3116/2019
Netzwerk gegen häusliche Gewalt – Statistik 2018
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Mitteilung Ausschuss
5652 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
IV/51/511
Vorlagen-Nummer 09.09.2019
3116/2019
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Jugendhilfeausschuss 17.09.2019
Ausschuss Soziales und Senioren 31.10.2019
Integrationsrat 07.10.2019
Netzwerk gegen häusliche Gewalt – Statistik 2018
Nach Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes am 01.01.2002 wurden als Bindeglied zwischen Polizei,
den bestehenden Beratungsstellen und -diensten, den Frauenhäusern, Notschlafstellen und Angebo-
ten der Jugend- und Gefährdetenhilfe im September 2002 zwei Interventionsstellen gegen häusliche
Gewalt installiert. Eine Interventionsstelle wurde für den linksrheinischen Bereich durch den Sozial-
dienst Katholischer Frauen und eine für den rechtsrheinischen Bereich durch die Diakonie Michaels-
hoven eingerichtet. Die Interventionsstellen werden auf der Grundlage eines Ratsbeschlusses durch
das Amt für Soziales und Senioren institutionell gefördert.
Die Interventionsstellen stehen im Rahmen des „Netzwerk gegen häusliche Gewalt“ in einer kontinu-
ierlichen Kooperation mit den unterschiedlichen Institutionen, die sich zum Ziel gesetzt haben, ein
effektives Vorgehen im polizeilichen, strafrechtlichen, zivilrechtlichen sowie im sozialen Bereich zu
erreichen und zu sichern.
Die Mitteilung enthält die Jahresstatistik 2018 und einen Rückblick der letzten 5 Jahre.
Seit 2015 können die bis dahin von der Kölner Polizeibehörde zur Verfügung gestellten Daten auf-
grund von geänderten Landesvorgaben nicht mehr geliefert werden.
Insgesamt hat sich 2018 die Zahl der Beratungsfälle nicht wesentlich verändert. Dies trifft auch auf
die Anzahl der Faxmeldungen zu.
Aufgrund veränderter Vorgaben in der Datenerfassung der Interventionsstelle „Sozialdienst Katholi-
scher Frauen“ konnten die Angaben über Täter-Opfer-Konstellationen für das Jahr 2018 nicht gelie-
fert werden. Aus diesem Grund konnten die entsprechend damit in Zusammenhang stehenden Daten
(z.B. Geschlecht der Opfer und der Täter/Täterinnen) auch nicht aufgeführt werden.
Das Kölner Modell zeichnet sich durch die vielschichtigen Angebote im qualitativen Unterschied zu
den Angeboten anderer Kommunen und Landkreise aus. In den Gewaltschutzzentren wurden flankie-
rende Hilfen aufgebaut.
Darüber hinaus ist die AWO mit dem Angebot für Täter „MannSein ohne Gewalt“ ebenfalls fester Ko-
operationspartner im „Netzwerk gegen häusliche Gewalt“.
„MannSein ohne Gewalt“ wird als kommunal flankierte Maßnahme über das JobCenter Köln finan-
ziert. Hier wurden im Jahr 2018 im Programm MannSein ohne Gewalt 151 Fälle registriert. 122 Fälle
wurden neu gemeldet. Von diesen sind 97 Männer tatsächlich erschienen. Mit 29 weiteren Klienten
wurde die Arbeit aus dem Vorjahr auch 2018 weitergeführt.
Aus Mitteln des Justizministeriums werden seit dem Jahr 2011 Projekte freier Träger gefördert, die
Angebote zur Arbeit mit männlichen Tätern im Rahmen von interinstitutionellen Kooperationsbündnis-
2
sen gegen Häusliche Gewalt (Täterarbeit) anbieten
Im Jahr 2018 wurde die Arbeit mit 38 Männern im Angebot „MannSein ohne Gewalt“ durch das Jus-
tizministerium finanziell gefördert.
Jobcenter und Justizministerium legen Wert auf unterschiedliche statistische Angaben, sodass die
Angaben der Statistik aus dem Jahr 2018 der AWO „Mann sein ohne Gewalt“ vorerst nicht mehr mit
der in der Gesamtstatistik vorgesehenen Tabelle zu vereinbaren sind.
Seit Mai 2019 ist der Sozialdienst Katholischer Männer Köln mit seinem Themenschwerpunkt „Häusli-
che Gewalt bei Männern“ im „Netzwerk gegen häusliche Gewalt“ eingebunden.
Jahresstatistik 2018 der Kriseninterventionsarbeit in Fällen von häuslicher Gewalt durch
die Interventionsstellen SKF (linksrheinisch) und Diakonie Michaelshoven (rechtsrhei-
nisch) und des Projektes „MannSein ohne Gewalt“ der AWO.
Linksrheinisch Rechtsrheinisch Gesamtstadt Gesamtstadt
2018 2018 2018 2017
Interventionsstellen:
Beratungsfälle insgesamt 575 772 1347 1335
Faxvermittlung durch die
Polizei 387 432 819 804
Wiederholungsfälle 24 31 55 76
Nichtannahme der Kon-
taktaufnahme durch die
Interventionsstelle
94 61 155 239
Tatsächliche Beratung
gesamt: 575 741 1316 1276
Familien mit minderjähri-
gen Kindern im Haushalt 321 463 784 736
58,2% 57,7%
Staatsangehörigkeit der
Opfer
deutsch 334 381 715 X
% 53% X
sonstige 148 360 508 X
% 37,7% X
Täter-Opfer-Konstellation:
Frauen gegen Männer Ohne Angabe 23 58
% 3,1% % 4,5%
Männer gegen Frauen Ohne Angabe 523 925
% 70,6% % 72,5%
Sonstige Konstellationen
(z.B. Eltern gegen Kinder..) Ohne Angabe 218 293
3
29,4% % 23%
Summe (erfasst) 741 s 1276
(100%=1276) (100%=1182)
Anlage 2
Gesamtstadt Gesamtstadt Gesamtstadt Gesamtstadt Gesamtstadt
2014 2015 2016 2017 2018
Interventionsstellen:
Beratungsfälle 1526 1334 1182 1335 1347
Faxvermittlung durch
die Polizei
1135 903 798 804 819
Wiederholungsfälle 112 102 73 76 55
Nichtannahme der
Kontaktaufnahme
308 199 211 239 155
Geschlecht der Op-
fer:
weiblich 1302
1161 1095 1158
X
männlich 139
102 87 118
X
Geschlecht der Täter:
weiblich 78
68 52 81
X
männlich 1057
1054 896 963
X
ohne Angabe 306
212 234 233
X
Familien mit minderj.
Kindern im Haushalt
856
777 718 736 784
Opfer mit Migrations-
hintergrund
755
653 678 727
X
Staatsangehörigkeit
der Opfer:
deutsch X X X X 715
sonstige X X X X 508
Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3116/2019
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.09.2019
- Erstellt
- 05.09.2019 09:32