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A-W/0005/2012

Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Konzept zur zukünftigen Nutzung der bisherigen britischen Familienwohnungen

Antrag an die BV West 01.03.2012

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung Münster-West, Sitzung am 08.03.2012, TOP 6.6

Originalantrag

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Originalantrag

6133 Zeichen

29.02.2012 
 
An die BV Münster-West 
z.H. Frau E. Westrup 
 
Schelmenstiege 1-3 
48161 Münster 
 
 
Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Kon zept zur zukünftigen Nutzung der bis- 
herigen britischen Familienwohnungen 
 
Der Wohnungsmarkt im Westen Münsters ist unter ande rem gekennzeichnet durch einen hohen 
Verlust an kostengünstigen und preisgebundenen Wohn ungen. In den vergangenen Jahren sind 
bereits tausende Sozialbindungen im Wohnungsbereich  ausgelaufen, eine noch größere Zahl an 
Sozialwohnungen wird in den nächsten Jahren ebenfal ls diese Bindung verlieren. Gleichzeitig ist 
ein zunehmender Druck, auf den Wohnungsaltbestand h in zur Umwandlung in das hochpreisige 
Wohnsegment festzustellen. Vor allem junge Familien  mit Kindern und Familien mit geringem 
und mittlerem Einkommen stehen auf dem überhitzten Münsteraner Wohnungsmarkt vor großen 
Hürden, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen – sei es zur Miete oder als Eigentum.  
 
In Umsetzung der Beschlüsse der britischen Regierun g werden die in Münster stationierten Mili- 
täreinheiten bis 2019 endgültig den Standort verlas sen. Bei den von den Familien der britischen 
Streitkräfte in Gievenbeck genutzten Wohnungen hand elt es sich überwiegend um Reihenhäu- 
ser. Sie sind preisgünstig errichtet und im Grundri ss und Grundstückszuschnitt bestens geeignet, 
in der Nutzung nach Abzug der britischen Streitkräf te den am Wohnungsmarkt in Münster be- 
nachteiligten Familien mit mittlerem und geringerem  Einkommen eine Chance zu geben, zu 
Wohneigentum zu gelangen. Ebenso sollte auch ein an gemessener Anteil als Mietobjekte ge- 
nutzt werden können. Geprüft werden sollte darüber hinaus, ob hier ein genossenschaftliches 
Modell soziale wohnungswirtschaftliche Antworten au f die Entwicklungen am Münsteraner Woh- 
nungsmarkt geben kann. 
 
Die Bezirksvertretung Münster-West möge daher beschließen: 
 
1. a. Im Sinne einer modernen sozialen Wohnungspoli tik sollen die freiwerdenden Immobi- 
lien zukünftig Familien mit mittlerem und geringere m Einkommen die Bildung von Wohn- 
eigentum und familiengerechtes preisgünstiges Wohne n ermöglichen. Ein relevanter An- 
teil der Wohnungen sollte auch zukünftig als Mietwohnraum zur Verfügung stehen. 
b. Die Veräußerung an einen Investor mit nachfolgen der, unkontrollierbarer spekulativer 
Weiterveräußerung in Wohneigentum ist auszuschließen. 
c. Städtebauliches Ziel sind attraktive Quartiere „ mit Gesicht“ und einem sozial abwechs- 
lungsreichen Erscheinungsbild. Sie sollen unterschi edlichen heutigen Wohnansprüchen 
und modernen energetischen Anforderungen gerecht we rden und sich als lebendige Be- 
standteile in die vorhandenen Strukturen der Umgebung einfügen. 
 
2. Da bereits Abzugstermine benannt sind und in einem Fall jetzt sogar eine britische Erklä- 
rung zur Rückgabe eines Teilwohnbestandes an den Bund erfolgte, wird die Verwaltung  
beauftragt, zeitnah mit der Bundesanstalt für Immob ilienaufgaben (BIMA) Gespräche in 
Zielrichtung dieses Antrags aufzunehmen.

