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3234/2019

Kostenlose Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten in Köln

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 16.09.2019

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Nächste Beratung: Gesundheitsausschuss, Sitzung am 17.09.2019, TOP 4.2.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

5284 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/53 
 
Vorlagen-Nummer 16.09.2019 
 3234/2019 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 17.09.2019 
 
Kostenlose Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten in Köln 
Mit Anfrage (AN/1238/2019) vom 12.09.2019 stellte die SPD Fraktion des Rates der Stadt Köln der 
Verwaltung folgende Fragen: 
 
1. Wie oft wurden die Angebote für (kostenlose) HIV-Tests und Beratungen in Köln in Anspruch ge-
nommen? 
 
2. Welche Kosten sind dabei pro Jahr entstanden? 
 
3. Welche gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen plant die Stadt Köln, um auf die steigende Zahl 
von STI zu reagieren? 
 
4. Plant die Stadt die Erweiterung des Angebotes für kostenlose Tests auf andere Erkrankungen als 
HIV, und wenn nicht: Welche Gründe sprechen dagegen? 
 
 
Die Verwaltung teilt dazu folgendes mit: 
 
1. Wie oft wurden die Angebote für (kostenlose) HIV-Tests und Beratungen in Köln in Anspruch 
genommen? 
 
 
 
In den letzten zwei Jahren wurde die Beratung zu HIV/STI in unserem Fachdienst für se-
xuelle Gesundheit mit ca. 8.000 Kontakten/Jahr zunehmend in Anspruch genommen.

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Dazu kommen pro Jahr 1500 -1700 weitere Kontakte, die wir Rahmen unserer fachärztli-
chen Sprechstunde für sexuell übertragbare Infektionen sehen und be i Bedarf auch b e-
handeln. 
Die Anzahl der bei uns durchgeführten HIV und Syphilis-Tests war in den letzten zwei Jah-
ren tendenziell steigend. 
Sie liegt für HIV-Tests insgesamt bei ca. 4.000 und für Syphilis-Tests bei 1600. Die Anzahl 
der durchgeführten Syphilis-Tests ist seit 2013 um ein Drittel gestiegen. 
 
 
2. Welche Kosten sind dabei pro Jahr entstanden? 
Die HIV- und Syphilis-Tests sind sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch 
für die Stadt Köln kostenfrei. Das entsprechend beauftragte Labor rechnet die Tes-
tungen direkt mit dem Land ab. 
 
3. Welche gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen plant die Stadt Köln, um auf die steigende 
Zahl von STI zu reagieren? 
 
Der Fachdienst (STI - sexually transmitted infections) und sexuelle Gesundheit bietet eine 
mittlerweile werktäglich geöffnete Sprechstunde von 08:30-10:30 Uhr an. Sie ist anonym 
und kostenlos. Hier können sich alle Menschen zu STI und sexueller Gesundheit beraten 
und bei Bedarf auf HIV und Syphilis testen lassen. In besonderen Fällen kann seit Anfang 
des Jahres auf Chlamydien oder Gonokokken getestet werden und bei Notwendigkeit in 
die parallel stattfindende fachärztliche Sprechstunde vermittelt werden. 
 
Im Rahmen der ärztlichen Sprechstunde können alle weiteren sexuell übertragbaren E r-
krankungen getestet und bei Bedarf auch behandelt werden.  Die ärztliche Sprechstunde 
ist primär zugänglich für Menschen die keine belastbare Krankenversicherung haben und / 
oder in der Sexarbeit tätig sind. 
In diesem Kontext impfen wir bei entsprechender Indikation auch gegen Hepatitis A und B. 
 
Auf die steigenden Syphilis-Zahlen haben wir unter anderem damit reagiert, dass wir seit 
diesem Jahr die Syphilis -Therapie (Penicillin-Injektionen) bei Menschen, die keinen Z u-
gang zur Regelversorgung haben, direkt im Gesundheitsamt durchführen. 
 
Unsere Beratungen und die ärztliche Sprechstunde können unter Zuhilfenahme eines Vi-
deodolmetschers ad hoc in vielen Sprachen angeboten werden, so dass unser Angebot 
niederschwellig in Anspruch genommen werden kann. 
 
Weitere Präventionsmaßnahmen d er Stadt sind die gut aufgestellten Angebote im Y-
outhwork und sexualpädagogischen Bereich. Hier liegt der Präventionsschwerpunkt in 
adäquater Wissensvermittlung und Aufklärung. 
 
Die Stadt nimmt des Weiteren eine koordinierende Funktion ein und vernetzt Trä ger und 
Institutionen in Köln, die mit dem Thema STI/HIV aber auch Drogen und Sucht betraut 
sind. 
Hier findet aktuell, z.B. im Rahmen des AK-Aids, ein reger Austausch statt. 
 
Regelmäßig besuchen unsere Streetworker die verschiedenen Settings der Sexarbeit s-
szenen in Köln und machen dort auf unser Angebot im Gesundheitsamt aufmerksam. 
 
Themen wie HIV-Heimtest, PrEP oder anonyme Systeme zur Partnerbenachrichtigung bei 
einem positiven Testergebnis sind neue Bausteine in der gesamten HIV -STI-
Präventionsstrategie, die auf fachlicher Ebene aktuell diskutiert werden.

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4. Aktuell haben wir unser Angebot dahingehend erweitert, dass wir seit Anfang 2019 bereits 
vereinzelt Personen, die ein deutliches Risiko mitbringen, zusätzlich zu HIV und Syphilis auf 
weitere sexuell übertragbare Infektionen testen. Es gibt Planungen dazu, die auf Landesebene 
die Anfang 2020 bekannt gegeben werden. 
In diesem Rahmen sollen STI-Tests auf Chlamydien, Gonokokken (Tripper) und Mykoplasmen 
in Zukunft auch von den Gesundheitsämtern in NRW kostenlos angeboten werden. 
Eine Angebotserweiterung ist demnach geplant. Jedoch ist hierbei zu beachten, dass die vor-
handenen Ressourcen weiterhin so eingesetzt werden, dass die Menschen erreicht werden, 
die reale Risiken mitbringen. Zum Beispiel, weil sie si ch in prekären Lebenslagen befinden 
oder aufgrund mangelnder Krankenversicherung keinen sonstigen Zugang zum medizinischen 
System haben. 
Ob reale Risiken vorliegen, lässt sich nur in einem aufwendigen und gut qualifizierten Ber a-
tungsgespräch eruieren. 
 
 
Gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

17.09.2019 Gesundheitsausschuss
TOP 4.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen mit erneuter Wiedervorlage

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Details

Aktenzeichen
3234/2019
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
16.09.2019
Erstellt
13.09.2019 11:07