in Porz, Meschenich und Nippes, Bürgerämter sowie Stadtteilbibliotheken. Diese sind auf der städtischen Homepage (ww w.stadt-koeln.de/breitbandkataster) und der Homepage von NetCologne (www.netcologne.de/privatkunden/netconnect/) einsehbar. In Summe werden zurzeit etwa 25.000 Logins täglich am Hotspot.koeln generiert. Seitens der Fraktion „Die FRAKTION“ wird die Einrich tung von mindestens 10 öffentlichen WLAN-Standorten pro Stadtteil beantragt. Diese Erweiterung von insgesamt 660 WLAN - Punkten zu den bestehenden Standorten würde zu Initialkosten von rund 3,3 Mio. Euro brutto für die ersten drei Jahre und zu jährlichen Bet riebsfolgekosten in Höhe von ca. 514.000 Euro brutto führen. Um eine flächendeckende Abdeckung mit öffentlichem WLAN in Köln zu errei- chen, müssten zusätzlich mehrere tausend WLAN-Standorte errichtet werden, da die Access- Points nur bis zu max. 200 Meter Um kreis ausstrahlen. Dies würde zu noch höheren Kosten führen als oben beschrieben. Sowohl der Mobilfunk mit 5G, als auch das öffentliche WLAN, sind essentiell für die Stadt Köln, da sie ganz spezifische Stärken und Anwendungsfelder haben, die die jeweils andere Technologie nicht gleichwertig ersetzen können. Sieht man sich die einzelnen Technologien an, so verbraucht 5G 3 -mal weniger Energie als 4G und sogar 20 -mal weniger als 3G, um die gleiche Menge an Daten zu übertragen. Damit ist 5G deutlich klimafr eundlicher als die bisher verwendeten mobilen Technologien (Quelle: Bundesministerium für Digitales und Verkehr). Sollte die Stadt das öffentliche WLAN -Netz großflächig parallel hierzu ausbauen, müsste dies in die CO2-Bilanz ebenfalls mit einbezogen werden. Durch „echtes“ 5G sind darüber hinaus vielfach höhere und stabilere Datenkapazitäten (bis zu 1 Gigabit pro Sekunde) und extrem geringe Reaktionszeiten möglich. Damit eröffnen sich völ- lig neue Anwendungsmöglichkeiten für eine vollständig vernetzte Gesellschaft. Diese stabile 2 echtzeitfähige Technologie ist ein wichtiger Standortvorteil für Kölner Unternehmen und damit von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Köln. Dies ist mit einem flächendecken- den, öffentlichen WLAN-Netz technologisch nicht da rstellbar. Zugleich wird der Ausbau von 5G durch die Provider vollzogen und wäre – selbst, wenn gewünscht – durch ein flächende- ckendes, öffentliches WLAN-Netz nicht aufzuhalten. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass die Provider bei einem massiven Ausbau des öffentli- chen WLAN-Netzes die eigenwirtschaftlichen Ausbauaktivitäten beim Glasfaserausbau zu- rückfahren bzw. einstellen können. Der geförderte Glasfaserausbau wäre hiervon ebenfalls betroffen, der Eigenanteil der Stadt Köln könnte erheblich steigen. An keiner dieser Folgen kann die Stadt Köln Interesse haben: die strategischen Ziele der Stadt sind die Daseinsvorsorge für Bürger*innen, die Entwicklung der „Smart City Köln“ und die Prosperität des Wirtschaftsstandortes Köln. Grundlage dafür ist eine flä chendeckende Versorgung mit echtem 5G Standalone auch in peripheren Lagen. Folglich liegt der Schwer- punkt der Stabsstelle Breitbandkoordination beim Glasfaserausbau; vor allem bei den Förder- projekten der weißen und hellgrauen Flecken sowie bei der Unterstützung der Provider beim 5G Rollout mit „echter“ 5G Standalone-Technologie. Darüber hinaus hat die Stadtverwaltung für ein weiteres Großprojekt zum massiven Ausbau des öffentlichen WLAN-Netzes derzeit keine weiteren personellen Kapazitäten und der Aus- bau von 5G und Breitband würde unter diesem leiden. Aus den oben aufgeführten Gründen empfiehlt die Verwaltung, den Antrag abzulehnen. Gez. Haack
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0239/2023
- Typ
- Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
- Datum
- 20.01.2023
- Erstellt
- 17.01.2023 12:32