3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Möglichkeit einer Auffanggesellschaft für die Über- 
nahme der Wohnungen zu prüfen und der Bezirksvertre tung hierzu Vorschläge zu unter- 
breiten. Dabei soll geprüft werden, ob und wie nebe n der stadteigenen Wohn und Stadt- 
bau möglicherweise auch regionale Investoren im Woh nungsbau in das Verfahren einge- 
bunden werden können. Darüber hinaus ist auch das g enossenschaftliche Modell zu prü- 
fen, wie es z.B. in Gießen derzeit bei zwei ehemali gen Wohnsiedlungen des US-Militärs 
umgesetzt wird. 
 
4. Ziel der Übernahme der britisch genutzten Wohnun gen durch eine Auffanggesellschaft 
soll sein, Familien mit mittleren und geringeren Ei nkommen gemäß Förderrichtlinien zu 
Familienwohneigentum zu verhelfen. Deshalb soll der  Weiterverkauf durch die Auffang- 
gesellschaft auch nur an einzelne selbstnutzende Fa milien erfolgen (kleinteilige Veräuße- 
rung, sogenanntes „Ameisengeschäft“). 
 
5. Weiterhin ist von der Verwaltung aufzuzeigen, wi e durch die Auffanggesellschaft oder 
auch durch die stadteigene Wohn und Stadtbau den er werbenden Familien eine Unter- 
stützung bei der Planung und Organisation der Eigen leistungen (der sogenannten Mus- 
kelhypothek) gegeben werden kann. 
 
6. Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Land NRW  dessen Möglichkeiten und dessen 
Bereitschaft zur Unterstützung des Übernahmeprozess es durch die vorgenannte Option 
einer Auffanggesellschaft bzw. anderweitige Unterstützungsmöglichkeiten zu klären. 
 
Begründung: 
 
 
Das Wegbrechen der staatlichen Wohnungsbauförderung  durch Bund und Land führt auf kom- 
munaler Ebene dazu, dass kaum noch die notwendige F örderung des Neubaus und des Erwerbs 
von selbstgenutztem Wohneigentum durch Familienhaus halte mit geringen Einkünften (Einkom- 
mensgruppe „A“) und mittleren Einkünften (Einkommensgruppe „B“) gewährleistet werden kann.  
 
Der angekündigte Abzug der britischen Streitkräfte bietet die Gelegenheit, für Familien mit mittle- 
ren und geringeren Einkommen eine Perspektive zur S chaffung selbstgenutzten Wohneigen- 
tums, aber auch zu günstigen Mietkonditionen, zu er möglichen. Für diese Familien, hier beson- 
ders auch junge Familien mit mehreren Kindern, die am Wohnungsmarkt derzeit schlechte Chan- 
cen haben, kann Wohneigentum ermöglicht werden. Umb au und Sanierung der Gebäude soll 
den Familien nicht nur über kapitalfinanzierte Maßn ahmen, sondern auch durch umfangreiche 
Selbstbaumaßnahmen („Muskelhypothek“) ermöglicht we rden. Deshalb sollte ihnen möglichst 
auch nach dem Erwerb Unterstützung bei der Modernis ierung der erworbenen Wohngebäude 
gegeben werden.  
 
Als interessante Alternative sollte das Gießener Mo dell einer Wohngenossenschaft geprüft wer- 
den – mit den bekannten Vorteilen des lebenslangen Wohnrechts, der Selbstverantwortung und 
der demokratischen Mitwirkung. Auch insofern sollte  auf erfolgreiche Beispiele der Umnutzung 
von ehemaligen Familienwohnungen ausländischer Streitkräfte in anderen Bundesländern zurück 
gegriffen werden.  
 
gez.  
Stephan Brinktrine 
Beate Kretzschmar 
Manfred Rösmann 
Philipp Hagemann

Beratungsverlauf (1)

08.03.2012 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 6.6 Antrag Entscheidung

Beschluss: eingebracht

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Schelmenstiege 1

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Details

Vorlagen-Nr.
A-W/0005/2012
Typ
Antrag an die BV West
Datum
01.03.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37